Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (45:00 bis 50:00)

 

Wo wurden die Steintafeln beschrieben mit den Ordnungen und mit dem Gesetz Gottes? Auf dem Berg des Herrn. Mose musste die Tafeln nehmen und hochschleppen. Stell dir mal vor, die waren ja bestimmt schwer diese Dinger. Und das war ein beschwerlicher Aufstieg auf diesen Berg – ich weiß nicht wie lange er da hochgelaufen ist, einen Tag oder zwei Tage oder was. Und Gott hat gesagt: „Mose, komm hoch, bring die Steintafeln“. Und oben auf dem Berg, was ein Bild ist für die Gegenwart Gottes, da wurde geschrieben. Und an dem selben Ort wird heute auch geschrieben – es gibt nur einen Ort: Gott schreibt nicht in der Predigt, im Lehrseminar oder während wir so durch die Bibel-Kapitel gehen. Nein, aber wenn wir die Gegenwart Gottes suchen, Ihn anbeten, Ihn erheben, in Seine Gegenwart kommen wie die Bibel das sagt – mit Dank, mit Anbetung, mit dem Blut, mit einem wahrhaftigen Herzen wie es vorhin geheißen hat in Hebräer 10,19f.:

Hebr 10,22
so laßt uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völliger Gewißheit des Glaubens, durch Besprengung der Herzen los vom bösen Gewissen und am Leib gewaschen mit reinem Wasser.

Nur wenn wir so in die Gegenwart Gottes kommen und dann wirklich vor Ihm sind, dann bringen wir Worte mit. Hosea sagt: Kehrt um zum Herrn, bringt Worte mit.

Hos 14,3
Nehmt Worte mit euch und kehrt um zum Herrn!

Finde Worte, möglichst wenige – zwei, höchstens drei, die der Heilige Geist jetzt betont für dich. Du sagst: Wo soll ich die finden? Sag: „Heiliger Geist, was sind die Worte, die jetzt dran sind, die jetzt mir Heilung, Hilfe, Ausrichtung, Klarheit, Stärke bringen?“ Und du wirst zwei, drei Worte bekommen vom Heiligen Geist – Schriftworte!

Ich rede nicht von stundenlang Anstehen – oh, da ist der Prophet, ich brauche ein Wort vom Herrn. Vergiss diesen ganzen Modekram, vergiss das! Such du Gott, und Er wird dir sagen, was Er dir zu sagen hat. Vieles von diesem ganzen prophetischen Business heute, ist … ich sags lieber nicht … ist nicht hilfreich, ist nicht hilfreich und gibt Leuten eine völlig verkehrte Basis in ihrer Beziehung zum Herrn. Und sie brauchen wieder einen Mittler um zu hören vom Herrn. Aber Gott sagt: Du hast Zugang zu mir, lass doch mich erklären was mit dir los ist, was du jetzt brauchst, was ich dir geben will, was der Plan deines Lebens ist.

So, dann findest du diese Worte, und du betest Gott an, und du lernst dein Herz zu geben. Ich erklär das gleich ein bisschen weiter. Und dann erlaubst du, indem du mit Glauben und mit Zuversicht diese Worte in das Angesicht Gottes sprichst und dich damit verbindest und sagst: „Das ist die Wahrheit, das ist was Du sagst – über Dich oder über mich oder über mein Leben und das glaube ich und das halte ich fest. Und hier bin ich – und schreib es auf die Tafel meines Herzens“.

So wird dein Herz geprägt. Und heute der Wandel von vielen Gläubigen ist so oberflächlich mit Gott, weil sie das nicht kennen. Weil sie nicht verstehen was der neue Bund ist. Der neue Bund ist das Wort Gottes auf die Tafel deines Herzens geschrieben. Das ist der neue Bund. Das Herz wird umgeformt, geprägt durch die Kraft des Wortes Gottes. Und wenn du einmal ein Bibelstudium gemacht hast und das in dir lebendig erhältst, was Gottes Wort kann – dann hast du keine Sorge über deinen Unglauben, über deine Verzagtheit, über Entmutigung oder über Minderwertigkeit. Du sagst: „Lass nur das Wort ran und dann werden wir sehen“. Das Wort ist stark genug dein Herz fest zu machen. Durch Gnade wird das Herz fest, sagt der Hebräer-Brief.

Heb 13,9b
denn es ist gut, daß das Herz fest wird, was durch Gnade geschieht

Wir brauchen feste Herzen, starke Herzen, unerschütterliche Herzen, Herzen, die nicht sich abhängig machen von anderen Menschen in einer falschen Weise und sich an Menschen hängen, an irgendwelche Leiter, an irgendwelche großen Dienste und hoffen, die werden schon wissen, wo es langgeht. Nein, wir müssen Gott selber kennenlernen. Und dann lernen wir – je mehr wir Ihn kennenlernen – lernen wir auch zu unterscheiden und merken, das ist ein gesunder Dienst und das ist ein Dienst im Mischmasch, da gibt es Dinge, die sind sehr gut, und daneben gibt es Dinge, die sind ungenießbar. Und warum wollen wir im Trüben fischen wenn das klare Wasser fließt? Warum wollen wir von Pfützen trinken wenn da rauschende Gebirgsbäche fließen mit klarem, kristallklarem frischen Wasser?

Wir kommen zu Ihm. Wir erlauben dem Heiligen Geist unser Lehrer Nummer 1 zu sein. Das heißt nicht, dass wir nicht auch von Diensten, die Gott gegeben hat – als Lehrer oder als Propheten oder als Hirten – in die Gemeinde gegeben hat – dass wir von denen nicht nehmen und profitieren. Aber wir machen uns nicht abhängig, wir werden kein Fanclub, sondern wir hören Gott in ihnen. Das ist etwas total anderes als in einer seelischen menschlichen Weise sich an andere Menschen zu hängen und nur einen Glauben aus zweiter Hand zu haben. Gott möchte, dass wir einen echten Glauben haben, und dieser Glaube kommt durch das Wort.

Durch das Hören des Wortes, wo du hörst wie der Heilige Geist das „Logos“, das Schriftwort zu einem „Rhema“ macht, zu einem lebendigen Wort Gottes für dich jetzt in deiner Situation. Da kommt Glaube, da kommt das feste Herz her. Hallelujah. Hallelujah.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (40:00 bis 45:00)

 

Ob du ein Trittbrettfahrer bist und hängst dich an irgendwelche Trends und hoffst, die gehen schon in die richtige Richtung oder ob du einer bist, der wirklich aus der Gegenwart Gottes herauslebt. Der kühn ist, der stark ist, der sich nicht anpasst, der nicht erpressbar ist, der nicht eingeschüchtert werden kann, der nicht seine Meinung zurückhalten muss, weil er sonst befürchtet, irgendwie einen Skandal auszulösen. Das ist, was es braucht in dieser Zeit, ihr Lieben.

So, was sind die Tafeln des Gesetztes? Nun, der alte Bund bestand darin, dass das Gesetz, das Gebot, die Ordnung Gottes auf Steintafeln geschrieben wurden. Das ist der alte Bund. Was ist der neue Bund? Der neue Bund ist, dass das Gesetz Gottes – nicht das mosaische Gesetz – das Gesetz im Sinne von „Gottes Ordnung, Gottes Willen, Gottes Gebot“ auf die Tafel deines Herzens geschrieben wird und dein Herz sich total verbindet und prägen lässt und geformt wird von der Kraft des Wortes Gottes. Und dein Herz voller Einsicht, voller Dankbarkeit, voller Überzeugung übereinstimmt mit dem Willen Gottes und mehr als nur übereinstimmt, sondern dein Herz mehr und mehr verlangt nach den Ordnungen Gottes, verlangt nach dem, was richtig und was gut ist.

Dein Herz wird umgeformt, wird neu geprägt. Und du lernst zu lieben, was der Herr liebt. Und du lernst zu hassen, was der Herr hasst. Das ist die ultimative Erlösung. Dass du übereinstimmst mit dem Willen Gottes. Nicht, weil du bist jetzt Christ und du bist Kind Gottes und du musst diese Dinge tun. Nein, du willst sie tun. Alles in dir ist: Das ist richtig, das ist gesund, das ist gut, das will ich. Du stimmst von tiefstem Innern überein.

Viele, viele Gläubige kennen den Willen Gottes und versuchen den Willen Gottes zu leben und da drin ist noch so viel Widerstand und so viel Sehnsucht nach Dingen, die aber jetzt leider alle verboten sind. Und sie führen dieses Leben in dieser Spannung. Aber Gott möchte, dass unser Herz völlig gewonnen wird, völlig in Übereinstimmung kommt mit ihm, und dass wir lieben, was Er liebt und dass wir hassen – wir lernen zu hassen, was Er hasst.

Das ist eins meiner wichtigsten Gebete, mehrmals die Woche, nicht jeden Tag, aber mehrmals die Woche bete ich dieses Gebet: Herr, gib mir ein Herz, das liebt, was Du liebst und das hasst, was Du hasst.

Bevor wieder eine Email kommt, „ja, wo ist dieses Gebet in der Bibel?“ Das ist ein kein Gebet in der Bibel, aber ich habe es genommen aus einer Schriftstelle, weil ich lerne das Wort zu beten. Und Hebräer 1,9 heißt von Jesus: „Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst“.

Heb 1,9a
Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehaßt

Das ist Jesus. Hallelujah. Nur deswegen können wir Respekt haben vor ihm, weil er Gesetzlosigkeit hasst. Wenn er Gleichgültigkeit hätte in seinem Herzen gegenüber all den schrecklichen Dingen, die um uns herum passieren – welchen Respekt können wir vor ihm haben? Aber weil er Gott ist, und weil er das Gute liebt und das Böse hasst, deswegen können wir Respekt haben vor ihm.

So, du sagst: „Das ist Jesus, ja und?“ Und wir sind seine Nachahmer! Wir werden in sein Bild verwandelt.

2Kor 3,18
Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn.

Wir werden ihm immer ähnlicher. Und das hat nichts mit langen Haaren zu tun und mit Sandalen, sondern das hat etwas mit unserem Herzen zu tun. Unser Herz soll in Übereinstimmung kommen mit ihm. Und des gibt nur einen Weg wie das geschehen kann: Dass wir Gott Raum machen sein Wort auf unser Herz zu schreiben.

Und das ist eine Art des Umgangs mit dem Wort Gottes, den leider wenige kennen. Das ist eine Kunst, die verloren gegangen ist.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (35:00 bis 40:00)

 

So, wo waren wir? Das Heiligtum: Krug mit Manna – überfließende Versorgung. Und das sind in allerletzter Linie materielle Dinge. Zu allererst sind das die geistlichen Dinge: Dein Bedürfnis nach Liebe, dein Bedürfnis nach Wertgefühl. Wir alle haben eine Sehnsucht und wir möchten gerne uns wertvoll fühlen, uns wichtig fühlen. So hat Gott dich gemacht. Und deine Wichtigkeit besteht darin, dass der Gott des Universums sich zu dir herabneigt und sagt: „Dich habe ich gemacht und du bist mein Sohn und du bist mir wichtig“.

Darin besteht deine Würde und dein Wert. Nicht in dem, was du tust, was andere dann sehen sollen und applaudieren und irgendwie quittieren. Sondern dein Wert besteht in: Du bist geliebt, weil Er gesagt hat, du bist wertvoll – „in meinen Augen wertgeachtet“.

Und meine Erfahrung ist, es braucht lange bis unser Herz bereit ist, das zu glauben. Das ist eins der schwersten Dinge zu glauben, dass wir wertvoll sind. Dass wir kostbar sind. Dass Er wirklich bereit war für uns das allerliebste, seinen Sohn, zu opfern, damit wir zu Ihm zurückkommen können.

Da ist so viel Unglaube und so viel „ich bins nicht wert und unwürdig“ und „wer bin ich schon?“ usw. in unserem Herzen. Aber Gott möchte durch Seine Gegenwart das alles herausnehmen und möchte unser Herz gewiss machen und fest machen: Wir sind für Ihn besonders. Hallelujah. Und das brauchst du um zu leben. Das brauchst du! Dass du stark wirst, durch diese Gewissheit: Du bist bejaht, du bist gewollt. Und dieses „Ja“ Gottes wird niemals wieder zurückgenommen. Das macht dich sicher, das gibt dir einen Felsengrund, auf dem du stehst. Hallelujah. Das brauchen wir.

Wir sollen wirklich aus erster Hand, nicht von einer Predigt über die Liebe Gottes, sondern aus einer Begegnung, aus einer Erfahrung – und nicht einer, sondern immer wieder – sollen wir leben.

Dazu ist der Heilige Geist gekommen, er will uns in alle Wahrheit führen.

Joh 16,13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten

Das sind nicht nur theologische Wahrheiten, sondern das ist erstmal das ganz Grundlegende: Gott ist wirklich dein Vater. Und Er meint es gut mit dir. Und wie Jesus gesagt hat: Niemand wird euch aus meiner Hand reißen.

Joh 10,28
und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.

Wir sind sicher. Wir sind geborgen. Wir brauchen diese Geborgenheit. Und ihr Lieben, wenn wir schauen, was das Wort Gottes sagt und was uns die Medien ankündigen, was in den nächsten wenigen 10, 20 Jahren auf uns zukommt – wenn wir etwas brauchen, dann ist das Geborgenheit und Sicherheit und Kühnheit und Festigkeit in Gott. Wo wir nicht eingeschüchtert werden von gewichtigen Herren, die da auftreten und die unseren Glauben zerpflücken wollen und die dummes Zeug erzählen im Namen der Theologie.

Sondern wo wir wissen: „Red nur weiter, Professor, dein ganzes Reden beweist, du kennst Ihn nicht, aber ich kenne Ihn und Er ist in mir, und Er hat heute morgen noch mich begrüßt und gesagt, ich bin so wertvoll und ich bin so wichtig und ich bin kostbar. Quatsch nur weiter, deine Theorie interessiert mich überhaupt nicht, ficht mich gar nicht an, irritiert mich überhaupt gar nicht“.

Wir brauchen eine Sicherheit im Herrn, dass alle Welt aufstehen könnte und sagen könnte: Wir haben herausgefunden und wissenschaftlich bewiesen, Gott gibt es nicht. Und du sagst: „Ihr Narren“. Du wirst nicht verunsichert, du wirst nicht irritiert. Wir brauchen Kühnheit, Festigkeit, um gegen den Geist der Welt der stehen. Und das kommt nicht aus guten Vorsätzen, das kommt aus Begegnung mit dem Herrn. Er wird unsere Kraft.

Dan 11,32b
die Leute aber, die ihren Gott kennen, werden sich stark erweisen.

Die ihren Gott kennen, werden sich stark erweisen. Stärke kommt aus „Gott kennen“. Und kennenlernen tun wir Ihn nur wenn wir mit Ihm Gemeinschaft haben.

So, der Krug mit Manna – ich bin immer noch nicht weiter – der Krug mit Manna – diese Versorgung, dieser Fluss der Liebe Gottes. Dann gibt es die Tafeln des Bundes, die Steintafeln des Gesetzes. Und als drittes gibt es den Stab Aarons, der gegrünt hat.

Heb 9,4
zu diesem gehört der goldene Räucheraltar und die Bundeslade, überall mit Gold überzogen, und in dieser war der goldene Krug mit dem Manna und der Stab Aarons, der gesproßt hatte, und die Tafeln des Bundes

Diese drei Dinge waren im Zentrum des Heiligtums, da wo die Gegenwart Gottes war, da war diese Bundeslade, eine Kiste aus Akazienholz mit Gold überzogen und den Cherubim da drüber. Und da drinne waren diese drei Schätze. Und diese drei Schätze sind heute immer noch da. Und alle drei musst du suchen und finden. Und ob du sie suchst und findest, davon hängt ab, was für eine Art von christlichem Leben du führst.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (30:00 bis 35:00)

 

 

Das hat mich so getroffen. Und dann floss der Heilige Geist in diesem Konzert, und während ich dort saß – zugekifft bis oben hin – hatte ich eine Offenbarung: Jesus Christus lebt, er ist Gott. Er ist real, den gibt es wirklich. Und das hat mich so tief getroffen, dass ich noch ein, zwei Stunden nach dem Konzert unfähig war zu sprechen. Ich saß auf der Straße am Bordstein. Meine Kumpels sagen: „Was ist los mit dir?“ Ich konnte nicht sprechen, ich war so überwältigt von dieser Realität, es gibt Gott, den gibts wirklich! Jesus lebt! Das ist nicht eine Person der Geschichte vor 2000 Jahren – den gibts wirklich, der lebt, der letzt jetzt. Ich war nicht bekehrt, ich war nicht gläubig, aber ich wusste eins: Jesus ist eine reale Person, auch wenn ich den nicht sehe – ich weiß es! Ich weiß, dass ich weiß.

Ströme lebendigen Wassers fließen von Gläubigen zu Ungläubigen, und die machen Begegnungen und Erfahrungen mit Gott. Und etwas kommt in ihr Leben, dass ihr ganzes Leben total auf den Kopf stellt – oder sagen wir mal besser: „wieder auf die Beine“.

Ströme lebendigen Wassers sollen von uns fließen. Das ist der Heilige Geist! Aber bevor es von uns fließt, müssen wir es empfangen. Jesus sagt in Johannes 4 zu der Frau, dass man trinken soll. Und wenn man trinkt, dann wird das, was man trinkt – und Johannes 7 sagt, es ist der Heilige Geist – wird eine Quelle in uns.

Joh 4,14
das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden

Joh 7,38-39
Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies aber sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.

Zuerst nehmen wir es auf, und dann bleibt es in uns und es wird eine Quelle in uns. Und dann aus dieser Quelle heraus fließt es wieder zu anderen. Und das nennt man „Dienst“. Reichlich trinken bringt reichlich Dienst. Verstehst wie ich das meine? Jesus sagt: Wen dürstet, der komme zu mir und trinke.

Und etwas, was besonders deutsche Christen lernen müssen – und das wäre ein gutes Gebet: Herr, lehre mich zu trinken. Lehre mich. Wie kann ich denn empfangen, wie kann dieses Wasser des Lebens, diesen Fluss des Heiligen Geistes – wie kann ich das empfangen? – Du tränkst uns mit deinem Strom der Wonne.

Ps 36,9b
mit dem Strom deiner Wonnen tränkst du sie

„Ich gebe meinem Volk zu trinken“, heißt es in Jesaja.

Gott gibt Wasser des Lebens. Da ist Ermutigung, Erfrischung, Belebung, Stärkung, Kräftigung – all das kommt durch die Gegenwart Gottes. Und zwar nicht ein Mal, und nicht vor 20 Jahren oder irgendwann da bei Toronto oder was – hej, das soll eine Realität sein in deinem Leben immer und immer wieder. Und das ist so wichtig, dass wir uns das als Ziel setzen: Ich will alleine zu Hause Gott begegnen!

Mir macht ein bisschen Sorge wenn ich diese vielen begeisterten jungen Leute sehe, die gehen da zur Holy Spirit Night und was weiß ich für Events. Und da kommen die zu Tausenden. Aber ich frage mich, wie viele von denen alleine am nächsten morgen oder eine Woche später morgens kennen diese belebende, erfrischende Gegenwart Gottes? Wie viele leben ein solches Leben, einen solchen Lebensstil, dass Gott auch zu ihnen alleine kommen kann – ohne gewaltige Worship-Band und ohne die ganze Aufregung von tausenden von anderen? Da weißt du, was wirklich Substanz ist. Man kann schnell von begeisterten tausenden von Leuten auch begeistert sein, aber nicht alles an Begeisterung ist „Holy Spirit“. Auch wenn es „Holy Spirit Night“ heißt. Aber wo du alleine zu Hause auf der Grundlage des Wortes dich durchkämpfst durch den Wust deines Fleisches, den Widerstand, und da Gott suchst und findest – das hat Substanz und das macht dich stark.

Ich hab nichts gegen Events. Aber wenn Menschen davon leben und können zu Hause nicht beten und die Gegenwart Gottes dort nicht erleben, dann stimmt etwas nicht. Dann brauchen sie immer ein Event um irgendwie gut drauf zu sein. Aber wir brauchen keine Events. Wir brauchen Begegnungen mit dem Herrn alleine. Jeden Tag. Und dazu ruft Er uns.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (25:00 bis 30:00)

 

Im Hebräer-Brief Kapitel 9,4 wird das Heiligtum näher erklärt so wie es damals gewesen ist, also im alten Bund. Und dann heißt es dort, in der Gegenwart Gottes, im Heiligtum sind drei Dinge. Drei Dinge sind dort gewesen damals im Allerheiligsten. Und ich bin davon überzeugt, diese drei Dinge sind auch heute noch da. Sie sind ein Bild für wunderbare, wichtige, absolut lebensnotwendige geistliche Wahrheiten.

Da war der Krug, der goldene Krug mit Manna. Das erinnerte an die Wüstenzeit, wo sie durch die Wüste gingen und wo sie übernatürlich versorgt wurden von Gott jeden Tag. Und diese Versorgung hat nicht aufgehört. Die Bibel sagt, dass ein Strom der Güte, der Wonne, der Liebe, der Freundlichkeit, der Ermutigung, der Erfrischung und Belebung ausgeht von Gott. Und Er möchte Sein Volk tränken.

Ps 36,9b-10a
Mit dem Strom deiner Wonne tränkst du sie. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens.

Aber viele glauben das nicht, viele kommen nicht dahin und viele geben sich nicht und warten auf dieses Wasser. Jesus sagt, an ihn zu glauben heißt Wasser des Lebens zu trinken. Das ist eine grundlegende Definition im Neuen Testament, was es heißt an Jesus zu glauben. Zu ihm zu kommen! „Wen da dürstet, der komme und der trinke von dem Wasser des Lebens“.

Off 22,17b
Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.

Und wieder diese gleiche so heilsame Wahrheit. Die wir besonders wenn wir im vollzeitlichen Dienst sind, die wir in Gefahr sind so schnell zu vergessen: Erst kommt „empfangen von ihm“ und dann kommt der Dienst. Was sagt Jesus? „Kommt, trinkt“ – und dann von dem, was wir getrunken haben, fließt es wieder von uns – Ströme lebendigen Wassers fließen aus unserem Leibe, aus der Mitte unseres Leibes dann hin zu anderen.

Joh 7,37-38
Aber am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

Und wenn wir lernen in dieser Balance zu sein, dass wir empfangen zuerst und dann geben, werden wir immer gesund bleiben, werden wir immer stabil bleiben, wir werden niemals ausbrennen. Egal wie beschäftigt wir sind. Wir werden immer in dieser Balance bleiben, weil wir nicht etwas geben aus uns selbst heraus, sondern weil wir geben, was wir empfangen haben. Hej, die Leute brauchen nicht uns! Unsere nette oder charmante oder sprühende Persönlichkeit oder irgendwas! Das brauchen die nicht. Davon sind die Medien voll von solchen Typen. Die Entertainer und Comedians und was es da alles gibt. Was die brauchen ist mit Gott in Berührung zu kommen. Und das kann nur der Heilige Geist machen, der von dir fließt. Der Heilige Geist kann Menschen berühren, kann Menschen eine Gewissheit geben, „hej, es gibt Gott! Es gibt Gott! Ich habe etwas erlebt, ich weiß, dass es Gott gibt!“ Hallelujah.

Vor über 40 Jahren, ich war in tiefster Finsternis, in Schmutz, in Bosheit, in Rebellion. Und einige meiner Drogenkollegen sind Christen geworden. Wir dachten, Hilfe, das ist ja wohl das Allerletzte. Also wie kann man jetzt Christ werden!? Wir waren auf Buddha und Hinduismus und Yoga und all diesem ganzen Zeug. Wie kann man jetzt Christ werden?! Und die haben Musik gemacht und haben einen Konzert gegeben. Wir haben gedacht, wir gehen hin, wir schauen uns diese Idioten an und machen ein bisschen Spaß über die. Und voll bekifft bin ich auf dieses Konzert gegangen. Und als sie anfingen zu spielen hat er gesagt: „Bevor wir spielen werde ich jetzt beten“. Ich dachte, oh nein, das gibts ja nicht. Sind wir hier in der Kirche oder was?

Ich hatte doch einen heiligen Eid bei meiner Konfirmation geschworen, ich werde nie wieder einen Fuß über die Schwelle einer Kirche setzen und jetzt bin ich hier auf einem Konzert, und der will jetzt hier beten!

Aber weißt du, dann fing der an mit Jesus zu reden. Und das hat mich getroffen als wenn einer einen großen Hammer genommen hätte und hätte damit mir eine drüber gebraten. Ich dachte, das gibts ja gar nicht! Der redet mit Jesus als wenns den wirklich gibt. Der redet mit Jesus als wenn der gerade neben ihm stehen würde. Das gibts ja gar nicht. Ich hab zum ersten Mal in meinem Leben einen Menschen beten hören. Ich habe viele Menschen Gebete sprechen hören, aber hier hat zum ersten Mal – da war ich 21 Jahre – und jemand betet. Und der redet mit Gott als wenn er den kennt und als wenns den gäbe und als wenn der gerade neben ihm wär.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (20:00 bis 25:00)

 

 

David betet:

Ps 63,3
So schaue ich im Heiligtum nach dir, um deine Macht und deine Herrlichkeit zu sehen.

Und wenn du den Anfang siehst von diesem Psalm, dann heißt es: „Als er in der Wüste Juda war.“ In der Wüste! Was für ein Heiligtum gab es in der Wüste? Da war kein Heiligtum. Aber David war ein Vorläufer des neutestamentlichen Gläubigen, und er hat verstanden, die Gegenwart Gottes ist ein Ort im Geist. Es hat nichts mit einem Tempel zu tun, das hat nichts mit einem Gebäude zu tun. Das hat nichts mit einem heiligen Ort zu tun, sondern wo immer man ist, man kann in dieses Heiligtum hineinkommen. Hallelujah.

Gott lädt uns ein, Ihn zu suchen, nach Ihm zu fragen, Ihn zu erleben. Und die Bibel ist voll, und wir sollten das studieren, weil das baut unseren Glauben auf: Was heißt das, die Gegenwart Gottes? Was ist in Seiner Gegenwart Gottes, vor Deinem Angesicht?

Ein anderes Wort für Gegenwart ist Angesicht. Angesicht oder Gegenwart ist das gleiche im Alten Testament. Vor dem Angesicht Gottes ist Freude die Fülle.

Ps 16,11b
vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle.

So, die Bibel redet davon, man kann Gott erleben. Und wir sollen das. Wir sollen Seine Kraft erleben, wir sollen Seine Gegenwart erleben, die uns Gutes tut. Schau mal, was Paulus diesen Philosophen sagt in Apostelgeschichte 17: Es ist die Aufgabe des Menschen – darum hat Gott Menschen gemacht – dass sie Gott suchen, ob sie ihn tastend fühlen und finden möchten, obgleich Er nicht fern ist von einem jeden von uns.

Apg 17,27
dass sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja (der ja wirklich) nicht fern ist von jedem von uns.

Gott suchen – um was? Ihn tastend zu fühlen! Man kann Gott spüren, man kann Gott erleben. Und man soll es auch, das ist der Wille Gottes. Manche verstehen das verkehrt und sagen: „Hej, du läufst ja nur Gefühlen hinterher.“ Nein, wir laufen Gott hinterher. Aber je mehr wir Ihn finden, um so mehr finden wir auch übernatürliche emotionale Erfahrungen: Friede Gottes ist eine Erfahrung, eine übernatürliche Erfahrung. Seine Kraft, Seine Liebe, Seine Wertschätzung, Seine Freundlichkeit, Ihn zu sehen wie Er wirklich ist. Das ist warum David so da hinterher war. Denkt an seinen Ausspruch in Ps 27.

Ps 27,4
Eines habe ich erbeten vom Herrn, und danach trachte ich: Alle Tage im Hause des Herrn zu sein um anzuschauen – jetzt musst du mal Luther vergessen und mal ein bisschen gucken, was da wirklich gesagt wird – anzuschauen die Schönheit des Herrn.

Bei Luther heisst es: die schönen Gottesdienste anzuschauen. Na, die allermeisten Gottesdienste sind noch nicht so schön und noch weit entfernt von dem, was wirklich himmlische Herrlichkeit ist. Nein – Ihn anzuschauen, die Schönheit des Herrn anzuschauen. Nur weil wir als Deutsche besonders irgendwie so eine kleine Macke haben und irgendwie von unserer Theologie geprägt sind, dass also Gefühl nichts mit Glauben zu tun haben dürfte, deswegen kriegen auch die Übersetzer das nicht hin zu sagen, was dort das Wort Gottes sagt. Russische Bibel sagt „Schönheit“, englische Bibel sagt „Schönheit“, spanische Bibel sagt „Schönheit“. Rumänische höchstwahrscheinlich auch – die sagen alle „die Schönheit Gottes.“ Aber in Deutsch – Freundlichkeit ist das höchste, was man kann irgendwie sich vorstellen. Aber es heißt wirklich „Schönheit„. Unser Gott ist ein prachtvoller, herrlicher Gott, dessen Angesicht belebend und ermutigend und stärkend und erfrischend ist. Und Gott will, dass wir Ihn sehen. Viele Menschen sagen: „Ja, nur – wir leben nur im Glauben, später, ja – in der Ewigkeit!“ Das ist nicht, was die Bibel sagt. Und wenn du das noch nie studiert hast, dann bitte ich dich, dass du einmal hauptsächlich durch die Psalmen gehst, aber auch andere Schriftstellen im Alten Testament, wo von emotionalen Erfahrungen in den Gegenwart Gottes die Rede ist. Das sind erstens gute und von Gott gewollte Erfahrungen. Das sind Erfahrungen, von denen Er möchte, dass wir sie machen. Weil sie uns heilen, weil sie uns stärken, weil sie uns gesund machen, weil sie uns normal machen, weil sie uns freisetzen.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (15:00 bis 20:00)

 

 

Ihr Lieben, ohne das Blut Gottes keine Gegenwart Gottes. Ohne das Blut keine Herrlichkeit. Und sogar in christlichen Kreisen wird das verachtet, und man redet von denen, die festhalten an den alten Wahrheiten über das Blut, man redet von: „Die haben eine Schlachthaus-Religion. Und das kann man heute den Menschen nicht mehr vermitteln.“ Das ist mir egal, was man den Menschen vermitteln kann – Gott möchte uns vermitteln: Nur durch sein Blut haben wir Zugang! Und das ist nicht ein theologisches Dogma, das wir irgendwann mal studiert haben und abgehakt haben, sondern das muss eine lebendige Realität sein. Es heißt hier: „Die Herzen besprengt“. „Durch Besprengung der Herzen, los vom bösen Gewissen“.

Womit werden denn die Herzen besprengt? Mit dem Blut Jesu. Denkt an Mose. Er stand vor dem Volk und er nahm einen Büschel Kraut, tunkte das in das Blut und besprengte die Leute damit. Und sagte: Das ist das Blut des Bundes. Und das Blut Jesu ist eine geistliche Realität. Es ist nicht eine historische Tatsache alleine vor 2000 Jahren, es ist eine geistliche Realität heute. Und der Feind versucht alles, dass wir nicht verstehen, welches Geheimnis das ist um die Kraft des Blutes Jesu.

Als um 1900 es diese Ausgießung des Heiligen Geistes gab, und Gott ganz einfach sich offenbart hat in neuer Kraft mit Zeichen und Wundern und die Leute verstanden haben, „hej, wir sollen erfüllt sein vom Heiligen Geist – wir können und wir sollen und wir müssen im Heiligen Geist beten, in Sprachen beten“ – in diesen Anfängen der sogenannten Pfingst-Bewegung war es eine ganz, ganz starke Betonung über die Kraft des Blutes Jesu. Sie haben gepredigt, sie haben gesungen, sie haben gebetet, alles im Zusammenhang mit dem Blut Jesu.

Wo das Blut geehrt wird – in einem persönlichen Leben oder in einer Gemeinde – kommt die Gegenwart Gottes. Ohne das Blut kommt keine Herrlichkeit.

Und deswegen ist es wichtig, dass unsere Herzen voll sind von Glauben. Dass wir singen und predigen über das heilige Blut. Paulus sagt: „Durch das Blut sind wir nahe geworden“.

Eph 2,13
Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, nahe gebracht worden durch das Blut des Christus.

Das einige, was uns privilegiert uns Gott zu nahen ist das Blut Jesu – das uns reinwäscht von aller Sünde, von aller Ungerechtigkeit.

1Joh 1,9
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.

Wir können so rein vor Gott stehen als wenn wir nie gesündigt hätten. Durch die Kraft des Blutes. Und das Blut macht uns frei vom bösen Gewissen, von der Anklage, von der Verdammnis, von der Selbstbezichtigung. Man kann nicht in die Gegenwart Gottes kommen mit Bedrückung, mit schweren Wolken der Verdammnis und der Selbstanklage über sich. Das ist unmöglich. Weil man nicht wirklich nahe kommt, nicht wirklich aufschauen kann, sondern mit sich selber beschäftigt ist. Aber durch das Blut sind wir frei von diesem Zeug, frei von der Verdammnis, frei von diesem „um uns selber drehen“ und „auf uns schauen“ und irgendwie uns untersuchen. Wir haben unsere Sünde bekannt, und wir haben gedankt und wir glauben, und wir erfreuen uns der Wahrheit, wir sind gereinigt, wir sind abgewaschen.

Und Gott wird nicht geehrt mit Verdammnis. Manche Leute denken, sie müssen mit Verdammnis noch ein bisschen bezahlen für ihre Sünde. Nein, das brauchen wir nicht, das Opfer Jesu genügt. Er hat bezahlt – ein für alle mal. Hallelujah. Und da gibt es keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.

Röm 8,1a
So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind

Wir können in Sein Angesicht schauen, wir können aufschauen zu Ihm, wir können näher kommen. Das Wort Gottes redet davon, dass es verschiedene Grade oder Dimensionen der Gegenwart Gottes gibt. Warum würde sonst Jakobus sagen: „Naht euch zu Gott“?

Jak 4,8a
Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch!

Wenn alle neutestamentlichen Gläubigen in der selben Nähe zu Gott sind, was bedeutet dann dieser Vers „Naht euch zu Gott“? Wenn das eine Frage des Status ist – wir sind alle von neuem geboren, wir sind alle nahe bei Gott – was bedeutet dann dieser Vers „Naht euch zu Gott“?

Das bedeutet eben: Man kann Gott näher kommen. Man kann Ihm noch näher kommen. Man kann Ihn suchen, man kann nach Ihm fragen, man kann sich nach Ihm ausstrecken. Und ein wichtiges Hilfsmittel dabei ist die Kraft des Blutes Jesu.

Eph 2,13
(…) nahe gebracht worden durch das Blut des Christus.

So, das Blut Jesu ist was uns den Zugang garantiert, den Zugang gegeben hat zum Heiligtum. Heiligtum ist identisch mit „Gegenwart Gottes“. Da, wo Gott wirklich zu finden ist, wo man Ihn erleben kann. Hallelujah.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (10:00 bis 15:00)

 

Das ist keine Liebesbeziehung. Gott will sich um unsere Nöte kümmern, aber zuerst einmal will Er sich um uns kümmern.

Und das ist Ihm wichtig. So, wir sind eingeladen in die Gegenwart Gottes zu kommen. Das ist eine wunderbare und heilige Angelegenheit. Und wir sehen im Worte Gottes – im Alten Testament – da war durch die Sünde diese Trennung zwischen Gott und Mensch, und Gott hat etwas sich ausgedacht um Menschen den Weg zu zeigen, um Menschen eine lebendige Anschauung zu geben, wie man Ihn erleben kann, wie man in Seine Gegenwart kommen kann. Und da war dieser Tempel, und die Priester haben dort Opfer verrichtet, und da war der Hohepriester. Und einmal im Jahr, am großen Versöhnungstag, durfte der Hohepriester wirklich ins Allerheiligste gehen – in die Gegenwart Gottes, wo sonst niemand hindurfte. Einmal im Jahr durfte er gehen. Alle anderen durften das nicht, nur der Hohepriester. Und er musste einen Haufen komplizierter Sicherheitsvorkehrungen durchlaufen und wie das im Hebräer-Brief heißt: „nicht ohne Blut“.

Heb 9,18
Daher ist auch der erste Bund nicht ohne Blut eingeweiht worden.

Nicht ohne Blut. Und der Hebräer-Brief erklärt, das ist ein Bild, diese ganze Vorrichtung, dieses ganze Ding mit dem Tempel, das ist ein Bild, ist eine lebendige Predigt. Es ist eine Demonstration, dass der Weg zu Gott noch nicht offen war. Und du weißt, was passiert ist, als Jesus gestorben ist am Kreuz: Der Vorhang im Tempel zerriss.

Mt 27,51
Und siehe, der Vorhang im Tempel riß von oben bis unten entzwei, und die Erde erbebte, und die Felsen spalteten sich.

Und was vielleicht für die professionellen Religiösen ein schrecklicher Betriebsunfall war, war ein prophetisches gewolltes Zeichen von Gott – jetzt ist der Zugang offen. Jetzt kann jeder kommen. Nicht einer – einmal im Jahr, sondern alle – jeden Tag. Was für ein Kontrast! Einer – einmal im Jahr — und jetzt: alle – jeden Tag.

Der Weg ist offen. Und so schreibt es dann auch der Hebräer-Brief. Lasst uns das einmal lesen, Hebräer, Kapitel 10.

Heb 10,19
Da wir nun, ihr Brüder, kraft des Blutes Jesu Freimütigkeit haben zum Eingang in das Heiligtum …

Da ist ein Heiligtum – das ist die Gegenwart Gottes. Und durch das Blut Jesu haben wir jetzt Kühnheit, Freimütigkeit zum Eingang in das Heiligtum

Heb 10, 20-21
den er uns eingeweiht hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang hindurch, das heißt, durch sein Fleisch, und weil wir einen großen Priester über das Haus Gottes haben …

Weil das jetzt so ist! Weil alles getan ist, weil Jesus diesen Weg geöffnet hat, deswegen sollen wir das jetzt nutzen …

Heb 10,22-23
so laßt uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völliger Gewißheit des Glaubens (voller Glaubenszuversicht), durch Besprengung der Herzen los vom bösen Gewissen und am Leib gewaschen mit reinem Wasser. Laßt uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken — denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat.

Das ist eine Schriftstelle für Menschen im neuen Bund, die verstanden haben, das größte Privileg, das ein Mensch haben kann, ist in die unmittelbare Gegenwart Gottes zu kommen und das zu überleben und sogar zu genießen. Das ist das allergrößte Privileg. Dass wir als Menschen mit unseren Unvollkommenheiten und Schwachheiten das Privileg haben in die unmittelbare Gegenwart Gottes zu kommen.

Und offensichtlich, der ganze Hebräer-Brief zeigt, das war da eine gewisse Trägheit und Routine und eine Gleichgültigkeit in Bezug auf dieses Privileg, und darum muss er das noch einmal erklären, was der Unterschied ist zwischen dem alten und dem neuen Bund. Und sagen: „Weil doch dieser Zugang jetzt da ist, weil der Vorhang geöffnet, weil das Heiligtum uns jetzt offensetzt, jetzt lasst uns doch hineingehen, jetzt macht doch Gebrauch von diesem Privileg und kommt in die Gegenwart Gottes“.

Und hinein kommen wir durch das Blut Jesu. Nicht im Vertrauen auf unsere guten Werke. Und auch nicht mit schamvollem Denken an unsere Untaten und an die unguten Werke. Wir bleiben nicht ferne. Sondern unser Vertrauen setzen wir auf das Blut Jesu. Das Blut Jesu gibt uns Zugang. Und es ist so wichtig, dass wir Glauben bekommen durch das Wort Gottes an die Wirkung des Blutes Jesu. Wir leben in einer Zeit, wo man immer mehr sich anpassen möchte und immer mehr irgendwie Menschen gefallen möchte, und viele, viele Leute und viele Gläubige, viele Gemeinden lassen das Blut weg.

Ihr Lieben, ohne das Blut Gottes keine Gegenwart Gottes. Ohne das Blut keine Herrlichkeit.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (5:00 bis 10:00)

 

 

Hl 7,11
Ich gehöre meinem Geliebten, und sein Verlangen ist nach mir!

Das klingt fast wie so Angeberei oder so, ja? „Sein Verlangen ist nach mir“! Dann kommst du und sagst, ja, und wo bleibe ich? Du kannst dasselbe haben! Jeder kann diese Beziehung zum Herrn haben, weil Er ein unendlicher Gott ist, und Er ist fähig sich jedem einzelnen völlig ungeteilt zuzuwenden als wenn es nur Ihn und dich gäbe. Das liegt einfach in Seiner Natur, Er ist ein unendlicher Gott. Ja?

Und Er kann sich dir zuwenden, und Er schaut auf dich, und du bist Ihm wichtig. Und Sein Herz geht aus zu dir, und Er erfreut sich über dich – vielleicht nicht über alles, was du tust. Zumindest bei mir ist das so. Aber er freut sich über uns. Und Er genießt es, dass wir mit Ihm sind. Und Er möchte Worte der Liebe hören. Er möchte Worte hören, dass wir Ihn schätzen, dass wir Ihn begehren, dass wir anerkennen, wer Er ist in unserem Leben. „Sein Verlangen ist nach mir“!

Er hat Verlangen nach dir. Für Ihn ist das wichtig. Und wenn unser Herz so voll ist von Ablehnung, Selbstablehnung, Minderwertigkeit und all diesen schrecklichen Dingen, dann können wir das gar nicht glauben. Aber Gott gibt Sein Wort. „Er sandte Sein Wort und heilte sie“.

Ps 107,20a Er sandte sein Wort und heilte sie.

Und das Wort Gottes ist mächtig, dein Herz von diesen Krankheiten wie Minderwertigkeit und Tiefstapelei – wer bin ich denn schon, dass Gott sich für mich interessieren könnte? – das Wort ist mächtig, dich von diesen Seuchen zu befreien. Das Wort ist mächtig dein Herz glaubensfähig zu machen. Es muss nur das Wort hineinkommen und bleiben in deinem Herz. Das Wort ist stärker. Glaube kommt aus dem Hören des Wortes.

Röm 10,17 (SLT)
Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung (aus dem Gehörten), die Verkündigung aber durch Gottes Wort.

Und wenn der Glaube kommt, muss der Unglaube weichen. Wenn der Glaube kommt an die Liebe Gottes, an dass du wertvoll bist, dass du kostbar bist, dann muss die Minderwertigkeit und die Ablehnung, die müssen weichen, die können das nicht ertragen. Es kann nicht beides gleichzeitig in deinem Herzen wohnen.

So, Gott möchte, dass wir festhalten an dieser Wahrheit: Wir sind Ihm wichtig. Wir sind Ihm wichtig. Wir sind keine Nummern, wir sind nicht irgendwie Angestellte in einem riesigen Konzern und müssen da irgendeine Planstelle besetzen und irgendwelche sinnlosen Tätigkeiten machen, sondern wir sind Ihm wichtig.

Ein besonders markantes und deutliches Zeichen ist dein Daumen. Da hast du eine Signatur vom Vater, da hast du ein Muster, was es nicht noch einmal auf der Welt gibt. Du kannst alle 7 Milliarden Menschen abklappern, du wirst niemanden finden, der den selben Fingerabdruck hat wie du. Du bist ein einzigartiges Individuum. Und das hat Gott nicht gemacht in erster Linie fürs Bundeskriminalamt, um die Bösen zu identifizieren. Sondern um dir einen sichtbaren Beweis zu geben – du bist „special“, handmade. Du bist nicht irgendwie so von der Stange, so 08/15 irgendwie, ja? Und von dir gibt es gleich Zehntausende oder so. Du bist absolut einzigartig. Ein Geschöpf des Vaters, aus Seinem Herzen der Liebe. Und Er möchte mit dir sein, und Er möchte sich zeigen und sich offenbaren.

So, merkt euch diese Schriftstelle – Hohelied 7.

Hl 7,11
Ich gehöre meinem Geliebten, und sein Verlangen ist nach mir!

Stell dir einen Gott vor, der wirklich Verlangen hat. Und mach diese Gefühle – „ach, was soll Er an mir schon finden? Wer bin ich schon?“ – mach das zu deinem Feind! Toleriere das nicht länger in dir! Sag: „Diese Stimmung, diese Denkweise, dieses Gefühl über mich selber mache ich zu meinem Feind. Ich toleriere das nicht mehr! Das muss raus aus meinem Leben.“

Und das machtvolle Wort Gottes wird Sein Werk tun und wird dich erfüllen mit dieser Gewissheit, dass du wirklich geliebt und kostbar bist. Hallelujah.

So, lasst uns einige Dinge anschauen um die es in dieser persönlichen Gemeinschaft mit Gott geht. Zu allererst natürlich das Allerwichtigste – haben es ja auch vorhin schon erwähnt: Das Ziel deiner hoffentlich täglichen möglichst morgendlichen Zeit mit dem Herrn ist in die Gegenwart Gottes zu kommen. Das ist das Ziel, darum geht es. Es geht nicht darum, Gott deine Nöte zu nennen – natürlich dürfen wir das auch, ja? Aber viele Leute behandeln Gott wie einen Angestellten: „Kümmer dich um dies, und hier ist noch eine Rechnung, die muss bezahlt werden und schaff‘ mir das vom Hals und kümmer dich um das und mach das. Hast du alles verstanden? Okay? Amen und tschüss“.

Das ist keine Liebesbeziehung.

Hartwig Henkel – „Gebet“ Teil 1 (0:00 bis 5:00)

 

Okay, gut, also dann guten Morgen, auch von meiner Seite. Herzlich Willkommen zu diesem kleinen Seminar. Ich weiß gar nicht, habt ihr das Thema angekündigt, Lothar? Habt ihr was gesagt?

Also, es soll ein kleines Seminar sein heute über das Thema Gebet. Und aus diesem Riesenthema Gebet nehme ich den ersten und eigentlich allerwichtigsten Abschnitt, und das ist: Gebet um unsere persönliche Beziehung zum Herrn zu pflegen, zu entwickeln und zu vertiefen und wie wir Raum machen können in unserem Leben für Gott zu wirken in uns, uns zu verändern und wie wir dort einfach Ihm begegnen können.

Und das will ich versuchen sehr sehr praktisch zu machen. Und ich orientiere mich an drei großen „W’s“:

1) Warum?
2) Wie?
3) Was?

Warum sollen wir überhaupt beten? Wofür ist das gut? Was können wir da erwarten? Und dann: Wie? Und was sollen wir beten?

Ich glaube, eines der großen Probleme in unsere Gegenwart oder in unserer Gemeinschaft mit einem unsichtbaren und oftmals auch unfühlbaren Gott ist, wir wissen gar nicht, was sollen wir mit einem Gott machen? Da haben wir uns jetzt vorgenommen, jetzt ziehen wir durch, wir überwinden jetzt unser Fleisch, wir werden jetzt beten, jeden Tag eine Stunde. Und dann sitzen wir da, und nach fünf Minuten wissen wir nicht mehr, was wir machen sollen. Was macht man mit einem unsichtbaren Gott, der dann auch irgendwie zu weiten Teilen auch gar nicht fühlbar ist? Okay – und das will ich behandeln in diesem Seminar.

Also jetzt im ersten Teil bis zur Mittagspause: Ja, warum? Warum ruft Gott uns zum Gebet? Warum sollen wir mit Ihm überhaupt Zeit verbringen?

Weil Er ein liebender Gott ist, und weil Er es schätzt und weil es Ihm etwas bedeutet mit Dir zusammen zu sein. Er sehnt sich nach Gemeinschaft mit dir. Er hat ein Verlangen mit Dir zu sein. Gebet ist nicht ein Mittel wie wir irgendwie – oder nicht in erster Linie ein Mittel – wie wir irgendwie in eine Lage kommen, wo wir gebraucht werden vom Herrn, damit wir dann irgendwie einen mächtigen Dienst haben oder so etwas.

Welchen Dienst hatte Adam gehabt? Er hatte keinen Dienst gehabt! Er war einfach geschaffen für Gott, Gemeinschaft mit Gott zu haben. Gott kam, hatte mit ihm Gemeinschaft. Er musste nicht evangelisieren. Er musste nicht die Mächte der Finsternis bekämpfen. Er war geschaffen für Gott, für Gemeinschaft mit Ihm.

Und wir müssen alles dransetzen durch Hingabe an das Wort Gottes und Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist, dass unser Herz das glauben kann, dass wir begehrt sind. Dass Er es liebt mit uns zusammen zu sein, dass Er es genießt, dass es Ihm wichtig ist, dass es Ihm etwas bedeutet. Wenn dein Herz das nicht glauben kann, dass es für Gott kostbar ist, dass du dir Zeit reservierst für Ihn – du wirst nicht wachsen im Gebet. Es wird immer auf einem sehr, sehr oberflächlichen Level bleiben, aber Gott möchte, dass wir tiefer gehen, und dass wir wachsen im Gebet und dass wir wachsen in der Gemeinschaft mit Ihm.

Als Jesus die Jünger gerufen hat, da heißt es dort: Er berief sie, dass sie bei ihm sind und dass er sie aussendete zum Predigen.

Mk 3,14
Und er berief zwölf, damit sie bei ihm seien und damit er sie aussende, zu predigen.

Was war zuerst? Der Predigtdienst?! Die Evangelisation!? Die Welt retten?! Nein! Das erste war Gemeinschaft mit Ihm. Und aus der Gemeinschaft kommt der Dient, und wenn wir das umdrehen, dann würden wir, und tun das mit großem Eifer und großer Hingabe über Jahre großen Schaden nehmen an unserer Seele und oft auch an unserem Körper. Erst kommt die Gemeinschaft mit Ihm, das ist wichtiger. Wichtiger als alles andere. „Er rief sie, dass sie bei ihm sind“. Und später dann, dass er sie aussendete zum Predigen. Der Dienst kommt aus der Gemeinschaft. Das ist so wichtig, dass wir das wirklich glauben und dass unser Herz davon erfüllt ist. Es bedeutet Ihm etwas, ich bin Ihm wichtig.

Eine Schriftstelle, die mich sehr inspiriert und die ich immer wieder benutze um mein Herz zu stärken, um mein Herz gewiss zu machen: Hohelied 7,11.

Hl 7,11
Ich gehöre meinem Geliebten, und sein Verlangen ist nach mir!