Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (45:00 bis 50:00)

 

Und dann kann ich sagen: Ach, Paulus, wenn du gewusst hättest, wer da hinten hinter der letzten Säule sitzt, dann hättest du diesen Brief nicht geschrieben – oder nicht so – dann hättest du geschrieben „ihr Gemeinde von Rom, ihr seid gehorsam geworden von Herzen mit Ausnahme von dem Henkel da hinten. Bei dem fehlt’s noch“.

Aber jetzt ist es so geschrieben, jetzt ist es gültig, und was aus dem Munde Gottes hervorgegangen ist, wird nicht geändert.

Mt 24,35
Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Ps 89,35
Ich werde meinen Bund nicht entweihen und nicht ändern, was hervorgegangen ist aus meinen Lippen.

Was habe ich zu tun? Ich kann nichts anderes tun als zu sagen: „Gott, dein Glaube ist groß! Ich nehme dieses Wort, ich darf mich nicht von deinem Wort distanzieren, ich danke dir, auch wenn ich es nicht begreifen kann, aber du bescheinigst mir durch diesen wunderbaren Apostel und Diener des Herrn – ich BIN schon, ich versuche es gar nicht mehr, ich bin’s ja schon – gehorsam geworden von Herzen“.

Ich habe keine andere Wahl als das Wort anzunehmen. Und jedes „ja, aber …“ muss ich zum Schweigen bringen, weil Gott ist Gott und Gott kann sagen über mein Leben, was er will. Und wenn Gott sagt, ich bin gehorsam geworden von Herzen, dann kann ich nicht alle meine Erfahrungen der letzten 24 Stunden nehmen und auffahren und sagen: Schau mal, deswegen und deswegen und deswegen und deswegen kann das doch gar nicht wahr sein. Sondern Erfahrungen sind Erfahrungen, aber Gott sagt, ich bin es geworden.

Und indem ich das annehme und mich demütige unter das Wort Gottes wird Glaube einfach zu einer Erfahrung. Die Kraft Gottes wird freigesetzt durch Glauben. Und das ist ein wichtiges Gesetz im Worte Gottes: Bevor wir etwas neues erleben auf der Grundlage des Wortes, müssen wir das Wort glauben. Bevor wir etwas neues erleben gemäß dem Wort müssen wir glauben, müssen wir das, diesen konkreten Segen wirklich glauben.

Und viele versuchen gehorsam zu sein bevor sie glauben, dass sie gehorsam schon geworden sind. Und das ist ein sehr mühsames Geschäft oder – um gleich jede Hoffnung zu nehmen – es funktioniert nicht. Es funktioniert nicht! Wenn du sagst, oh, ich werde mich sehr anstrengen damit ich auch eines Tages das über mich sagen kann, dann ist diese Befreiung von der Macht der Sünde nicht ein Gnadengeschenk, das Christus für dich erworben hat am Kreuz, sondern es ist etwas, was du erwerben möchtest. Und da muss ich dir sagen, du wirst es nicht schaffen! Du wirst es nicht schaffen. Du kannst es dir nicht verdienen. Du kannst dich nicht anstrengen, du kannst dich nicht abmühen. Es kann dir nur geschenkt werden. Und wenn es dir nicht als Geschenk – oder wenn du es nicht als Geschenk nimmst, dann wirst du es nicht erleben. Du wirst leer ausgehen.

Und hier wird davon berichtet: Wir sind der Sünde gestorben.

Röm 6,2b
Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben?

Der Sünde gestorben! Wir gegenüber der Sünde. Das ist ganz wichtig, dass wir das verstehen. Nicht die Sünde ist gestorben, sondern wir der Sünde. Und das wird verglichen mit dem Bild Christus im Tode und dann zu neuem Leben. Christus zu neuem Leben! Und so heißt es ja dann hier auch: „Christus aus den Toten auferweckt, er stirbt nicht mehr“.

Röm 6,9
da wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn.

Er stirbt nicht mehr! Warum? Weil er schon gestorben ist. Und das hat dem Tod so wenig bekommen, dass danach der Tod keine Kraft hatte ein zweites Mal zuzuschlagen. Der Tod, indem er zugeschlagen hat, bei unserem wunderbaren Herrn, hat sich übernommen und hat sich das Genick dabei gebrochen und das war’s. Und deswegen kann Christus nicht noch einmal sterben.

Und er lebt eben hoch erhoben über allen seinen Feinden und er hat ein Leben in sich, das einfach gewaltig ist. Er hat ein Leben in sich, das stärker ist als der Tod, stärker ist als die Sünde, stärker als alles Negative. Und dieses Leben in ihm fließt heraus und umgibt ihn und schützt ihn und es trägt ihn. Nicht er muss sich kümmern, dass dieses Leben aufrecht erhalten wird. Und wenn wir verstehen, dass Gnade uns trägt und wir nicht mühsam die Gnade irgendwie hochhalten müssen – dann haben wir einen wichtigen Schlüssel gefunden zu siegreichem Leben.

Christus ist in einer Dimension des Lebens, wo der Tod ihm nichts mehr anhaben kann. Nicht eine geographische Entfernung – eine qualitative Entfernung! Und an dieser Stelle gebrauche ich immer ein sehr blödsinniges Bild. Wenn wir hier weiter fortfahren im Grundlagenseminar wirst du entdecken, dass meine Beispiele immer ein sehr intellektuell niedriges Niveau haben, aber ich möchte hinzufügen, dass ich Abitur habe.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (40:00 bis 45:00)

 

Davon kann nicht die Rede sein, dass auf einmal aus der Niederlage, indem man ein neues, frommes Mäntelchen drüber macht, dann irgendwie daraus ein Sieg wird! Und wir dann sagen: Ja, die Niederlage ist mein Sieg und wenn ich schwach bin, dann bin ich stark – irgendwie so – und meine Schwäche ist dann in Gottes Augen die Stärke oder soetwas. Davon kann nicht die Rede sein!

Gott sagt: Wir sind der Sünde gestorben. Wie sind wir der Sünde gestorben? Indem wir mit Christus mitgekreuzigt worden sind.

Das macht doch überhaupt keinen Sinn für unseren Verstand! Wie können wir mit Christus, der vor 2000 Jahren gekreuzigt wurde, wie können wir mit ihm, die wir doch alle zu der Zeit noch gar nicht auf der Erde waren, mit ihm mitgekreuzigt worden sein?! Das verstehe ich nicht.

Ich auch nicht. Ich bin jetzt fast 20 Jahre Christ, das hab ich noch nie verstanden. Und ich habe aufgehört darüber nachzudenken, mir versuchen das irgendwie klarzumachen, das kann man nicht verstehen! Aber man kann das glauben, und man kann sagen: Gott, was immer du sagst. Wenn du mir demnächst im Wort offenbarst, Jona hat den Fisch verschluckt – mir ist alles egal, ich gehöre dir und du trägst die Verantwortung.

Natürlich stehen da keine naturwissenschaftlichen Blödsinnigkeiten drinne oder soetwas. Gott mutet uns das nicht zu, bitte nicht den Verstand an der Garderobe abgeben. Ganz und gar nicht. Aber es gibt einige Aussagen im Worte Gottes, die nur per demütiges Annehmen eine Realität werden. Es gibt keinen anderen Weg. Gott hat es irgendwie – und ich weiß nicht wie – fertig gekriegt, etwas zu tun in Christus vor 2000 Jahren am Kreuz, und das ist auch wirksam für uns. Und was da geschehen ist: Der alte Mensch ist mitgekreuzigt worden und so sind wir – wie das Paulus eben sagt – der Sünde abgestorben.

Röm 6,2b
Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben?

Paulus redet nicht davon, nach viel Fasten, viel Beten und Jahrzehnten des treuen Dienens ist er zu dieser wunderbaren Stufe gekommen, sondern er sagt: „Wir“. Er sagt das von einer Gemeinde, die er nie besucht hat. Das ist so tröstend. Ich hab mir das immer vorgestellt, wenn er dann solche Wahrheiten sagt, z.B. in Röm 6,17: „Ihr seid gehorsam geworden von Herzen“.

Röm 6,17
Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde wart, aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Bild der Lehre, dem ihr übergeben worden seid!

Und das ist wiederum nicht eine – das hat Paulus nicht an die Gemeinde geschrieben, nachdem er die Personalakten studiert hat und in das Leben jedes einzelnen hineingeschaut hat, sondern das hat er geschrieben auf der Grundlage seiner Offenbarung, was der neue Mensch ist, wie wir geschaffen sind von Gott, was für eine Motivation, was für ein Verlangen in uns ist, weil das Leben aus Gott in uns ist. Der neue Mensch – Epheser 4 – ist nach Gott geschaffen.

Eph 4,24
und den neuen Menschen angezogen habt, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Und diese schönen grundsätzlichen Dinge eben schreibt Paulus in Bezug auf diese Gemeinde, die er ja nicht gesehen hat, zumindestens nicht zu dem Zeitpunkt als er das geschrieben hat. Rom, ja, große Gemeinde, weiß ich nicht, 25, 30, 40 oder wieviel Tausend Christen, und dann irgendwann sonntags in den verschiedenen Versammlungsstätten, und dann wird das vorgelesen, der Brief von Paulus. Bruder Paulus hat uns wieder einen Brief geschrieben, der muss vorgelesen werden der ganzen Gemeinde von Rom. Und dann ist da irgendwie so ein Versammlungsraum von wenigen hundert Menschen, und ich natürlich als das letzte Licht der Gemeinde sitze hinten irgendwie hinter der Säule, dass ich ja nicht zu dicht irgendwie an das Adlerauge des Pastors gerate und er dann wieder den totalen Durchblick hat oder vielleicht noch verstärkt mit Geistesgaben, was mit mir alles nicht in Ordnung ist. Also stehst du da ganz hinten und denke, Mensch, ich weiß gar nicht, ob ich würdig bin überhaupt nicht in diese schöne Gemeinde zu gehen, alles so wunderbare Menschen und dann so einer wie ich dazwischen. Ja, wirklich, ein Problem nach dem anderen, mit mir selbst und ich weiß überhaupt nicht, ob ich noch jemals irgendwie klarkomme, ich weiß auch gar nicht – ich bin schon so verwirrt von meinen Niederlagen – was ich überhaupt noch will, ob ich Gott dienen will oder was eigentlich mit mir los ist.

Und dann kommt der Brief von Paulus: „Ihr seid gehorsam geworden von Herzen!“ Und da klingelts bei mir da ganz hinten hinter der letzten Säule.

Paulus, unter der Inspiration des Heiligen Geistes, sagt: „Wir“ – und damit auch ich – bin gehorsam geworden von Herzen. Und das war so inspiriert, dass der Heilige Geist gesagt hat, ist in Ordnung, kommt ins Buch, bleibt drin, ist gültig. Das ist das Wort Gottes.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (35:00 bis 40:00)

 

Röm 6,6a
da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist

Der alte Mensch – das ist der, der die Sünde produziert. Das ist das, was du bist oder was du warst ohne den Herrn. Der in seiner eigenen Art und Weise gelebt hat. Diese alte Natur, das alte in uns, wo der Sitz der negativen sündhaften Energie war, der alte Mensch ist mitgekreuzigt worden.

Bitte lasst uns hier grammatikalisch ganz genau sein – das ist schon, wie man so sagt, vollendete Vergangenheit. Es ist schon vollendete Vergangenheit, Hallelujah. Unser alter Mensch ist mitgekreuzigt worden.

Röm 6,6b
damit der Leib der Sünde abgetan sei

das ist wenn du das mal anatomisch nehmen willst, wobei das ja natürlich nichts Physisches ist – der Leib der Sünde, der Sitz, wo die Sünde halt ihr Hauptquartier hat und von wo alles ausgeht – ist abgetan oder Griechisch: „außer Kraft gesetzt“ (2673. katargeó). Und jetzt gibt’s bestimmt welche, die fühlen und sagen: „Also das scheint bei mir irgendwie nicht ganz funktioniert zu haben. Vielleicht hat man im Zuge einer Massenabfertigung bei mir nicht richtig irgendwie zugeschlagen oder die Nägel falsch eingeklopft oder irgendwie scheine ich das alles überlebt zu haben, das Ganze, denn dass der Leib der Sünde außer Kraft gesetzt ist – davon kann nun wirklich bei mir überhaupt nicht die Rede sein. Wort Gottes schön und gut, aber ich muss ja auch wahrhaftig bleiben und muss auch schon sagen, also dass der Leib der Sünde außer Kraft gesetzt ist, das mag für Apostel Paulus zutreffen und vielleicht noch für Pastor Margies, aber ansonsten denke ich, ist das doch ein bisschen zu hoch gestochen. Sicher, wir eifern dem nach, wir streben danach, dass wir mehr und mehr die Sünde überwinden und wir kämpfen auch und wir geben unser Letztes, nach der Devise „try it harder“ und wir sind sehr bemüht, aber dass wir jetzt einfach so diesen Kampf der Sünde sozusagen einstellen und die Niederlage dann für Sieg erklären, das kann es jawohl nicht sein“.

Eine Wahrheit, die Gott uns offenbart, die im Gegensatz zu unserer Erfahrung steht, muss als Wahrheit erkannt werden, im Glauben ergriffen werden, und Glaube – das Wesen von Glaube ist immer, dass es im Sichtbaren etwas gibt, was dem entgegenspricht. Immer. Das ist Glaube. Sündenvergebung ist etwas, was wir durch Glauben haben.

Die Bibel sagt: Wenn wir unsere Sünde bekennen, dann ist er treu und gerecht, dass er vergibt und reinigt.

1Joh 1,9
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.

Der Herr vergibt dir, nachdem du bekannt hast. Und wenn du noch nicht viel über Glauben weißt, am Anfang deine Seele noch sehr wenig in den Wegen Gottes diszipliniert ist, was wird passieren? Die Schuldgefühle sind immer noch da!

Und dann kannst du zwei Dinge tun. Entweder sagen: „Nein, das Wort Gottes ist wahr, Gott hat mir vergeben“ und die Schuldgefühle machen einen letzten kleinen Protest: „Aber wieso? Wir sind ja noch da. Das ist der Beweis, dass dir nicht vergeben wurde!“ Dann können wir sagen: „Ich bleibe beim Wort Gottes, und das heißt, ihr seid nicht mehr lange da! Schuldgefühle Auf Wiedersehen oder Auf Nimmer Wiedersehen“.

Ich kann das Sichtbare nehmen und mich mit dem Sichtbaren verbinden gegen das Wort oder ich kann das Wort nehmen, mich gegen das Sichtbare – und Gefühle nach biblischer Ordnung gehören zum Sichtbaren. Witzigerweise. Du sagst: „Kann ich doch nicht sehen“, aber sie gehören zur sichtbaren Welt. Du kannst dich mit der Wahrheit des Wortes gegen deine alten Stimmungen, Innenerfahrungen, seelischen Regungen stellen und kannst so erleben, dass du Veränderungen erlebst.

Also, wenn wir Sündenvergebung als Glaubensgeschenk empfangen, ist es sogar zwingend notwendig, in dem Moment, wo wir im Glauben empfangen, dass noch die Schuldgefühle da sind. Sonst brauchen wir es ja nicht mehr zu glauben.

Und wenn wir diese Wahrheit erleben wollen, dass wir mit Christus gekreuzigt sind, und wir haben aktuell in Hülle und Fülle die Erfahrung, dass die Sünde noch sehr lebendig ist, ja, dann haben wir schon die Voraussetzungen, dass wir wirklich glauben können.

Macht das Sinn, ja? Wir stellen uns auf die Wahrheit des Wortes Gottes gegen das, was wir erleben. Damit wollen wir nicht leugnen, dass das was unschön ist, was hässlich ist, was sündig ist, dass das auf einmal nicht da wäre – darum geht es überhaupt nicht. Das ist ein Glauben im Hinblick auf unsere nächsten Erfahrungen, das ist ein Glaube auf die Zukunft gerichtet, nicht ein Glaube, der sozusagen den jetzigen Mangelzustand, die jetzige Niederlage umdeklariert.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (30:00 bis 35:00)

 

Wir können nicht mit Willenskraft, mit Anstrengung, Sünde überwinden. Und wenn wir das versuchen, wir werden baden gehen. Wir werden erleben, die Sünde ist stärker. Die Sünde ist nicht etwas, was wir mit unserer Kraft überwinden können.

Und die Passage hier in Römer 6, die handelt davon, dass es eine Erlösung von der Macht der Sünde gibt. Hör mal wie es hier geschrieben ist:

Röm 6,6b
… dass wir der Sünde nicht mehr dienen.

Der Sünde nicht mehr dienen – das ist das Ergebnis dieser Lehre hier, die wir in Römer 6 uns heute anschauen – der Sünde nicht mehr dienen. Wie kommt das zustande? Es kommt zustande durch Wissen und durch Erkennen. Erkennen dessen, was der Herr für uns und mit uns schon getan hat. Die Bibel redet davon, er hat etwas an uns und in uns und mit uns getan. Und wenn wir uns anschauen – ohne Bibel, ohne Heiligen Geist – wir würden niemals darauf kommen, dass er das getan hat. Wir werden sagen, „oh Herr, erlöse mich von der Sünde, befreie mich, das ist furchtbar. Ich kämpfe hilflose Kämpfe und ich komme nicht durch, tue etwas!“

Aber hier haben wir etwas total anderes: Wir sollen erkennen, was schon geschehen ist. Rückblickend, zurückschauen zum Kreuz, zurückschauen zu unserer Bekehrung und zu dem, was dort Gott in uns hineingepflanzt hat.

In Römer 6,2 finden wir diesen interessanten Ausdruck, und den müssen wir sehr genau zur Kenntnis nehmen: Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie sollten wir noch in ihr leben?

Röm 6,2b
Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben?

Der Sünde gestorben sein! Bitte achte darauf, dass du es ganz genau mitbekommst: Hier steht nicht, dass die Sünde gestorben ist. Als ich ein junger Christ war, ich hab das alles irgendwie sehr oberflächlich so gelesen, hörte nur irgendwas von „der Sünde absterben“ oder so etwas. Und dann dachte ich, jawoll, die Sünde muss sterben. Dann hab ich gebetet, dass die Sünde stirbt. Und ich hatte den Eindruck, je mehr ich betete, um so lebendiger wurde sie. Und dann dachte ich, aha, das Gebet muss mit Fasten verstärkt werden. Da hatte ich was über Fasten gehört. Dann habe ich zu meinem Gebet dann Fasten hinzugetan. Und dachte, ja, durch Fasten und Beten, so wird also dann die Sünde irgendwie ausgerottet.

Und je mehr ich in diese Richtung gegangen bin, um so schrecklicher wurde es. Dann hörte ich noch ein paar andere Lehren über Zerbruch und „Gott will uns zerbrechen“ und lauter solche Dinge, und ich betete Horror-Gebete: „Gott, zerbrich mich!“ – und ich sage dir, du kannst solche dummen Gebete beten, der Teufel sagt: Jawoll, Amen, das wird gleich erledigt! Er steht daneben und er wird dir gerne dieses Gebet erhören. Du wirst durch die Hölle hier auf Erden gehen, bitte bete nicht so einen Quatsch.

Gott will nicht deinen Willen zerbrechen, Gott will deinen Willen aufrichten und stark machen. Nirgendwo findest du im Worte Gottes, dass Gott deinen Willen zerbrechen will. Nirgendwo.

Also, ich will das nur sagen, damit du nicht dieselben Fehler machst wie ich. Das war so schrecklich, dass ich sage, eigentlich reicht es und das muss nicht noch einmal wiederholt werden. Weil es funktioniert wirklich nicht.

Nicht unsere Aufmerksamkeit ist auf die Sünde gerichtet, dass wir versuchen, die Sünde zu bekämpfen, die Sünde auszurotten, sondern unsere Aufmerksamkeit sollte darauf bestehen, dass wir erkennen, was geschehen ist.

Gott ist ein radikaler Gott, ein erfolgreicher Gott, wie ich das schon versucht habe herauszustellen und noch mehr herausstellen werde. Und er weiß eins: Das Problem ist nicht die Sünde, sondern das Problem ist der Sünder. Das Problem ist der Sünder.

Und Gott hat eine sehr wirksame Methode mit der Sünde fertig zu werden, und das ist die Hinrichtung des Sünders. Das macht sehr viel Sinn, oder? Wenn der Sünder hingerichtet ist – es wird jetzt sehr still, weil du jetzt etwas befürchtest – aber ich werde dir gleich erklären, du musst keine Angst haben, das Evangelium bleibt auch heute das Evangelium, immer noch frohmachende Botschaft, und du hast nicht eine Hinrichtungsstätte für dich vorbereitet, sondern die Bibel redet davon, dass wir bereits gestorben sind. Wir sind der Sünde gestorben!

So lange der Sünder lebt, wird er Sünde produzieren – ganz einfach. Und Gott sagt: Machen wir kurzen Prozess, beenden wir das schreckliche Spiel, richten wir den Sünder hin und dann ist das Problem der Sünde auch erledigt. Und so hat Er es schon, und das ist die gute Botschaft – Er hat es schon mit uns getan. In Christus – als Christus hingerichtet wurde, sind auch wir mit ihm zusammen gestorben.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (25:00 bis 30:00)

 

Und interessanterweise schreibt hier Paulus über das Kreuz, der ja wie wir wissen nicht einer der Jünger Jesu war. Als Jesus gekreuzigt wurde, Paulus war nicht dabei. Aber später hat er Offenbarung als der Herr ihm begegnet ist und ihn total verwandelt hat und er von einem Christenverfolger dann zu einem Diener des Herrn geworden ist. Der Herr durch seinen Heiligen Geist hat ihm offenbart, was am Kreuz geschehen ist, was man mit den Augen nicht wahrnehmen kann. Das ist interessant, dass das allerstärkste des Kreuzes von jemandem geschrieben ist, der beim Kreuzigungsvorgang gar nicht dabei gewesen ist.

Geistliche Wahrheiten kommen per Offenbarung oder sie kommen gar nicht. Du kannst daneben stehen und es mit physischen Augen sehen und du begreifst überhaupt nichts. Es wird entweder durch den Heiligen Geist dir offenbart oder du verstehst nur Bahnhof. Das ist die Alternative. Es gibts nichts dazwischen. Du kannst es dir nicht anlernen, du kannst fünf Jahre Theologie studieren und versuchen, das zu begreifen – das ist dir mit akademischen Möglichkeiten nicht zugänglich!

Das ist das große Problem von einer Theologie, die meint, indem man historische Fakten wälzt und Texte analysiert oder so, würde man zu lebendigen fruchtbringenden Erkenntnissen kommen. Aber die Bibel ist das einzige Buch, das nur in einer Freundschaft mit dem Autor verstanden werden kann.

Nur wenn du eine Freundschaft zum Autor hast, kannst du die Bibel verstehen. Sonst liest du Buchstaben und verstehst Bahnhof oder verstehst irgendetwas, was du meinst, was es sagen könnte, aber du wirst in die Irre gehen. Und viele sind vor dir in die Irre gegangen, und du wirst nicht in die Irre gehen, weil du sagst: Ich bin doch nicht blöd. Ich demütige mich, ich halte meinen Mund.

Das ist übrigens mein Rat an viele, viele Christen: Viele junge Christen kommen daher und sie sind den zweiten Sonntag im Gottesdienst und das zweite Mal im Grundlagenseminar und sie scheinen schon alles zu wissen. Sie kommen hinterher und sagen mir, ich soll doch das predigen und warum ich nicht das mache und warum ich dies nicht anders und das so und so mache – und dann mein guter Rat ist immer der: Lieber Bruder, kauf dir eine Bibel wenn du noch keine hast. Wenn du kein Geld hast, ich werde dir eine besorgen für umsonst – so dann besorge dir einen großen Notizblock, einen scharfen Bleistift oder einen Kugelschreiber mit vielen Ersatzminen. Und dann setz dich hin, halt deinen Mund, mach die Ohren auf, höre zu und schreibe wie ein Weltmeister und vergleiche, ob das alles auch in deiner Bibel steht. Und dann geh mit all dem Gelernten nach Hause und sag: Heiliger Geist, ich verstehe nichts, bitte zeige mir, bitte belehre mich.

Das ist der schnellste Weg wie du wirklich wächst. Aber wenn du meinst, du musst alle anderen vollpredigen, du wirst nichts kapieren. Wahrheit ist etwas, was Gott uns schenkt. Das können wir uns nicht erarbeiten, das schenkt uns Gott. Und Er schenkt seine Gnade dem Demütigen.

Jak 4,6
Er gibt aber desto größere Gnade. Deshalb spricht er: „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.“

Und zu sagen: Ich bin ganz neu hier und ich will erstmal lernen und gucken, wie der Hase läuft – das ist ein Beweis von Demut. Belehrbar sein! Und Menschen, die das so machen, die lernen und die wachsen und die erleben herrliche Dinge mit dem Herrn und ich kenne Leute, die einfach wirklich rasant wachsen und andere, die schon seit 10 Jahren hier sind, schon nach 1,5 Jahren überholt haben. Das hat nichts mit der Zeit zu tun, sondern mit unserer Haltung.

Also seid ermutigt. Sag: Ich werde auch so einer sein, ich werde wenig reden, viel hören und mich ausstrecken nach Verständnis.

Okay, hier sind so schöne Sachen drin hier: Die Sünde wird nicht über uns herrschen.

Röm 6,14
Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen

Du sagst: Ja, im Himmel wird es so sein. Jetzt herrscht sie ganz gewaltig.

Und hier ist die Antwort drin, wie wir befreit werden können von dem Zwang zur Sünde. Von diesem Hingezogensein zum Negativen, zum Zerstörerischen – wie wir befreit sein können. Und lass es dir gleich am Anfang gesagt sein, weil wir alle diesen Fehler machen oder gemacht haben: Wir versuchen Sünde, also all das, was wir erkennen, was nicht gut ist in unserem Leben, wir versuchen es in unserer Kraft zu überwinden.

Und jeder, der das versucht, hat schon diese frustrierende Erfahrung gemacht – je mehr man sich anstrengt, je mehr man kämpft gegen die Sünde, um so stärker scheint die Sünde zu werden. Das ist ein Kampf wie Don Quijote gegen die Windmühle – also, man kann ihn nicht gewinnen, und selbst wenn man einiges irgendwie unter seine Füße bekommen hat mit Ach und Krach, man ist sehr verkrampft und man ist sehr irgendwie konzentriert, dass ja nichts mehr passiert in diesem Bereich und während man seine ganze Aufmerksamkeit auf diesen kritischen Bereich seiner Charakters und Lebens richtet, bricht hinten die Hölle los. Und dann dreht man sich um und schlägt eine Schlacht hier und dann auf einmal – das, was man vorher schon überwunden hatte im ersten Frontabschnitt, auf einmal geht wieder los. Weiß jemand nicht, wovon ich spreche?! Bitte Hände hoch, ich werde es noch ein bisschen deutlicher erklären.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (20:00 bis 25:00)

 

Und jetzt schauen wir einmal hinein in Römer 6, aber ich schlage vor, dass wir schon den letzten Vers mitnehmen von Kapitel 5, weil der einfach zu gut ist, als dass man jetzt links liegen lassen sollte …

Also Römer 5, der letzte Satz dort.

Röm 5
20b Wo aber die Sünde überströmend geworden ist, ist die Gnade noch überschwenglicher geworden
21 damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrscht durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unserem Herrn.

Die Sünde hat den Tod gebracht, und sie hat geherrscht in unserem Leben. Und zwar hat sie, so beschreibt das jedenfalls die Bibel, sie hat flächendeckend geherrscht. Wir waren unter dem Gesetz der Sünde und ob wir das wollten oder nicht, ob wir das gesehen haben oder nicht, ob wir uns dazu besonders angestrengt haben oder nicht – meistens nämlich nicht – wir haben dieser Sünde gedient.

Und das brauchte auch nicht besondere eiserne Vorsätze, sondern wir waren einfach Sünder, wir hatten eben das niedere menschliche Leben in uns, was total anders ist als das göttliche Auferstehungsleben, und das lebten wir einfach aus. Und das nennt die Bibel „Sünde“. Sogar in unseren besten Tagen, wo wir am karitativsten waren, am sozialsten und am nettesten – waren wir, wie die Bibel das sagt, „tot in der Sünde“.

Eph 2,1b
die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden

Das ist schon ein Schlag ins Gesicht des Humanisten, der doch auch einmal seine Schokoladenseite gewürdigt wissen möchte und auf das Gute in sich verweist. Und die Bibel ist da sehr radikal und sagt, in uns wohnt nichts gutes. In uns selbst, in unserem Fleisch, also das, was wir sind ohne den Herrn, wohnt nichts Gutes.

Röm 7,18
Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht.

Und das ist eine wichtige Wahrheit. Und wenn wir die erkennen, dann können wir auch die andere Seite erkennen, dass eben durch Christus Power in uns ist, Gnade in uns ist, die machtvoll ist.

Jetzt lasst uns hineingehen nach Kapitel 6.

Röm 6
1 Was sollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit die Gnade überströme?
2 Das sei ferne! Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie sollten wir noch in ihr leben?

Ein interessanter Ausdruck hier: „der Sünde gestorben“. Ich komme gleich dazu, aber lasst uns erst Vers 3 nehmen

Röm 6,3
Oder wisst ihr nicht dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?

Wir sind auf den Tod des Herrn getauft.

Röm 6,4
So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod (wir werden auch heute dann noch etwas hören über die neutestamentliche Taufe) damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so werden auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.

Ich les einmal erstmal so noch die folgenden Verse hier und dann wollen wir da ein bisschen hineingehen.

Röm 6
5 Denn wenn wir verwachsen sind mit der Gleichheit seines Todes, so werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein;
6 da wir dies erkennen („wisst ihr nicht …“ und „erkennt“ – wir sollen „erkennen“), dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen.
7 Denn wer gestorben ist, ist freigesprochen von der Sünde.
8 Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden;
9 da wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn.
10 Denn was er gestorben ist, ist er ein für alle Mal der Sünde gestorben; was er aber lebt, lebt er Gott.
11 So auch ihr (das wird ein starke Betonung sein, das ist die Schlussfolgerung sozusagen aus diesen Wahrheiten, die hier entfaltet werden): Haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus!
12 So herrsche nun nicht die Sünde in eurem sterblichen Leib, dass er seinen Begierden/Lüsten gehorche;
13 stellt auch nicht eure Glieder der Sünde zur Verfügung als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch selbst Gott zur Verfügung als Lebende aus den Toten und eure Glieder Gott zu Werkzeugen der Gerechtigkeit!
14 Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade.

Ich möchte dich ermutigen, dich sehr viel mit dieser Passage zu beschäftigen. Das ist eine der wichtigsten Schriftstellen, die du jemals finden wirst im gesamten Neuen Testament. Eine der wichtigsten Schriftstellen, die über das Kreuz redet.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (15:00 bis 20:00)

 

Und dann können wir lernen! Aber manche Leute kommen zum Glauben und nur weil sie in einer christlichen Kinderstube großgeworden sind, meinen sie, sie wissen schon alles. Und sie vergessen dabei, dass es möglich ist, ein schein-christliches Gedankengut gepflegt zu haben, was sich nett anhört, aber mit den biblischen Realitäten wirklich manchmal gar nichts zu tun hat.

Und dann sind sie nicht offen, weil sie festhalten an dem Alten. Und sie haben dann irgendetwas gelernt von dass es ganz schwer ist und dass man leiden muss, dass man entsagen muss und das hier das dürre Tal ist, durch das wir hindurch müssen und sie haben so eine ganz schreckliche Vorstellung vom Leben hier – der Himmel ist herrlich, und die Erde ist furchtbar. Und das ist überhaupt nicht was die Bibel sagt.

Für uns, die wir uns verbunden haben mit dem Herrn, gilt, dass Seine Kraft schon jetzt in unserem Leben, in unserer Arbeit, in unserer Familie, in all dem, was wir so hier tun, wirksam werden kann und werden soll. Und die Bibel hat in Hülle und Fülle davon zu reden, dass ein gutes Leben hier auf Erden auf uns wartet.

Und dann sind wir auch überzeugte Missionare – wenn ich das mal da einfügen kann. Dann können die Leute sagen: Ja, wieso bist du sicher, dass es überhaupt einen Himmel gibt? Wieso meinst du, dass du in den Himmel kommst? – Ja, weil wir Gottes Segnungen schon hier erfahren!

Wir warten nicht ab, wir sind nicht auf dem selben Stand wie vorher und warten ab, dass es irgendwann besser wird, sondern es ist jetzt schon besser. Und es wird immer besser von Jahr zu Jahr. Es wird besser von Jahr zu Jahr! Unser Leben wird schöner, reicher und einfach erfüllender.

Okay, hier ist eine solche Beschreibung des neuen Christen, und er hat göttliches Leben in sich. Und dieses göttliche Leben überwindet die Welt.

1 Joh 5
4 Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.
5 Wer aber ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?

Was ist die Welt? Die Welt ist Feindschaft gegen Gott. Es ist Unabhängigkeit, Lüge, Verweigerung der Hingabe, des Akzeptierens von Gottes Gegenwart, von Gottes Herrschaft, von Gottes Recht in unserem Leben zu wirken. Das ist „Welt“.

Und das, was in uns ist, überwindet die Welt.

Und jetzt lasst uns das in einem konkreten Beispiel anschauen, wie diese eine Wahrheit, wie die also wirklich von uns klarer gesehen werden kann. Ich möchte euch einladen mit mir zum Römerbrief zu gehen.

Römerbrief Kapitel 6 – und hier haben wir eine von den mächtigsten Offenbarungen im gesamten Neuen Testament. Und das ist auch eine von solchen Offenbarungen – wenn wir nicht das Wort hätten, wenn nicht der Heilige Geist kommen würde und uns das lebendig machen würde, wir würden es niemals akzeptieren, weil unsere gesamte Erfahrung dagegensteht. Die gesamte Erfahrung, die wir haben in unserem Leben mit uns, steht total dagegen! Das ist Offenbarungswissen: Es kommt vom Himmel und es findet zunächst einmal keine Entsprechung hier auf der Erde – es soll geglaubt werden damit danach, wenn es geglaubt wird, es auch erfahren werden kann. So ist immer die Reihenfolge.

Und deswegen in diesem Kapitel Römer 6 – es geht hier um die Befreiung von der Macht der Sünde, Befreiung vom Zwang der Sünde. Darum geht es in diesem herrlichen Kapitel hier.

Und da gibt es zwei Worte, die also eine Schlüsselrolle dabei spielen. Und das ist Wissen und Erkennen: Wir sollen im Rückblick erkennen, was geschehen ist mit uns, was der Herr für uns getan hat, welche Position wir jetzt haben, was da in uns ist. Wir brauchen geöffnete Augen. Das ist ein ganz, ganz wichtiges Thema bei Paulus: Geöffnete Augen über das, was schon uns gegeben ist und was auch in uns ist.

Letztes Mal habe ich euch, glaube ich, auch Philemon 6 schon genannt.

Philemon 6
dass die Gemeinschaft deines Glaubens wirksam werde in der Erkenntnis alles Guten, das in uns im Hinblick auf Christus ist.

Wirksamer Glaube in der Erkenntnis all des Guten, das wir haben in uns im Hinblick auf Christus! Durch Christus, durch das Kreuz, durch sein Leiden, Sterben und die Auferstehung haben wir etwas in uns. Und wenn das, was wir in uns haben von uns erkannt wird, kommt wirksamer Glaube. Das ist ein ganz machtvolles Wort.