Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 2 (75:00 bis Ende)

 

Und dann kommt diese Ausrede: „Ja, aber weißt du, das ist ja das Problem: Ich hab keine Disziplin“.

Ja, und jetzt sollen wir dich bedauern oder was? Was ist denn das für eine Ausrede? Vor über zwei Jahren war ich beim Arzt – oh, ist schon drei Jahre her, erst haben wir ja noch ein Jahr gehofft, dass würde irgendwie anders gehen, also, vor drei Jahren war ich beim Arzt wegen Rückenschmerzen. Der hat meinen Rücken untersucht und der hat gesagt, „sie haben die Rückenmuskulator eines Achtzigjährigen“.

Du, das hat mich getroffen. Das tat weh. Also. Ja. Und? Seitdem sitze ich zu Hause: „Der hat gesagt, ich hab die Muskulatur eines Achtzigjährigen, jetzt gehts mir ganz schlecht“? Nein. Der sagt: „Sie tun jetzt was dagegen“. Und seitdem mache ich Übungen. Und es ist besser geworden mit meinem Rücken.

So, wenn du sagst, du hast keine Disziplin, dann leg dir ein paar zu. Das ist so, als wie wenn das die Erklärung wär: „Du hast keine Disziplin“ – naja, dann gilt das alles nicht was ich seit einer Stunde rede, weil du bist ein Sonderfall, du hast keine Displin. Ja, was können wir denn da machen? Vielleicht Handauflegung oder die Gemeinde zur gemeinsamen Fürbitte und Fasten für dich aufrufen oder was sollen wir jetzt machen?

Und meistens, ich frage dann, so, du hast keine Disziplin, hm, okay – hast du eine Arbeit? – Ja, klar! – So, wann musst du auf der Arbeit sein? – Ja, um 8:00 – Okay. Und wieviel Mal in der Woche von 5 Tagen schaffst du es um 8:00 da zu sein? – Wie, was meinst du? Jeden Tag bin ich um 8:00 da.

Ich sag: Und du erzählst mir, du hast keine Disziplin? Du hast wunderbare Disziplin, die funktioniert total.

Ja, aber weißt du, das hätte ja auch Konsequenzen wenn ich da nicht pünktlich um 8:00 wäre.

Aha! Da ist dein Problem. Du glaubst nicht, dass es Konsequenzen hat wenn du im Gebetsleben dich gehen lässt. Das ist genau dein Problem. Dein Problem ist nicht Disziplinlosigkeit, dein Problem ist Glaubenslosigkeit. Dein Problem ist Rebellion gegen Wahrheiten, die wir schon gesehen haben: Wenn du auf das Fleisch säst, wirst du vom Fleisch Verderben ernten.

Gal 6,8
Denn wer auf sein Fleisch sät, wird vom Fleisch Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, wird vom Geist ewiges Leben ernten.

Du glaubst das nicht. Das ist nur ein Satz für Prediger um Leute einzuschüchtern oder was? Du glaubst das nicht wirklich, das ist dein Problem. So, dein Problem ist nicht Disziplinlosigkeit, dein Problem ist: „Lass die Bibel sagen was sie will, ist mir egal, bei mir ist das alles anders“ – das ist dein Problem, ein Haltungsproblem. Ein Problem der mangelnden Aufrichtigkeit gegenüber Gottes Wahrheit, das ist dein Problem.

So, jetzt sind wir am Kern der Sache – nicht Disziplinlosigkeit ist dein Problem. Dein Problem ist eine verkehrte Haltung gegenüber der Wahrheit. Und da sind wir wieder beim Grundverständis Jüngerschaft: Jüngerschaft ist, ich hab mich hingegeben, ich habe verstanden, ich werde jetzt der Wahrheit gehorchen. Das ist Jüngerschaft. Das ist wahres Christsein.

Und wenn wir reisen, wir finden so viele Menschen in den Gemeinden, die spielen fromm mit, aber sie haben niemals entschieden, ich will jetzt lernen, der Wahrheit zu gehorchen. Deswegen haben die auch kein schlechtes Gewissen wenn sie ihren Zehnten nicht zahlen, deswegen haben die kein schlechtes Gewissen wenn sie beim Gemeindeputzeinsatz fehlen. Weil sie haben immer irgendwelche Erklärungen, sie lügen sich immer was in die Tasche: „Das ist gut für die anderen, aber bei mir – ich hab jetzt zu viel zu tun, und ich kann jetzt nicht“ usw.

Hingabe an die Wahrheit ist der Anfang von einem wirklichen Leben in der Nachfolge. Alles andere ist Spielerei. Nochmal zum Mitschreiben: Hingabe an die Wahrheit ist der Anfang von unserem wahren Leben als Christ. Damit beginnt es. Wir geben uns der Wahrheit hin. Wir erkennen an, Jesus ist das Wort, das Wort ist die Wahrheit, das ist das, was ich hier lese und ich bin dazu da, mich dem Wort unterzuordnen und dem Wort zu erlauben mich jetzt zu leiten.

Damit beginnt es, und das kann niemand dir aufzwingen, nur du selber kannst es entscheiden. Nur – wenn du dich nicht entscheidest, und wir schreiten fort in geistlicher Klarheit, dann wirst du es immer deutlicher aus deiner Umgebung zu hören kriegen: „Du machst dir nur was vor, du bist nur ein frommer Mitläufer“.

Wie Paulus sagt zu Titus: Da sind Menschen, die geben vor, Gott zu kennen, aber mit ihren Werken verleugnen sie ihn.

Tit 1,16a
Sie geben vor, Gott zu kennen, aber in den Werken verleugnen sie ihn.

So, er sagt: Die Werke zeigen, sie kennen Gott überhaupt nicht. Sie wollen ihn auch nicht respektieren. Sie wollen ihre eigene Sache machen. Egal, was die reden. Egal, was die für schöne Lieder singen. Ihre Werke zeigen, sie wollen nicht wirklich sich Jesus hingeben und Jesu unterordnen.

Und je mehr wir dem Ende entgegen gehen, je mehr der Heilige Geist jetzt einfach Klarheit bringt und den Schleier wegnimmt, und das wahre, ursprüngliche, neutestamentlich-apostolische Evangelium wiederherstellt, um so mehr wird der Unterschied zwischen den Mitläufern und denen, die wirklich hingegeben sind, der wird immer deutlicher werden.

So, unser Zustand wird sowieso vor allen offenbar. Also, wenn wir keine Chance haben uns zu verstecken, dann lieber jetzt starten wir durch und sagen: Wir akzeptieren, was das Wort sagt. Jesus nachzufolgen heißt sich der Wahrheit hinzugeben, der Wahrheit zu unterordnen, der Wahrheit zu gehorchen. Ob das im Gebet ist oder in irgendwelchen anderen praktischen Dingen, die das Wort Gottes uns gebietet.

Amen.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 2 (70:00 bis 75:00)

 

Das ist ein Bild für unsere Verantwortung als Priester vor dem Herrn, in Gemeinschaft zu bleiben mit Ihm und nicht dem Fleisch Raum zu geben und dafür zu sorgen, durch Anbetung, durch Dankbarkeit, durch Erklären wer Er ist und wie Er ist und was Er getan hat und was Er tun wird einfach dieses Feuer der Leidenschaft am brennen zu halten.

Gott hat es angezündet, du musst es erhalten. Es ist ein übernatürliches Feuer, und trotzdem braucht es irdische, menschliche Hilfe, damit es jetzt weiter brennt. Gott zündet das Feuer an auf dem Altar, aber dann müssen Menschen Dinge tun um dieses Feuer am Leben zu halten. Das ist meine Verantwortung, das ist deine Verantwortung. So funktioniert Leben im Geist.

Da steht nicht: „Jeden Morgen (die Tage, wo du keine Lust hast, die zählen wir mal nicht mit) …“ – das steht da nicht – „jeden Morgen“.

Da wird der Priester gar nicht gefragt, ja, aber wenn der jetzt irgendwie bedrückt oder wenns ihm nicht gut geht emotional, was dann? Das kommt hier gar nicht vor. Jakobus sagt: „Leidet jemand, dann bete er“.

Jak 5,13a
Leidet jemand unter euch? Er bete.

Wir denken heute, leidet jemand, dann darf er durch die halbe Gemeinde telefonieren und irgendwie mit einem kleinen Eimerchen irgendwo ein bisschen Trost und Ermutigung einsammeln wie so ein Heilsarmee-Mensch auf der Straße – mit einem Becher schütteln und ein paar Groschen irgendwie erbitten oder sowas. Hallo?

Wenn jemand leidet, dann soll er beten – „Ja, das ist aber herzlos! Wie, der darf jetzt nicht rumtelefonieren?“ Klar darf der mit seinem Freund oder seinem Seelsorger sprechen und wenn der im Geist ist, wird er ihm sagen, weißt du was, nachdem wir gleich mit dem Gespräch fertig sind, jetzt gehst du hin und setzt dich und wirst beten“. Das ist, was Gott sagt wenn wir leiden.

Und nachdem er den einen angerufen hat, wird er nicht noch fünf andere anrufen um zu hoffen, die sagen was anderes. Hallo? Das ist der Unterschied.

So, in Situationen, wo wir nicht weiter wissen, Rat zu holen, das ist absolut legitim. Aber wenn wir eine Antwort bekommen, die biblisch ist, dann ist genug. Und dann sagen wir nicht: „Ja, dem Fleisch gefällt das aber nicht, ich versuche noch einen anderen, der war jetzt nicht im Geist, ich versuche einen anderen irgendwie zu hören, der sagt mir vielleicht etwas liebevolleres, der schont mehr mein Fleisch“.

Suche nicht nach Gelegenheiten, dein Fleisch zu schonen! Konfrontiere es. Wenn dein Fleisch sagt: „Ahhh, die Arme sind so schwer“, sag: „Okay, alles klar, ich hebe die Hände hoch“.

„Im Geist singen, da hab ich irgendwie Angst, ich singe schief.“ – okay, tue etwas gegen deine Angst und singe. Besser du singst und singst schief als dass du vor lauter Scham nicht singst. Hauptsache du singst erstmal und dann bringen wir dir bei, noch harmonisch zu singen.

Wir wollen das Fleisch schonen statt zu erkennen, das Fleisch ist unser Feind und der Feind kriegt keine Milde sondern der bekommt das, was es verdient – das Kreuz.

Und niemand kann dich machen, das zu tun, du musst selber aufstehen und sagen: „Ich werde mein Fleisch unterwerfen. Ich stehe auf gegen mein Fleisch und ich tue das, was richtig ist. Und ich habe meine Gebetszeit und die hängt nicht von Gefühlen ab, und die hängt auch nicht von Terminen ab.“ Wieso hängt die nicht von Terminen ab? Wenn ich aber soviel zu tun habe?!

Dann verrate ich dir ein Geheimnis: Es gibt so kleine Maschinen, die kann man für 5 Euro kaufen. Die heißen „Wecker“. Und die haben eine geniale Funktion. Eine Weckfunktion, darum heißen die „Wecker“. Und diese Weckfunktion lässt sich auf beliebige Uhrzeiten einstellen.

So, du kannst eine Stunde eher aufstehen. Niemand kann dich hindern. Wenn du sagst, 6 Uhr – dann 6 Uhr. Dann springt nicht der Zeiger auf 7 und sagt, wir stehen immer um 7 auf. Du bist du, du regierst, du setzt dir Zeiten.

„Ja, aber wenn der Wecker klingelt, ich dreh mich um und schlafe auf der nächsten Seite weiter“ – stell den Wecker auf den Schrank! Sei kreativ.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 2 (65:00 bis 70:00)

 

Lass uns mal zu 3 Mose gehen. Diese Schriftstelle noch und dann kommt schon wieder Kaffeepause. 3 Mose – das heißt hier bei mir: Das Gesetz vom Brandopfer und Speisopfer.

3 Mose 6,1-6
1 Und der HERR redete zu Mose:
2 Befiehl Aaron –

Hör mal – „befiehl“ – nicht „mach doch mal einen Vorschlag, guck doch mal, wie er das so findet …

2 Befiehl Aaron und seinen Söhnen und sage: Dies ist das Gesetz des Brandopfers. Dieses, das Brandopfer, soll auf seiner Feuerstelle sein, auf dem Altar, die ganze Nacht bis zum Morgen; und das Feuer des Altars soll auf ihm in Brand gehalten werden.
3 Und der Priester soll sein leinenes Gewand anziehen und soll seine leinenen Beinkleider anziehen über sein Fleisch; und er soll die Fettasche abheben, zu der das Feuer das Brandopfer auf dem Altar verzehrt hat, und soll sie neben den Altar schütten.
4 Und er soll seine Kleider ausziehen und andere Kleider anlegen und die Fettasche hinaustragen nach draußen vor das Lager an einen reinen Ort.
5 Und das Feuer auf dem Altar soll auf ihm in Brand gehalten werden, es soll nicht erlöschen; und der Priester soll Holz auf ihm anzünden, Morgen für Morgen, und das Brandopfer auf ihm zurichten und die Fettstücke der Heilsopfer auf ihm in Rauch aufgehen lassen.
6 Ein beständiges Feuer soll auf dem Altar in Brand gehalten werden, es soll nicht erlöschen.

Klare Anweisungen hier. Ziemlich kompliziert, ja? Erst die einen Kleider anziehen, dann die Asche da wegnehmen, dann andere Kleider anziehen und dann mit der Asche irgendwohin gehen. Ich meine, Hauptsache die Asche ist weg, nicht wahr? Also, dieses viele umziehen, das ist doch umständlich, das können wir einfacher machen.

Ja, so ist die Logik der Menschen. Das ist, warum Gott sagt: „Die Priester mogeln beim Opfer.“

Mal 1,14
Aber verflucht sei, wer betrügt: Da gibt es in seiner Herde ein männliches Tier, und er gelobt es, schlachtet aber dann für den Herrn ein verdorbenes!

Die mogeln beim Opfer. Was machen die? Statt ein makelloses Lamm zu nehmen, was geboten war um ein Gott wohlgefälliges Opfer zu bringen, haben sie, weil das im Sonderangebot wesentlich billiger war, ein blindes genommen oder ein lahmes oder mit ohne Bein oder irgendwie so was, ja? Also Handelsklasse B oder so, ja? Billiger. Haben sie sich gesagt: „Blindes Lamm hat genau den gleichen Rauch wie sehendes Lamm. Wor können doch sparen, wir müssen doch auch haushalten, nicht wahr? Gott hat uns doch auch den Verstand gegeben, wir müssen doch auch … ja? So, da kaufen wir jetzt auf dem Basar Handelsklasse B, sparen Geld und Rauch ist Rauch, was da oben ankommt, das ist doch das gleiche“.

Und Gott sagt: „Ihr mogelt beim Opfer“. Das ist nicht akzeptabel.

Ja, was hat jetzt dies hier mit Gebet zu tun? Das ist ein Bild für den Priesterdienst. Wir sind Priester – Könige und Priester.

Off 1,6
Ihm, der uns zu Königen gemacht hat und zu Priestern für seinen Gott und Vater: Ihm sei Ehre und Macht für immer und ewig! Amen.

Und wir haben einen Dienst vor Gott, Ihn zu erheben, auf Ihn zu sehen, Ihn anzubeten, Ihn groß zu machen, Ihn zu verherrlichen – und zwar „Morgen für Morgen“. Und wenn wir das tun, bleibt das Feuer erhalten, und wenn wir das nicht tun, geht das Feuer aus. Möchtest du eine neutestamentliche Parallelstelle haben?

Röm 12,11
… im Fleiß/Eifer nicht säumig, brennend im Geist; dem Herrn dienend.

„Ja, wenn es mal so passt, wenn ich mal Lust habe“ – nein, permanent! Seid brennend im Geist!

Und wie kommt das zustande? Durch ein bisschen Disziplin, wo wir sagen, jetzt hab ich wirklich keine Lust – und manchmal fange ich so mein Gebetsleben an, und sage, „heute ist mir wirklich nicht nach Gebet, ist wirklich schwer, aber Du bist Gott und Du verdienst es, und ich ehre Dich, und ich mach Deinen Namen groß, und ich will Dich verherrlichen.“

Und in den allermeisten Fällen, wenn ich das ein paar Minuten durchziehe, dann merke ich den Rückenwind des Geistes, und ich fange an zu segeln. Es gibt auch Tage, wo ich von vorne bis Ende meiner Gebetszeit nur Schwere erlebe und nur Schwierigkeit und nur Widerstand.

Das gibt manchmal solche Tage. Aber wir tun es, weil es richtig ist, nicht, weil es Spaß macht. Und wir hören auch nicht auf, weil es so schwer ist, sondern wir tun, was wir zu tun haben, wir sind Priester des Allerhöchsten. Und Er hat ein Feuer entzündet auf dem Altar unseres Herzens, und wir sind jetzt dafür verantwortlich, dafür zu sorgen, dass dieses Feuer brennt. Und dieses Feuer brennt, indem wir bestimmte Dinge tun: Der muss jeden Morgen Holz holen, Holz anschleppen, Asche wegtun, neues Holz drauftun – das artet ja richtig in Arbeit aus. Und Gott hat nicht gesagt, „ach, ne, äh, weißt du, ich hab mir überlegt, ich bin ein Gott der Gnade, und das ist jetzt anstrengend, also lassen wir das lieber sein“.

Das hat Er eben nicht gesagt, sondern Er mutet dem Priester zu, für Gott zu arbeiten und zwar jeden Tag.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 2 (60:00 bis 65:00)

 

Und damit entfernen wir uns vom Herrn. Er ändert sich nicht durch unsere Sünde, durch unsere verkehrten Entscheidungen, aber unsere Fähigkeit, Seine Nähe zu genießen, nimmt rapide ab. Das ist ein Unterschied und das ist, was viele nicht verstehen.

Es gibt zwei Ebenen im geistlichen Leben als Kinder Gottes. Es gibt die Ebene: Wir sind geliebte Kinder Gottes. Und es gibt eine andere Ebene: Gottes Wohlgefallen ist auf uns. Und das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Zwei völlig verschiedene Dinge.

Alle sind geliebt, da ist nicht einer von uns mehr geliebt als der andere. Aber nicht jeder, der geliebt ist, hat auch das Wohlgefallen Gottes auf sich. Das ist, was die Bibel lehrt. Und heute in dem allgemeinen Gefühlsdusel-Christentum, wo so viel über die Liebe Gottes geredet wird, fehlt diese zweite Ebene. Es geht um „Gott wohlgefällig sein“. Und Leute stehen auf und sagen: „Das ist gesetzlich, wir müssen nicht versuchen, Gott wohlgefällig zu sein“. Hallo, dann hat Paulus sich total geirrt in 1 Thess 4,1 – „Wandel und Gott gefallen“.

1 Thess 4,1
Weiter nun, ihr Brüder, bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesus, daß ihr in dem noch mehr zunehmt, was ihr von uns empfangen habt, nämlich wie ihr wandeln und Gott gefallen sollt.

Joh 8,29
Jesus: Und der, welcher mich gesandt hat, ist mit mir; der Vater läßt mich nicht allein, denn ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt.

Und wir sollen die Gesinnung Jesu haben, also sollen wir diese Gesinnung haben, also danach trachten, was ist dem Herrn wohlgefällig. Der ganze Grund, warum wir – Römer 12,2 – unsere Gedanken ändern sollen, unser Denken erneuern sollen – damit wir überhaupt prüfen können, was dem Herrn wohlgefällig ist.

1Petr 4,1
Da nun Christus für uns im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat mit der Sünde abgeschlossen

Röm 12,2
Und paßt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern laßt euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.

So, es geht sehr wohl darum, Ihm wohlgefällig zu leben, es geht sehr wohl darum. Und die Gnadenbotschaft heutzutage, die lässt die Leute in dem Zustand, in dem sie sind. Ein Freund von mir, der auch im Dienst ist, war in einer Gemeinde. Und da ist ein junger Christ – oder so jung war er vielleicht gar nicht mehr – und er fragt ihn, weil offensichtlich war dieses Parfüm irgendwie zu stark auf ihm: „Und wann wirst du aufhören zu rauchen?“

Berechtigte Frage für jemanden, der sagt, ich bin schon jahrelang in der Nachfolge. „Wann wirst du aufhören zu rauchen?“ Und da sagt er, „Wieso? Jesus liebt mich auch so.“

Das ist falsche Gnade. Hier hat jemand die Gnade Gottes überhaupt nicht verstanden. Ja, Jesus nimmt ihn an so wie er ist, aber er lässt ihn nicht so wie er ist. Und ein Christ, der jahrelang später immer noch am rauchen ist, hat ein paar wichtige Lektionen verpasst. Das sollte ein Übung sein für die ersten paar Wochen. Hallo? Für die ersten paar Wochen.

Weil wenn jemand von der Straße kommt und das ist ein Heroin Abhängiger, und der geht in die Drogen-Reha – Tag 1 in der Reha fängt ohne Nikotin an. Das ist nicht das Ziel nach zwei Jahren Reha hat er vielleicht mit dem Rauchen aufgehört. Sondern die Reha fängt an mit „fertig mit Rauchen“.

Und er muss ja sagen zu ein bisschen Entzugserscheinungen, und da geht er durch und dann ist fertig. Der Körper hats akzeptiert, gibt keinen Nikotin-Nachschub mehr, und dann hört der Körper auf zu rebellieren. Wenn er merkt, man gibt nicht mehr nach, dann hört er auf.

So, dem Fleisch entgegen zu gehen ist ein bisschen wie Drogenentzug. Es gibt auch diese rebellischen Reaktionen, aber wenn wir konsequent bleiben, merkt das Fleisch, Rebellion bringt uns auch nicht weiter und lässt nach. Und wir können im Geist wandeln.

So, du denkst, das war jetzt aber sehr grundsätzlich. Ist es auch, aber angewandt auf Gebet – wenn wir diese Entscheidung treffen, Gott gebietet, dass ich Ihn suche, Er gebietet, dass ich Ihn anbete, Er gebietet, dass ich mit Ihm Gemeinschaft habe – und Er fragt nicht: „Wie ist dir heute? Möchtest du heute oder möchtest du nicht?“ Sondern Er sagt: „Das ist, was ich von dir möchte.“ Wenn ich das akzeptiere, dann kann ich wachsen.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 2 (55:00 bis 60:00)

 

Gott ist Gott. Und Er ist doch mehr als deutlich wenn Er sagt, wenn wir Ihn betrügen mit dem Zehnten, wir stehlen.

Mal 3,8
Darf ein Mensch Gott berauben, wie ihr mich beraubt? Aber ihr fragt: »Worin haben wir dich beraubt?« In den Zehnten und den Abgaben!

Das ist warum vielen der Lobpreis im Halse stecken bleibt. Weil sie wissen, dass sie eigentlich ihren Gott, den sie lieben sollten, beklauen. Und darum ist das so verhalten und darum so mit anzegozener Handbremse. Und man kann nicht mit freiem Angesicht vor Gott stehen: „Hallelujah, ich hab gemacht, was Gott mir gesagt hat, ist mir nicht leicht gefallen, aber ich habs gemacht, und jetzt weiß ich eins, Er segnet mich jetzt, weil Er hat das versprochen. Wenn ich meinen Teil tue, tut Er Seinen Teil“.

Viele, viele Gläubige haben die Idee, da ist ein armer, fast bankrotter Gott, und der braucht ihr Geld. Es ist genau anders herum! Du bist arm und fast bankrott und du brauchst Sein Geld. Und „Zehnter“ ist die geniale Idee Gottes, es dir leicht zu machen wie du Ihm glauben kannst. Weil es ist ganz einfach: Gott sagt, tu das und das, und dann kannst du mich prüfen.

Mal 3,10
Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.

So, du tust das und das, ob du dazu Lust hast oder nicht ist nicht wichtig, du tust es einfach – und dann kannst du sagen, „Gott, ich hab gemacht, was du gesagt hast, und Du sagst, jetzt prüfe mich – Herr, hier bin ich, ich bin im reinen, jetzt bist Du dran, ich prüfe Dich jetzt. Tu du jetzt den Himmel auf und segne mich“.

Das ist der Grund auch, warum bei manchen treuen Zehnten-Gebern es trotzdem nicht funktioniert – weil sie es ohne Glauben tun. Weil sie es nicht tun als „Gott, das ist die Gelegenheit, Dir jetzt zu vertrauen, das ist die Gelegenheit, wie Du Dich jetzt als treu erweisen kannst in unseren finanziellen Angelegenheiten“.

Es ist immer dieselbe Geschichte: Lustprinzip oder Wahrheit.

Und wir können nicht wachsen in der Gnade wenn wir nach dem Lustprinzip handeln, wir können nicht wachsen in unserer Beziehung zum Herrn, wir können nicht wachsen in diesem reinen Gewissen, „ich hab wirklich gegeben, was Gott wollte, ich hab Ihm mein Lob gegeben, ich hab Ihm mein Geld gegeben, ich hab Ihm meine Zeit gegeben, ich habe Ihm alles gegeben, was Er von mir wollte, und Er ist mit mir und Er ist für mich und Er segnet mich jetzt“. Wir können das nicht sagen, es bleibt uns im Halse stecken, weil wir wissen, es ist nicht wahr.

Ein gutes Gewissen ist so, so, so wichtig. Und Paulus redet von Menschen, die Schiffbruch erlitten haben im Glauben, weil sie das gute Gewissen von sich gestoßen haben.

1 Tim 1,19
[…] indem du den Glauben und ein gutes Gewissen bewahrst. Dieses haben einige von sich gestoßen und darum im Glauben Schiffbruch erlitten.

So, wenn du die Wahrheit weißt und der Wahrheit Widerstand leistest, du hast kein gutes Gewissen. Du kannst dir erzählen, was du willst, du hast kein gutes Gewissen. Und du machst um Gott einen Bogen, weil du genau weißt, wenn du in Seine Nähe kommst, Er sagt: „Wir haben ein Wort zu reden“. Du machst um Ihn einen Bogen, du willst die Wahrheit nicht wissen. Du gehörst zu denen, die sich verstecken – statt ans Licht zu kommen mit deinen ganzen Sachen.

Und wir sind Kinder des Lichts, und wir sollen als Kinder des Lichts auch wandeln. Wir sind Kinder des Lichts, sagt Paulus – Epheser 5 – und dann sagt er: Und jetzt wandelt als Kinder des Lichts.

Eph 5,8
Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts.

So, das eine ist der Status, was Gott getan hat. Und jetzt kommt, was du tust aufgrund des neuen Status, den du hast: Du bist Kind des Lichts und jetzt wandelst du im Licht.

D.h. du wandelst nach dem, was du erkannt hast in diesem Buch, was richtig ist und was Gott von dir will. Und so behältst du ein gutes Gewissen. Hallelujah.

Und da, wo du daneben warst und dir Dinge erlaubt hast, die nicht in Ordnung waren, es gibt Vergebung, es gibt Reinigung, und es gibt das Blut Jesu, was uns losmacht vom bösen Gewissen.

Hebr 10,22
so laßt uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völliger Gewißheit des Glaubens, durch Besprengung der Herzen los vom bösen Gewissen und am Leib gewaschen mit reinem Wasser.

Haben wir vorhin im ersten Teil gehabt. Und dann sind wir wieder frei, und weiter gehts. Da haben wir Gnade. Jedes Mal, wenn wir mit Gott übereinstimmen, auf Seine Seite treten und unseren Mist „Mist“ erklären, und es nennen wie Er es nennt – jedes Mal haben wir Gnade – jedes Mal, ohne Ende.

1 Joh 1,9
Wenn wir aber unsere Sünden bekennen (homologeó: „das selbe nennen“, übereinstimmen), so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.

Aber wenn wir auf unserer Seite bleiben, und wir rechtfertigen uns, wir sagen, „ja, ich weiß, was die Bibel sagt, aber du kommst mir immer mit der Bibel, und du willst mir nur ein schlechtes Gewissen machen und du willst mir hier wieder eine überbraten“ – und wir versuchen, unsere Unabhängigkeit zu rechtfertigen, und zu verteidigen – wir sind nicht in Harmonie mit Gott. Wir partieren mit der Ungerechtigkeit.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 2 (50:00 bis 55:00)

 

Und Gott möchte, dass wir in Seiner Kraft leben, dass wir in Seinem Fluss bleiben und dass es einfach von Ihm her alles kommt, das Leben.

„Auf den Geist säen und vom Geist göttliches Leben ernten“.

So, das ist die große Frage, die wir entscheiden müssen für unser Gebetsleben und für unser gesamtes christliches Leben: Wollen wir Entscheidungen treffen nach dem, was Spaß macht, wonach wir Empfinden haben, dass es jetzt irgendwie passen könnte – oder wollen wir tun, was richtig ist, was das Wort Gottes sagt, was der Wille Gottes ist?

Und das heißt „täglich sein Kreuz auf sich nehmen“.

In vielen Gemeinden, die ich besuche, habe ich den Eindruck, wenn ich jetzt die Predigt unterbrechen würde oder nicht jetzt, sondern vor 20 Minuten, bevor ich es selber erklärt habe, wenn ich unterbrechen würde und würde sagen: „Bitte erkläre mal, was heißt täglich dein Kreuz auf sich nehmen?“

Viele, viele Gläubige würden ins Stottern und Stammeln kommen und würden nicht erklären können, was es heißt, sein Kreuz auf sich zu nehmen.

Und es ist nun einmal so, was du nicht erklären kannst, hast du nicht verstanden, und was du nicht verstanden hast, höchstwahrscheinlich lebst du auch gar nicht.

So, wir sind kurz davor, die Basics von neutestamentlich-apostolischem Christsein wieder zu entdecken: Jüngerschaft, das Kreuz, Selbstverleugnung. Wir sind kurz davor! Das ist, wo wir stehen.

Wir haben uns ein Christsein erlaubt unter der Flagge von Gnade, was alles andere ist als ein Leben in Gnade – es ist ein Freifahrtsschein für das Fleisch.

Und das betrifft zu allererst Gebet, aber dann wird das in alle anderen Bereiche unseres Lebens auch gehen, in alle anderen Bereiche.

Vorhin fragte mich jemand, wie es uns als Dienst finanziell geht. Und ich muss die Wahrheit sagen, und ich sage, es geht uns wunderbar, der Herr segnet uns über Bitten und Verstehen und wir haben überfließend, wir haben genug, wir haben mehr als wir brauchen, und in 19 Jahren mussten wir nie ein Projekt, nie eine Reise, nie einen Dienst, nie ein Buchprojekt – wir machen ja Literatur auf Russisch und jetzt auch auf Albanisch – wir mussten niemals ein einziges Projekt auch nur zeitlich verschieben, weil kein Geld da war – in 19 Jahren. Weil der Herr treu ist und weil der Herr uns segnet.

Und ich weiß aus Treffen im Pastorenkreis, wo geistliche Leiter zusammen kommen, dass viele was ganz anderes berichten müssen. Und dass sie berichten, dass sie Mangel haben und dass sie ein Problem haben. Und dass es nicht reicht vorne und hinten. Und ich sage: „Weißt du, woran es liegt? Predige Jüngerschaft. Und bring den Menschen bei, in Jüngerschaft zu leben.“ Das ist die Antwort. Nicht ellenlange Geldpredigten, sondern Predigten über „was ist deine Motivation?“, „was heißt Leben als Christ?“, „was heißt ein Leben als Jünger?“

Weil ein Jünger hat alles aufgegeben, nicht wahr?

Lk 14,33
So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er hat.

Du musst allem entsagen. Und eins der Dinge, der du entsagen musst, ist die Verfügung über deine Finanzen. Du sagst: „Wie?“ Ganz genau! Hast mich gut verstanden, ich spreche ja Deutsch. Die Verfügung über deine Finanzen!

Das gehört jetzt alles dem Herrn und in Seiner großen, unendlichen Güte sagt Er, 90% gebe ich dir zurück. Aber es gehört alles dem Herrn und 90% darfst du verwalten und ausgeben wie du möchtest, aber Er ist der Herr über deine Finanzen.

Und wenn da die Herrschaft Jesu nicht real wird und sichtbar wird, vergiss die Idee, dass du ein Jünger bist, vergiss die Idee, dass du ein Leben führen könntest, was Gott wohlgefällig ist, vergiss die Idee, dass du in den Plan Gottes hineinkommst – vergiss es gleich. Es wird nicht funktionieren, du machst dir nur was vor, und 20 Jahre später treffen wir uns wieder und du sagst, ich bin heute noch an demselben Punkt wie vorher, ich bin keinen Zentimeter weiter gekommen.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 2 (45:00 bis 50:00)

 

Und das ist nicht nur im Gebet so, ja? Wird sind jetzt ja bei „Gebet“, aber es ist eine grundsätzliche Lebenseinstellung. Wir können auch nicht in Bezug auf Gebet sagen, „ja, hier werden wir jetzt auf die Wünsche des Geistes, auf die Wünsche der Wahrheit, auf die Wünsche des Wortes eingehen“ – und in anderen Bereichen nicht. Das wird nicht so sein. Entweder – oder. Wir können unser Leben da nicht teilen.

So, es ist einfach so, damit müssen wir uns abfinden und aufhören da rumzumäkeln und versuchen irgendwie drum herum zu kommen – Gott mutet uns zu, im Alltag eine Menge Dinge zu tun, die keine Lust dem Fleisch bringen.

Das ist neutestamentliches Christsein. Und deswegen müssen wir uns verabschieden von der Idee: Ich mache das, wozu ich Lust habe. Und wir müssen das ersetzen mit etwas Neuem: Ich verpflichte mich, ich lerne jetzt immer eifriger, immer hingegebener, immer konsequenter zu tun, was richtig ist, zu tun, was wahr ist, zu tun, was dem Willen Gottes entspricht. Das ist die einzige Alternative zum Lust-Prinzip, sonst hängst du im Lust-Prinzip drin.

Und damit wir so richtig motiviert sind, gibt es richtige Wachmacher im Worte Gottes:

Gal 6
7 Irrt euch nicht: Gott läßt sich Seiner nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten.
8 Denn wer auf sein Fleisch sät, der wird vom Fleisch Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird vom Geist ewiges Leben ernten.

Und ich treffe viele, viele Menschen heute, die verwirrt sind, die eine falsche Gnadenbotschaft angenommen haben, und wenn du ihnen genau das sagst, dann sagen sie: „Das ist gesetzlich“. Hallo. Das ist hier Paulus, der hier schreibt im Heiligen Geist. Und Paulus konnte Gesetzlichkeit überhaupt nicht vertragen und akzeptieren und seine Botschaft ist vollkommen frei von Gesetzlichkeit – es ist eine pure Botschaft der Gnade – aber nicht in einer falschen Weise eine Gnade, die uns ermutigt, das Fleisch zu schonen und das Fleisch zu pflegen.

Wenn wir auf das Fleisch säen – d.h. wenn wir Entscheidungen treffen nach den Wünschen und Vorlieben des Fleisches – dann werden wir vom Fleisch Verderben ernten. Das ist wie ein Feld, auf das man sät und dann wird das zurückkommen, was wir da gesät haben. Das ist so: Saat und Ernte. Wir können nicht eine Sache säen und hoffen eine andere Sache zu ernten, sondern wir ernten genau das, was wir gesät haben.

Und wir ernten vom Fleisch verderben. Und das bedeutet unsere Beziehung zum Herrn leidet Schaden, wir gehen auf Distanz, wir verlieren unseren Hunger, wir verlieren unsere Sehnsucht, wir verlieren unser Verlangen bei Ihm zu sein, Ihn zu erfreuen – diese Gesinnung Jesu: „Ich will tun, was Ihn erfreut“ – diese Gesinnung Jesu wird sterben.

Weil das Fleisch übernimmt. Und das Fleisch will nicht gehorchen, das Fleisch will nicht Gott gefallen, das Fleisch will sich selber gefallen. Das Fleisch will grenzenlos sein, es will nicht von irgendwas reglementiert sein, es will einfach tun, wozu es Lust hat und man soll es gefälligst in Ruhe lassen und dann ist alles gut. Nein, dann ist nicht alles gut, dann ist Chaos! Dann ist Chaos. Wenn wir alle tun, wozu unser Fleisch Lust hat, wir werden Chaos haben – in unseren Beziehungen und in unserem ganzen Leben, es wird nur durcheinander sein.

Aber wenn wir auf den Geist säen, d.h. Entscheidungen treffen nach dem, was geistlich ist, nach dem, was unser Geist will, nach dem, was in Übereinstimmung mit Gott ist, nach dem, was Gott wohlgefällig ist, dann werden wir vom Geist ewiges Leben ernten. Das heißt nicht, wir verdienen uns den Himmel. Ja? Ewiges Leben ist jetzt, es ist das Leben aus Gott. Das Leben aus Gott.

Jesus sagt: „Bleibt in mir“.

Joh 15,4a
Bleibt in mir und ich in euch.

Wenn wir mit ihm nicht verbunden bleiben, dann hört dieses Leben auf zu fließen. Das heißt nicht, dass wir im nächsten Moment verloren gehen, das heißt nicht, dass Gott gegen uns ist, aber wir haben uns getrennt. Wie die Galater durch ihre Gesetzlichkeit: „Ihr seid abgetrennt von Christus“.

Gal 5,4
Ihr seid von Christus abgetrennt, die ihr im Gesetz gerechtfertigt werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen.

Also dieses Leben aus Jesus floss nicht mehr durch sie, sie hatten nur noch sich selber und ihre eigene Kraft.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 2 (40:00 bis 45:00)

 

Und das funktioniert im Alltag überall. Und keiner appeliert an die Menschenrechtskommission und all diese Hilfswerke, die da den Unterdrückten helfen, das finden wir alles ganz normal. Und dann kommen wir in die Gemeinde, und auf einmal funktioniert gar nichts mehr. Die einfachsten Anweisungen – „ne, also, das muss mir der Herr schon selber sagen“.

Er hat es schon gesagt! Er hat schon in Seinem Wort klare Anweisungen gegeben :

  • „Hebt die Hände“,
  • „fastet“,
  • „betet ohne Unterlass“,
  • „sucht den Herrn“,
  • „Sein Lob soll auf deinen Lippen sein allezeit“.

Er hat schon Anweisungen gegeben. Und Leiter wiederholen nur nochmal und erinnern dich daran, was schon geschrieben ist und was du schon unterschrieben hast. Du hast das schon unterschrieben, „ich bin in der Lehre Christi, ich bin ein Nachfolger, ich will jetzt Jesus nachfolgen“.

So, du wirst nur erinnert, an was du schon entschieden hast. Es wird nicht über deinen Kopf bestimmt, es wird nicht dein Wille gebrochen, du wirst nicht irgendwie gezwungen etwas zu tun, was du nicht wolltest. Du hast schon gesagt, „ich gehöre zu Jesus und ich will Jesus nachfolgen“.

So, warum dann diese patzigen, frechen und rebellischen Reaktionen wenn wir zurechtgewiesen werden, wenn wir erinnert werden, das ist was das Wort sagt? Wo kommt das alles her? Und wann wird das vor allen Dingen einmal enden? Hallo? Ist ja die noch viel wichtigere Frage. Wann wird das einmal aufhören?

Es wird dann aufhören wenn ich erkenne, hier sind die Ordnungen Gottes für mein Leben. Und die sind gut für mich und für alle Menschen um mich herum. Und Gott ist Gott, und ich bin nicht Gott. Und Er hat ein Recht, diese Dinge von mir zu verlangen, und ich habe schon entschieden, Er darf Gott sein und Er darf regieren und Er darf von mir diese Dinge verlangen, und alles, worum es jetzt geht, ist zu üben diese Dinge mit Freuden zu tun.

Es ist schon entschieden! Du nennst dich Christ. „Wer den Namen des Herrn anruft, stehe ab von Ungerechtigkeit“.

2 Tim 2,19
Aber der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: „Der Herr kennt die Seinen“; und: „Es lasse ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen des Herrn nennt“.

Mit der Entscheidung Christsein ist schon Byebye zur Ungerechtigkeit, ist schon all-inclusive. Du hast schon unterschrieben. Das volle Paket.

Und wenn dann ein Leiter uns nochmal an das erinnert – „ja, der ist aber hart! Der ist ja richtig gesetzlich, also, der nimmt ja überhaupt keine Rücksicht auf meine Befindlichkeiten“. Meinst du die Befindlichkeiten deines Fleisches? Ja, da soll der keine Rücksicht drauf nehmen! Da soll der richtig draufhalten.

Amen?

Ich meine, lass dir mal ein paar Stories erzählen von Ralf, der ist Ausbilder, wie das da funktioniert. Da sagt man nicht: „Hättest du die Güte vielleicht mal hier dieses Teil so anzufassen und da die Feile und so dann?“ – „Ja, ob ich das mache oder nicht, das ist ja wohl meine Sache“. So einen schickt man gleich nach Hause. Den schickt man gleich nach Hause und sagt: „Du, ein Tag Urlaub, du kannst nochmal überlegen, möchtest du hier oder nicht? Aber wenn du möchtest, dann wollen wir dieses Kinderspiel nicht noch einmal haben. Wir haben für sowas keine Zeit“.

Das funktioniert überall. Bloß nicht in der Gemeinde. Ihr Lieben, wenn wir Partei ergreifen mit unserem Fleisch und versuchen einen Lebensstil zu führen um möglichst das Fleisch zu schonen, haben wir das Evangelium noch nicht verstanden. Wir haben das Evangelium nicht verstanden. Weil das Evangelium ist möglichst entschieden und radikal mit dem Fleisch umzugehen, um das Fleisch zu schwächen. Das ist das Evangelium. Nicht dem Fleisch zu gefallen, nette Dinge zu machen damit das Fleisch sich auch wohlfühlt. Es muss dem Fleisch richtig unangenehm sein.

So, ein Jünger Jesu hat das Kreuz erwählt, hat erwählt, „ich werde keine Rücksicht nehmen“. Das ist eine grundsätzliche Entscheidung und danach, nach dieser grundsätzlichen Entscheidung, „ich werde nicht mehr auf die Wünsche und Vorstellungen und Ideen meines Fleisches eingehen“. Danach, nach dieser grundsätzlichen Entscheidung, wird geübt – Tag für Tag wird geübt.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 2 (35:00 bis 40:00)

 

Das fängt manchmal mit ganz, ganz simplen Dingen an. Das Wort Gottes sagt: „Hebt die Hände hoch“ – „Oh, ne, die sind so schwer, die Arme, der Tag war so schwer, und ich habe so viel gearbeitet, ne, ich hab keine Lust“. Ja, es fragt dich niemand, ob du Lust hast.

Stell dir vor im Krieg, ja? Du wirst vom Feind überwältigt und der steht vor dir mit der Waffe: „Hände hoch!“ – „Ja, im Prinzip hast du recht, aber ich habe jetzt echt keine Lust, meine Arme sind so schwer und ich mag jetzt einfach nicht“. Du hebst du Hände hoch, weil du willst überleben. Weil „Hände hoch“ ist ein Zeichen, du kapitulierst. Und das ist deine einzige Chance, wenn du dich ergibst, vielleicht lassen sie dich am Leben. Und du willst am Leben bleiben, und darum tust du, was du zu tun hast und da wird nicht gefragt, „hast du Lust die Hände zu heben?“

Ist vielleicht ein komisches Beispiel, ja? Aber wieso in Anbetung, wenn es heißt: „Hebt die Hände hoch“ – wieso 3/4 der Leute: „Wieso? Jetzt will doch der Lobpreisleiter mir sagen, was ich zu tun habe, wo gibts denn sowas? Das bestimm ja immer noch ich!“

Ja, das ist genau dein Problem: Du bestimmst immer noch. Du lässt dich nicht von der Wahrheit bestimmen, du lässt dich nicht vom Wort bestimmen. Du tust immer noch wozu du Lust hast. Das ist genau dein Problem.

Oder er sagt: „Komm, lass uns alle im Geist singen“. Die Hälfte singt nicht mit. „Warum soll ich jetzt im Geist singen? Mir ist nicht danach. Nur weil der das will. Ich tu doch nicht, was der will“. Doch, musst du doch tun!

Das Wort Gottes sagt: Gehorcht euren Führern.

Hebr 13,17a
Gehorcht und fügt euch euren Führern!

Schon mal gelesen? Ist das in der Bibel? Ist das auch in deiner Bibel? Musst du Menschen gehorchen als Christ? Wenn du einen Lebensstil führen willst, Gott wohlgefällig zu sein, ja, dann musst du Menschen gehorchen. Viele Male.

Und komischerweise im Alltag funktioniert das. Im Alltag gehorchst du andauernd Menschen – deinem Chef und allen möglichen Menschen in allen möglichen Situationen. Da geht das. Und in der Gemeinde, wir sagen: „Leute, das ist jetzt angesagt“ – „Wieso? Das sehe ich aber nicht so. Da müssen wir mal drüber reden“.

Hallo, wann hört das endlich einmal auf? Wann benehmen wir uns als Menschen, die sagen: Gott ist Gott, Gott hat eine Ordnung gegeben, und die ist gerecht und die ist gut und die ist das Beste für mich und ich tue jetzt, was das Wort sagt – anstatt immer zu hinterfragen, „wer ist der, der mir jetzt sagen kann, was ich hier zu tun habe?“ Das ist in diesem Moment dein Leiter, und der verlangt nichts irrsinniges von dir, irgendwie auf zwei Händen hier ums Gebäude zu laufen, sondern er verlangt einfach von dir, was das Wort Gottes von dir verlangt. Und er hat ein Recht dazu. Er hat ein Recht dazu. Und sich dem zu verweigern, heißt: Ich verweigere mich Gott. Hallo. So siehts aus.

Die Gemeinde ist nicht nur Familie. Gemeinde ist auch Armee.

Und da gibt es Anweisungen, da gibt es Order, und das sind keine Vorschläge, die du mal abwägen kannst, ob du dazu Lust hast, sondern das sind klare Befehle. Und Befehlsverweigerung hat Konsequenzen. Wer war bei der Armee? Darf ich mal Hände sehen? Zwei, drei – drei sehe ich da, ich auch, vier. Es sind nicht so viele. Ja. Ich war zwar nur drei Tage, aber immerhin. Ja, und die drei Tage hatte ich Urlaub, muss ich noch dazu sagen, ja? Aber ich habe eine Soldbuch, ich war Soldat. Die haben zwar vergessen mir den Sold auszuzahlen, aber ich war Soldat. Drei Tage.

Jeder, der bei der Armee war, oder der eine Arbeitsstelle hat und einen Chef hat, der weiß, hej, es gibt Situationen, da bestimme nicht ich selbst, da bestimmt jemand anders, und das ist total normal, man hat das akzeptiert. Wenn man sagt: „Ich nehme die Arbeitsstelle an, aber nur dann wenn ich immer tun kann was ich will. Und sollte mein Wille in Konflikt sein mit dem Chef hab ich immer noch das Recht, ich darf tun, was ich will. Unter der Bedingung trete ich hier an“ – du kriegst nirgendwo eine Stelle, nirgendwo.

Und jeder versteht das, und jeder akzepiert das. Und keiner sagt: „Das finde ich ungerecht, und hier werde ich jetzt missbraucht und hier werde ich jetzt fremdbestimmt, hier werde ich manipuliert, das ist jetzt irgendwie Machtmissbrauch“.

Jeder Mensch irgendwie findet das völlig normal. Du bist Bankangestellter. Vom ersten Tag an deiner Lehre ist ganz klar, du kommst, und du hast eine Krawatte. Wenn du sagst, „ich hasse Krawatten“. Dann sagen die schon beim Einstellungsgespräch: „Dann sind sie als Bankangestellter verkehrt, gehen sie auf den Bau“.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 2 (30:00 bis 35:00)

 

Die Gnade Gottes diszipliniert uns. Und was lehrt sie uns, was bringt sie uns bei?

Tit 2,12
Die Gnade unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf.

Ihr Lieben, wir haben keine Chance besonnen, gerecht und gottesfürchtig zu leben in dieser Welt wenn wir die Begierden unseres Fleisches nicht verleugnen. Um besonnen leben zu können, um gerecht und gottesfürchtig leben zu können, haben wir keine andere Wahl: Wir müssen die weltlichen Begierden verleugnen.

Und die Gnade ist da uns zu trainieren. Die Gnade ist da uns das beizubringen. Ich glaube, dass die Gnade tatsächlich eine Person ist – der Geist der Gnade, der Heilige Geist. Das ist unser Trainingspartner, der ist mit uns, der ist an unserer Seite, der gibt uns Licht, der warnt uns, der zeigt uns gefährliche Situationen und der konfrontiert uns auch mit Fragen: „Okay, was willst du jetzt tun, wie wirst du jetzt entscheiden, was ist jetzt hier für dich wichtig, was willst du haben? Willst du zunehmen im Geist, willst du zunehmen in der Gottesfurcht, willst du zunehmen in der ununterbrochenen Beziehung mit dem Herrn? Oder willst du weiterhin oder wieder neu dich dominieren lassen, unterwerfen lassen vom Fleisch? Was willst du?“

Der Heilige Geist konfrontiert uns, und Er fragt uns. Und wir müssen eine Antwort geben. Und wir sollen in Gemeinschaft mit Ihm bleiben und uns nicht von Ihm absondern und trennen und unsere eigenen Sachen machen, sondern in Verbindung bleiben mit Ihm und gesunde, richtige Entscheidungen treffen.

So, wenn das Fleisch sein Verlangen anmeldet, „heute mal nicht beten“ – du hast die Wahl, du kannst entscheiden. Du kannst sagen: „Ja, stimmt, ich hab gestern so viel gebetet und man muss sich ja auch mal ausruhen und man hat auch mal eine Pause verdient und gestern war so viel, das reicht für die ganze Woche“. Man ist schnell bereit, sich eine Menge Sachen irgendwie einzureden, weil Leben im Geist heißt Leben in der Wahrheit. Leben im Fleisch heißt Leben in der Täuschung, Leben in der Lüge, Leben im Selbstbetrug.

Und weil wir als Nichtchristen über Jahrzehnte diesen Lebensstil gepflegt haben mit viel Hingabe und mit viel Fleiß und mit viel Entschiedenheit – deswegen ist dieser Trend immer noch da. Und wir sind so schnell geneigt, in das wieder hinein zu gehen. Und darum müssen wir lernen wachsam zu sein. Und Paulus sagt: „Habt acht auf euch selbst“.

1Tim 4,16a
Habe acht auf dich selbst

„Seht zu wie ihr wandelt. Seht zu wie ihr wandelt. Schau mal an, was für Entscheidungen du triffst, schau mal an, welche Wahl du triffst. Und versuch nicht immer dich selber irgendwie oder dir einzureden, du bist ein Opfer“.

Du bist kein Opfer, du bist der Täter. Du bist derjenige, der entscheidet.

Und wir werden nicht wachsen, ich sag’s noch einmal, wir werden nicht wachsen im Gebet und in unserer Beziehung und unserem Wandel in der Nähe Gottes wenn wir nicht gelernt haben oder wenn wir nicht dabei sind das zu trainieren uns vom Geist leiten zu lassen, vom Geist einfach prägen und führen zu lassen. Wenn wir dem Fleisch Raum geben, wir können nicht wachsen. Wir werden auch keine Charakterveränderung erleben, weil Charakterveränderung gibt es nur als Folge von Änderungen vom Lebensstil, von Entscheidungen. Wenn du nicht neue Entscheidungen triffst, kannst du nicht einen neuen Charakter bekommen. Es fängt an mit Entscheidungen: Stehe ich jetzt auf oder nicht? Bete ich jetzt oder nicht? Tue ich jetzt, was das Wort sagt oder habe ich wieder meine Begründungen und meine Ausreden, warum ich das jetzt nicht zu tun brauche?

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 2 (25:00 bis 30:00)

 

Wir sollen uns nicht schuldig fühlen wenn wir in uns die Regung des Fleisches erleben, das nicht beten will. Das ist einfach nur ein Beweis, dass du ein ganz normaler Mensch bist. Du hast das Fleisch wie jeder andere von uns auch. Dafür wirst du nicht angeklagt und beschuldigt, aber die Frage ist, was tust du mit dem Fleisch? Das ist die entscheidende Frage. Gibst du dem Raum und sagst: „Ach, ne, immer beten, das ist ja gesetzlich. Das macht keinen Spaß. Ich bete lieber wenn ich wieder Lust habe dazu“? Dann betrügst du dich selber, weil du versuchst dich mit dem Fleisch zu arrangieren und du versuchst mit deinem Fleisch ein christliches Leben auszuhandeln, wo das Fleisch zufrieden ist. Und das gibt es nicht. Das kann nur ein Leben in einer Scheinfrömmigkeit sein, das kann nur ein Leben im Abfall sein, das kann niemals ein Leben sein, das Gott wirklich gefällt.

So, wir müssen diese Frage für uns klären: Bin ich bereit aus Verpflichtung, aus Hingabe an die Wahrheit zu leben oder will ich mich gehen lassen und gehe nach meinen Wünschen und meinen Gefühlen? Und Gott gebietet eine Menge Dinge, wo das Fleisch ständig aufschreit und sagt: „Das macht keinen Spaß!“ Und ein der wichtigsten Dinge ist Beten, aber es gibt viele, viele andere Dinge – Fasten macht dem Fleisch keinen Spaß.

Das Fleisch wird nie „Hallelujah“ rufen wenn du sagst, ich glaube, ab morgen werde ich mal ein paar Tage fasten. Das Fleisch ist nie begeistert. Nie. Aber wenn du es dann tust und vorallendingen über diese Grenze von drei Tagen kommst und der Hunger hört auf – du bist begeistert, dein Fleisch nicht, aber du bist begeistert, weil du sagst, wow, das geht ab und ich fliege hier wie ein Adler, wunderbar. Aber das Fleisch ist nie begeistert.

Und all die Gehorsamsschritte, die Gott in Seinem Wort uns gibt – wenn du dummes Zeug gemacht hast, geh hin, bitte um Vergebung – das macht keinen Spaß. Das ist schwer sich zu demütigen, anzuerkennen, dass man daneben war und um Vergebung bitten, das ist schwer. Aber möglich! Hallelujah.

Und wir sind die Gesegneten wenn wir unser Fleisch überwinden und wenn wir sagen, ja, das Fleisch möchte jetzt gerne, dass ich hier diese Sache vertusche, das Fleisch möchte gerne, dass ich so tue als wenn nichts gewesen wäre, das Fleisch möchte gerne lieber den anderen beschuldigen statt dass ich mich entschuldige.

Aber wir gehen nicht auf das Fleisch ein. Wir erkennen die Bösartigkeit unseres Fleisches und wir nehmen Gnade und wir sagen: Ich wähle den Weg des Kreuzes. Und das ist der Weg der Selbstverleugnung, und ich gehe gegen mein eigenes Lustprinzip an.

Da fängt Jüngerschaft an. Und wir können niemals wachsen wenn wir diese Frage für uns nicht geklärt haben. Wir können nicht geistlich wachsen wenn wir das nicht geklärt haben: Gehe ich jetzt nach Verpflichtung und nach Wahrheit, nach dem, was richtig ist, nach dem, was Gott mir geboten hat – oder gehe ich nach dem, was Spaß macht.

Wenn wir diese Frage nicht eindeutig für uns geklärt haben und dann konkrete Schritte gehen entsprechend zu leben – wir werden niemals wachsen, niemals. Wir können nicht wachsen. Sondern wir sind dann jahrelang Christen, so wie bei den Korinthern, und da sind die „Werke des Fleisches“ – Zorn, Parteiungen usw. Und was sagt Paulus? „Ihr seid noch fleischlich“.

1Kor 3,3
denn ihr seid noch fleischlich. Denn wo Eifersucht und Streit unter euch ist, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise?

D.h. „ihr hättet das schon längst lernen können im Geist zu leben, aber wenn ich diesen Zorn und die Parteiungen und diese Machtkämpfe und diese Eifersucht – wenn ich das bei euch sehe, dann weiß ich eins: Ihr seid noch fleischlich“.

D.h. sie haben noch nicht diesen Lebensstil im Geist wirklich angenommen und bejaht und gehen nicht wirklich diesen schmalen Weg und er muss sie tadeln dafür.

So, die echte Gnade Gottes ist kein Ersatz für Opfer, ist kein Ersatz für Disziplin und für Fleiss, sondern die echte Gnade Gottes befähigt uns zu überwinden.

Tit 2,11-12a
Es ist erschienen die Gnade Gottes, heilsam allen Menschen. Sie nimmt uns in Zucht.

Oder „sie unterweist uns“. Tatsächlich bedeutet dieses Wort: Sie trainiert uns, sie diszipliniert uns – oder hier dieses „sie nimmt uns in Zucht“ – bisschen alte Sprache, die wir nicht mehr so gebrauchen, aber was gemeint ist, ist genau das: Disziplinierung, Training.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 2 (20:00 bis 25:00)

 

Und da müssen wir ein klares Verständnis haben vom Worte Gottes und müssen wirklich genau gucken, was ist wirklich die Gnade Gottes. Und die Gnade Gottes ist nicht dazu da, unsere Kompromisse legal zu machen. Die Gnade Gottes ist nicht dazu da, „wir leben wie wir wollen, wozu wir Lust haben – und am Ende – ach, Gnade drüber“ – wie: Wir machen da so einen Misthaufen und dann kommt eine schöne weiße Decke, die wird da drüber gedeckt, ach, und jetzt ist der Misthaufen weg. Das ist nicht Gnade. Das ist ein religiöser Missbrauch von Gnade.

Klar – wenn wir einen Misthaufen produzieren, Gott ist mehr als bereit und willig unsere Misthaufen zu entsorgen – wenn wir umkehren. Wenn wir Verantwortung übernehmen. Und wenn wir uns bereit erklären, von Ihm jetzt einen Lebensstil zu lernen, nicht weitere Misthaufen zu produzieren.

Aber Gnade ist nicht etwas was Verantwortungslosigkeit zudeckt. Das ist ein völlig verkehrtes Verständnis von Gnade.

So unangenehm für unser Fleisch diese Botschaft ist, aber für ein Leben im Geist braucht es Disziplin, braucht es Hingabe an die Wahrheit, braucht es Beständigkeit. Und es braucht einen endgültigen Bruch mit dem, was wir Lustprinzip nennen. Entweder wir tun Dinge, weil es macht Spaß oder wir lassen Dinge, weil sie keinen Spaß machen – oder wir sind entschieden nach einem völlig anderen Grundsatz zu handeln und wir sagen: Was ist richtig? Was sagt das Wort? Was ist der Wille Gottes?

Wenn wir fragen und uns davon leiten lassen, „was macht mir Spaß, wozu habe ich jetzt Lust“ – wir werden im Fleisch leben. Wir können nicht im Geist leben. Und wir können nicht überwinden. Das ist so wichtig, dass wir uns das klar machen, dass da jede Grauzone weg ist: Entweder – oder.

Das ist wie Jesus die Menschen gerufen hat. Er hat gesagt, sein Kreuz auf sich nehmen, täglich.

Lk 9,23
Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.

Jeden Tag. Jeden Tag wieder neu hast du die Entscheidung, lass ich mich gehen, bediene ich die Wünsche und das Verlangen meines Fleisches – oder gehe ich nach dem Geist? Jeden Tag neu. Und wenn du einen Tag im Sieg gelebt hast, morgen stehst du wieder vor derselben Frage, vor derselben Entscheidung. Jeden Tag sein Kreuz nehmen.

Und Jesus sagt: Wer sein Kreuz nicht nimmt, kann nicht mein Jünger sein.

Lk 14,27
Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.

So, es gibt keine Jüngerschaft ohne Kreuz. Heutzutage gibt es Christsein ohne Kreuz. Aber Jüngerschaft ohne Kreuz gibt es nicht.

Und Jesus hat nie Menschen gerufen, dass sie Christen sein sollen, sondern er hat sie gerufen, Jünger zu sein. Und da ist ein wesentlicher Unterschied. Jeder Jünger ist ein Christ, aber nicht jeder Christ ist ein Jünger. Weil wir in Zeiten der Verwirrung leben, weil wir in Zeiten der Beliebigkeit leben, weil wir in Zeiten leben, wo Leute sich ein Evangelium zusammenbasteln, was ihrem Fleisch gefällt. Aber es ist nicht die Frage: Was gefällt meinem Fleisch – sondern was sagt Gottes Wort wirklich? Und deswegen sagt Paulus:

Gal 5,24
Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften/Lüsten und Begierden.

Das ist das Merkmal von einem Menschen, der wirklich Christus angehört: Er hat das Kreuz angenommen und er hat das Kreuz in seinem Leben. Und das Kreuz bedeutet: Jedes Mal da, wo der Wille Gottes und der Wille meines Fleisches sich kreuzen, bin ich entschieden dem Willen Gottes zu folgen. Das ist das Kreuz.

Verstanden? Wo das Fleisch sagt: „Ohh, ne, komm, länger schlafen, nicht beten, macht keinen Spaß“ – und da sagt der Geist: „Sei in der Wahrheit, lebe aus Verpflichtung, tu, was du versprochen hast, was du tun willst. Tu das, was richtig ist. Tu das, was der Wille Gottes ist“.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 2 (15:00 bis 20:00)

 

Und da ist sehr, sehr viel Verwirrung und meiner Meinung nach nimmt diese Verwirrung immer mehr zu. Und das hat zu tun mit diesen seltsamen Ideen über Gnade, die da jetzt so ins Land strömen, dass Menschen eine seltsame Idee haben über was die Gnade Gottes ist. Und man vertsteht Gnade als unverdiente Gunst – was es auch tatsächlich ist – aber Gnade Gottes heißt: Es hat mit mir, damit Gnade in meinem Leben wirksam wird, es hat mit mir überhaupt nichts zu tun. Und das ist nicht, was die Bibel lehrt!

Es ist unverdient, es ist von Gott, und Gott in Seiner freien Wahl hat sich entscheiden uns Gnade zu geben. Aber damit Gnade wirksam wird braucht es auf unserer Seite eine Kooperation.

Und wenn heute von manchen Seiten gesagt wird: „Also, Gnade ist total übernatürlich, Gnade ist göttlich, und Gnade heißt, es hat mit dir nichts zu tun, und wenn es etwas mit dir zu tun hat, ist es nicht Gnade“ – das ist ein Irrweg. Das ist nicht richtig.

Z.B. heißt es: Gott widersteht dem Stolzen, aber dem Demütigen gibt er Gnade.

Jak 4,6 / Spr 3,34
Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

Das heißt also, um Gnade haben zu können in meinem Leben, muss ich doch etwas tun, nämlich ich muss mich demütigen. Sonst bekomme ich keine Gnade. Weil der Stolze bekommt keine Gnade.

So, es ist unverdient, es ist von Gott, und wir haben keinen Rechtsanspruch darauf, aber doch hat es etwas mit uns zu tun. Das ist ganz, ganz, ganz wichtig, dass wir das verstehen.

Weil heute wird verstanden: Gnade ist mühelos, ohne Anstrengung und hat überhaupt nichts mit dir zu tun. Das klingt wunderbar, aber es ist nicht, was die Bibel lehrt.

Paulus sagt z.B., er warnt: „Gebt acht, dass ihr nicht die Gnade Gottes vergeblich empfangt“.

2 Kor 6,1
Als Mitarbeiter aber ermahnen wir auch, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangt.

So, ob die Gnade etwas tun kann in mir oder ob sie vergeblich gekommen ist in mein Leben, hat etwas mit mir zu tun. Es ist Gnade, ich kann mir das nicht selber verschaffen, es ist Gnade, aber trotzdem hat es etwas mit mir zu tun. So, Gnade heißt nicht, auf unserer Seite Passivität und auf Gottes Seite volle Aktivität – das ist verkehrt. Das ist ein verkehrtes Verständnis.

Und es wird heute eine neue Geistlichkeit propagiert und dieses Schlagwort dort, was sehr viel gebraucht wird – es kommt ja aus dem Englischen – „effortless“ – mühelos, ohne Mühe, ohne irgendeine Anstrengung. Weil wenn es Anstrengungen sind, so sagen sie, dann sind es eigene Werke und es sind tote Werke und die hindern dich einfach die Gnade Gottes zu empfangen.

Das sind scheingeistliche Sprüche und hütet euch vor einem solchen Verständnis von Gnade. Es gibt eine ganze Bewegung, die sich aufgemacht hat, das Volk Gottes mit diesen neuen Offenbarungen über die Gnade Gottes zu beglücken und es ist hoch gefährlich. Es ist hoch gefährlich, weil es die Leute in eine Passivität hineinführt und in eine Leichtfertigkeit. Und da wird Gnade verstanden als ein Ersatz für Opfer. Und das ist nicht, was Gnade Gottes ist.

Wie mir zum ersten Mal aufgefallen ist, dass da etwas schief läuft in unserem Gnadenverständnis, war eine Konversation zwischen zwei Bibelschülern, die ich einmal zufällig gelauscht habe – also ich stand in der Nähe und die unterhielten sich und ich habe nicht bewusst irgendwie versucht zu hören, was die reden, aber die haben so laut geredet, dass ich es halt gehört habe.

Und die Unterhaltung ging ungefähr so: „Heute abend ist Gebetsnacht – hmm, was machen wir? Gehen wir ins Kino und nehmen wir Gnade?“

Das musst du dir mal vorstellen. Also wir tun jetzt nicht das, was von uns verlangt wird, was von uns erwartet wird, was richtig ist, was notwendig ist, sondern wir gehen unserer eigenen Lust nach – und das nennen wir „wir nehmen Gnade“. Das ist ein totaler Missbrauch von Gnade. Und Judas warnt davor, dass das geschehen wird in den letzten Tagen, dass die Gnade Gottes verkehrt wird in Ausschweifung.

Jud 4
Denn gewisse Menschen haben sich heimlich eingeschlichen, die längst zu diesem Gericht vorher aufgezeichnet sind, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Ausschweifung verkehren und den alleinigen Gebieter und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen.

Was ist Ausschweifung? Ausschweifung ist Zügellosigkeit, d.h. sich gehen lassen, und man macht das, wozu man Lust hat. Und jetzt wird die Gnade Gottes verdreht und wird ein Freibrief für ein Leben ohne Disziplin.

„Weil Disziplin ist schließlich gesetzlich – und wir sind ja frei, wir sind unter der Gnade“ – so wird heute gedacht und das nimmt massiv zu dieses Denken.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 2 (10:00 bis 15:00)

 

Und wir müssen damit umgehen wie die Bibel sagt, dass wir damit umgehen sollen. Galater 5 beschreibt dieses Wesen des Fleisches.

Gal 5,19-21a
Offenbar sind die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit/Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit/Hader, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht/Ehrgeiz, Zwietracht, Parteiungen/Spaltungen, Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen.

Also das heißt, diese Liste ist in keinem Falle vollständig, das soll uns nur einen Eindruck geben von der Hässlichkeit dieses Dings, was die Bibel Fleisch nennt.

Gal 5,21b
wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, daß die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.

Röm 8,7
Die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott, sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, sie kann es auch nicht.

So, das ist, was wir haben. Und deswegen will das Fleisch nicht beten, will nicht preisen, will sich nicht freuen am Herrn, will nicht dankbar sein, will in Verfolgung sich nicht freuen. Jesus sagt: „Wenn ihr verleumdet werdet, wenn ihr verlästert werdet, wenn Schlechtes über euch gesagt wird – um des Herrn Willen, weil sie gegen das Evangelium sind – dann sollen wir uns freuen!“

Mt 5
11 Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meinetwillen!
12 Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind.

Warum gibt es so ein Gebot? Weil darauf wären wir nie gekommen! Wir würden was ganz anderes tun. Wir würden uns wehren, wir würden uns schmollend zurückziehen, wir wären beleidigt, wir würden voller Selbstmitleid sein, wir würden voller Anklage sein, voller Rache sein. Auf die Idee, in solchem Moment sich zu freuen, wäre niemand von uns gekommen. So, Gott in Seiner Gnade, Er sagt uns ganz genau, wie wir zu reagieren haben.

Es braucht die Anweisung Gottes um in einen Lebensstil hineinzukommen, der Gott wirklich gefällt.

Gal 5,16
Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.

Die einzige Möglichkeit, „nein“ zu sagen zum Fleisch oder sich dem Fleisch nicht unterzuordnen, ist, dass wir im Geist leben. Das ist die einzige Möglichkeit. Wenn wir nicht im Geist leben – wir brauchen keine zweite Entscheidung, okay, na gut, dann werden wir im Fleisch leben. Wenn wir nicht im Geist leben, haben wir uns schon entschieden für ein Leben im Fleisch.

Und jeder Gläubige hat diesen Kampf und jeder Gläubige muss sich klar machen, was er will, was er mit seinem Leben anfangen will und er braucht eine klare Strategie, wie er mit diesen Dingen umgehen will. Und es gibt heute sehr viel Verwirrung über diese Sache und sehr viel religiöse Vernebelung.

Gerade vor ein paar Tagen hatten wir zu tun mit einer Situation, jemand in einer kleiner Gemeinde lehrt dort über den Segen des Fastens. Und da ist ein junger Mann, ganz frisch bekehrt und war auf einer Bibelschule und hat da irgendwelche Ideen bekommen, und er widerspricht dort der Predigt und sagt: „Nein, wir brauchen nicht zu fasten, weil wir sind Geist und das Fleisch ist tot.“

Schön wärs, aber das ist nicht, was die Bibel sagt, ja? Und wenn man anschaut, was Fasten mit dem Lebensstil eines Jüngers zu tun hat, dann sieht man, dass das ein wesentlicher Bestandteil war, wovon Jesus geredet hat wie wir leben im Reich Gottes. Er redet von: „wenn ihr betet …“, „wenn ihr fastet …“, „wenn ihr gebt …“

Diese drei Dinge hebt er besonders hervor als Grunddisziplinen, als Grundtätigkeiten unseres Lebens im Reiche Gottes. Es gibt kein Leben im Reich Gottes ohne Gebet, ohne eine Beziehung mit dem Herrn. Aber genausowenig gibt es auch kein Leben im Reich Gottes ohne Fasten. Wenn wir ins Neue Testament schauen und ein Bibelstudium machen, dann sehen wir nicht nur bei den Aposteln, auch allgemein, einfach was Fasten für eine Rolle gespielt hat. Und eine der Gründe, warum heute die westliche Christenheit so schwach ist, weil wir uns scheuen die Wahrheit der Bibel anzuerkennen in Bezug auf Fasten. Weil wir unsere eigenen Ideen haben. Wir möchten es gerne anders haben, wir möchten es gerne einfacher haben, wir möchten es gerne schmerzloser haben, wir möchten es gerne leichter haben.

Aber der leichteste Weg, ein Leben nach dem Willen Gottes zu führen im Reich Gottes, ist im Neuen Testament beschrieben. Wenn wir eine Abkürzung suchen, da ist sie beschrieben! Das ist die Abkürzung. Noch kürzer geht es nicht.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 2 (05:00 bis 10:00)

 

Okay. Also ein gutes Beispiel für diese Zusammenarbeit zwischen Mensch und Gott findest du im Alten Testament – Abraham: Wo Gott ankündigt einfach Sodom und Gomorra zu zerstören. Und da ist eine Partnerschaft und Gott braucht einen Partner um Barmherzigkeit zu geben. Für Gericht braucht Gott keinen Partner. Für Gericht braucht Er keinen Partner, aber um Barmherzigkeit zu geben, wo das Gericht eigentlich verdient ist, braucht Gott Menschen.

Das geht dann sehr stark in diesen Bereich Fürbitte, das ist jetzt nicht mein Thema, sondern mir gehts hier erstmal um das perönliche Gebet, um die Beziehung zum Herrn, und da müssen wir uns beschäftigen mit dem allergrößten Hindernis, das es überhaupt gibt für das Gebetsleben – auch für viele andere Dinge ist es das größte Hindernis, für gesunde Beziehungen in den Ordnungen Gottes und für manches andere – aber im Gebet: Das größte Hindernis, was wir vor Augen haben und wofür wir eine Antwort brauchen ist das, was die Bibel „Fleisch“ nennt.

Das ist unsere alte Natur, die wir immer noch haben. Wir sind ein neuer Mensch, wir sind von neuem geboren, wir haben jetzt das Verlangen Gott zu dienen und wir leben in Seinem Reich, aber solange wie wir im Körper sind bis Jesus wiederkommt oder wir sterben haben wir diesen Konflikt, diese Auseinandersetzung mit dem Fleisch.

Das Fleisch wird nicht irgendwann aufhören zu existieren, sondern es ist da, und es ist eine tägliche Herausforderung. Und je besser wir darüber Bescheid wissen und wissen, was die Bibel darüber sagt, um so klarer ist es für uns, dass wir nur zwei Optionen haben. Wir haben nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir überwinden das Fleisch oder wir werden vom Fleisch überwunden. Es gibt nichts dazwischen.

Und je klarer du das siehst und je klarer du bedenkst, was sind die Konsequenzen, um so motivierter wirst du sein – so lange du die Hoffnung hast, vielleicht irgendwann – Gott wird so machen und mein Fleisch wird immer schwächer und irgendwie wird sich das in nichts auflösen, so lange du diese Hoffnung hast, wirst du darauf warten. Und weil das nie passiert wartest du auf nichts. Und das wird nie stattfinden. Aber wenn du ganz klar weißt, so lange wie ich im Leibe lebe wird dieses Fleisch da sein – und entweder ich nehme den Kampf auf und ich tue, was die Bibel sagt und ich überwinde, oder die Konsequenz ist, ich werde überwunden werden. Und im Fleisch kann niemand eine wachsende Liebesbeziehung zum Herrn entwickeln – niemand. Im Fleisch, wenn wir im Fleisch leben, wir werden abfallen vom Herrn. Das ist, was passieren wird. Und je klarer uns das vor Augen ist, um so besser und um so hilfreicher und um so motivierter sind wir.

So, da ist die alte Natur, das Fleisch ist das was du warst bevor du zu Jesus gekommen bist, bevor du eine neue Schöpfung wurdest. Und diese alte Natur – Paulus sagt, die ist in Feindschaft gegen Gott.

Röm 8,7a
weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist.

Die ist in Feindschaft. Die ist total im Gegensatz, die will mit Gott nichts zu tun haben, sie will Gott nicht gehorchen, sie will sich Ihm nicht unterordnen, sie will nicht dienen. Sie will nicht rein leben. Diese alte Natur ist gekennzeichnet von Rebellion, von Unabhängigkeit, von Eigenwille und von allen möglichen schrecklichen Dingen, die dem Wesen Gottes total entgegengesetzt sind. Eigentlich sind es Eigenschaften, die alle typisch teuflisch sind. Es ist eigentlich die Natur des Teufels: Rebellion, Unwahrhaftigkeit, Unabhängigkeit. Das ist das Wesen des Teufels. Und davon tragen wir etwas in uns.

Aber wir haben nicht nur das Fleisch, wir sind auch eine neue Schöpfung und wir haben den neuen Geist, und wir haben die Kraft des Heiligen Geistes. Aber das nützt uns nur dann was, wenn wir wirklich verstehen, was wir zu tun haben. Dass wir aufstehen müssen und dass wir entgegentreten müssen diesen Bestrebungen, diesen Wünschen, diesen Gefühlen, diesen Begierden. Wir brauchen eine klare Sicht: Nicht alles, was wir fühlen, ist dazu geeignet ausgelebt zu werden. Nicht jeder Wunsch, den wir in uns stark erleben, ist akzeptabel in den Augen Gottes und darf ausgelebt werden. Da gibt es eine Menge von Wünschen und Ideen und Sehnsüchten und Begierden, die nicht von Gott sind, die nicht mit Gott übereinstimmen.

Und wir müssen damit umgehen wie die Bibel sagt, dass wir damit umgehen sollen.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 2 (00:00 bis 05:00)

 

Ok, lasst uns beten. Wir danken Dir, wunderbarer Heiliger Geist, dass Du unser Lehrer sein willst, dass Du uns in alle Wahrheit leiten willst. Wir wollen lernen, mit Dir zu gehen, wollen lernen zu wachsen im Gebet. Wir brauchen Dich, mach Du das Wort lebendig. Gib uns Gnade zu verstehen, gib mir Gnade das zu erklären. Danke für Deine Hilfe, danke, dass Du so treu bist, dass Du Dich um uns auch so bemühst. Danke. Amen.

Okay, kommen wir zum zweiten Teil jetzt von unserem kleinen Seminar über Gebet – persönliches Gebet. Jetzt kommen wir zu einem ganz, ganz wichtigen Punkt – der betrifft nicht nur Gebet, aber ich wende ihn an in Bezug auf Gebet. Und dieser Punkt oder dieses Prinzip ist auch wichtig für alle anderen geistlichen Dinge, die der Herr uns so geboten hat.

Ein sehr, sehr großes Hindernis für ein regelmäßiges und tiefer werdendes, wachsendes Gebetsleben ist ein verkehrtes Verständnis von der Allmacht Gottes: „Gott ist Gott, Gott ist groß, Gott ist allmächtig, Gott kann machen, was Er will, und das heißt, das, was Er machen will, das macht er sowieso – also wofür braucht Er dann mich noch und wofür soll ich beten?“

Das klingt sehr logisch, aber das ist nicht, was die Bibel sagt. Gott übergeht nicht unseren freien Willen. Er hat uns geschaffen mit einem freien Willen, Er respektiert unseren freien Willen. Und Er möchte, dass wir Ihn suchen, dass wir verstehen, was Er will. Und dass wir uns von uns aus – aus Überzeugung – mit Seinem Willen eins machen und dass wir dann sagen: „Wille Gottes geschehe. Gott wir wollen, dass in unserem Leben und dann durch uns Dein Wille geschieht“.

Gott kann das nicht an uns vorbei oder über uns hinweg tun. Und das noch zu tun mit einem zweiten Sachverhalt: Die Bibel sagt, dass auf dieser Erde der Teufel der Gott dieser Welt ist.

2 Kor 4,4a
den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat […]

Und Gottes Wille kann nur da umgesetzt werden und durchgesetzt werden, wo Er Menschen findet, die in eine Partnerschaft mit Ihm gehen und die sozusagen Ihm erlauben einfach mit Ihnen und durch sie hindurch zu wirken. Also die Idee, Gott kann hier einfach so tun auf der Erde, was Er will, das ist nicht, was die Bibel sagt.

Und die Bibel sagt: Der Teufel ist der Gott dieser Welt – 2 Kor 4,4. Er regiert hier seit dem Sündenfall. Und jetzt muss Gott durch die Gemeinde, durch die Gläubigen sozusagen das Terrain wieder abjagen bis zum schlussendlichen Höhepunkt wenn die Gemeinde in die Reife gekommen ist und die Gemeinde eben wirklich diese Gesinnung und diese Mentalität der Braut hat – und die Gemeinde dann schlussendlich Jesus wiederbringen wird.

Die Gemeinde ist dafür da, den König zurückzubringen auf diese Erde. Ich reise seit 19 Jahren durch die Länder, Deutschland, Schweiz, Österreich und im Osten und Albanien – und ich kenne fast keine Gemeinde, die auch nur im Ansatz das Verständnis hat, es ist unsere erste und größte und wichtigste Aufgabe dafür zu kämpfen, dass der König wieder zurückkommt. Das ist unsere Aufgabe. Ich kenne fast keine Gemeinde wiewohl Jesus allen gesagt hat – auch uns gesagt hat – wir sollen beten: „Dein Reich komme“. Für was beten wir denn da? Wir beten nicht nur für ein paar Bekehrte, wir beten nicht nur hier und da der Wille Gottes, wir beten, dass der König zurückkommt. Das Reich Gottes findet seine Vollendung dann wenn Jesus regiert als König auf diesem Planeten – dann findet das Reich Gottes seine Vollendung. Das heißt also, wenn wir beten „Dein Reich komme“ – wir beten für die Wiederkunft Jesu.

Und das ist die Aufgabe der Gemeinde, aber wir sind so weit weg von den Absichten Gottes. Und das, was Ihm so wichtig ist, ist uns noch irgendwo sehr, sehr unwichtig, aber das wird sich verändern.

So, da ist eine falsche Vorstellung: Gott ist Gott, und der ist allmächtig, und was Er tun will, das tut Er einfach – auch ohne uns. Und das ist nicht wahr. Gott handelt durch die Gemeinde, durch die Gläubigen. Und das hat etwas mit Kampf gegen die Mächte der Finsternis zu tun, das hat etwas mit Widerstand zu tun, das hat etwas mit Überwinden zu tun. Das passiert nicht einfach so während wir die Sportschau schauen und Gott macht schon irgendwie Sein Werk. Das ist nicht so. Er braucht uns, Er braucht unser Engagement, unsere Hingabe, unseren Eifer usw.

Helmut Richert – Freude am Arbeiten

 

Jesus, ich möchte Dich bitten, dass Du uns jetzt aufnahmebereit machst. Ich bitte Dich, dass Du alles störende aus unseren Gedanken rausnimmst. Ich bitte Dich, Heiliger Geist, dass Du alles Störende aus unserem Herzen, aus unserem Unterbewusstsein jetzt herausnimmst. Ich bitte Dich, dass Du uns die Gnade gibst, Dein Wort und Deine Stimme durch die Predigt hindurch zu hören. Ich vertraue jetzt auf Dich, Vater im Himmel, dass Du durch mich reden wirst und dass wir alles vergessen, was nicht von Dir ist. In Jesu Namen. Amen.

Und der Engel erschien den Hirten und sprach: Siehe, ich verkündige euch große Probleme. Euch ist jetzt der Retter geboren und ihr werdet euch bekehren und Christen werden. Dann werdet ihr ein schlechtes Gewissen haben und dann wird der Teufel euch ständig verklagen. Und euch wird es noch viel schlimmer gehen als vorher, ihr werdet es nicht zugeben, aber in Wirklichkeit ist das so und ja, die Dämonen werden euch nerven und ihr müsst ja ein Zeugnis sein und das klappt alles nicht so. Siehe, ich verkündige euch große Probleme.

Habt ihr das schon mal in der Bibel gelesen? Nein! Das ist auch nicht das, was der Engel den Hirten verkündet hat. Er hat gesagt, ihr verkündige euch große Freude. Aber was ich hier gerade vom Stapel gelassen habe, ist das, was man beobachten kann. Und um Weihnachten rum fing Gott an – Er fing schon vorher an – Er fing schon ein bisschen vorher an, aber um Weihnachten rum fing er an mir eine Sache besonders klar zu machen. Und Weihnachten sprach Gott diesen Vers zu mir – „siehe ich verkündige euch große Freude“ – und nicht große Probleme.

Lk 2,10 (Lut):
Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird.

Da ist irgendwas faul wenn wir Christen mehr Probleme als Freude haben, vorallem ist da etwas falsch wenn wir jetzt Christen sind, aber als Nichtchristen irgendwie glücklicher waren. Dann ist wirklich was falsch. Dann müssen wir gucken, welchem Gott glauben wir da eigentlich?

Und meine Predigt heute soll so ein bisschen beitragen wie man etwas mehr Spaß hat als Christ. Das klingt ja schrecklich fleischlich, nicht? Wie man etwas mehr Spaß haben kann als Christ, darüber möchte ich heute predigen.

Ich bin von Natur aus ein sehr fauler Mensch, der jegliche Form von Arbeit verabscheut. D.h. ich war so, ich bin jetzt nicht mehr so, aber ich war so. Und solche Sachen wir Schule – Schule war für mich immer ein notwendiges Übel, das ich anfangs eher schlecht, später ziemlich gut gemeistert habe. Aber es war immer so, okay, jetzt erledige ich all das Zeug, was ich für Schule gemacht habe und wenn ich das erledigt habe, dann kann ich endlich Spaß haben, dann kommt endlich die freie Zeit. Und dann – dieses Denken habe ich mit hinein in mein Studium genommen. Mein Studium war für mich sehr anstrengend, am Ende vor allem – die meiste Zeit habe ich nicht studiert. Aber irgendwann als ich meinen Abschluss machen musste, weil Gott mich dazu gezwungen hat, und ich dann tatsächlich etwas leisten musste und etwas lernen musste, fand ich das sehr schlimm, und ich war froh als ich mein Studium beendet hatte. Aber ich habe mein Studium mit Jesus gemacht, sonst hätte ich es nicht auf die Reihe bekommen. Und ich hab während des Studiums – Paul war so ähnlich wie ich, er war auch in der Uni, aber er hat auch nicht studiert. Ich war auch lange Zeit an der Uni, aber wir haben nicht studiert. Wir haben die SMD geleitet und viele andere Sachen gemacht. Z.B. als ich in der Uni in die SMD-Arbeit involviert war, das fand ich richtig gut, das hat mir richtig Spaß gemacht, das war etwas mit Jesus – studieren war nicht etwas mit Jesus. Und das war gleichzeitig auch eine Super-Ausrede nicht zu studieren. Weil man war ja beschäftigt.

Okay – aber irgendwann war das vorbei und Gott sagt: So, wenn du deine Familie nicht ernährst bist du schlimmer als ein Heide. Das sagt er nicht nur zu mir, sondern zu jedem von euch, das steht in der Bibel, das könnt ihr nachlesen.

1Tim 5,8:
Wenn aber jemand die Seinen, besonders seine Hausgenossen, nicht versorgt, hat er den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Heide.

So, das war die Art und Weise wie Gott mir das klar gemacht hat, so, ich muss jetzt sehen, dass aus meinem Studium auch was wird. Zur gleichen Zeit, Paul hatte vor mir diese Erkenntnis, Paul fing an zu studieren – und ganz ehrlich, als ich Paul kennengelernt habe, dachte ich so, der wird sein Studium nicht zuende machen, der wird das abbrechen. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr Gott Menschen verändern kann. Aber Paul hat sein Studium vor mir beendet, was ich damals nie geglaubt hätte. Und Paul hat das mit Jesus gemacht – und er hat das damals auch öfter rumerzählt – und wenn ichs nicht gesehen hätte, ich hätte es nicht geglaubt. Paul hat das tatsächlich mit Jesus gemacht. Ich dachte so, naja, der kann froh sein wenn er das so mit einer 4 da durchkommt, durchsegelt, aber das war besser, nicht? Das war ziemlich gut sogar. Es war ziemlich gut. Und ich dachte so, nicht schlecht. Aber bei mir hat das nicht funktioniert. Die letzten zwei Jahre meines Studiums waren für mich die Hölle, das war total zum Kotzen, ich hab acht Stunden am Tag in der Bibliothek gesessen und versucht alles nachzuholen, was ich in den sieben Jahren davor, wo ich nicht studiert hab, vergessen habe bzw. nie gelernt habe. Und das war nicht gut. Das hat keinen Spaß gemacht. Und Gott hat mir auch nicht so geholfen wie er Paul geholfen hat, was ich damals – ja, gut, ich fand das ein bisschen doof – aber okay, ich war froh, dass Gott mir überhaupt geholfen hat. Ich wusste, Gott wird mich da durchbringen, das war so, das hat er mir gesagt, und daraufhin hab ich das gemacht. Und dann bin ich so in das Arbeitsleben gegangen bzw. weil ich ein bisschen faul war, dachte ich so, och, nö, das Referendariat fängst du noch nicht sofort an. Du machst erstmal ganz locker – so gehst erstmal in die Schule, die werden dich als Aushilfslehrer anstellen für ein halbes Jahr, dann hast du außerdem so ein bisschen Vorteil gegenüber den anderen Referendaren. Und dann hab ich das so gemacht. Aber irgendwann kam die Sache, okay, du musst dich jetzt zum Referendariat anmelden – hm, hast du wieder Arbeit. Und tatsächlich, während meines Referendariats war ich so fleissig wie noch nie in meinem Leben und ich hab mich auch daran gewöhnt fleissig zu sein, ich hab mich sogar dran gewöhnt früh aufzustehen – unglaublich. Ja, das ist für mich eines der größten Wunder. Warum erzähl ich euch das alles und was hat das alles mit Jesus zu tun?

Ich hatte das nie vergessen wie Paul so die Endphase seines Studiums oder zweite Hälfte, ich weiß nicht, so mit Jesus durchgezogen hat und wie Gott ihm bei all den Scheinen geholfen hat und bei all den Prüfungen, die er eigentlich nicht mehr – ach, ist egal wie das alles so ging. Und ich hab das bewundert wie er auf einmal da diszipliniert so lange lernen konnte, was ich nie konnte, was mir sehr schwer fiel. Aber naja. Ich hab mich gefragt, warum hat das bei mir nicht geklappt? Heute weiß ich, warum das bei mir nicht geklappt hat. Ich weiß ganz genau warum das bei mir nicht geklappt hat, deswegen hol ich so weit aus. Aber diese Einstellung, die ich damals hatte und woran es in Wirklichkeit lag, die hab ich immer mitgetragen – in mein Referendariat. In meinem Referendariat, da war es das erste Mal, dass es geklappt hat, dass ich mit Jesus das mache. Und das war im Gegensatz zu all meinen anderen Bekannten weder eine traumatische Erfahrung für mich noch war das irgendwie besonders schrecklich oder so, das war okay. Man musste viel machen, man musste allerhand komische Sachen machen, die man jetzt nicht mehr machen muss. Aber das war okay, das war nicht schrecklich. Das war das erste mal, dass ich sowas gemacht hab, was nicht total zum Kotzen war – für mich jetzt ehrlich gesprochen wie ich das sonst so empfunden habe.

Dann hab ich mein Referendariat ziemlich gut – besser als ich dachte – gemacht, weil Jesus kann das sehr gut. Ich werd gleich jetzt die Schlüssel erzählen warum das so kam – und dann hab ich halt angefangen zu arbeiten und ich hab eine Sache festgestellt: Als Lehrer arbeiten, das macht mir eigentlich total Spaß, aber ich hab so gedacht, ich hab schon als Nebenjobs alle möglichen Sachen gemacht, Dachdecker war ich, ich war bei Hanning am Fließband, das war alles ziemlich schrecklich für mich, ich hab meinem Papa geholfen, das Haus zu bauen – das wusste ich so, das wirst du nie im Leben später freiwillig auch nur eine Sekunde lang machen und deswegen lernst du lieber.

Meine Arbeit hat mir Spaß gemacht solange ich in der Klasse war und unterrichten konnte, aber das ist ja nicht die ganze Arbeit, die der Lehrer machen muss. Ein Lehrer muss auch ziemlich viel Organisationskram machen, der muss all die Stunden vorbereiten und dann muss er noch so Sachen machen, die mir immer total lästig waren. Und die hab ich total gehasst. Ich musste meine ganzen Hefte ordentlich führen, die Klassenbücher. Ein Lehrer hat ja auch Vorgesetzte, Abteilungsleiter heissen die oder Schulleiter und denen musst du auch regelmäßig diverse Dokumente richtig abliefern. Und das hab ich immer verschlampt, das war immer so: Ach, das machst du auf den Drücker. Und dann – als die dritte Mahnung kam, dann okay, dann musst du das mal machen. Und ich fing die ganze Zeit eigentlich schon an darüber nachzudenken: Was wäre wenn Arbeit wirklich so wäre wie dein Hobby? Was wäre wenn Arbeit den ganzen Tag Spaß machen würde? Das war so für mich zumindest der unvorstellbarste Gedanke in meinem Leben. Da dachte ich, ja, da hätte ich vielleicht einen anderen Beruf haben müssen oder so – keine Ahnung. Wenn ich meine Schüler frage, was für eine Arbeit würdet ihr am liebsten machen? – Computerspiele-Tester. So, das kommt dann. Ungefähr so habe ich auch gedacht. Dann müsste ich schon irgendwas machen, keine Ahnung, professioneller Bücher-Leser. Nur Bücher, die ich mag. Oder irgendwelche Sachen, die mir Spaß machen. Aber so eine Arbeit hatte ich ja nicht, und ich wusste, es gibt auch noch wesentlich schlimmere Arbeiten als die, die ich habe. Ich war eigentlich schon ziemlich glücklich.

Und ich hab mich so gefragt, Gott, gibt es eine Möglichkeit, dass ich die Arbeit so mache, dass sie wirklich Spaß macht? Oder anders gefragt: Kannst du meine Arbeit erlösen? Gott konnte mich in meinem Leben erretten, vor dem Teufel, vor vielen anderen Sachen, die mir das Leben schwer gemacht haben. Vor Furcht, vor Sorge, vor Kritik, von diversen Süchten und Sünden konnte Gott mich freimachen, war nicht schwer für ihn. Und diese Sachen machen ja unser Leben zur Hölle. Falls ihr es nicht wusstet – Furcht wird euer Leben zur Hölle machen, Sorge wird euer Leben zur Hölle machen, Sorge wird euer Leben zur Hölle machen. Viele andere Sachen: ständig meckern wird euer Leben zur Hölle machen. Geiz, Habgier, Eifersucht, all diese Dinge werden euer Leben zur Hölle machen. So, und ich hab mich immer gefragt, Gott, gibt es eine Möglichkeit, dass du mein normales Arbeitsleben irgendwie erretten kannst? So wie du mich erretten kannst? So dass ich sage: Das macht mir Spaß.

Und ja, es gibt eine Möglichkeit, und Gott hat das gemacht – das ist jetzt schon eine Zeit lang her. Ich hab das nicht sofort gepredigt, weil ich erst testen wollte, ob es wirklich funktioniert. Und es funktioniert. Deswegen trau ich mich jetzt darüber zu reden.

Wir schlagen mal ein paar Verse auf – 1 Mose 2,15 (SLT):
Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und bewahre.

Gott hat den Menschen geschaffen damit der Mensch arbeitet. Der Garten Eden war anscheinend kein Paradies von der Sorte, wo man sich in den Schaukelstuhl lehnen konnte und wartete bis einem die reifen Früchte in den Mund fallen. Adam hatte da, der Mensch hatte da eine Aufgabe, er hatte was zu arbeiten da. Für alle die denken, dass im Paradies nicht gearbeitet wird: Ich habe eine schlechte Nachricht für euch, die eigentlich nicht so schlecht ist. Und ich könnte jetzt auch noch ein paar Verse zitieren, wo steht, dass wir im Himmel arbeiten werden. Und im tausendjährigen Reich werden wir auch arbeiten und im neuen Jerusalem wird auch eine Arbeit sein. Aber warum ist das für die meisten von uns eine schlechte Nachricht? Da müssen wir ein Kapitel weitergehen.

1 Mose 3,17-19 (SLT):
Und zu Adam sprach er: Weil du der Stimme deiner Frau gehorcht und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir gebot und sprach: »Du sollst nicht davon essen!«, so sei der Erdboden verflucht um deinetwillen! Mit Mühe sollst du dich davon nähren dein Leben lang; Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Gewächs des Feldes essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du [dein] Brot essen, bis du wieder zurückkehrst zum Erdboden; denn von ihm bist du genommen. Denn du bist Staub, und zum Staub wirst du wieder zurückkehren!

1 Mose 3,23 (SLT):
So schickte ihn Gott der Herr aus dem Garten Eden, damit er den Erdboden bearbeite, von dem er genommen war.

So, Gott setzt ihn in den Garten damit er arbeitet. Gott schickt den Menschen aus dem Garten raus damit er arbeitet. Aber ein Unterschied: Von jetzt an ist die Arbeit verflucht. Von jetzt an ist die Arbeit anders. Jetzt kommt Schweiß („im Schweiße deines Angesichts“), das war vorher nicht so. Adam war vorher anscheinend in der Lage den Garten zu bebauen ohne dass es für ihn Mühe und anstrengend war. Adam war anscheinend vorher in der Lage Milliarden von Tieren einen Namen zu geben und sie zu klassifizieren ohne dass sein Gehirn darüber zusammengebrochen ist. Das war eine seiner Aufgaben, die er da zu tun hatte. Und jetzt ist es aber anders. Der Erdboden ist verflucht – „mit Mühe sollst du dich davon nähren dein Leben lang“ – und dann steht hier weiter: „Dornen und Disteln soll er dir tragen“. Also er wird dich stechen oder er wird dir in irgendeiner Weise unbequem sein.

1 Mose 5,29 (SLT):
und er gab ihm den Namen Noah, indem er sprach: Der wird uns trösten über unsere Arbeit und die Mühe unserer Hände, die von dem Erdboden herrührt, den der Herr verflucht hat!

Weil ein Fluch über dem Erdboden, über der Arbeit ist, haben wir alle Mühe – das ist die ganz normale Erfahrung. Und Gott kann von Flüchen erlösen, deswegen hab ich das vorher so gesagt: Kann Gott meine Arbeit erlösen oder erretten? Kann Gott mich befreien von diesem Fluch, der über der Arbeit liegt? Ist das möglich oder ist das nicht möglich?

Ich fing an einige interessante Sachen zu lesen, z.B. ein Typ, der ist schon tot, ein Mann Gottes, der war College-Lehrer und Football-Trainer. Als er noch ziemlich jung war, hatte er eine sehr, sehr schlechte Gesundheit, er hat irgendwas von seiner Mama, eine komische Nervenkrankheit, geerbt und hatte unter ständiger Erschöpfung zu leiden. Er ging zum Arzt, er sagt, es war einer der berühmtesten Nervenärzte in Amerika zu seiner Zeit. Und der Arzt sagte ihm: Wenn du überleben willst – also, du kannst überleben, musst dir keine Sorgen machen, du musst nur aufpassen, dass du nur ein Drittel der Arbeit eines normalen Menschen tust. Solange du das befolgst wirst du ein halbwegs normales Leben haben, weil du hast von deiner Mama diese Krankheit geerbt und wenn du mehr arbeitest wirst du früher sterben. Ich erzähl euch jetzt nicht wie die Geschichte von dem Typen war, aber nach einem Jahr hat dieser Typ – er war Lehrer am College, dann war er Trainer von Sportmannschaften, dann hat er Vollzeit gepredigt jeden Abend in der Woche. Und das dritte war, er hat vollzeitig für eine Zeitschrift als Redakteur gearbeitet. Er hat die Arbeit von drei Männern getan. Und er sagt, alle haben mich zum Predigen eingeladen, weil jeder wollte mein Geheimnis wissen. Nach einem oder nach einem halben Jahr, nachdem Gott ihm dies Geheimnis gezeigt hat, ist er wieder zu seinem Nervenarzt gegangen und wollte mit ihm darüber sprechen über seine Diagnose und ihm sagen, was Gott für ihn getan hat. Aber der Nervenarzt war verstorben in der Zwischenzeit. Das ist die Ironie, die manchmal das Leben so hat.

Ich hab mehrere solche Geschichten gelesen, wo Leute tatsächlich gerne arbeiten – für ihn war das schrecklich, für ihn war das ein vernichtendes Urteil, dass er nur ein Drittel der Arbeit eines normales Menschen tun konnte, weil er so voller Ideen war und so voller Energie war und so viele Sachen vorhatte, die er machen wollte. Vor einem Jahr wäre ich froh gewesen wenn mir jemand gesagt hätte, du darfst nur ein Drittel arbeiten – oh cool. Dieser Mann aber war anders. Und er hatte nie Langeweile, und es war nie anstrengend oder schwierig oder stressig für ihn. Wir kennen alle den Stress wenn wichtige Prüfungen anstehen, wenn die Arbeit zu viel wird – das ist alles ein Teil dieses Fluches. Und ich habe einige Menschen gefunden, die es geschafft haben, diesen Fluch zu überwinden, wo Gott das geschafft hat. Und ich glaube, ich gehöre auch zu diesen Menschen.

Was Gott mir gezeigt hat – also, ich hab noch nie darüber gepredigt, und ich weiß nicht, ob ich das mit den Bibelversen alles zusammenkriege, es kann sein, dass ich ein bisschen hin und herspringe. Das ist voll in Ordnung.

Letztes Jahr irgendwann, als ich so durch meine Arbeitsstelle lief, da merkte ich, oh, da ist der Typ, geh mal lieber so, damit der dich nicht sieht. Nach ein paar Malen dachte ich so, wieso? Du hast gerade gar keinen Bock hier, du willst gerade viel lieber woanders sein. Das ist doch komisch. Normalerweise bist du gerne hier. Normalerweise macht dir das hier Spaß hier zu arbeiten – da fragte ich mich selber also, wieso habe ich gerade gar keine Lust, dem und dem unter die Augen zu treten? Und die Antwort war gar nicht schwer – das waren meine Vorgesetzten, deren Arbeit ich nicht gewissenhaft gemacht hatte. Gott hat mir das sehr deutlich gesagt genau in dem Moment: Weil du deine Arbeit nicht gewissenhaft machst. Alles, was du nicht gewissenhaft erledigst, wird dir eine Last werden und wird dafür sorgen, dass es eklig wird. Naja, das ist gesunder Menschenverstand, oder? Da muss man eigentlich nicht Gott haben, der einem das sagt – ich allerdings schon. Normalerweise verstehen das die meisten Menschen auch so, ohne dass Gott einem das irgendwie klar macht.

Für mich war das so der erste Stein, und ich hab drüber nachgedacht und weil ich hier in der Gemeinde bin und die ganzen langen Predigten immer höre, weiß ich, dass es mit dem Herzen zusammenhängt. Alles was ich tue kommt aus meinem Herzen.

Spr 4,23 (SLT):
Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus.

Und ich habe zu Hause Gott gesucht: Gott, was ist wirklich in meinem Herzen? Was ist wirklich los? Und Gott zeigt mir, du verunehrst all deine Vorgesetzten, indem du deine Arbeit nicht gewissenhaft erledigst. Weil Du deine Arbeit nicht gewissenhaft erledigst, haben die doppelte Arbeit, die müssen dir ständig hinterher rennen. Du hältst den auf, du machst dem die Arbeit schwerer.

Okay, ich hab Buße getan – vorallem bei einem. Und hab das gesagt, Gott ich will mich ändern. Okay, das hat funktioniert. War nicht mehr so schlimm. Das war der erste Schritt bei mir – der allererste.

Na gut, der allerallererste Schritt war, dass Gott mich von Furcht frei gemacht hat – deswegen, ich sagte ja, es wird konfus: Zurück zum Studium. Mein Studium war hauptsächlich wegen einer Sache so schrecklich: Weil ich voller Furcht war. Das ist die Hauptursache gewesen. Und als ich mit meinem Studium fertig war, das war ungefähr vor vier Jahren, genau dann fing Gott an mich zu lehren, dass ich alle meine Gedanken gefangen nehmen muss – und vorallem Gedanken der Furcht. Und in meinem Referendariat fing ich an, das auf die Probe zu stellen, das wirklich auszutesten. Weil ich gemerkt hab, dass ich total nervös bin in Prüfungssituationen. Und das hat wunderbar funktioniert. Und das ist eine der Hauptgründe, warum mein Referendariat, was witzigerweise für die meisten Leute viel anstrengender oder nervenaufreibender ist oder ekelhafter ist als das Studium – ihr werdet viel mehr Leute finden, die sagen: Das Referendariat war die Hölle und das Studium war gut. Bei mir war es umgekehrt. Bei mir war das Studium die Hölle und das Referendariat gut. Und der erste Schritt, den Gott bei mir gemacht hat, er hat mich von Furcht befreit. Das war wirklich der allererste Schritt.

Okay, ich hatte jetzt keine Angst mehr, das zu machen, aber es war noch nicht so, dass es wirklich Spaß gemacht hat. Ich hab mich da immer so mit frommen Sprüchen rausgeredet, ja, gut, mein eigentlicher Job, der ist hier in der Gemeinde übersetzen oder predigen oder Gitarre spielen oder was auch immer. Und das hier mache ich nur um meine Familie zu ernähren. Das klingt sehr fromm, ist aber völlig falsch, völlig falsch. Ich dachte, ich hab einen guten geistlichen Grund gefunden, aber das war nur fromme Heuchelei oder eine fromme Ausrede, denn Gott sagt in …

1 Kor 10,31:
Ob ihr nun eßt oder trinkt oder sonst etwas tut — tut alles zur Ehre Gottes!

„Oder sonst etwas tut“ – darunter fällt auch „arbeiten“. Ich habe hier in der Gemeinde oder solche frommen Sachen zur Ehre Gottes getan, essen und trinken, ja, geht auch noch – aber arbeiten oder Klassenarbeiten korrigieren habe ich nicht zur Ehre Gottes getan. Und diesen Organisationskram, den ich zu erledigen hatte als Lehrer, der mir gar nicht passte, den hab ich noch viel weniger zur Ehre Gottes getan. Und ich hatte die ganze Zeit so eine fromme Ausrede: Naja, das ist ja nur „Arbeit“, das mache ich ja nur um meine Familie zu versorgen, das ist ja nicht wirklich was Geistliches, was ich hier mache. Jeder der so denkt, der wird keine Freude haben in seinem Job im Alltag.

Ich werde gerade dran erinnert, dass ich auch über ein Jahr lang überhaupt keine Freude hatte hier zu übersetzen und Gitarre zu spielen, werde ich gerade dran erinnert. Ich hatte nie Lust Gitarre zu spielen, ich wollte lieber Gott anbeten als Gitarre zu spielen – auf deutsch: Ich wollte lieber selber profitieren als anderen zu dienen. Ich wollte auch nicht übersetzen, ich wollte lieber selber da in der Reihe sitzen und die Predigt hören. Weil sehr oft habe ich beim Übersetzen die Predigt nicht mitgehört, weil mein Verstand anderweitig beschäftigt war. Und es hat keinen Spaß gemacht.

Das erste war: Gott macht mich von Furcht frei bzw. ich musste mitmachen: Ich musste anfangen, die Gedanken gefangen zu nehmen. Bei all diesen Sachen, die ich euch erzähle, könnt ihr die Vorstellung, dass ihr sitzt und betet zu Hause und Gott drückt oben auf den roten Knopf und schwingt den Zauberstab: „Befreiung!“ – zack! – „Er hat die richtigen Worte ausgesprochen, jetzt darf ich endlich den Knopf drücken ‚Befreiung von Furcht‘, nach all den Jahren hat er endlich die richtigen Worte gefunden und das richtige magische Zaubergebet gesprochen und er ist von Furcht frei“. Leute, das ist Quatsch. Wir müssen unsere Gedanken gefangen nehmen. Wenn wir sagen, Gott mach mich frei von Furcht, und ich habe keine Dispiplin in meinem Gedankenleben und in meinen Vorstellungen und Gedanken oder meine Vorstellungskraft ist ein offenes Tor für den Teufel – dann wird nichts passieren, gar nichts. Gott hat mich von Furcht frei gemacht.

Gott zeigt mir, alles, was ich schlampig erledige, tue ich nicht zur Ehre Gottes, und es wird mich früher oder später belasten. Es wird die Arbeit, die ich nicht mag, noch ekelhafter machen. Okay, das habe ich gelernt.

Dann zeigt Gott mir einen richtig fiesen Vers. Da fuhr ich im Auto und hör das so in der Hörbibel. 4. Mose 16, da fangen so ein paar Leute an zu rebellieren und das waren Leviten, die rebelliert haben. Und das waren nicht nur irgendwelche Leviten, das waren sozusagen die Leiter von den Leviten. Und die fingen an Stress zu schieben, und die sagten …

4 Mose 16,1-2
1 Und Korah, der Sohn Jizhars, des Sohnes Kahats, des Sohnes Levis, nahm mit sich Dathan und Abiram, die Söhne Eliabs, und On, der Sohn Pelets, Söhne Rubens, 2 und sie empörten sich gegen Mose (sie rebellierten), samt 250 Männern aus den Kindern Israels, Vorstehern der Gemeinde, Berufenen der Versammlung, angesehenen Männern.

Das waren nicht irgendwelche, das waren Leiter, angesehene Männer.

3 Und sie versammelten sich gegen Mose und gegen Aaron und sprachen zu ihnen: Ihr beansprucht zu viel (wörtlich: genug für euch, es reicht langsam!); denn die ganze Gemeinde, sie alle sind heilig, und der Herr ist in ihrer Mitte! Warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des Herrn?

Auf deutsch: Mose und Aaron waren die einzigen, die ins Heiligtum, ins Allerheiligste reindurften. Die Leviten durften nicht ins Heiligtum rein, die Leviten durften nur ins Heilige rein, einige nur in den Vorhof – und sie sagten: Das stimmt gar nicht, Gott redet nicht nur durch euch. Gott redet auch durch uns! Es reicht langsam. Wir sind alle heilig!

Na klar! Voll nicht! Zwei, drei Kapitel vorher, da ist die Rebellion mit den Kundschaftern passiert. Gott ist nicht in ihrer Mitte, völliger Quatsch, ja? Gott ist außerhalb des Lagers, da hat er gewohnt, weil er nicht in der Mitte sein konnte, weil sie also nicht heilig waren. Stimmt alles nicht, was sie hier sagen. Aber das sehen sie nicht. „Ihr erhebt euch über die Gemeinde des Herrn, ihr denkt, ihr seid etwas besonderes“ – Nein, hat Mose nicht gedacht, obwohl er was besonderes war. Ohne Mose wären sie alle schon tot, hätte Mose nicht Fürbitte eingelegt, hätte Mose Gott nicht gebeten, hätte Gott sie schon alle zwei, drei mal umgebracht.

4 Als Mose dies hörte, warf er sich auf sein Angesicht;
5 und er sprach zu Korah und zu seiner ganzen Rotte so: Morgen wird der Herr wissen lassen, wer ihm angehört, und wer heilig ist, so daß er ihn zu sich nahen läßt. Wen er erwählt, den wird er zu sich nahen lassen.
6 So tut nun dies, Korah und seine ganze Rotte: Nehmt für euch Räucherpfannen
7 und tut morgen Feuer hinein und legt Räucherwerk darauf vor dem Herrn; und der Mann, den der Herr dann erwählt, der ist heilig. Ihr beansprucht zu viel, ihr Söhne Levis!
8 Und Mose sprach zu Korah: Hört doch, ihr Söhne Levis!

Und jetzt kommt der Vers, den Gott mir da gezeigt hat:

9 Ist es euch zu wenig, daß euch der Gott Israels aus der Gemeinde Israels ausgesondert hat, um euch zu sich nahen zu lassen, damit ihr den Dienst an der Wohnung des Herrn verseht und vor der Gemeinde steht, um ihr zu dienen?

„Ist euch das zu wenig?“ Er sagt: „Gott hat euch eine besondere Stellung unter all denen gegeben.“ Gott hat denen sogar unter den Leviten noch eine besondere Stellung gegeben. Und Mose fragt: „Ist euch das zu wenig?“

10 Er hat dich und alle deine Brüder, die Söhne Levis, samt dir zu ihm nahen lassen, und ihr begehrt nun auch das Priestertum?

Und als ich das hörte, sagt Gott mir: Jeder Art von Dienst, den du hast, ist a) von mir gegeben und b) ist es ein Privileg. Dann dachte ich so, Gott ich sehe das aber nicht als Privileg, weil ich habe keinen Bock dadrauf. Und das war genau der Punkt! Diese Leute haben ihren Dienst, den sie hatten, nicht als Privileg gesehen. Sie konnten der Gegenwart Gottes näher kommen als all die anderen Leute, aber sie haben das nicht als Privileg gesehen. Genauso habe ich das Übersetzen und vor allem das Gitarre spielen nicht als Privileg gesehen, das Gott mir anvertraut hat, und deswegen war mir das auch zur Last geworden.

Das ist die zweite Sache, die Gott mir gezeigt hat: Alles, was ich nicht als von Ihm gegeben, als ein Privileg ansehe, das werde ich verachten. Ich habe das Übersetzen verachtet. Warum? Weil ich so von mir selbst eingenommen war und nur an mich gedacht hatte, weil ich lieber in den Reihen sitzen wollte und empfangen wollte und wollte, dass Gott mich verändert. Ich wollte aber nicht dienen für die anderen. Das ist das Gegenteil von Selbstverleugnung.

Lk 9,23 (Mk 8,34; Mt 16,24)
Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.

Jeder Dienst, den Gott uns gibt, ist ein Privileg von Gott, und es ist eine Möglichkeit, wo wir uns selbst verleugnen können. Jedes Mal, wenn wir uns selbst verleugnen wird eine Kraft freigesetzt, die den Teufel in unserem Leben besiegt, die Gott erlaubt, in uns etwas zu tun. So, das war völlig bescheuert von mir zu denken, wenn ich jetzt hier diene in dem von Gott gegebenen Dienst, dass ich dann irgendetwas verpasse. Hallo? Ich verpasse höchstens etwas wenn ich in einem mir selbst erwählten Dienst diene – den wird Gott auch nie erretten oder erlösen oder von dem Fluch der Arbeit befreien. Okay, ich habe Buße getan, das ging einfach. Seit dem macht mir Übersetzen Spaß und tatsächlich, seitdem ist was passiert, was vorher noch nie war – ich kann die Predigt während des Übersetzens hören. Das ging vorher noch nicht. Ich hab gemerkt, dass ich was mitkriege – okay, das war gut.

Aber Gott hat mich sehr streng ermahnt durch diesen Vers, ich habe es nicht als Privileg gesehen, und ich hatte das erst nur auf diese zwei Sachen bezogen – Übersetzen und Gitarre spielen – aber bei meinem Arbeitsleben ist es genauso: Sobald ich mit Verachtung irgendeine Arbeit angehe wird die Arbeit automatisch ekelhaft für mich. Gott hat mir das auch beim Müll raustragen gezeigt. Jeder verachtet es Müll rauszutragen. Jeder Mensch, glaube ich. Jeder Mensch auf dieser Welt verachtet es Müll rauszutragen. Pampers wechseln, manche, ja. Jeder verachtet es im Winter wenn es regnet und kalt ist, den Müll rauszutragen – vor allem wenn die Mülltonne nicht direkt vor der Haustür steht sondern noch ein bisschen weiter weg ist. Ich glaube, das ist der Hauptgrund warum Müll raustragen eklig ist: weil das jeder verachtet. Und die Art uns Weise, unsere Haltung, mit der wir der Arbeit begegnen, die entscheidet viel mehr wieviel Stress die Arbeit uns wirklich macht.

Gott hat mir danach gezeigt, dass ich eigentlich noch nie im Leben oder dass ich zumindest seitdem ich an der Schule arbeite, diese Arbeit noch nie wirklich gerne gemacht habe und nie wirklich mit Achtung gemacht habe. Ich bin nie wirklich mit einem positiven Gedanken an die Arbeit gegangen. Ich dachte so, orr, okay, früh aufstehen, okay, arbeiten. Und so ging das den ganzen Tag. Und Weihnachten sagt Gott mir diesen Vers mit dem „Siehe, ich verkündige euch große Probleme bzw. große Freude“ – und Gott fragt mich so, na, wie ist es bei dir? Bock auf Probleme oder Bock auf Freude?

Gott zeigt mir in der Weihnachtszeit diesen Vers: Jeden Dienst, den ich nicht mit Ehrerbietung oder mit Achtung, den ich mit Verachtung mache, jeden Dienst, den ich verachte, jede Art von Arbeit, die ich verachte wird automatisch ekelhaft für mich und kann sogar dazu führen, dass ich mich gegen Gott erhehe.

Gott hat mir gezeigt vor Weihnachten, dass ich die Arbeit nicht mag, weil ich meine Vorgesetzen nicht ehre, weil ich die verachte in irgendeiner Weise – oder ich ehre nicht die Position, die sie haben und wo ich mich unterordnen muss. Jeder muss sich seinem Chef unterordnen, das ist so. Christen haben ja besonders ein Problem mit Unterordnung, weil ja so viel Missbrauch damit getrieben wird, aber irgendwie hat kaum einer Probleme sich seinem Chef unterzuordnen, weil er weiß, er wird sonst gefeuert. Das ist sehr einfach, jeder lernt das: Ich tue lieber, was mein Chef von mir will oder ich suche mir eine andere Arbeit. Ja, bei Gott ist das auch so. Gott ist ein bisschen gnädiger und barmherziger als der Chef meistens.

Gott zeigt mir all diese Sachen, und ich habe noch nicht so gemerkt, dass das im Grunde alles auf eine Sache hin abzielt. Und am ersten oder zweiten Tag in diesem Jahr wache ich auf mit einem einzigen Gedanken: Du wirst dieses Jahr keinen negativen Gedanken mehr denken. Und ich dachte so, das klingt so ein bisschen nach „positives Denken“ oder irgendso eine andere Sekte. Oder so ein Quatsch. Und ich hab mich gewundert, was macht dieser Gedanke in meinem Kopf, und der blieb den ganzen Tag. Und ich hab darüber nachgedacht, und ich bin zu dem Schluss gekommen, es gibt wirklich keinen Grund für mich, einen negativen Gedanken zu denken. Und das liegt nicht daran, dass ich jetzt nicht mehr mit de Füßen auf dem Boden stehe oder mit beiden Beinen im Leben stehe, das liegt auch nicht daran, dass ich irgendwie abgehoben bin oder rumlaufe, „ja, alles ist super“. Nein, es ist nicht alles super! Hallo? Ich bin der letzte, der sagt, dass alles toll ist. Jeder, der halbwegs normal im Leben steht, weiß, dass diese Welt nicht super ist, dass diese Welt nicht toll ist, dass die meisten Leute sich hassen und kritisieren und richten und misstrauisch sind und sich verurteilen. Und bei Christen ist es genauso. Ja, ich weiß das alles. Ich weiß auch, dass ich da nicht viel besser bin. Aber wie kann ich dann so bescheuert sein und sagen, ich werde nichts negatives mehr denken? Ich habe gemerkt, dass negative Gedanken der Furcht mir mein ganzes Studium zur Hölle gemacht haben. Und sobald ich die raus hatte, war das Referenderiat schon viel angenehmer, es war nicht Spaß. Aber es war angenehmer.

Ich habe gemerkt, dass negative Gedanken wie Kritik oder einen Menschen verurteilen sofort dazu führt, dass ich mit diesem Menschen nicht mehr zusammen sein möchte. Und dass ich keinen Bock habe mit dem rumzuhängen. Die Gedanken bewirken, dass es ekelhaft wird, dass die Freude weg ist. Ich habe gemerkt, dass sobald ich irgendeine Form von Arbeit oder Dienst verachte mir der Dienst ekelhaft wird und ich keine Lust mehr hab auf den. Und interessanterweise sitzt das so tief, sobald einer von uns irgendetwas tun muss, worauf er keine Lust hat, ohne, dass ihr etwas machen müsst, ist der Gedanke da „oh, jetzt muss ich das schon wieder machen, hm, okay, na, dann hast du es schnell hinter dir“. Diese Gedanken lauern da irgendwo in unserem Unterbewusstsein, und sie werden sofort getriggert, ausgelöst, sobald die Sache nur da ist – und wir uns nicht dagegen wehren.

1 Kor 10,31:
Ob ihr nun eßt oder trinkt oder sonst etwas tut — tut alles zur Ehre Gottes!

Jeder kennt diesen Vers, jeder hat den schon wahrscheinlich 100 mal gehört. Aber ich möchte euch heute hier sagen wie man das richtig praktisch macht im Alltag.

Und ich wache da auf mit diesem komischen Gedanken, mit diesem häretischen (ketzerisch, unorthodox, im Widerspruch zur allgemeinen Lehre) Gedanken: Du wirst keine negativen Gedanken mehr denken ab heute. – Ja, aber die Welt ist doch so in Sünde. Der Leib Christi ist doch so am Boden, und die Christen machen alle so komische Sachen. Wie kann ich da keine negativen Gedanken mehr denken? Wie ist das möglich? Und mein Leben ist ja so durcheinander. Wie soll ich das dann machen?

Ich hab nicht gesagt, dass ich all diese Dinge verleugne. Ich hab nicht gesagt, dass ich irgendwie in Unwahrheit lebe oder in einem Phantasieland. Nein, aber wozu ich mich entschlossen habe an dem Morgen – das war ein Experiment, und ich kann euch jetzt sagen, dass es funktioniert hat. Ich habe gesagt, ich werde das ausprobieren. Sobald ein negativer Gedanke kommt über eine andere Person, ich werde ihn gefangennehmen. Sobald ein negativer Gedanke kommt über das Müll raustragen, ich werde ihn gefangennehmen. Sobald ein negativer Gedanke kommt über meine Arbeit oder über irgendetwas, das ich tue, ich werde ihn gefangennehmen und weigere mich diesen zuende zu denken. Ja, und warum kann ich das machen? Warum kann ich das machen als Christ ohne dass ich bescheuert bin? Das hängt ganz davon ab wie sehr ich an Gott glaube. Glaube ich, dass Gott so groß ist, dass all die Probleme, die mir erlauben negative Gedanken zu denken – weil wir denken ja negative Gedanken nur wenn irgendwo ein Problem da ist oder so und so sündigt und macht völligen Blödsinn, oder ich selber – und dann fange ich an darüber nachzudenken und meine Gedanken darüber werden zu 99% sein: Hach, warum macht der das? Was kann man tun, damit er das nicht macht? Und was wird das bewirken, was werden die anderen Leute denken?

Dieser ganze Haufen an Gedanken, der in diese Richtung geht. Und meistens ist kein einziger Gedanke dabei: Wie wird Gott dieses Problem lösen? Gott ist doch allmächtig, bestimmt findet Gott einen Weg. Diese Gedanken tauchen dann gar nicht auf. Wir fangen mit so ein paar Sorgen an, und die werden immer größer und die werden zu Ängsten und wir malen uns alles aus im Kopf. Und jedes mal wenn wir sowas denken, dann spielt unsere Vorstellungskraft auch noch schön mit. Wir haben gar keinen einzigen Gedanken daran, dass Gott allmächtig ist, dass Gott noch niemals Depressionen hatte. Gott hat sich auch niemals auch nur eine Sorge gemacht. Und Gott ist noch nie verzweifelt an irgendeinem Problem. Diese Gedanken haben wir interessanterweise nicht. Beides ist wahr: Natürlich ist das Problem wahr, aber es ist auch wahr, dass Gott allmächtig ist. Und die Frage ist, von welchem Gedanken lasse ich mich beherrschen? Habe ich im Kopf, dass Gott allmächtig ist und dass Gott einen Weg finden wird? Ich werde keinen Weg finden, hallo? Jeder, der denkt, dass er irgendwie einen Weg finden wird, der ist total verführt und der braucht es gar nicht erst versuchen, der wird voller negativer Gedanken sein und der wird seine Arbeit nicht mögen. Ich denke nicht im geringsten, dass ich irgendwie eine Lösung finde – bei keinem Problem mehr. Ich denke jederzeit, mein Geist ist mit dem Geist Gottes verbunden.

1Kor 6,17
Wer aber dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm.

Paulus schreibt interessanterweise genau in dem selben Brief, dass wir den Sinn Christi haben.

1Kor 2,16
denn »wer hat den Sinn des Herrn erkannt, daß er ihn belehre?« Wir aber haben den Sinn des Christus.

Ich habe den Verstand, das Denken, die gleiche Ausrichtung wie Christus. Das bedeutet, ich kann den Verstand von Christus anzapfen. Und Christus ist ziemlich schlau, denn er hat die Welt gemacht. Er weiß wie das alles funktioniert. Der ist ziemlich schlau. Christus ist der beste Lehrer, gibt keinen besseren. Christus ist der beste Fließbandarbeiter, gibt keinen besseren. Christus ist der beste Ingenieur, Christus ist der beste was auch immer. Er kann alles am besten. Es gibt nichts, was Gott nicht kann. Und wenn ich glaube, dass ich das irgendwie kann, dann bin ich verführt, aber wenn ich weiß, ich kann den Verstand Christi anzapfen oder einfacher gesagt: Gott kann mir eine Idee geben, wie ich dieses Problem löse – dann brauche ich mir keine Sorgen zu machen um all meine negativen Gedanken. Weil jedes mal wenn ich in Sorgen verfalle, wenn ich darin verfalle, dass Problem alleine in meiner Kraft lösen zu wollen und mir den Kopf zerbreche, werde ich gefüllt mit all diesen negativen Gedanken. Das Problem wird schlimmer als es ist. Ich werde nicht wirklich etwas bewirken können in dem Moment und ich leide nur unnötig. Stattdessen kann ich darauf vertrauen, dass Gott mir zu Seiner Zeit die Idee geben wird und dass das funktioniert. Und es funktioniert wirklich, es funktioniert im alltäglichen Leben: Zu Seiner Zeit wird Er dir die Idee geben. Wenn wir es schaffen all das negative Zeug rauszukriegen aus unserem Gehirn, weil die ganzen negativen Gedanken, die wir haben, sind das Haupthindernis um den Sinn Christi zu haben, um Gottes Verstand anzuzapfen oder um die Weisheit Gottes zu bekommen.

Jak 1,5
Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen willig gibt und keine Vorwürfe macht, und sie wird ihm gegeben werden.

Und Gott wird sie geben. Das ist nicht das Problem. Aber erkennen wir sie wenn Er sie gibt? Sind wir in der Lage sie zu empfangen? Wir sind es nicht wenn wir voller Kritik sind, wenn wir immer nur das negative sehen. Ihr könnt es vergessen. Ihr werdet Gottes Stimme nicht hören, niemals. Ihr werdet Gottes Stimme nur hören wenn Gott solche Sachen macht wie euch in einen Unfall verwickeln oder euch so richtig in den Hinter tritt durch irgendwelche Lebensumstände. Das ist meistens Gottes letzte Chance irgendwie unsere Aufmerksamkeit zu kriegen.

All die negativen Gedanken, die wir haben, Eifersucht, Kritik, Richten, Gedanken, dass ich richtig sein muss, all diese Ausprägungen von Stolz oder Härte, Unbarmherzigkeit, vor allem Verachtung – all diese Gedanken bewirken, dass uns die Arbeit ekelhaft wird und sie bewirken, dass wir nicht wirklich mit Gott eins sind. Oder dass wir nicht wirklich das Gefäß sind, durch das Gott kommen kann. Und das ist, was ich herausgefunden habe, das Haupthindernis, was uns das alltägliche Leben ekelhaft macht.

Ich habe jetzt herausgefunden – wie wache ich morgens auf? „Ach, schon wieder aufstehen – so früh, orr, jetzt hab ich die und die Schüler und die nerven mich so furchtbar“. Wenn ich diese Gedanken nicht aus meinem Gehirn ausräume, die meisten von uns, wenn wir ehrlich sind, wir sind so aufgewachsen, manchmal erzogen worden: Man muss immer aufpassen und misstrauisch sein. Wenn wir so aufgewachsen sind oder noch schlimmer, wenn wir dazu angeleitet wurden, so zu sein, dann werden wir morgens so aufwachen. Der Weg, den der Knabe von klein auf gelernt hat, den wird er später nicht so einfach verlassen, sagt die Bibel.

Spr 22,6
Gewöhne den Knaben an den Weg, den er gehen soll, so wird er nicht davon weichen, wenn er alt wird!

Keinem von uns wurde als Kind schon beigebracht, du musst aufpassen, was du denkst. Du musst deine Gedanken disziplinieren. Nicht jeder Gedanke, den du denkst, kommt von dir. Ein paar kommen von Gott, eine ganze Menge kommen vom Teufel bzw. von seinen Dämonen. Und was mache ich mit all dem Zeug, was der Teufel mir eingibt und womit der Teufel mich füllt und mit all den Bildern in meiner Vorstellungskraft, die der Teufel mir gibt? Die mein ganzes Unterbewusstsein füllen? Von denen ich hier oben gar nicht wirklich was mitkriege, was aber viel mehr mein Verhalten steuert als alle meinen bewussten Gedanken. Sogar unsere Gefühle steuern unser Verhalten mehr, beeinflussen unser tatsächliches Verhalten mehr als unsere Gedanken – nur mal so am Rande. Ganz zu schweigen von den ganzen Bildern, mit denen wir gefüllt sind.

Wir wurden nicht so trainiert, dass wir gesagt haben, der Gedanke ist von unten, der ist von Gott. Wir wurden nicht so trainiert. Mein Kind wird so trainiert werden soweit Gott mir Gnade dafür gibt das umzusetzen. Und ich hoffe, dass ihr das auch macht bei euren Kindern. Aber bei uns wurde das nicht so gemacht. Und das hat zur Folge, dass die meisten von uns in ihrem Verstand und in ihrer Vorstellungskraft völlig passiv sind. Und was reinkommt – ja, das ist halt drinne, ne? „Hm, irgendwie jedes mal wenn ich die und die Person sehe, mag ich die nicht, hm, ich mag die Person nicht. Das ist halt so.“ Nein! Das ist halt nicht so! Du hast da nur eine offene Tür für den Teufel und der bewirkt das in dir. Und solange du dich nicht dagegen entscheidest, so lange du nicht wie Paulus das in 2. Kor 10,5 sagt, „den Gedanken gefangen nimmst“ …

2 Kor 10,5
so daß wir Vernunftschlüsse (Berechnungen, klug erdachte Anschläge) zerstören und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und jeden Gedanken gefangennehmen zum Gehorsam gegen Christus

… oder gegen die Vernunftschlüsse kämpfst. Wisst ihr, Logik klingt immer sehr vernünftig. Aber Logik kann uns sehr leicht reinlegen.

Joh 1,46a
Und Nathanael sprach zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? „Der kommt doch aus Nazareth! Wie kann der behaupten, der kommt von Gott?!“ Das ist Logik. Haben die Leute alle über Jesus gesagt, im Joh-Evangelium und so. „Der kommt doch aus Narareth! Was will der denn?“

Wie kann jemand, der in Nazareth aufwächst, wie kann der der Erretter sein? Das sagt die Logik eben, sie haben alle gesehen, Jesus, seine Eltern, die haben alle in Nazareth gelebt. Nein, nein, das geht ja gar nicht. Guck doch, lies doch die Bibel, geht gar nicht. Haben sie alle gesagt, das ist Logik, das sind Vernunftschlüsse.

Ein Schriftsteller sagte mal, Logik ist schön und gut, aber manchmal muss man aussteigen und zu Fuß weitergehen (Terry Pratchett). Wir müssen einfach unseren Verstand demütigen und die Logik, die für uns so logisch erscheint, ist nicht immer die Logik Gottes. Weil uns manchmal, meistens entscheidende Teile des Puzzles fehlen und unsere Gedanken sind nicht Gottes Gedanken. Gottes Gedanken sind höher als unsere Gedanken.

Jes 55,9
sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.

Deswegen müssen wir sehr aufpassen über unsere Gedanken, und wir sind alle so aufgewachsen, dass wir ungefiltert alles hier reinlassen. Und Gedanken können nur aus drei Quellen kommen: Von uns selber, vom Teufel, von Gott. Und wir filtern nicht nach diesen drei Quellen: Woher kommt das?

Das ist sozusagen der Hauptgrund, das ist das, was uns unser alltägliches Leben zur Hölle macht. Es ist gar nicht so sehr die Arbeit an sich. Ich habe z.B. festgestellt, es gibt Leute, die machen total gerne praktische Arbeit – die lieben das richtig. Ich mochte das nie. Irgendwann hab ich festgestellt, ne, die mögen das! Dann hab ich festgestellt, es gibt Leute, für die ist das voll schlimm wenn die sich hinsetzen und was durchrechnen müssen. Dann haben die voll die Panik und so. Nein, das ist für mich nicht schlimm – das mache ich viel lieber als praktische Arbeit. Gott hat uns alle in gewisser weise verschieden geschaffen, und ich bin sehr froh, dass es Leute gibt, die praktische Arbeit gerne machen. Aber das zeigt andererseits auch, dass es nicht so sehr die Arbeit ist, die ansich ekelhaft ist oder nicht ekelhaft ist, sondern es zeigt, dass es viel mehr meine Einstellung ist. Leute, die gerne praktische Arbeit machen, die denken nicht so wie ich über praktische Arbeit, die denken, „ohh, cool, jetzt kann ich was bauen.“ Die denken da viel positiver rüber. Leute, die es nicht mögen, irgendeine Sache zu durchdenken oder irgendein mathematisches Problem logisch zu lösen, die denken nicht so wie ich, „och …“ – die sehen das nicht als Herausforderung, sondern die sehen das so „ahhh – Hilfe, lass mich in Ruhe damit.“

Jede Arbeit, die ihr mögt, alles, was ihr tut, was ihr mögt, darüber denkt ihr nicht negativ. Ist euch das schon mal aufgefallen? Und alles, was ihr nicht mögt, da sind schon, bevor ihr das überhaupt angefangen habt zu tun, ist euer Kopf schon voll mit allen möglichen negativen Gedanken. Und diese negativen Gedanken verhindern, dass wir es wirklich zur Ehre Gottes tun.

1 Kor 10,31:
Ob ihr nun eßt oder trinkt oder sonst etwas tut — tut alles zur Ehre Gottes!

Der richtige Weg ist, wenn wir die Sache lieben und ehren oder verehren. Ein Mann Gottes sagte mal, Jesus hatte die Fähigkeit, selbst die banalsten Alltagsprobleme zu einem Meisterstück zu machen. Jesus muss die Steuern zahlen – wie löst Jesus das Problem? Er schickt Petrus raus, der einen Fisch fängt, der im Bauch Geld hat.

Mt 17,27
Wir wollen sie jedoch nicht vor den Kopf stoßen. Geh hinunter zum See und wirf eine Angelschnur aus. Dem ersten Fisch, den du fängst, öffne das Maul. Du wirst darin eine Münze finden. Nimm diese Münze und bezahle damit für uns beide die Steuer.

Das ist ziemlich cool, oder? Jesus hatte nicht Depressionen gekriegt: „Wo nehmen wir jetzt das Geld her? Wo ist Judas. Judas hat doch unsere Geldbörse. Holt mal schnell Judas, dann können wir die bezahlen.“ Nein, Jesus hatte eine Art und Weise, eine Genialität, die er nicht in sich selbst hatte, weil er sagt, ich tue nichts ohne Gott.

Joh 5,30a
Ich kann nichts von mir selbst aus tun.

Diese geniale Idee, genau Petrus dahin zu schicken, wo gerade dieser Fisch vorbeikommt, der zufällig sich mal verschluckt hat an dem Geldstück, das war Gottes Idee. Jesus sagt: Ich kann nichts aus mir selbst tun. Und weil Jesus so gelebt hat und eins war mit Gott, den Sinn Gottes hatte, die Ideen Gottes hatte, hat er so gelebt, dass sein langweiliger Alltag nie langweilig war. Und interessanterweise hat Jesus nicht einmal auf die gleiche Art einen Menschen geheilt. Manchmal hat er nur durch ein Wort, durch Hände auflegen, manchmal hat er es durch Anspucken getan, manchmal hat er Lehm aufgeschmiert – durch alle möglichen Sachen. Jesus hatte die Fähigkeit aus dem normalen Alltag etwas geniales zu machen, ein Meisterstück zu machen. Das ist Gott, weil Gott ist der Kreator, der Schöpfer. C. S. Lewis sagte immer, Gott ist der einzige wirklich Kreative, und alle Kreativität, die irgendein Künstler oder irgendein Mensch hat, ist im Grunde nur die Kreativität, die Gott ihm von sich selbst abgibt oder wo er Gott durch sich fließen lässt.

Gott ist der einzige Schöpfer. Wenn Menschen versuchen kreativ zu sein ohne dass sie auf Gottes Ideen sich verlassen, dann ist es eine destruktive Kreativität, die keine echte Kreativität ist. Es ist dann eine Kreativität, die rein verneinend ist. „Okay, ich möchte etwas ganz neues machen, unsere Band soll so klingen wie keine andere Band, also machen wir nicht das, und wir machen nicht das.“ Das ist eine Kreativität, die nur verneinen kann, Sachen, die es schon gibt. Aber die nicht aus sich selbst irgendetwas völlig neues entdecken kann, was noch kein Mensch zuvor entdeckt hat. Diese Kreativität ist nur von Gott. Diese verneinende, falsche Kreativität, das ist, was der Teufel macht: Er nimmt Gottes Geschöpf und macht es hässlich. Er ist selber von dem schönsten Geschöpf zum hässlichsten geworden. Vom dem Engel des Lichts zum Teufel.

2Kor 11,14
Und das ist nicht verwunderlich, denn der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts.

In dem Maße wie ich mit Gott eins sein kann und wie ich Gott durch mich kommen lassen kann – das ist das, was wir hier so oft hören, dass wir ein Gefäß für Gott sind:

2Kor 4,7
Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überragende Kraft von Gott sei und nicht von uns.

Wir haben diesen Schatz in irdenen Gefäßen, wir haben den Sinn Christi.

1Kor 2,16b
Wir aber haben den Sinn des Christus.

Das ist die Möglichkeit wie Gott in uns reinkommen kann und unseren stinknormalen Alltag so erretten kann, unsere Arbeit erretten kann von diesem Fluch der Mühe und Last – dass es uns a) Spaß macht und dass b) alles, was wir anpacken zu einem Meisterstück wird.

Es gibt drei Leute in der Bibel, die haben das wahrscheinlich mehr als alle anderen Männer Gottes so erlebt. Man kann ein großer Mann Gottes sein, und trotzdem nicht so viel Spaß haben – so wie Elia z.B. Der hatte Depressionen und nicht immer Spaß. Oder Jakob, Jakob war von Gott geliebt und Jakob hat alle möglichen krassen Sachen mit Gott erlebt, aber so Jakob vor Pharao steht, kurz vor Ende seines Lebens, sagt er: „Ich habe ein hartes und schreckliches Leben gehabt. Ich hab nicht gemerkt, dass Gott mich die ganze Zeit liebt, wusste ich nicht – obwohl er es mir ein paar mal gesagt hat. Aber ich hab die ganze Zeit nur Mühe gehabt in meinem Leben“. Aber obwohl er ein Mann Gottes war, den Gott sehr geliebt hat, hatte er nicht dieses Geheimnis entdeckt.

Aber es gibt drei Leute, das sind Josef, David und Daniel, die dieses Geheimnis entdeckt hatten und die es geschafft haben, alles, was sie angepackt haben, hat funktioniert und ist so zu einem Meisterstück geworden und ist richtig gut geworden.

1 Sam 18
14 Und David hatte auf allen seinen Wegen Gelingen, und der Herr war mit ihm.
15 Als nun Saul sah, daß ihm alles gelang, scheute er sich vor ihm.

Das ist interessant, David hat nirgendwo gelernt, wie man z.B. Krieg führt. Er ist nicht in die Kriegsschule gegangen wie Sauls Soldaten. Seine einzige Schule war auf übernatürliche Art und Weise einen Bären platt zu machen, durch übernatürliche Art und Weise durch Gottes Eingreifen einen Löwen platt zu machen und durch übernatürliche Art und Weise einen Riesen platt zu machen. Daraufhin, was macht Saul? Saul stellt ihn als einen Obersten in seiner Armee ein. Er musste jetzt kämpfen gegen die Philister. David hatte keine Ahnung von Taktik und von Waffen und von all diesen Sachen. David hat keine Ahnung, er hat das nicht gelernt. Aber wir lesen in Vers 6 …

6 Es geschah aber, als sie heimkamen, als David von der Schlacht der Philister zurückkehrte, daß die Frauen aus allen Städten Israels mit Gesang und Reigen dem König Saul entgegengingen, mit Tamburinen, mit Jubel und mit Triangeln.
7 Und die Frauen sangen im Reigen und riefen: »Saul hat seine Tausende geschlagen, David aber seine Zehntausende!«

Aha, ohne dass er es gelernt hatte.

8 Da ergrimmte Saul sehr, und dieses Wort mißfiel ihm, und er sprach: Sie haben dem David Zehntausende gegeben und mir Tausende; es fehlt ihm nur noch das Königreich!
9 Und Saul blickte neidisch auf David von jenem Tag an und forthin.

Und am Ende sieht Saul, alles, was der Typ macht, das klappt obwohl er es nirgendwo gelernt hatte. Warum? Weil er selber so toll ist? Nein! Weil er ein Gefäß ist für Gott und weil David einer der wenigen Männer war, wo Gott in all diesen Bereichen durchkommen konnte. Das ist purer Wahnsinn. Jemandem, der noch nie gekämpft hat, zu sagen: Hier, du hast diese Division Soldaten, mach mal den Schlachtzug da. Das ist Selbstmord. Aber David hat das nicht selber gemacht. David hatte Gottes Ideen und Gottes Kreativität und David wusste wie man das anzapfen konnte.

Anderes Beispiel Josef. Josef wird verkauft als Sklave. Was passiert? Nach kürzester Zeit wurde er über alle Sklaven gesetzt, weil Potifar sah, dass sobald Josef irgendwo die Verantwortung für etwas hatte, läuft das super, läuft das besser. Und er sah, das bringt seinem ganzen Haus einen Nutzen. Alles, was er machte, klappte.

1 Mose 39
3 Und als sein Gebieter sah, daß der Herr mit ihm war, und daß der Herr in seiner Hand alles gelingen ließ, was er unternahm,
4 da fand Joseph Gnade in seinen Augen und durfte ihn bedienen; und er setzte ihn zum Aufseher über sein Haus und gab alles, was er hatte, in seine Hand.

Jetzt ist Josef im Gefängnis. Obwohl Josef alles super gemacht hat, sorgt Gott selber dafür, dass er in den Knast kommt. Jetzt wäre doch wirklich der Punkt, wo Josef mal ein paar negative Gedanken reinlassen könnte, oder? „Äh, wieso macht Gott das? Gott hat mir doch diese Prophetie gegeben, ich werde das und das und das sein und jetzt bin ich hier im Knast, und das sah doch so gut aus im Haus des Potifar, ich hab doch Karriere gemacht!“ Und glaubt ihr, Josef hätte im Knast so gut seine dortige Arbeit verrichtet wenn er diese negativen Gedanken hätte? Glaubt ihr, jemand, der depressiv ist, der voller negativer Gedanken ist, der wird seine Arbeit so erledigen – niemals!

21 Aber der Herr war mit Joseph und verschaffte ihm Gunst und schenkte ihm Gnade vor den Augen des Kerkermeisters.
22 Und der Kerkermeister gab alle Gefangenen, die im Kerker waren, in Josephs Hand; und alles, was es dort zu tun gab, geschah durch ihn.
23 Der Kerkermeister kümmerte sich nicht im geringsten um irgend etwas, das [Joseph] in die Hand nahm; denn der Herr war mit ihm, und der Herr ließ alles gelingen, was er tat.

Und Daniel lesen wir jetzt nicht, bei Daniel war es genau das gleiche.

Das zeigt uns, dass so etwas tatsächlich möglich ist. Die Frage ist nur: Sind wir bereit mitzumachen mit Gott? Aber wenn wir so leben, dann zeigen wir den Menschen tatsächlich, dass es eine Möglichkeit gibt. Es ist interessant, wenn man sich mal die ganzen Nobelpreisträger durchschaut, die irgenwelchen bahnbrechenden Erfindungen gemacht haben. Die meisten haben, bei vielen war es so, sie haben eine Idee gekriegt, irgendetwas zu tun, eine Eingebung, wo sie selber nicht wussten, wo die herkam. Natürlich kam die von Gott. Gott hatte Gnade mit der Menschheit und hat gesagt: Wir lassen die Menschen jetzt mal dies und das entdecken, um denen das Leben ein bisschen leichter zu machen. Manchmal war es einfach nur ein Einfall, und es war da. Bei anderen, bei dem Herrn Röntgen, der die Röntgenstrahlen erfunden hat, sagte er selber: Ich weiß nicht, warum ich diese Folie um meine Apparatur machte, ich weiß nicht, warum ich das tat. Aber er machte es einfach, und er wusste nicht, warum er das macht, sagt er selber. Und das Ergebnis war, dass er seine Knochen sehen konnte, dass er die Röntgenstrahlen entdeckt hatte.

Ich habe in der Geschichte viele Leute, Christen oder Nichtchristen, egal, gefunden – es gibt einige, wenige Christen, die tatsächlich so wie Daniel, Josef oder David in dieser Hinsicht im Arbeitsleben gelebt haben, die bahnbrechende Erfindungen gemacht haben, weil Gott sie ihnen eingegeben hat ohne dass irgendwas gelernt haben. Aber gut, das ist eine andere Geschichte. Wer will, kann das alles bei Wikipedia nachlesen. Es funktioniert heute noch, das ist das, was ich sagen will.

Und selbst wenn ihr keinen Glauben habt für solche krassen Sachen, wir können doch das Experiment versuchen, das in unserem Alltagsleben anzufangen:

  • Wir entscheiden uns, wir werden keine negativen Gedanken mehr über die Dinge denken, die wir nicht mögen.
  • Wir entscheiden uns, wir werden versuchen so gut wir können die Dinge zu ehren und nicht zu verachten.
  • Wir entscheiden uns, wir werden unsere Vorgesetzen ehren und nicht verachten.
  • Wir entscheiden uns, dass wir die Sachen, so gut wir es können gewissenhaft machen.

Damit meine ich nicht, dass wir in einen Perfektionismus verfallen, der uns auffrisst. Das ist wieder das Gegenteil, das ist die Verfälschung vom Teufel. Aber so weit es in unserer Macht steht machen wir es so gut wir können, und wenn wir es so gut gemacht haben wie wir es können, dann brauchen wir kein schlechtes Gewissen haben, wenn es einigen Menschen nicht gut genug war.

Ich möchte euch herausfordern, dass ihr das austestet, ob das bei euch auch funktioniert.

Okay, Furcht ist glaube ich eins der Haupthindernisse in dieser Sache. Furcht ist ja richtig böse. Die müssen wir rausschmeissen. Aber solche Sachen wie „Dinge mit Verachtung tun“, „Dinge nicht wirklich wertschätzen“, das ist auch übel. Das zeigt, das wir ein böses Herz haben.

Drei mal steht in der Bibel, dass Genuss von Gott kommt. Alles, was wir genießen können in irgendeiner Weise ist Gnade von Gott.

1 Tim 6,17b:
Gott, der uns alles reichlich zum Genuß darreicht.

Zwei mal steht im Buch „Prediger“, dass wenn jemand etwas genießen kann, dann ist es nur von Gott, nicht weil er reich ist.

Pred 5,18
Auch wenn Gott irgend einem Menschen Reichtum und Schätze gibt und ihm gestattet, davon zu genießen und sein Teil zu nehmen und sich zu freuen in seiner Mühe, so ist das eine Gabe Gottes.

Pred 6,2
Wenn Gott einem Menschen Reichtum, Schätze und Ehre gibt, so daß ihm gar nichts fehlt, wonach seine Seele begehrt, wenn ihm Gott aber nicht gestattet, davon zu genießen, sondern ein Fremder bekommt es zu genießen, so ist das nichtig und ein schweres Leid!

Es gibt viele reiche Leute, die können ihren Reichtum nicht genießen. Es gibt viele Leute, die erarbeiten sich Dinge, können die Früchte ihrer Arbeit aber nicht genießen. Das ist ein Teil des Fluches. Aber Genuss kommt von Gott. Und Gott wird uns den Genuss geben. Und fordere euch heraus, das auszuprobieren. Wenn ihr das noch nie gemacht habt, auf eure Gedanken aufzupassen, dann wird das schwer. Es ist wichtig, dass ihr nicht enttäuscht seid, wenn das nur drei mal am Tag klappt anstatt vielleicht 30000 Mal wie es hätte sein müssen. Wir müssen einfach Gott dankbar sein, dass er uns für drei mal Gnade gegeben hat. Weil auch die drei mal, wo es geklappt hat, hätten wir nicht ohne Gott geschafft. Probiert das aus.

Gerade wenn ihr Sachen macht, die ihr bis jetzt nicht mochtet. Und dann fragt euch selber: Hab ich die Sache geliebt oder hab ich sie verachtet? Hab ich meine Vorgesetzten für diese Sache geehrt oder habe ich sie verunehrt? Bin ich die Sache mit Respekt angegangen oder nicht? Habe ich Angst gehabt oder nicht?

Wenn ihr euch jetzt irgendeine Sache vorstellt, die ihr überhaupt nicht mögt, dann werden wahrscheinlich sofort all diese negativen Gedanken ausgelöst. Habt ihr euch bis jetzt irgendwann mal dagegen gewehrt oder nicht? Wenn wir uns entscheiden, diese Gedanken nicht mehr zu denken, das alleine löst noch nicht das Problem. Wer das glaubt ist verführt. Aber das bringt uns in die Möglichkeit mit Gott eins zu sein, den Sinn Christi zu haben und Gottes Gedanken zu empfangen für dieses Problem. Und auf diese Art und Weise können wir jedes Problem und jede Schwierigkeit als Herausforderung sehen. Und wir behalten im Kopf, dass Gott niemals Depressionen haben wird – niemals. Und ich kann euch versprechen, dass euch euer Leben viel mehr Spaß machen wird. Und ihr müsst nicht mehr von Wochenende zu Wochenende leben und diese komischen fünf Tage da durchstehen. Es gibt verschiedene Arten von Leben, es gibt pflanzliches Leben, mineralisches Leben, tierisches Leben, menschliches Leben und es gibt das „zoe“, das göttliche Leben. Die meisten Menschen, das hat Gott mir gesagt, leben wie Pflanzen. Die sind wie so ein Baum, der steht sein ganzes Leben lang auf derselben Stelle, kommt nie vom Fleck. Er macht ein bisschen was gutes, er gibt ein bisschen Sauerstoff, er saugt aber aus seiner Umgebung sehr viele Nährstoffe aus, und irgendwann, wenn keine Nährstoffe mehr da sind, die er aussaugen kann, stirbt er. Die meisten Leute leben so, sie gehen fünf Tage die Woche zur Arbeit, machen jeden Tag dasselbe, am Wochenende müssen sie sich besaufen, weil sie es nicht aushalten oder machen irgendwas anderes um sich zu betäuben, was ich verstehen kann. Weil ich es wahrscheinlich auch machen würde wenn ich so leben würde. Dann arbeiten sie wieder fünf Tage die Woche. Sie kommen noch nicht mal in der Welt irgendwie rum. Das ist pure Langeweile und Eintönigkeit – wo ist der Unterschied zu einem Baum?

Manche Leute haben ein Leben, das ist wie das Leben eines Tieres. Ein Tier ist nur von seinen Lüsten gesteuert, von seinen Trieben. Die Bibel redet über Menschen, deren Verstand wie der der Tiere ist.

In Judas zum Beispiel – Jud 10:
Diese aber lästern alles, was sie nicht verstehen; was sie aber von Natur wie die unvernünftigen Tiere wissen, darin verderben sie sich.

Aber auch an anderen Stellen:

Röm 1,23
und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen, den Vögeln und vierfüßigen und kriechenden Tieren gleicht.

Paulus redet da von solchen degenerierten Menschen. Die sehen zwar aus wie Menschen, die sind vielleicht auch halbwegs schlau oder können irgendwas, aber ihr ganzes Ziel ist: Ich will meine Lust befriedigen. Wenn du so ein Leben hast, dann unterscheidet sich dein Leben im Grunde nicht viel mehr von dem eines Tieres.

Paulus sagt in Korinther, ihr werdet sterben wie normale Menschen. Wir sind sogar dazu berufen ein Leben zu haben, was sich von anderen Menschen unterscheidet. Paulus sagt den Korinthern: Ihr werdet sterben wie normale Menschen.

Vielleicht erinnert ihr euch an die Predigt mit diesen kontroversen Versen, die Jesus zitiert aus den Psalmen „Ihr seid Götter“. Wenn wir einen göttlichen Schatz, wenn wir den Heiligen Geist in uns haben, und wenn wir tatsächlich behaupten, dass wir mit dem Schöpfer, dass wir mit dem Kreativen in Verbindung stehen, mit dem kreativsten Wesen, das es je gab. Wenn wir tatsächlich behaupten, dass wir eine Verbindung zu dem kreativen Schöpfer haben, sollte sich das dann nicht irgendwie zeigen und unser Leben kreativ machen? Das sollte uns eigentlich – und Paulus sagt das sehr deutlich – in die Lage versetzen, ein Leben zu leben, das sich abhebt, was eine andere Qualität hat als nur ein einfaches menschliches Leben. Okay, damit schließe ich.

Vater im Himmel, Du allein weißt, was in unserem Verstand, in unseren Gefühlen, in unserer Vorstellungskraft, in unserem Unterbewusstsein, in unserem gesamten unsichtbaren Mensch, Du weißt, was sich da im Laufe der Jahre alles abgelagert hat. Und ich bitte Dich, dass Du mit deinem Staubsauger kommst und den ganzen Dreck wegsaugst. Ich bitte Dich, dass Du uns einiges von dem Dreck ins Bewusstsein bringst und es uns zeigst, was für Schimmelpilze wir alles in unserem Unterbewusstsein, in unserem unsichtbaren Menschen mit uns rumschleppen, die uns das Leben zur Hölle machen. Gott, danke, dass Du uns von jedem Fluch erlösen kannst. Danke, dass Du ein Erretter bist. Dass Dir kein Problem zu groß ist.

Und es ist nicht so sehr nur in unserem Interesse, dass wir hier mehr Spaß haben, darum geht es in Wirklichkeit überhaupt nicht, sondern es geht darum, dass die Leute sehen, dass da ein Gott in Israel ist. Dass da wirklich tatsächlich ein Gott existiert. Und wie sollen sie es sehen wenn wir leben wie Bäume oder wie Tiere oder wie normale Menschen? Wie sollen sie das erkennen?

Gott, ich möchte Dich bitten, dass Du all die Herzenshaltungen der Missachtung und der Verunehrung und der Verachtung jetzt ins Bewusstsein rufst bei uns. Wo wir uns versündigt haben, wo wir einen geistlichen Dienst nicht geachtet haben, wo wir das Herz von Korah hatten und rebelliert haben oder wo wir irgendeine Arbeit, die Du uns gegeben hast, damit wir unsere Familie versorgen können, wo wir sie missachtet haben. Ich möchte Dich bitten, dass du uns das jetzt ins Bewusstsein rufst und ich möchte dir gleichzeitig auch danken, dass du uns das vergibst wenn wir es bekennen und vor dich bringen. Danke, dass Du uns diese Herzenshaltung vergibst. Danke, dass Du uns vergibst, wo wir mit Verachtung auf das Leben geschaut haben, welches Du uns gegeben hast, dass wir es leben dürfen. Vergib uns all die Kritik, vergib uns, wo wir nur das negative gesehen haben. Vergib uns, wo wir immer nur gesehen haben, was der Teufel tun kann und wo wir nicht sehen wollten, was du tun kannst. Vergib uns, dass unser Glaube so klein ist, dass wir dir nicht zugetraut haben, dass du auf eine meisterhafte Art und Weise unseren Alltag genial gestalten kannst.

Gott, wir wollen ab jetzt immer diese Möglichkeit in Betracht ziehen, dass Du uns einen genialen Einfall geben kannst, sei es für unsere Arbeit, sei es für unser zu Hause, für unsere Familie oder für was auch immer. Wir erkennen Dich an als kreativer einziger Schöpfer. Du hast Himmel und Erde geschaffen, und Du bist so kreativ und möchtest das mit uns teilen.

Danke, Herr, dass es so etwas wie eigene Kreativität oder so nicht wirklich gibt, sondern dass alles von dir kommt. Lass uns doch zu einem Volk werden, zu Menschen werden, die mit unserem alltäglichen Leben beweisen, dass es da einen mächtigen Gott gibt, einen mächtigen Erretter, der unglaubliche Dinge tun kann so wie Du es durch David getan hast, so wie du all die Heiden durch Daniel verblüfft hast und die sich gewundert haben, woher hat der all diese Weisheit? Und wieso ist der schlauer als jeder von uns?

Und Gott, du sagst auch, dass es nicht funktionieren wird wenn wir uns nicht selbst verleugnen, wenn wir nur unseren eigenen Vorteil im Sinn haben. Es wird nicht funktionieren wenn wir nicht im Kleinen treu sind. Danke, dass du uns die Kraft gibst im Kleinen treu zu sein. Und wenn wir hier rausgehen, lass doch jeden wissen, wo er im kleinen treu sein kann. Lass jeden wissen, wo er dienen kann ohne etwas zurück zu erwarten, wo wir geben können ohne eine Gegenleistung zu erwarten so wie du es in der Bergpredigt sagst. Und du sagst, alles was ihr wollt, das die Menschen euch tun, das tut ihr ihnen zuerst. Und mach das doch zu unserer Haltung. Dann werden wir nie wieder auf irgendeine Sache verächtlich schauen.

Danke Jesus, dass der Engel damals nicht gelogen hat. Vergib uns, dass wir es oft so aussehen lassen als ob der Engel die Hirten damals angelogen hat, aber er hat sie nicht angelogen. Es ist tatsächlich große Freude, Jesus. Vergib uns, dass wir das nicht gesehen haben. Danke dafür Jesus, dass wir dieses Leben leben können. Amen.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (90:00 bis Ende)

 

Warum gibt es sonst powerwirkende Evangelisten, die irgendwann abfallen vom Glauben? Warum gibt es die, wenn die solche Dinge gesehen haben? Warum? Warum ist Israel abgefallen, wo sie doch diese gewaltigen Taten Gottes gesehen haben? Weil ihr Herz verkehrt war. Erst das Herz, dann der Dienst. Mehr Charakter, mehr Reinheit, mehr Hingabe, mehr Heiligkeit, mehr Furcht Gottes als einen wachsenden Dienst und Zeichen und Wunder.

Ich bin nicht gegen Zeichen und Wunder. Und das ist meine große Hoffnung, wenn wir diese Lektion gelernt haben, Gott wird die Endzeitgemeinde herrlich machen und ausstatten mit gewaltiger Kraft, und wir haben noch nichts gesehen. Das einzige, womit man das vergleichen würde, ist Apostelgeschichte. Das wird wiederhergestellt werden. Aber nicht, indem wir Zeichen und Wundern hinterherlaufen, sondern indem wir Gott hinterherlaufen und Ihm erlauben unser Herz zu verändern – zu tieferer Leidenschaft, zu größerer Leidensbereitschaft, zu größerer Opferbereitschaft, zu größerer Hingabe. Das ist unser Problem – wir sind eingeseift vom Geist der Welt, der uns sagt: Mach es so nett wie möglich, mach es so einfach wie möglich, mach es so anstrengungslos wie möglich, mach es einfach wie alle anderen.

Das ist nicht, was uns weiterbringen wird. Nur wenn Gott unser Herz verändert werden wir neue Dinge sehen und wird die neue Gemeinde hervorkommen – die herrliche Gemeinde, die wirklich Ehre bringt für Jesus und nicht mehr bekannt ist in den Medien für ihre Skandale, wo Leiter das Geld der Gemeinde mitnehmen oder die Sekretärin mitnehmen oder was weiß ich – sondern wo Menschen wieder da sind, die integer sind, deren Wort gilt und die klar sind und die sich nicht nach den Massen richten, sondern richten sich nach dem Einen. Das ist, was gefragt ist und das ist, was Er geben will und dazu ruft Er dich – Ihn zu suchen, jeden Tag. Jeden Tag.

Spricht hier jemand Russisch? „kazhdyy den“ – jeden Tag. Immer wieder: „Herr, hier bin ich. Was für ein Schatz! Du bietest mir an ein neues Herz! Mach heute weiter bei mir, wo Du gestern aufgehört hast.“

Das ist, was man Stille Zeit nennt – Gott suchen, Gemeinschaft mit Gott. Nicht: „Herr, bitte mach doch, und hier noch und da noch und denk dran“ – sondern: „Hier ist mein Herz, tu Du Dein Werk an meinem Herzen.“

Und so wird Gott verherrlicht werden. Hallelujah. Hallelujah.

Abschlussgebet.

Vater, wir danken Dir, dass Du uns rufst an diesen heiligen Berg – an diesen Ort der Gemeinschaft, wo Deine Gegenwart ist, wo diese reine, kristallklare Himmelsluft weht, die Luft Deiner Heiligkeit, Deiner Erhabenheit, Deiner Majestät und Größe. Und Vater, Du willst uns Deinen Sohn schmackhaft machen, Du willst, dass wir begehren Seine Herrlichkeit zu sehen. Du willst, dass wir uns aufmachen, Ihn zu suchen.

Und in dem Maße wie Du uns reinigst und wie Du uns Seine Herrlichkeit zeigst, werden wir auch verwandelt werden – immer tiefer, immer weiter. Wir danken Dir, Vater, für diesen heiligen Ruf, für dieses Privileg, Du, der gewaltige, großartige Gott, Du willst uns haben, Du willst mich haben, Du willst jeden einzelnen haben und rufst ihn auf den Berg des Herrn und sagst: „Gib mir dein Herz. Erlaube mir an deinem Herzen ein tiefes Werk zu tun. Erlaube mir das Bild meines Sohnes in dir hervorzubringen – seine Hingabe an den Vater, seine Unbestechlichkeit, seine Klarheit, seine Barmherzigkeit, sein Vergnügen dem Vater zu gefallen“.

Vater, wecke neue Gelüste, lass altes in uns absterben und wecke Du neue Gelüste, dass das unsere Leidenschaft wird, Dich zu erfreuen, Dir zu gefallen. Gib uns diese Gesinnung Jesu, der sagt: „Allezeit tue ich, was dem Vater gefällt“. Hilf uns, da tiefer hinein zu kommen – um einen Unterschied zu machen in dieser Welt, die immer verrückter wird. Auch in der christlichen Welt, die immer flacher wird, hilf uns, kein Echo zu sein, sondern eine Stimme – eine Stimme für Dich, für Wahrheit, für Gerechtigkeit, für Klarheit, für das Gute, für das Ewige, für das Unveränderliche. Danke, Herr, dass Du uns anbietest, Du willst aus uns Menschen machen, die in Deinen Geboten wandeln, Deine Rechte halten und danach tun. Was für eine Verheißung! Du machst uns zu Männern und Frauen nach Deinem Herzen.

Und Heiliger Geist, ich bete, dass jedem einzelnen das ein Schatz wird, jeder einzelne begreift, was das für ein Wert ist, was für ein Segen das ist, ein Mann, eine Frau nach dem Herzen Gottes zu werden. Komm, Heiliger Geist, präge und berühre unsere Herzen und hilf uns eine Wertschätzung zu bekommen für das, was Dir wichtig ist. Hallelujah. Hallelujah. Wir danken Dir. Amen.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (85:00 bis 90:00)

 

Und Paulus fährt dann fort in Kolosser 3 und greift das Thema wieder auf und redet dort von „töten“.

Kol 3,5
Tötet daher eure Glieder, die auf Erden sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und die Habsucht, die Götzendienst ist

Dinge töten in unserem Leben – Unreinheit, böse Begierde, Götzendienst, Habsucht – Dinge töten.

Warum ist so ein Riesenproblem mit den Gemeinden in Kirgistan, wo ich jedes Jahr hingehe? Die Leiter zuerst und dann die Schafe hinterher – alle wollen nach Kanada, ins gelobte Land. Weil da liegt das Geld auf der Straße, da ist ein wunderbares Leben, da ist alles ganz einfach und da ist es schön für die Kinder, und alles ist gut – auf nach Kanada. Warum wollen die alle nach Kanada?

Erstens weil die USA zugemacht hat.

Und zweitens weil das Evangelium nie Wurzel gefasst hat in ihren Herzen.

Weil sie nicht glauben, Gott ist ein Gott, der größer ist als die Umstände. Sie glauben nicht an einen Gott wie im Alten Testament: Der eine hat in der Dürre gesät, was ja totaler Wahnsinn ist. In der Dürre säen heißt, du kannst auch deine Samen gleich wegschmeißen. Das kann ja nicht funktionieren – wir haben seit Jahren Dürre und da ist einer, der sät in der Dürre! Und Gott hat ihm eine gewaltige Ernte gegeben. Weil er gewusst hat, Gott ist mit mir, Gott ist größer als die Umstände. Aber die Leute sagen, in diesem Land kann man nicht leben.

Und das ist nicht nur in Kirgistan so, das habe ich auch in Albanien getroffen. Die Leute träumen von dem Glück in irgendeinem reichen Land. Ihr Glück ist nicht der Wille Gottes, ihr Glück ist nicht ihre Berufung zu finden. Ihr Glück ist ein einfaches Leben zu finden, wo man viel Geld hat und wo man sich alles leisten kann. Das Evangelium hat niemals Wurzeln geschlagen in ihrem Herzen. Sie suchen nicht das Reich Gottes, sie suchen ein einfaches, nettes, schönes Leben wie sie sich das vorstellen.

Und ich denke an vielen Stellen in Deutschland ist das auch nicht anders.

Ihr Lieben, das Zentrum muss wieder das Zentrum werden. Das ist mein Vorschlag. Das Zentrum muss wieder das Zentrum werden – wie hat jemand so wunderbar formuliert?

Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache ist.

Das ist ein ganz tiefer Satz, ich weiß, den versteht man nicht auf Anhieb, aber ihr könnt ihn aufschreiben und dann darüber nachdenken: Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache wieder die Hauptsache ist.

Und was ist die Hauptsache? Ich gebe euch ein neues Herz, ich gebe euch ein Herz mich zu fürchen. Ich schreibe meine Worte auf eure Herzen (Jeremia 31,33).

Was zwei Mal im Neuen Testament – Hebräer 8,10 und nochmal in Hebräer 10 wiederholt wird. Zwei Mal wird diese Schriftstelle – Jeremia 31,33 – wiederholt und wir sehen, das ist der neue Bund, das ist, was Gott für uns hat.

Heb 8,10
Denn das ist der Bund, den ich schließen will mit dem Haus Israel nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz geben in ihren Sinn, und in ihr Herz will ich es schreiben und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.

Heb 10,15-17
Das bezeugt uns aber auch der Heilige Geist. Denn nachdem der Herr gesagt hat (Jeremia 31,33-34):
»Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will nach diesen Tagen«, spricht er: »Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben, und in ihren Sinn will ich es schreiben,
und ihrer Sünden und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken.«

Und mit der Bekehrung ist Tor und Tür offen für einen solchen Prozess. Aber wenn wir glauben, Bekehrung ist das reine Herz – wer sucht diesen Prozess? Wer sucht? Warum? Wir habens schon. Das ist eine gefährliche falsche Lehre, die die Apostel nicht gelehrt haben. Bekehrung ist nicht identisch mit dem neuen Herzen, Bekehrung ist der Anfang, dass Gott jetzt Gelegenheit hat an dem Herzen Sein Werk zu tun.

Und deswegen suchen wir Gott. Darum lernen wir Disziplin und Überwinden und kommen jeden Tag vor Ihn – wir beten Ihn an und wir geben Ihm unser Herz und sagen: „Gott, das ist, was ich begehre, weil das ist, was Du begehrst mehr als irgendetwas anderes“.

Ja, Gott will uns im Übernatürlichen gebrauchen, aber wenn das wichtiger ist als ein Charakter, der mit Jesus immer mehr übereinstimmt, wenn Wunder – Zeichen und Wunder – wichtiger sind als Demut und Heiligkeit, dann werden wir in die gleichen Probleme kommen wie viele andere vor uns auch gekommen sind. Sie hängen ihr Herz an das Übernatürliche, aber nicht an Jesus. Und Wunder, die du siehst und Wunder, die du wirkst, haben niemals die Kraft dein Herz zu verändern. Sie haben nicht die Kraft.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (80:00 bis 85:00)

 

Ihm sind sie ja schon längst bewusst. Wenn es heißt „Gott erforscht die Herzen“ – das heißt doch nicht, Gott sagt: „Hm, da ist Fritze Müller, hm, was ist wohl mit dem los? Na, wir gehen mal runter, wir werfen mal einen Blick in sein Herz“.

Nein, das ist nicht „Gott erforscht das Herz von Fritze Müller“. Wenn Gott das Herz von Fritze Müller erforscht, dann heißt es, Gott macht Fritze Müller offenbar, was Gott schon immer sieht. Und dann kriegt er einen Riesenschock. Und das nennt man Furcht des Herrn. Das nennt man Buße. Erfurcht vor einem heiligen Gott. Wir sagen: „Gott, wir sind vergänglich, wir sind Fleisch, Du bist heilig. Tu Du Dein Werk in mir“.

Das ist, was es braucht, und das ist, was Gott bereit ist zu geben, aber wir müssen das erkennen als das Zentrum – darum geht es. Du suchst Gott jeden Tag, nicht damit Er deinen Dienst segnet oder deine Finanzen aufpeppelt oder dir eine bessere Arbeit gibt oder eine größere Wohnung – du suchst Gott, weil du Ihm dein Herz gibst. Und sagst: „Gott, das große Problem in dieser Welt ist mein Herz. Gib mir ein Herz, das Dich fürchtet, gib mir ein Herz, das Dir vertrauen kann, gib mir ein Herz, das Abhängigkeit von Dir sucht und schätzt und da drin bleiben will. Gib mir ein Herz, das nicht von Dir abweicht“.

Das ist unsere große Not. Und wenn wir diese Art von Gebet beten würden – nicht nur ein Mal, sondern über Monate und über Jahre – Gott wird Gelegenheit bekommen Sein Werk zu tun. Es ist durch Gnade, dass das Herz fest wird. Durch Gnade.

Heb 13,9b
denn es ist gut, daß das Herz fest wird, was durch Gnade geschieht.

Das ist der Hauptgrund, warum wir jeden Morgen vor Ihm sind. Wir bringen Ihm unser Herz und sagen: „Gott, du hast gesagt: Gib mir dein Herz – hier bin ich, hier ist mein Herz, tu jetzt an meinem Herzen, was ich in Deinem Wort verstanden habe, was Du das tun willst – schneide, reiße aus.“

5 Mose 30,6
Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden, damit du den HERRN, deinen Gott, liebst mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, dass du am Leben bleibst.

Was ist notwendig damit wir Gott lieben von ganzem Herzen? Beschneidung. Gott muss uns beschneiden damit wir überhaupt fähig sind Ihn zu lieben. Wir können nicht – niemand von uns kann Gott so lieben wie es sich gebührt, wie Er es verdient, geliebt zu werden – niemand von uns hat diese Klarheit, diese Entschiedenheit, diese Leidenschaft, diese Reinheit, diese Intensität, diese Ausdauer, diese Opferbereitschaft – niemand von uns. Ohne Ausnahme.

Darum geht es nicht. Aber es geht darum: Er ist bereit uns zu geben, was wir nicht haben. Er ist bereit in uns zu wirken, was wir uns nicht selber geben können, und wir geben uns Ihm und sagen: „Beschneide mein Herz damit ich fähig werde Dich zu lieben so wie es sich gebührt Dich zu lieben.“

Und wenn du deine Bibel kennst, dann weißt du, dass es mitten im Neuen Testament wiederkommt – Kolosser 2 – die Beschneidung durch Christus, die Beschneidung, die nicht mit Händen gemacht ist.

Kol 2,11
In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschehen ist, sondern im Ausziehen des fleischlichen Leibes, in der Beschneidung des Christus

Das ist, worum es geht. Und das ist nicht Bekehrung! Es beginnt – oder kann beginnen mit der Bekehrung wenn man die richtige Lehre hat, wenn man versteht, was das Zentrum ist und dann sich Ihm gibt und Ihn sucht und Ihm erlaubt, da ran zu gehen. Weil Gott kann nur in dir und in mir das tun, was wir …

  1.  wissen aus dem Wort, was Er anbietet, was Er tun möchte und
  2.  was wir begehren und
  3.  was wir Ihm tatsächlich erlauben.

Und darum benutze ich sehr viel diesen Begriff, wiewohl ich weiß, er kommt nach meinem Wissen nicht in der Bibel vor: Raum machen für Gott. Es heißt …

Eph 4,27 Gebt dem Teufel keinen Raum in euch!

So, dem geben wir keinen Raum. Aber Gott geben wir Raum. Wir erlauben Ihm an unseren Herzen zu arbeiten, wir geben uns Ihm und sagen: „Gott, hier bin ich, es geht nicht um meine Rechnungen, es geht nicht um meinen Dienst, es geht nicht um das, es geht nicht um jenes, es geht nicht um Kleinigkeiten, es geht um das Zentrum, und das ist mein Herz – Du bist der, der die Herzen erforscht – hier bin ich, tu Du Dein Werk in mir – schneide Du weg, was da nicht hingehört“.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (75:00 bis 80:00)

 

Aber das wird unseren Studenten auf den Seminaren ja nicht beigebracht. Die kriegen Erfolgsrezepte, aber nicht: Das Leben aus Gott kommt aus Tod, aus dem Nullpunkt. Und die werden trainiert mit Krücken zu laufen, statt sich auf den Herrn zu verlassen und Ihm zu erlauben einen perfekten Weg zu finden, wo wir an unser Ende kommen, wo wir sterben – damit wir leben können.

Oh, Gott muss bekannt werden wieder. Und das geht nur über das Herz.

Jer 24,7
Und ich gebe ihnen ein Herz, mich zu erkennen, dass ich der HERR bin.

Es braucht ein Wirken Gottes an unserem Herzen um überhaupt Ihn zu erkennen. Ohne dass Gott eingreift, man kann Ihn nicht erkennen, es ist völlig unmöglich. Und die Erkenntnis Gottes hat etwas zu tun mit dem Zustand unseres Herzens. Jesus sagt: Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.

Mt 5,8
Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.

Wenn dir irgendjemand erzählt hat, ja, Gott schauen – später in der Ewigkeit. Vergiss es! Das ist nicht wovon Jesus geredet hat. Wer Reinheit des Herzens liebt, wessen Lippen wohlgefällig reden, dessen Freund ist der König.

Spr 22,11
Wer Reinheit des Herzens liebt, wessen Lippen wohlgefällig reden, dessen Freund ist der König.

Das ist nicht im Himmel, das ist jetzt. Jetzt sollen wir Freunde Jesu sein. Jetzt sind wir gerufen zu einer tiefen Gemeinschaft mit Ihm, wo wir Ihn über alles stellen. Über unsere Freunde, über unsere Feinde, über alles. Wir stellen Ihn über alles und sagen: Er ist Nummer Eins. Er ist der Erste, das ist, was es braucht. Und das können wir nur wollen – ganz zaghaft, ganz schwach und uns Ihm hingeben und Ihm erlauben in uns zu wirken – und Er wird dieses Wollen stärker machen und brennender und entschiedener machen. Er muss in uns wirken. Hallelujah. Er muss Sein Werk tun, und Er will es so gerne tun.

Jer 24,7
Ich gebe euch ein neues Herz mich zu erkennen, dass ich Jehova bin und sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein, denn sie werden mit ihrem ganzen Herzen zu mir umkehren.

Was für eine gewaltige Verheißung.

Ps 36,10
In Deinem Licht sehen wir das Licht.

Gott ist Licht, und wenn wir in Seine Gegenwart kommen fangen wir an, Dinge zu sehen, die wir vorher nie gesehen haben. Entweder Dinge über Ihn oder Dinge über uns. Und das gehört zusammen. Je mehr wir Ihm erlauben uns Dinge zu zeigen über uns, um so mehr werden wir fähig sein Dinge zu sehen über Ihn. Das hängt zusammen. Das Maß der Klarheit – der Sicht auf Gott, der Klarheit der Erkenntnis Gottes, des Verständnisses, wer Er ist – hängt ab vom Maß der Reinheit unserer Herzen.

So, wir kommen in die Gegenwart Gottes und das Licht Gottes scheint, und da gibt es Dinge, wo wir umkehren müssen, da gibt es Dinge, wo wir wahr werden müssen, da gibt es Dinge, wo wir sagen: „Herr, Du hast Recht und das gehört nicht zu mir, und das ist nicht in Ordnung, nimm das raus!“

Und das befähigt uns näher zu kommen. Und wenn wir näher kommen, wir sehen wieder mehr. Und wieder gibt es Buße, wieder gibt es Umkehr, wieder gibt es eine neue Gesinnung, eine neue Hingabe, eine neue Klarheit, und die befähigt uns noch weiter zu gehen. Das ist, was der Psalm meint:

Ps 43,3
Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, mich bringen zu deinem heiligen Berg und zu deinen Wohnungen

Was bringt uns in die Gegenwart Gottes? Das Licht! Und das Licht muss begehrt werden. Und Jesus sagt: „Das ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist“. Und das waren Menschen, deren Werke waren böse, und sie kommen nicht zum Licht, auf dass ihre Werke nicht offenbar werden.

Joh 3,19
Dies aber ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse.

Und wir müssen solche sein, die sagen: Ich will zum Licht, ich will ans Licht, ich will, dass das Licht Gottes kommt. Herr, erforsche mich, prüfe mich, lass dein Licht scheinen, überführe mich.

Ps 26,2
Prüfe mich, HERR, und erprobe mich, erforsche meine Nieren und mein Herz!

Wann hast du das letzte Mal gebetet, „Herr, überführe mich“? Jesus gibt doch diese gewaltige Verheißung: Ich überführe und züchtige alle, die ich liebe.

Off 3,19
Ich überführe und züchtige alle, die ich liebe. Sei nun eifrig und tu Buße!

Also: Überführung und Züchtigung ist ein Aspekt, ein Bestandteil der Liebe Gottes. Warum klammern wir das aus? Warum wollen wir nur kuscheln beim Papa? Warum sagen wir nicht: „Herr, überführe mich, lass Dein Licht scheinen, lass mich Dich sehen in Deinem Licht, lass die Abgründe meines Herzens mir bewusst werden“.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (70:00 bis 75:00)

 

Wo gibt es Seminare, wo das gelehrt wird? Fast nirgendswo. Geh mal die christlichen Kataloge durch, finde mal heraus, wieviel Bücher gibt es nach 40 Jahren pfingstlich-charismatischer Erneuerung über Demut. Wieviel Bücher gibt es? Ich kenne drei brauchbare! Drei – vielleicht gibt es noch ein anderes, was ich noch nicht kenne – wenn du einen Titel hast, bitte, ich bin immer begierig, aber ich kenne drei Bücher.

So, wieviel Bücher gibt es über Heilung? Man kann sie nicht zählen. Und über „Dämonen austreiben“ und über Wachstum und all diese Dinge – endlose Schlangen von Büchern, von Seminaren, aber das, was Gott wirklich wichtig ist – Jesus sagt: Lernt von mir Demut – ist nicht aktuell, ist nicht wichtig. Für Gott ist es wichtig. Die Gemeinde im großen Ganzen ist in sehr großer Disharmonie mit dem Herzen Gottes: Was Ihm wichtig ist, ist uns unwichtig, und was uns unwichtig ist, ist Ihm wichtig.

Die Relationen stimmen überhaupt nicht, wir sind so weit weg vom Herzen Gottes, und das muss sich ändern, und deswegen sitzt du heute hier. Dass du sagst: Ich werde Gott suchen, und ich werde einen Unterschied machen, ich werde ein Mann, eine Frau werden, durch die das Reich Gottes vorwärts kommt, ich werde jemand werden, durch den etwas geschieht. Ob du Geschäftsmann bist oder Hausfrau oder was auch immer, das spielt alles keine Rolle. Das ist nicht wichtig. Wichtig ist, was da drin passiert. Und jeder von uns hat Zugang zum Herzen Gottes, jeder von uns kann auf den Berg des Herrn gehen und sagen: „Gott, hier bin ich, tu Du Dein Werk in mir, verändere mich.“

Der Glaube, dass es notwendig ist und möglich ist, auf eine spürbare, abspürbare Weise in das Wesen Jesu umgestaltet zu werden, dieser Glaube ist im Keller. Und er war noch nie so niedrig so lange ich mich überhaupt erinnern kann.

Früher hat man wenigstens noch gelesen: „Murray – Nach Jesu Bild“. Wer kennt denn heute sowas noch? Wer liest denn sowas? Altmodisches Zeugs, Ihr Lieben, aber dieser Mann hat verstanden, was das Zentrum ist. Dieser Mann hat verstanden, wie man mit Jesus lebt. Und all diese Dinge: „Warten auf Gott“, „Nach Jesu Bild“, „Bleibe in Jesus“.

  • Andrew Murray – Warten auf Gott (Leseprobe)
  • Andrew Murray – Nach Jesu Bild
  • Andrew Murray – Bleibe in Jesu

All diese kostbaren Dinge, das kannst du heute bei booklooker.de und anderen Archiven für 1 Euro kaufen, weil die abgefallenen Christen ihre ganzen Bücher verkaufen da. Für 1 Euro kannst du das kaufen. „Demut – Kleinod der Heiligen“ – für 1 Euro.

  • Andrew Murray – Demut – Kleinod der Heiligen

Weil das so kostbare Dinge sind, und wir leiden an Geschmacksverirrung. Wir kennen Gott nicht. Wir wissen nicht, was Ihm wichtig ist. Aber wenn wir unser Herz Ihm geben – „Gib mir mein Sohn, dein Herz“ – dann werden wir entdecken, was Ihm wichtig ist, und wir werden eine Korrektur und eine Anpassung unseres Geschmacks erleben und unsere Werte werden sich verändern. Und was vorher für uns so wichtig war, wird unwichtig werden, und was vorher unwichtig war, wird wichtig werden. Das wird alles irgendwie neu einjustiert werden, weil wir jetzt geprägt werden vom Himmel, nicht von theologischen Modeströmungen.

Und der Gott, dem wir dienen, der ändert sich nicht. Seine Wertschätzung für Demut ist heute genau so wie vor 40 Jahren, für Reinheit, für Heiligkeit. Gott ändert sich nicht – wir haben uns geändert, unsere Theologie hat sich geändert, die christliche Landschaft hat sich radikal verändert.

Als ich zum Glauben gekommen bin, gab es nicht eine Epidemie von Scheidungen und Skandalen unter christlichen Leitern, das gab es vor 40 Jahren nicht. Heute ist das fast normal. Wir haben uns daran gewöhnt. Ihr Lieben, wir dürfen uns daran nicht gewöhnen, Gott hat sich nicht gewöhnt. Und wir wollen auf Seiner Seite stehen, und wir kämpfen wie Jesus. Es heißt: Steh auf, nimm das Schwert und streite für die Sache der Wahrheit und der Gerechtigkeit.

Hallelujah. Wir müssen diesen Jesus wieder sehen, der aufsteht und sagt: Ich werde mein Haus reinigen.

Und er tut das durch Menschen – durch dich und durch mich. Und wir müssen auf Seiner Seite stehen und für das brennen, wofür er brennt. Und das geht nur wenn wir Ihn suchen und Ihm Raum geben, Sein Werk in uns zu tun. Tag für Tag. Das geschieht nicht in einem 1-Wochen-Crashkurs. Das geht über Jahre und Jahre, und das bedeutet viel Zerbruch. Und du wirst manches mal an einen Nullpunkt kommen, wo du weißt, wenn Gott jetzt nicht kommt und Gott eingreift, ich bin erledigt. Das braucht es.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (65:00 bis 70:00)

 

Und wir alle können das haben. Wir müssen nur beten: „Herr, rette mich, erlöse mich von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit“. Ist ja dieselbe Geschichte, es sind zwei Seiten der selben Medaille – einmal so rum und einmal so rum – ist das selbe. „Rette mich!“ Und dann wirst du dich wundern wie Er das tut. Nicht am Schreibtisch, akadamisch, sondern Er schickt dich und Er gibt dir Aufträge, und dir schlottern die Knie, und du sagst: „Herr, hier bin ich, sende meinen Bruder! Nicht ich, Herr, ich kann es nicht, hol einen anderen, der qualifizierter ist.“

Ihr Lieben, das ist vielleicht unser größtes Problem: Diese Sucht nach Anpassung, diese Sucht nach Bestätigung von den Massen, wiewohl jeder, der schon einmal einen Blick in Kirchengeschichte geworfen hat, zugeben muss, dass im Laufe der Kirchengeschichte die Mehrheit immer auf dem falschen Weg war.

Das war nicht nur bei Israel so, das ist auch in der Kirchengeschichte gewesen. Und die wahren Gläubigen waren immer die Verfolgten – Waldenser, Albigenser, Hugenotten – nenn‘ wen du willst, das waren immer die, die vom religiösen Establishment als die Bösen, als die Schlimmen, als die Extremen, als die Sektierer verachtet und ausgestoßen und misshandelt wurden.

Und was gibt dir den Glauben, dass das heute anders wäre? Die Menschen haben sich nicht geändert, Gott hat sich auch nicht geändert.

So, Gott muss in uns wirken, Ihr Lieben. Und darum geht es. Und wir geben Ihm unser Herz und sagen: „Herr, demontiere mich von Selbstvertrauen, demontiere mich von Überzeugung, wer ich alles bin und was ich alles kann und setz mich frei von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit.“

„Gib mir ein neues Herz!“ – das ist der Segen, die Verheißung des neuen Bundes: „Ich werde ihnen ein neues Herz geben“. Nimm diese Schriftstellen – Hesekiel 36,26f, Jeremia 32,40, Jeremia 31,33.

Hes 36
26 Und ich werde euch ein neues Herz geben und euch einen neuen Geist schenken. Ich werde das Herz aus Stein aus eurem Körper nehmen und euch ein Herz aus Fleisch geben.
27 Und ich werde euch meinen Geist geben, damit ihr nach meinem Gesetz lebt und meine Gebote bewahrt und euch danach richtet.

Jer 32
40 Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen schließen, daß ich nicht von ihnen ablassen will, ihnen wohlzutun. Und ich werde die Furcht vor mir in ihr Herz geben, damit sie nicht mehr von mir abweichen,
41 und damit ich mich über sie freuen kann, ihnen wohlzutun; und ich werde sie einpflanzen in dieses Land in Wahrheit, mit meinem ganzen Herzen und mit meiner ganzen Seele.

Jer 31
33 Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein;
34 und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: »Erkenne den Herrn!« Denn sie werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen, spricht der Herr; denn ich werde ihre Missetat vergeben und an ihre Sünde nicht mehr gedenken!

Das sind zentrale Verheißungen, die beschreiben, was der neue Bund ist. Und der neue Bund ist nicht Heilung und Befreiung. Der neue Bund ist ein neues Herz. Das ist der neue Bund: Ich schaffe ihnen ein neues Herz. Das ist der neue Bund.

Aber weil das heute so wenig verkündigt wird, das vielleicht am meisten ignorierte Buch in der Bibel neben Offenbarung ist der Hebräer-Brief. Er wird nicht gelehrt, er wird nicht gelesen, man beschäftigt sich nicht damit, aber nirgendswo wird klarer der Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Bund dargelegt – nirgendswo – im ganzen Neuen Testament.

Und ich fürchte, dass viele noch nicht verstanden haben, was die Herrlichkeit des neuen Bundes ist: Ein neues Herz, das Gott formt, das Gott prägt, das Gott in Übereinstimmung mit sich selber bringt. Das ist der größte Segen.

Jer 32,40b
Ich lege meine Furcht in ihr Herz.

Hallelujah. Die Furcht Gottes ist ein übernatürliches Geschenk, das man nur bei Gott persönlich sich abholen kann. Das kommt nicht durch Bücher lesen, das kommt nicht durch Hände auflegen, das kommt nicht durch Predigt hören – es kommt, indem man vor Ihm erscheint und erkennt: „Herr, richte mein Herz aus auf Dich!“

Englisch: „Unite my heart in the fear of the Lord“. Bring mein Herz – fass mein Herz zusammen zur Furcht Gottes – dass es nicht mehr abgelenkt ist von allen möglichen anderen Dingen, sondern ein Herz, das Dich fürchtet. Das ist, was es braucht, und das ist, was Gott geben will.

Und wie viele sind abgelenkt von Heilung und Wohlstand und Befreiung und Wachstum und all diesen Dingen? Und das sind Peanuts! Das sind Nebensächlichkeiten, das sind Kleinigkeiten gegenüber dem Zentrum. Und wenn wir das Zentrum, das Gott für uns gedacht hat – nämlich ein neues Herz – zum Zentrum machen würden – das, was wir suchen, die Salbung, die Heilungen und all die Dinge und Wachstum usw. – das wird uns alles hinterherlaufen!

Wie viele Seminare gibt es über wie lernt man zu heilen, wie lernt man zu befreien und all diese Dinge? Aber wie viele Seminare gibt es, wo wir das lernen, was Jesus gesagt hat? „Kommt zu mir, lernt von mir, ich bin demütig“?

Mt 11,29
Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen!

Wo gibt es Seminare, wo das gelehrt wird? Fast nirgendswo.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (60:00 bis 65:00)

 

Und da sind unsere Ideen, da ist unser Stolz, da ist unser Selbstvertrauen, da ist unser Kleinglaube und unsere Genügsamkeit, unsere Bescheidenheit im falschen Sinne. Da muss Gott rein, und da muss Er weiten und wegsprengen und erneuern.

So, wir geben Ihm unser Herz.

Spr 23,26
Gib mir, mein Sohn, dein Herz und lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen.

„Gib mir dein Herz“. Gott will dein Herz haben. Die ersten Gläubigen haben das gekannt – wenn du das liest – Apostelgeschichte – sie haben gebetet: „Gott, du Herzenskenner“.

Apg 1,24a
Und sie beteten und sprachen: Herr, du Kenner aller Herzen

So haben sie Gott genannt – Apostelgeschichte 1 – „Du Herzenskenner.“ Paulus sagt: „… der die Herzen erforscht.“

Röm 8,27a
Der aber die Herzen erforscht.

1 Thess 2,4b
… Gott, der unsere Herzen prüft.

Paulus redet von seinem Prozess, den er durchlaufen hat bis er in den Dienst gekommen ist. „Gott, der die Herzen prüft“. Und wenn du den Textzusammenhang studierst: Auf was schaut Er, was ist Ihm wichtig? Freiheit von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit! Wir können nicht Gott dienen – und auch nicht wirklich Menschen dienen – solange wir aus sind auf ihr Lob oder Angst haben vor ihrem Tadel. Wir können nicht. Und bei uns allen ist dieser Wunsch, die mögen doch alle nett sein zu mir, die mögen doch alle lieb sein, die mögen doch alle mich nur lieb haben und nur Gutes reden über mich. Wir alle haben diesen Wunsch! Das ist normal, weil wir so aufgewachsen sind, dass Gott nicht unsere Burg ist und unsere Festung und unsere Sicherheit, deswegen brauchen wir die Sicherheit von der Annahme der Menschen. Aber jetzt sind wir Kinder Gottes, und jetzt muss diese Seuche in unserem Herzen – Menschenfurcht und Menschengefälligkeit – muss ausgerottet werden. Und dann werden wir fähig sein Menschen zu dienen, weil wir nicht predigen, was die hören wollen, sondern was die hören müssen.

Das ist ein Unterscheid. Weil wir in Zeiten leben, von denen Paulus prophezeit hat – heute ist keine Prophetie mehr, heute ist es real: Es werden Zeiten kommen wo sie die Ohren abwenden von der Wahrheit und sich Menschen suchen, Verkündiger des Wortes, wo nach ihnen die Ohren jucken und Fabels werden sie anhängen, menschlichen Erdichtungen.

2 Tim 4
3 Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt;
4 und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich zu den Fabeln hinwenden.

Diese Zeit ist heute. Und die einzige Antwort darauf sind Menschen, Frauen und Männer Gottes, die keine Angst haben vor Ablehnung, die keine Angst haben von der geistlichen Obrigkeit verrissen zu werden und diffamiert zu werden und verleumdet zu werden und als böse und als schlecht dargestellt zu werden.

Die sagen wie Elia: So wahr der Herr lebt vor dem ich stehe.

1Kön 17,1
Und Elia, der Tisbiter, von den Einwohnern Gileads, sprach zu Ahab: So wahr der Herr lebt, der Gott Israels, vor dessen Angesicht ich stehe …

Das sagte er als er gerade vor Ahab steht, dem König, seinem König. Und er sagt: „Ahab, ich stehe nicht vor dir, bild dir nichts ein, ich stehe vor Gott“. Was für eine Freiheit! „So wahr der Herr lebt, vor dem ich stehe.“

Das ist, was es braucht, ihr Lieben. Echos haben wir genug, wir brauchen Stimmen vom Himmel. Keine Echos, die nachplappern, was andere schon erzählen und was sie auch von anderen gehört haben, die auch nicht von Gott gehört haben. Wir brauchen eine Stimme. Hallelujah.

Und das wirst du nur wenn du dich begibst auf diesen einsamen Weg zum Berg des Herrn. Wo du sagst: Gott, ich habs gesehen, du hast mich überführt, hier ist diese ekelhafte Menschengefälligkeit, dieses Fischen nach Lob und nach Anerkennung und nach guten Worten, Herr. Rotte das aus in mir, ich will nichts mehr davon haben! Ich will Dein Lob haben alleine. Ich will nur hören von Dir, „gut gemacht, du treuer Knecht“. Das will ich hören von Dir.

Und das ist ein Weg des Zerbruchs und der Beschneidung bis dieses Zeug rauskommt. Und da gibt es manche schwierige Situationen und wo Gott dich schickt, Worte zu sagen, wo du denkst, wenn ich das sage, ich sterbe. Und Gott sagt: Geh und stirb – und du wirst leben.

Das ist, was Er braucht, das ist, was die Welt braucht: Menschen, die nicht käuflich sind, die nicht ihre Karriere im Blick haben und die nicht den Applaus der Massen suchen, sondern die nur die Anerkennung vom Himmel haben wollen.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (55:00 bis 60:00)

 

Joh 15,5b
Jesus: Ohne mich könnt ihr nichts tun.

Das ist eines der schwersten Wahrheiten, die unser Herz glauben kann. Vorhin war die erste, dass wir wirklich wertvoll sind für Ihn, dass wir wirklich geliebt sind, dass wir kostbar sind. Aber eine zweite ist: Ohne ihn können wir gar nichts.

Und wir haben so viel Elan und so viel Power und so viel Pläne und so viel Überzeugung, wir können doch eine Menge. Und es braucht Jahre, denkt an Mose, einen Menschen zu demontieren, Jahre, ihn an den Punkt zu bringen, dass er weiß: Herr, mit mir ist nichts. Wenn irgendwas kommt, dann nur weil Du Gott bist und weil Du der bist, der die Toten auferweckt.

Und als Mose ganz unten war, da hat Gott gesagt: „So, jetzt bist du bereit. Jetzt geh und jetzt rede“. Und der Mann, der in aller Beredsamkeit Ägypten erzogen war hat auf einmal gesagt: Ich kann nicht reden!“ Er war völlig demontiert. Da war nichts mehr dabei. Und Gott hat gesagt: So ist es gerade recht, so brauche ich dich.

Und wir brauchen die Kraft der Auferstehung, die in uns wirksam ist. Und die müssen wir kennen. Von der müssen wir nehmen. Hallelujah.

Ein ganz wichtiger Punkt in unserem Gebet, worum es überhaupt geht, warum wir beten sollen – das Ziel unserer täglichen Zeit mit dem Herrn ist, dass wir Ihm unser Herz geben.

Unser Leben mit dem Herrn beginnt nicht damit, dass wir was tun für Ihn, sondern dass wir Ihm erlauben etwas zu tun an uns. Damit beginnt das wirkliche Leben mit dem Herrn. Dass wir Ihm Raum machen in uns. Und wir müssen das Wort Gottes studieren und herausfinden, worum geht es Gott überhaupt. Und obwohl ich so eine „Tag-und-Nacht-“ … naja, „Nacht-und-Tag-Bekehrung“ gehabt habe und in einer Nacht mein ganzes altes Leben zu Ende und ich durch die Gnade Gottes nie wieder in diesen Schmutz und in die Drogen und in das alles zurückgegangen bin – trotzdem hat es ungefähr 17-18 Jahre gedauert bis ich eine Wahrheit verstanden habe — wie David sagt: „Ich habe erkannt, mein Gott, dass Du das Herz erforscht“.

Ps 139,23
Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine

17 Jahre hats gedauert bis ich verstanden habe: Der Gott, der mich gerufen hat aus der Finsternis jetzt mit Ihm zu leben – Er ist an meinem Herzen interessiert. Nicht an meinem Dienst, Er ist an meinem Herzen interessiert. Und Er muss dort Dinge tun und Er will dort Dinge tun. 17-18 Jahre hat das gedauert. Ich wünschte, ich hätte damals solche Botschaften gehört wie ich sie heute hier bringe. Aber ich habs nicht gehört und habe meine Zeit mit vielen Dingen, die für mich wichtig waren, aber nicht die viel gebracht haben, verbracht. Der Gott, der uns gerufen hat, hat ein Werk mit unseren Herzen vor.

Und es ist eine falsche Lehre wenn Menschen sagen, die Bekehrung ist das neue Herz. Das ist nicht, was die Bibel sagt. Die Bekehrung ist nicht das neue Herz. Die Bekehrung ist der Anfang eines Prozesses, wo Gott ein neues Herz schafft.

1 Tim 1,5
Das Ziel aller Weisung (allen Unterrichts, aller Predigt, allen Trainings) ist Liebe aus reinem Herzen.

Das ist das Ziel. Das ist nicht der Start. Das ist das Ziel. Ein reines Herz ist das Ziel. Und wenn du das noch nie studiert hast, nimm deine Konkordanz oder deine Computerbibel, hol alles raus über Herz und was ist das „reine Herz“ und warum will Gott das haben, wie sieht das aus, wie schafft Er ein reines Herz, was bedeutet das? Und wie kann ich Ihm erlauben zu arbeiten?

Und dann verstehe ich: Gott will arbeiten an meinem Herzen, und ich suche Ihn in erster Linie deswegen um Ihm Raum zu machen in mir Sein Werk zu tun.

Ihr Lieben, Demut, Sanftmut, Barmherzigkeit, eine Haltung der Dienerschaft kommt nicht über Nacht! Kommt auch nicht von einer theologischen Ausbildung. Es kommt wenn Gott selber Sein Werk tut in unserem Herzen – auf keine andere Art und Weise – egal, was für ein Diplom du dir angeschafft hast oder was auch immer für eine theologische Ausbildung oder irgendwas – wenn Gott nicht das Herz formt nutzt die ganze theologische Ausbildung nichts. Und es wird nur aus deinem Kopf in die Köpfe von anderen gehen. Aber Gott macht es ganz anders: Aus dem Herzen in das Herz hinein.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (50:00 bis 55:00)

 

Lasst mich noch schnell erwähnen, obwohl ich jetzt nicht darauf eingehen werde, was ist denn der Stab Aarons, den wir auch finden in der Gegenwart Gottes? Der Stab Aarons, der gegrünt hat, das war das Zeichen Seiner Erwählung. Da wurden ja die Stäbe hingelegt und einer hat über Nacht ausgeschlagen – ein totes Stück Holz hat ausgeschlagen, gegrünt und Frucht getragen. Und das war das Zeichen: Aaron ist erwählt.

Für mich, der Stab Aarons, den wir auch finden in der Gegenwart Gottes, ist: Du findest deine Erwählung. Du findest deine Berufung.

Ohne dass man das irgendwie belegen könnte, aber rein gefühlsmäßig, ich glaube, dass weit über 80% – wahrscheinlich noch mehr Prozent der Gläubigen heutzutage im Laufe ihres Lebens niemals in ihre Berufung kommen. Weil ihr Glaube so oberflächlich ist, weil er so viel mit Menschenweisheit vermischt ist, weil sie so wenig selber empfangen von Gott, weil sie so wenig hineinkommen in das, was Er für sie hat. Und sie versuchen und hören auf Ratschläge von anderen: „Mach doch mal das oder mach das oder vielleicht sollst du dies machen“ oder so – aber Gott hat einen Plan. Das heißt nicht, wir gehen alle in den vollzeitlichen Dienst, aber Gott hat einen Plan für dein Leben. Und Er möchte, dass du da hineinkommst.

Und du musst es von Ihm empfangen, du kannst es nur von Ihm empfangen. Renn nicht zum Propheten: „Was ist das Wort des Herrn, was sagt der Herr über meine Zukunft?“ Vergiss das! Vergiss das. Wie viele Leute habe ich gesehen – junge Leute – rennen dem Propheten hinterher und machen hinterher die dümmsten Dinge, weil sie ein Wort bekommen haben, was sie gar nicht verstanden haben.

Wenn du ein Wort bekommst, was du nicht verstehst – in keinem Falle triffst du irgendeine Entscheidung, in keinem Falle veränderst du irgendwas in deinem Leben. Du tust es aufs Regal und sagst, „Herr, wenn das von Dir ist und wenn die Zeit da ist, Du wirst mir erklären was das bedeutet, und dann wirst Du mir zeigen, was, wann, wo, wie, mit wem zu veranstalten ist“. Und wenn das nicht vom Himmel kommt, dann kann das Wort auf dem Regal stehen bleiben – Jahrzehnte.

Wir denken, das Wort kommt am Sonntag – das meint Mittwoch. Ich war keine zwei Jahre Christ, jemand hatte eine Vision gehabt für mein Leben, was meinen Dienst beschrieben hat. Und wie alle jungen Hengste – man denkt, okay, das ist es und das mache ich jetzt – und es war eine herrliche Bauchlandung. Und ich habe nicht verstanden, dass es über 20 Jahre dauert bis das anfing zu leben und realisiert zu werden, was damals war. Über 20 Jahre – und das waren nur die ersten kleinen schwachen Anfänge, und ich glaube, dass ich immer noch in den Anfängen bin.

So, wir denken, Gott hat gesprochen, wir krempeln die Ärmel hoch, wir machen das. Nein, wenn Gott gesprochen hat, dann muss Er ein zweites Mal sprechen: „Was, wann, wo, wie, mit wem“.

Und wenn Er das nicht gesagt hat, dann bete Ihn über diesem Wort an und sag: „Herr, hilf mir zu reifen, damit Du in mir erfüllen kannst und durch mich erfüllen kannst, was Du gesagt hast“.

So, der Stab Aarons ist ein Zeichen der Erwählung – und ich glaube noch etwas zweites, was man auch braucht um in seine Berufung zu kommen: Es ist die Kraft die Auferstehung. Es gibt keinen Dienst ohne Tod und Auferstehung. Es gibt keinen Dienst. Das ist eine Wahrheit, die heute so, so, so negiert wird, weil wir alle so auf Erfolg getrimmt sind und „hier sind die Rezepte und 1, 2, 3 und mach so und kopiere das aus Amerika und mach das und mach jenes und dann funktioniert das“.

Leben kommt aus Tod! Nimm das Beispiel von Josef, nimm David, nimm Paulus – nimm wen du willst! Leben schafft Gott aus Tod. Wo Menschen an den Nullpunkt kommen, wo Menschen in tiefe, tiefe Abhängigkeit kommen und sich wirklich im tiefsten Innern bewusst werden, ohne Ihn kann ich gar nichts!