Hartwig Henkel – “Wahre Jünger“ (35:00 bis 40:00)

 

Und ich wusste, ich wusste, Jesus ist mein Leben. Von jetzt an – ich werde für ihn leben. Ich wusste, Gott ist mein Vater, ich bin angekommen nach all den Jahren der Suche und des Umherreisens und des Umherirrens – ich bin angekommen. Und Gott ist real und Er ist mein Vater, und Jesus ist mein Retter.

Und die ersten wenigen Jahre waren so unbeschreiblich turbolent und so viel Neues ist passiert und so viel wunderbare Dinge sind passiert. Aber dann nach ein paar Jahren merkte ich wie es irgendwie langsamer und schwerfälliger und lahmer wird. Und irgendwie hatte ich das Gefühl nach ein paar Jahren, ich drehe mich nur noch im Kreis. Da ist nichts neues mehr, ich komm nicht mehr vorwärts, es gibt keine neuen Erfahrungen, ich bin irgendwie steckengeblieben.

Und dann hab ich einen Entschluss gefasst: Das muss aufhören – und hab gesagt: Ich werde jetzt fasten und beten und den Herrn suchen und herausfinden, wie komme ich aus diesem Karussell heraus? Und in dieser Fastenzeit hat Gott wirklich zu mir gesprochen. Und Er hat zu mir gesprochen durch einen Satz von Derek Prince. Ich weiß gar nicht mehr welches Buch das war, aber in diesem Buch, das ich las von Derek Prince hab es einen Satz: Satan will dich in Unwissenheit lassen über die wahre Natur des Wortes Gottes.

Und dieser Satz, der sprang aus dem Buch raus. Das war wie wenn der in Neonfarben leuchten würde. Ich wusste, hier ist die Antwort, aber ich hab nichts verstanden. Aber ich konnte nicht weiterlesen. So fing ich an über diesen Satz nachzudenken: Satan will dich in Unwissenheit lassen über die wahre Natur des Wortes Gottes.

Und ich dachte darüber nach. Und dann stellte ich mir die Frage: Ähm, ja, was ist die wahre Natur des Wortes Gottes? Und auf einmal stellte ich fest: Ich bin jahrelang gläubig, ich kann gar keine Antwort auf so eine simple Frage geben. Ich bin jahrelang schon gläubig, und kann keine Antwort geben auf die Frage, ja, was ist das Besondere, was ist die wahre Natur des Wortes Gottes?

Und mit Schrecken wurde mir bewusst, wovor dieser Mann Gottes warnt, ist schon passiert bei mir – der Teufel will mich in Unwissenheit lassen über die wahre Natur des Wortes Gottes.

Und in dem Moment habe ich eine Entscheidung getroffen, und das war eine der besten Entscheidungen in meinem christlichen Leben, die bis heute immer noch anhält: Ich habe gesagt, okay, ich werde herausfinden, was die wahre Natur des Wortes Gottes ist, ich werde herausfinden, was es auf sich hat mit dem Wort. Und ich bin durch die Bibel gegangen, habe ein Bibelstudium gemacht, das war lange vor Computerzeit – alles per Hand. Und habe die Schriftstellen rausgesucht, wo Gott etwas sagt über sein Wort. Wo Gott etwas sagt über die Natur seines Wortes. Und all diese Schriftstellen habe ich herausgeschrieben.

Und dann habe ich ein zweites Bibelstudium gemacht, und das war mindestens genauso einschlagend, weil ich geschockt war, weil ich gesehen habe wie ignorant ich war und wie oberflächlich ich war. Und dieses zweite Bibelstudium war: Was sagt Gott wie ich mit seinem Wort umgehen soll?

Was ist die Natur des Wortes Gottes? Und was sagt Er wie ich mit Seinem Wort umgehen soll?

Ich habe mit Schrecken festgestellt, dass ich in großer Beständigkeit dieses Gebot ignoriert habe. Und auf meine Art mit dem Wort Gottes umgegangen bin, aber nicht so wie Gott sagt, dass ich mit seinem Wort umgehen soll. Und als ich anfing diese beiden Dinge in Praxis umzusetzen, als ich anfing mich zu füllen mit Gottes Gedanken über sein Wort, kam Dankbarkeit und Wertschätzung und Hingabe und Sehnsucht und Respekt.

Eine Schriftstelle in Jesaja sagt: Auf den will ich blicken, der zittert vor meinem Wort.

Jes 66,2b
Ich will aber den ansehen, der demütig und zerbrochenen Geistes ist und der zittert vor meinem Wort.

Ihr Lieben, was wir verloren haben ist die Kunst vor dem Wort zu zittern. Das haben wir verloren. Und das müssen wir wiederbekommen. Dass wirklich Ehrfurcht da ist. Das sind keine billigen Vorschläge und man kann es auch anders machen – Gott ist Gott und Sein Wort ist heilig und Er meint, was Er sagt und Er sagt, was Er meint.

Für viele Leute schließt sich das aus: Entweder Gott ist der liebe Vater – dann gibt es keine Ehrfurcht und keinen Bedarf für Gehorsam. Aber das ist nicht in der Bibel so. Gott ist unser Vater und Er hat uns lieb. Aber da gibt es auch diese Komponente: Er ist der Herr, Er ist Gott, und wir sollen Ihm gehorchen und es gibt keine Art Ihm zu gefallen ohne dass wir lernen zu gehorchen. Das gibt es nicht. Das gibt es nicht.

Hartwig Henkel – “Wahre Jünger“ (30:00 bis 35:00)

 

Wir wollen jeden annehmen, aber wir wollen jeden zum Jünger machen und wer nicht Jünger werden will, ist fehl am Platze in einer neutestamentlichen Gemeinde. Und er kann sich austoben in all den Gemeinden, die das Seelische akzeptieren. Aber eine Gemeinde nach dem Willen Gottes ist eine Gemeinde, die sagt: Wir wollen, dass Gläubige Jünger sind, und sie sind verbindlich und sie lassen sich etwas sagen, und man kann in ihr Leben sprechen, man kann ihr Leben prägen und formen. Und wer das nicht will, bitte, da gibt es hunderte von Gemeinden im ganzen Land, da kannst du dich austoben im Fleisch und in der Seele.

Aber es ist Zeit, dass es Gemeinden gibt nach der Ordnung Gottes. Es ist Zeit, dass die Herrschaft Christi real wird und dass wir aus dem Spielen herauskommen und dass die Dinge ernst und echt werden. Das ist die Zeit. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren. Das Ende ist nahe, und gewaltige Herausforderungen kommen. Und es braucht Gläubige, die stehen können. Es braucht Gläubige, die bereit sind, den Preis für die Wahrheit zu bezahlen. Es braucht Gläubige, die gewillt sind: Ich will lernen, Jesus mehr zu lieben als mein eigenes Leben.

Das ist das einzige, was wirklich nachher funktionieren wird. Alles andere wird zusammenbrechen. Alles, was auf Starruhm und Größe und Ansehen und Showeffekte gegründet ist, es wird alles jämmerlich zusammenbrechen in der Stunde der Herausforderung. Und wenn das so ist, dann wär es ja nur klug, dass wir sagen: Hej, wir wollen nicht zu denen gehören, die dann auf einmal eine Grätsche machen und platt sind und nichts mehr zu bieten haben und nur noch Angst haben um unser eigenes Leben – sondern wir wollen zu den Ernte-Arbeitern gehören. Wir wollen zu denen gehören, die mitten im Chaos die Hände ausstrecken und sagen: „Komm in das Reich Gottes“. Und die sich nicht um sich selber sorgen, die keine Angst haben um ihr Leben und die sich um nichts sorgen, sondern die wissen, ich bin in der Hand Gottes, und wenn ich morgen sterbe, bin ich beim Herrn – Hallelujah, da geht’s mir noch besser. Ohne Angst vor dem Tod.

Wir sind weit davon entfernt, aber wir müssen uns auf die Reise machen, das zu lernen. Der letzte Feind, der besiegt wird, ist der Tod. Und Menschen sind in Sklaverei, sagt die Bibel, aus Angst vor dem Tod.

Heb 2,15
und alle diejenigen befreite, die durch Todesfurcht ihr ganzes Leben hindurch in Knechtschaft gehalten wurden.

Und Jesus hat die Macht und die Schrecken des Todes gebrochen und besiegt und Erlösung – die letzte Stufe der Erlösung ist: Wir sind frei von der Angst vor dem Tod.

Das ist, was die erste Christenheit hatte. Deswegen konnte Rom mit ihnen nichts anfangen, deswegen konnte Rom sie nicht stoppen. Weil Menschen, die schon alles aufgegeben haben, die kannst du nicht bedrohen, die kannst du nicht einschüchtern, du kannst nichts mit ihnen machen. Eine so schreckliche Macht wie Rom muss kapitulieren vor den Gläubigen. Er sagt: „Was können wir mit den machen? Wir bedrohen sie mit dem Leben, mit dem Tod, wir werfen sie ins Gefängnis, wir bringen sie vor die wilden Tiere, wir lassen sie hinschlachten – die sagen: Mein Leben ist schon weggegeben, ich hab’s schon Jesus gegeben, ich hab nichts mehr zu verlieren“.

Das sagt sich so leicht, aber da wollen wir hinkommen! Diese Realität muss unsere Realität werden. Ist das dein Gebet, ist das deine Sehnsucht, dass du sagst: „Herr, ich will dahinkommen Dich mehr zu lieben als mein eigenes Leben“?

Dann sind wir auf der Spur, dann sind wir auf dem Pfad, wo der Heilige Geist uns lehrt, uns trainiert, uns prägt, und dann bekommen wir Vollmacht andere Gläubige an die Hand zu nehmen und sie zu Jüngern zu machen – um das geht es.

So, wir bringen ihnen bei mit Gott in Kontakt zu kommen und Gott zu erlauben in ihnen zu arbeiten. Beim Christsein geht es nicht zuerst darum, was wir für Gott tun, sondern was erlauben Gott für uns zu tun – das ist Christsein. Dass Er ein tiefes Werk in uns tut, um das geht es.

So, wir bringen diesem Jünger bei, eine tiefe Wertschätzung für das Wort Gottes. Wo kommt die her? Wir ermutigen ihn, wir fordern ihn auf die Schrift zu studieren, was Gott selber sagt über sein Wort. Und wenn sie die Wahrheit herausfinden über was ist das Besondere am Worte Gottes, kommt Dankbarkeit, Wertschätzung und Ehrfurcht, Sehnsucht und Hunger und dann geben sie sich diesem Wort hin.

Ich habe vor fast 42 Jahren eine sehr dramatische Bekehrung erlebt. Ich habe in großer Finsternis und Unreinheit und Götzendienst und mit Dämonen gelebt und alles mögliche. Und Jesus ist eingebrochen in übernatürlicher Kraft in mein Leben, hat die Ketten zerrissen und in der Nacht vom 23. auf den 24. November wurde ich von neuem geboren.