Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 2 (55:00 bis 60:00)

 

Du gehst nicht hin zu jemandem, der sein Kreuz trägt und sagst, ach, ich bin hier von der örtlichen Zeitung und ich mach so Straßeninterviews – wo machen sie ihren nächsten Urlaub?

Wer sein Kreuz trägt, hat keine solchen Pläne mehr. Damit will ich nicht sagen, dass es Sünde ist, Urlaub zu machen – bitte, ja. Aber dieses „ich mache alles selber, ich bestimme selber“ – wer sein Kreuz trägt, dessen eigenes Leben ist zu Ende. Und Jesus sagt: Wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es gewinnen.

Lk 17,33
Wer sein Leben zu erhalten sucht, der wird es verlieren; und wer es verlieren wird, der wird es gewinnen

Mt 10,39b
und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden.

Wir verlieren das alte Leben – wir bekommen ein neues Leben. Aber das neue Leben wird sich nicht auswirken wenn wir das alte nicht verlieren.

Und das ist das Kreuz. Das Kreuz ist das Mittel Gottes um uns zu erlösen von unserer alten Natur, von diesem Ego – „ich will aber“ und „keiner sagt mir“ und „ich mache wozu ich Lust habe und ihr könnt mich alle mal“. Davon brauchen wir eine Erlösung.

Hier nicken sogar einige schon, wir kommen vorwärts. Super.

Davon – von dieser Natur, brauchen wir Erlösung. Und das Wort Gottes sagt:

Gal 5,24
Die aber dem Christus Jesus angehören, haben das Fleisch samt den Leidenschaften (Lüsten) und Begierden gekreuzigt.

Die haben dem zugestimmt und sagen, es ist ein Leben in Selbstverleugnung.

Jesus sagt: Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, kann nicht mein Jünger sein.

Lk 14,27
und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein.

Das heißt also, ohne Kreuz gibt es gar keine Jüngerschaft.

Ich glaube, dass es so ist: Was ich nicht erklären kann, hab ich auch nicht wirklich verstanden. Und manches mal denke ich, wenn ich jetzt meine Botschaft unterbrechen würde und würde mit dem Funkmikro durch die Reihen gehen und sagen: Bitte erkläre mal in zwei, drei Sätzen in deiner eigenen Sprache, wie du dein Kreuz auf dich nimmst, wie das praktisch aussieht. Viele würden ins Stammeln und ins Stottern kommen und würden nicht erklären können, was das eigentlich bedeutet, sein Kreuz zu nehmen. Aber wenn wir es nicht verstehen, wie groß ist die Chance, dass wir es dann praktizieren? Nahe null, würde ich sagen.

So, du siehst, das, was der Anfang ist, ist heute schon ein Mysterium und ist im Dunkeln und von religiösen Wolken irgendwie verdeckt, ja? Das ist, wo wir stehen: Kurz vor dem Anfang! Dass das neutestamentliche Leben wirklich wieder normal wird und wirklich wieder in den Mittelpunkt gerückt wird – eine Jüngerschaft ohne Kreuz gibt es nicht.

Und das Kreuz ist eine Gesinnung. Das Kreuz heißt: Jedes Mal, wo mein eigener Wille den Willen Gottes durchkreuzt oder der Wille Gottes meines Willen durchkreuzt, habe ich schon entschieden, ich wähle Seinen Weg. Jedes Mal, wo Seine Gebote gegen meine Natur gehen, habe ich schon entschieden, ich stehe auf Seiner Seite und ich werde mit Seiner Kraft, mit der Gnade Gottes Nein sagen zur alten Natur. Das ist die Gesinnung des Kreuzes. Ohne Kreuz gibt es kein geistliches Wachstum. Und das ist, warum wir manchmal Leute finden, die sind 30, 40, 50 Jahre gläubig, und sind immer noch ganz am Anfang. Wir werden nicht reif durch die Anzahl der Jahre, die verstreichen. Wir werden reif durch die Anzahl der Gehorsamsschritte, die wir gehen.

Das wäre ein guter Satz zum Mitschreiben: Reife durch eine kontinuierliche Serie von Gehorsamsschritten.

So kommt geistliches Reife zustande. Nicht indem wir sitzen nur und hören und hören. Jakobus sagt: Wenn wir nur Hörer sind, aber nicht Täter des Wortes, dann betrügen wir uns selbst.

Jak 1,22
Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst.

Wir betrügen uns selbst. Wir können damit auch erfolgreich andere betrügen, aber nicht den Herrn, der unseren Zustand sieht.

So, was ist Jüngerschaft? Jüngerschaft ist ein Prozess, wo Menschen gezielt an die Hand genommen werden. Lehre kann man in der ganzen Gemeinde machen, aber dann muss das eins zu eins umgesetzt werden. Und wir nehmen jemanden an die Hand und sagen: So, also jetzt buchstabieren wir die Sache durch. Und wir bringen ihm bestimmte Dinge bei.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 2 (50:00 bis 55:00)

 

Da gibts Befehle, und das geht überhaupt nicht darum, ob dir das gefällt oder ob du das lustig findest oder ob du jetzt starken inneren Drang dazu verspürst. Da gibt es Order, da gibt es klare Maßnahmen, da gibt es sogar Strafmaßnahmen falls du dich widersetzt.

Und auch bei dem Beispiel des Lehrvertrages: Du kannst nicht beliebig oft schwänzen und die gucken sich das an. Irgendwann sagen sie: Noch einmal und das wars – dann kannst du zu Hause bleiben, dann ist die Lehre beendet vorzeitig, und du kannst überlegen, was du danach dann probierst.

Und kein Mensch regt sich darüber auf. Kein Mensch irgendwie sagt, „das finde ich ungerecht, das finde ich straff und ne, wo bleibt da meine Freiheit?“ Jeder akzeptiert das. Und dann bekehren sich diese Leute, die alle schon solche Prozesse wie Berufsausbildung hinter sich haben, kommen in die Gemeinde, bekehren sich, und dann hören sie: „Pass auf, wir bringen dir jetzt bei wie ein Christ lebt“ – „Ja, warte mal – also langsam, das werde ich ja wohl noch selber entscheiden“. Nein, kannst du nicht! Du hast schon entschieden – Jesus ist der Herr. Hallo? Und du hast schon unterschrieben. Und da ist es all-inclusive, d.h. sexuelle Reinheit, das heißt Zehnten, das heißt Beten, das heißt Fasten. „Wie bitte? Ist das hier eine Sekte oder was?“

So ticken die Leute, weil sie voll sind von diesem Geist des Individualismus: „Ich kann ja wohl machen, was ich will, wenigsten ins Glaubensfragen – wenn schon sonst nicht in dieser Welt. Muss ich mich dem Staat unterordnen, muss ich mich meinem Bäckergesellen unterordnen, muss ich hier, muss ich da – also in der Gemeinde wenigstens, da kann ich ja wohl machen, was ich will“. Ja, wer hat dir denn das erzählt?

Jesus ist der Herr. Und Sein Ziel ist, dass Sein Wesen in dir hervorkommt. Das ist Sein Ziel. Darum geht es. Und dieses Ziel wird nicht erreicht, indem du treu und brav Versammlungen besuchst. Versammlungen zu besuchen ist ein wesentliches Element davon, aber längst nicht das einzige. Da kommen ganz andere praktische Maßnahmen noch dazu. Die sind notwendiger Bestandteil der Ausbildung. Und wenn Jüngerschaft in einer Gemeinde praktiziert wird, dann hast du einen Ausbilder. Dann hast du jemanden, der für dich zuständig ist, der für dich betet, der schaut, wo du jetzt stehst, welche nächsten Schritte dran sind und was du für Hausaufgaben bekommst.

Hausaufgaben?! Was für ein schlimmes Wort! Und das in der Gemeinde!

Natürlich gibt es Hausaufgaben, natürlich. Ganz klar. Wenn ich in Gemeinden gehe, mit denen ich befreundet bin, zusammenarbeite, ich gebe manchmal Hausaufgaben. Dann komm ich ein Jahr später wieder und sage: „So, wie siehts aus mit der Hausaufgabe?“ – „Welche Hausaufgabe?“. Ich sage: „Hallo, ich habe euch gesagt, ihr alle arbeitet dieses Buch durch“.

„Ja, wir haben nicht gedacht, dass du das wirklich so meintest“. Da sag ich: „Hallo, wie ist unser Verhältnis? Können wir das nochmal neu definieren, können wir nochmal das festmachen? Bin ich jemand, der sagt – weil ihr das wollt – da gehts lang, oder nicht?“ – „Jaja, natürlich, klar“. Ich sage: „Bitte, dann nimm das ernst, und dann mach deine Hausaufgaben“.

In allen Bereichen des Lebens können wir uns unterordnen. Und plötzlich in der Gemeinde, auf einmal dreht sich alles wieder um und wir leben wieder unser Ego aus. Hallo? Wer hat uns das gesagt?

Der Ruf zur Jüngerschaft ist ein Ruf, das Kreuz zu tragen, sich selber zu verleugnen. So hat Jesus Jünger gerufen.

Mt 16,24
Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.

Heute, die modernen Prediger sind so weit, sie sagen: „Das sollten wir so nicht sagen, das ist nicht populär, das findet keinen großen Anklang, da werden nicht viele Leute drauf reagieren, wir müssen das irgendwie anders verpacken. Und das mit dem Gehorsam und der Selbstverleugnung und Leben in Enthaltsamkeit und diese Dinge – du, das, äh, später, später!“ Meine Frage ist immer: Was sagen wir ihnen eigentlich so lange bis wir ihnen die Wahrheit sagen? Was machen wir in der Zwischenzeit? Mich wollten schon weise Männer beraten und sagen: Du, die sind noch nicht so weit, dass du so taff predigen kannst, weißt du, die sind überfordert, du kannst nicht gleich den reinen Wein einschenken, die sind noch nicht so weit.

Ja, was mache ich in der Zwischenzeit? Verpanschten Wein oder wie? Was für eine Logik! Jesus hat aufgerufen: Wer mir nachfolgen will, nehme sein Kreuz und verleugne sich selbst.

Mt 16,24
Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.

Dazu hat Jesus die Leute aufgerufen, und jeder damals hat verstanden, was das heißt, sein Kreuz zu tragen. Die alle haben schon Leute gesehen auf der Straße, die ihr Kreuz getragen haben. Und das heißt, die laufen paar Meter bis zur Hinrichtungsstätte.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 2 (45:00 bis 50:00)

 

Von wem werden Jünger gemacht? Von Gläubigen – Menschen, die schon durch diesen Prozess der Jüngerschaft gegangen sind, machen jetzt andere zu Jüngern. Das sehen wir bei den Jüngern von Jesus. Als die Zeit zu Ende war mit ihnen, dann sagt er: Jetzt geht hin in alle Welt und macht zu Jüngern.

Mt 28,19a
So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker

Das heißt: Macht mit ihnen das, was ich mit euch gemacht habe für drei Jahre. „Macht sie zu Jüngern“.

So, die Apostel haben genau gewusst, was sie zu tun hatten. Die haben nicht gesagt, „ach, wir machen mal Jünger, das wär doch irgendwie eine coole Sache“, sondern sie wussten, das war ihr Befehl. Das ist, was Jesus ihnen gesagt hatte: „Geht hin, macht zu Jüngern“.

Was war das Wesentliche von Jüngerschaft? Das Endergebnis eines veränderten Lebensstils. Lehrt sie halten alles, was ich euch geboten habe.

Mt 28,20
und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe.

Also: Bringt ihnen einen neuen Lebensstil bei. Nicht: Trichtert ihnen das Glaubensbekenntnis ein, sondern lehrt sich einen anderen Lebensstil, den Lebensstil des Reiches Gottes.

Und das hat immer etwas mit gesunder Autorität und Unterordnung zu tun. Wenn wir nicht ein klares Verständnis von Autorität bekommen und was Unterordnung ist und was Unterordnung nicht ist, dann werden wir niemals fähig sein, wirklich Jünger hervorzubringen.

Über Jahrhunderte hat das Volk Gottes geglaubt – naiverweise, gegen jeden gesunden Menschenverstand und gegen die Bibel sowieso – hat sie geglaubt, wenn Menschen nur regelmäßig am Sonntag in die Gemeinde gehen und die Predigten hören und bei der Anbetung mitmachen, dann wird ihr Lebensstil und damit auch ihr Charakter verändert. Die müssen einfach nur regelmäßig kommen und das Ergebnis von ganz alleine wird sich einstellen, und das Wesen Jesu wird in ihnen hervorkommen.

Komisch, wo dieser Glaube herkommt. Kein Mathematiklehrer hat den Glauben, wenn die Schüler nur fleißig meine Stunden besuchen und zuhören, lernen sie Mathematik. Kein Lehrer glaubt das. Kein Ausbilder, ob das Bäcker ist oder KFZ oder irgendetwas glaubt, wenn der Lehrling nur drei Jahre kommt und in der Werkstatt treu jeden Tag rumsteht, können wir den am Ende einen Gesellenbrief in die Hand drücken und der hat seine Ausbildung bestanden – kein Mensch glaubt so einen Quatsch.

Man muss den an die Hand nehmen und sagen: „So, pass auf. Du bist jetzt in der Ausbildung. Punkt Nummer eins: Ich bin Ausbilder, du bist Lehrling. Bitte wiederholen“ – „Du Ausbilder, ich Lehrling“ – „Okay, gut. Was heißt das? Das heißt, Anordnungen werden befolgt. Alles klar? Hier ist der Besen, feg den Hof!“ – „Ja, aber, ne, fegen hab ich noch nie gemocht“.

Sowas geht doch nicht. Jeder Lehrling begreift das. Da gibts einen Lehrvertrag, da gibts Lehrinhalte und da gibts eine Unterschrift und ich verpflichte mich, pünktlich zu kommen, an der Theorie teilzunehmen und praktische Aufgaben, wie sie mir übertragen werden und Dinge, die mir beigebracht werden zu praktizieren.

Das sind keine Vorlesungen über die Kunst des Bäckerhandwerks, sondern das ganz handfest zur Sache – um 4 Uhr bist du in der Backstube. „Ja, weißt du, 4 Uhr ist jetzt wirklich nicht meine Zeit, also wenn wir sagen könnten halb neun – das könnte passen, aber 4 Uhr? Ne, das ist zu früh“. Hallo? Du hast einen Lehrvertrag unterschrieben. „Möchtest du Bäckerlehrling sein?“ – „Na klar“ – „Okay, dann: Ich Ausbilder, du Lehrling. Um 4 Uhr bist du da, wir sehen uns morgen“.

Ja, das ist aber brutal, der bevormundet den ja, der stülpt dem was über, der raubt ihm seine Freiheit, seinen freien Willen.

Nein! In seinem freien Willen hat er den Lehrvertrag unterschrieben und hat alle Punkte durchgelesen und hat genau gewusst, das wird von mir verlangt. Will ich das oder will ich das nicht? Ja!

So, Jesus sagt: „Euer Wort sei Ja, Ja oder Nein, Nein“ – und nicht „Ja – und wenns drauf ankommt Nein“. Sondern „Ja – und wenns drauf ankommt immer noch Ja“.

Mt 5,37
Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein!

So funktioniert das in der Welt, ob das bei der Armee ist – war jemand bei der Armee hier von euch? Ja? Du warst bei der Armee – ich auch. Drei Tage, ich kenn mich aus. Wenn jetzt meine Frau hier wäre, die würde sagen: Du musst jetzt auch sagen, dass du die drei Tage Urlaub hattest, ja? Aber ich war Soldat, so, ich kenn mich aus.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 2 (40:00 bis 45:00)

 

Wir werden Kämpfer für Wahrheit und für Gerechtigkeit. Weil wir seine Nachahmer sind, und weil Sein Eifer in uns wohnt. Das wirkt der Heilige Geist, und das nennt man die Furcht des Herrn.

Das hat nichts – das wisst ihr ja schon – nichts mit Angst zu tun. Wie soll Gott gebieten, wo wir Ihn doch lieben sollen und seine Liebesnähe und Gemeinschaft genießen sollen, wie soll Er uns sagen: „Habt Angst vor mir“? Das macht doch keinen Sinn – wenn man Angst hat – vor dem, wovor man Angst hat, läuft man weg. Aber Er sagt: Kommt her zu mir alle.

Mt 11,28
Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.

So, Furcht des Herrn ist Ehrfurcht, ist Respekt, ist eine Gesinnung: Ich will nicht ein Leben führen, durch das er beleidigt wird, durch das er gekränkt wird, durch das Sein Name entweiht wird – sondern ganz im Gegenteil: Ich will Ihn erfreuen. Ich will tun allezeit, was Ihm gefällt, sagt Jesus.

Joh 8,29b
denn ich tue allezeit, was ihm gefällt.

Und diese Gesinnung will der Heilige Geist in unser Herz legen. Und das macht wahre Gemeinde aus. Wo das nicht da ist, ist ein Imitat da, aber nicht wirklich Gemeinde. Die Gesinnung eine keusche Jungfrau zu sein für Ihn. Hallelujah. Das war der Herzschlag der Apostel. Und das wird auch das Kennzeichen der Gemeinde sein, die der Herr bauen wird.

Okay, Komma, neues Thema. „Selah“ – Pause, denken, auf sich wirken lassen.

Jetzt möchte ich weitergehen, und jetzt schauen wir uns einen Aspekt von neutestamentlicher Gemeinde an, der gerade dabei ist wiederhergestellt zu werden. Gerade beginnt es. Und man hört es jetzt von verschiedenen Ecken und es kommt immer mehr. Und das ist die ganze Geschichte mit Jüngerschaft.

Eine neutestamentliche Gemeinde besteht aus Jüngern. Und die Bibel macht ganz klar, dass da ein Unterschied ist zwischen Gläubigen und zwischen Jüngern. Gehen wir mal zu Apostelgeschichte 14.

Apg 14,21a
Und als sie jener Stadt das Evangelium verkündigt und viele zu Jüngern gemacht hatten

Sie haben zwei Dinge getan: Sie haben das Evangelium verkündigt, Menschen haben darauf reagiert, sind Gläubige geworden, und dann haben sie in Schritt 2 diese Gläubigen zu Jüngern gemacht. Gläubige wurden zu Jüngern gemacht.

Und das wird ein wesentliches Kennzeichen sein oder ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zur bisherigen traditionellen pfingstlich-charismatischen Gemeinde, wo eine große Unverbindlichkeit sozusagen Teil des Programms war. Jetzt entdeckt das Volk Gottes diese Wahrheit Jüngerschaft wieder neu. Und das wird unsere ganze Vorstellung von Gemeinde radikal verändern, radikal verändern. Weil wir begreifen, eine Gemeinde besteht aus Jüngern. Und Jünger werden gemacht. Die kommen nicht plötzlich irgendwie hervor, und wir wissen auch nicht, wo die alle herkommen, sondern Jünger werden gemacht.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 2 (35:00 bis 40:00)

 

Kommt, wir lesen mal diese Schriftstelle, weil das so, so wenig betont wird, und wir müssen Munition sammeln gegen diesen Geist der Welt, der eine Frömmigkeit uns anbieten will ohne Furcht des Herrn, ohne Gehorsam.

Heute wird viel, viel geredet über Liebe Gottes und Intimität mit Jesus – wenn das nicht verbunden ist mit einem Ruf zur Heiligkeit, mit der Notwendigkeit jetzt Gehorsam zu lernen, ist das nicht die Liebe Gottes. Es gibt keine enge Vertrautheit mit Gott, keine Liebe zu Gott, die sich nicht darin äußert gegen das Böse aufzustehen. Das gibt es nicht.

Und das ist eine fromme Illusion, und die wird heute uns an allen Ecken angeboten – durch hochkarätige, hochbekannte, hochgeschätzte Namen, durch Bücher, durch Prediger. Und wir brauchen einen klaren Blick für das wahre Evangelium und für die wahre Natur Gottes. Und Jesus sagt hier:

Off 2,22b-23
(…) wenn sie nicht Buße tun von ihren Werken.
Und ihre (d.h. Isebels) Kinder werde ich mit dem Tod töten, und alle Gemeinden werden erkennen, dass ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht; und ich werde euch einem jeden nach euren Werken geben.

Dieser Jesus wird heute wenig verkündigt, aber das ist ein wichtiger Aspekt des Wesens Jesu: In seinem Herzen ist Grimm gegen das Böse. Und Er sehnt sich danach, dass wir Ihm so nahe kommen, dass wir Ihm unser Herz öffnen, und dass wir erlauben eine Herzensoperation, dass Er Dinge rausreisst und neue Dinge einpflanzt und wir lernen zu hassen, was Er hasst, und wir lernen zu lieben, was Er liebt. Anders können wir Gott nicht gefallen.

Und das war der Herzschlag der Apostel, darum ging es – eine keusche Jungfrau, die sich rein behält, die warten kann, die dieses Verlangen hat, nur dem Bräutigam zu gefallen. Das war der Eifer der Apostel, und Gott möchte uns diesen Eifer geben. Und ein gutes Gebet, was wir immer wieder beten können, ist: „Vater, gib mir Deinen Eifer für den Sohn“. Der Vater im Himmel hat einen gewaltigen Eifer für den Sohn, und Er sehnt sich auf den Tag, wo Er den Sohn rehabilitieren wird vor den Augen der ganzen Welt, und besonders vor den Augen der theologischen Welt. Glaubt es mir. Er wird den Stolz der Theologen demütigen und wird zeigen, wer Jesus, Sein Sohn, wirklich ist. Und jedes Lügenmaul wird verstopft werden.

Und wir werden solche dreisten Sprüche wie eins meiner gesammelten Zitate – ich sammel solche Dinge immer – ein Kirchenmann, ein hochstehendes Tier in der evangelischen Welt sagt: „Die Kirche wartet nicht auf die Wiederkunft Jesu“.

Sein Kirche nicht! Aber die wahre Kirche sehr wohl. Die wahre Gemeinde sehr wohl! Und sie leugnen die Auferstehung, sie leugnen die Jungfrauengeburt, sie leugnen alles, was wirklich wichtig ist, und was zu unserem Glauben gehört. Und wir müssen den Mut haben zu sagen, das hat mit Christentum, das die Apostel gelehrt haben, null komma nichts zu tun. Und weil es damit nichts zu tun hat, hab auch ich nichts damit zu tun.

Die erste Tat, oder eins der ersten Dinge, es hat wenige Tage gedauert, nach meiner Bekehrung – mit 21 hab ich mich bekehrt. Mit 14 Jahren habe ich das letzte Mal eine Kirche besucht, das war Konfirmation. Da habe ich einen Schwur getätigt, einen heiligen Schwur – ich hab meine Konfirmation sehr ernst genommen – und hab einen heiligen Schwur für mich formuliert: „Ich werde nie wieder den Fuß über die Schwelle einer Kirche setzen“. Das war meine Konfirmation – Geschenke abgesahnt, tschüss, das wars. Mit dem Zeug hab ich nichts mehr zu tun.

Und als ich mich bekehrt habe oder als Jesus mich gerettet hat – das klingt immer besser – mich rausgeholt hat, eins der ersten Dinge, die ich getan hab, ich ging aufs Gericht und hab gesagt, „ich möchte aus der Kirche austreten“. Damals musste man noch zum Gericht gehen. Und da war der noch so dreist und hat gefragt: „Warum denn?“ Was geht denn den das an? Das ist ein Staatsdiener, was geht denn den an, warum ich aus der Kirche austrete? Da hat der mich noch gefragt. Und da hab ich gesagt: „Weil ich Jesus gefunden habe“. Da hat der gar nichts mehr verstanden.

Ich kann nicht den wahren Jesus finden und mit diesem korrupten Huren-System noch in irgendeiner Weise verbunden sein oder sympathisieren oder sogar noch Mitglied sein, das ist völlig unmöglich, völlig unmöglich. Wenn ich auf Seiner Seite stehe und sehe, welche Konflikte Er mit den religiösen Kapazitäten seiner Zeit gehabt hat – wieso kann ich mit denen sympathisieren? Da noch Steuern hinzahlen und dieses Lügensystem unterstützen? Die Sonntag für Sonntag Hunderttausende in unserem Land belügen und sie als Brüder und Schwestern anreden und alle gehen in die Hölle. Wie können wir das unterstützen? Wie können wir damit sympathisieren? Wir können nicht wenn wir auf der Seite Jesu stehen, weil Er hat damit ein Riesenproblem. Und wir sind auf Seiner Seite und wir haben auch ein Problem damit. Hallelujah.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 2 (30:00 bis 35:00)

 

So, das war der Eifer der Apostel. Paulus sagt:

2Kor 11,2
Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau vor den Christus hinzustellen

Das war sein Verlangen – die Gemeinde soll eine keusche Jungfrau sein. Da ist dieses Bild wieder von der Braut. Jetzt sind wir verlobt mit Christus, die Hochzeit steht bevor, und diese Zeit ist die Zeit der Bewährung, wo wir uns rein verhalten und behalten müssen. Das ist extrem wichtig.

Und diese Gesinnung wird heute in einer falsch verstandenen Gnade verachtet und torpediert als „gesetzlich“, als eng, als altmodisch als überkommen – und wir müssen verstehen, das ist im Wort. Das ist das Zentrum des Lebens der Gemeinde und des Lebens des Gläubigen. Und wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen, wir dürfen uns nicht verachten lassen – oder „diese Verachtung zulassen“ – Menschen können uns verachten, aber wir lassen das nicht in uns zu. Wie Paulus zu Timetheus sagt:

1Tim 4,12a
Niemand verachte deine Jugend

Ja, das muss er doch den Leuten sagen, die ihn verachten?! Nein, was meint er? „Lasse niemals Verachtungsgefühle in dir selber zu. Die können dich verachten wie sie wollen, aber du lasse es nicht in dir zu, lass nicht Selbstverachtung und Selbstablehnung in dir zu. Sondern du sei gewiss, das, was du tust, wozu du dich entschieden hast, was du wählst, das hast du gewählt für Ihn, um Seines Namens Willen, um ein Leben zu führen für Seine Ehre“.

Jes 56 – dort wird von den Erlösten gesprochen, die Gott hinzuholt aus den Nationen. Das sind wir! Die „wählen, woran Er Gefallen hat“.

Jes 56,4
Denn so spricht der HERR: Den Verschnittenen, die meine Sabbate halten und erwählen, was mir wohlgefällt, und an meinem Bund festhalten

Wir wählen, woran Er Gefallen hat.

Du sagst, ja, und wie soll ich wissen, woran Er Gefallen hat? Nun, wir haben die Bibel, und da steht drin, was Er hasst und was Er nicht hasst. Aber für viele ist das ein völlig neues Konzept: Mein Jesus hasst?! Wie? Ich dachte, Er ist Liebe.

Wenn Gott Liebe ist, und gleichzeitig ist er neutral, gleichgültig gegenüber den Dingen, die die Liebe stören oder zerstören und aufhalten, ist Er nicht wirklich Liebe.

Soll ich nochmal sagen?

Wenn Gott wirklich Liebe ist – und gleichzeitig wäre Er gleichgültig oder sogar tolerant gegenüber Dingen, die die Liebe zerstören – dann wäre Er nicht wirklich Liebe.

Das Gute zu lieben heisst zwangläufig das Böse zu hassen, sonst liebt man nicht das Gute. Wenn du sagst, ich liebe das Gute und für das Böse bin ich tolerant – du bist total verwirrt. Weil du bist nicht klar, du bist durcheinander und hast keine Orientierung. Für das Gute zu stehen heisst automatisch gegen das Böse zu stehen.

Und das war unser Jesus und wir müssen Ihn neu kennenlernen als einen, der einen heiligen Zorn hat auf die Sünde – nicht auf den Sünder, aber auf die Sünde. Diesen Jesus müssen wir kennenlernen, der ein Kämpfer für Wahrheit und für Gerechtigkeit ist. In Offenbarung wird er uns beschrieben wenn er dann kommen wird. Er kommt und er kämpft und er führt Krieg. Jesus führt Krieg. Gegen was? Gegen den Antichristen und sein zerstörerisches, böses und menschenverachtendes, menschenquälendes, unterdrückendes System.

Offb 19,11
Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, heißt Treu und Wahrhaftig, und er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit.

Gegen das Böse. Er sagt zu einer Gemeinde (Thyatira), weil sie diese Geist von Isebel tolerieren, ich werde kommen und Krieg führen und ihre Kinder aufs Krankenbett werden und töten, damit alle Gemeinden sehen.

Off 2
20 Aber ich habe gegen dich, dass du das Weib Isebel gewähren lässt, die sich eine Prophetin nennt und meine Knechte lehrt und verführt, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen.
23 Und ihre Kinder werde ich mit dem Tod töten, und alle Gemeinden werden erkennen, dass ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht; und ich werde euch einem jeden nach euren Werken geben.

Jesus tut Dinge um den Gemeinden eine Lektion zu erteilen, was für ein heiliger Gott Er ist.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 2 (25:00 bis 30:00)

 

Und ich hab verstanden, der Schlüssel zu einer neuen Motivation, der Schlüssel zu einem Leben in Reinheit ist Gott kennenzulernen, Ihn wirklich kennenzulernen wie Er ist. Nicht Worte zu hören wie Demut oder Heiligkeit, sondern Berührungen, Begegnungen zu haben mit der Heiligkeit Gottes, mit der Demut Gottes. Dass das eine Kraft wird, die uns prägt, die uns formt, die uns umpolt und alte Begierden rausnimmt und neue Begierden, neue Gelüste einpflanzt. Das ist, was wir brauchen. Das ist das einzige, was funktioniert und was uns hilft, zu einem Leben zu kommen, wie wir von innen heraus mit Überzeugung standhalten gegen die bösen und zerstörerischen Angebote, die diese Welt ständig auf uns hernieder prasseln lässt.

So lange wir in dieser Gespaltenheit sind, ich bin Christ, und ich darf diese Dinge nicht, aber die ziehen mich so an und ich möchte eigentlich, nein, ich soll ja nicht – so lange wissen wir nichts von Erlösung!

Erlösung wird erst dann real wenn wir sagen: Ich sage ’nein‘ dazu, weil ich es verabscheue, weil es meinen Gott beleidigt, ich sage ’nein‘ dazu, weil es nicht mehr zu mir passt, und weil ich es nicht mehr haben will, nicht weil ich es nicht darf, sondern weil ich es nicht mehr haben will. Ich stehe auf Seiner Seite, ich stimme mit Seinen Werten überein. Das ist das Zentrum unserer Erlösung, um das geht es. Alles andere ist ein Krampf.

Ich sage nicht, du sollst all deine Willenskraft nehmen und so gut du kannst gegen sündige Angebote stehen. Das musst du! Aber das eigentliche, wo Gott dich hinhaben will, ist eine Veränderung im Inneren. Wo dein Herz eine neue Gesinnung bekommt, neue Motivation und eine neue Übereinstimmung mit Ihm.

Ein guter Weg da hin ist ein Gebet, das ich – weiß ich nicht – seit vielen, vielen Jahren bete. Und dieses Gebet habe ich aus der Bibel genommen, der Heilige Geist hat mir das gegeben. Und dieses Gebet ist: „Herr, lehre mich zu lieben, was du liebst, und lehre mich zu hassen, was du hasst“.

Und dann krieg ich Email, ja, wo steht dieses Gebet in der Bibel? Dieses Gebet steht nicht in der Bibel, aber ich glaube, dass der Heilige Geist mir das gegeben hat. Aber es steht in der Bibel von Jesus:

Heb 1,9a
du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst

Das ist Jesus, das ist das Herz von Jesus. Jesus war nicht gehorsam, weil er sagt: „Ja, der Vater sagt, ich soll gehorsam sein, macht mir eigentlich keinen Spaß, aber ich muss da jetzt durch, und jetzt mach ich’s halt, aber eigentlich würde ich gerne etwas anderes machen“ – nein! Er war in völliger Übereinstimmung und Harmonie mit dem Vater, und Er hat geliebt, was der Vater geliebt hat, und Er hat gehasst, was der Vater gehasst hat.

So, wir sind jetzt seine Nachahmer. Was bedeutet das? Wir müssen lernen zu hassen, was Er hasst. Und wir haben tatsächlich einen Befehl.

Röm 12,9b
Verabscheut das Böse!

Das ist ein Befehl, das ist kein Vorschlag. Das ist nicht: „Überleg mal …“ – das ist ein Befehl. Genauso wie: „Du sollst nicht stehlen“ – „verabscheut das Böse!“. Verabscheuen heisst „Horrorgefühle haben“.

apostugeó:
to dislike, abhor, have a horror of

Und nun die große Frage: Wo bekommt man Horrorgefühle her? Wie eignet man sich die an? Horrorgefühle gegen das Böse, das Schmutzige, das Unheilige? Wo kriegt man Horrorgefühle her? Es gibt nur einen einzigen Ort: Und das ist enge Gemeinschaft mit dem Herrn. Komm Ihm zu nahe, und das, was in Ihm ist, fängt an in dir zu wirken. Hallelujah.

Weil Sein Wesen hat Kraft zu prägen, und sogar unsere Motivation, unsere tiefsten Wünsche und Verlangen und Begierden umzuprägen, so dass eine neue Lust entsteht, „ich will für Ihn leben, ich will Ihn erfreuen, ich will das richtige tun“.

Nicht weil ich muss, weil ich will! Weil ich Ihn verherrlichen will. Weil das Teil meiner Natur geworden ist: „Geheiligt werde Dein Name“. Ja, wenn ich alleine vor dem Computer bin oder vor dem Fernseher bin – geheiligt werde Dein Name. Und die Leute sagen: Ja, aber sag mir dann, welche Filme kann ich mir noch anschauen? – Ist ganz einfach: Jeden Film, den du zusammen mit dem Heiligen Geist genießen kannst. Hab einfach Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist, bete in Sprachen, halte Händchen mit dem Heiligen Geist. Und jeden Film, den Er akzeptiert und den Er anschauen möchte, kannst du auch anschauen.

Du sagst: Na, ehrlich gesagt, da bleibt nicht viel übrig. – Okay, gut. Aber Fernsehen ist nicht die Quelle deiner Freude. Aber wir können nicht Sex, Blood and Crime auf uns einrieseln lassen und uns damit betäuben und volllaufen lassen und erwarten, dass wir brennen für den Herrn. Wir können das nicht, das kann nicht funktionieren, das funktioniert auch nicht.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 2 (20:00 bis 25:00)

 

2 Thess 1,12a
dass der Name unseres Herrn Jesus in euch verherrlicht werde.

Immer wieder das gleiche mit verschiedenen Worten ausgedrückt: Der Name des Herrn soll verherrlicht werden. Wir sind ein Volk für Seinen Namen, genau wie das im Alten Testament Israel hatte, so hat das auch die Gemeinde heute. Wir sind ein Volk für Seinen Namen.

Und wenn wir uns danach ausstrecken, dann haben wir auch das, was die Bibel nennt „das Zeugnis des Geistes“. Der Heilige Geist in uns selber, Er vermittelt uns: Ja, der Vater hat Wohlgefallen. Das ist etwas anderes als „wir sind geliebt“. Ich sage es noch einmal: Das ist etwas anderes. Sondern das, was ich tue, das wie ich lebe erfreut Ihn.

Und darum geht es, das ist das Fundament von wirklicher Gemeinde. Und wo das nicht da ist, diese Gesinnung, diese Furcht des Herrn, verplempern wir unsere Zeit und die Gemeinde verliert ihre Existenzberechtigung. Weil das ist die Bestimmung der Gemeinde.

Und der Heilige Geist möchte uns die Augen auftun über dieses Privileg, dass wir etwas sein können zur Ehre Gottes. Dass uns das etwas bedeutet, dass das wichtig ist und dass wir das ernst nehmen. Und das zeigt sich in der Art und Weise wie wir leben, wie wir Verantwortung übernehmen über unsere Gedanken, über unsere Worte, über unser Herz, welchen Vergnügungen, welchen Freizeitaktivitäten geben wir uns hin und welche sagen wir, „passt nicht mehr für mich – ich bin ein Mann Gottes, ich bin eine Frau Gottes, diese Dinge passen nicht mehr zu mir und ich werde so etwas nicht mehr tolerieren in meinem Leben“.

Wie wenige Gläubige verstehen, dass Internetkonsum etwas mit der Ehre Gottes zu tun hat, Fernsehkonsum etwas zu tun hat mit der Ehre Gottes. Ich sage nicht, Fernsehen musst du rausschmeissen, darfst kein Fernsehen haben. Aber wenn das Sendungen sind, die Gott verhöhnen, die Gewalt verherrlichen, die eine Form von Sexualität rühmen und für normal erklären, die in der Bibel total out ist, dann muss ich mich fragen, auf welcher Seite stehe ich? Nenne ich mich Christ und lebe immer noch nach den Werten dieser Welt oder habe ich verstanden, in allem, was ich tue, rund um die Uhr und sei es bis in meine Träume, soll ich Gott verherrlichen. Und ich kann nicht an Dingen Vergnügen haben, unter denen Gott leidet, die Gott beleidigt. Das kann doch nicht sein. Dann stimmt doch etwas nicht. Und zwar etwas ganz Grundlegendes.

Und ich werde das nie vergessen wie ich mir eine Phase erlaubt habe in meinem Leben, ist lange, lange zurück, Preis dem Herrn, und wo diese Wahrheiten nicht mich geprägt haben. Wo ich nachts heimlich aufgestanden bin wenn die Familie geschlafen hat, mich vorn Fernseher gesetzt hab, durch die Kanäle gezogen bin und hab gesucht. Und wenn du suchst, du findest. Und hab mir Dinge angeschaut, die so eklig und so schmutzig und so böse und so daneben waren und hab daraus irgendwie eine Form von Lust gezogen. Und das ging eine ganze Weile. Und dann kam der Heilige Geist und hat mich konfrontiert und hat mir eine Frage gestellt.

Oft macht Gott es einfach indem Er eine Frage stellt. Er kommt nicht und sagt: „Bäm, bäm, bäm“ – Er stellt einfach nur eine Frage. Und Er hat mich gefragt: „Erkläre mir – wie ist es möglich, dass du sagst, du liebst Jesus und hast Gefallen an Bildern, die so abartig, die so schmutzig, die so böse sind, die so gegen sein eigenes Wesen sind – und du hast daran noch Gefallen – wie ist das möglich?“

Das war eine Frage, und ich hab mich gewundert und überlegt und überlegt. Und nach langer Zeit kam ich zu meiner Antwort. Und die Antwort ist: Es ist deswegen möglich, weil ich Ihn gar nicht kenne. Weil ich Ihn nicht wirklich kenne als den Heiligen, als den, der durch meine Sünde beleidigt werden kann. Ich kenne Ihn gar nicht. Nur oberflächlich, nur vom Hörensagen.

Hi 42,5a
Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 2 (15:00 bis 20:00)

 

Jes 51,23a
Ich gebe ihn (diesen „Taumelbecher“) in die Hand deiner Peiniger, die zu deiner Seele sagten: Bück dich, dass wir hinüberschreiten!

Und jetzt hör die Klage Gottes:

Jes 51,23b
Und du machtest deinen Rücken der Erde gleich, wie eine Straße für die Hinüberschreitenden.

Wo das doch gar nicht notwendig gewesen wäre! Wo ich gesagt habe, „wenn du in meinen Ordnungen bleibst, dann mache ich dich zum höchsten Volk, du wirst Kopf sein und nicht Schwanz, und alle deine Feinde ringsum werden sich demütigen und werden besiegt sein und du wirst herrschen“.

5Mo 28,13
Und der HERR wird dich zum Kopf machen und nicht zum Schwanz, und du wirst immer aufwärts steigen und nicht heruntersinken, weil du gehorsam bist den Geboten des HERRN, deines Gottes, die ich dir heute gebiete zu halten und zu tun

Und diese, die dieses Vorrecht haben, sie hören auf die Peiniger und der sagt: „Leg dich hin“ – und die legen sich hin – und er schreitet stolz und herrisch und gebieterisch über ihren Rücken hinweg. Was für eine Demütigung! Wenn man weiß, es hätte genau anders herum sein müssen. Sie hätten herrschen können.

Und jetzt kommt Gott in diese Situation. Und er ruft sein Volk: „Wach auf, wach auf!“

Jes 52,1a
Wache auf! Wache auf!

Zu wem muss man sagen „wach auf“? Zu denen, die schlafen. Die wach sind, die müssen nicht hören „wach auf“.

Jes 52,2a
Schüttle den Staub von dir ab

Also, die sind nicht nur auf dem Boden, die sind bedeckt mit Staub. Staub ist immer ein Bild für Fluch. Sie sind nicht Herrscher, sondern sie sind beherrscht. „Steh auf!“. Auf dem Boden sind sie. Und Gott sagt:

Jes 52,2b
Steh auf und setze dich hin (setze dich auf den Thron), Jerusalem! Mache dich los von den Fesseln deines Halses, du gefangene Tochter Zion!

Jes 52,5b
Denn mein Volk ist umsonst weggenommen worden. Seine Beherrscher höhnen, spricht der HERR, und ständig, den ganzen Tag, wird mein Name gelästert.

Hier siehst du wieder diese Verbindung zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt. Da ist das Volk Gottes, was seine Privilegien verachtet und wegwirft – statt zu herrschen über seine Feinde, kooperiert es mit den Feinden und wird von den Feinden beherrscht, und das hat Auswirkungen auf Gott. „Ständig, den ganzen Tag, wird mein Name gelästert“.

Und jetzt kommt die Antwort Gottes. Was muss passieren damit das aufhört?

Jes 52,6
Darum wird mein Volk meinen Namen erkennen, darum an jenem Tag erkennen, dass ich es bin, der da spricht: Hier bin ich!

Gott wird Offenbarung geben über seinen Namen, über seinen heiligen, wunderbaren Namen. Jesus sagt: Vater, ich habe deinen Namen offenbart und ich werde fortfahren ihn zu offenbaren.

Joh 17,26
Und ich habe ihnen deinen Namen verkündet und werde ihn verkünden, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

Jesus, durch den Heiligen Geist, offenbart den Namen Gottes. Name steht für Wesen. Den Charakter, das Wesen Gottes, das, was typisch ist für Gott. Jesus hat Gott offenbart in seinem Wesen. Er sagt: Wer mich sieht, sieht den Vater.

Joh 14,9b
Wer mich sieht, der sieht den Vater!

Und er fährt fort. Das ist noch nicht zu Ende, er ist immer noch dabei, den Namen Gottes zu offenbaren. Und je mehr wir Offenbarung bekommen über den Namen Gottes, was das alles beinhaltet, um so mehr wird wachsen in uns, dieses Verlangen für Seine Ehre zu leben. Zu seinem Wohlgefallen zu leben.

1 Thess 4,1
Übrigens nun, Brüder, bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesus, da ihr ja von uns Weisung empfangen habt, wie ihr wandeln und Gott gefallen sollt – wie ihr auch wandelt -, dass ihr darin noch reichlicher zunehmt.

Heute gibt es massive Strömungen, die kommen und vor angeblicher Gesetzlichkeit warnen und sagen: „Du musst nicht versuchen Gott zu gefallen“. Das Gegenteil haben die Apostel gelehrt! Natürlich auf der Grundlage des Werkes von Golgatha: Wir sind angenommmen, wir sind geliebt, wir versuchen nicht Gott zu gefallen um Ihn dazu zu bringen uns zu lieben. Aber weil wir geliebt sind, weil wir das angenommen haben, weil wir das für uns akzeptiert haben, hat diese Liebe eine Reaktion. Und wenn die Liebe Gottes nicht diese Reaktion hat, „ich will jetzt ein reines, heiliges, gehorsames Leben führen“, dann haben wir nicht die Liebe Gottes empfangen, sondern ein menschliches, seelisches Imitat.

Aber die wahre Liebe Gottes wird immer zu einer Reaktion führen: Ich will jetzt für Ihn leben, ich will Ihn ehren, ich will Ihn verherrlichen, ich will meinen Teil dazu beitragen, dass die Gemeinde etwas wird – wie Paulus sagt am Anfang vom Epheserbrief – drei Mal – zum Preise seiner Herrlichkeit, zum Preise seiner Herrlichkeit, zum Preise seiner Herrlichkeit.

Eph 1,6
zum Preise der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.

Eph 1,12
damit wir zum Preise seiner Herrlichkeit seien, die wir vorher schon auf den Christus gehofft haben.

Eph 1,14
Der ist die Anzahlung auf unser Erbe auf die Erlösung seines Eigentums zum Preise seiner Herrlichkeit.

Das ist die Gemeinde. Die Gemeinde lebt für Jesus. „Geheiligt werde dein Name“ – Er soll geehrt werden, Er soll sich erfreuen, Er soll das genießen, dass Sein Werk von Golgatha nicht umsonst war und dass es in uns diese wunderbare Frucht hervorbringt Seiner eigenen Gesinnung – den Vater zu erfreuen. Das war das, was die Apostel bewegt hat, wenn sie an die Gemeinde gedacht haben, wenn sie geschrieben haben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 2 (10:00 bis 15:00)

 

Das war das Verständnis der ersten Christen. Apostelgeschichte 15 – sie sagen: Gott hat sich geschaffen ein Volk für seinen Namen.

Apg 15,14
Simon hat erzählt, wie Gott zuerst darauf gesehen hat, aus den Nationen ein Volk zu nehmen für seinen Namen.

Für seinen Namen. Das heißt: Für Seine Ehre, damit Sein Name gerühmt wird.

Das erste Anliegen, das Jesus den Jüngern beigebracht hat, er hat ihnen ja dieses Gebet gegeben. Wir nennen das das „Vater Unser“, das Gebet des Herrn. Und ich denke, wir wissen schon, das sind einfach nur Gebetsüberschriften oder Themenblöcke. Es war nie so gedacht, dass man mit langweiliger, monotoner Stimme im Chor am Ende des Gottesdienstes das als Teil der Liturgie irgendwie runterrattern sollte und überlegt, naja gut, jetzt ist gleich zu Ende, das ist immer so der Schlussteil.

Es geht doch nicht um irgendwelche Sprüche aufsagen. Aber dieses „Vater Unser“ – es ist die Struktur deines persönlichen Gebetslebens. Und nach dem „Vater Unser“, also die Gemeinschaft mit Gott und sich damit zu beschäftigen wie wunderbar Er ist und wie Er dich lieb habt und wie Er dich erzieht und wie Er denkt über dich, wie Er dich sieht – danach das erste Anliegen ist: „Geheiligt werde dein Name“.

Das ist das allererste Anliegen. Nicht „Herr, segne mich“ oder „mach mich reich“ oder „gib mir einen großen Dienst, mach mich berühmt“ oder sonst irgendwas. „Geheiligt werde dein Name“ – d.h. gib mir die Gnade, gib mir die Weisheit, ein Leben zu führen, durch das du verherrlicht wirst. Das bedeutet das doch. Der Name des Herrn ist geheiligt im Himmel, aber jetzt auf der Erde, durch uns, durch die Gemeinde. Und diese Betonung, die sehen wir wie sie sich zieht durch die Briefe der Apostel. Das war der Herzschlag der Apostel – die Gemeinde soll etwas werden für Ihn. Die Gemeinde soll Ihn verherrlichen. Das ist das Ziel.

Und darum gibt es Anweisungen, z.B. wie die Sklaven zu arbeiten hatten. Nicht mit dem Hintergrund, wenn ihr brav eure Arbeit tut, dann sind eure Sklavenherren vielleicht gnädig und schenken euch mal ein freies Wochenende oder ihr dürft mal den Swimmingpool benutzen oder so etwas. Sondern – warum Anweisungen für Arbeit? Damit der Name des Herrn und die Lehre nicht verlästert wird.

1Tim 6,1
Alle, die Sklaven unter dem Joch sind, sollen ihre eigenen Herren aller Ehre für würdig halten, damit nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde.

Es sollte nicht sein, dass Menschen sagen: „Jetzt guck dir die an, Sonntags gehen sie in die Kirche und machen einen auf fromm – und so leben die hier. Und das ist ihre Gesinnung.“ Der Name des Herrn darf nicht verlästert werden.

Das ist ein wichtiger Gedanke, der eigentlich das Fundament der Gemeinde darstellt. Der Prophet kam einmal zu David und sagte: Durch deine Sünde hast du den Feinden Gottes Anlass gegeben zur Lästerung.

2Sam 12,14a
Doch weil du den Feinden des Herrn durch diese Sache Anlaß zur Lästerung gegeben hast

Also hier sehen wir wieder, wie das Leben der Menschen eine übernatürliche Dimension hat, eine Auswirkung hat auf die unsichtbare Welt – und zwar sowohl die Mächte der Finsternis, die Feinde Gottes als auch Gott selbst. Die Sünde gibt Anlass – der Teufel kann sich hinstellen vor Gott und sagen: „So, das sind jetzt deine Heiligen?! Wunderbar, herzlichen Glückwunsch“. Und er macht sich lustig über Golgatha. Und der Name Gottes wird verunehrt, wird in den Dreck gezogen. Eine sehr, sehr markante Schriftstelle zu dieser Thematik findet sich in Jesaja 52. Das ist eine ganz dramatische Passage, weil wir dort sehen, das Volk Gottes in der Niederlage, in der Knechtschaft. Das Volk Gottes, das doch herrschen sollte über seine Feinde, weil Gott Autorität gegeben hat – es ist so dumm und es demütigt sich unter die Feinde und beugt sich unter die Feinde – am Ende von Kapitel 51, Vers 23.

Jes 51,23a
Ich gebe ihn (diesen „Taumelbecher“) in die Hand deiner Peiniger, die zu deiner Seele sagten: Bück dich, dass wir hinüberschreiten!

Und jetzt hör die Klage Gottes:

Jes 51,23b
Und du machtest deinen Rücken der Erde gleich, wie eine Straße für die Hinüberschreitenden.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 2 (05:00 bis 10:00)

 

Paulus nimmt Bezug auf Israel in 1. Kor 10 und sagt: Die waren alle gesegnet, die waren alle unter der Wolke, die sind alle durchs Meer gegangen, die haben alle vom Manna gegessen, die wurden alle gespeist in der Wüste. Aber an den meisten von ihnen hatte Er kein Wohlgefallen, denn sie sind hingestreckt worden in der Wüste.

1 Kor 10,5
An den meisten von ihnen aber hatte Gott kein Wohlgefallen, denn sie sind in der Wüste hingestreckt worden.

Und dann geht’s in Bezug auf uns – und deswegen müssen auch wir aufpassen, dass wir nicht Begierden nach allen möglichen Dingen Raum geben.

1 Kor 10,6
Diese Dinge aber sind als Vorbilder für uns geschehen, damit wir nicht nach Bösem gierig sind, wie jene gierig waren.

So, da ist die klare Betonung im Neuen Testament, das zieht sich durch die Briefe hindurch der Apostel, das war ihr Eifer, ihr Herzschlag – die Gemeinde soll etwas sein zur Verherrlichung Gottes.

Was bedeutet, dass wir ein biblisches Gottesbild brauchen, ganz anders als das griechische oder das weltliche. Da sieht man Gott als, ja, der ist weit weg und der hat so den allgemeinen Überblick, aber mich und mein Leben sieht er nicht – zum Glück. Und mein Leben hat auch keine Auswirkung auf ihn.

Die Bibel sagt etwas total anderes. Wir können Gott erfreuen, wir können Gott beleidigen, wir können Ihn kränken. Wie Er von Israel sagt: Wo immer die hingingen, sie haben meinen heiligen Namen entweiht.

Hes 36,21
Da tat es mir leid um meinen heiligen Namen, den das Haus Israel entweiht hatte unter den Heidenvölkern, zu denen es gekommen ist.

Und Gott sagt: Ihr habt mich gekränkt mit euren Götzen.

Jer 7,30
Denn die Kinder Judas haben getan, was böse ist in meinen Augen, spricht der Herr; sie haben ihre Greuelgötzen in dem Haus aufgestellt, das nach meinem Namen genannt ist, um es zu verunreinigen.

So, wir sehen da einen Gott, der nicht weit weg ist und der gar keine Notiz nimmt von dem, was hier passiert auf der Erde, sondern ganz im Gegenteil – einen Gott, der nahe ist. Der nahe ist und der Anteil nimmt und auf den unsere Taten und unsere Worte einen Einfluss haben.

Wir haben die Möglichkeit, Dinge zu tun, die Gott erfreuen oder die ihn erzürnen, die ihn kränken, die ihn beleidigen, die ihn verletzen, die ihn betrüben. Paulus sagt: Betrübt nicht den Heiligen Geist.

Eph 4,30
Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung hin!

So, dieser große, gewaltige, schöpferische, heilige Geist kann durch uns betrübt werden. Und das darf nicht passieren, und das soll nicht passieren.

Und die Apostel hatten diese Gesinnung, es geht um die Ehre Gottes. Und jeder einzelne muss verstehen, im Alltag, da, wo er ist, er lebt zur Ehre Gottes. „Alles, was ihr tut, mit Worten oder Werken, tut im Namen des Herrn“.

Kol 3,17
Und alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!

1Kor 10,31
Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes!

So simple Dinge wie Essen und Trinken können zur Ehre Gottes sein oder zur Unehre Gottes.

Und der Auftrag der Gemeinde, der Auftrag jedes einzelnen Gläubigen ist, sich danach auszustrecken ein Leben zu führen zur Ehre Gottes. Der Herr soll verherrlicht werden in allen Dingen. In allen Dingen! Auf der Arbeit, in der Ehe, im Ehebett, beim Ausfüllen der Steuererklärung. Oder wenn du Handwerker bist und du schreibst die Stunden. Oder was auch immer. In der Freizeit, vor dem Fernseher, vor dem Computer, in allen Situationen – wenn wir mit Menschen sind und wenn wir alleine sind, ob wir beobachtet werden oder nicht – in allen Situationen. Wir sollen verstehen, wir sind unter wohlwollender Beobachtung. Und Gottes Sehnsucht ist, in uns ein Herz zu finden und uns ein Herz zu geben, dass wir Ihn erfreuen wollen.

Weil das ist das Herz Jesu, zu dem wir gerufen sind. Wir sind ja seine Nachfolger, wir sind ja seine Nachahmer.

Eph 5,1
Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder

Und was hat Jesus gesagt? „Ich tue allezeit, was dem Vater gefällt.“

Joh 8,29b
denn ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt.

Ich tue allezeit, was dem Vater gefällt. Und wir haben den Heiligen Geist bekommen, damit Er immer stärker und immer eindeutiger diese Gesinnung in uns hervorbringt. Dafür haben wir den Heiligen Geist bekommen. Nicht, dass wir schöne Meetings haben, das ist nebenbei. Aber das in uns eine Gesinnung wächst. Paulus sagt: „Die Gesinnung Christi sei in euch allen“. In euch allen!

Phil 2,5
Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war.

Alle sollen diese Gesinnung Christi haben: Sich zu erniedrigen wie Jesus das getan hat, damit Er uns erhöhen kann. Petrus sagt: Demütigt euch unter die gewaltige Hand Gottes, damit Er euch erhöhe zu Seiner Zeit“.

1Petr 5,6
So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.

So, die Aufgabenverteilung ist ganz einfach: Wir demütigen uns – zum Beispiel durch Dienen, durch Vergeben, durch verschiedene andere Dinge – wir demütigen uns, wir tun Dinge gegen unsere alte Natur – und Gott erhöht uns.

Erst sind wir dran – nach dem vollendeten Werk von Golgata, erst sind wir dran, und dann ist wieder Er dran. So, und wenn wir Gott in unserem Leben sehen wollen, wie Er wirkt, wie Er uns segnet, wie Er neue Türen auftut, wie Er uns einen Dienst gibt, wie Er uns ein Leben gibt, wo wir Frucht bringen für Ihn – wir sind jetzt dran, wir sind dran. Und das wichtigste ist, danach zu suchen, diese Gesinnung zu bekommen, sie festzuhalten und sie immer mehr zu vertiefen, eine Gesinnung, die die Gesinnung Jesu ist – es geht um Seine Ehre.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 2 (00:00 bis 05:00)

 

Wir haben in der vorigen Einheit gesehen, dass der Herr großes Interesse hat, dass wir genau hinschauen und dass wir nach Seinen Anweisungen bauen. Das war damals beim Heiligtum so, und das ist heute bei der neutastamentlichen Gemeinde nicht anders. Und wir haben das Wort Gottes, was uns genau beschreibt wie die Strukturen aussehen, was die Inhalte sind und worum es geht bei Gemeinde. Und danach müssen wir uns richten wenn wir Seinen Segen haben wollen, weil Er segnet nur Seine Ordnungen und Seine Anweisungen und nicht unseren guten Willen. Sondern wenn wir wirklich schauen, ja, was will Er eigentlich und was hat Er angeordnet?

Okay, jetzt gehen wir ein bisschen weiter und wollen ein bisschen schauen, was ist das Wesentliche der Gemeinde. Worum geht es bei Gemeinde überhaupt? Viele haben diese Vorstellung, ja, Gemeinde, da sollen sich alle wohlfühlen. Ich kenne eine Situation, da haben sie viel, da haben sie sogar einen Experten geholt und haben viel Aufwand betrieben und Fragebogen und alle gefragt – alle möglichen Fragen über die Gemeinde und ob sie sich wohlfühlen und alles gut ist. Und ich hab mich gefragt, haben sie wohl genausoviel Einsatz unternommen, genausoviel Mühe sich gemacht, den Heiligen Geist zu fragen, ob Er sich überhaupt wohlfühlt in der Gemeinde.

Es ist so eine Gefahr, dass wir die Gemeinde bauen und ausrichten nach den Menschen. Aber es ist Sein Haus, und es geht um Ihn, und Er macht das sehr, sehr klar, sowohl im Alten Testament in Bezug auf Israel als auch jetzt im Neuen Bund für uns. Lasst uns einmal lesen – 2. Mose – das ist noch ein bisschen vor dieser Situation, die wir vorhin angeschaut haben, wo Er sagt: „Baut mir ein Heiligtum“. Das ist unmittelbar nach der Befreiung aus Ägypten – 2. Mose 19. Ich les einmal ab Vers 3.

2 Mose 19
3 Mose aber stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berg aus zu: So sollst du zum Haus Jakob sagen und den Söhnen Israel mitteilen:
4 Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan und wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe.
5 Und nun, wenn ihr willig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, dann sollt ihr aus allen Völkern mein Eigentum sein; denn mir gehört die ganze Erde.
6 Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein. Das sind die Worte, die du zu den Söhnen Israel reden sollst.

So, hier haben wir ganz stark diese Betonung: Ich hab das gemacht, weil ich euch haben wollte für mich. Ihr seid ein Volk für mich, was bedeutet: zu meiner Ehre. Es gibt auch eine andere Schriftstelle, dort sagt der Herr: „Wir sollen ein Volk zum Ruhm und zum Preis und zum Schmuck sein“.

Jer 13,11b
damit sie mir zum Volk und zum Ruhm und zum Preis und zum Schmuck seien

Er hat uns geschaffen für Seine Ehre. Und das wesentliche Element einer Gemeinde ist diese Grundhaltung: Wir sind da für Ihn, und es geht um Seine Ehre. Das ist das tragende Element von einer wirklichen Gemeinde – diese Gesinnung, die die Bibel auch die Furcht des Herrn nennt. Eine Herzenshaltung, die sagt: Ich will Ihn ehren, ich will Ihn verherrlichen, ich will, dass Er sich an mir freuen kann.

Da ist ein gewaltiger Unterschied in der Bibel – im Alten und im Neuen Testament zwischen der Liebe Gottes und dem Wohlgefallen Gottes. Das sind zwei verschiedene Dinge, und die müssen wir auseinanderhalten. Und im Neuen Testament sehen wir ganz klar, die Betonung ist mehr auf dem Wohlgefallen Gottes als auf der Liebe Gottes. Wir sind alle geliebt, alle gleich geliebt, da ist nicht einer mehr geliebt – die Eifrigsten und Hingegebensten und Brennendsten unter uns sind nicht mehr geliebt als irgendwer anders. Wir sind alle geliebt vom Herrn.

Aber jetzt geht es darum, dass wir diese Liebe nutzen und erlauben, dass sie in uns ein Werk tut, dass unsere Gesinnung verändert wird und dass wir jetzt ein Leben führen zu Seinem Wohlgefallen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (90:00 bis Ende)

 

Und das macht die Sache klar und übersichtlich und einfach und überschaubar. Ich weiß, die Sektenpfarrer fangen immer an: „Wenn es stimmige, schlüssige Antworten gibt, ist ein großer Verdacht, dass es sich um eine Sekte handelt“. Aber Jesus hat stimmige, schlüssige Antworten gegeben: „Ich bin die Wahrheit, das Leben, der Weg.“

Joh 14,6a
Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben

Das war stimmig, das war schlüssig, das war eindeutlich. „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich“.

Lk 11,23
Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut!

Das war ganz klar. Jeder konnte sich positionieren, jeder wusste, woran er ist. Das ist eins dieser Zweifel-Argumente der Sektenpfarrer-Leute: „Wenn es schlüssige, stimmige Antworten gibt, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Sekte“. Gott gibt stimmige, schlüssige Antworten und Beurteilungen zu allen möglichen Fragen des Lebens inklusive unserer Sexualmoral. Weil Gott ist Gott, Er darf das. Und Er muss sich dafür nicht entschuldigen und muss sich nicht rechtfertigen vor Staatsanwälten oder vor Sektenpfarrern. Weil Gott ist Gott und kein Mensch. Und Er weiß wie wir zu leben haben.

Wenn eine Gemeinde das in die Fundamente bekommt, ist es von Anfang an eine Gemeinde, die in Konflikt ist mit dem Geist dieser Welt. Das muss uns klar sein. Aber das ist sowieso die Aufgabe – Jesus sagt: „Ich werde meine Gemeinde bauen und die Pforten des Totenreiches, des Hades, werden nicht standhalten können“.

Mt 16,18
Aber auch ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades (des Totenreiches) Pforten werden sie nicht überwältigen.

Sie werden nicht ausrichten. So, auch wenn ihr in einem Bundesland (Bremerhaven im Bundesland Bremen) seid, das vielleicht die stärksten Merkmale von antichristlicher Gesinnung hat zur Zeit – als ich gekommen bin von Bremen fuhr ich ja weiter und dann kam Bremerhaven und da stand „Bremen“. Zum ersten Mal gehört, Bremerhaven gehört zu Bremen – ich wußte das gar nicht, ja? So, herzlich Willkommen in diesem Bundesland, was so geprägt ist von einem antichristlichen Geist wie vielleicht im Moment kein anderes Bundesland. Und Gott hat etwas vor. Und Gott steuert auf einen Konflikt zu. Die Pforten des Totenreiches werden gegen die Gemeinde gehen, aber sie werden es nicht schaffen. Gegründet auf Gottes Wort ist die Gemeinde immer überwindend, immer überwindend. Vielleicht mit vielen Verlusten, mit vielen Märtyrern, aber das ist auch in Gottes Augen ein Sieg. Ein Märtyrer, jemand, der um der Wahrheit Willen Nachteile in Kauf nimmt, so dass er Leben lässt, ist für Gott ein Sieg. Weil es wird klar: Liebe zur Wahrheit ist stärker als der Selbsterhaltungstrieb. Und diesen Segen hat Jesus erworben auf Golgatha. Eine Liebe zur Wahrheit, die stärker ist als unser Selbsterhaltungstrieb.

Und ich hoffe, dass es inzwischen sich rumgesprochen hat und dass wir verstanden haben, wir steuern auf eine massive Christenverfolgung zu. Und die Fundamente werden gelegt in den Medien und im Rechtswesen. Wie kann das überhaupt sein, dass eine Politik, wo wir doch in einem Land leben, wo strikte Trennung zwischen Politik und Glaube ist, wie kann ein politisches Organ wie der Senat sich zu Glaubensfragen äußern? Wie ist das überhaupt möglich? Wie kommen die überhaupt auf diese Idee? Warum hat niemand gesagt, ihr verstößt gegen die Verfassung? Wie ist das überhaupt möglich, dass sie es wagen zu Glaubensfragen Stellung zu nehmen – das ist überhaupt nicht ihre Aufgabe. Jemand muss sie in die Schranken weisen.

Aber wir sind schon mächtig vorangeschritten auf dem Weg in die Meinungsdiktatur – mächtig vorangeschritten. Und die nächsten Jahre werden die Sache nicht einfacher machen. Und das einzige was hilft und was eine Alternative ist, ist eine Hingabe an das Wort Gottes, eine radikale Hingabe an das Wort Gottes. Und zu sagen: Jesus zu folgen heißt seinem Wort zu gehorchen – Schluss, aus, fertig. Mehr gibt es nicht zu sagen.

Das wird eine überwindende Gemeinde. Das wird eine Gemeinde sein, die ihm Ehre macht, die ihm gefällt.

Vater, wir danken Dir, dass Jesus dieses große Wort gegeben hat, ich werde meine Gemeinde bauen und die Pforten des Totenreiches werden nicht überwinden. Und Herr, hilf uns, klar zu sehen, was die Merkmale dieser Gemeinde sind, und gib uns Willigkeit da hineingenommen zu werden. Und zeig uns, was für ein Privileg das ist, dass wir in dieser wichtigen Stunde sind der Kirchengeschichte und dürfen einen gewaltigen Schritt nach vorne gehen, eine neue Form der Gemeinde, die es so im großen und ganzen in unserem Land überhaupt noch gar nicht gibt. Etwas neues, etwas klares, etwas geordneteres, etwas mehr schriftgemäßes, was Dir gefällt, danke für das Privileg, danke für die Einladung, danke, dass Du uns da hineinnimmst. Und wir wollen uns freuen über Deine Einladung und sie von Herzen annehmen und sagen, Du bist Gott, wir sind nicht Gott, und Du veränderst uns und Du hilfst uns. Hallelujah. Amen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (85:00 bis 90:00)

 

Und Gott hat massiv im Alten Testament Sein Volk gelehrt: Er hasst Vermischung. Er hasst Vermischung!

Gott ist Licht, Gott ist Wahrheit. Und Er wird es nicht zulassen, dass Wahrheit mit Lüge vermischt werden. In Ihm ist keine Finsternis.

1Joh 1,5
Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, daß Gott Licht ist und in ihm gar keine Finsternis ist.

Und Er wirkt in uns, dass auch in uns alle Finsternis verschwindet. David betet: „Du machst meine Finsternis hell“.

Ps 18,29
Ja, du zündest meine Leuchte an; der Herr, mein Gott, macht meine Finsternis licht

Du machst Licht in mir. Wenn Gott einzieht, kommt Licht, kommt Klarheit, und die Dinge werden sehr einfach und sehr übersichtlich. Theologie ist oftmals die Kunst, einfache Dinge kompliziert zu machen, dass am liebsten keiner mehr durchblickt. Wo man sich fragt, versteht der Dozent selber, was er dort erzählt? Weil das so verworren ist und weil das so durcheinander ist. Und immer ist es „sowohl als auch“. Und nie klare Kante, nie irgendwie „da geht’s lang“ und man hat hinterher mehr Fragen und ist mehr verwirrt als vorher. Das ist oftmals Theologie.

Die Lehre der Apostel ist eindeutig, ist klar, ist verstehbar, ist zu finden im Worte Gottes. Jeder kann in seiner Bibel nachschauen – und sollte auch nachschauen, ob das wirklich so ist. Wie war es bei Paulus? Er verkündet: In Beröa – die Leute nahmen das an – und dann gingen sie nach Hause – und machten was? „Woah, der Apostel Paulus, der ist ja sowas von gesalbt, das ist alles sowas von erste Sahne, was der bringt – super, super, super und die schwelgen und schwärmen und freuen sich auf die nächste Predigt“ – nein, was machen die? Sie studieren die Schriften und forschten, ob es sich so verhielte.

Apg 17,11
Diese aber waren edler als die in Thessalonich; sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf und untersuchten täglich die Schriften, ob dies sich so verhielte.

Und das gewaltigste ist, im nächsten Meeting als die wiederkamen, hat Paulus nicht gesagt: „Bevor ich mit meiner Rede fortfahre, ein ernstes Wörtchen: Ich habe vernommen, hier gibt es einige, die nehmen einfach nicht kritiklos meine Lehre an, die erdreisten sich sogar nach Hause zu gehen und zu prüfen, ob ich richtig lehre. Also wer ist hier der Apostel, hm? Wer hat euch geboten, ihr müsst auch meine Lehre prüfen? Das darf mir nie wieder vorkommen, ich fordere absoluten Gehorsam“. Nichts davon! Der Heilige Geist rühmt diese Leute. Er sagt, die sind edel, edler als die anderen. Warum waren die edel? Weil sie gesagt haben: „Wir sind bereit alles zu nehmen vom Apostel – so lange wir es in den Schriften finden. Wir sind bereit alles zu nehmen, aber es muss in der Schrift stehen!“

Was für eine Gesinnung! Und heutzutage – viele, viele Gläubige sind bereit alles zu nehmen, so lange ein bisschen „Heilig Geist Brimborium“ gemacht wird, ein bisschen Spektakel gemacht wird, ein bisschen irgendwelche übernatürlichen Manifestationen kommen, dann ist alles von Gott.

Ist das so? Nein.

Wir vergessen, es gibt auch Übernatürliches von der Finsternis. Und der Teufel kommt wie ein Engel des Lichts.

2Kor 11,14
Und das ist nicht verwunderlich, denn der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts.

Und woran prüfen wir? Nicht wie viele Heilungen da gewesen sind. Wie begeistert die Leute waren. Sondern: Ist es die Wahrheit? Ist es wirklich die Wahrheit? Ist es das, was geschrieben steht oder etwas anderes? Das ist der Maßstab. Paulus sagt: Wenn sogar ein Engel kommen würde vom Himmel, und wenn der was anderes verkündigt als das, was ich euch als Evangelium verkündigt habe, der sei verflucht.

Gal 1,8
Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Er sei verflucht!

Was für eine Aussage! „Ja, Paulus, bist du größer als die Engel?“ Nein. Er weiß, die Engel Gottes würden immer übereinstimmen mit der Wahrheit des Evangeliums, das er von Jesus bekommen hat. Weil die Engel sind nicht über Jesus. Und er hat sein Evangelium von Jesus bekommen – durch Offenbarung, nicht von Bibelschulen. Durch Offenbarung von Jesus. Und deswegen kann er so kühn sein und sagen, „ich weiß, dass ich weiß …“

Und mein Evangelium ist für alle Zeiten für alle Verkündiger und Prediger und Bibellehrer der Maßstab. Und wenn irgendein Verkündiger mit meinem Evangelium nicht übereinstimmt – der sei verflucht.

Wow, was für eine Gesinnung. Da läuft der Zeitgeist Sturm und sagt: „Wie? Können wir nicht auch mal unsere Meinung haben? Haben wir nicht auch den Heiligen Geist? Können wir nicht auch mal was bringen? Muss das alles mit Paulus übereinstimmen?“ – „Allerdings, es muss!“ Wenn du neutestamentliche Gemeinde bauen willst, muss es mit Paulus übereinstimmen. Es muss, da führt kein Weg dran vorbei. Hallelujah.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (80:00 bis 85:00)

 

Und deswegen haben wir so eine starke Betonung, einmal hier und an etlichen anderen Stellen über das Merkmal von neutestamentlicher Gemeinde: Es ist die Lehre der Apostel. Das, was die Apostel gelehrt haben, ist in der neutestamentlichen Gemeinde maßgeblich, nichts anderes. Nicht meine Meinung, nicht deine Meinung, sondern die Lehre der Apostel.

Und wieviel Verwirrung haben wir darunter? Und wie viele Menschen, die sich Christ nennen, erfüllt vom Heiligen Geist, sind sogar der Meinung, man kann überhaupt nicht klar wissen, was die Lehre des neuen Testamentes ist. Die einen sagen so, die anderen sagen so, und irgendwie kann man das nicht herausfinden. Und dann zitieren sie Paulus und sagen: „Unsere Erkenntnis ist Stückwerk“.

1 Kor 13,9
Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.

„Siehst du, nichtmal Paulus hatte den Plan“.

Paulus redet in 1. Kor 13 von Geistesgaben, vom Wort der Erkenntnis, was immer nur Bruchstücke sind der großen Weisheit Gottes. Aber er redet nicht von Lehre. Wenn er von Lehre redet, sagt er: Ich hab euch dem Bild der Lehre übergeben.

Röm 6,17
Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde wart, aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Bild der Lehre, dem ihr übergeben worden seid!

So, er hat ein klares Verständnis gehabt, die neutestamentliche Lehre ist wie ein Gemälde, wie ein Bild mit verschiedenen Elementen, und die sind alle in Harmonie miteinander und alles wird umschlossen von einem Rahmen, und da ist ganz klar: Das ist die Lehre, und irgendwas anderes, was damit nicht überstimmt, ist außerhalb.

Deswegen konnten die Apostel sagen: „Wer nicht das bringt, was wir gebracht haben … „. Jeder hat das auch verstanden, wenn eine fremde Lehre kam – okay, das ist nicht, was die Apostel gebracht haben. Was soll ich jetzt damit tun? Ein bisschen studieren, mal ein bisschen angucken, kann ja auch was wertvolles drin sein? Nein! Sich davon fernhalten! Das war die klare Anweisung der Apostel.

Röm 16,17
Ich ermahne euch aber, Brüder, dass ihr achthabt auf die, welche entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, Zwistigkeiten und Ärgernisse anrichten, und wendet euch von ihnen ab!

Nicht „aber guck mal, die lieben doch auch Jesus“ – wenn sie Jesus lieben, dann sollen sie zur Wahrheit kommen. Und wir können ihnen helfen, indem wir sie zur Buße rufen aus ihren Verwirrungen und sagen: Komm doch zurück zum Wort, komm doch zur Einfachheit und zur Klarheit des Glaubens.

Mein ganzer Lehrdienst gründet sich auf eine einzige grundlegende Idee oder Offenbarung: „Gott ist nicht verwirrt“.

Was Gott sagt, meint Er, was Er meint, sagt Er, und Er hat nicht zu einem Thema zwei oder drei Meinungen. Sondern Gott ist total klar. Er hat über Taufe eine Meinung. Er hat über Geistestaufe eine Meinung. Er hat über Sex vor der Ehe oder außerhalb der Ehe eine Meinung. Gott hat eine Meinung. Wie viele Menschen vergesen das in ihrem Meinungsstreit. Dass ja Gott auch eine Meinung hat! Eigentlich sind ja unsere Meinungen gar nicht wichtig, sondern nur was sagt denn Er überhaupt? Was hat Er denn gesagt?

Uns interessiert nur Gottes Meinung, nicht unsere Meinung, nicht die Meinung der anderen, nur Gottes Meinung. Das ist unsere Gesinnung wenn wir Freunde Jesu sein wollen. Er sagt: Ihr seid meine Freunde wenn ihr tut, was ich euch sage.

Joh 15,14
Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.

So, mit solchen einfachen Dingen haben wir diesen Geist der Toleranz, diesen Geist der Verwirrung komplett rausgeschmissen – aus unserem Leben und aus der Gemeinde. Hallelujah. Die Kämpfe finden draußen statt, aber hier haben wir eine klare Linie, die Lehre der Apostel. Alle, die dazukommen wollen, werden diesen grundlegenden Dingen zustimmen müssen. Und wer sagt, das finde ich gut, aber diesen und jenen Aspekt, das gefällt mir nicht – sei gesegnet, muss ja nicht, finde deinen Platz, wir beten für dich. Wer sucht, der findet. Aber hier wird dein Platz nicht sein. Dein Platz kann hier nur unter der Bedingung sein, dass du akzeptierst, was die Lehre der Apostel ist.

Und wenn wir diese Gesinnung einnehmen, werden wir erleben wie Gläubige Sturm laufen und sagen: „Ihr seid doch alle intolerant. Ihr habt ja keine Liebe. Wo bleibt denn da die Liebe und die Mitmenschlichkeit?“ Das ist der Geist der Welt, der im massiven Widerspruch zum Heiligen Geist ist. Und wir müssen uns entscheiden auf welche Seite wir uns stellen wollen. Wenn wir den Heiligen Geist erfreuen wollen, wenn wir ihm folgen wollen, machen wir den Geist der Welt böse auf uns. Aber wenn wir dem Geist der Welt folgen wollen, kriegen wir Probleme mit dem Heiligen Geist. Die beiden passen nicht zusammen – entweder oder. Wahrheit oder Lüge. Man kann es nicht mischen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (75:00 bis 80:00)

 

Ohne den Heiligen Geist geht es nicht! So, Paulus war intolerant! Hat sich nicht verbeugt vor ihren religiösen Meinungen, sondern hat gesagt, „da geht’s lang, liebe Freunde“.

Das ist Leiterschaft – in Fragen, die das Wort klar beantwortet, sagt die Leiterschaft, „da geht’s lang, Freunde, uns nach“. Das ist Leiterschaft.

Nicht „wir haben unsere Meinung, aber die wollen wir euch ja nicht aufdrücken, und ihr könnt selber entscheiden“ – du kannst nicht selber entscheiden! – Wie? Was? Ich kann nicht selber entscheiden?! – Es gibt viele, viele Gelegenheiten im praktischen Leben, wo du auch nicht selber entscheiden kannst. Wenn da eine 30er-Zone ist, sagst du auch nicht, „ich kann selber entscheiden“. Klar, kannst du versuchen, aber nach ein paar Versuchen zahlst du viel Geld und sammelst Punkte und irgendwann sagst du, „hm, ich muss das ändern, die Vorgehensweise, die wirkt auf eine Katastrophe zu“.

So, du kannst nicht frei entscheiden, oder? Wenn du frei entscheidest hat das Konsequenzen. Jeder versteht das im Alltagsleben, so funktioniert unsere Gesellschaft in allen Bereichen, ob das Straßenverkehr ist oder Geschäftsordnungen oder irgendetwas, überall funktioniert das. Und dann kommen wir in die Gemeinde: „Endlich bin ich frei, jetzt kann ich machen, was ich will!“ – Nein, du darfst hier machen, was Jesus will! Das ist Gemeinde.

Du darfst hier lernen, ein gehorsames Kind Gottes zu werden. Und Gott segnet deinen Gehorsam mit dem Zeugnis des Geistes, du gefällst Ihm, und Er ist erfreut über das, was du da tust, wonach du dich ausstreckst. Das ist dein Privileg.

Gemeinde ist ein Ort, wo wir lernen gemeinsam immer entschiedener und immer konsequenter Jesus nachzufolgen. Das ist Gemeinde. Nicht eine sonntägliche Veranstaltung, wo wir für zwei Stunden hinkommen und den Rest der Woche machen wir, was wir so wollen. Sondern Gemeinde besteht rund um die Uhr. Es ist auch theologisch verkehrt zu sagen, wir gehen in die Gemeinde. Ja, wir sagen das. Und wenn wir verstehen, was wir damit meinen, ist das auch okay. Aber eigentlich, wir gehen nicht in die Gemeinde, wir sind die Gemeinde. Übermorgen ist Montag, da bist du irgendwo an irgendeinem Platz in dieser Stadt, und da bist du in der Gemeinde. Wir sind Teil einer Gemeinde. Ein lebendiger Stein zusammengefügt – wir bauen ein Haus. Ein geistliches Haus, sagt Petrus.

1 Petrus 2,5a
lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus

Eph 2
21 In ihm zusammengefügt, wächst der ganze Bau zu einem heiligen Tempel im Herrn,
22 und in ihm werdet auch ihr mit aufgebaut zu einer Behausung Gottes im Geist.

Ein Haus für Gott, das ist Gemeinde.

So, Petrus legt die Bedingungen dar, die Menschen treffen eine Entscheidung. Und es heißt:

Apg 2,41
Die nun sein Wort aufnahmen (das Wort von Petrus), ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan.

Und jetzt kommt ein ganz, ganz, ganz, ganz wichtiger Vers.

Apg 2,42
Sie (die Neubekehrten) verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.

Ich glaube, dass der Heilige Geist hochintelligent ist und dass nichts zufällig geschrieben ist. Und wenn wir hier eine Aufzählung finden von verschiedenen Dingen, die das Gemeindeleben ausmachen, dann glaube ich, dass das, was zuerst genannt ist, ist das Allerwichtigste: Sie blieben in der Lehre der Apostel.

Nicht Gemeinschaft ist zuerst. Heute haben wir den Trend: Komm, „Lehre spaltet, Lehre trennt uns, Hauptsache, wir haben erstmal alle Gemeinschaft, ist mir egal, ob du deine Maria hast oder deine Heilige, Hauptsache, wir haben erstmal alle Gemeinschaft“. Die Apostel sagten: No way! Wir werden keine Gemeinschaft haben mit Götzendienern.

1Kor 10,7a
Werdet auch nicht Götzendiener wie einige von ihnen!

2 Kor 6,16a
Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein?

Weil sie das anderen klar gesagt haben, werden sie sich doch selber auch daran gehalten haben, oder? Haben sie den Gemeinden gesagt, „habt keine Gemeinschaft mit den Götzendienern“, aber sie haben das fleißig praktiziert? Nein. Sie waren Vorbilder der Herde. Sie haben zu allererst sich bemüht, zu leben, was der Herr ihnen geboten hat.

So, dieser Trend Gemeinschaft voranzustellen und Glaubensüberzeugungen und Lehren, die ganz klar aus dem Wort zu entnehmen sind – über Jesus und über die Gemeinde und über das Leben mit Jesus – diese Art funktioniert nicht. Es beginnt mit Lehre.

Warum beginnt alles mit Lehre? Weil Lehre ist der entscheidende Faktor, wenn wir sie annehmen, der uns prägt und der uns verändert. Gemeinschaft wird uns nicht verändern! Aber Lehre verändert.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (70:00 bis 75:00)

 

Und eine gesunde Leiterschaft ist sich dessen bewusst und sie hat nicht die Idee, „auf biegen und brechen wollen wir alle mitnehmen“, sondern wir wollen, dass der Herr hier regieren kann, wir wollen, dass der Heilige Geist sich wohlfühlen kann. Er ist nämlich der aktuelle Herr, er manifestiert die Herrschaft Christi. Jesus ist auf dem Thron, der Heilige Geist ist hier, „er ist Herr“, sagt Paulus.

2 Kor 3,17
Der Herr aber ist der Geist; und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.

So, wir wollen eine Gemeinde bauen nach dem Herzen Gottes, wo Er sich wohlfühlt. Und nach dem Herzen Gottes bedeutet: „nach der Schrift“. Umkehr, Taufe und dann die Gabe des Heiligen Geistes. Vielen Gläubigen ist das nicht klar, die Gemeinde, von der die Apostelgeschichte spricht, von der die Briefe handeln, ist eine geisterfüllte, in Sprachen sprechende Gemeinde. Etwas anderes gab es gar nicht. Du sagst, „das musst du beweisen!“ – „aber gern“. Die Apostel haben darauf geachtet, dass die Neubekehrten den Heiligen Geist empfingen. Hier sehen wir es bei Petrus.

Apostelgeschichte 8 – als die Apostel hörten, dass Samaria das Wort angenommen hatten, haben sie was gemacht? Sie sandten Petrus und Johannes, dass sie beteten. Wofür? Dass sie den Heiligen Geist empfingen.

Apg 8
14 Als die Apostel in Jerusalem gehört hatten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen.
15 Als diese hinabgekommen waren, beteten sie für sie, damit sie den Heiligen Geist empfangen möchten

So, die selben Apostel, die Pfingsten erlebt haben, wo der Heilige Geist mit Macht vom Himmel auf sie herabkam, haben nicht in Jerusalem gesessen und haben gesagt, „hmm, nun wollen wir mal schauen, wie der Herr das in Samaria tun wird. Vielleicht kriegen die ja auch sowas wie wir hatten. Wäre ja klasse. Vielleicht startet er auch eine evangelikale anti-charismatische Gemeinde, könnte ja auch sein“. Nein, so haben die nicht gedacht. Die haben gewusst, es gibt eine Art von Gemeinde, und das ist die erfüllt-vom-Heiligen-Geist-Gemeinde, eine andere ist nicht vorgesehen.

Jetzt überleg einmal, wie viele Gläubige oder wie viele Menschen, die sagen, ich gehöre zu Jesus, ich bin gläubig – gibt es allein in unserem Land, die sagen, mit dem Heiligen Geist will ich nichts zu tun haben?

Es ist schrecklich, diese Verwirrung. Und die einzige Alternative, der einzige Ausweg um nicht noch mehr Verwirrung zu erzeugen ist „zurück zum Wort“. Und das ist doch gewaltig, dass wir dieses Vorrecht haben, da ist kein Bund, da ist kein Präses, da ist kein Häuptling, der euch jetzt sagt, „aber darauf müsst ihr achten, und das geht auf keinen Fall, und wenn ihr bei uns mitmachen wollt, dann müsst ihr auf diese und jene Dinge Rücksicht nehmen“. Hallelujah, das habt ihr alles hinter euch gelassen und sagt, wir schauen nur noch, was das Wort sagt. Man darf nicht blind einfach gucken, was machen die anderen, und das machen wir einfach nach. Aber ihr macht nichts nach, sondern ihr schaut, was sagt das Wort Gottes.

So, die erste Gemeinde war eine geisterfüllte Gemeinde. Als Saulus von Tarsus sich bekehrt hat – Gott sandte Ananias mit ihm zu beten, dass ihm die Augen geöffnet werden. Da hat er gleich noch mitgebetet für Geistestaufe – all inclusive. Ein Paket.

Apg 9,17
Da ging Ananias hin und trat in das Haus; und er legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir erschienen ist auf der Straße, die du herkamst, damit du wieder sehend wirst und erfüllt wirst mit dem Heiligen Geist!

Als Paulus in Ephesus – Apostelgeschichte 19 – Jünger findet, er merkt sofort, irgendwas passt hier aber nicht. Und er fragt die richtige Frage: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen? Ich hab so das Gefühl hier fehlt das. Habt ihr den Heiligen Geist empfangen nachdem ich gläubig geworden wart?

Apg 19,2a
sprach er zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?

Was für eine Frage! Nach der Meinung von vielen, vielen Leuten – wenn man sich bekehrt, wenn man gläubig wird, hat man den Heiligen Geist empfangen. Paulus hatte offensichtlich nicht die Idee, sonst hätte er diese Frage nicht fragen können. Für ihn war klar, man kann gläubig werden ohne den Heiligen Geist zu empfangen, sonst machte die Frage keinen Sinn. Keiner hat gesagt: „Paulus, du weißt doch, man ist von neuem geboren, man hat so viel Heiligen Geist wie nur geht, was soll deine Frage? Bist du theologisch nicht auf dem neuesten Stand oder was?“

Er hat verstanden, wenn man von neuem geboren ist, dann soll auch folgen, dass man erfüllt wird vom Heiligen Geist. Und er hat nicht nachgegeben und hat Ruhe gegeben, hat gesagt, „na gut, wenn ihr das so anders seht und damit zufrieden seid, dann will ich euch nichts überstülpen, dann lass ich euch eure Freiheit“. Er hat gesagt, ich bin Bote Gottes, ich baue Reich Gottes, und wenn ihr dazugehören wollt, dann braucht ihr den Heiligen Geist.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (65:00 bis 70:00)

 

Nirgendwo im Neuen Testament siehst du eine Taufe bevor Menschen das Wort angenommen haben, nirgendwo. Erst müssen sie das Wort hören, das Wort annehmen, und dann kommt Taufe. Es gibt keine Taufe ohne dass das Wort angenommen wurde. Ein Baby kann das Wort nicht annehmen. Es kann es nicht verstehen. Es braucht diesen bewussten Akt: Ich kehre um, und ich unstelle mich der Herrschaft Christi.

Und das heißt, eine Gemeinde, die an dieser Stelle radikal ist, wird ganz schnell in Konflike kommen mit umliegenden Kirchengemeinden. Hallo. „Ja, aber sollen wir nicht lieb sein, sollen wir nicht nett sein, sollen wir nicht alle ehren?“ – Ja, aber nicht die Wahrheit verraten! Nicht die Wahrheit verkaufen, zur Wahrheit stehen.

„In Liebe die Wahrheit sprechen“ ist ein wichtiges Prinzip für die Gemeinde. In Liebe die Wahrheit sprechen – nicht untern Tisch kehren, nicht sagen: Ja, das ist unpopulär, das lassen wir jetzt weg. Es geht nicht darum, was populär ist, es ist geht darum, was sagt das Wort? Und was für ein Trend ist das heute, überall Menschen entgegenzukommen und auf ihre individuellen Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen. Aber wer nimmt Rücksicht auf Jesus? Er ist doch der Herr, ist doch Seine Gemeinde, Er will doch regieren.

Jemand hat mir eine Geschichte erzählt, in seiner Gemeinde ist folgendes passiert. Da ist eine Frau gewesen, die kam zum Pastor und hat gesagt, „also jedes Mal beim Abendmahl, wenn ihr diese Worte lest aus der Bibel über das Blut – jedes Mal wird mir ganz schlecht“. Und was macht der Pastor? „Kein Problem, Schwester, wir werden jetzt diese Worte weglassen, wir lesen nicht mehr aus der Bibel über das Blut Jesu, damit dir nicht mehr schlecht ist“. So, jetzt sitzt sie mit ihren religiösen Dämonen – weil was macht ihr schlecht? Was ist das in ihr, dass ihr schlecht wird wenn vom Blut Jesu geredet wird? Religiöse Geister, nichts anderes! So, jetzt darf sie mit religiösen Geistern beim Abendmahl sitzen, niemand behelligt sie, kein Geist ist mehr irritiert. Wenn das Evangelium kommt, werden religiöse Geister irritiert! Und die müssen sich manifestieren und dann schmeissen wir sie raus und dann ist fertig. So, statt dass er diese Frau freisetzt von ihren religiösen Geistern, gibt er ihr eine Möglichkeit mit dem religiösen Geist ohne eine gottgewollte, geistliche Provokation jetzt dort zu sitzen und den Gottesdienst zu genießen. Was für ein Entgegenkommen! Ist das Liebe? Menschen zu lassen wie ihre Geister? Das ist nicht Liebe, das ist total lieblos. Weil man kann nicht wachsen ohne dass man vom religiösen Geist befreit wird – man kann nicht wachsen, es ist völlig unmöglich, völlig unmöglich.

So, wir wollen nicht Menschen gefallen, wir wollen dem Herrn gefallen. Wir wollen ein Haus bauen, das attraktiv ist für Ihn, das Ihn zu einer einzigen Reaktion bringt – „da ist ein Haus nach meinem Herzen, da muss ich hin, da muss ich hin, da fühle ich mich wohl, da darf ich Gott sein“. Wo darf denn der Herr heute noch Gott sein? Überall wird Er eingeschränkt, überall gibt es menschliche Regelungen und das Gebot der Toleranz, und „wir wollen doch kein Anstoß sein“.

Ein Bekannter von mir war in einer Gemeinde – bevor er sich hinsetzte, auf jedem Stuhl war ein kleiner Zettel mit einem Hinweis: Wir bitten auf das Heben von Händen im Lobpreis zu verzichten, damit wir kein Anstoß sind für die Fremden. Ja, hallo?

Und ob das ein Anstoß für Gott ist wenn man nicht tut, was die Bibel sagt, das interessiert niemanden. Viele, viele Gemeinden sind bemüht, wir wollen die Menschen hier reinbringen. Eine gesunde Leiterschaft wird sagen, wir wollen Gott hier reinbringen. Wir wollen, dass Gott hier zu Hause ist.

Eine Leiterschaft, vom Geist dieser Welt vernebelt, die wird sagen: Alle sollen sich bei uns wohlfühlen. Eine Leiterschaft geprägt vom Heiligen Geist wird sagen, wir wollen zuerst einmal, dass Gott sich hier wohlfühlt. Und alle die, die Ihn wollen, werden sich auch wohlfühlen. Und wir wissen sehr wohl, das tut uns weh, aber wir können es nicht ändern, alle die, die noch eigene Wege gehen wollen, die sich nicht kümmern um das, was geschrieben steht, die werden sich nicht wohlfühlen und früher oder später kommen sie vor den Punkt, entweder Umkehr oder Auswandern.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (60:00 bis 65:00)

 

Da kann kein Apostel kommen und sagen: „Geh raus und wasch mir den Wagen!“ oder „Mach mir meinen Garten!“ oder so etwas. Das gibt es nicht. Die Autorität von Leiterschaft ist nur in Bezug auf die Dinge, wo Gott klar gesprochen hat. Aber in diesem Bereich ist die Autorität sehr stark und keiner von uns hat eine Wahl. Wir können nicht sagen, „ja, das will ich mir mal durch den Kopf gehen lassen, das überlege ich mir noch, bin noch nicht entschieden, ob ich das wirklich tun will“ – wenn du sagst, Jesus ist der Herr, du bist schon entschieden alles zu tun, was dieses Buch sagt. Hallo?

Und diejenigen, die mehr voll sind vom Geist der Welt als vom Heiligen Geist, werden jetzt ein ganz komisches Gefühl haben und sagen, oh, das wird eng. Aber die mehr voll sind vom Heiligen Geist und auch noch gegen Restbestände des Geistes der Welt kämpfen, die sagen: „Hallelujah! Genau das will ich!“

So gibt es jetzt hier unterschiedliche Reaktionen. Die einen sagen: „Ohwe, wo geht das alles hin? Wird das noch mein Platz hier sein?“ Und die anderen sagen: „Ja, genau das! Auf das habe ich immer gewartet, das ist, was ich ersehne und was ich mir erhofft habe. Ich will einen Platz haben, wo in Liebe ich angeleitet werde Jesus mehr zu gehorchen“.

Hallelujah. Das ist Gemeinde. Das ist Gemeinde.

Gehen wir noch einmal zurück zur Apostelgeschichte, Kapitel 2. Nach der Buße kommt die Taufe als ein sichtbares Zeichen der Identifikation mit dem Sterben, Begraben sein und Auferstanden sein mit Christus. Und jeder, der im Neuen Testament studiert hat, was dort gesagt worden ist über Taufe, ist vollkommen klar. Die Baby-Besprenkelung ist sinnlos, ist wertlos, ist ein religiöser Akt, der Gott nichts bedeutet. Und die Frage ist nicht, soll ich mich jetzt etwas wiedertaufen lassen? Einmal habe ich ein Teaching gemacht – eine Stunde habe ich über Taufe geredet in einer Gemeinde. Und nach der Lehre kommt jemand zu mir und sagt: „So, jetzt habe ich gut zugehört, aber jetzt gib mir einen Grund, warum ich mich nochmal taufen lassen soll“. Eine Stunde lehre ich über Taufe, und jemand stellt so eine Frage. Ich sage: „Deine Frage beweist, du hast überhaupt nicht zugehört. Weil dein Begriff oder deine Formulierung, dich nochmal taufen zu lassen ist schon vollkommen verkehrt. Du sollst nicht nochmal getauft werden, du sollst getauft werden. Weil das, was du da mitgebracht hast als Baby ist keine Taufe. Der Pfarrer mag es Taufe nennen, der Priester mag es Taufe nennen, deine Eltern oder deine Verwandtschaft mögen es Taufe nennen, aber wie nennt es Gott?“

Und es ist doch entscheidend, was Gott zu sagen hat. Weil Er hat Gemeinde erfunden, Er hat das Copyright, und Er darf sagen: Taufe ist das und das. Und wenn dann jemand daherkommt und macht etwas anderes und nennt das Taufe, dann kann Er sagen: Halt, stop, das ist nicht Taufe. Er ist Gott, Er ist der Herr, Er darf sagen: Nein, wir bleiben bei meinen Regeln. Darf Er das? Ja! Und wir als Leiterschaft müssen das auch. Und da werden wir uns mitten hineinbegeben in religiöse Konflikte. Und manche werden sagen: Ich liebe diese Gemeinde, ich möchte Teil dieser Gemeinde sein, aber das mit der Babytaufe, das lasse ich mir nicht nehmen!

Sorry, dann verteidigst du eine religiöse Lüge. Weil viele verstehen nicht, eine Lüge gebiert die nächste. Die Lüge der Babytaufe gebiert die falsche Gemeinde. Weil wenn durch die Babytaufe Menschen zu Kindern Gottes werden wie das die Kirche lehrt, dann besteht die Kirche auf einmal aus Unbekehrten. Falsche Taufe – falsche Kirche. Das ist untrennbar miteinander verbunden. Die erste Lüge gebiert die zweite Lüge.

Und wenn du einen Sinn hast für Wahrheit und sagst, die Wahrheit soll regieren, Jesus war ein Kämpfer für die Wahrheit, ich will ein Kämpfer sein für die Wahrheit, dann kannst du nicht mitmachen mit der Lüge der Babybesprenkelung. Du wirst dich sogar weigern, das auch Taufe zu nennen, weil es keine Taufe ist. Ich nennen es „Babybesprenkelung“ oder „Babys mit Wasser besprenkeln“ oder so etwas, aber es hat vor Gott keinerlei Wert.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (55:00 bis 60:00)

 

So, Petrus scheut sich nicht, klare Anweisungen zu geben: Tut Buße, damit beginnt es – der Eingang in das Reich Gottes ist Buße. Und leider haben wir das Problem mit Deutschen, dass der einzige Zusammenhang, wo sonst das Wort Buße vorkommt, ist Bußgeld. Und das ist das totale Gegenteil von dem, was Buße ist. Buße ist eine Herzensumstellung. Bußgeld ist: Du tust eine Leistung, du bezahlst für das, was du falsch gemacht hast – aber änderst dich nicht.

Buße ist eine neue Gesinnung – „nicht mehr wie ich will, sondern wie du willst. In allem sollst du jetzt den Vorrang haben, du bist der erste in allen Bereichen meines Lebens.“

Lasst uns einmal ein Lesezeichen reinmachen bei Apostelgeschichte 2. Wir gehen mal zu Thessalonicher. 1. Thess 1 – und hier beschreibt er, wie die Gemeinde von Thessalonich begonnen hat.

1 Thess 1,9b-10
wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten, den er aus den Toten auferweckt hat – Jesus, der uns rettet von dem kommenden Zorn.

Bekehrung ist „von den Götzen zu Gott bekehren um dem lebendingen Gott zu dienen“. Man kann nicht dem lebendigen Gott dienen wenn man noch den Götzen dient. Und eine der mächtigsten Götzen in unserer Kultur ist der Spaß-Gott: „Ich mache wozu ich Lust habe“. Das, was mir Spaß macht, was mir gefällt, das mache ich, und das mache ich sogar gerne. Dieser Götze wird durch das Evangelium bloßgestellt und gestürzt. Man kann nicht dem lebendigen Gott dienen so lange man diese Idee noch hat: „Du predige nur schön weiter, am Schluss mache ich sowieso was ich will. Ich suche mir die Dinge raus, die mir gefallen und die anderen brauche ich nicht zu machen“. Diese Gesinnung ist tödlich für eine Gemeinde. Und niemand kann zu einer Gemeinde gehören, der in dieser Gesinnung lebt – niemand. Egal, wie viele Traditionen wir mitbringen, egal, was wir früher alles gelernt haben – jetzt haben wir die Entscheidung, wenn es das Wort sagt, nehme ich es an. Wenn ich es finde in meiner Bibel, ist es für mich maßgeblich, und nicht die Tradition und nicht was andere mir erzählt haben, sondern das, was geschrieben ist. Glauben wie die Schrift sagt.

Wo wir schon bei Thessalonicher sind, können wir mal zu 2. Thessalonicher.

2 Thess 2,15
Also nun, Brüder, steht fest und haltet die Überlieferungen (Unterweisungen), die ihr gelehrt worden seid, sei es durch Wort oder durch unseren Brief.

Welche Überlieferungen sind gemeint? Das, was die Apostel ihnen vorher beigebracht hatten. Das sollen sie halten – sei es durch persönliche Lehre oder sei es durch Brief – diese Überlieferungen sollten sie festhalten.

2 Thess 2,14a
Wenn aber jemand unserem Wort durch den Brief nicht gehorcht, …

… wann hast du das letzte Mal in einer Gemeinde solche Töne gehört? Dass die Leiterschaft sagt: Hey, wir haben Dinge gesagt und wir erwarten, dass ihr gehorcht. Das ist heute nicht modern, sowas sagt man nicht, das sind alles mündige, selbstständige Menschen, die dürfen alle machen, was sie wollen – da kann niemand kommen und sagen, ihr müsst gehorchen. Die Apostel hatten kein Problem sowas zu schreiben und zu sagen.

So, die Ordnungen waren sehr, sehr einfach: Jesus ist der Herr – „wenn ihr nicht tut, was ich sage, warum sagt ihr, Herr, Herr?“

Lk 6,46
Was nennt ihr mich aber »Herr, Herr« und tut nicht, was ich sage?

Die Apostel haben gesagt, ihr müsst gehorchen, was wir euch gelehrt haben. Die Apostel haben Älteste eingesetzt und dann haben sie geschrieben, gehörcht euerm Führer.

So, Gehorsam Gott gegenüber drückt sich auch aus, Gehorsam gegenüber geistlicher Leiterschaft – in Klammern: Gesunde neutestamentliche Leiterschaft wird nur verlangen, was das Wort sagt.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (50:00 bis 55:00)

 

Petrus hat einen Plan, und er verkündet den auch ganz klar. Und er sprach:

Apg 2,38+41
Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan.

Achte auf die Formulierung „die sein Wort annahmen … “ – nicht „meldeten sich zur Mitgliedschaft an“, sondern die wurden aufgenommen! Die wurden hinzugetan. Sie wurden hinzugetan. Ja, unter diesen tausenden von Menschen können wir uns vorstellen – wissen wir nicht genau, aber könnte man sich vorstellen, gab es vielleicht welche, die sagen: „Du mit der Taufe, das sehe ich ein bisschen anders, aber ich möchte gerne mitmachen“. Was hätten die Apostel gesagt? No way! Wir setzen die Bedingungen, weil das ist, was Jesus uns gesagt hat. Wir bauen seine Gemeinde. Und er hat uns gesagt, die Gemeinde beginnt mit Buße und die Buße zeichnet sich dann aus als Gehorsamsschritt in Taufe. Und dann kommt der Empfang des Heiligen Geistes inklusive dieser so wichtigen Gabe in Sprachen zu beten.

Petrus sagt, das ist normal. So fangen wir an. „Ja, aber ne, also mit dem Heiligen Geist, du, weißt du, ich meine, früher wurden wir ja gelehrt, mit dem Heiligen Geist, da muss man ganz vorsichtig sein. Also mit Sprachen beten, das ist mir irgendwie unheimlich und überhaupt, was soll das sein? Ich rede was, was ich gar nicht verstehe. Also das macht doch gar keinen Sinn, komm, lass uns vernünftig sein“.

Petrus hätte gesagt, okay, du darfst weiter überlegen. Wenn du auf unsere Bedingungen eingehst, kannst du zurückkommen.

So, die Liebe – ganz anders als heute – ein wichtiger Slogan in der religiösen Welt: „Die Liebe schließt niemanden aus“. Ganz anders in der Realität! Die sein Wort annahmen, wurden hinzugetan. Niemand sonst, nur die sein Wort annahmen. Das heißt also, die Apostel haben gesagt, wir bestimmen wer mitmacht und wer nicht. „Oh, das klingt aber krass. Ich meine, ich will ja dazugehören, ich hab zwar meine Ideen und möchte einiges nicht so wie ihr, aber im Grunde stimme ich schon überein: Jesus ist der Herr, und alles ist gut“. Wenn Jesus der Herr ist, dann hast du die Haltung: Ich will ihm gehorchen.

Jesus sagte in Lk 6,46:
Was nennt ihr mich aber: Herr, Herr!, und tut nicht, was ich sage?

Die Herrschaft Jesu heißt, ich habe ein Gesinnung, ich will tun, was er sagt, ich will ein gehorsames Leben lernen. Aber heute kann man leichtfertig sagen: Jesus ist der Herr – und mit allergrößter Selbstverständlichkeit tut man das Gegenteil von dem, was die Bibel sagt. Das kann nicht funktionieren. Und gesunde Leiterschaft wird so etwas niemals akzeptieren. Gesunde Leiterschaft, die hingegeben ist an Jesus und frei ist von Menschenfurcht! Wie viele Leiter habe ich getroffen, die Angst haben. Die sagen: „Ja, wenn ich das verkündige, was die Bibel sagt, da laufen mir ja die Leute weg!“ Ich sag, ja und, lass sie laufen! Mit denen kannst du sowieso nichts anfangen. Lass sie laufen!

Eine Gemeinde hat mich gerufen mit ihr zu arbeiten vor ungefähr 5-6 Jahren, waren nur 30 Leute, und ich hab gesagt, „wisst ihr, was das bedeuten könnte? Wenn wir hier göttliche Ordnung aufrichten, kann sein, dass Leute gehen“ – „Ja, wir wollen, dass Jesus der Herr ist“. Und dann fangen wir an zu arbeiten, und von 30 Leuten sind 15 gegangen. Das ist die Hälfte. Und bei 30 merkst du, dass 15 fehlen. Wenn du 500 hast und 15 gehen, das merkst du gar nicht. Aber bei 30 – 15 gehen! Aber diese Leiterschaft hat ihre Lektion gelernt, hat gesagt: „Und wir sind nicht erpressbar, wir sind nicht käuflich, unser Ziel ist nicht schnell eine große Gemeinde zu haben, unser Ziel ist, dass hier Jesus in die Mitte kommt, weil er der Herr ist, und das ist unser Ziel“. Und weißt du was? Innerhalb von einem Jahr sind 15 neue Leute gekommen, die brennend waren, die gesagt haben, hier machen wir mit, hier sehen wir die wahre Linie, und Gott hat die ganze Atmosphäre radikal verändert. Das ist eine feurige, anbetende, leidenschaftliche Gemeinde. Hallelujah. Keine Stuhlwärmer, sondern Menschen, die ein brennendes Herz haben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (45:00 bis 50:00)

 

Gemeinde kann nur mit willigen, zerbrochenen Menschen gebaut werden. Mit Menschen, die sagen, es geht nicht darum, was ich weiß, es geht um das, was ich jetzt lernen muss. Hilf mir zu lernen, hilf mir, ein anderer Mensch zu werden. Hilf mir, ein gehorsamer Jünger Jesu zu werden. Jemand, der dieses eine Ziel hat, Gott zu verherrlichen. Hilf mir dabei!

Nur mit solchen Menschen kann man neutestamentliche Gemeinde bauen. Die anderen sollen wir lieb haben, die können wir segnen, die dürfen auch gerne kommen, aber sie gehören nicht zur Gemeinde. Zur Gemeinde gehören Menschen, die sagen: Ich will ein Leben in Jüngerschaft leben. Ich will ein Leben in den Ordnungen Gottes führen. Diese Menschen, die das sagen und mit ihrem Alltagsleben beweisen, dass sie das wirklich meinen, diese Menschen können zur Gemeinde gehören. Und mit diesen Menschen bauen wir Gemeinde.

Und für alle anderen beten wir und die segnen wir und wir hoffen, dass der Heilige Geist sie überführt, dass sie auch dazukommen. Alle sind eingeladen, aber nicht alle sind aufgenommen. Da ist ein gewaltiger Unterschied. Wenn wir den nicht verstehen, und wenige Gemeinden verstehen das – dass wir alle geliebt sind von Gott, heißt nicht automatisch, dass wir alle Teil der Gemeinde sein können, die Gott baut. Das heißt es nicht. Weil auf die Liebe Gottes braucht es eine Reaktion. Wenn die Liebe Gottes angenommen wird, kommt eine Reaktion: „Herr, gib mir Licht, nicht mehr wie ich will, sondern wie Du willst“. Das ist die angemessene Reaktion auf die Liebe Gottes. Wenn die nicht da ist, müssen wir warten und weiter verkündigen: Jesus ist der Herr, kehr um, tue Buße, begib dich unter Seine Herrschaft, Seine Herrschaft ist gut, und anders als der Teufel dir erzählen will, du wirst gesegnet sein, du wirst nicht beraubt sein, sondern du wirst eine Freiheit bekommen, die du nie vorher hattest. Das ist, was wir verkündigen.

Und da ist ein Unterschied zwischen „wir sind geliebt von Gott, bejaht, gewollt“ – und „wir dürfen Teil Seiner Gemeinde sein“ – da ist ein gewaltiger Unterschied. Und je weiter die Zeit voranschreitet, um so mehr Verwirrung haben wir im christlichen Lager und um so weniger verstehen die Menschen worum es wirklich geht. Und deswegen müssen wir klar und deutlich sagen, worum es geht.

Ein Freund von mir, vor einigen Monaten war ich in einer Gemeinde, traf dort einen jungen Mann, der sagte, er ist schon lange, lange gläubig – und mein Freund, weil er sehr direkt ist, er lächelt ihn an und sagt: „Und wann möchtest du mit dem Rauchen aufhören?“ Offensichtlich gabs ein gewisses Parfüm, was von ihm ausging, ein Duft umgab ihn, und das war nicht der Wohlgeruch Christi. Und er sagt: „Und wann möchtest du aufhören mit dem Rauchen?“ Und dieser Bruder, er sagt: „Wieso? Ich bin doch auch so geliebt von Gott“.

Was für ein Missverständnis! Dieser Mensch hat nie das Evangelium verstanden. Und wenn er sich tausendmal Christ nennt, er hat das Evangelium nicht verstanden. Weil das Evangelium hat zwei Teile: Du bist geliebt von Gott und Gott nimmt dich an so wie du bist (Teil 1). Teil 2: In Seiner Güte und Gnade lässt Gott dich nicht so wie du bist. Das ist das ganze Evangelium. Und nicht nur: Du bist geliebt und alles ist gut und fertig. Sondern auf die Liebe Gottes kommt eine Reaktion: „Herr, hier bin ich, ich bin Dein, lehre mich, präge mich, erziehe mich, lass mich Dein Jünger sein, lehre mich in Deinen Ordnungen zu wandeln“.

Und nur wer diese Gesinnung hat, kann Teil einer wirklichen Gemeinde werden. Und es muss klar sein wie im Neuen Testament, wer gehört dazu und wer gehört nicht dazu. Petrus gibt eine wunderbare Antwort auf diese Frage: „Ja, was sollen wir tun?“ Er sagt nicht: „Ja, weiß ich jetzt auch nicht so, überlegt doch mal selber, ihr seid doch erwachsen, fragt doch den Herrn“. Nein – Leiterschaft leitet! Ein irrsinniger Slogan in dieser neuen Strömung, was sich nennt „Emerging Church„, sie sagen: „Ein Leiter zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht leitet“. Irrsinn!

Ein Leiter leitet! Und die Apostel haben geleitet, und die Ältesten haben geleitet. Und die Menschen waren willig sich leiten zu lassen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (40:00 bis 45:00)

 

Wenn in den allermeisten Gemeinden heute das verkündigt würde, wahrscheinlich 2/3 würden sofort nach Hause gehen und sagen, „da geh ich nicht mehr hin, die sind extrem, die wollen mich kontrollieren, die wollen mir was aufdrücken, die wollen mir was überstülpen“. So werden heute Leute reagieren, die sich gläubig nennen. Weil sie geprägt sind vom Geist der Welt. Und der Geist der Welt sagt: Individualismus ist die große Sache. Du bist ein wunderbarer Mensch, und du hast das Recht zu tun, was du tun möchtest. Und niemand hat das Recht dir zu sagen, wie du zu leben hast. Das musst du ganz alleine bestimmen. Nur du alleine weißt, was für dich gut ist. Das ist der Geist dieser Welt. Aber wie anders sehen wir das im Neuen Testament! Wie anders!

Gehen wir doch einfach mal hinein und schauen uns an, wie die erste Gemeinde entstanden ist, und was sie ausgezeichnet hat. Komm, wir gehen mal zu Apostelgeschichte. Und da schauen wir uns den Anfang an. Wie ging es los als zu Pfingsten der Heilige Geist ausgegossen wurde und jetzt Jesus begann mit seinen Jüngern die Gemeinde zu bauen?

Der Heilige Geist wirkte mächtig, hat Aufmerksamkeit erregt – und die Leute waren da, tausende von Leuten, Petrus steht auf und er predigt. Und er predigt eine interessante Botschaft, die Tiefenwirkung hatte. Er redet über Jesus und über den Plan Gottes mit Jesus. Und in Apg 2,36 sagt er:

Apg 2,36
Das ganze Haus Israel wisse nun zuverlässig, dass Gott ihn (nämlich Jesus von Nazareth) sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.

Ich denke, du weißt, für Israel war dieser Begriff „Messias“ – das war der Mittelpunkt ihres religiösen Lebens. Es ging alles um die Erwartung, der Messias muss kommen – und wenn der Messias kommt, er wird das Reich wiederherstellen. So, jeder wusste, was ist der Messias, für jeden war klar, wir warten auf den Messias. Und Petrus sagt: Der Messias ist gekommen, Jesus von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt. Er ist der Gesalbte, der Christus, der Messias. Und deswegen sehen wir dann im nächten Vers:

Apg 2,37
Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder?

Warum drang es ihnen durchs Herz? Weil durch das Schwert des Geistes, das tief eindrang in ihre Herzen, wurden alle Illusionen, alle Täuschungen, alle guten Ideen, die sie von sich hatten, von ihrem Glaubensleben zunicht gemacht. Und in einem Augenblick haben sie verstanden, Tausende von Menschen, durch die Kraft des Heiligen Geistes haben sie verstanden: Unsere ganze Religion funktioniert nicht. Wir sagen, wir lieben Gott, wir sagen, wir warten auf den Messias, aber der Messias ist gekommen, und wir haben ihn nicht nur verworfen, wir haben dafür gesorgt, dass er gekreuzigt wurde! Erinnere dich, die Massen haben geschrien: „Kreuzigt ihn! Kreuzigt ihn!“

So, ihnen wurde klar, ihr ganzer Glaube war nur Theorie. Das hatte mit der Realität ihres Lebens nichts zu tun. Sie warten auf den Messias. Der Messias stand vor ihnen, und sie haben gesagt: Weg mit diesem! Und deswegen waren sie so bestürzt, deswegen waren sie so schockiert, weil ihr ganzes Fundament war auf einmal durch und in Scherben gegangen, und sie waren völlig hilflos und sie sagen: „Ja, was sollen wir jetzt machen?! Was sollen wir denn jetzt tun?!“

Und hier ist die erste Lektion: Gemeinde wird gebaut mit Menschen, die zerbrochen sind. Gemeinde wird gebaut mit Menschen, die in dieser Haltung sind: Ich hab keine Ahnung, ich hab keinen Plan, bitte sag mir, wo es lang geht.

Wieviel Ärger hat man in Gemeinden, mit den Leuten, die schon drei Gemeinden hinter sich haben und die kommen: Bei uns haben wirs immer so gemacht, und ihr solltet das auch so machen. Und sie kommen und wollen uns beglücken mit ihrem Wissen, aber nicht mit einem gehorsamen Herzen.