Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (50:00 bis 55:00)

 

Okay, und jetzt gehen wir mal einige solche wenigen Dinge durch. Und ich will noch ein bisschen bei dieser biblischen Aussage bleiben, dass – wenn Christus unser Herr geworden ist – unser Geist neu ist. Unser Geist ist aus Gott geboren.

Eph 4,24 redet von dem inneren Menschen, der nach Gott geschaffen ist.

Eph 4,24
und den neuen Menschen angezogen habt, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Der innere Mensch ist nach Gott geschaffen. Was haben wir gelernt am Anfang beim Sündenfall? Da gab es eine Transformation und der Mensch wurde verwandelt nach den Gelüsten und den Grundeinstellungen und nach den Werten des Teufels. Und das war der Anfang der Katastrophe. Und jetzt – das ist das Schöne – bei dieser neuen Schöpfung – die ist nicht nur „neu“ im Sinne von „zeitlich“, sondern qualitativ! Viele, viele Christen, wenn sie hören, sie haben ewiges Leben oder wenn sie das lesen – sie denken nur in Zeitbegriffen. Aber das Wesentliche des ewigen Lebens ist, dass es göttliches Leben ist. Der Sünder in der Hölle nachher hat auch ewiges Leben – wenn du so willst – wenn du in Zeitbegriffen denkst.

Viel wichtiger als die Zeit ist die Qualität. Was für ein Leben haben wir? Das ist göttliches Leben, Leben aus Gott, das haben wir in uns. Und Gott bekanntlich ist ein Gott, dem es sehr gut geht. Die Bibel redet davon, dass er sehr vital ist, sehr lebendig, dass es ihm gut geht, dass er totalen Überblick hat, dass er sehr kraftvoll ist, dass er herrscht und nicht beherrscht wird, dass er ein siegreicher Gott ist, dass er ein Gott ist, der sich Pläne setzt und diese Pläne erfüllt. Und dieses Leben haben wir in uns. Wir haben ein Leben in uns, dass uns zum Erfolg führen wird.

Bitte nicht „Erfolg“ im Sinne von „du hast zwei Mercedes vor der Tür und noch ein drittes als Cabrio und hast ein Verhältnis mit deiner Sekretärin und auch sonst irgendwie stehst du kurz vorm Nervenzusammenbruch“. Das ist nicht „Erfolg“!

Erfolg ist, dass du weißt, was du tun sollst in diesem Leben, dass du es gerne tust, dass die Kraft Gottes da ist und dass du erfüllen kannst, wozu Gott dich gerufen hat. Erfolg ist nicht, dass du ein zweiter Reinhard Bonnke wirst, Erfolg ist, dass du ein erster Du selbst wirst – das ist Erfolg: Den Willen Gottes zu kennen und zu tun. Du wirst nirgendwo glücklicher sein, mehr Erfüllung haben, mehr Sicherheit im Leben erleben und Geborgenheit und Spaß und Abenteuer und Freude und das alles in einer wunderbaren Mixtur als im Zentrum des Willens Gottes – nirgendwo wirst du mehr Erfüllung haben. Das ist doch eine Lüge par excellence zu glauben, da draußen mit dem Teufel hätte man mehr Spaß als mit Gott! Das ist ja schon die Lüge des Feindes: „Gott ist der Miesepeter, der macht dich heilig, aber unglücklich. Aber draußen hast du den Spaß, okay, du musst ein bisschen bezahlen, aber da hast du den großen Spaß“.

Nein, es ist genau umgekehrt: Drinnen hast du den großen Spaß ohne dass du einen Preis bezahlen musst und es geht dir gut und nachdem es dir gut geht, geht es dir besser. Und nachdem es dir besser geht, geht es dir noch besser. Du steigst auf mit Gott. Der Lebensstil des Reiches Gottes – in Wahrheit, in Liebe, in Hoffnung usw. – ist ein wunderbarer Schutz. Und wir werden sehen, wenn du diese Lektionen des Grundlagenseminars durchläufst und anwendest in deinem Leben, Traurigkeit, Langeweile, Depression werden sich für immer aus deinem Leben verabschieden. Es ist nicht möglich, im Willen Gottes zu leben und depressiv zu werden. Es ist nicht möglich, du kriegst es einfach nicht hin. Die Depression sagt: Mit dem kann ich nichts mehr anfangen, der bietet mir keinen Landeplatz mehr, ich habe keine Landerechte mehr. Es ist nicht möglich!

Sich einsam zu fühlen wenn ich eine wirkliche Beziehung mit dem lebendigen Gott habe – und bitte, es ist ein Unterschied, ob jemand alleine ist, sagen wir mal als Single lebt oder ob er sich einsam fühlt – das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Und wir denken, ja, ich bin einsam, weil ich alleine bin, mein Heim ist verlassen, die Frau ist mir durchgebrannt, ich bin so einsam! Nein! Du bist nicht deswegen einsam, weil die Frau weggerannt ist, du bist einsam, weil du die Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist nicht kennst.

Und wenn du die kennst, dann wirst du ein Mann, von dem wird nie wieder eine Frau weglaufen. Und entweder sie kommt wieder oder Gott gibt dir eine neue.

Und wir denken, ja, logisch, ich bin einsam, weil ich alleine bin. Nein, das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Es kann allerhand trauriges in deinem Leben passieren, deswegen bist du noch lange nicht traurig. Das ist das interessante: Wir schaffen jetzt, wenn wir das verstehen, wie das funktioniert, aus diesem göttlichen Leben in uns, das ein herrliches Leben ist, ein „Auferstehungsleben“! Das heißt, das war mausetot und ist zum Leben gekommen. Danach kann der Tod kratzen, rütteln, drohen, schimpfen, irgendetwas tun – der Tod grundsätzlich hat sich schon disqualifiziert als ein Faktor, der dieses Leben noch einmal dezimieren oder einengen oder einsperren oder unterdrücken könnte. Wir brauchen eine Anschauung, was ist Auferstehungsleben? Es ist Power!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (45:00 bis 50:00)

 

Es gibt Erfahrungsberichte vom Apostel Paulus, und da sagt er: „Keineswegs! Das, was ich hab, hat jeder andere auch – keineswegs! Die Berufung, die ich habe und diese Kraftwirkungen und dies und das – das hat jeder andere auch – keineswegs!“

Aber es gibt andere Dinge, die sind, und ich sag’s noch einmal, damit du es auch verstehen kannst, serienmäßige Grundausstattung. Ohne Aufpreis. Hast du Christus, hast du das auch. Das gehört dir. Und es wird erst wirksam wenn du weißt, dass es dir gehört, und wenn du entsprechend beginnst, dich darauf einzustellen. Und das wird dann später alles dann näher entfaltet wie dann unsere Seele verändert werden kann, wie die Gedanken verändert werden können, wie unsere Worte verändert werden, unser Vokabular, die Art und Weise wie wir umgehen mit uns selbst und miteinander usw. Das sind alles Folgen von der Erkenntnis dieser Grundausstattung, und darum geht es jetzt.

Und ich werde nur einige solcher Dinge wohl nennen können in dieser Zeit jetzt hier, aber ich möchte euch ermutigen, weiterzuforschen im Worte Gottes. Und ich möchte euch ermutigen, auch gleich von Anfang an, richtig mit diesen Fakten umzugehen: Der Heilige Geist ist derjenige, der uns lehren will, der uns die Augen auftun will, dass wir verstehen, was uns von Gott gegeben ist.

1Kor 2,12
Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind.

Dazu ist der Heilige Geist da. Achte darauf, hier geht es nicht darum, dass uns Dinge von Gott geschenkt werden sollen, sondern dass wir die Dinge, die schon geschenkt wurden, von uns erkannt werden, was ein himmelweiter Unterschied ist. Du kannst etwas haben und gar nicht wissen, was für Kostbarkeiten du da hast und du wirst es nicht schätzen.

Mir hat mal jemand eine Uhr geschenkt. Naja, die sah ein bisschen futuristisch ist, und, ja, war irgendwie brauchbar natürlich – wofür man eine Uhr braucht und so. Und irgendwann war ich mal zu Besuch in der Schweiz und dann hat der Pastor sich die Uhr angeguckt und „Wow“, ich weiß nicht mehr die Marke, die er genannt hat, aber irgendwas so knapp unter Rolex oder sowas ganz extremes, ja, was ganz besonderes und wertvolles sei meine Uhr.

Das wusste ich gar nicht! Habe ich schon viele Monate gehabt, die Uhr und dachte, naja, eine Uhr braucht man halt, so Zeit und so. Und dann hat er mir gesagt, was für eine kostbare Uhr ich habe. Ich dachte, „wow, ich habe eine besondere Uhr“. Auf einmal war die Uhr mir ganz wertvoll, ja? Vorher war das für mich ein ganz normales Ding, aber als ich wusste, Mensch, das ist eine ganz teure Uhr. Er hat auch gesagt, was die ungefähr kostet, ich war sehr beeindruckt, wie jemand mir das schenken konnte. Also auf einmal wurde mir das wertvoll.

Und wir haben solche Kostbarkeiten vom Herrn geschenkt bekommen, die uns fast nichts wert sind, weil wir blind sind. Und wir brauchen den Heiligen Geist, um zu verstehen, was uns geschenkt wurde. Und das Hauptproblem des jungen Gläubigen ist nicht: „Oh Gott, gib mir mehr Kraft, gib mir mehr Liebe, gib mir mehr Reinheit, gib mir mehr das, gib mir mehr jenes“. Das Hauptproblem ist zu verstehen, was Gott mir schon gegeben hat.

Statt um alles mögliche zu bitten, was Gott uns sowieso nicht geben kann, weil er es uns schon gegeben hat – was soll er denn machen? Er hat dich heilig gemacht! Du sagst: „Gott, gib mir Heiligkeit!“ Gott sagt: „Tut mir leid, das geht nicht“ – „Gott, warum nicht? Gib mir Heiligkeit!“ – „Ja, du bist schon heilig!“

Gott kann es nicht nochmal wegnehmen, nur weil du irgendwie ein Spätzünder bist und es dir dann noch einmal geben. „Geschenkt ist geschenkt“, sagt das Sprichwort, „Wiederholen ist gestohlen“.

Gott hat es dir gegeben, und wenn du das nicht verstehst, dann wirst du das nicht genießen können. So viele wichtige Dinge sind uns gegeben. Und wir wissen das nicht. Und wir verhalten uns so wie solche, denen gerade das fehlt. Es fehlt uns gar nicht! Es fehlt uns die Einsicht, die Erkenntnis und Erkenntnis nicht in einem theoretisch, akademischen, intellektuellen Sinne, sondern wenn ich von Erkenntnis spreche, dann meine ich die geistgewirkte geistliche Erkenntnis, die sozusagen ein Aha-Erlebnis ist. Die innerliche Kraft freisetzt. Wenn wir etwas erkennen vom Worte Gottes, dann geht immer einher damit, die Befähigung, das auch zu genießen. Es geht einher die Kraft gemäß dieser Einsicht, gemäß dieser Offenbarung wirklich auch zu leben.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (40:00 bis 45:00)

 

Wichtig ist mir hier, bevor wir da so in Einzelheiten hineingehen, dass wir den Unterschied verstehen zwischen Verheißungen und zwischen Beschreibungen unseres Status, unseres Zustandes. Es gibt wunderbare Verheißungen im Worte Gottes und das ist sehr ermutigend, sich damit zu beschäftigen und die haben eine enorme Kraft, unser Leben zu prägen und zu verändern. Die Bibel redet davon: Wenn ich weise und vernünftig mit meiner Frau umgehe, dann behindere ich nicht meine Gebete.

1Petr 3,7
Ihr Männer ebenso, wohnt bei ihnen mit Einsicht als bei einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, und gebt ihnen Ehre als solchen, die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, damit eure Gebete nicht verhindert werden!

Also, ich kann meine eigenen Gebete behindern, dass sie nicht erhört werden. Das hat etwas damit zu tun, mit der Art und Weise wie ich mit meiner Frau umgehe. Also – mit anderen Worten: Gott schaut in meine Wohnung hinein! Und Gott sagt: Ja, mein Lieber, hier gibt es einiges zu verändern, sonst gibt es keine Gebetserhörung.

Interessant!

Oder nehmen wir eine andere Schriftstelle – Eph 6,2-3 – ist meine Lieblingsstelle für meine Kinder.

Eph 6
2 »Ehre Vater und Mutter«, das ist das erste Gebot, das eine Verheißung hat:
3 »auf dass dir’s wohlgehe und du lange lebest auf Erden« (5.Mose 5,16).

Da sag ich: Schau mal, wenn du willst, dass es dir gut geht und du ein langes und schönes Leben hast, das hat etwas zu tun mit deiner Haltung gegenüber deinen Eltern. Dann sag ich: Nun lass uns mal überlegen, was bedeutet „Ehre Vater und Mutter“, und dann kommen wir auf einige interessante Dinge. Und dann stellen wir fest, das hat etwas mit Respekt zu tun, nicht mit Unterwürfigkeit oder Sklavengeist oder so – sondern wenn ich meine Eltern ehre, dann werde ich sie nicht in den Schmutz ziehen, dann werde ich sie nicht demontieren, dann werde ich nicht irgendwie sie beschämen, sie beschimpfen oder sonst irgendwie negativ sie darstellen und mich gegen sie stellen. Sondern ich erkenne das Gute an, was da ist und ich bin dankbar für das, was Gott durch sie in mein Leben gewirkt hat. Das alles hat etwas mit Ehre zu tun.

Gut, das sind nur Beispiele. Wir kommen später zu diesen schönen Themen. Das sind nur so kleine Vorausblicke mal. Später dann im mittleren Teil kommen wir dann dazu, wie Gott wirklich therapeutisch eingreifen kann, uns freisetzen kann, Ketten zerbrechen kann usw.

Aber jetzt will ich nur sagen, es gibt Verheissungen im Worte Gottes, wo Gott sagt: Tu das und das, und dann wird das und das passieren.

Und es gibt etwas anderes, und das ist in einer Weise für uns als Leute, die erste klare Schritte gehen wollen im christlichen Leben, noch viel wichtiger: Das sind nicht die Verheissungen, sondern die Beschreibungen unseres Status. Wo Gott etwas sagt über die serienmäßige Grundausstattung eines jeden neutestamentlichen Christen. Das ist etwas anderes als Verheissung, ja? Bei einer Verheissung sagt Gott: Geh vernünftig mit deiner Ehefrau um, und dann werde ich deine Gebete erhören. Das hat eine Bedingung. Aber z.B. Johannes 1,12 ist eine Beschreibung.

Joh 1,12
so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben

Wenn ich Christus angenommen habe – gut, man könnte sagen, das ist auch die Bedingung, aber die haben wir jetzt ja erfüllt und darauf haben wir geantwortet – aber dann sagt es: Man ist von neuem geboren.

2 Kor 5,17
Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

2 Kor 5,17 – ein Neues ist geworden, eine neue Schöpfung. Wir sind aus Gott geboren, wir sind Kinder Gottes. Das hat keine weiteren Bedingungen – all diese Beschreibungen, die wir uns jetzt anschauen und die sehr, sehr wichtig sind und enorme Auswirkungen haben auf unser Lebensgefühl, auf die Art und Weise wie wir jetzt Schritte gehen können, wie wir mit Problemen umgehen können – diese Grundausstattungen haben alle nur mit einer Bedingung zu tun, nämlich, dass man zum Herrn gekommen ist, dass man sein Leben ihm übergeben hat. Das ist das einzige. Wenn wir von Bedingungen reden, dann diese, aber weiter nichts.

Du kannst männlich sein, du kannst weiblich sein, vielleicht weißt du auch nicht, was du bist, das ist egal – solange du dein Leben dem Herrn gegeben hast, trifft auf dich zu, was die Schrift sagt. Es trifft auf dich zu, du bist Kind Gottes, und du bist vieles, vieles andere mehr. Und wenn wir uns diese Liste anschauen, wir werden nicht zuende kommen, aber immerhin kann ich euch einen Vorgeschmack geben und ihr könnt dann weiterstudieren und sucht im Neuen Testament – besonders in den Briefen dann – die Beschreibungen, was hat ein Christ und was hat er nicht mehr. Nicht aufgrund seiner Leistung, aufgrund dessen, was er jetzt selber für Schritte geht, sondern was hat er bekommen als Grundausstattung vom Herrn. Und das zu kennen und darauf dann entsprechend zu reagieren, um Bahn zu machen, dass wir das auch erleben können – das ist einer der ersten Schlüssel zum Aufstieg und zu Erfolg, den du hier lernen kannst.

Was hat Gott dir gegeben „in Christus“ ist einer der ersten Schlüssel, vielleicht sogar nach der Hingabe an den Herrn, der allererste Schlüssel für Aufstieg. Also – wir werden uns solche Dinge anschauen und werden jedesmal vergewissern, trifft das auch auf uns zu oder sind das hier nur irgendwelche wunderbaren, sehr weit fortgeschrittene Apostel, die da von ihren persönlichen Erfahrungen reden und wir können nur zu ihnen aufschauen und sagen: „Ich wünschte, ich hätte das auch“?

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (35:00 bis 40:00)

 

Zunächst einmal ist wichtig: Die neue Geburt ist: Unser Geist ist neu geworden. Der Körper und wie du vielleicht schon gemerkt hast – deine Seele ist immer noch die alte. Das ist ja dein Problem. Die Seele ist unverändert, und davon redet auch die Bibel ganz klar. Ist jemand in Christus ist er eine neue Kreatur, ein neues ist da geworden.

2 Kor 5,17
Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

Aber nicht alles ist neu geworden, wie die Luther-Übersetzung das sagt, sondern ein neues ist geworden – dein Geist ist neu geworden. Und du kannst jetzt mit Gott im Geist kommunizieren, du bist sogar – sagt die Schrift – eins mit Christus. Du bist eins mit ihm.

Und das betrifft deinen Geist. Du hast die Fähigkeit unverkrampft und ungehindert mit ihm Gemeinschaft zu haben, sogar auf der Toilette. Das ist, was ich rausgefunden habe, warum es in manchen Versammlungen dort so still ist. Die Leute versuchen sich eine Beziehung zu Jesus vorzustellen. Und das ist sehr schwierig. Und wenn du da hinkommst – „Hallelujah, ich bin ein Kind Gottes und alles ist wunderbar, der Teufel ist besiegt, wow, lasst uns feiern“ – „Psssst! Ruhe!“. Du sagt: „Aber es ist doch alles passiert – Jesus ist Herr!“ – „Psssst, bist du ruhig?!“

Weil alle sind angestrengt und versuchen sich eine Beziehung zu Jesus vorzustellen, was sehr schwierig ist wenn man sie nicht hat. Aber wenn man sie wirklich hat, ich kann beim Einkaufen sagen, bei Aldi schieben und pfeife ein Liedchen und weiß, der Herr ist mit mir und ich bin Kind Gottes. Ich muss dazu nicht in eine Kathedrale gehen und Orgelklänge hören, die sind auch ganz schön manchmal, aber manche Leute kriegen nur heilige Gefühle wenn sie in so einem ehrfurchtgebietenen Gotteshaus irgendwie sind.

Aber wir leben einfach mit ihm zusammen wo wir sind. Er ist immer da. Er ist mit uns. Er hat uns angenommen, er hat uns bejaht. Und sogar mit den Dingen, die danach dann, wenn es um diesen Prozess der Veränderung unserer Seele und unseres Charakters geht, wenn dann so allerhand nach oben kommt und wir erstmal ein bisschen erschrocken sind. Wir dachten, huch, wir sind doch ganz neu geworden. Ja, unser Geist ist neu geworden! Und später dann, nach einer Weile erstmal, dann fängt der Herr an, uns zu lehren und wir fangen an, einige Dinge zu sehen. Dann geht es an die Veränderung, aber zunächst mal geht es darum, wirklich festzuhalten: Unser Geist, der die Beziehung hat mit Gott, ist neu geboren. Und dieser Geist ist von göttlicher Substanz. Von göttlichem Wesen, von göttlichem Leben, von göttlicher Kraft. Es ist ein Geist aus Gott. Von seinem Geist hat er uns etwas gegeben. Wir haben einen neuen Geist. Und mit diesem Geist können wir mit Gott kommunizieren. Und wenn du das verstanden hast, dann ist Tor und Tür offen, dass du lernen kannst, auch die Stimme Gottes zu hören.

Viele versuchen hier oben in ihrem Oberstübchen, in ihrem Verstand die Stimme Gottes zu hören – in ihren Gedanken. Und da redet Gott nicht. Gott redet nicht in deinen Gedanken. Gott redet in deinem Geist. Das ist etwas ganz, ganz anderes. Und wenn du den Unterschied lernst, und hier im Grundlagen-Seminar kann man den lernen, den Unterschied zwischen Seele und Geist.

Und da ist dann die Grundlage, dass wir wirklich eine Zwei-Wege-Kommunikation haben mit Gott. Wir redet mit ihm, und Er redet zu uns. Und Er zeigt uns Dinge, Er warnt uns, Er ermahnt uns, Er ermutigt uns, Er tröstet uns, Er gibt uns viele, viele wichtige Hinweise, die wir brauchen für unser Leben, wie mit unserem Ehepartner umzugehen, wie da zu reagieren, wie das zu machen usw. All das kann beginnen wenn die Grundlage da ist: Wir sind von neuem geboren. Das ist der Anfang des Evangeliums, und wo das nicht da ist, ist das Evangelium noch nicht eingeschlagen. Wenn ein Mensch nicht weiß, dass er Kind Gottes ist, dann muss er einfach das klar hören, was das Wort sagt und dann diesen Schritt gehen. Jeder, der diese Lebensübergabe vollzieht, kommt zu diesem Punkt. Das ist mir ganz, ganz wichtig.

Okay. Ich hatte das schon genannt – 2 Kor 5,17.

2 Kor 5,17
Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

Wir sind eine neue Schöpfung, ein neues ist geworden. Ist jemand in Christus, ist er eine neue Kreatur. Und ich will jetzt hier im Verlauf dieser Lektion so eine ganze Reihe von sehr wichtigen und grundlegenden interessanten Eigenschaften besprechen, die also unseren Status als neugeborene Kinder Gottes beschreiben.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (30:00 bis 35:00)

 

Ich kann mich sehr gut erinnern, ich bin so begeistert, dass ich das erlebt habe: Als ich hier das Grundlagen-Seminar angefangen habe vor vielen, vielen Jahren – einer der ersten Durchgänge war hier ein Doktor der Philosophie. Er war fast Professor, aber dann haben sie ihn aus Polen rausgeworfen, und so war er also sozusagen schon fast Professor. Und er war so eifrig, er hat keinen Abend verpasst, hat mitgeschrieben. Die anderen haben mir erzählt: „Du, weißt du was? Der Adam …“ – so hieß der nämlich – „der liest stundenlang in der Bibel jeden Tag“. Ich dachte, wow, was für ein Christ, wie vorbildlich, hervorragend, ich wünschte, alle wären so. „Stundenlang liest er in der Bibel und er betet“ – ich sage: Beeindruckend!

Und dann irgendwann kam ich mit Adam ins Gespräch und ich merkte, das es alles so butterweich war und schließlich nahm ich dann allen Mut zusammen und fragte dann: „Sag mal, ich schau da nicht so ganz durch, weißt du überhaupt, dass du errettet bist? Bist du überhaupt ein Kind Gottes?“ Und er sagte: „Errettet? Kind Gottes? Naja, ich weiß nicht“. Ich sage: „Ja, hast du denn nie dein Leben Jesus gegeben?“ – „Doch!“, sagt er, „das tue ich jeden Tag viele Male“.

Und da ist mir erstmal klar geworden, nur zu hören und zu glauben reicht überhaupt nicht aus. Es muss darauf reagiert werden. Ich sage: „Ja, was tust du denn?“ – „Ja, ich gebe mein Leben Jesus“ – „Ja, und was dann?“ – „Ja, nichts und dann. Dann passiert nichts“. Und dann hab ich verstanden, warum nichts passiert. Er gibt sein Leben Jesus und statt zu glauben und dieses zu ergreifen, dass Gott ihn angenommen hat, dass Gott mit ihm umgeht so wie Gott es beschrieben hat. Jesus sagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.

Joh 6,37
Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen

Statt das zu nehmen und endgültig so den Glauben festzumachen ein für alle Mal, wartet er auf ein Zeichen vom Himmel. Er wartet auf irgendein Gefühl, auf irgendetwas, das ihm bescheinigt, jawohl, du bist jetzt bei Gott angenommen. Dann hab ich gesagt: „Adam, so geht’s nicht. Du willst etwas fühlen, was du noch nicht ergriffen hast. Erst ergreifen, danach fühlen“. Ist doch logisch. Wenn du ein Geschenk bekommst, ja? Jemand hält dir ein Geschenk hin, wie kannst du es fühlen in deiner Hand wenn du es nicht genommen hast?

Und dann hab ich gesagt: „Wir beten noch einmal“. Und dann hab ich ihn geleitet in dieses Gebet der Lebensübergabe und er wollte protestieren und sagen, das hat er schon hunderte von Male gemacht. Ich sage: „Pass auf, gleich wird’s anders“. Und nachdem wir dieses Gebet gebetet haben, habe ich gesagt: „So, Adam, wie ist es? Wie sieht’s aus? Hat Gott dein Gebet gehört? Ist Gott treu? Ist Gott der, wie Jesus ihn beschreibt oder nicht? Hat er dich angenommen oder hat er dich nicht angenommen?“

Und da sagt er: „Ja, meine Gefühle sagen eigentlich, es ist nichts passiert“. Ich sage: „Adam, die Gefühle interessieren mich überhaupt nicht – was sagt das Wort Gottes?“

Niemanden wird der Herr hinausstoßen, der zu ihm kommt (Joh 6,37)

Joh 1,12
Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht/Macht, Kinder Gottes zu werden.

Ich sage: „Hier geht’s nicht darum, was du fühlst, hier geht es um die Treue Gottes. Ist Gott der, wie er sich vorstellt in der Bibel oder ist er das nicht? Darum geht es“.

Und er hat sich entschieden, das zu glauben: Gott ist treu, Gott ist wahrhaftig. Und er sagte dann als ich ihm das so vorgelegt habe: „Okay, wenn das wirklich so ist, dann danke jetzt Gott dafür, du hast gebetet und Gott hat dein Gebet gehört, danke dafür, dass Christus für dich gestorben ist und dass du angenommen bist bei Gott – jetzt“.

Und er dankte Gott und im nächsten Augenblick sprang er aus seinem Sessel hoch, riss die Arme in die Höhe und sprudelte nur so: „Oh, danke, danke, danke, ich fühle es, ich fühle es, ich hab’s, ich bin dein Kind“. Hunderte von Malen oder weiß nicht, vielleicht nur Dutzende von Malen hat er sein Leben Jesus gegeben – nie was erlebt. Warum? Weil das kein wirklicher Glaube war.

Glaube ist: Das Wort sagt es, ich handle danach und ich nehme es. Das ist Glaube.

Und so kam Adam dann hinein in diese herrliche Erfahrung. Und sein Leben wurde transformiert. Dann später ist er nach Amerika gegangen, hat mir noch schöne Briefe geschrieben und ist dort in einem christlichen Dienst dort tätig für den Herrn und in Polen und Kanada. Und seitdem hab ich ein gutes Beispiel, dass nur Nicken und nur Zustimmen wenn man das Evangelium hört, nicht ausreicht. Man muss wirklich mit Haut und Haar reagieren. Das ist ganz wichtig und dafür bin ich ihm sehr dankbar.

Okay, das ist das Allererste. Das ist das Allererste. Und diese Gewissheit ist tief in unserem Herzen, die ist nicht in unserem Verstand, die ist nicht irgendwie so oberflächlich, sondern die ist innen, und jeder, der das erfahren hat, kennt dann auch dieses eigenartige Ding, dass er eine Gewissheit im Herzen hat und einen Zweifel im Kopf.

Und die Bibel sagt: Mit dem Herzen glaubt man.

Röm 10,9
Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.

Nicht mit dem Kopf! Mit dem Herzen wird geglaubt. Und du kannst den Zweifel im Kopf besiegen wenn du klar weißt, auf welcher Grundlage du stehst. Wenn du das Wort Gottes kennst und wenn du weißt, die Tatsache, dass da oben Zweifel dich bedrängen, bedeutet überhaupt nichts! Sondern bedeutet höchstens eines: Dass du noch mit beiden Beinen auf dieser Erde bist, weiter gar nichts. Lass dich nicht irritieren von dem, was zunächst mal in deinem Kopf vorgeht, sondern sei sicher, dass das Richtige in deinem Herzen ist. Den Rest klären wir später – wie man dann Gedanken unter Kontrolle nimmt, wie man da oben aufräumt, wie man da mal Aprilfrische reinbringt oder irgendwie sauber macht. Das können wir dann später behandeln, ja?

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (25:00 bis 30:00)

 

Und das ist, was die Bibel sagt: Das erste Ergebnis dieses Glaubens ist eben die Kindschaft und die Gewissheit der Kindschaft.

1 Joh 3,2
Wir sind nun Gottes Kinder.

Wir sind nun! Nicht: „Wir werden es sein. Wir trösten uns mit der vagen Hoffnung, vielleicht gehören wir auch zu den Auserwählten. Wir werden Gott in Treue dienen, unser Bestes geben, aber wie das ausgehen wird, das müssen wir schon dem Allmächtigen überlassen“.

Oh, wie klingt das demütig. Aber es geht total an seinen Verheißungen vorbei!

Joh 6,47
Wer glaubt, hat das ewige Leben.

Wer glaubt, hat! Nicht: „wird haben, versucht zu bekommen“. Wer glaubt, hat! Wir strengen uns nicht an, etwas zu bekommen, sondern wir haben es ergriffen. Es gehört uns und nachdem wir das glauben, dann fangen wir an, auch das in uns zu erleben.

Wir sind Kinder Gottes und wie ich das eben schon sagte: Wir sind von neuem geboren. Wir gehören zur Familie per Geburt. Wir gehören zur Familie.

Wir haben – und das ist jetzt wichtig, hier ist die Parallele zu dem, was Christus für uns erlitten und erlebt hat – wir haben einen neuen Geist. Wir haben einen neuen Geist. Die Bibel redet von dem Menschen, der aus Geist, Seele und Leib besteht. Draußen in der Welt, man kennt nur Seele und Leib. Und wenn man das Wort „Geist“ vielleicht auch verwendet, dann meint man das in einer edlen Art und Weise von Intellekt oder so irgendwie.

Aber nach der biblischen Einteilung: Der Verstand, der sehr sehr wichtig und nützlich ist, und niemand lehrt hier, du sollst ihn an der Garderobe abgeben wenn du zum Herrn kommst. Wenn wir auch manchmal uns ein bisschen so benehmen als würde der Verstand irgendwie nicht immer die oberste Richtschnur sein. Aber so ist es auf einer Party: Es gibt Zeiten, da ist man ausgelassen und dann muss man nicht als Mathematiker dahergehen und sagen: Wofür soll jetzt diese Freude gut sein?

Das muss man nicht irgendwie so alles analysieren. Beim „Blauen Bock“ sind sie auch manchmal sehr heiter, und da kann ich auch nicht daherkommen und sagen: Warum sind die jetzt so und warum schunkeln die und warum ist da Stimmung im Laden? Ja, weil das zum Menschsein dazugehört – Feiern! Und ich glaube, das ist ein Grund, warum die Gemeinden so leer sind. Weil draußen wird gefeiert und drinnen ist alles bierernst. Und da muss irgendwie mal ein biblisches Gleichgewicht hin. Eins der herausragenden Segnungen und Kennzeichen des Evangeliums – und deswegen heißt es auch „Evangelium“ – „frohe Botschaft“ – ist, dass da Freude ins Haus einzieht.

Wenn wir wirklich frei sind von der Schuld, frei sind von den Ketten Satans, wenn wir wirklich eine neue Perspektive haben, wenn wir wissen, der Himmel ist unser und niemand kann ihn uns mehr nehmen und Gottes Kraft ist in uns und alle unsere Probleme im Laufe der nächsten Wochen und Monate und Jahre werden glattgebügelt werden, und die Gnade Gottes ist mächtig da, dann haben wir doch keine andere Möglichkeit mehr als darauf zu reagieren mit großer Erleichterung.

Und wenn die Erleichterung lange genug da ist, dann wird daraus Freude, glaubt mir das. Das ist nicht zu verhindern. Aus Friede wird Freude. Wenn der Friede sich nur lange genug ausbreitet, wird aus Frieden Freude und vieles andere schöne mehr.

Also, da ist diese biblische Aussage: „Wir sind Kinder Gottes“ (1 Joh 3,2). Es gibt auch andere Schriftstellen, viele andere. Hier ist noch eine andere:

Gal 3,26
denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben in Christus Jesus.

Diese Kindschaft ist etwas, was der erste Segen ist, die Gewissheit der Kindschaft. Wenn du einen Menschen triffst, und er weiß nicht genau, ob er in den Himmel kommt oder nicht, er weiß nicht, ob er von Gott angenommen ist oder nicht – dann kannst du eines wissen: Du hast entweder einen Menschen vor dir, der nie das Evangelium wirklich gehört hat und Gott sucht und sich sehr anstrengt. Oder einer, der nie zugehört hat wenn das Evangelium verkündigt wurde und der zu stolz ist, sich etwas schenken zu lassen und der es gerne selber verdienen möchte. Und er strengt sich an und sagt, „ja, wir hoffen alle eines Tages dabei zu sein, wir geben jetzt unser Bestes“.

Oh, wie klingt das rührend, aber leider geht es total an den Realitäten vorbei. Die Errettung unseres Heils ist das Erste. Und dessen müssen wir sicher sein. Das nennt man so mit dem Fachterminus „Heilsgewissheit“.

Und das kommt durch den Heiligen Geist in uns wenn es eine Hingabe gibt. Ich sagte eben: Hören ist das erste vom Evangelium. Das Zweite ist Glauben. Also das Annehmen und „auf mich beziehen“ und dieses Glauben geht immer einher mit einer Tat.

Jak 2,26
Glaube ohne Werke ist tot

Und die Tat des Glaubens in Bezug auf das Evangelium, das man hört, wo man sagt: Jesus ist der Weg zum Vater, er hat deine Schuld getragen, er hat den Fluch für dich genommen. Die Tat des Glaubens ist die, dass ich danke.

Das ist die Tat des Glaubens: „Danke, du hast das für mich getan, ich nehme das an, ich danke Dir“.

So kommen wir hinein eben in diese Erfahrung. Die Reaktion Gottes darauf ist die neue Geburt.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (20:00 bis 25:00)

 

Und so gibt es Millionen und Abermillionen von Menschen auf dieser Erde, die diese Erfahrung gemacht haben und wahrscheinlich fast alle, nehme ich an, hier heute abend – oder vielleicht auch alle – ich weiß es nicht genau. Ihr habt schon diese Erfahrung gemacht, aber es ist wichtig, dass wir rückwirkend klare Kenntnisse haben: Was sagt das Wort Gottes? Wo stehen wir? Wo standen wir, wo stehen wir jetzt und warum stehen wir da?

Ich kann mich noch erinnern: Als ganz junger Christ, ich hatte eine sehr dramatische Bekehrung gehabt aus vielen Problemen und Finsternis, und der Teufel ist wirklich mit mir Motorroller gefahren, hab ich mal erzählt irgendwann. Und schaurige Dinge habe ich erlebt. Und dann kam der Herr und hat mich errettet und ich lebte wirklich auf eine wunderbare Art und Weise in den nächsten Tagen. Und dann auf einmal wollten die alten Ängste und Dinge irgendwie wiederkommen und ich war ein bisschen irritiert und ich dachte, was ist los? Und jemand sagte: Bedenke, dass du auf dem Felsengrund stehst, der unerschütterlich ist.

Und mir wurde klar, das ist alles nur Theater um mich herum, was der Feind macht. Ich stehe auf einem Grund, der sich schon erwiesen hat als absolut felsenfest und unerschütterlich. Und man kann gelassen sein. Und der Teufel kann ruhig versuchen, ein bisschen daran zu nagen oder zu knabbern oder ein bisschen zu versuchen, diesen Felsen zu verrücken – es wird ihm nicht gelingen. Nicht wir schützen uns, sondern jetzt schützt der Herr uns. Wir sind total geborgen und geschützt in ihm.

Okay, also „wer diese Botschaft hört und glaubt …“. Der entscheidende Faktor ist das Glauben. Natürlich, dem Glauben muss das Hören vorangehen. Ohne hören kann man nicht glauben. Das ist die Grundlage der Errettung. Keine Werke! Kein Abwarten. Kein „erstmal treu irgendwelche christlichen Aufgaben und Pflichten übernehmen“. Das ist nicht der Weg, sondern der Weg ist, die Errettung zu ergreifen hier und jetzt.

Und deswegen, hier ist die Grenzlinie, der Punkt, wo sich Religion und christlicher Glaube voneinander trennt: Alles, was dich nicht schlagartig zu der Gewissheit der Annahme und der Errettung führt, sondern was die Leute aufs Jenseits oder auf spätere Zeiten, wo sie sich bewährt haben, vertröstet im Hinblick also auf die Errettung und die Gewissheit ihres Heils, ist Religion und es ist vom Teufel!

Vielleicht sagt jetzt der eine: Ja, aber da beleidigst du meine „So-und-so“ Kirche. Nein, ich beleidige keine Kirche, sondern ich sage nur, was die Bibel sagt. Wenn wir nicht durch den Glauben an Christus gerettet sind, wenn Werke, Anstrengungen die Grundlage unserer Errettung ist, dann erwirken wir unsere eigene Errettung, und das ist Religion und das wird niemals funktionieren. Und deswegen fehlt auch die Freude. Deswegen fehlt der Friede und die Erfahrung der Gegenwart Gottes, weil wir versuchen etwas zu bewirken und etwas zu erreichen, was wir nicht erreichen können. Wir können es uns nicht erreichen! Wir können es uns nicht verdienen.

Der erste grundlegende Segen dieser Errettung ist der, dass jemand weiß: Ich gehöre zu Gott. Vielleicht kennt er noch nicht alle christlichen Fachausdrücke, aber er weiß eines: Ich gehöre zu Gott. Ich bin angekommen. Das war für mich so eine starke Erfahrung als ich also in dieser Nacht vom 23. zum 24. November 1974 mein Leben Jesus gegeben habe und ich gemerkt habe wie ich freigesetzt wurde von den Ketten der Finsternis und wie ich innerlich ohne dass ich das irgendwie wusste, dass das jetzt kommen würde, eine Gewissheit bekam, die überwältigend war: Ich bin von Gott angenommen. Ich gehöre ihm, er gehört mir, und ich werde nie wieder von ihm lassen.

In einem Augenblick! Ich wusste nicht, „ich bin neuem geboren“ oder diese Dinge – ich wusste das nicht. Aber ich wusste eines: Gott ist mein Vater, Jesus ist mein Herr, und ich lebe mit ihm von jetzt in alle Ewigkeit und nichts wird mich wieder von ihm trennen. In einem Augenblick nach all den Irrfahrten, äußerlich, geographisch, aber auch innerlich, mysthisch-religiös, psychedelisch und sonst irgendwas – ich wußte, ich bin angekommen. Ich wußte, bei Gott ist mein Vaterhaus, da bin ich zu Hause.

Das hat mir niemand gesagt. Niemand hat mir das eingeredet. Niemand hat mir gesagt: Jetzt musst aber davon mal theoretisch ausgehen, dass du errettet bist. Ich wußte das. Und diese Ketten und diese Last und dieses alles, was mich bedrückt hatte, es fiel ab.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (15:00 bis 20:00)

 

Übrigens: Es gibt noch manche andere wichtige Details, die ich aber aus Platzgründen hier nicht mit hineinnehmen kann, die eigentlich auch alle noch zum Werk der Erlösung gehören. Die Bibel redet davon, dass Christus unser Hohepriester mit seinem eigenen Blut in die himmlischen Heiligtümer gegangen ist nach seiner Auferstehung und hat dort im Himmel Sühne und Reinigung bewirkt.

Heb 9
11 Christus aber ist gekommen als Hoherpriester der zukünftigen Güter und ist durch das größere und vollkommenere Zelt – das nicht mit Händen gemacht, das heißt, nicht von dieser Schöpfung ist –
12 und nicht mit Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut ein für alle Mal in das Heiligtum hineingegangen und hat uns eine ewige Erlösung erworben.

Und das irdische Heiligtum, was wir sehen im alten Bund, das Zelt der Begegnung, die Stiftshütte, das war nur ein irdisches Abbild, was dokumentieren sollte: So sind die wahren geistlichen Verhältnisse.

Und Christus ist unser Hoherpriester, und er ging mit seinem eigenen Blut in die himmlischen Heiligtümer und hat sie gereinigt. Was mir sagt, dass unsere Sünde da oben Dreck veranstaltet hat. Die Sünde der Menschen hat den Himmel verdreckt. Eine echte Umweltverschmutzung. Und Christus ist der, der alles wieder in Ordnung gebracht hat mit seinem eigenen Blut. Und er ist jetzt als Hoherpriester vor dem Vater und er betet für uns. Er hat einen Dienst der Fürbitte für uns.

Das ist auch ganz, ganz wichtig. Ja, wenn du siehst wieviel Glauben der Herr für dich hat! Manchmal vielleicht du siehst so viele alte Dinge, die da hochkommen, und vielleicht zuviel auf einmal, dass du gar nicht mehr weißt, ob du noch bekehrt bist oder nicht. Oder kaum noch Glauben hast für deine persönlichen Durchbrüche und für Veränderungen. Ja, dann wisse eines: Christus hat großen Glauben, er steht vor dem Vater und er macht dem Vater klar, mach dir keine Gedanken, der Junge kommt durch. Der kommt durch! – „Ja, aber das war doch nicht in Ordnung, was da gelaufen ist …“ – „Der Junge kommt durch! Der hat Leben aus dem Tod in sich, der kann gar nicht anders als aufsteigen. Der wird hochkommen, der wird durchkommen, der wird es machen!“

Dieses Leben ist uns ist so unbändig, so vital, so energiereich. Es ist wirkliche eine herrliche Sache wenn der Heilige Geist uns die Augen auftut über die Kraft des Auferstehungslebens, das in uns ist. Das ist etwas ganz gewaltiges und wir sollten unbedingt uns danach ausstrecken mehr davon zu entdecken.

Also, das ist, was Jesus getan hat für uns in groben, kurzen Zügen: Er hat den Preis bezahlt für die Sünde, er hat den Teufeln entmachtet, er ist auferstanden aus den Toten, er sitzt im Himmel zur Rechten Gottes. Und dann hat er verfügt seinen Jüngern bevor er dann den irdischen Abschied nahm: Geht in alle Welt und verkündigt dieses Evangelium.

Markus 16,16a
Und wer glaubt und getauft wird, wird errettet werden.

„Wer glaubt und getauft wird“ – was soll man glauben? Nun, dass Christus nicht irgendein Mensch ist, sondern dass Christus Gott ist, der herabkam und der Mensch wurde und dort am Kreuz von Golgatha unseren Platz eingenommen hat. Dass er den Fluch genommen hat und dass der Zorn Gottes auf die Sünde dort kam in ihm, dass er alles auf sich genommen hat, damit wir frei sein können.

Und wer das hört und wer darauf richtig reagiert, der empfängt diese Erfahrung von der die Bibel eben redet: Die neue Geburt. Wer glaubt und getauft wird, der wird errettet werden. Errettung ist das, was Gott anbietet jedem Menschen seit Ostermorgen. Und die Errettung kommt zustande indem man darüber hört. Vielleicht nicht immer in der Ausführlichkeit wie man das im Grundlagenseminar sozusagen rückwirkend hört. Vielleicht hat bei dir ausgereicht „Jesus liebt dich und er ist für deine Sünden gestorben“, du sagst: „Das nehme ich!“ – und das war der Ausgangspunkt. Aber der Kern muss der sein: Er hat alles auf sich genommen und durch ihn – und nicht durch meine Leistung, nicht durch meine christlichen Werke und durch meine Anstrengung oder durch irgendetwas – sondern weil er der Stellvertreter ist, weil er der Weg zum Vater ist, deswegen komme ich zu Gott. Deswegen habe ich ein Recht überhaupt ihm zu begegnen. Deswegen habe ich überhaupt den Mut, zu ihm zu kommen.

Weil Gott etwas wunderbares getan hat: Er hat die Sünde von uns auf Christus gelegt und wenn wir jetzt im Namen des Herrn kommen zu Gott dem Vater, dann sieht Er – oh, Wunder – Er sieht die Sünde nicht! Hallelujah! Was Er sieht, ist uns als neue Menschen, Er sieht uns bedeckt durch das Blut Jesu, Er sieht uns gereinigt. Wir sind gereinigt, und wir sind durch das Leben, das Auferstehungsleben in uns, wir sind bevorzugt und privilegiert und würdig und berechtigt, diesem wunderbaren, heiligen Gott überhaupt zu begegnen.

Das kommt nicht von uns, sondern das kommt aufgrund dessen, was Er für uns getan hat. Jeder Mensch, der das hört, „Christus ist dein Stellvertreter, im Tode so wie im Leben und durch ihn, und nur durch ihn kommst du zum Vater“ – jeder Mensch, der das annimmt, erfährt diese Erfahrung. Das ist eine universelle Angelegenheit. Ob das in Afrika ist oder in Asien oder in Südamerika oder auf Grönland oder irgendwo – jeder Mensch, der das hört, dass das für ihn ein Angebot ist und der das ergreift, erlebt das.

Das hat nichts mit Amerika zu tun, keine neue Bewegung, das hat auch nichts mit irgendwelchen charismatischen oder nicht charismatischen Fragen zu tun, das hat zu tun mit der Aussage und mit der Verheißung, die Jesus gegeben hat: „Wer glaubt, der wird errettet werden“. Jeder Mensch zu jeder Zeit.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (10:00 bis 15:00)

 

Und wir hatten schon am Anfang als wir über den Fall des Menschen gesprochen haben gesehen, dass Paulus sagt: Wir waren alle tot in den Sünden (Eph 2,1).

Eph 2,1
Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden

Die Bibel sagt, wir waren geistlich tot. Und wir müssen verstehen, der geistliche Tod ist etwas anderes als die Tatsache, dass ein menschliches Herz nicht mehr schlägt. Der geistliche Tod ist die Trennung von Gott. Dass wir nicht das Leben aus Gott in uns haben, das ist der geistliche Tod. Und in diesen Tod ging Christus hinein. Der Hebräerbrief sagt, er hat den Tod für uns geschmeckt.

Hebr 2,9
Den aber, der »eine kleine Zeit niedriger gewesen ist als die Engel«, Jesus, sehen wir durch das Leiden des Todes »gekrönt mit Preis und Ehre«; denn durch Gottes Gnade sollte er für alle den Tod schmecken.

Die totale Gottesferne hat er für uns geschmeckt auf dass wir jetzt die totale Gottesnähe haben können. Hallelujah. Er hat das für uns getan und jeder, der an ihn glaubt, bekommt diese Erfahrung: Vom Tode zum Leben hindurchgedrungen zu sein. Das ist, was die Bibel sagt.

Joh 1,12-13
so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht [und hier ist dieses schöne Wort „Vollmacht“ oder „Autorität“), Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

Das ist das Kennzeichen eines wahren, neutestamentlichen Christen. Man kann ihn nicht daran erkennen, dass er zur Kirche geht, dass er irgendwelche anderen netten Dinge tut oder Gelder spendet oder soziale Taten tut. All das sind wichtige Teile unseres Lebensstils mit Gott – wir sollen das Wort Gottes hören, wir sollen im Gottesdienst zusammenkommen, wir sollen in einer Gemeinde leben, wir sollen gute Taten tun und wir sollen uns engagieren für die Armen. All das sind wichtige Anteile eines Lebens unter der Herrschaft Christi, aber sie sind nicht die erste Folge oder das erste Kennzeichen. Sondern das erste Kennzeichen ist, dass jemand eine Erfahrung erlebt hat, die offensichtlich so verändernd ist und so eingreifend und dramatisch, dass die Bibel sie mit einer Geburt vergleicht.

Und Jesus lehrt zu dem Nikodemus, dem Gelehrten des Wortes Gottes: Er sagt, wenn man nicht von neuem geboren ist, dann kann das Reich Gottes nicht sehen.

Joh 3,3
Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

Es ist die absolute Notwendigkeit! Man muss von neuem geboren sein, von neuem. Das ist ein Werk, das Gott tut. Das verschafft dir keine Gemeinde, keine Denomination, keine Kirche, kein Evangelist, kein Pastor, kein anderer Mensch, das kann dir nur Christus selbst geben, niemand anders.

Und deswegen geht es nicht darum, dass wir von irgendeiner Mitgliedschaft hier reden oder was auf deinem Lohnsteuerstreifen steht zu welcher Religionsgemeinschaft du gehörst, sondern es geht darum: Bist du von neuem geboren oder bist du nicht von neuem geboren? Darum geht es. Das ist das entscheidende. Wer nicht von neuem geboren ist, kann das Reich Gottes gar nicht sehen.

Vor einiger Zeit hörte ich so einen Kommentar von jemandem, der offensichtlich weder die Bibel liest noch sonst sich umhört im Reiche Gottes, was überhaupt so passiert usw. Und er sagt: „Das ist diese neue Bewegung aus Amerika, diese Born-Again Christians“. Nun, so neu ist das auch wieder nicht. Das gibt es jetzt 2000 Jahre. So neu ist es nicht.

Da gibt’s ein paar Extremisten, die definieren auf einmal Christsein ganz neu. Nein, ich glaube, Christus war der Erste, der Christsein definiert hat und nach ihm kommen wir und er hat gesagt: Wer nicht von neuem geboren ist, er gehört noch gar nicht dazu. Egal, ob er sonntags in die Kirche geht oder auch einen Talar anhat, das spielt alles keine Rolle. Das ist nicht das entscheidende, das macht ihn nicht zum Christen. Man Leute denken, ja, ich geh doch in die Kirche, dann bin ich doch Christ?!

Ja, ich geh zu Burger King, deswegen bin ich noch lange kein Hamburger. Ja?

Das ist doch ein bisschen kurz gedacht. Ich war auch schon mal im Pferdestall, deswegen wurde ich noch kein Pferd, ja? Und du kannst in die Kirche gehen und wirst trotzdem kein Christ. Sondern Christ kommt zustande wenn wir den Christus treffen und wenn er in uns tun kann, was er tun möchte in jedem Leben, nämlich diese totale Umwandlung, diesen Neuanfang. Das sagt ja das Wort „Geburt“ – es ist ein neuer Anfang, du fängst noch einmal ganz von vorne an. Und darüber wollen wir heute uns unterhalten hier – wie also ein Mensch sich das aneignen kann, das, was Christus getan hat.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (5:00 bis 10:00)

 

Und ich möchte ein bisschen noch dabei verweilen hier bei dieser Sache mit dem Kreuz und der Auferstehung, weil das wirklich das Zentrum ist. Und wir werden noch viele Male dazu zurückkommen. Wir haben so geschlossen damit am Schluss rannten mir dann Sekunden davon, ich versuchte noch reinzupropfen was ging – wenn ihr euch erinnern könnt, aber es ging dann doch nicht mehr alles. Wir waren bei dieser herrlichen Aussage, die zwei Mal im neuen Testament vorkommt – in Offenbarung 1 und Kollosser 1, dass Christus genannt wird: „Der Erstgeborene aus den Toten“.

Der Erstgeborene aus den Toten. Das bedeutet, er ist der erste Mensch, der unten war im Totenreich und der durch die Kraft Gottes da wieder herausgekommen ist. Du sagst: „Ja, aber was war mit Lazarus?“ – Ein total anderer Fall! Als Lazarus aus dem Grab gerufen wurde von Jesus – ja, ihr erinnert euch? Der Freund Lazarus war tot und die Schwestern haben dann Jesus gerufen und dann kam er, er war am Grab und Jesus rief ihn, er kam heraus. Aber nur für eine Weile! Irgendwann musste er wieder rein!

Als Jesus aus dem Grab kam, war der Teufel nicht mehr das, was er war. Der Teufel war besiegt, entmachtet, und Jesus ist nie wieder zurückgegangen. Und weil er dort unten etwas vollbracht hat, was gültig ist bis zum heutigen Tage – und jeder kleine Dämon auf dem Antlitz dieser Erde weiß und muss anerkennen, was am Kreuz von Golgatha vor 2000 Jahren durch Christus passiert ist – jeder weiß, dass dort das heilige Blut Gottes vergossen wurde und nicht das Blut eines Menschen, irgendeines Propheten oder Sozialreformers. Jeder Dämon und der Teufel persönlich weiß, was am Kreuz passiert ist. Du kannst ihn darauf hinweisen und mit großer Furcht und großem Schrecken müssen sie erinnert werden an das, was passiert ist. Das ist eine enorme Kraft in dem Kreuz und in dem, was da geschehen ist, und das ist der Mittelpunkt des Evangeliums. Christus ist der Erstgeborene aus den Toten.

Und natürlich, das hatte ich schon ein paar Mal glaube ich vorgeschlagen: Ich plädiere dafür, weil wir es hier mit Lehre zu tun haben und Lehre wird über Worte vermittelt und Lehre kann überhaupt nur seinen Sinn dann haben, wenn wir ganz ordentlich und ganz redlich mit Worten umgehen und sie nicht einfach im Sinne unserer eigenen Gedanken, vielleicht auch unserer christlichen Tradition irgendwie umdeuten. Und deswegen habe ich diese Schriftstelle zum Beispiel letztes Mal genannt aus dem Römerbrief, Kapitel 6, Vers 9.

Röm 6,9b
Christus, […] der Tod herrscht hinfort nicht mehr über ihn.

Der Tod herrscht nicht mehr über Christus. Dieses Wort „hinfort nicht mehr“ sagt mir eins: Es gab einen Moment in dem Leben des Herrn, wo der Tod über ihn geherrscht hat. Und der Tod ist eine Person, ein Angestellter des Teufels und verwaltet das Totenreich. Und Christus ging hinab, wie das auch unser guter Vorkämpfer des Glaubens Martin Luther geglaubt und gelehrt hat. Auch darauf habe ich schon hingewiesen.

Also, er kam herauf wieder mit neuem Leben, mit siegreicher Herrschaft und Kraft. Und wenn er der Erstgeborene aus den Toten ist, und wenn Worte das bedeuten, was wie normalerweise bedeuten und wir nicht auf einmal sagen: „Ja, aber das bedeutet ja etwas ganz anderes“. Wenn jemand sagt: „Das ist dein erstgeborener Sohn“ oder wenn ich das sage: „Das ist mein erstgeborenes Kind“. Automatisch wenn du bei mir zu Besuch bist und wenn du höflich sein willst, ich sage: „Das ist mein Erstgeborenes“, sagst du: „Super, wo sind die anderen?“.

Wenn ich sage, das ist der Erstgeborene, dann sagst du: Und wie heißen die anderen? Ich sage: „Wieso die anderen? Ich habe nur eins!“ Dann sagst du: „Moment einmal“. Wenn du ein Faible hast für Sprache und sauber und klar denken willst, dann sagst du: „Moment einmal, du musst sagen, das ist dein einziges Kind, aber nicht dein Erstgeborenener, weil du hast nur eins“. Erstgeborene machen nur Sinn, wenn es Weitergeborene gibt danach. Verstehen wir uns?

Und da wird es interessant und da wird dann angedeutet wozu wir dann kommen, nämlich wie das, was Christus getan hat wirksam wird für uns und wie wir das in unser Leben hineinnehmen können und welche Grundlage des Lebens wir dann dadurch bekommen haben. Er kam aus dem Tod zu Leben und zu einem Leben der Herrschaft und der Autorität und er muss sich nicht beugen, vor keinem Teufel, er muss sich nicht beugen vor den Werken der Finsternis, sondern er hat Autorität darüber. Das ist dieses Leben der Herrschaft und der Auferstehung. Und genau dieses Leben hat Christus uns vermittelt und er verspricht es jedem, der an ihn glaubt. Joh 5,24 ist ein ganz starkes Wort. Jesus sagt dort:

Joh 5,24a
Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht

Ganz starke Aussagen! Er hat das ewige Leben! Nicht: Er wird es vielleicht möglicherweise bekommen.

Joh 5,24b
[Er] kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.

Er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen! Das ist das, was Christus erlebt hat. Er war im Tod für uns. Und er ist zum Leben hindurchgedrungen, und Jesus sagt: Jeder, der jetzt seine Stimme hört und der glaubt, dass er von Gott gesandt ist und nicht nur irgendwie ihn so menschlich einordnet, sondern wirklich glaubt, das ist der von Gott gesandte Retter – wer das glaubt, der empfängt eine Erfahrung, die Jesus beschreibt: Vom Leben zum Tod hindurchgedrungen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (0:00 bis 5:00)

 

Also dann wollen wir weitermachen hier mit unserem Studium der Grundlagen. Wir sind das letzte Mal stehengeblieben bei dem Erlösungswerk unseres Herrn, wo Jesus für uns, mit unserer Sünde, mit unserem Fluch, mit der Krankheit unser Stellvertreter geworden ist, wo er alles auf sich genommen hat und wo er an unserer Stelle für uns gestorben ist.

Und weil er aus sich selbst heraus eben doch gerecht war, nur unsere Ungerechtigkeit genommen hatte, dann von Gott gerecht gesprochen wurde. 1 Tim 3,16 – dort heisst es: Er ist gerechtfertigt im Geist.

1 Tim 3,16
Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottseligkeit: Der offenbart worden ist im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, gesehen von den Engeln, gepredigt unter den Nationen, geglaubt in der Welt, aufgenommen in Herrlichkeit.

Und er kam heraus aus dem Totenreich, nicht durch irgendeinen Kampf – manche Leute denken, wir würden lehren, in der Hölle hat ein Kampf stattgefunden. Erstens war es nicht die Hölle, sondern das Totenreich. Jesus ging hinab ins Totenreich, und er hat dort keinen Kampf Satan ausgefochten, sondern er bekam durch den Heiligen Geist, durch die Herrlichkeit Gottes, neues Leben. Er wurde von neuem gezeugt – wie wir das letzte Mal gesehen haben in Apostelgeschichte 13. Da ist eine wichtige Verheißung, die endlich erfüllt wurde.

Apg 13
32 Und wir verkündigen euch die gute Botschaft von der zu den Vätern geschehenen Verheißung,
33 dass Gott sie uns, ihren Kindern, erfüllt hat, indem er Jesus erweckte; wie auch im zweiten Psalm geschrieben steht: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“
34 Dass er ihn aber aus den Toten auferweckt hat, so dass er nicht mehr zur Verwesung zurückkehrte, hat er so ausgesprochen: „Ich werde euch die zuverlässigen heiligen Güter Davids geben.“

Sie wurde erfüllt als Jesus aus den Toten auferweckt wurde. Er wurde zu neuem Leben gebracht, und das war ein Leben des Sieges, der Herrschaft, der Autorität, der Freiheit und dort unten, kraft seiner Neuschöpfung, seiner neuen Existenz hat er dort in einem Augenblick den Satan und alle Mächte der Finsternis entmachtet. Die Bibel sagt – oder Jesus sagt, er hat die Schlüssel des Totenreiches.

Off 1
17 Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen nieder wie tot. Und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte
18 und der Lebende; und ich war tot, und siehe, ich lebe von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen! Und ich habe die Schlüssel des Totenreiches und des Todes.

Jesus hat die Schlüssel dem Teufel abgenommen. Und das ist eine ganz ermutigende Aussage: Wie sicher fühlt sich ein Hausherr wenn die Schlüssel ihm nicht mehr gehören? Wenn sein ärgster Gegener die Schlüssel hat? Das heißt, jeden Augenblick kann er wiederkommen und noch irgendetwas holen, was er vielleicht auch noch von seinen Gütern irgendwie haben wollte. Man fühlt sich in seinen Wänden – mir wurde einmal mein Schlüssel, äh, kam abhanden – man fühlt sich sehr unwohl zu Hause, weil man denkt, Mensch, wenn jetzt jemand meinen Schlüssel findet, mein Haus ist sozusagen offen, die Türen nützen überhaupt nichts. Der Teufel hat die Schlüssel abgeben müssen, Jesus ist der Herr. Als er auferstanden ist, hat er gesagt: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden – alle Macht ist ihm gegeben.

Mt 28,18
Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.

Er ist der Herr. Er hat durch seinen Tod und durch die Auferstehung den Teufel total entmachtet, besiegt, entwaffnet, sagt die Schrift. Lukas 11,21-22 – dort redet er von dem Starken, der den Hof bewacht und alles bleibt irgendwie unter seiner Kontrolle. Und dann sagt Jesus: Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und ihn überwindet und entmachtet, entwaffnet, dann nimmt er ihm alles, worauf er sich verlassen hat und auch die Waffenrüstung.

Lk 11
21 Wenn der Starke bewaffnet seinen Hof bewacht, so ist seine Habe in Frieden;
22 wenn aber ein Stärkerer als er über ihn kommt und ihn besiegt, so nimmt er seine ganze Waffenrüstung weg, auf die er vertraute, und seine Beute verteilt er.

Die Bibel redet davon, dass dem Teufel die Waffenrüstung abgenommen wurde. Das ist ein hochinteressantes Wort, was genauer vom Griechischen sogar heißt: Die gesamte Waffenrüstung.

panoplian (Strong: 3833): komplete Bewaffnung eines Soldaten (d.h. Schild, Schwert, Lanze, Helm, Brustpanzer, Stiefel, Gürtel, usw.)

Das kommt nur zwei Mal vor im neuen Testament, haben mir griechische Experten gesagt. Und zwar einmal in Bezug auf den Teufel: Die gesamte Ausrüstung ist ihm genommen worden. Und in Bezug auf den neutestamentlichen Christen: Die gesamte Waffenrüstung Gottes steht ihm zur Verfügung.

Eph 6,13
Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt.

Fast könnte man denken, das ist ja unfair, ja? Wir haben totale Ausstattung und das, was der Teufel hat, ist ihm auch noch weggenommen. Ja, welche Chance hat er dann noch gegen einen neutestamentlichen Christen? Ganz genau: Er hat keine Chance! Sieg ist das Normale. Und davon reden wir hier, das Grundlagen-Seminar soll eine Anleitung sein wie du siegreich leben kannst. Wie der Friede Gottes in dein Leben kommen kann, wie du frei wirst von allem möglichen, was dich bedrängt, wie der Friede Gottes in deine Ehe, in deine Familie kommt, in deine Arbeitsbeziehungen und wie du unweigerlich einfach aufsteigen musst. Du musst aufsteigen. Ein glücklicher Mensch ist kreativer als ein unglücklicher Mensch, ist leistungsfähiger, ist belastbarer. Mit dem Segen, den Gott uns hinterlassen hat durch das Kreuz haben wir noch eine Chance: Wir können nur noch aufsteigen. Es geht nur noch nach oben. Es geht nur noch nach oben. Das ist sehr ermutigend: Das Schlimmste liegt hinter dir. Hallelujah. Es kann nur noch nach oben gehen.