Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (35:00 bis 40:00)

 

Und das ist Gottes Plan: Das Wesen Jesu, Christus, soll offenbart werden in der Gemeinde. Gott offenbart sich selber durch die Gemeinde, nicht durch die Leiterschaft – durch die Gemeinde. Die Gemeinde soll Christus repräsentieren. Die ganze Fülle von Ihm.

So, das ist einer der wesentlichen Gründe, warum die One-Man-Show nicht funktionieren kann. Und sie hat auch nicht funktioniert. Und nicht nur, dass sie nicht funktioniert hat, sondern sie hat viele, viele Probleme hervorgebracht. Und wer ein bisschen Erfahrung hat, der weiß, was alles für ein Elend und für eine Not sich verbirgt hinter diesem Schlagwort „Geistlicher Missbrauch“.

Weil das verrückte am Pastorensystem ist, wenn es einen Konflikt in der Gemeinde gibt, wenn jemand mit irgendwas nicht einverstanden ist, dann ist der Pastor in einer wunderbaren oder seltsamen, merkwürdigen Personalunion – zwischen Angeklagtem, Richter, Zeuge und Staatsanwalt. Alles in allem ist der Pastor selber. Und deswegen gehen diese Konflikte immer schief und schaffen neue Konflikte und neue Verletzungen und neue Verwundungen und neue Spaltungen.

Wie anders im Neuen Testament! Weil da haben wir nicht nur ein Ältestenteam, sondern da haben wir etwas, was Gott wiederherstellen möchte. Wir müssen eine Sicht dafür bekommen und verstehen wie notwendig das ist und dann anfangen dafür zu beten. Und Gott wird es wiederherstellen – den Dienst der Apostel.

Was haben die Apostel gemacht? Die haben nicht nur für die gesunde Lehre gesorgt in allen Gemeinden, sondern die haben dafür gesorgt, dass die Ältesten auf Spur blieben. Und wenn ein Konflikt war zwischen der Gemeinde oder einzelnen und einem Ältesten, dann hat nicht der Älteste das selber geregelt, sondern dann kam der apostolische Dienst und hat sich das angeschaut und hat mit der Weisheit Gottes reingesprochen und hat ein gerechtes Urteil gefällt und die Sache war erledigt. So, wir sehen, da ist eine Weisheit Gottes da drin. Ein Weisheit Gottes.

Und wie ich schon sagte, wenn du einmal das Neue Testament studiert hast und gefragt hast, was hatten die damals, was wir heute nicht mehr haben? Und was haben wir heute, was die damals nicht hatten? Wenn du nach diesen einfachen Fragen mal anschaust, was das Neue Testament uns gibt, du sagst, „ja, da sind ja Welten zwischen unserem heutigen Gemeindeverständnis und was sie damals gehabt haben.“ Da sind Welten dazwischen!

Eins der wesentlichen Elemente, was die neutestamentliche Gemeinde unterscheidet von einer herkömmlichen pfingstlich-charismatisch-evangelikalen Gemeinde, das ist, was wir heute bezeichen würden mit den Worten „Verbindlichkeit“. Dort wurde Jüngerschaft praktiziert. Da wurden die Jungbekehrten an die Hand genommen und ihnen wurde ein Trainingsprogramm gegeben und sie wurden gelehrt in den Ordnungen Gottes zu leben in allen Bereichen ihres Lebens.

Heute in den allermeisten Gemeinden, die Leute kommen am Sonntag, vielleicht noch am Mittwoch oder noch an irgendeinem anderen Tag, und sie kommen für ein Programm, das vorne geboten wird, und sie lassen sich unterhalten. Aber niemand fragt, wie lebst du eigentlich? Wie setzt du das um, was hier verkündigt wird? Was bewirkt das in deinem Leben? Zeig mir die Veränderung!

Paulus hat Anweisungen gegeben für Sklaven, wie und in welcher Haltung die arbeiten sollen.

Tit 2,9
Den Sklaven sage, dass sie sich ihren Herren in allen Dingen unterordnen, ihnen gefällig seien, nicht widersprechen

1Tim 6,1
Alle, die als Sklaven unter dem Joch sind, sollen ihre Herren aller Ehre wert halten, damit nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde.

Kol 3,22
Ihr Sklaven, seid gehorsam in allen Dingen euren irdischen Herren, nicht mit Dienst vor Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern in Einfalt des Herzens und in der Furcht des Herrn.

Eph 6,5
Ihr Sklaven, seid gehorsam euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfalt eures Herzens als dem Herrn Christus

Wie viele Gemeinden kennst du, wo die Leiterschaft sich dafür interessiert, wie du arbeitest? Und was dein Chef sagt über deine Arbeitsleistung? Wie viele Gemeinden kennst du? Ich kenne in Deutschland 2 1/2. Gut, ich kenne natürlich nicht alle Gemeinde, ich kenne nur einen Teil, aber seit 19 Jahren reise ich durch die Lande. So, ich habe schon einiges gesehen. Und 2 1/2 Gemeinden, die eine ist noch ganz am Anfang, aber sie hat sich das auf die Fahnen geschrieben, wir wollen wirklich Jüngerschaft leben – wenige Gemeinden, die wirklich dieses Verständnis haben, wir prägen die Neubekehrten, wir prägen ihren Lebensstil und dadurch prägen wir ihren Charakter.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (30:00 bis 35:00)

 

Mit einem habe ich gesprochen, er war so schockiert über diese Aussage, fing sofort an zu blättern in der Bibel. Ich sagte: Du brauchst nicht suchen – das gibts nicht. Es gibt keine Gemeinde im Neuen Testament, die von einem Pastor geleitet wird. Und mit aller Selbstverständlichkeit lernst du auf jedem Pastorenseminar, so ist das – so wird das gemacht – das ist normal. Wo kommt das her? Tradition! Und was sagt Jesus? „Durch eure Traditionen habt ihr das Wort Gottes kraftlos gemacht.“

Mt 15,6b
und ihr habt so das Wort Gottes ungültig gemacht um eurer Überlieferung willen.

Mk 7,13
und so hebt ihr mit eurer Überlieferung, die ihr weitergegeben habt, das Wort Gottes auf; und viele ähnliche Dinge tut ihr.

Unwirksam gemacht! Und wir müssen uns entscheiden: Folgen wir Traditionen oder folgen wir dem Worte Gottes? Wenn wir mehr sehen wollen von der Kraft Gottes, dann müssen wir uns verabschieden von gewissen traditionellen Vorstellungen.

Wir müssen sagen: Egal – und wenns noch niemand probiert hat, wir tun, was das Wort sagt. Wir tun was das Wort sagt.

Und so sind viele heute im Lande unterwegs, viele neue Gruppen entstehen, viele neue Gemeinden entstehen, und die sagen: Wir wollen weitergehen – wir wollen nicht stehen bleiben in pfingstlich-charismatischen Traditionen, sondern wir wollen weitergehen. Und wir wollen genauer hinschauen, und wir wollen gelehrt werden vom Heiligen Geist. Wir wollen tun, was das Wort Gottes sagt.

Du siehst Paulus, in jeder Versammlung – Apg 14,23 – hat er Älteste eingesetzt.

Apg 14,23
Nachdem sie ihnen aber in jeder Gemeinde Älteste bestimmt hatten, befahlen sie sie unter Gebet und Fasten dem Herrn an, an den sie gläubig geworden waren.

In jeder Versammlung! Das heißt nicht: In manchen – und in manchen hat er auch eine Pastorin eingesetzt oder irgendwas anderes sich ausgedacht. In jeder Versammlung! Dann sehen wir später in seinem Brief an Titus – das war ja ein Mitarbeiter von ihm, er gibt ihm einen klaren Auftrag in Tit 1,5: „In jeder Stadt sollst du Älteste einsetzen“.

Tit 1,5
und in jeder Stadt Älteste einsetzt, so wie ich dir die Anweisung gegeben habe

Er sagt nicht: „Titus, du bist ein Mann Gottes, du bist reif, du bist geleitet vom Heiligen Geist. Geh in die verschiedenen Städte und dann lass dich leiten vom Heiligen Geist und so wie der Heilige Geist dich führt, so machst du das – vielleicht eine Versammlung, die nur auf demokratischer Basis alles irgendwie entscheidet, vielleicht mit einem Pastor oder Pastorin oder wie auch immer – lass dich einfach leiten“. Nein, was sagt er? „Du setzt in jeder Stadt Älteste an!“ Das heißt, Titus hatte gar keine Wahl. Und er musste überhaupt nicht beten in diesem Punkt, er musste nicht fragen, ja, was soll ich jetzt hier machen? Paulus hat ihm klare Order gegeben, du setzt Älteste ein! Immer Plural. Immer mehrere. Plural ist mindestens zwei.

Warum ist das so wichtig? Du sagst, ja, ob sie jetzt einen Pastor haben oder Älteste haben – das ist doch egal, Hauptsache es gibt irgendeine Form von Leitung und irgendwer sagt, wo es langgeht. Nein, das ist nicht egal! Denn wenn du einen Pastor hast als Leiter – sagen wir, er ist Evangelist, wird die ganze Gemeinde evangelistisch ausgerichtet. Aber Jesus ist auch der gute Hirte, Jesus ist auch der größte Prophet, Jesus ist auch der größte Lehrer. Jesus ist alles. Und Menschen haben nur einen Teil. Und wenn wir ein Team haben, dann stellen wir sicher, die Gemeinde wächst gleichmäßig und alle Aspekte des Wesens Jesus werden hervorkommen.

Und die jungen Lehrer in der Gemeinde werden inspiriert und herausgefordert und geprägt und gefördert und entwickelt durch die Lehrer im Ältesten-Team. Und die, die eine hirtenmäßige Berufung haben, für Seelsorge und sich um Menschen und ihre Nöte zu kümmern, die werden herausgefordert, herausgerufen und gesegnet und gefördert und eingesetzt in Dienste durch den Hirten im Ältesten-Team. Weil alles bringt hervor nach seiner Art.

1Mo 1,12
Und die Erde brachte Gras und Gewächs hervor, das Samen trägt nach seiner Art, und Bäume, die Früchte bringen, in denen ihr Same ist nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es gut war.

Hirten können keine Lehrer hervorbringen – zwischen Hirten und Lehrer sind riesige Unterschiede.

Und wenn da ein prophetischer Typ ist, der klar, scharf schauen kann und der Dinge sehen kann, die andere nicht sehen können – er wird die befruchten und berühren und fördern und herausfordern und segnen und entwickeln, die in der Gemeinde eine solche Berufung haben. Und so kann Christus hervorkommen mit all seinen Aspekten, nicht nur die Evangelisten oder nicht nur der Lehrer, nicht nur der Hirte, sondern sein ganzes Wesen findet Ausdruck in der Gemeinde.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (25:00 bis 30:00)

 

Und die Aufgabe der Gemeinde ist den König zurückzubringen. Das ist die Aufgabe der Gemeinde. Das ist die oberste Aufgabe der Gemeinde, den König zurückzubringen. Alle anderen Aktivitäten sind dem untergeordnet und dienen diesem Hauptziel. Das ist, was Jesus gesagt hat: „Wenn ihr betet, betet: Dein Reich komme!“

Lk 11,2a
Da sprach er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Unser Vater, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name! Dein Reich komme!

Wir beten für die Wiederkunft Jesu. Wir beten, dass Jesus wiederkommt. Hallelujah. Hallelujah.

So, der Herr ist sehr, sehr stark in dieser Betonung: Ich bin Gott, und ich werde nicht tolerieren, dass irgendjemand versucht, meinen Plan zu ändern. Ich werde es nicht tolerieren.

Wenn wir einen Aufsatz schreiben würden mit so vielen Wiederholungen. Was würde der Lehrer sagen? Schlechter Stil! Zu viele Wiederholungen. Aber Gott will hier kein literarisches Meisterwerk abliefern, was irgendwelchen Menschen gefällt, sondern Er will sagen: Ich bin der Herr, ich bin Gott.

Wie heißt es so schön: Sei stille und erkenne, dass ich Gott bin.

Ps 46,11
Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin! Ich will der Höchste sein unter den Heiden, der Höchste auf Erden.

Die wichtigste Offenbarung, die wichtigste geistliche Realität, die wir brauchen in unserem Herzen: Gott ist Gott, und wir sind nicht Gott.

Das ist die allerwichtigste Offenbarung, die wir brauchen. Und sag nicht: Das haben wir schon verstanden. Du hast einen kleinen Bruchteil davon verstanden, aber das bedeutet noch so viel mehr. Das bedeutet so viel mehr. Und wir wollen da hinein in diese Realität, Er ist Gott, und Er darf regieren in allen Bereichen unseres Lebens. Er ist der Herr, und die Gemeinde ist ein Ort, wo Seine Herrschaft offenbar wird, wo Sein Wesen sich zeigt, wo es leicht ist, wo der Himmel auf ist, und wo man Ihn erkennen kann, und wo man von Ihm geprägt wird, und wo wir alle zusammen lernen, immer entschiedener, immer konsequenter unter Seiner Herrschaft zu leben und Sein Reich zu bauen. Das ist Gemeinde.

Und die menschlichen Vorstellungen von Gemeinde sind so, so, so weit weg von diesen Dingen. Und viele Gläubige haben auch die Idee und zeigen das auch mit ihrem Leben, sie haben die Idee, ja, wir haben das Evangelium, das sollen wir verkündigen, aber die Gestalt der Gemeinde, die Struktur, die Art, wie die Gemeinde halt im Alltag lebt, das ist uns überlassen, da können wir machen, was wir wollen.

Aber das ist nicht, was das Wort Gottes sagt. Wenn Gott so darauf beharrt bei dem ersten Heiligtum: „Ihr müsst es so machen wie ich es gesagt habe, wie ich es offenbart habe“ – meinst du, wenn das neue Heiligtum gebaut wird, die Gemeinde, dass da Gott auf einmal großzügig geworden ist und auf einmal sagt Er: „Ist mir alles egal, hauptsache ihr baut irgendwas und nennt das Gemeinde, und dann ist gut“. Warum soll Gott sich geändert haben?

Und was meint Paulus wenn er sagt: „Ich bin ein weiser Baumeister“?

1Kor 3,10a
Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt

Er hat einen Plan, und das ist nicht sein eigener Plan, sondern das ist der Plan Gottes. Nach der Auferstehung hat Jesus 40 Tage lang mit den Jüngern geredet über die Dinge des Reiches Gottes – 40 Tage! Und dann gings erst los nachdem sie die Fülle, die Kraft des Heiligen Geistes empfangen haben. Dann gings erst los. 40 Tage waren sie unterwiesen. So, wir können davon ausgehen, wenn wir dann die Apostel in der Arbeit sehen, die haben nicht irgendwas gemacht, die haben genau gewusst, wir tun jetzt das, was der Meister uns geboten hat.

So, wenn du wissen willst, was Jesus in diesen 40 Tagen gelehrt hat – es steht ja nicht in der Bibel, da steht nur: „über die Dinge des Reiches Gottes“ – keine Details!

Apg 1,3
Diesen hat er sich auch nach seinem Leiden in vielen sicheren Kennzeichen lebendig dargestellt, indem er sich vierzig Tage hindurch von ihnen sehen ließ und über die Dinge redete, die das Reich Gottes betreffen.

Du kannst es trotzdem rausfinden, was Jesus gelehrt hat: Schau die Arbeitsweise der Apostel an! Das ist, was Jesus ihnen beigebracht hat. Das ist, was er ihnen aufgetragen hat. Das war die Anweisung, so baut man Gemeinde. Und das war so anders, als wie wir heute Gemeinde verstehen. Nehmen wir nur so einen ganz fundamentalen Irrtum: Die allermeisten Gemeinden heute, auch in der pfingstlich-charismatischen Bewegung, werden von einem Pastor geleitet. Wie viele interessante Szenen habe ich erlebt in verschiedenen Pastoren-Treffen, indem ich mal darauf hingewiesen habe: „Brüder, ist euch schon mal aufgefallen, dass in dem ganzen Neuen Testament keine Gemeinde gibt, die von einem Pastor geleitet wird?“

Da gibt es interessante Reaktionen! Von Erstaunen bis Unmut bis zum fast aufgeklappten Messer in der Hosentasche.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (20:00 bis 25:00)

 

Weil es ist Sein Haus! Die Gemeinde ist Sein Haus, Er ist der Herr, und Er darf bestimmen wie es aussieht. Und wir sind Ihm untergeordnet und wir sind nur dafür da, Seinen Willen zu tun. Nichts anders ist von uns verlangt, keine eigene Kreativität, kein Befolgen von Traditionen, kein Anpassen an den Zeitgeist, nichts ist notwendig außer „was hat der Herr geboten?“ Wie soll Sein Haus aussehen?

Das ist die große Botschaft, die wir entnehmen aus dem Bau des Heiligtums: Er ist Gott. Und mögen wir Furcht des Herrn haben, dass wir nicht wagen von irgendetwas, was klar definiert und festgelegt ist abzuweichen, nur um nicht aufzufallen, nur um nicht den Ärger der umliegenden Gläubigen und umliegenden Gemeinden auf uns zu ziehen. Jede neue Welle in der Kirchengeschichte wurde von großem Unmut und Ärger und manchmal schlimmerem begleitet, der vorigen Generation.

Und die neue Gemeinde, die neutestamentlich-apostolische Gemeinde, die der Herr bauen wird, wird auch wieder unter Anfeindungen stehen. Aber 30 Jahre später wird das normal sein. Was heute pionierhaft ist, wird 30 Jahre später normal sein, und man schaut zurück und sagt, wie konnten die damals Gemeinde mit diesen und jenen Elementen bauen, das ist doch gar nicht in der Schrift – das Gegenteil davon finden wir in der Schrift! Aber jetzt sind wir Pioniere, und jetzt schauen wir in das Wort Gottes, und wir haben diese Entscheidung getroffen, was immer wir dort finden, das werden wir annehmen, was immer wir dort finden, werden wir befolgen. Möge das fremd sein, möge uns das komisch vorkommen, möge das irgendwie uns unmöglich erscheinen, so dass wir sagen, das geht doch gar nicht, das gibt es doch gar nicht, sowas kann doch gar nicht funktionieren – es spielt keine Rolle wenn Gott es so sagt in Seinem Wort, dann ist es so. Und dann wird es auch funktionieren, weil Gott steht hinter Seinen Plänen, und Er segnet Seine Gemeinde – wenn sie sich ausrichtet nach Ihm.

Und jeder der einmal schon das neue Testament studiert hat – Apostelgeschichte und die Briefe – und sich gefragt hat, ja, was war das für eine Gemeinde, wie sah die denn aus, was hatten die damals? Und das vergleicht mit dem, was wir heute haben – wird sagen: „Meine Güte, wie weit sind wir heute weg von dem, was die damals hatten?“ Und der Trend ist, zurück zum Anfang, zurück zum Bauplan, zurück zu den Ursprüngen, zurück zu den eigentlichen Ideen Gottes. Hallelujah. Hallelujah.

Und dann wird Er auch kommen, und dann wird Er Sein Haus bewohnen. Und wir sehen, dass Paulus erfüllt ist von dieser Vision, von dieser Sehnsucht: Am Ende bevor Jesus wiederkommt, es wird eine herrliche Gemeinde geben, es wird eine Gemeinde geben, in der der Heilige Geist die führende, leitende, richtungsgebende Kraft ist. Und diese Gemeinde wird in Übereinstimmung sein mit dem Heiligen Geist. Und das, was Ihm wichtig ist, wird der Gemeinde wichtig sein und umgekehrt. Da wird eine solche Einheit sein. Davon sind wir heute weit, weit, weit entfernt!

Nimm nur diese eine Sache – die erste Gemeinde, studiere das bitte einmal wenn du das noch nie gemacht hast – war erfüllt – die Briefe sind voll von Hinweisen davon, war erfüllt von der Sehnsucht, Jesus soll wiederkommen.

Das war ein Merkmal der ersten Gemeinde. Und das wird ein Merkmal der letzten Gemeinde sein. Dieses Verlangen, diese Sehnsucht nach der Wiederkunft Jesu ist fast nicht zu spüren.

Seit 19 Jahren reise ich in Deutschland, Schweiz, Österreich und in einigen Ländern der ehemaligen Sowjetunion und Albanien – reise ich durch die Lande und besuche Gemeinden. Ich kenne fast keine Gemeinde, in der auch nur ansatzweise der Schrei ist: „Komm, Herr Jesus, komm! Komm wieder, nimm Deinen Platz ein, sei König, regiere! Vollende Dein Reich. Lass Dein Reich kommen!“ Fast keine Gemeinde kenne ich, in der auf eine spürbare Art und Weise – in der Verkündigung, in den Gebeten, in den Gesprächen es überhaupt darum geht um die Wiederkunft Jesu.

Das zeigt wie weit wir weg sind vom Herzen Gottes. Das, was auf dem Herzen Gottes ist, interessiert uns gar nicht. Aber der Vater will Jesus zurückbringen als König, will Ihn vor den Augen der ungläubigen Welt rehabilitieren. Und alle Lügen, die ausgesprochen worden sind, auch oft im Namen der Kirche, all die Lügen über Seinen Sohn will Er als dummes Zeug darstellen und offenbaren und zeigen, Sein Sohn hat das Recht zu regieren, und Er wird regieren in Gerechtigkeit. Hallelujah.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (15:00 bis 20:00)

 

Und jedes Mal wenn neues Licht kommt, gibt es Protest der vorigen Generation. Die sagen: „Nein, das könnt ihr nicht machen, das geht nicht, und das wird nicht funktionieren, warum? Waren wir denn etwa verkehrt?“ Es geht nicht darum, wer verkehrt war. Es geht darum, dass wir heute in die Pläne Gottes kommen. Wir schauen nicht auf die anderen, wir schauen auf uns, auf unsere Verantwortung und sagen: „Herr, was willst Du und was betonst Du heute, was sind die Wahrheiten, die Dein Heiliger Geist heute betont?“

Lasst uns eine ganze Reihe von Schriftstellen anschauen, und nachdem ich fünf oder sechs gelesen habe, du wirst sagen, es wird langweilig. Aber es wird nicht langweilig! Im selben Kapitel 25, Vers 40.

2 Mo 25,40
Und sieh zu, dass du alles nach ihrem Urbild machst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!

2 Mo 26,30
So errichte denn die Wohnung nach ihrem Bauplan, wie er dir auf dem Berg gezeigt worden ist!

2 Mo 27,8b
Wie es dir auf dem Berg gezeigt worden ist, so soll man ihn machen.

Dann heißt es über einen führenden Bauarbeiter …

2 Mo 31,6b
Dazu habe ich jedem, der ein weises Herz hat, Weisheit ins Herz gelegt, damit sie alles machen, was ich dir geboten habe

2 Mo 39,7b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

2 Mo 39,21b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

2 Mo 39,26b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

2 Mo 39,31b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

2 Mo 39,32
So wurde die ganze Arbeit der Wohnung des Zeltes der Begegnung vollendet: Die Söhne Israel machten es ganz so, wie der HERR dem Mose geboten hatte, so machten sie es.

2 Mo 39,42-43a
Genau wie der HERR dem Mose geboten hatte, so hatten die Söhne Israel die ganze Arbeit gemacht. Und Mose sah sich das ganze Werk an – und siehe, sie hatten es ausgeführt; wie der HERR geboten hatte, so hatten sie es ausgeführt.

2 Mo 40,19b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

2 Mo 40,21b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

2 Mo 40,23b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

2 Mo 40,27b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

2 Mo 40,29b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

Ich habe gesagt, die Gefahr ist, dass dir langweilig wird. Aber Gott hat hier eine Botschaft.

2 Mo 40,32b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

Und Vers 33 am Ende:

2 Mo 40,33b
So vollendete Mose das Werk.

Jetzt ist es fertig. So wie es der Herr haben wollte, wie Er es geboten hat. Und jetzt der nächste Vers:

2 Mo 40,34
Da bedeckte die Wolke das Zelt der Begegnung, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte die Wohnung.

Auch wenn es hier nicht steht, es ist vollkommen klar: Wenn sie nach Modetrends gegangen wären und hätten gesagt, ne, die Farben, das passt heute nicht und wir haben heute andere Trends, und überhaupt, irgendwie möchten wir andere Materialien, die viel billiger sind, verwenden oder irgendetwas – wenn sie nicht so gemacht hätten wie der Herr geboten hätte, würde Vers 34 anders lauten: „Und der Herr zog es vor, nicht zu kommen“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (10:00 bis 15:00)

 

Weil wir müssen von Ihm selber gelehrt werden, wir müssen von Ihm die Augen geöffnet bekommen, um zu verstehen, worum geht es Ihm, wer ist Er eigentlich, wie ist Sein Wesen? Gott kann nur durch Offenbarung erkannt werden! Er kann auf keine andere Art und Weise erkannt werden – nicht durch Theologiestudium oder indem wir selber ein bisschen Gehirnakrobatik betreiben – Gott kann nur erkannt werden, wenn Er selber kommt und sich zeigt. Jesus sagt: Niemand hat den Vater gesehen, nur der Sohn, und der, den der Sohn ihn offenbaren will.

Lk 10,22b
niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater, und wer der Vater ist, als nur der Sohn und wem der Sohn ihn offenbaren will.

Jesus will Offenbarung geben über das Wesen des Vaters. Jesus will uns lehren. Offenbarung bedeutet „Heilig Geist gewirkte Gewissheit in unserem Herzen“, die nicht auf menschliche Art, durch Studium und Bücher lesen zustande kommt, sondern durch Begegnung – persönliche Begegnungen mit Ihm. Darum geht es Ihm.

Und das ist jetzt das Ziel dieses Heiligtums – Er will wohnen, Er will sich zeigen, Er will sich offenbaren, Er will zu uns reden, Er will uns prägen und verändern. „Baut mir ein Heiligtum, damit ich in eurer Mitte wohne“.

2Mo 25,8
Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne.

Ist das nicht interessant, der große allmächtige Gott ist darauf angewiesen, dass wir Ihm etwas bauen? Du sagst: Komm, wenn Du Dich offenbaren willst, bitte dann tu das – Er sagt: Nein, ihr müsst mir erst etwas bauen. Ihr müsst mir etwas bauen. Ein Heiligtum, wo ich wohnen kann.

Die Gemeinde ist die Wohnung Gottes. Eph 2,22 – eine Behausung Gottes im Geist.

Eph 2,22
und in ihm werdet auch ihr mit aufgebaut zu einer Behausung Gottes im Geist.

Das ist die Gemeinde. Und wir bauen Gemeinde. Aber nach Seinen Vorgaben, nach Seinen Ideen, nach Seinen Plänen. Das sind nicht nette Vorschläge, die wir beliebig abändern können. Das werden wir gleich sehen im Wort Gottes. Da ist so eine massive Betonung im Wort Gottes, die man so beschreiben könnte: „Ich bin Gott – es ist mein Haus. Und wenn ihr mir ein Haus baut, dann müsst ihr es so bauen, wie ich es euch sage. Eigene Ideen sind nicht erlaubt. Ich brauche nicht eure Kreativität, ich suche keine Ratgeber, ich möchte gehorsame Menschen haben, die im Gehorsam das tun, was ich sage. Und etwas bauen, was von mir kommt, was mir entspricht, was meinen Ideen entspricht“.

Jeder Architekt versteht das. Da ist ein Bauherr, der sagt, ich möchte ein Haus haben. Und dann sagt er dem Architekten, so und so sind meine Ideen. Und dann macht der Architekt einen Plan nach den Ideen von dem Bauherrn. Der sagt nicht, oh, heute ist dieses modern in der Architektur und da bauen wir noch ein paar Elemente mit rein, das muss ja schick sein – nein, er muss es so machen wie der Bauherr das haben will. Der Bauherr ist der, der nachher einzieht. Er will dort wohnen und er will sich wohlfühlen, nicht der Architekt. Und nicht die Maurer. Und die Klempner und all die anderen Handwerker, die da gewirkt haben. Er will dort wohnen. Und darum hat auch alles Recht – der Bauherr hat das Recht zu bestimmen wie das Haus aussehen soll. Und die Betonung sehen wir im Worte Gottes.

Vers 9 haben wir schon gelesen:

2Mo 25,9a
Nach allem, was ich dir zeige …

Mose hatte eine Begegnung mit dem Herrn und der Herr hat ihm etwas gezeigt. Er hat ihm den Plan gezeigt …

2Mo 25,9b
nämlich dem Urbild der Wohnung und dem Urbild all ihrer Geräte, danach sollt ihr es machen.

Ps 127,1
Wenn der HERR das Haus nicht baut, arbeiten seine Erbauer vergebens daran.

Sie arbeiten umsonst! Sie mögen alle sehr fleißig sein, sehr pünktlich sein, sehr engagiert sein, willig sein für Überstunden. Aber wenn sie nicht nach Seinen Vorgaben bauen, wenn Er nicht der Erste ist, nach dem alles sich richtet, wenn Er nicht bauen darf – dann sind alle unsere Bemühungen umsonst.

Und wir sind an einer Schwelle in der Kirchengeschichte, wo Gott neues Licht scheinen lässt und wo wir sagen: Natürlich, klar, hier ist es im Wort – und wir schauen zurück und sagen, warum haben wir das früher nicht gesehen? Warum haben das unsere Väter nicht gesehen? Warum haben das vorangegangene Generationen nicht gesehen? Aber wie auch immer – heute müssen wir gehen mit dem, was Gott heute betont. Und das Licht, das heute scheint, ist dafür da, dass wir da in diesem Licht wandeln und dass wir nach diesem Licht arbeiten und handeln.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (05:00 bis 10:00)

 

Lass uns einmal gehen zu 2. Mose 25 – das ist unmittelbar nachdem Israel diese mächtige Befreiung erlebt – über 400 Jahre Knechtschaft in Ägypten – und dann wurden sie herausgerettet durch die starke Hand Gottes. Und dann waren sie in der Wüste auf dem Weg zum gelobten Land, aber ihr neues Leben sollte nicht erst anfangen im gelobten Land, sondern schon hier in der Wüste. Und der Herr spricht zu Mose, und Er sagt in Vers 8:

2 Mose 25
8 Und sie (das Volk Israel) sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne.
9 Nach allem, was ich dir zeige, nämlich dem Urbild der Wohnung und dem Urbild all ihrer Geräte, danach sollt ihr es machen.

Gott gibt hier den Auftrag: „Baut mir ein Heiligtum“. Für was? Für was braucht Gott ein Heiligtum? Er sagt es selbst: „Damit ich in ihrer Mitte wohne“. Gottes große Sehnsucht ist mitten unter Seinem Volk zu sein und sich zu zeigen, sich zu erweisen, zu wirken, und dort wirklich unser Gott zu sein in allen Aspekten. Die Gegenwart Gottes ist Sein größter Wunsch – die Gegenwart Gottes bei Seinem Volk. Und Er sagt: „Baut mir ein Heiligtum, damit ich wohnen kann in ihrer Mitte“.

Gott ist ein Gott von Gemeinschaft. Das siehst du schon ganz am Anfang, noch weiter vorne – im Garten. Er kam und hatte Gemeinschaft mit Adam und Eva. Und wie endet das Buch? Das himmlische Jerusalem kommt herab, siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen. Und Er wird bei ihnen wohnen, Er wird ihr Gott sein und sie werden Sein Volk sein.

Offb 21,3
Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt/die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.

So endet das Buch. Gottes Sehnsucht ist unter Seinem Volk zu wohnen, dass sie Ihn erleben, dass sie Ihn erfahren, dass sie von Ihm angerührt werden, dass sie von Ihm geprägt werden, dass sie von Ihm verändert, dass sie von Ihm her alles bekommen, was sie brauchen. Das ist Seine Sehnsucht. Die Bibel macht das so, so, so deutlich und so viele Leute haben das nie wahrgenommen und für sich in Anspruch genommen: Gott ist erfahrbar. Er ist spürbar.

Paulus sagt zu den Philosophen: Das ist die Bestimmung der Menschen, darum hat Gott Menschen gemacht, dass sie ihn tastend fühlen, dass sie ihn suchen, ob sie ihn finden möchten und tastend fühlen.

Apg 17,27
dass sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja nicht fern ist von jedem von uns.

Man soll Gott spüren, man soll Gott erleben, keine Angst, das heißt nicht, wir werden abhängig von Gefühlen – ganz im Gegenteil, wir werden abhängig von Ihm. Aber wenn wir Ihn suchen, und wenn wir glauben, dass Er mit uns so umgeht wie die Bibel das beschreibt, dann werden wir Ihn erleben. Immer wieder Ihn spüren. Der Friede Gottes ist doch ein Gefühl! Ein wunderbares Gefühl, das uns solche Geborgenheit gibt, solche Entspannung, solche Sicherheit gibt. Er ist wirklich da, Er ist bei uns, Er meint mich, Er liebt nicht nur alle, Er liebt mich. Er ist für mich da.

Gottes Sehnsucht ist, dass wir Ihn wirklich erleben. Und dass wir vom Geist geleitet und gelehrt werden über Sein Wesen, über Seine Absichten, und dass wir verstehen wie Er ist und wie Er zu uns ist und was Er tun will. Dass wir erfüllt sind von der Erkenntnis Seines Willens. Dass unser Herz wirklich glauben kann, dass unser Herz davon erfüllt ist: Er ist mein Gott, und Er ist ein treuer Gott, und Er ist mit mir, und Er wird nicht von meiner Seite gehen, und Er hilft mir, und Er hat Glauben, dass ich verändert werden kann, Er hat Glauben, dass mein Charakter verändert werden kann.

Wir haben keinen Glauben aus uns heraus, aber Gott sagt: Ich mache alles neu.

Offb 21,5
Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er sprach zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß!

Ich mache alles neu. Und Er verändet und wir werden verwandelt von Herrlichkeit zu Herrlichkeit.

2Kor 3,18
Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn.

Wir werden verändert wenn wir Begegnungen haben mit Jesus. Diese Veränderung kommt zustande durch das Sehen Seiner Herrlichkeit, sagt Paulus. Wir alle schauen mit aufgedecktem Angesicht Seine Herrlichkeit an und werden so verwandelt – auf diese Art und Weise. Verwandlung geschieht nicht durch treue Gottesdienstbesuche. Verwandlung geschieht nicht, indem wir ein paar gute christliche Werke tun. Verwandlung geschieht, indem wir Ihn erleben, und nicht nur ein Mal in unserem Leben, sondern immer wieder, immer wieder. Vielleicht nicht jeden Tag in einer tiefen, dramatischen Weise, aber immer wieder, immer wieder. Gott sehnt sich danach, dass wir mit Ihm Gemeinschaft haben, wo Er sich offenbaren kann.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (00:00 bis 05:00)

 

Dieses Seminar, das wir haben werden, ist über den Plan Gottes für die Gemeinde. Gott hat einen Plan. Und dieser Plan ist wunderbar, und dieser Plan wird funktionieren, weil er von Gott ist und weil Gott ihn unterstützt und segnet. Und Gott segnet immer Seine Pläne. Hallelujah.

So, schön, dass ihr euch Zeit genommen habt an diesem wunderschönen Tag. Wer schon mal einen kurzen Blick in die Kirchengeschichte geworfen hat, der hat schon ein Prinzip erkannt, dass schrittweise Wahrheiten wiederhergestellt werden. Dass immer mehr Licht kommt – seit diesem furchtbaren Tiefpunkt, was wir das finstere Mittelalter nennen – und das was wirklich finster, wo das Licht Gottes weggenommen war, wo keine Klarheit mehr war über wer ist Jesus, was hat Jesus getan, was bedeutet es, ein Kind Gottes zu sein, was heißt es mit dem Herrn zu leben, was ist das Evangelium – völlige Finsternis! Die Leute wurden zugemüllt mit lateinischen Sprüchen, kein Mensch hat das verstanden, und die Priester haben irgendwelche Zeremonien abgehalten, die völlig sinnlos waren, die niemand verstanden hat, die auch niemandem erklärt wurden, und das Niveau des Lebens der Menschen war so, so, so verfinstert.

Und das Licht brach ein, und es gab eine neue Offenbarung. Und das nennen wir die Reformation. Und das begannt mit: „Der Gerechte wird aus Glauben leben.“

Röm 1,17
Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): »Der Gerechte wird aus Glauben leben.«

Wir können annehmen, was Jesus für uns getan hat. Wir müssen nicht Werke tun, wir müssen nicht an Rom bezahlen, sondern wir glauben an das, was Jesus am Kreuz getan hat, und wir sind angenommen, wir sind gerechtfertigt, wir sind frei von der Sünde. Wir sind jetzt frei für ihn zu leben.

Das war eine solche Offenbarung, mit solch einer Durchschlagskraft, das hat die geistliche und dann auch die politische Landschaft in Europa total verändert, und weitere Offenbarungen sind gekommen. Und so lief das weiter und weiter, nicht immer geradlinig, manchmal zwei Schritte vor, anderthalb wieder zurück, aber im Grunde genommen doch, es geht vorwärts. Und wir sind noch mittendrin in diesem Prozess, und wir sind jetzt an einer Stelle, wo gerade etwas neues beginnt in unserem Land. Ihr wisst das, dass wir vielleicht seit den Siebziger Jahren etwas hatten, was wir charismatische Bewegung nannten, charismatische Erneuerung, und Lobpreis wurde wiederhergestellt. Können wir uns das noch vorstellen? Vor 50 Jahren hat man aus einem Liederbuch gesungen. Heute singen wir zu einem Gott, von dem wir glauben, dass Er da ist, dass Er uns hört und dass Er uns sieht, und wir heben die Hände hoch – wir wedeln Ihm zu, weil wir wissen, Er schaut auf uns. Und was wir da tun hat wirklich Bedeutung. Hallelujah. Die Gegenwart Gottes fängt an sich zu zeigen.

Und viele wunderbare Dinge wurden wiederhergestellt durch diese Bewegung. Aber das ist 40-50 Jahre her. Und die Verschleisserscheinungen sind sichtbar, und die Kompromisse und die Anpassung an den Geist der Welt werden immer deutlicher. Und Gott tut etwas neues, und Er gibt neues Licht, und Er gibt neue Offenbarung. Nicht neue – sondern uralte, die schon in diesem Wort geschrieben sind, werden auf einmal neu beleuchtet, und wir sehen Dinge und sagen: „Ja, meine Güte, warum haben wir das vorher nie gesehen? Wer hat uns erzählt, dass wir das nach dieser Art machen sollen, das ist ja gar nicht in diesem Buch?!“

Und darum geht es in diesem Seminar: Gottes Plan für Gemeinde. Wir versuchen vom Worte Gottes her zu beschreiben, wie sieht die Gemeinde aus, die Jesus bauen will? Er sagt: Ich werde meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches werden nicht standhalten können.

Mt 16,18
Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen.

Sie haben keine Kraft zu widerstehen, sondern die Gemeinde ist geistlich gesehen in der Offensive, und sie überwindet die Mächte der Finsternis. Das ist, was Jesus gesehen hat, das ist, was Jesus baut, und das ist, woran wir auch teilhaben können, wozu wir eingeladen sind. Und wir müssen verstehen, was der Plan Gottes ist, damit wir nicht irgendetwas machen, was uns so irgendwie gut aussieht oder was wir von anderen irgendwie gehört haben, sondern dass wir das tun, was wirklich von Ihm kommt, was Er segnen will.

Und wenn wir in Seinem Plan uns bewegen, dann haben wir alle Gewissheit und alle Sicherheit: Er wird das unterstützen – egal wieviel Widerstände da sind, egal wie unmöglich das ist, egal ob andere das schon getan haben, das spielt alles keine Rolle. Sondern eine Rolle spielt nur, was sagt das Wort?

Und da werden wir hineingehen, und wir beginnen jetzt ganz zu Beginn, wo zum ersten Mal diese Geschichte der Gemeinde beschrieben wird. Und du weißt schon, immer wenn ein neues Thema in der Bibel auftaucht, dort haben wir ganz, ganz wesentliche Aspekte, die nachher dann immer weiter entfaltet werden.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 3 (50:00 bis Ende)

 

Wir werden global denken, wir werden großflächig denken, wir werden mit gewaltigen Bulldozern kommen und die geistliche Landschaft umstrukturieren. Das ist unsere Aufgabe: Mächte der Finsternis in Ketten legen, Gericht an ihnen vollziehen und all diese Dinge.

Und wenn das nicht eine Realität durch den Heiligen Geist wird, dann können wir die powervollsten Lieder singen – ohne Glauben, und der Teufel steht daneben, und sagt: „Macht nur weiter so. Das tut mir überhaupt nichts“.

Was ihn trifft und was die Sache scharf macht, ist der Glaube im Herzen. Das ist der Unterschied. Und deswegen kann der eine sagen: „Im Namen Jesu – weiche!“ und es passiert nichts, und der andere sagt: „Im Namen Jesu – weiche!“ und der Teufel kriegt fast einen Herzinfarkt.

Das ist jetzt ein bisschen übertrieben, ja? Er ist noch langlebig, und er wird nicht umkommen. Er hat ja noch eine Zukunft vor sich im Feuersee. Hallelujah. Und wir werden keinen Mitleid mit ihm haben, weil Gott kein Mitleid mit ihm hat. Die Gerichte Gottes sind gerecht.

Ps 119,164 (NeÜ)
Ich preise dich täglich wohl sieben Mal, / denn deine Gerichte sind gut und gerecht.

Und alle, die Gott kennen, werden jubeln wenn Gott sein Gericht macht.

Ps 48,12 (NeÜ)
Es freue sich der Zionsberg, / auch Judas Städte sollen jubeln / wegen deiner gerechten Gerichte.

Hallelujah. Wir stehen auf Seiner Seite, sind nicht sentimental und spinnen rum wie heute Leute rumspinnen mit dieser falschen Gnade und planen schon irgendwo noch die Versöhnung und die Erlösung vom Teufel und all diese ganzen Geschichten. Es wird mit dem Teufel so passieren wie geschrieben ist und kein bisschen anders – kein bisschen anders.

Und auch wenn ihr Badenser seid, ihr könnt ruhig mal „Amen“ sagen an der richtigen Stelle. Das will ich mal sagen. Ich predige nicht um euer „Amen“ zu bekommen, aber ihr könntet wirklich mal ein bisschen in die Socken kommen und wirklich mal — er hat mir gesagt, ich soll das sagen. Nein, hat er nicht. So. Oh, Hallelujah.

Ich denke, obwohl hier noch so einiges wichtiges auf meinem Konzept ist, ich denke, ich belasse es hier dabei. Diese zweite Einheit war sowieso noch geschenkt, ja? Die war gar nicht geplant, die hab ich ja durchgesetzt. Hallelujah. Kommt, wollen wir mal aufstehen?

Abschlussgebet.

Herr, wir haben das so nötig, dass Dein Geist kommt und uns klar macht, was Gemeinde ist und uns klar macht, wofür Du uns gerufen hast, was das Ziel ist und worum es geht. Und wie wir bei aller Liebe und bei aller Freundlichkeit und bei aller Sanftmut scharfe Kämpfer werden können – ohne irgendwie ins Fleisch zu kommen, ohne extrem zu werden, ohne in menschlichen Zorn zu kommen. Hallelujah. Jesus, Du hattest diese Balance, Du hattest dieses „Löwe und Lamm“, diese Demut und diese Kühnheit und diese Entschiedenheit und diese Unerbittlichkeit gegenüber dem Feind, Herr. Und wir wollen Dich kennenlernen, und deswegen laden wir Dich ein, Heiliger Geist, dass Du uns dienst, dass Du uns die Augen auf tust, dass wir begreifen, was ist Gemeinde, was heißt Christsein, was ist unser Platz, was ist unsere Aufgabe in der Endzeit, was kommt auf uns zu, Herr? Und wie willst Du durch uns wirken durch Gebet, Herr? Wie willst du Dinge verändern, wie willst Du geistliche Barrieren brechen und Raum machen und Bahn machen für die Erkenntnis Deines wunderbaren Wesens, Herr? Oh,Hallelujah.

Herr, wir haben so viel Bedarf zu Dir zu schreien um geöffnete Augen des Herzens, um Veränderung, um eine neue Perspektive. Füll uns doch, Herr, mit Erkenntnis Deines Willens, und hilf uns, dass wir immer wieder dran sind. So wie der Feind Tag und Nacht redet, so werden wir auch mehr und mehr und immer intensiver beten. Komm, Heiliger Geist, öffne uns die Augen, zeige uns, Geist der Weisheit und Offenbarung, lass uns das Herz und die Absichten Gottes verstehen für diese Tage, in denen wir leben. Lass uns verstehen, worum es geht. Lass uns verstehen, dass unsere Gebete wichtig sind, lass uns verstehen, dass unser Leben jetzt hier zählt für die Ewigkeit. Hilf Du doch, dass wir nicht so denken wie alle anderen Heiden, mit 80 oder 85 oder wann auch immer ist hier fertig und dann sind wir einfach tot, Herr, wir sind nicht tot, wir fangen dann an zu leben. Wir kommen in das Wirkliche hinein. Reiss den Schleier weg, zeig uns die Ewigkeit, zeig uns, worum es wirklich geht, zeig uns Deine Endzeitpläne, zeig uns diese herrliche Perspektive, in aller Ewigkeit mit Dir verbunden zu sein und mach uns zu Kämpfern für Dein Reich, Herr. Belebe und intensiviere unser Gebetsleben und komm mit Glauben in unsere Herzen, dass wir Deinem Wort wirklich glauben. Hallelujah. Wir brauchen so dringend Deine Hilfe, komm und hilf uns, komm und hilf uns, komm und hilf uns. Heiliger Geist, komm und hilf uns und bring uns hinein in neue Dimensionen der Klarheit und der Realität.

Hallelujah. Und wir danken Dir, dass Du das hörst, und dass Du das gerne tun willst, und dass Du uns rufst dran zu bleiben und im Eifer und im Feuer und in der Entschiedenheit mit Dir zu bleiben. Danke, Herr, für Deine Hilfe. Danke, dass Du tust, was wir uns nicht geben können. Du öffnest uns die Augen, Du machst uns scharf, Du machst uns klar, Du machst uns entschieden, Du gibst uns Deinen Eifer ins Herz hinein. Hallelujah. Hallelujah. Wir danken Dir von ganzem Herzen. Hallelujah. Amen. Amen. Amen.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 3 (45:00 bis 50:00)

 

So, es geht nicht darum, wie groß und wie klein irgendwer ist oder du dich fühlst oder so – sondern dass du tust, was der Wille Gottes ist. Gott wird dich ehren und Gott wird dich gebrauchen und Gott benutzt Gebete nach Seinem Willen.

Ps 91,15
Er ruft mich an, und ich antworte ihm. Ich bin bei ihm in der Not. Ich befreie ihn und bringe ihn zu Ehren.

Hallelujah. Und wir können diese Gebete für uns beten. Und wir können sie auch füreinander beten. Und die Folge wird sein, der Schleier wird sich lichten und der Nebel wird verschwinden und Klarheit wird kommen. Und wir verstehen, wer wir sind. Wir verstehen, welches Vorrecht wird haben, welche Vollmacht wir haben. Wenn wir als Volk Gottes zusammenkommen am Sonntag abend oder Gebetsabend oder Sonntag morgen oder wann auch immer – und wir fangen an, den Namen des Herrn hoch zu heben, wir glauben, dass da etwas passiert, wir machen nicht charismatischen Lobpreis, sondern wir dienen Gott, wir schreiben Geschichte, und unsere Worte zählen. Und ob ich die Hände hebe oder nicht ist wichtig. Ob ich mitsinge oder nicht ist wichtig. Ob ich mich einklinke und „Amen“ sage zu dem Gebet, was jemand laut betet, das ist wichtig. Wir sind dabei, und wir tun etwas gemeinsam. Und wir haben dieses Verständnis, wir schlagen jetzt Schlachten für unseren Gott.

Das ist was total anderes als „Ja, gleich kommt die Predigt, okay, lass uns noch ein bisschen Lobpreis machen“. Als wenn das irgendwie so wie so ein Vorprogramm ist. Sondern wir dienen Gott – der schaut zu!

Und dann kommt noch eine ganz andere Dimension zu, das will ich jetzt nicht weiter ausführen. Wenn du da hineinschaust in das ganze Konzept von Hütte Davids: Nicht nur hatten die den Glauben, dass Gott zuschaut, und dass Gott geehrt wird, dass man Gott etwas geben kann, dass man Ihn erfreuen kann, dass man Ihn erheben kann. Hast du dir schon mal Gedanken gemacht, wie das eigentlich geht, den Höchsten zu erheben? Und was soll das überhaupt? Wenn Er der Höchste ist, warum sollen wir dann noch Ihn erheben? Wofür? Wenn Er schon der Höchste ist, kann Er doch zufrieden sein.

Wir machen uns überhaupt keine Gedanken. Wir singen: „Wir erheben Dich, Du bist der Höchste“. Ja wieso eigentlich? Wenn Er sowieso der Höchste ist?

Wir müssen mal anfangen zu denken! Und nicht mechanisch irgendwelche Dinge abzuspulen. Warum ist das wichtig? Weil Gott ist der Höchste, aber wenn wir Ihn hier erheben, ist er hier der Höchste. Und Sein Thron wird gebaut, wie das in einem Lied da heißt, durch Lobpreis. Wir bauen Seinen Thron. Wir machen Raum für die manifestierte Gegenwart Gottes, was etwas anderes ist als wie die allgemeine Gegenwart Gottes.

Gott kann sich tatsächlich zeigen – für Sein Volk zum Wohl und für die Mächte der Finsternis zum Schrecken und zum Terror. Und der ganze Grund, warum wir so lustlos und so lethargisch und routinemäßig rangehen an unseren Sonntagmorgen-Lobpreis, ist, weil wir nicht wirklich glauben, dass wir jetzt dem Teufel Schaden zufügen, dass wir ihn jetzt tyrannisieren, dass wir ihn quälen. Wir glauben das nicht. Wir glauben nicht, dass Gott wirklich Anteil nimmt, und wir glauben auch nicht, dass der Teufel Anteil nimmt. Hütte Davids war anders. Die haben Anbetung gemacht, die haben Gott groß gemacht, Gott erhoben über alles – vor den Göttern.

Ps 138,1
Preisen will ich dich mit meinem ganzen Herzen, ich will dir spielen vor den Göttern.

Und sie haben sogar geglaubt, mitten im Lobpreis kann man dem Teufel noch einen Tritt geben: Fallt vor Ihm nieder alle Götter!

Ps 97,7
Fallt vor ihm nieder, alle Götter!

Das war nicht an Gott gerichtet, das waren die Mächte der Finsternis. Die kriegten Befehle. Und die haben deswegen so Spaß gemacht, weil sie geglaubt haben, dass das funktioniert.

Wenn man das nur tut als Formel ohne zu glauben, dass das wirklich eine empfindliche Demütigung ist für den Teufel, macht das nicht so viel Spaß. Aber wenn wir glauben, dass unsere Worte Waffen sind und dass Gott das Wort seiner Knechte erfüllt, ist es eine total andere Sache.

Und wir tun zwei Dinge im Lobpreis: Wir machen Gott groß, und wir demütigen den Teufel und seine Mächte der Finsternis. Aber das funktioniert nur wenn wir Glauben haben, wenn wir wirklich glauben, jetzt tun wir das, was die Bibel sagt, und deswegen passiert jetzt auch, was die Bibel sagt. Das hat alles etwas mit Glauben zu tun! Und ohne Glauben ist es unmöglich Gott zu gefallen.

Heb 11,6a
Aber ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen

Nur durch Glauben kommen wir in diese Dimensionen hinein. Ihr Lieben, es stehen geistliche Umwälzungen bevor. Und wir brauchen den Heiligen Geist, um geöffnete Augen zu bekommen und zu sehen, wofür preisen wir Gott, was machen wir mit den Mächten der Finsternis, was heißt das, „Bahn zu machen“, „Anstöße, Hindernisse aus dem Weg zu räumen“ usw.

Ps 68,5
Singt Gott, spielt seinem Namen! Macht Bahn dem, der einherfährt durch die Wüsten. Jah ist sein Name, und jubelt vor ihm!

Jes 57,14
Und er sagt: Macht Bahn, macht Bahn! Bahnt einen Weg! Beseitigt jedes Hindernis aus dem Weg meines Volkes!

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 3 (40:00 bis 45:00)

 

Viele haben zu kleine Visionen, zu kleine Erwartungen, zu kleinen Horizont. Aber wenn der Heilige Geist kommt, dann verstehen wir, Gott braucht jeden von uns! Und jedes Gebet ist wichtig. Was ich so gigantisch finde beim Kolosser-Brief, da gibt es diesen Epaphras. Hast du schonmal von Epaphras gehört? Ja, der spielt fast keine Rolle, der kriegt zwei Verse in der ganzen Bibel. Nein, er wird noch ein anderes Mal erwähnt, aber es wird nichts weiter über ihn gesagt. Aber er ist ein treuer Knecht.

Und was tut Epaphras? Komm, wir lesen mal – Kolosser 4. Wofür hat der sein Leben gegeben? Was macht der? Der war ein Beter. Nicht jeder hat die Berufung ein Beter zu sein, aber alle sollen beten. Genauso wie nicht jeder ein Prophet ist, aber alle sollen prophetisch reden.

1 Kor 14,5
Ich möchte aber, dass ihr alle in Sprachen redet, mehr aber noch, dass ihr weissagt (prophetisch redet). Wer aber weissagt, ist größer, als wer in Sprachen redet, es sei denn, dass er es auslegt, damit die Gemeinde Erbauung empfange.

Kol 4,12a
Es grüßt euch Epaphras, der von euch ist, ein Knecht Christi Jesu, der allezeit für euch ringt in den Gebeten (…)

Hier sehen wir, dass Gebet auch etwas mit Widerständen zu überwinden zu tun hat. Mit einer Widersacher, mit einem Feind, ein intensiver Ringkampf. Und worum ringt er?

Kol 4,12b-13
(…) dass ihr vollkommen und völlig überzeugt in allem Willen Gottes dasteht. Denn ich gebe ihm Zeugnis, dass er viel Mühe hat um euch und die in Laodizea und die in Hierapolis.

So, dieser Mann hat sich hingegeben für drei Gemeinden. Und er hat für drei Gemeinden gerungen. Und was war sein Ziel, was wollte er erreichen? Er wollte, dass diese drei Gemeinden erfüllt sind, völlig überzeugt sind in allem Willen Gottes.

Ja, und wenn du Kolosser 1 liest, dann siehst du, dass es – mit etwas anderen Worten – es ist genau dasselbe, was Paulus gebetet hat. Kolosser 1. Er betet – und auch wieder: „Er hört nicht auf“.

Kol 1
9 Deshalb hören auch wir nicht auf, von dem Tag an, da wir es gehört haben, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr mit der Erkenntnis seines Willens erfüllt werdet in aller Weisheit und geistlichem Verständnis,
10 um des Herrn würdig zu wandeln zu allem Wohlgefallen, fruchtbringend in jedem guten Werk und wachsend durch die Erkenntnis Gottes,
11 gekräftigt mit aller Kraft nach der Macht seiner Herrlichkeit, zu allem Ausharren und aller Langmut, mit Freuden
12 dem Vater danksagend (…)

Aber es beginnt damit erfüllt zu sein mit der Erkenntnis seines Willens. So, das ist genau dasselbe für was Epaphras betet. Jetzt stell dir mal vor – kleiner Epaphras, kriegt zwei Verse in der Bibel – und da der große Paulus – 2/3 des Neuen Testamentes schreibt der, gründet Gemeinden überall, schreibt die ganzen Lehrbriefe und alles. Und Epaphras hört, dass der große Apostel Paulus permanent betet für die Gemeinde in Kolossä, dieses Gebet. Und jetzt kommt sein Glaube und seine Größe: Er sagt, „okay, und ich werde auch permanent beten. Und ich toppe noch Paulus. Wenn Paulus betet, wird Gewaltiges passieren. Ich bete dasselbe, und es wird noch Größeres passieren“.

Der hat nicht gesagt, „ja, wer bin denn ich – kleines Licht? Paulus, der große Apostel betet diese Dinge, glaube ich denn wirklich – wenn ich jetzt mich da noch dranhänge und diese Dinge auch bete, dass dann etwas mehr passiert als was nur Paulus erreichen könnte?“

Genau das hat er geglaubt! Hat nicht gesagt, „ja, komm, immer schön demütig bleiben“. Vieles, was wir mit Demut bezeichnen, ist Dummheit. Fängt auch mit „D“ an, aber ansonsten ist das sehr verschieden von den biblischen Realitäten.

Der hat tatsächlich – dieser kleine Epaphras, ein treuer Knecht – keinen Brief geschrieben, keine großen Feldzüge gemacht, nichts hörst du von ihm, außer, dass er sich für drei Gemeinden gibt – wahrscheinlich über Jahre und Jahre und Jahre und betet für die. Und er glaubt: „Ja, wunderbar, dass Paulus betet, aber noch besser, dass ich auch bete, weil jetzt passiert noch mehr“.

Der hat Glauben gehabt: Mein Gebet ist wichtig. Das spielt keine Rolle, was die Leute über mich denken und wie groß und wie klein die mich sehen, mein Leben zählt, mein Leben ist wichtig. Und ob ich hier bete oder nicht, das schreibt Geschichte. Wow! Was für ein Vorbild, was für ein Beispiel. Hallelujah.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 3 (35:00 bis 40:00)

 

So, wir sind mit ihm zusammen auferweckt. Und wir sind mit ihm versetzt in himmlische Örter – über jede Gewalt, Macht und Kraft und Herrschaft usw.

Eph 1,20b-21
(…) indem er ihn aus den Toten auferweckt und zu seiner Rechten in der Himmelswelt gesetzt hat, hoch über jede Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen genannt werden wird.

Eph 2,6
Er hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus.

So, das ist, was Paulus getan hat – wenn er nicht vor Ort war um der Gemeinde zu dienen, um der Gemeinde den Weg zu bereiten – für geistliches Wachstum. Und das heißt: Wenn das bei ihm funktioniert hat, wenn Gott diese Gebete bei ihm gebraucht hat, um das Wachstum in dieser wunderbaren Gemeinde Ephesus hervorzubringen, Er wird dieselben Gebete gebrauchen wenn wir sie beten.

Weil es nicht war wegen Paulus, sondern weil es war wegen der Inhalte. Wenn wir etwas bitten nach dem Willen Gottes, dann bekommen wir das. Das ist, was die Bibel sagt.

Joh 14,14
Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun.

So, wir müssen uns motivieren und sagen: „Hej, diese Gebete sind hier geschrieben“. Und wie viele Christen überlesen diese Passage, weil ihnen das zu langweilig ist? Epheser 1 wird übersprungen. Epheser 2 wird übersprungen. Aber ihr Lieben, da sind die Fundamente für das, was danach kommt. Da sind die entscheidenden Dinge.

Und wir können uns hingeben und sagen, diese Gebete werden wir auch beten – immer wieder, immer wieder – für uns selbst, für die Menschen in unserer Umgebung. Es braucht den Dienst des Heiligen Geistes, und der muss Klarheit bringen. Der muss Offenbarung geben. Und so wird der Nebel sich lichten, und so werden wir mehr und mehr hineingenommen werden in die Pläne Gottes. Hallelujah. Hallelujah.

Und ganz ähnlich ist es auch mit diesem wunderbaren Gebet – Kolosser 1,9 und dann die nächsten Verse. Da betet er, dass die Gemeinde erfüllt wird mit Erkenntnis Seines Willens.

Kol 1,9
Deshalb hören auch wir nicht auf, von dem Tag an, da wir es gehört haben, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr mit der Erkenntnis seines Willens erfüllt werdet in aller Weisheit und geistlichem Verständnis

Hier kriegst du auch einen Einblick oder ein Verständnis, was Offenbarung ist. Du sagst: „Wieso erfüllt mit der Erkenntnis des Willens Gottes? Die haben doch die Briefe von Paulus gelesen, dann wissen die doch, was der Wille Gottes ist“. Ja, aber etwas zu hören und sich verstandesmäßig daran zu erinnern ist eine Sache – aber es als eine motivierende, treibende, lebendige, dynamische Kraft in unserem Inneren zu erleben ist etwas total anderes. Offenbarung versetzt dich immer in die Lage mit neuer Power zu leben, auf einem anderen Niveau zu leben. Das ist Offenbarung. Offenbarung ist ein wichtiger Begriff im Neuen Testament, und unser ganzer Glaube soll sich auf Offenbarung gründen.

Paulus warnt vor Menschenweisheit in 1 Kor 2 und sagt, der Glaube soll sich nicht auf Menschenweisheit gründen.

1Kor 2,5
damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft beruhe.

Es gibt ein Imitat von Glauben. Das benutzt alle christlichen Vokabeln, aber es ist nicht aus Gott. Es ist ein menschliches, verstandesmäßiges Konstrukt. Und er sagt: „Ich möchte, dass euer Glaube sich gründet auf der Kraft Gottes“.

Und das ist dieses übernatürliche, aber nicht spektakuläre, Wirken des Heiligen Geistes. Viele verstehen unter übernatürlich „spektakulär“. Aber wenn der Heilige Geist Tag für Tag, weil Er begehrt wird, weil Er eingeladen wird, dieses Werk tut, die Herzensaugen zu öffnen, das ist alles andere als spektakulär. Und das kannst du Montag den ganzen Tag tun, du wirst am Dienstag keinen Unterschied feststellen. Aber tu es die nächsten 20 Jahre, und dann schaust du zurück und sagst: „Ja, meine Güte! Hallelujah. Was tut der Herr! Wie wunderbar!“ Und die Dinge werden so klar.

So, das ist ein Langzeitprojekt. Das ist nicht – ich will dich jetzt nicht anfeuern damit du sagst: „Okay, gut, ich geb dem Ding auch mal drei Tage, und ich probiers jetzt mal und bete das“. Paulus sagt: „Ich höre nicht mehr auf“.

Kol 1,9a
Deshalb hören auch wir nicht auf …

Unser Problem ist, wir fangen noch nicht mal an. Aber wenn wir anfangen, dann müssen wir aufpassen, dass wir nicht mehr aufhören. Paulus sagt: „Im Gutes tun nicht müde werden“.

Gal 6,9
Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden!

Und Gebet ist mit das Beste, was man tun kann. Und die große Herausforderung ist erstens anfangen und zweitens nicht mehr aufhören. Das sind die beiden Herausforderungen im Gebet: Anfangen und dann nicht mehr aufhören. Immer wieder, immer wieder, immer wieder. Und ich zähl das ja nicht, bin ja kein Ami, aber sicherlich habe ich tausende von Malen dieses Gebet gebetet, und ich werde das noch viele zigtausende Male beten. Weil das ist die Tür, die aufgeht, wo der Herr anfängt, dich in neue Dimensionen hineinzuführen. Und wo dein ganzes Wertesystem umgebaut wird und du eine andere Sicht bekommst vom Leben.

Der Heilige Geist muss uns lehren. Und Er muss den Willen Gottes zu einer Realität, zu einem Glauben umformen in uns, dass wir nicht nur wissen, das will der Herr tun, sondern wir haben Glauben und wir haben Eifer, und wir haben Verlangen. Und wir wissen, mein Leben geht darein und trägt mit dazu bei, dass diese Pläne Gottes sich erfüllen. Darum geht es in meinem Leben.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 3 (30:00 bis 35:00)

 

Und die Gemeinde, Apostelgeschichte 15, die erste Gemeinde hat sich verstanden als „wir sind eine weitere Erfüllung von dieser Prophetie: Die Wiederherstellung der Hütte Davids.“

Apg 15
12 Die ganze Menge aber schwieg und hörte Barnabas und Paulus zu, die erzählten, wie viele Zeichen und Wunder Gott unter den Nationen durch sie getan habe.
13 Als sie aber schwiegen, antwortete Jakobus und sprach: Ihr Brüder, hört mich!
14 Simon hat erzählt, wie Gott zuerst darauf gesehen hat, aus den Nationen ein Volk zu nehmen für seinen Namen.
15 Und hiermit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht (Am 9,11-12):
16 „Nach diesem will ich zurückkehren und wieder aufbauen die Hütte Davids, die verfallen ist, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten;
17 damit die Übrigen der Menschen den Herrn suchen und alle Nationen, über die mein Name angerufen ist, spricht der Herr, der dieses tut“,
18 was von jeher bekannt ist.

Am 9,11a
An jenem Tag richte ich die verfallene Hütte Davids auf,

Gott wird kommen und die verfallene Hütte Davids wieder aufrichten.

Das war das Verständnis damals. Und davon sind wir total abgefallen. Und jetzt wird das wieder zurückgeholt und wieder zurückgebracht und erobert, und wir wachsen wieder hinein. Und das Ende wird sein wie der Anfang: Ein Haus des Gebetes für die Nationen.

Und alles beginnt damit, dass unsere Berufung uns bewusst wird, so dass wir verstehen, was für einen Reichtum an Herrlichkeit Gott in uns schon deponiert hat und was die überragende Größe Seiner Kraft an uns, den Glaubenden, ist – nach der Wirksamkeit der Macht Seiner Stärke.

Eph 1
18 Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen
19 und was die überragende Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden, ist, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke.

Ich werde jetzt nicht einen Schwerpunkt auf das legen, aber dies alleine wäre ein einstündiges Teaching. Wenn wir Offenbarung bekommen, was die neue Geburt ist, was Gott in uns getan hat, was es bedeutet, dass wir von Finsternis zum Licht durchgedrungen sind …

Eph 5,8
Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn.

1Thess 5,5
denn ihr alle seid Söhne des Lichtes und Söhne des Tages; wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis

1 Petr 2,9b
damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat;

… dass das Leben aus Gott, an dem der Teufel sich schon einmal die Zähne ausgebissen hat, jetzt in uns ist – wenn das real wird, dann gehts dem Teufel schlecht. Dann ist die Gemeinde in der Offensive. Dann wird sie wirklich im Vormarsch sein und wird durch nichts mehr aufgehalten werden. Und darum hat der Teufel ein Rieseninteresse, dass diese Dinge möglichst verborgen bleiben, möglichst verdeckt bleiben, möglichst wenig Klarheit irgendwie mit sich bringen. Dass wir ja nicht verstehen, was heißt das eigentlich, „die Kraft, die Christus aus dem Tod zurückgebracht hat – diese Kraft wurde in mir wirksam“. Wir sind mit Ihm zusammen lebendig gemacht worden. Wir sind mit Ihm zusammen auferweckt worden.

Ist dir jemals aufgefallen – und damit beende ich diesen wichtigen Punkt – ist die jemals aufgefallen, dass es einen sehr entscheidenden Unterschied gibt im Neuen Testament zwischen Auferweckung und Auferstehung? Wenn du diesen Zusammenhang noch nie gesehen – oder diesen Unterschied noch nie gesehen hast – du verstehst überhaupt noch nicht mal ansatzweise von was ich hier sprechen möchte. Aber ich spreche ja nicht davon.

Wir sind mit Christus zusammen lebendig gemacht worden. Wir sind mit Ihm auferweckt worden.

Röm 6,4
So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so werden auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.

Kol 3,1 (ELB)
Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes!

Wir sind nicht mit Ihm auferstanden, wir teilen nicht die Erfahrung von Oster-Morgen: Ein neuer Leib. Das kommt erst wenn Jesus wiederkommt. Aber Jesus hat einen neuen Leib bekommen, weil er auferweckt wurde. Auferweckung ist nicht Oster-Morgen, Auferweckung ist im Totenreich. Und weil er auferweckt wurde, deswegen konnte er zum Grab zurückgehen und die Leiche abholen und in seinen Körper wieder gehen und schlagartig, weil er jetzt Leben pur war, hat diese Leiche sich verwandelt in das, was man dann Auferstehungsleib nennt – mit einer unglaublichen Herrlichkeit. Nicht mehr den Gesetzen der physischen Wirklichkeit unterworfen. Und Jesus konnte mit seinem Geistleib durch Wände gehen.

Die Jünger waren zusammen, Tür verrammelt, hatten totale Angst und Jesus kommt einfach durch die Wand. Und Jesus sitzt mit ihnen, isst mit ihnen, Honig und Fisch, ja? Konnte durch Wände gehen. Und Fisch und Honig blieben nicht an der Wand kleben. Das ist erstaunlich. Und diese Art von Leib werden wir haben. Wir werden mühelos im Sichtbaren und im Geistlichen leben – mühelos.

So, du kannst irgendwo – wenn du ein fauler Knecht warst – du kannst irgendwo ein Drei-Hütten-Dorf in Sibirien als Bürgermeister verwalten – und abends nach Feierabend im Geist bist du vor dem Thron in Herrlichkeit und – ermutigst dich noch mehr (Link zum Predigtabschnitt über unsere Jobs im Tausendjährigen Reich).

Weil wir sind nicht mehr Zeit und Raum unterworfen. Und trotzdem leben wir in Zeit und Raum. Das ist etwas, was für den Verstand schwer zu begreifen ist. Das kann man sich nicht vorstellen. Aber am Beispiel von Jesus sehen wir das. Der konnte weg sein und wusste, was sie geredet haben. Und dann kommt er wieder und sagt: „Was redet ihr denn da?“

Er konnte durch Wände gehen und war doch ein Mensch, war Mensch und Gott im Diesseits und im Jenseit zu Hause, gleichzeitig. Unglaublich, unglaublich.

Und das wird für uns normal sein. Kann man sich kaum vorstellen, aber wir brauchen den Heiligen Geist, und der will uns helfen, dass das real wird und sagen: „Wow, da kommen ja ganz neue Möglichkeiten, ganz neue Dimensionen des Lebens“. Hallelujah.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 3 (25:00 bis 30:00)

 

Und Paulus betet, dass „durch den Geist der Weisheit und der Offenbarung die Augen des Herzens erleuchtet werden“.

Eph 1,17b-18a
[…] Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst. Er erleuchte die Augen eures Herzens […]

Das bedeutet erstens: Unsere Herzen haben Augen. Wir haben zwei Paar Augen, wir haben physische Augen, die physischen Dinge zu sehen – die Berge und die Tiere und das grüne Gras und was weiß ich, nette Menschen – und wir haben Augen des Herzens. Und mit den Augen des Herzens kann man geistliche Dinge sehen: Die Pläne Gottes, das Herz Gottes, die Absichten Gottes, die Schönheit Jesu.

Und diese Augen des Herzens sind von Natur aus verschlossen. Nicht sehfähig. Und jetzt sagt Paulus: „Ja, und hier ist meine Antwort: Ich bete, dass der Heilige Geist kommt. Und wenn der Heilige Geist kommt, der wird ihnen die Augen auftun“.

So, er glaubt, dass durch Fürbitte, durch Gebet, die Augen sehfähig werden. Hallelujah.

So, das ist eine sehr, sehr machtvolle Angelegenheit, weil die geistliche Wahrnehmungsfähigkeit enorm verändert wird und erweitert wird durch Gebet. Gebet um den Heiligen Geist, dass er diesen Dienst tut. Wenn wir wachsen wollen, wenn geistliche Dinge und die Absichten Gottes uns realer werden sollen, dann lasst uns doch uns hingeben und sagen, die nächsten Jahre, und die nächsten zwanzig Jahre werden wir dieses Gebet beten – und denken nicht, dass das langweilig wird.

Man kann das immer wieder beten, du musst das nicht Wort für Wort runterlesen, aber du musst verstehen, worum es geht, und du musst die einzelnen Punkte vor Augen haben und darum beten, dass der Heilige Geist diesen Dienst tut.

Als dieses wunderbare Haus des Gebetes für die Nationen in Kansas City vor über 20 Jahren glaube ich angefangen hat – dort beten sie 24 Stunden rund um die Uhr, hat jemand schon mal davon gehört – IHOP, Kansas City? Ist das jemandem ein Begriff? Viel zu wenig! Wieso wisst ihr solche Dinge nicht? Ihr müsst doch wissen, was für innovative Dinge der Herr tut, weil das ist der Trend, da gehts hin. Jesus sagt, die Gemeinde wird ein Haus des Gebetes sein.

Mt 21,13
und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben (Jesaja 56,7): »Mein Haus soll ein Bethaus heißen«; ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus.

Das, was die da jetzt machen, ist dasselbe wie man früher Bibelschulen gemacht hat. Die Bibelschulen – warum gibts die? Weil die Gemeinde noch nicht die Gemeinde ist. Warum gibt es Gebetshäuser? Weil die Gemeinde noch nicht die Gemeinde ist.

Irgendwann wird Schluss sein mit Bibelschule, weil die Gemeinden endlich Bibelschule sind, weil die Gemeinde die Leute ausbildet vor Ort. Und irgendwann wird Schluss sein mit Gebetshäusern, weil die Gemeinde Gebetshaus wird. Aber im Moment Dank sein Gott für Bibelschulen, Dank sei Gott für diese Häuser des Gebetes, die jetzt überall entstehen. Aber wir müssen verstehen, die Gemeinde wird das Haus des Gebetes sein – für alle Nationen.

Unser ganzes Verständnis, warum kommen wir zusammen, was machen wir eigentlich, wird sich vollständig verändern. Jetzt kommen wir zusammen, weil nach einer anstrengenden Woche wollen wir ein bisschen aufgepumpt werden. Wenn wir verstehen, was Leben im Geist ist, dann kommen wir aufgepumpt in die Versammlung und wir dienen dem Herrn und sagen: „So, Herr, wie willst Du uns jetzt gebrauchen, Städte, Nationen, Kulturen usw. zu berühren?“ Völlig neue Perspektive!

Und wir sind engagiert in Gottes Endzeitplänen. Das Verständnis von Gemeinde, ihr Lieben, macht euch drauf gefasst, wird sich radikal verändern. Und wenn wir Schritt halten wollen, dann brauchen wir den Heiligen Geist, so dass wir verstehen, wie ist das eigentlich gedacht. Dann ist es nicht Gemeinde, die einmal im Monat einen Gebetsabend macht – die Gemeinde wird ein Haus des Gebetes sein. Und es wird 24 Stunden, rund um die Uhr gebetet werden. Wie weiß ich das? Das ist, weil Jesus gesagt hat: Wird des Menschen Sohn diesen Glauben finden wenn er wiederkommt?

Lk 18,8b
Doch wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden auf der Erde?

Welchen Glauben? Nämlich den Glauben, Tag und Nacht zu schreien: Verschaffe uns Recht! Tag und Nacht – Lukas 18 – zu schreien: Verschaffe uns Recht vor unserem Widersacher!

Lk 18,7
Gott aber, sollte er das Recht seiner Auserwählten nicht ausführen, die Tag und Nacht zu ihm schreien, und sollte er es bei ihnen lange hinziehen?

Das wird die Gemeinde tun Tag und Nacht. Du sagst: „Ja, wie? Tag und Nacht? Ich muss ja auch mal schlafen, ich muss auch mal arbeiten gehen“. Darum machen wir das wie die Hütte Davids in Schichten – du arbeitest, ich bete, er schläft – und dann wechseln wir uns ab – dann schlafe ich, der arbeitet, und der betet. Rund um die Uhr, so haben sie das damals gemacht.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 3 (20:00 bis 25:00)

 

So, wir wollen uns nicht verdammen lassen, dass heute die Wiederkunft Jesu kein großes Thema ist und dass kaum jemand so etwas betet. Aber wir wollen sehen, das ist das Ziel, da gehts hin. Wir werden erfüllt sein von dem Verlangen Gottes, und das Verlangen des Vaters ist Jesus wiederzubringen und Jesus vor den Augen einer rebellischen Menschheit – oder mindestens des Teils, die die irdischen Endzeitgerichte überlebt hat – zu rehabilitieren.

Das ist die Sehnsucht des Vaters. Vor allen zu zeigen, Er ist gerecht, Er hat ein Recht zu herrschen, und Er bekommt den Platz als König über alle Könige. Er darf regieren und Er regiert gerecht, Seine Gerichte sind gerecht, und Seine Herrschaft ist wunderbar. Und niemand wird das anzweifeln, niemand wird das in Frage stellen, niemand wird sagen, „ja, aber das könnte man so besser machen“. Sondern da wird Ehrfurcht sein, da wird Klarheit sein, Gott ist gut, Gott ist gerecht, Gott ist heilig, die Erde wird voll sein vom Lobpreis Gottes. Und die Nationen werden pilgern um Rat und Weisung zu holen. Kannst du dir überlegen, was das bedeutet für uns Erziehungssystem? Für die Medien, für das Internet? Kannst du dir vorstellen, was das bedeutet? Hallelujah.

Was wird das bedeuten für die Zigarettenindustrie? Für die Mafia? Für korrupte Politiker? Wenn Jesus kommt, 220 oder 225 Regierungen in einem Augenblick werden gewaltsam abgesetzt werden. Die größte Revolution, die in der Geschichte der Menschheit jemals stattgefunden hat. Hallelujah.

Und Er bringt Gerechtigkeit und einen neuen Standard. Und deswegen, weil Gerechtigkeit da ist, kommt Frieden. Und weil Friede da ist, kommt Freude. Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Das ist die Reihenfolge.

Röm 14,17
Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist

Sogar unsere Politiker wissen das. Als die Bewältigung der Vergangenheit war mit DDR – ohne Gerechtigkeit wird es keinen Frieden geben, deswegen diese ganze StaSi-Geschichte – wie vollkommen das ist oder nicht, es spielt keine Rolle, aber die Idee ist, wir können das nicht einfach unter den Tisch kehren. Wir können nicht einfach sagen, naja, haben wir heute nichts mehr mit zu tun – sondern da muss aufgearbeitet werden, und Unrecht muss Unrecht genannt werden. Und wenn es irgendwie geht, muss das gesühnt werden. Das ist wichtig, sonst gibt es keinen Frieden. Und wenn es keinen Frieden gibt, gibt es keine Freude. Gerechtigkeit, Friede und Freude in dem Heiligen Geist.

Das ist unsere Zukunft. Hallelujah. Darum geht es. Und der Heilige Geist muss uns das real machen. Und je leuchtender das wird – Petrus sagt:

2Petr 3,13
Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.

Diese Erwartung ist fast nicht vorhanden. Aber wir dienen einem Gott, der sagt, Er wird den glimmenden Docht nicht auslöschen. Er wird das geknickte Rohr nicht zerbrechen.

Mt 12,20
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht zum Sieg hinausführt.

Sondern das, was schwach ist, wird Er stark machen. Hallelujah. Das ist Seine Natur. Er sagt nicht: „Was? So wenig Verlangen ist in meiner Gemeinde nach meiner Wiederkunft? Okay, vergessen wir das alles!“ Nein! Er sagt: „Wir haben einen Plan. Und der Heilige Geist wird kommen, und sie werden die Bedeutung dieser Gebete entdecken, sie werden anfangen, diese Gebete zu beten.“

Weil diese Gebete sind die Antwort. Viele Male – wir beten unsere Probleme. Aber die biblischen Gebete, besonders die Gebete eben der Apostel, wie …

Das sind alles Gebete, die beten die Antwort. Viele Male, wir beschäftigen uns mit Symptomen. Aber das Evangelium ist, die „Axt ist an die Wurzel gelegt“ (vgl. Mt 3,10 und Lk 3,9).

Das ist das Evangelium. Und das Problem der heutigen Gemeinde – ihrer Lauheit, ihrer Bereitschaft zu Kompromissen, ihres Unglaubens usw. – liegt nur in dieser vagen, verschwommenen, unklaren Vorstellung, wer ist Gott und was will Er und was hat Er eigentlich mit uns vor? Je klarer wir Ihn kennenlernen, je mehr das in uns lebt – ich meine nicht erkennen im Sinne von „ich habe ein Konzept verstanden“. Das ist nicht, was biblische Erkenntnis ist. Erkenntnis ist immer eine kraftvolle Realität in unserem Herzen.

Je klarer diese Realität vom Heiligen Geist in unseren Herzen wird, um so brennender wird unser Verlangen werden, um so größer wird unsere Hingabe werden, um so größer wird unsere Liebe zu Jesus werden. Die Liebe ist deswegen so schwach und so kümmerlich und so wenig ausgeprägt, weil wir Ihn nicht sehen in Seiner Herrlichkeit. Weil wir nicht sehen, wer Er wirklich ist und wie Sein wunderbares Wesen. Das ist uns so vage und so verschwommen und so unklar. Aber der Heilige Geist ist dazu da, das Herz Gottes zu offenbaren, die Pläne Gottes zu offenbaren.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 3 (15:00 bis 20:00)

 

Wer im Kleinen treu ist, wird über viel gesetzt werden. Das ist, was Jesus gesagt hat.

Lk 16,10a
Wer im Geringsten treu ist, ist auch in vielem treu.

Lk 19,17
Und er sprach zu ihm: Recht so, du guter Knecht! Weil du im Geringsten treu warst, sollst du Vollmacht über zehn Städte haben.

Der wird dann über soundso viele Städte gesetzt, davon redet Jesus. Das ist das Tausendjährige Reich, wo Jesus mit der Gemeinde regiert – hier auf diesem Planeten. Und darum geht es. Es geht nicht um die nächten paar 20 oder 30 oder – wenn du jung bist – noch 50 Jahre – ich glaube nicht, dass es noch so lange dauert bis Jesus wiederkommt, aber das ist meine persönliche Meinung, und das ist nicht wichtig. Es geht um etwas ganz anderes. Es geht um das Reich Gottes, was auf diese Erde kommt. Die Bibel redet von einem Zeitalter, wo der Teufel und die Dämonen verbannt sind von diesem Planeten.

Off 20
2 Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, die der Teufel und der Satan ist, und band ihn für 1 000 Jahre
3 und warf ihn in den Abgrund und schloß ihn ein und versiegelte über ihm, damit er die Völker nicht mehr verführen kann, bis die 1 000 Jahre vollendet sind. Und nach diesen muß er für kurze Zeit losgelassen werden.

Wir warten auf einen neuen Himmel, eine neue Erde, in welcher Gerechtigkeit wohnt.

2Petr 3,13
Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.

Jeden Schauen der Nachrichten, jedes Schauen von allen möglichen Lügen und Bestechungen und Skandalen und Korruption und all diesen Dingen sollte uns ein Anlass sein, „Herr Jesus, komm wieder, komm wieder, richte Dein Reich auf, danke, dass eine neue Ära kommt, Gerechtigkeit wird einmal herrschen“. Mit Sünde wird es Schluss sein auf diesem Planeten.

Und wir werden mit Jesus das durchsetzen. Das ist unsere Aufgabe. Darum geht es. Und deswegen ist dein kleiner Kaffeedienst da hinten an der Maschine wichtig. Der hat Bedeutung. Weil es nicht um den Kaffeedienst geht, sondern um dein Herz, um deine Haltung. Und deswegen sagt Paulus: Alles, was wir tun, sollen wir im Namen des Herrn tun.

Kol 3,17
Und was immer ihr tut in Wort oder Werk, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

Wir sollen es für Ihn tun. Das ist unser „Gottesdienst“.

Röm 12,1
Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst!

So, wenn wir diese Perspektive haben – meine Taten hier, jetzt, die zählen, und es gibt eine Ewigkeit, es gibt einen Lohn für das, was ich hier und jetzt für Jesus tue, es gibt eine Belohnung. Je mehr mir das bewusst wird, je mehr der Heilige Geist mir das bewusst werden lässt, um so mehr wird sich meine Sicht vom Leben hier, jetzt verändern.

Manche Leute, in christlichen Kreisen gibt es diesen Spruch: „Der ist so sehr mit dem Himmel beschäftigt, dass er für das Irdische nicht mehr taugt“. Erstens habe ich noch nie jemanden getroffen, der so sehr mit dem Himmel beschäftigt ist. Und zweitens je mehr du mit der Ewigkeit beschäftigt bist, um so mehr wirst du taugen für das Hier und Jetzt.

Kol 3,2
Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist

So, was ist unsere Zunkunft? Was ist unsere Berufung? Worum geht es? Und wir sollen unsere Berufung festmachen – als Könige und als Priester mit Jesus.

2Petr 1,10
Darum, Brüder, seid um so eifriger bestrebt, eure Berufung und Auserwählung fest zu machen; denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals zu Fall kommen.

Und der Heilige Geist muss uns das bewusst machen. Wie viele Male erlebe ich das, dass, wenn ich Leute frage, ja, hast du schon mal gedacht, was du in 500 Jahren tun wirst? – In 500 Jahren? Dann bin ich doch schon längst tot – Ja, Unglaube pur!

Da ist überhaupt keine Realität da, überhaupt keine Substanz, worum geht denn das Ganze? In 500 Jahren bist du mehr lebendig als heute.

Und keine zu hohen Rechnungen flattern mehr ins Haus, keine Grippeviren werden sich unserer bemächtigen, keine stressigen Leute werden uns nerven, keine Krankheiten, kein Schmerz. Das ist so gewaltig, darum ist der Himmel so erstrebenswert, weil das permanente Freude ist. Hallelujah.

Und das wartet auf uns. Und wir laufen auf Straßen aus Gold.

Offb 21,21
Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen, jedes der Tore aus einer Perle; und die Straßen der Stadt waren aus reinem Gold, wie durchsichtiges Glas.

Du wirst sagen, kannst du dich noch erinnern auf der Erde, ja? Wie da verrückte Leute dem Gold hinterhergelaufen sind? Die müssten mal hier gucken, was hier ist. Wir laufen hier auf Gold rum.

Eine neue Erde, in welcher Gerechtigkeit wohnt. Das wartet auf uns. Das ist wirklich real. Und je mehr der Heilige Geist als Geist der Offenbarung uns diese Dinge zeigen kann, um so intensiver wird das werden in uns. Und das wird passieren in den nächsten 10-20 Jahren. Der Schrei in den Herzen der Gläubigen „Komm Herr Jesus, komm!“ wird lauter und dringlicher und intensiver werden. Und wir werden verstehen, neben all den vielen anderen Dingen, die wir zu tun haben – unsere Hauptaufgabe, unsere Hauptaktivität ist unser Verlangen nach der Wiederkunft Jesu zum Kochen zu bringen.

In völlige Harmonie mit dem Heiligen Geist zu kommen und mit dem Heiligen Geist zusammen zu rufen: „Komm Herr Jesus, komm!“

Offb 22,17a
Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm!

Und wenn das auf dem Höhepunkt ist, dann wird er kommen. Wenn das eine Intensität erreicht hat, die nicht mehr steigerbar ist, dann wird Jesus kommen. Aber nicht in ein paar wenigen Gläubigen, sondern das wird Standard der Braut-Gemeinde sein. Da gehts hin.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 3 (10:00 bis 15:00)

 

Der Heilige Geist hat diese eine Aufgabe, uns die Augen aufzutun über das, was uns schon gegeben ist – was wir noch nicht erleben, was noch nicht unsere Erfahrung ist, aber was uns schon grundsätzlich gehört, und in das, was wir hineinkommen sollen. Der Heilige Geist ist der jenige, der den Schleier wegnimmt. „Offenbarung“ heißt so viel wie „Enthüllung“ – eine Decke wird weggenommen.

Strong 602: apokalupsis: an uncovering (Enthüllung)

Und der Heilige Geist ist dafür da, uns geistliche Realitäten zu zeigen, damit wir in denen zu Hause sind und in denen dann wirklich leben können.

Wir haben den Geist aus Gott empfangen, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind (1 Kor 2,12). Und genau von diesem Dienst, nämlich diesem Dienst der Offenbarung der zukünftigen Dinge, der Dinge, die uns geschenkt sind, von diesem Dienst oder für diesen Dienst betet Paulus hier in Epheser 1.

Der Geist der Weisheit und der Offenbarung soll uns dienen …

Eph 1,17b
in der Erkenntnis (oder zur Erkenntnis) seiner selbst.

Die Aufgabe des Heiligen Geistes ist uns das Wesen, die Schönheit Gottes nahe zu bringen. Das ist die Aufgabe des Heiligen Geistes. Nur durch den Geist Gottes kann man Jesus und Seine Herrlichkeit erkennen. Wir brauchen diesen Dienst des Heiligen Geistes. Und je mehr der Heilige Geist das tun kann, um so mehr wird sich unser Verständnis vom Leben und wer wir sind und wofür wir hier sind und worum die ganze Sache geht – wird sich total verändern.

Eins der Dinge, was passieren wird, was aufhören wird wenn der Heilige Geist diesen Dienst tun kann, dass wir mehr und mehr aus dieser Täuschung herauskommen, die der Geist der Welt ständig uns anbietet oder uns darin einwickelt: „Das Hier und Jetzt und das Sichtbare, das sei die einzige Realität – und eine Ewigkeit, ja, davon redet die Bibel, aber ob das wirklich real ist. Das weiß kein Mensch“.

Das ist, was der Geist der Welt uns vermitteln will – ohne Worte. Durch Atmosphäre. Das ist in der Luft, das ist in den Medien, in den Gesprächen, das ist einfach um uns herum permanent da. Wir leben sozusagen unter einem Dauerbeschuss des Feindes. Ein permanenter Fluss von Lüge kommt auf uns. Und gibt uns ein falsches Verständnis, wer wir sind, wofür wir da sind, und wohin das alles führen wird usw. Und wenn wir den Heiligen Geist jetzt einladen und den Heiligen Geist bitten, diesen Dienst zu tun, dann verflüchtigt sich diese Lüge und stattdessen macht sich Bahn – prozesshaft, aber immer mehr – wie die Realitäten eigentlich sind.

Und wir verstehen, wie es hier drin dann auch heißt, …

Eph 1,18b
was die Hoffnung seiner Berufung ist.

Wenn der Heilige Geist uns das klarmachen kann, dieses Leben, was wir Leben nennen, ist nur ein Vorspann – wie beim Film die Werbung. Das ist nur vorne weg, das ist noch nicht der Hauptfilm. Das Eigentliche kommt noch. Und uns ist das nicht bewusst, in sagen wir 300 oder 500 Jahren werden wir hier auf diesem Planeten sein und werden tüchtig viel zu tun haben und dabei eine Menge Spaß haben. Und ist das nicht real, sondern wir leben so wie mit der Sanduhr – okay, du bist jetzt 30, du bist jetzt 50, du bist jetzt 70 und der Sand rinnt und irgendwann ist fertig. Ja, aber wenn fertig ist, dann fängt es erst an. Dann fängt es erst an.

Was sind 80 Jahre im Vergleich zu einer Ewigkeit nach der anderen?

Und in 500 Jahren werden wir hier auf dieser Erde sein. Vielleicht nicht gerade hier in diesem Ort, ja? Aber wir werden hier sein, und wir haben Aufgaben, wir sind mit Jesus zusammen, wir regieren mit Jesus hier auf der Erde. Und das, was wir heute tun, ist Vorbereitung und ist Übung und ist Praxis. Und nach dem Maß unserer Hingabe, nach dem Maß unserer Treue, nach dem Maß unserer Entschiedenheit und unserer Verantwortung, die wir jetzt übernehmen in unserem Leben mit Jesus, werden wir in dem zukünftigen Zeitalter verschiedene Maße von Authorität und Verantwortung bekommen.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 3 (05:00 bis 10:00)

 

Und wir wollen uns ein solches Gebet anschauen und können sehen, das können wir für uns nehmen, und das können wir aber auch benutzen, um füreinander zu beten, um für die Gemeinde zu beten. Lass uns einmal zu Epheser, Kapitel 1 gehen. Das ist in meinen Augen eines der effektivsten Gebete im gesamten Neuen Testament. Und wenn du etwas tun willst für dein geistliches Wachstum oder auch für das Wachstum deiner Geschwister, dann empfehle ich dir, dich hier einzuklinken und regelmäßig und anhaltend dieses Gebet zu beten.

Paulus fängt hier an in Vers 15 – Kapitel 1, Vers 15 – mit diesem vielsagenden Wort „deshalb“.

Eph 1,15-16
15 Deshalb höre auch ich, nachdem ich von eurem Glauben an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört habe, nicht auf,
16 für euch zu danken, und ich gedenke euer in meinen Gebeten.

Wieso „deshalb“? Was meint er mit „deshalb“? Nun, das bezieht sich auf den Satz natürlich davor. Und dort ist in Vers 13 und Vers 14 die Rede vom Heiligen Geist. Und es heißt, der Heilige Geist ist die Anzahlung auf unser Erbe – auf die Erlösung seines Eigentums zum Preise seiner Herrlichkeit.

Eph 1,14
Der (Der Heilige Geist) ist die Anzahlung auf unser Erbe auf die Erlösung seines Eigentums zum Preise seiner Herrlichkeit.

Die Gemeinde hat die Berufung etwas wunderbares zu werden, was das Wesen Christi wiederspiegelt und was den Herrn verherrlicht, dem Herrn Ehre gibt – eben durch diese zunehmende, wachsende Ähnlichkeit. So beweist die Gemeinde, dass Golgatha wirklich erfolgreich war, und dass dort etwas passiert ist, was zutiefst einen Einschnitt in der Geschichte der Menschheit bedeutet und was eine mächtige Sache ist um die Werke des Teufels zu zerstören. Dazu ist der Sohn Gottes gekommen, dass er die Werke des Teufels zerstöre.

1 Joh 3,8b
Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, daß er die Werke des Teufels zerstöre.

Und das Werk ist Finsternis, ist Sünde, ist eben diese falsche Gesinnung der Unabhängigkeit und für sich selber leben. Und jetzt ist hier eine Gemeinde, die kommt in die Reife, und sie ist dafür da – nicht für sich selber – sondern für den Herrn, zum Preise seiner Herrlichkeit. Sie beweist, er ist herrlich. Sie ist ein Beispiel. Sie ist ein leuchtendes Beispiel, dass die Gemeinde wirklich aus Seiner Gnade für Ihn lebt. Wie Paulus das über Jesus sagt, „die Gemeinde sich selbst verherrlich darstellt“.

Eph 5,27a
damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte

Und weil wir eine Anzahlung bekommen haben, jetzt sollen wir das ganze bekommen. Da ist noch so viel mehr, was noch nicht eingelöst ist oder ausgezahlt ist, was wir noch nicht erleben und was wir noch nicht genießen. Und um in dieses „mehr“ hineinzukommen, um in die Fülle hineinzukommen, um in all das hineinzukommen, womit wir den Herrn wirklich verherrlichen, deshalb betet er.

Sein Ziel ist, dass die Gemeinde herrlich wird, dass die Gemeinde etwas wird zum Preis Seiner Herrlichkeit. Das ist sein Ziel. So, es geht um ein Gebet für geistliches Wachstum. Dafür betet er.

Und es heißt hier, …

Eph 1,17a
dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung.

Ja, die waren doch schon geisterfüllt, die haben schon in Zungen gesprochen. Was meint er denn damit? Er redet nicht davon, dass sie nochmal eine solche Erfahrung machen sollen, sondern wenn man erfüllt ist vom Heiligen Geist und anfängt, Gott in neuen Zungen anzubeten, dann ist man erfüllt vom Heiligen Geist. Das kann man nicht wiederholen. Man kann da drin bleiben. Aber wovon er hier redet ist, dass sie jetzt den Dienst des Heiligen Geistes in starker Weise erleben, der ihnen dient, der an ihnen wirkt als Geist der Weisheit und der Offenbarung.

Der Heilige Geist ist der Geist der Weisheit und der Offenbarung. Er vermittelt uns geistliche Realitäten, die unser Verstand vielleicht theoretisch erfassen kann, aber nicht wirklich verstehen kann. Aber unser Geist kann diese Dinge wirklich aufnehmen. Und dafür ist der Heilige Geist uns gegeben.

Lasst uns einmal einen Moment zu 1. Kor 2 gehen. Und da schreibt Paulus von diesem wunderbaren Dienst:

1 Kor 2,9-10+12
9 sondern wie geschrieben steht (Jesaja 64,3): „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“
10 Uns aber hat Gott es offenbart durch den Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes.
12 Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind (oder: das kennen, was uns von Gott geschenkt ist).

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 3 (00:00 bis 05:00)

 

Bevor ich zum nächsten Punkt komme, soll ich noch zwei Dinge ergängen oder – naja, richtigstellen kann man nicht sagen – ergänzen: Ich habe die Geschichte mit dem Arzt und meiner Rückenmuskulator erzählt. Und also, ich soll noch betonen, dass zwischen der Schicknachricht vom Arzt und bis wir angefangen haben mit Gymnastik oder mit Rücken – wie heißt das Ding – Reha-Sport – hat es ein Jahr gedauert. Und nur auf Drängen meiner Frau haben wir überhaupt angefangen. Also das sollte ich noch ergängen – ich weiß nicht, warum das jetzt wichtig ist … also – die Botschaft, die du daraus nehmen kannst: Es ist Hoffnung für dich da, ja? Das kannst du daraus nehmen.

So, also „Gebet“ – persönliches Gebet: Warum haben wir ein bisschen angeschaut. Und wie – mit Hingabe an die Wahrheit ohne Rücksicht auf das Fleisch. Jetzt machen wir noch einen dritten Teil. Ja, was sollen wir denn überhaupt beten?

Natürlich ist es absolut legitim und hat seinen Platz, gerade in Zeiten, wo es schwierig ist, wo wir bedrängt werden, wo es irgendwie nicht so gut läuft, es ist allemal richtig und erlaubt und legitim, vor dem Herrn unser Herz auszuschütten. Das dürfen wir. In allen Einzelzeiten.

Lass uns aber dann ein Beispiel nehmen an David, das findest du viele Male in seinen Gebeten – am Ende von deiner Klage musst du die Kurve kriegen und musst sagen: „Aber Du, Herr … Du wirst mir helfen. Du bist mein Beistand, Du holst mich hier heraus, Du wirst die Sache zum Guten wenden. Ich setze mein Vertrauen auf Dich.“

Das ist sehr, sehr notwendig, dass wir nicht in der Klage steckenbleiben, sondern am Schluss aufschauen und erklären, was Er schon gesagt hat, und wie Seine Sicht über unsere Situation ist.

Okay. Aber ansonsten ist es sehr, sehr hilfreich und inspirierend, dass wir uns angewöhnen, das Wort zu beten. Wenn wir nur unsere Befindlichkeiten beten, wir werden sehr bald am Ende sein. Aber wenn wir lernen, das Wort zu beten – und ich will erklären, was das bedeutet – dann haben wir mehrere Vorteile:

  1. Wir wissen, was wir jetzt zu beten haben.
  2. Wir beten göttliche Wahrheit. Wir beten sogar Gebete, die Gott selbst in Sein Buch hineingenommen hat und die nach Seinem Willen sind, die inspiriert sind vom Heiligen Geist und die schon gesalbt sind und die Er benutzen wird.

Gott benutzt gesalbte Gebete. Nicht wegen der Leute, die sie beten, sondern wegen der Gebete selber. Weil diese Gebete aus Seinem Herzen sind, aus Seinem Willen sind und eben von Ihm gegeben sind. Und wir haben eine Fülle von Gebeten im Worte Gottes. Ein, zwei will ich euch – oder drei will ich euch kurz vorstellen und sagen, was das damit auf sich hat.

So, Gott gibt uns klare Anweisungen, wie wir zu beten haben und was wir da beten sollen.

Lasst uns ein Vorbild nehmen an Paulus. Paulus hat seinen Dienst, die Gemeinden zu fördern, die Gemeinden zum Wachsen zu bringen und stark zu machen – hat sich gegründet auf drei Säulen. Jedenfalls drei sehe ich, wenn ich das Leben von Paulus anschauen. Das erste ist sein Vorbild, das zweite ist seine Verkündigung, und das dritte ist seine regelmäßige, systematische Fürbitte.

Und davon können wir eine Menge lernen. Er hat sich nicht verlassen darauf, „ich habe wunderbare Predigten in der Salbung eines Apostels gebracht und jetzt wird das ja wohl funktionieren“ – sondern er hat gesagt, zu der Verkündigung muss etwas anderes hinzukommen – und sein Vorbild natürlich auch, ja? Aber dazu muss noch etwas anderes dazukommen: Und das ist anhaltendes, regelmäßiges Gebet.