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Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (90:00 bis Ende)

 

Warum gibt es sonst powerwirkende Evangelisten, die irgendwann abfallen vom Glauben? Warum gibt es die, wenn die solche Dinge gesehen haben? Warum? Warum ist Israel abgefallen, wo sie doch diese gewaltigen Taten Gottes gesehen haben? Weil ihr Herz verkehrt war. Erst das Herz, dann der Dienst. Mehr Charakter, mehr Reinheit, mehr Hingabe, mehr Heiligkeit, mehr Furcht Gottes als einen wachsenden Dienst und Zeichen und Wunder.

Ich bin nicht gegen Zeichen und Wunder. Und das ist meine große Hoffnung, wenn wir diese Lektion gelernt haben, Gott wird die Endzeitgemeinde herrlich machen und ausstatten mit gewaltiger Kraft, und wir haben noch nichts gesehen. Das einzige, womit man das vergleichen würde, ist Apostelgeschichte. Das wird wiederhergestellt werden. Aber nicht, indem wir Zeichen und Wundern hinterherlaufen, sondern indem wir Gott hinterherlaufen und Ihm erlauben unser Herz zu verändern – zu tieferer Leidenschaft, zu größerer Leidensbereitschaft, zu größerer Opferbereitschaft, zu größerer Hingabe. Das ist unser Problem – wir sind eingeseift vom Geist der Welt, der uns sagt: Mach es so nett wie möglich, mach es so einfach wie möglich, mach es so anstrengungslos wie möglich, mach es einfach wie alle anderen.

Das ist nicht, was uns weiterbringen wird. Nur wenn Gott unser Herz verändert werden wir neue Dinge sehen und wird die neue Gemeinde hervorkommen – die herrliche Gemeinde, die wirklich Ehre bringt für Jesus und nicht mehr bekannt ist in den Medien für ihre Skandale, wo Leiter das Geld der Gemeinde mitnehmen oder die Sekretärin mitnehmen oder was weiß ich – sondern wo Menschen wieder da sind, die integer sind, deren Wort gilt und die klar sind und die sich nicht nach den Massen richten, sondern richten sich nach dem Einen. Das ist, was gefragt ist und das ist, was Er geben will und dazu ruft Er dich – Ihn zu suchen, jeden Tag. Jeden Tag.

Spricht hier jemand Russisch? „kazhdyy den“ – jeden Tag. Immer wieder: „Herr, hier bin ich. Was für ein Schatz! Du bietest mir an ein neues Herz! Mach heute weiter bei mir, wo Du gestern aufgehört hast.“

Das ist, was man Stille Zeit nennt – Gott suchen, Gemeinschaft mit Gott. Nicht: „Herr, bitte mach doch, und hier noch und da noch und denk dran“ – sondern: „Hier ist mein Herz, tu Du Dein Werk an meinem Herzen.“

Und so wird Gott verherrlicht werden. Hallelujah. Hallelujah.

Abschlussgebet.

Vater, wir danken Dir, dass Du uns rufst an diesen heiligen Berg – an diesen Ort der Gemeinschaft, wo Deine Gegenwart ist, wo diese reine, kristallklare Himmelsluft weht, die Luft Deiner Heiligkeit, Deiner Erhabenheit, Deiner Majestät und Größe. Und Vater, Du willst uns Deinen Sohn schmackhaft machen, Du willst, dass wir begehren Seine Herrlichkeit zu sehen. Du willst, dass wir uns aufmachen, Ihn zu suchen.

Und in dem Maße wie Du uns reinigst und wie Du uns Seine Herrlichkeit zeigst, werden wir auch verwandelt werden – immer tiefer, immer weiter. Wir danken Dir, Vater, für diesen heiligen Ruf, für dieses Privileg, Du, der gewaltige, großartige Gott, Du willst uns haben, Du willst mich haben, Du willst jeden einzelnen haben und rufst ihn auf den Berg des Herrn und sagst: „Gib mir dein Herz. Erlaube mir an deinem Herzen ein tiefes Werk zu tun. Erlaube mir das Bild meines Sohnes in dir hervorzubringen – seine Hingabe an den Vater, seine Unbestechlichkeit, seine Klarheit, seine Barmherzigkeit, sein Vergnügen dem Vater zu gefallen“.

Vater, wecke neue Gelüste, lass altes in uns absterben und wecke Du neue Gelüste, dass das unsere Leidenschaft wird, Dich zu erfreuen, Dir zu gefallen. Gib uns diese Gesinnung Jesu, der sagt: „Allezeit tue ich, was dem Vater gefällt“. Hilf uns, da tiefer hinein zu kommen – um einen Unterschied zu machen in dieser Welt, die immer verrückter wird. Auch in der christlichen Welt, die immer flacher wird, hilf uns, kein Echo zu sein, sondern eine Stimme – eine Stimme für Dich, für Wahrheit, für Gerechtigkeit, für Klarheit, für das Gute, für das Ewige, für das Unveränderliche. Danke, Herr, dass Du uns anbietest, Du willst aus uns Menschen machen, die in Deinen Geboten wandeln, Deine Rechte halten und danach tun. Was für eine Verheißung! Du machst uns zu Männern und Frauen nach Deinem Herzen.

Und Heiliger Geist, ich bete, dass jedem einzelnen das ein Schatz wird, jeder einzelne begreift, was das für ein Wert ist, was für ein Segen das ist, ein Mann, eine Frau nach dem Herzen Gottes zu werden. Komm, Heiliger Geist, präge und berühre unsere Herzen und hilf uns eine Wertschätzung zu bekommen für das, was Dir wichtig ist. Hallelujah. Hallelujah. Wir danken Dir. Amen.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (85:00 bis 90:00)

 

Und Paulus fährt dann fort in Kolosser 3 und greift das Thema wieder auf und redet dort von „töten“.

Kol 3,5
Tötet daher eure Glieder, die auf Erden sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und die Habsucht, die Götzendienst ist

Dinge töten in unserem Leben – Unreinheit, böse Begierde, Götzendienst, Habsucht – Dinge töten.

Warum ist so ein Riesenproblem mit den Gemeinden in Kirgistan, wo ich jedes Jahr hingehe? Die Leiter zuerst und dann die Schafe hinterher – alle wollen nach Kanada, ins gelobte Land. Weil da liegt das Geld auf der Straße, da ist ein wunderbares Leben, da ist alles ganz einfach und da ist es schön für die Kinder, und alles ist gut – auf nach Kanada. Warum wollen die alle nach Kanada?

Erstens weil die USA zugemacht hat.

Und zweitens weil das Evangelium nie Wurzel gefasst hat in ihren Herzen.

Weil sie nicht glauben, Gott ist ein Gott, der größer ist als die Umstände. Sie glauben nicht an einen Gott wie im Alten Testament: Der eine hat in der Dürre gesät, was ja totaler Wahnsinn ist. In der Dürre säen heißt, du kannst auch deine Samen gleich wegschmeißen. Das kann ja nicht funktionieren – wir haben seit Jahren Dürre und da ist einer, der sät in der Dürre! Und Gott hat ihm eine gewaltige Ernte gegeben. Weil er gewusst hat, Gott ist mit mir, Gott ist größer als die Umstände. Aber die Leute sagen, in diesem Land kann man nicht leben.

Und das ist nicht nur in Kirgistan so, das habe ich auch in Albanien getroffen. Die Leute träumen von dem Glück in irgendeinem reichen Land. Ihr Glück ist nicht der Wille Gottes, ihr Glück ist nicht ihre Berufung zu finden. Ihr Glück ist ein einfaches Leben zu finden, wo man viel Geld hat und wo man sich alles leisten kann. Das Evangelium hat niemals Wurzeln geschlagen in ihrem Herzen. Sie suchen nicht das Reich Gottes, sie suchen ein einfaches, nettes, schönes Leben wie sie sich das vorstellen.

Und ich denke an vielen Stellen in Deutschland ist das auch nicht anders.

Ihr Lieben, das Zentrum muss wieder das Zentrum werden. Das ist mein Vorschlag. Das Zentrum muss wieder das Zentrum werden – wie hat jemand so wunderbar formuliert?

Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache ist.

Das ist ein ganz tiefer Satz, ich weiß, den versteht man nicht auf Anhieb, aber ihr könnt ihn aufschreiben und dann darüber nachdenken: Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache wieder die Hauptsache ist.

Und was ist die Hauptsache? Ich gebe euch ein neues Herz, ich gebe euch ein Herz mich zu fürchen. Ich schreibe meine Worte auf eure Herzen (Jeremia 31,33).

Was zwei Mal im Neuen Testament – Hebräer 8,10 und nochmal in Hebräer 10 wiederholt wird. Zwei Mal wird diese Schriftstelle – Jeremia 31,33 – wiederholt und wir sehen, das ist der neue Bund, das ist, was Gott für uns hat.

Heb 8,10
Denn das ist der Bund, den ich schließen will mit dem Haus Israel nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz geben in ihren Sinn, und in ihr Herz will ich es schreiben und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.

Heb 10,15-17
Das bezeugt uns aber auch der Heilige Geist. Denn nachdem der Herr gesagt hat (Jeremia 31,33-34):
»Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will nach diesen Tagen«, spricht er: »Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben, und in ihren Sinn will ich es schreiben,
und ihrer Sünden und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken.«

Und mit der Bekehrung ist Tor und Tür offen für einen solchen Prozess. Aber wenn wir glauben, Bekehrung ist das reine Herz – wer sucht diesen Prozess? Wer sucht? Warum? Wir habens schon. Das ist eine gefährliche falsche Lehre, die die Apostel nicht gelehrt haben. Bekehrung ist nicht identisch mit dem neuen Herzen, Bekehrung ist der Anfang, dass Gott jetzt Gelegenheit hat an dem Herzen Sein Werk zu tun.

Und deswegen suchen wir Gott. Darum lernen wir Disziplin und Überwinden und kommen jeden Tag vor Ihn – wir beten Ihn an und wir geben Ihm unser Herz und sagen: „Gott, das ist, was ich begehre, weil das ist, was Du begehrst mehr als irgendetwas anderes“.

Ja, Gott will uns im Übernatürlichen gebrauchen, aber wenn das wichtiger ist als ein Charakter, der mit Jesus immer mehr übereinstimmt, wenn Wunder – Zeichen und Wunder – wichtiger sind als Demut und Heiligkeit, dann werden wir in die gleichen Probleme kommen wie viele andere vor uns auch gekommen sind. Sie hängen ihr Herz an das Übernatürliche, aber nicht an Jesus. Und Wunder, die du siehst und Wunder, die du wirkst, haben niemals die Kraft dein Herz zu verändern. Sie haben nicht die Kraft.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (80:00 bis 85:00)

 

Ihm sind sie ja schon längst bewusst. Wenn es heißt „Gott erforscht die Herzen“ – das heißt doch nicht, Gott sagt: „Hm, da ist Fritze Müller, hm, was ist wohl mit dem los? Na, wir gehen mal runter, wir werfen mal einen Blick in sein Herz“.

Nein, das ist nicht „Gott erforscht das Herz von Fritze Müller“. Wenn Gott das Herz von Fritze Müller erforscht, dann heißt es, Gott macht Fritze Müller offenbar, was Gott schon immer sieht. Und dann kriegt er einen Riesenschock. Und das nennt man Furcht des Herrn. Das nennt man Buße. Erfurcht vor einem heiligen Gott. Wir sagen: „Gott, wir sind vergänglich, wir sind Fleisch, Du bist heilig. Tu Du Dein Werk in mir“.

Das ist, was es braucht, und das ist, was Gott bereit ist zu geben, aber wir müssen das erkennen als das Zentrum – darum geht es. Du suchst Gott jeden Tag, nicht damit Er deinen Dienst segnet oder deine Finanzen aufpeppelt oder dir eine bessere Arbeit gibt oder eine größere Wohnung – du suchst Gott, weil du Ihm dein Herz gibst. Und sagst: „Gott, das große Problem in dieser Welt ist mein Herz. Gib mir ein Herz, das Dich fürchtet, gib mir ein Herz, das Dir vertrauen kann, gib mir ein Herz, das Abhängigkeit von Dir sucht und schätzt und da drin bleiben will. Gib mir ein Herz, das nicht von Dir abweicht“.

Das ist unsere große Not. Und wenn wir diese Art von Gebet beten würden – nicht nur ein Mal, sondern über Monate und über Jahre – Gott wird Gelegenheit bekommen Sein Werk zu tun. Es ist durch Gnade, dass das Herz fest wird. Durch Gnade.

Heb 13,9b
denn es ist gut, daß das Herz fest wird, was durch Gnade geschieht.

Das ist der Hauptgrund, warum wir jeden Morgen vor Ihm sind. Wir bringen Ihm unser Herz und sagen: „Gott, du hast gesagt: Gib mir dein Herz – hier bin ich, hier ist mein Herz, tu jetzt an meinem Herzen, was ich in Deinem Wort verstanden habe, was Du das tun willst – schneide, reiße aus.“

5 Mose 30,6
Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden, damit du den HERRN, deinen Gott, liebst mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, dass du am Leben bleibst.

Was ist notwendig damit wir Gott lieben von ganzem Herzen? Beschneidung. Gott muss uns beschneiden damit wir überhaupt fähig sind Ihn zu lieben. Wir können nicht – niemand von uns kann Gott so lieben wie es sich gebührt, wie Er es verdient, geliebt zu werden – niemand von uns hat diese Klarheit, diese Entschiedenheit, diese Leidenschaft, diese Reinheit, diese Intensität, diese Ausdauer, diese Opferbereitschaft – niemand von uns. Ohne Ausnahme.

Darum geht es nicht. Aber es geht darum: Er ist bereit uns zu geben, was wir nicht haben. Er ist bereit in uns zu wirken, was wir uns nicht selber geben können, und wir geben uns Ihm und sagen: „Beschneide mein Herz damit ich fähig werde Dich zu lieben so wie es sich gebührt Dich zu lieben.“

Und wenn du deine Bibel kennst, dann weißt du, dass es mitten im Neuen Testament wiederkommt – Kolosser 2 – die Beschneidung durch Christus, die Beschneidung, die nicht mit Händen gemacht ist.

Kol 2,11
In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschehen ist, sondern im Ausziehen des fleischlichen Leibes, in der Beschneidung des Christus

Das ist, worum es geht. Und das ist nicht Bekehrung! Es beginnt – oder kann beginnen mit der Bekehrung wenn man die richtige Lehre hat, wenn man versteht, was das Zentrum ist und dann sich Ihm gibt und Ihn sucht und Ihm erlaubt, da ran zu gehen. Weil Gott kann nur in dir und in mir das tun, was wir …

  1.  wissen aus dem Wort, was Er anbietet, was Er tun möchte und
  2.  was wir begehren und
  3.  was wir Ihm tatsächlich erlauben.

Und darum benutze ich sehr viel diesen Begriff, wiewohl ich weiß, er kommt nach meinem Wissen nicht in der Bibel vor: Raum machen für Gott. Es heißt …

Eph 4,27 Gebt dem Teufel keinen Raum in euch!

So, dem geben wir keinen Raum. Aber Gott geben wir Raum. Wir erlauben Ihm an unseren Herzen zu arbeiten, wir geben uns Ihm und sagen: „Gott, hier bin ich, es geht nicht um meine Rechnungen, es geht nicht um meinen Dienst, es geht nicht um das, es geht nicht um jenes, es geht nicht um Kleinigkeiten, es geht um das Zentrum, und das ist mein Herz – Du bist der, der die Herzen erforscht – hier bin ich, tu Du Dein Werk in mir – schneide Du weg, was da nicht hingehört“.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (75:00 bis 80:00)

 

Aber das wird unseren Studenten auf den Seminaren ja nicht beigebracht. Die kriegen Erfolgsrezepte, aber nicht: Das Leben aus Gott kommt aus Tod, aus dem Nullpunkt. Und die werden trainiert mit Krücken zu laufen, statt sich auf den Herrn zu verlassen und Ihm zu erlauben einen perfekten Weg zu finden, wo wir an unser Ende kommen, wo wir sterben – damit wir leben können.

Oh, Gott muss bekannt werden wieder. Und das geht nur über das Herz.

Jer 24,7
Und ich gebe ihnen ein Herz, mich zu erkennen, dass ich der HERR bin.

Es braucht ein Wirken Gottes an unserem Herzen um überhaupt Ihn zu erkennen. Ohne dass Gott eingreift, man kann Ihn nicht erkennen, es ist völlig unmöglich. Und die Erkenntnis Gottes hat etwas zu tun mit dem Zustand unseres Herzens. Jesus sagt: Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.

Mt 5,8
Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.

Wenn dir irgendjemand erzählt hat, ja, Gott schauen – später in der Ewigkeit. Vergiss es! Das ist nicht wovon Jesus geredet hat. Wer Reinheit des Herzens liebt, wessen Lippen wohlgefällig reden, dessen Freund ist der König.

Spr 22,11
Wer Reinheit des Herzens liebt, wessen Lippen wohlgefällig reden, dessen Freund ist der König.

Das ist nicht im Himmel, das ist jetzt. Jetzt sollen wir Freunde Jesu sein. Jetzt sind wir gerufen zu einer tiefen Gemeinschaft mit Ihm, wo wir Ihn über alles stellen. Über unsere Freunde, über unsere Feinde, über alles. Wir stellen Ihn über alles und sagen: Er ist Nummer Eins. Er ist der Erste, das ist, was es braucht. Und das können wir nur wollen – ganz zaghaft, ganz schwach und uns Ihm hingeben und Ihm erlauben in uns zu wirken – und Er wird dieses Wollen stärker machen und brennender und entschiedener machen. Er muss in uns wirken. Hallelujah. Er muss Sein Werk tun, und Er will es so gerne tun.

Jer 24,7
Ich gebe euch ein neues Herz mich zu erkennen, dass ich Jehova bin und sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein, denn sie werden mit ihrem ganzen Herzen zu mir umkehren.

Was für eine gewaltige Verheißung.

Ps 36,10
In Deinem Licht sehen wir das Licht.

Gott ist Licht, und wenn wir in Seine Gegenwart kommen fangen wir an, Dinge zu sehen, die wir vorher nie gesehen haben. Entweder Dinge über Ihn oder Dinge über uns. Und das gehört zusammen. Je mehr wir Ihm erlauben uns Dinge zu zeigen über uns, um so mehr werden wir fähig sein Dinge zu sehen über Ihn. Das hängt zusammen. Das Maß der Klarheit – der Sicht auf Gott, der Klarheit der Erkenntnis Gottes, des Verständnisses, wer Er ist – hängt ab vom Maß der Reinheit unserer Herzen.

So, wir kommen in die Gegenwart Gottes und das Licht Gottes scheint, und da gibt es Dinge, wo wir umkehren müssen, da gibt es Dinge, wo wir wahr werden müssen, da gibt es Dinge, wo wir sagen: „Herr, Du hast Recht und das gehört nicht zu mir, und das ist nicht in Ordnung, nimm das raus!“

Und das befähigt uns näher zu kommen. Und wenn wir näher kommen, wir sehen wieder mehr. Und wieder gibt es Buße, wieder gibt es Umkehr, wieder gibt es eine neue Gesinnung, eine neue Hingabe, eine neue Klarheit, und die befähigt uns noch weiter zu gehen. Das ist, was der Psalm meint:

Ps 43,3
Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, mich bringen zu deinem heiligen Berg und zu deinen Wohnungen

Was bringt uns in die Gegenwart Gottes? Das Licht! Und das Licht muss begehrt werden. Und Jesus sagt: „Das ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist“. Und das waren Menschen, deren Werke waren böse, und sie kommen nicht zum Licht, auf dass ihre Werke nicht offenbar werden.

Joh 3,19
Dies aber ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse.

Und wir müssen solche sein, die sagen: Ich will zum Licht, ich will ans Licht, ich will, dass das Licht Gottes kommt. Herr, erforsche mich, prüfe mich, lass dein Licht scheinen, überführe mich.

Ps 26,2
Prüfe mich, HERR, und erprobe mich, erforsche meine Nieren und mein Herz!

Wann hast du das letzte Mal gebetet, „Herr, überführe mich“? Jesus gibt doch diese gewaltige Verheißung: Ich überführe und züchtige alle, die ich liebe.

Off 3,19
Ich überführe und züchtige alle, die ich liebe. Sei nun eifrig und tu Buße!

Also: Überführung und Züchtigung ist ein Aspekt, ein Bestandteil der Liebe Gottes. Warum klammern wir das aus? Warum wollen wir nur kuscheln beim Papa? Warum sagen wir nicht: „Herr, überführe mich, lass Dein Licht scheinen, lass mich Dich sehen in Deinem Licht, lass die Abgründe meines Herzens mir bewusst werden“.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (70:00 bis 75:00)

 

Wo gibt es Seminare, wo das gelehrt wird? Fast nirgendswo. Geh mal die christlichen Kataloge durch, finde mal heraus, wieviel Bücher gibt es nach 40 Jahren pfingstlich-charismatischer Erneuerung über Demut. Wieviel Bücher gibt es? Ich kenne drei brauchbare! Drei – vielleicht gibt es noch ein anderes, was ich noch nicht kenne – wenn du einen Titel hast, bitte, ich bin immer begierig, aber ich kenne drei Bücher.

So, wieviel Bücher gibt es über Heilung? Man kann sie nicht zählen. Und über „Dämonen austreiben“ und über Wachstum und all diese Dinge – endlose Schlangen von Büchern, von Seminaren, aber das, was Gott wirklich wichtig ist – Jesus sagt: Lernt von mir Demut – ist nicht aktuell, ist nicht wichtig. Für Gott ist es wichtig. Die Gemeinde im großen Ganzen ist in sehr großer Disharmonie mit dem Herzen Gottes: Was Ihm wichtig ist, ist uns unwichtig, und was uns unwichtig ist, ist Ihm wichtig.

Die Relationen stimmen überhaupt nicht, wir sind so weit weg vom Herzen Gottes, und das muss sich ändern, und deswegen sitzt du heute hier. Dass du sagst: Ich werde Gott suchen, und ich werde einen Unterschied machen, ich werde ein Mann, eine Frau werden, durch die das Reich Gottes vorwärts kommt, ich werde jemand werden, durch den etwas geschieht. Ob du Geschäftsmann bist oder Hausfrau oder was auch immer, das spielt alles keine Rolle. Das ist nicht wichtig. Wichtig ist, was da drin passiert. Und jeder von uns hat Zugang zum Herzen Gottes, jeder von uns kann auf den Berg des Herrn gehen und sagen: „Gott, hier bin ich, tu Du Dein Werk in mir, verändere mich.“

Der Glaube, dass es notwendig ist und möglich ist, auf eine spürbare, abspürbare Weise in das Wesen Jesu umgestaltet zu werden, dieser Glaube ist im Keller. Und er war noch nie so niedrig so lange ich mich überhaupt erinnern kann.

Früher hat man wenigstens noch gelesen: „Murray – Nach Jesu Bild“. Wer kennt denn heute sowas noch? Wer liest denn sowas? Altmodisches Zeugs, Ihr Lieben, aber dieser Mann hat verstanden, was das Zentrum ist. Dieser Mann hat verstanden, wie man mit Jesus lebt. Und all diese Dinge: „Warten auf Gott“, „Nach Jesu Bild“, „Bleibe in Jesus“.

  • Andrew Murray – Warten auf Gott (Leseprobe)
  • Andrew Murray – Nach Jesu Bild
  • Andrew Murray – Bleibe in Jesu

All diese kostbaren Dinge, das kannst du heute bei booklooker.de und anderen Archiven für 1 Euro kaufen, weil die abgefallenen Christen ihre ganzen Bücher verkaufen da. Für 1 Euro kannst du das kaufen. „Demut – Kleinod der Heiligen“ – für 1 Euro.

  • Andrew Murray – Demut – Kleinod der Heiligen

Weil das so kostbare Dinge sind, und wir leiden an Geschmacksverirrung. Wir kennen Gott nicht. Wir wissen nicht, was Ihm wichtig ist. Aber wenn wir unser Herz Ihm geben – „Gib mir mein Sohn, dein Herz“ – dann werden wir entdecken, was Ihm wichtig ist, und wir werden eine Korrektur und eine Anpassung unseres Geschmacks erleben und unsere Werte werden sich verändern. Und was vorher für uns so wichtig war, wird unwichtig werden, und was vorher unwichtig war, wird wichtig werden. Das wird alles irgendwie neu einjustiert werden, weil wir jetzt geprägt werden vom Himmel, nicht von theologischen Modeströmungen.

Und der Gott, dem wir dienen, der ändert sich nicht. Seine Wertschätzung für Demut ist heute genau so wie vor 40 Jahren, für Reinheit, für Heiligkeit. Gott ändert sich nicht – wir haben uns geändert, unsere Theologie hat sich geändert, die christliche Landschaft hat sich radikal verändert.

Als ich zum Glauben gekommen bin, gab es nicht eine Epidemie von Scheidungen und Skandalen unter christlichen Leitern, das gab es vor 40 Jahren nicht. Heute ist das fast normal. Wir haben uns daran gewöhnt. Ihr Lieben, wir dürfen uns daran nicht gewöhnen, Gott hat sich nicht gewöhnt. Und wir wollen auf Seiner Seite stehen, und wir kämpfen wie Jesus. Es heißt: Steh auf, nimm das Schwert und streite für die Sache der Wahrheit und der Gerechtigkeit.

Hallelujah. Wir müssen diesen Jesus wieder sehen, der aufsteht und sagt: Ich werde mein Haus reinigen.

Und er tut das durch Menschen – durch dich und durch mich. Und wir müssen auf Seiner Seite stehen und für das brennen, wofür er brennt. Und das geht nur wenn wir Ihn suchen und Ihm Raum geben, Sein Werk in uns zu tun. Tag für Tag. Das geschieht nicht in einem 1-Wochen-Crashkurs. Das geht über Jahre und Jahre, und das bedeutet viel Zerbruch. Und du wirst manches mal an einen Nullpunkt kommen, wo du weißt, wenn Gott jetzt nicht kommt und Gott eingreift, ich bin erledigt. Das braucht es.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (65:00 bis 70:00)

 

Und wir alle können das haben. Wir müssen nur beten: „Herr, rette mich, erlöse mich von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit“. Ist ja dieselbe Geschichte, es sind zwei Seiten der selben Medaille – einmal so rum und einmal so rum – ist das selbe. „Rette mich!“ Und dann wirst du dich wundern wie Er das tut. Nicht am Schreibtisch, akadamisch, sondern Er schickt dich und Er gibt dir Aufträge, und dir schlottern die Knie, und du sagst: „Herr, hier bin ich, sende meinen Bruder! Nicht ich, Herr, ich kann es nicht, hol einen anderen, der qualifizierter ist.“

Ihr Lieben, das ist vielleicht unser größtes Problem: Diese Sucht nach Anpassung, diese Sucht nach Bestätigung von den Massen, wiewohl jeder, der schon einmal einen Blick in Kirchengeschichte geworfen hat, zugeben muss, dass im Laufe der Kirchengeschichte die Mehrheit immer auf dem falschen Weg war.

Das war nicht nur bei Israel so, das ist auch in der Kirchengeschichte gewesen. Und die wahren Gläubigen waren immer die Verfolgten – Waldenser, Albigenser, Hugenotten – nenn‘ wen du willst, das waren immer die, die vom religiösen Establishment als die Bösen, als die Schlimmen, als die Extremen, als die Sektierer verachtet und ausgestoßen und misshandelt wurden.

Und was gibt dir den Glauben, dass das heute anders wäre? Die Menschen haben sich nicht geändert, Gott hat sich auch nicht geändert.

So, Gott muss in uns wirken, Ihr Lieben. Und darum geht es. Und wir geben Ihm unser Herz und sagen: „Herr, demontiere mich von Selbstvertrauen, demontiere mich von Überzeugung, wer ich alles bin und was ich alles kann und setz mich frei von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit.“

„Gib mir ein neues Herz!“ – das ist der Segen, die Verheißung des neuen Bundes: „Ich werde ihnen ein neues Herz geben“. Nimm diese Schriftstellen – Hesekiel 36,26f, Jeremia 32,40, Jeremia 31,33.

Hes 36
26 Und ich werde euch ein neues Herz geben und euch einen neuen Geist schenken. Ich werde das Herz aus Stein aus eurem Körper nehmen und euch ein Herz aus Fleisch geben.
27 Und ich werde euch meinen Geist geben, damit ihr nach meinem Gesetz lebt und meine Gebote bewahrt und euch danach richtet.

Jer 32
40 Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen schließen, daß ich nicht von ihnen ablassen will, ihnen wohlzutun. Und ich werde die Furcht vor mir in ihr Herz geben, damit sie nicht mehr von mir abweichen,
41 und damit ich mich über sie freuen kann, ihnen wohlzutun; und ich werde sie einpflanzen in dieses Land in Wahrheit, mit meinem ganzen Herzen und mit meiner ganzen Seele.

Jer 31
33 Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein;
34 und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: »Erkenne den Herrn!« Denn sie werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen, spricht der Herr; denn ich werde ihre Missetat vergeben und an ihre Sünde nicht mehr gedenken!

Das sind zentrale Verheißungen, die beschreiben, was der neue Bund ist. Und der neue Bund ist nicht Heilung und Befreiung. Der neue Bund ist ein neues Herz. Das ist der neue Bund: Ich schaffe ihnen ein neues Herz. Das ist der neue Bund.

Aber weil das heute so wenig verkündigt wird, das vielleicht am meisten ignorierte Buch in der Bibel neben Offenbarung ist der Hebräer-Brief. Er wird nicht gelehrt, er wird nicht gelesen, man beschäftigt sich nicht damit, aber nirgendswo wird klarer der Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Bund dargelegt – nirgendswo – im ganzen Neuen Testament.

Und ich fürchte, dass viele noch nicht verstanden haben, was die Herrlichkeit des neuen Bundes ist: Ein neues Herz, das Gott formt, das Gott prägt, das Gott in Übereinstimmung mit sich selber bringt. Das ist der größte Segen.

Jer 32,40b
Ich lege meine Furcht in ihr Herz.

Hallelujah. Die Furcht Gottes ist ein übernatürliches Geschenk, das man nur bei Gott persönlich sich abholen kann. Das kommt nicht durch Bücher lesen, das kommt nicht durch Hände auflegen, das kommt nicht durch Predigt hören – es kommt, indem man vor Ihm erscheint und erkennt: „Herr, richte mein Herz aus auf Dich!“

Englisch: „Unite my heart in the fear of the Lord“. Bring mein Herz – fass mein Herz zusammen zur Furcht Gottes – dass es nicht mehr abgelenkt ist von allen möglichen anderen Dingen, sondern ein Herz, das Dich fürchtet. Das ist, was es braucht, und das ist, was Gott geben will.

Und wie viele sind abgelenkt von Heilung und Wohlstand und Befreiung und Wachstum und all diesen Dingen? Und das sind Peanuts! Das sind Nebensächlichkeiten, das sind Kleinigkeiten gegenüber dem Zentrum. Und wenn wir das Zentrum, das Gott für uns gedacht hat – nämlich ein neues Herz – zum Zentrum machen würden – das, was wir suchen, die Salbung, die Heilungen und all die Dinge und Wachstum usw. – das wird uns alles hinterherlaufen!

Wie viele Seminare gibt es über wie lernt man zu heilen, wie lernt man zu befreien und all diese Dinge? Aber wie viele Seminare gibt es, wo wir das lernen, was Jesus gesagt hat? „Kommt zu mir, lernt von mir, ich bin demütig“?

Mt 11,29
Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen!

Wo gibt es Seminare, wo das gelehrt wird? Fast nirgendswo.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (60:00 bis 65:00)

 

Und da sind unsere Ideen, da ist unser Stolz, da ist unser Selbstvertrauen, da ist unser Kleinglaube und unsere Genügsamkeit, unsere Bescheidenheit im falschen Sinne. Da muss Gott rein, und da muss Er weiten und wegsprengen und erneuern.

So, wir geben Ihm unser Herz.

Spr 23,26
Gib mir, mein Sohn, dein Herz und lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen.

„Gib mir dein Herz“. Gott will dein Herz haben. Die ersten Gläubigen haben das gekannt – wenn du das liest – Apostelgeschichte – sie haben gebetet: „Gott, du Herzenskenner“.

Apg 1,24a
Und sie beteten und sprachen: Herr, du Kenner aller Herzen

So haben sie Gott genannt – Apostelgeschichte 1 – „Du Herzenskenner.“ Paulus sagt: „… der die Herzen erforscht.“

Röm 8,27a
Der aber die Herzen erforscht.

1 Thess 2,4b
… Gott, der unsere Herzen prüft.

Paulus redet von seinem Prozess, den er durchlaufen hat bis er in den Dienst gekommen ist. „Gott, der die Herzen prüft“. Und wenn du den Textzusammenhang studierst: Auf was schaut Er, was ist Ihm wichtig? Freiheit von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit! Wir können nicht Gott dienen – und auch nicht wirklich Menschen dienen – solange wir aus sind auf ihr Lob oder Angst haben vor ihrem Tadel. Wir können nicht. Und bei uns allen ist dieser Wunsch, die mögen doch alle nett sein zu mir, die mögen doch alle lieb sein, die mögen doch alle mich nur lieb haben und nur Gutes reden über mich. Wir alle haben diesen Wunsch! Das ist normal, weil wir so aufgewachsen sind, dass Gott nicht unsere Burg ist und unsere Festung und unsere Sicherheit, deswegen brauchen wir die Sicherheit von der Annahme der Menschen. Aber jetzt sind wir Kinder Gottes, und jetzt muss diese Seuche in unserem Herzen – Menschenfurcht und Menschengefälligkeit – muss ausgerottet werden. Und dann werden wir fähig sein Menschen zu dienen, weil wir nicht predigen, was die hören wollen, sondern was die hören müssen.

Das ist ein Unterscheid. Weil wir in Zeiten leben, von denen Paulus prophezeit hat – heute ist keine Prophetie mehr, heute ist es real: Es werden Zeiten kommen wo sie die Ohren abwenden von der Wahrheit und sich Menschen suchen, Verkündiger des Wortes, wo nach ihnen die Ohren jucken und Fabels werden sie anhängen, menschlichen Erdichtungen.

2 Tim 4
3 Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt;
4 und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich zu den Fabeln hinwenden.

Diese Zeit ist heute. Und die einzige Antwort darauf sind Menschen, Frauen und Männer Gottes, die keine Angst haben vor Ablehnung, die keine Angst haben von der geistlichen Obrigkeit verrissen zu werden und diffamiert zu werden und verleumdet zu werden und als böse und als schlecht dargestellt zu werden.

Die sagen wie Elia: So wahr der Herr lebt vor dem ich stehe.

1Kön 17,1
Und Elia, der Tisbiter, von den Einwohnern Gileads, sprach zu Ahab: So wahr der Herr lebt, der Gott Israels, vor dessen Angesicht ich stehe …

Das sagte er als er gerade vor Ahab steht, dem König, seinem König. Und er sagt: „Ahab, ich stehe nicht vor dir, bild dir nichts ein, ich stehe vor Gott“. Was für eine Freiheit! „So wahr der Herr lebt, vor dem ich stehe.“

Das ist, was es braucht, ihr Lieben. Echos haben wir genug, wir brauchen Stimmen vom Himmel. Keine Echos, die nachplappern, was andere schon erzählen und was sie auch von anderen gehört haben, die auch nicht von Gott gehört haben. Wir brauchen eine Stimme. Hallelujah.

Und das wirst du nur wenn du dich begibst auf diesen einsamen Weg zum Berg des Herrn. Wo du sagst: Gott, ich habs gesehen, du hast mich überführt, hier ist diese ekelhafte Menschengefälligkeit, dieses Fischen nach Lob und nach Anerkennung und nach guten Worten, Herr. Rotte das aus in mir, ich will nichts mehr davon haben! Ich will Dein Lob haben alleine. Ich will nur hören von Dir, „gut gemacht, du treuer Knecht“. Das will ich hören von Dir.

Und das ist ein Weg des Zerbruchs und der Beschneidung bis dieses Zeug rauskommt. Und da gibt es manche schwierige Situationen und wo Gott dich schickt, Worte zu sagen, wo du denkst, wenn ich das sage, ich sterbe. Und Gott sagt: Geh und stirb – und du wirst leben.

Das ist, was Er braucht, das ist, was die Welt braucht: Menschen, die nicht käuflich sind, die nicht ihre Karriere im Blick haben und die nicht den Applaus der Massen suchen, sondern die nur die Anerkennung vom Himmel haben wollen.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (55:00 bis 60:00)

 

Joh 15,5b
Jesus: Ohne mich könnt ihr nichts tun.

Das ist eines der schwersten Wahrheiten, die unser Herz glauben kann. Vorhin war die erste, dass wir wirklich wertvoll sind für Ihn, dass wir wirklich geliebt sind, dass wir kostbar sind. Aber eine zweite ist: Ohne ihn können wir gar nichts.

Und wir haben so viel Elan und so viel Power und so viel Pläne und so viel Überzeugung, wir können doch eine Menge. Und es braucht Jahre, denkt an Mose, einen Menschen zu demontieren, Jahre, ihn an den Punkt zu bringen, dass er weiß: Herr, mit mir ist nichts. Wenn irgendwas kommt, dann nur weil Du Gott bist und weil Du der bist, der die Toten auferweckt.

Und als Mose ganz unten war, da hat Gott gesagt: „So, jetzt bist du bereit. Jetzt geh und jetzt rede“. Und der Mann, der in aller Beredsamkeit Ägypten erzogen war hat auf einmal gesagt: Ich kann nicht reden!“ Er war völlig demontiert. Da war nichts mehr dabei. Und Gott hat gesagt: So ist es gerade recht, so brauche ich dich.

Und wir brauchen die Kraft der Auferstehung, die in uns wirksam ist. Und die müssen wir kennen. Von der müssen wir nehmen. Hallelujah.

Ein ganz wichtiger Punkt in unserem Gebet, worum es überhaupt geht, warum wir beten sollen – das Ziel unserer täglichen Zeit mit dem Herrn ist, dass wir Ihm unser Herz geben.

Unser Leben mit dem Herrn beginnt nicht damit, dass wir was tun für Ihn, sondern dass wir Ihm erlauben etwas zu tun an uns. Damit beginnt das wirkliche Leben mit dem Herrn. Dass wir Ihm Raum machen in uns. Und wir müssen das Wort Gottes studieren und herausfinden, worum geht es Gott überhaupt. Und obwohl ich so eine „Tag-und-Nacht-“ … naja, „Nacht-und-Tag-Bekehrung“ gehabt habe und in einer Nacht mein ganzes altes Leben zu Ende und ich durch die Gnade Gottes nie wieder in diesen Schmutz und in die Drogen und in das alles zurückgegangen bin – trotzdem hat es ungefähr 17-18 Jahre gedauert bis ich eine Wahrheit verstanden habe — wie David sagt: „Ich habe erkannt, mein Gott, dass Du das Herz erforscht“.

Ps 139,23
Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine

17 Jahre hats gedauert bis ich verstanden habe: Der Gott, der mich gerufen hat aus der Finsternis jetzt mit Ihm zu leben – Er ist an meinem Herzen interessiert. Nicht an meinem Dienst, Er ist an meinem Herzen interessiert. Und Er muss dort Dinge tun und Er will dort Dinge tun. 17-18 Jahre hat das gedauert. Ich wünschte, ich hätte damals solche Botschaften gehört wie ich sie heute hier bringe. Aber ich habs nicht gehört und habe meine Zeit mit vielen Dingen, die für mich wichtig waren, aber nicht die viel gebracht haben, verbracht. Der Gott, der uns gerufen hat, hat ein Werk mit unseren Herzen vor.

Und es ist eine falsche Lehre wenn Menschen sagen, die Bekehrung ist das neue Herz. Das ist nicht, was die Bibel sagt. Die Bekehrung ist nicht das neue Herz. Die Bekehrung ist der Anfang eines Prozesses, wo Gott ein neues Herz schafft.

1 Tim 1,5
Das Ziel aller Weisung (allen Unterrichts, aller Predigt, allen Trainings) ist Liebe aus reinem Herzen.

Das ist das Ziel. Das ist nicht der Start. Das ist das Ziel. Ein reines Herz ist das Ziel. Und wenn du das noch nie studiert hast, nimm deine Konkordanz oder deine Computerbibel, hol alles raus über Herz und was ist das „reine Herz“ und warum will Gott das haben, wie sieht das aus, wie schafft Er ein reines Herz, was bedeutet das? Und wie kann ich Ihm erlauben zu arbeiten?

Und dann verstehe ich: Gott will arbeiten an meinem Herzen, und ich suche Ihn in erster Linie deswegen um Ihm Raum zu machen in mir Sein Werk zu tun.

Ihr Lieben, Demut, Sanftmut, Barmherzigkeit, eine Haltung der Dienerschaft kommt nicht über Nacht! Kommt auch nicht von einer theologischen Ausbildung. Es kommt wenn Gott selber Sein Werk tut in unserem Herzen – auf keine andere Art und Weise – egal, was für ein Diplom du dir angeschafft hast oder was auch immer für eine theologische Ausbildung oder irgendwas – wenn Gott nicht das Herz formt nutzt die ganze theologische Ausbildung nichts. Und es wird nur aus deinem Kopf in die Köpfe von anderen gehen. Aber Gott macht es ganz anders: Aus dem Herzen in das Herz hinein.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (50:00 bis 55:00)

 

Lasst mich noch schnell erwähnen, obwohl ich jetzt nicht darauf eingehen werde, was ist denn der Stab Aarons, den wir auch finden in der Gegenwart Gottes? Der Stab Aarons, der gegrünt hat, das war das Zeichen Seiner Erwählung. Da wurden ja die Stäbe hingelegt und einer hat über Nacht ausgeschlagen – ein totes Stück Holz hat ausgeschlagen, gegrünt und Frucht getragen. Und das war das Zeichen: Aaron ist erwählt.

Für mich, der Stab Aarons, den wir auch finden in der Gegenwart Gottes, ist: Du findest deine Erwählung. Du findest deine Berufung.

Ohne dass man das irgendwie belegen könnte, aber rein gefühlsmäßig, ich glaube, dass weit über 80% – wahrscheinlich noch mehr Prozent der Gläubigen heutzutage im Laufe ihres Lebens niemals in ihre Berufung kommen. Weil ihr Glaube so oberflächlich ist, weil er so viel mit Menschenweisheit vermischt ist, weil sie so wenig selber empfangen von Gott, weil sie so wenig hineinkommen in das, was Er für sie hat. Und sie versuchen und hören auf Ratschläge von anderen: „Mach doch mal das oder mach das oder vielleicht sollst du dies machen“ oder so – aber Gott hat einen Plan. Das heißt nicht, wir gehen alle in den vollzeitlichen Dienst, aber Gott hat einen Plan für dein Leben. Und Er möchte, dass du da hineinkommst.

Und du musst es von Ihm empfangen, du kannst es nur von Ihm empfangen. Renn nicht zum Propheten: „Was ist das Wort des Herrn, was sagt der Herr über meine Zukunft?“ Vergiss das! Vergiss das. Wie viele Leute habe ich gesehen – junge Leute – rennen dem Propheten hinterher und machen hinterher die dümmsten Dinge, weil sie ein Wort bekommen haben, was sie gar nicht verstanden haben.

Wenn du ein Wort bekommst, was du nicht verstehst – in keinem Falle triffst du irgendeine Entscheidung, in keinem Falle veränderst du irgendwas in deinem Leben. Du tust es aufs Regal und sagst, „Herr, wenn das von Dir ist und wenn die Zeit da ist, Du wirst mir erklären was das bedeutet, und dann wirst Du mir zeigen, was, wann, wo, wie, mit wem zu veranstalten ist“. Und wenn das nicht vom Himmel kommt, dann kann das Wort auf dem Regal stehen bleiben – Jahrzehnte.

Wir denken, das Wort kommt am Sonntag – das meint Mittwoch. Ich war keine zwei Jahre Christ, jemand hatte eine Vision gehabt für mein Leben, was meinen Dienst beschrieben hat. Und wie alle jungen Hengste – man denkt, okay, das ist es und das mache ich jetzt – und es war eine herrliche Bauchlandung. Und ich habe nicht verstanden, dass es über 20 Jahre dauert bis das anfing zu leben und realisiert zu werden, was damals war. Über 20 Jahre – und das waren nur die ersten kleinen schwachen Anfänge, und ich glaube, dass ich immer noch in den Anfängen bin.

So, wir denken, Gott hat gesprochen, wir krempeln die Ärmel hoch, wir machen das. Nein, wenn Gott gesprochen hat, dann muss Er ein zweites Mal sprechen: „Was, wann, wo, wie, mit wem“.

Und wenn Er das nicht gesagt hat, dann bete Ihn über diesem Wort an und sag: „Herr, hilf mir zu reifen, damit Du in mir erfüllen kannst und durch mich erfüllen kannst, was Du gesagt hast“.

So, der Stab Aarons ist ein Zeichen der Erwählung – und ich glaube noch etwas zweites, was man auch braucht um in seine Berufung zu kommen: Es ist die Kraft die Auferstehung. Es gibt keinen Dienst ohne Tod und Auferstehung. Es gibt keinen Dienst. Das ist eine Wahrheit, die heute so, so, so negiert wird, weil wir alle so auf Erfolg getrimmt sind und „hier sind die Rezepte und 1, 2, 3 und mach so und kopiere das aus Amerika und mach das und mach jenes und dann funktioniert das“.

Leben kommt aus Tod! Nimm das Beispiel von Josef, nimm David, nimm Paulus – nimm wen du willst! Leben schafft Gott aus Tod. Wo Menschen an den Nullpunkt kommen, wo Menschen in tiefe, tiefe Abhängigkeit kommen und sich wirklich im tiefsten Innern bewusst werden, ohne Ihn kann ich gar nichts!

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (45:00 bis 50:00)

 

Wo wurden die Steintafeln beschrieben mit den Ordnungen und mit dem Gesetz Gottes? Auf dem Berg des Herrn. Mose musste die Tafeln nehmen und hochschleppen. Stell dir mal vor, die waren ja bestimmt schwer diese Dinger. Und das war ein beschwerlicher Aufstieg auf diesen Berg – ich weiß nicht wie lange er da hochgelaufen ist, einen Tag oder zwei Tage oder was. Und Gott hat gesagt: „Mose, komm hoch, bring die Steintafeln“. Und oben auf dem Berg, was ein Bild ist für die Gegenwart Gottes, da wurde geschrieben. Und an dem selben Ort wird heute auch geschrieben – es gibt nur einen Ort: Gott schreibt nicht in der Predigt, im Lehrseminar oder während wir so durch die Bibel-Kapitel gehen. Nein, aber wenn wir die Gegenwart Gottes suchen, Ihn anbeten, Ihn erheben, in Seine Gegenwart kommen wie die Bibel das sagt – mit Dank, mit Anbetung, mit dem Blut, mit einem wahrhaftigen Herzen wie es vorhin geheißen hat in Hebräer 10,19f.:

Hebr 10,22
so laßt uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völliger Gewißheit des Glaubens, durch Besprengung der Herzen los vom bösen Gewissen und am Leib gewaschen mit reinem Wasser.

Nur wenn wir so in die Gegenwart Gottes kommen und dann wirklich vor Ihm sind, dann bringen wir Worte mit. Hosea sagt: Kehrt um zum Herrn, bringt Worte mit.

Hos 14,3
Nehmt Worte mit euch und kehrt um zum Herrn!

Finde Worte, möglichst wenige – zwei, höchstens drei, die der Heilige Geist jetzt betont für dich. Du sagst: Wo soll ich die finden? Sag: „Heiliger Geist, was sind die Worte, die jetzt dran sind, die jetzt mir Heilung, Hilfe, Ausrichtung, Klarheit, Stärke bringen?“ Und du wirst zwei, drei Worte bekommen vom Heiligen Geist – Schriftworte!

Ich rede nicht von stundenlang Anstehen – oh, da ist der Prophet, ich brauche ein Wort vom Herrn. Vergiss diesen ganzen Modekram, vergiss das! Such du Gott, und Er wird dir sagen, was Er dir zu sagen hat. Vieles von diesem ganzen prophetischen Business heute, ist … ich sags lieber nicht … ist nicht hilfreich, ist nicht hilfreich und gibt Leuten eine völlig verkehrte Basis in ihrer Beziehung zum Herrn. Und sie brauchen wieder einen Mittler um zu hören vom Herrn. Aber Gott sagt: Du hast Zugang zu mir, lass doch mich erklären was mit dir los ist, was du jetzt brauchst, was ich dir geben will, was der Plan deines Lebens ist.

So, dann findest du diese Worte, und du betest Gott an, und du lernst dein Herz zu geben. Ich erklär das gleich ein bisschen weiter. Und dann erlaubst du, indem du mit Glauben und mit Zuversicht diese Worte in das Angesicht Gottes sprichst und dich damit verbindest und sagst: „Das ist die Wahrheit, das ist was Du sagst – über Dich oder über mich oder über mein Leben und das glaube ich und das halte ich fest. Und hier bin ich – und schreib es auf die Tafel meines Herzens“.

So wird dein Herz geprägt. Und heute der Wandel von vielen Gläubigen ist so oberflächlich mit Gott, weil sie das nicht kennen. Weil sie nicht verstehen was der neue Bund ist. Der neue Bund ist das Wort Gottes auf die Tafel deines Herzens geschrieben. Das ist der neue Bund. Das Herz wird umgeformt, geprägt durch die Kraft des Wortes Gottes. Und wenn du einmal ein Bibelstudium gemacht hast und das in dir lebendig erhältst, was Gottes Wort kann – dann hast du keine Sorge über deinen Unglauben, über deine Verzagtheit, über Entmutigung oder über Minderwertigkeit. Du sagst: „Lass nur das Wort ran und dann werden wir sehen“. Das Wort ist stark genug dein Herz fest zu machen. Durch Gnade wird das Herz fest, sagt der Hebräer-Brief.

Heb 13,9b
denn es ist gut, daß das Herz fest wird, was durch Gnade geschieht

Wir brauchen feste Herzen, starke Herzen, unerschütterliche Herzen, Herzen, die nicht sich abhängig machen von anderen Menschen in einer falschen Weise und sich an Menschen hängen, an irgendwelche Leiter, an irgendwelche großen Dienste und hoffen, die werden schon wissen, wo es langgeht. Nein, wir müssen Gott selber kennenlernen. Und dann lernen wir – je mehr wir Ihn kennenlernen – lernen wir auch zu unterscheiden und merken, das ist ein gesunder Dienst und das ist ein Dienst im Mischmasch, da gibt es Dinge, die sind sehr gut, und daneben gibt es Dinge, die sind ungenießbar. Und warum wollen wir im Trüben fischen wenn das klare Wasser fließt? Warum wollen wir von Pfützen trinken wenn da rauschende Gebirgsbäche fließen mit klarem, kristallklarem frischen Wasser?

Wir kommen zu Ihm. Wir erlauben dem Heiligen Geist unser Lehrer Nummer 1 zu sein. Das heißt nicht, dass wir nicht auch von Diensten, die Gott gegeben hat – als Lehrer oder als Propheten oder als Hirten – in die Gemeinde gegeben hat – dass wir von denen nicht nehmen und profitieren. Aber wir machen uns nicht abhängig, wir werden kein Fanclub, sondern wir hören Gott in ihnen. Das ist etwas total anderes als in einer seelischen menschlichen Weise sich an andere Menschen zu hängen und nur einen Glauben aus zweiter Hand zu haben. Gott möchte, dass wir einen echten Glauben haben, und dieser Glaube kommt durch das Wort.

Durch das Hören des Wortes, wo du hörst wie der Heilige Geist das „Logos“, das Schriftwort zu einem „Rhema“ macht, zu einem lebendigen Wort Gottes für dich jetzt in deiner Situation. Da kommt Glaube, da kommt das feste Herz her. Hallelujah. Hallelujah.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (40:00 bis 45:00)

 

Ob du ein Trittbrettfahrer bist und hängst dich an irgendwelche Trends und hoffst, die gehen schon in die richtige Richtung oder ob du einer bist, der wirklich aus der Gegenwart Gottes herauslebt. Der kühn ist, der stark ist, der sich nicht anpasst, der nicht erpressbar ist, der nicht eingeschüchtert werden kann, der nicht seine Meinung zurückhalten muss, weil er sonst befürchtet, irgendwie einen Skandal auszulösen. Das ist, was es braucht in dieser Zeit, ihr Lieben.

So, was sind die Tafeln des Gesetztes? Nun, der alte Bund bestand darin, dass das Gesetz, das Gebot, die Ordnung Gottes auf Steintafeln geschrieben wurden. Das ist der alte Bund. Was ist der neue Bund? Der neue Bund ist, dass das Gesetz Gottes – nicht das mosaische Gesetz – das Gesetz im Sinne von „Gottes Ordnung, Gottes Willen, Gottes Gebot“ auf die Tafel deines Herzens geschrieben wird und dein Herz sich total verbindet und prägen lässt und geformt wird von der Kraft des Wortes Gottes. Und dein Herz voller Einsicht, voller Dankbarkeit, voller Überzeugung übereinstimmt mit dem Willen Gottes und mehr als nur übereinstimmt, sondern dein Herz mehr und mehr verlangt nach den Ordnungen Gottes, verlangt nach dem, was richtig und was gut ist.

Dein Herz wird umgeformt, wird neu geprägt. Und du lernst zu lieben, was der Herr liebt. Und du lernst zu hassen, was der Herr hasst. Das ist die ultimative Erlösung. Dass du übereinstimmst mit dem Willen Gottes. Nicht, weil du bist jetzt Christ und du bist Kind Gottes und du musst diese Dinge tun. Nein, du willst sie tun. Alles in dir ist: Das ist richtig, das ist gesund, das ist gut, das will ich. Du stimmst von tiefstem Innern überein.

Viele, viele Gläubige kennen den Willen Gottes und versuchen den Willen Gottes zu leben und da drin ist noch so viel Widerstand und so viel Sehnsucht nach Dingen, die aber jetzt leider alle verboten sind. Und sie führen dieses Leben in dieser Spannung. Aber Gott möchte, dass unser Herz völlig gewonnen wird, völlig in Übereinstimmung kommt mit ihm, und dass wir lieben, was Er liebt und dass wir hassen – wir lernen zu hassen, was Er hasst.

Das ist eins meiner wichtigsten Gebete, mehrmals die Woche, nicht jeden Tag, aber mehrmals die Woche bete ich dieses Gebet: Herr, gib mir ein Herz, das liebt, was Du liebst und das hasst, was Du hasst.

Bevor wieder eine Email kommt, „ja, wo ist dieses Gebet in der Bibel?“ Das ist ein kein Gebet in der Bibel, aber ich habe es genommen aus einer Schriftstelle, weil ich lerne das Wort zu beten. Und Hebräer 1,9 heißt von Jesus: „Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst“.

Heb 1,9a
Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehaßt

Das ist Jesus. Hallelujah. Nur deswegen können wir Respekt haben vor ihm, weil er Gesetzlosigkeit hasst. Wenn er Gleichgültigkeit hätte in seinem Herzen gegenüber all den schrecklichen Dingen, die um uns herum passieren – welchen Respekt können wir vor ihm haben? Aber weil er Gott ist, und weil er das Gute liebt und das Böse hasst, deswegen können wir Respekt haben vor ihm.

So, du sagst: „Das ist Jesus, ja und?“ Und wir sind seine Nachahmer! Wir werden in sein Bild verwandelt.

2Kor 3,18
Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn.

Wir werden ihm immer ähnlicher. Und das hat nichts mit langen Haaren zu tun und mit Sandalen, sondern das hat etwas mit unserem Herzen zu tun. Unser Herz soll in Übereinstimmung kommen mit ihm. Und des gibt nur einen Weg wie das geschehen kann: Dass wir Gott Raum machen sein Wort auf unser Herz zu schreiben.

Und das ist eine Art des Umgangs mit dem Wort Gottes, den leider wenige kennen. Das ist eine Kunst, die verloren gegangen ist.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (35:00 bis 40:00)

 

So, wo waren wir? Das Heiligtum: Krug mit Manna – überfließende Versorgung. Und das sind in allerletzter Linie materielle Dinge. Zu allererst sind das die geistlichen Dinge: Dein Bedürfnis nach Liebe, dein Bedürfnis nach Wertgefühl. Wir alle haben eine Sehnsucht und wir möchten gerne uns wertvoll fühlen, uns wichtig fühlen. So hat Gott dich gemacht. Und deine Wichtigkeit besteht darin, dass der Gott des Universums sich zu dir herabneigt und sagt: „Dich habe ich gemacht und du bist mein Sohn und du bist mir wichtig“.

Darin besteht deine Würde und dein Wert. Nicht in dem, was du tust, was andere dann sehen sollen und applaudieren und irgendwie quittieren. Sondern dein Wert besteht in: Du bist geliebt, weil Er gesagt hat, du bist wertvoll – „in meinen Augen wertgeachtet“.

Und meine Erfahrung ist, es braucht lange bis unser Herz bereit ist, das zu glauben. Das ist eins der schwersten Dinge zu glauben, dass wir wertvoll sind. Dass wir kostbar sind. Dass Er wirklich bereit war für uns das allerliebste, seinen Sohn, zu opfern, damit wir zu Ihm zurückkommen können.

Da ist so viel Unglaube und so viel „ich bins nicht wert und unwürdig“ und „wer bin ich schon?“ usw. in unserem Herzen. Aber Gott möchte durch Seine Gegenwart das alles herausnehmen und möchte unser Herz gewiss machen und fest machen: Wir sind für Ihn besonders. Hallelujah. Und das brauchst du um zu leben. Das brauchst du! Dass du stark wirst, durch diese Gewissheit: Du bist bejaht, du bist gewollt. Und dieses „Ja“ Gottes wird niemals wieder zurückgenommen. Das macht dich sicher, das gibt dir einen Felsengrund, auf dem du stehst. Hallelujah. Das brauchen wir.

Wir sollen wirklich aus erster Hand, nicht von einer Predigt über die Liebe Gottes, sondern aus einer Begegnung, aus einer Erfahrung – und nicht einer, sondern immer wieder – sollen wir leben.

Dazu ist der Heilige Geist gekommen, er will uns in alle Wahrheit führen.

Joh 16,13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten

Das sind nicht nur theologische Wahrheiten, sondern das ist erstmal das ganz Grundlegende: Gott ist wirklich dein Vater. Und Er meint es gut mit dir. Und wie Jesus gesagt hat: Niemand wird euch aus meiner Hand reißen.

Joh 10,28
und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.

Wir sind sicher. Wir sind geborgen. Wir brauchen diese Geborgenheit. Und ihr Lieben, wenn wir schauen, was das Wort Gottes sagt und was uns die Medien ankündigen, was in den nächsten wenigen 10, 20 Jahren auf uns zukommt – wenn wir etwas brauchen, dann ist das Geborgenheit und Sicherheit und Kühnheit und Festigkeit in Gott. Wo wir nicht eingeschüchtert werden von gewichtigen Herren, die da auftreten und die unseren Glauben zerpflücken wollen und die dummes Zeug erzählen im Namen der Theologie.

Sondern wo wir wissen: „Red nur weiter, Professor, dein ganzes Reden beweist, du kennst Ihn nicht, aber ich kenne Ihn und Er ist in mir, und Er hat heute morgen noch mich begrüßt und gesagt, ich bin so wertvoll und ich bin so wichtig und ich bin kostbar. Quatsch nur weiter, deine Theorie interessiert mich überhaupt nicht, ficht mich gar nicht an, irritiert mich überhaupt gar nicht“.

Wir brauchen eine Sicherheit im Herrn, dass alle Welt aufstehen könnte und sagen könnte: Wir haben herausgefunden und wissenschaftlich bewiesen, Gott gibt es nicht. Und du sagst: „Ihr Narren“. Du wirst nicht verunsichert, du wirst nicht irritiert. Wir brauchen Kühnheit, Festigkeit, um gegen den Geist der Welt der stehen. Und das kommt nicht aus guten Vorsätzen, das kommt aus Begegnung mit dem Herrn. Er wird unsere Kraft.

Dan 11,32b
die Leute aber, die ihren Gott kennen, werden sich stark erweisen.

Die ihren Gott kennen, werden sich stark erweisen. Stärke kommt aus „Gott kennen“. Und kennenlernen tun wir Ihn nur wenn wir mit Ihm Gemeinschaft haben.

So, der Krug mit Manna – ich bin immer noch nicht weiter – der Krug mit Manna – diese Versorgung, dieser Fluss der Liebe Gottes. Dann gibt es die Tafeln des Bundes, die Steintafeln des Gesetzes. Und als drittes gibt es den Stab Aarons, der gegrünt hat.

Heb 9,4
zu diesem gehört der goldene Räucheraltar und die Bundeslade, überall mit Gold überzogen, und in dieser war der goldene Krug mit dem Manna und der Stab Aarons, der gesproßt hatte, und die Tafeln des Bundes

Diese drei Dinge waren im Zentrum des Heiligtums, da wo die Gegenwart Gottes war, da war diese Bundeslade, eine Kiste aus Akazienholz mit Gold überzogen und den Cherubim da drüber. Und da drinne waren diese drei Schätze. Und diese drei Schätze sind heute immer noch da. Und alle drei musst du suchen und finden. Und ob du sie suchst und findest, davon hängt ab, was für eine Art von christlichem Leben du führst.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (30:00 bis 35:00)

 

 

Das hat mich so getroffen. Und dann floss der Heilige Geist in diesem Konzert, und während ich dort saß – zugekifft bis oben hin – hatte ich eine Offenbarung: Jesus Christus lebt, er ist Gott. Er ist real, den gibt es wirklich. Und das hat mich so tief getroffen, dass ich noch ein, zwei Stunden nach dem Konzert unfähig war zu sprechen. Ich saß auf der Straße am Bordstein. Meine Kumpels sagen: „Was ist los mit dir?“ Ich konnte nicht sprechen, ich war so überwältigt von dieser Realität, es gibt Gott, den gibts wirklich! Jesus lebt! Das ist nicht eine Person der Geschichte vor 2000 Jahren – den gibts wirklich, der lebt, der letzt jetzt. Ich war nicht bekehrt, ich war nicht gläubig, aber ich wusste eins: Jesus ist eine reale Person, auch wenn ich den nicht sehe – ich weiß es! Ich weiß, dass ich weiß.

Ströme lebendigen Wassers fließen von Gläubigen zu Ungläubigen, und die machen Begegnungen und Erfahrungen mit Gott. Und etwas kommt in ihr Leben, dass ihr ganzes Leben total auf den Kopf stellt – oder sagen wir mal besser: „wieder auf die Beine“.

Ströme lebendigen Wassers sollen von uns fließen. Das ist der Heilige Geist! Aber bevor es von uns fließt, müssen wir es empfangen. Jesus sagt in Johannes 4 zu der Frau, dass man trinken soll. Und wenn man trinkt, dann wird das, was man trinkt – und Johannes 7 sagt, es ist der Heilige Geist – wird eine Quelle in uns.

Joh 4,14
das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden

Joh 7,38-39
Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies aber sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.

Zuerst nehmen wir es auf, und dann bleibt es in uns und es wird eine Quelle in uns. Und dann aus dieser Quelle heraus fließt es wieder zu anderen. Und das nennt man „Dienst“. Reichlich trinken bringt reichlich Dienst. Verstehst wie ich das meine? Jesus sagt: Wen dürstet, der komme zu mir und trinke.

Und etwas, was besonders deutsche Christen lernen müssen – und das wäre ein gutes Gebet: Herr, lehre mich zu trinken. Lehre mich. Wie kann ich denn empfangen, wie kann dieses Wasser des Lebens, diesen Fluss des Heiligen Geistes – wie kann ich das empfangen? – Du tränkst uns mit deinem Strom der Wonne.

Ps 36,9b
mit dem Strom deiner Wonnen tränkst du sie

„Ich gebe meinem Volk zu trinken“, heißt es in Jesaja.

Gott gibt Wasser des Lebens. Da ist Ermutigung, Erfrischung, Belebung, Stärkung, Kräftigung – all das kommt durch die Gegenwart Gottes. Und zwar nicht ein Mal, und nicht vor 20 Jahren oder irgendwann da bei Toronto oder was – hej, das soll eine Realität sein in deinem Leben immer und immer wieder. Und das ist so wichtig, dass wir uns das als Ziel setzen: Ich will alleine zu Hause Gott begegnen!

Mir macht ein bisschen Sorge wenn ich diese vielen begeisterten jungen Leute sehe, die gehen da zur Holy Spirit Night und was weiß ich für Events. Und da kommen die zu Tausenden. Aber ich frage mich, wie viele von denen alleine am nächsten morgen oder eine Woche später morgens kennen diese belebende, erfrischende Gegenwart Gottes? Wie viele leben ein solches Leben, einen solchen Lebensstil, dass Gott auch zu ihnen alleine kommen kann – ohne gewaltige Worship-Band und ohne die ganze Aufregung von tausenden von anderen? Da weißt du, was wirklich Substanz ist. Man kann schnell von begeisterten tausenden von Leuten auch begeistert sein, aber nicht alles an Begeisterung ist „Holy Spirit“. Auch wenn es „Holy Spirit Night“ heißt. Aber wo du alleine zu Hause auf der Grundlage des Wortes dich durchkämpfst durch den Wust deines Fleisches, den Widerstand, und da Gott suchst und findest – das hat Substanz und das macht dich stark.

Ich hab nichts gegen Events. Aber wenn Menschen davon leben und können zu Hause nicht beten und die Gegenwart Gottes dort nicht erleben, dann stimmt etwas nicht. Dann brauchen sie immer ein Event um irgendwie gut drauf zu sein. Aber wir brauchen keine Events. Wir brauchen Begegnungen mit dem Herrn alleine. Jeden Tag. Und dazu ruft Er uns.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (25:00 bis 30:00)

 

Im Hebräer-Brief Kapitel 9,4 wird das Heiligtum näher erklärt so wie es damals gewesen ist, also im alten Bund. Und dann heißt es dort, in der Gegenwart Gottes, im Heiligtum sind drei Dinge. Drei Dinge sind dort gewesen damals im Allerheiligsten. Und ich bin davon überzeugt, diese drei Dinge sind auch heute noch da. Sie sind ein Bild für wunderbare, wichtige, absolut lebensnotwendige geistliche Wahrheiten.

Da war der Krug, der goldene Krug mit Manna. Das erinnerte an die Wüstenzeit, wo sie durch die Wüste gingen und wo sie übernatürlich versorgt wurden von Gott jeden Tag. Und diese Versorgung hat nicht aufgehört. Die Bibel sagt, dass ein Strom der Güte, der Wonne, der Liebe, der Freundlichkeit, der Ermutigung, der Erfrischung und Belebung ausgeht von Gott. Und Er möchte Sein Volk tränken.

Ps 36,9b-10a
Mit dem Strom deiner Wonne tränkst du sie. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens.

Aber viele glauben das nicht, viele kommen nicht dahin und viele geben sich nicht und warten auf dieses Wasser. Jesus sagt, an ihn zu glauben heißt Wasser des Lebens zu trinken. Das ist eine grundlegende Definition im Neuen Testament, was es heißt an Jesus zu glauben. Zu ihm zu kommen! „Wen da dürstet, der komme und der trinke von dem Wasser des Lebens“.

Off 22,17b
Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.

Und wieder diese gleiche so heilsame Wahrheit. Die wir besonders wenn wir im vollzeitlichen Dienst sind, die wir in Gefahr sind so schnell zu vergessen: Erst kommt „empfangen von ihm“ und dann kommt der Dienst. Was sagt Jesus? „Kommt, trinkt“ – und dann von dem, was wir getrunken haben, fließt es wieder von uns – Ströme lebendigen Wassers fließen aus unserem Leibe, aus der Mitte unseres Leibes dann hin zu anderen.

Joh 7,37-38
Aber am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

Und wenn wir lernen in dieser Balance zu sein, dass wir empfangen zuerst und dann geben, werden wir immer gesund bleiben, werden wir immer stabil bleiben, wir werden niemals ausbrennen. Egal wie beschäftigt wir sind. Wir werden immer in dieser Balance bleiben, weil wir nicht etwas geben aus uns selbst heraus, sondern weil wir geben, was wir empfangen haben. Hej, die Leute brauchen nicht uns! Unsere nette oder charmante oder sprühende Persönlichkeit oder irgendwas! Das brauchen die nicht. Davon sind die Medien voll von solchen Typen. Die Entertainer und Comedians und was es da alles gibt. Was die brauchen ist mit Gott in Berührung zu kommen. Und das kann nur der Heilige Geist machen, der von dir fließt. Der Heilige Geist kann Menschen berühren, kann Menschen eine Gewissheit geben, „hej, es gibt Gott! Es gibt Gott! Ich habe etwas erlebt, ich weiß, dass es Gott gibt!“ Hallelujah.

Vor über 40 Jahren, ich war in tiefster Finsternis, in Schmutz, in Bosheit, in Rebellion. Und einige meiner Drogenkollegen sind Christen geworden. Wir dachten, Hilfe, das ist ja wohl das Allerletzte. Also wie kann man jetzt Christ werden!? Wir waren auf Buddha und Hinduismus und Yoga und all diesem ganzen Zeug. Wie kann man jetzt Christ werden?! Und die haben Musik gemacht und haben einen Konzert gegeben. Wir haben gedacht, wir gehen hin, wir schauen uns diese Idioten an und machen ein bisschen Spaß über die. Und voll bekifft bin ich auf dieses Konzert gegangen. Und als sie anfingen zu spielen hat er gesagt: „Bevor wir spielen werde ich jetzt beten“. Ich dachte, oh nein, das gibts ja nicht. Sind wir hier in der Kirche oder was?

Ich hatte doch einen heiligen Eid bei meiner Konfirmation geschworen, ich werde nie wieder einen Fuß über die Schwelle einer Kirche setzen und jetzt bin ich hier auf einem Konzert, und der will jetzt hier beten!

Aber weißt du, dann fing der an mit Jesus zu reden. Und das hat mich getroffen als wenn einer einen großen Hammer genommen hätte und hätte damit mir eine drüber gebraten. Ich dachte, das gibts ja gar nicht! Der redet mit Jesus als wenns den wirklich gibt. Der redet mit Jesus als wenn der gerade neben ihm stehen würde. Das gibts ja gar nicht. Ich hab zum ersten Mal in meinem Leben einen Menschen beten hören. Ich habe viele Menschen Gebete sprechen hören, aber hier hat zum ersten Mal – da war ich 21 Jahre – und jemand betet. Und der redet mit Gott als wenn er den kennt und als wenns den gäbe und als wenn der gerade neben ihm wär.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (20:00 bis 25:00)

 

 

David betet:

Ps 63,3
So schaue ich im Heiligtum nach dir, um deine Macht und deine Herrlichkeit zu sehen.

Und wenn du den Anfang siehst von diesem Psalm, dann heißt es: „Als er in der Wüste Juda war.“ In der Wüste! Was für ein Heiligtum gab es in der Wüste? Da war kein Heiligtum. Aber David war ein Vorläufer des neutestamentlichen Gläubigen, und er hat verstanden, die Gegenwart Gottes ist ein Ort im Geist. Es hat nichts mit einem Tempel zu tun, das hat nichts mit einem Gebäude zu tun. Das hat nichts mit einem heiligen Ort zu tun, sondern wo immer man ist, man kann in dieses Heiligtum hineinkommen. Hallelujah.

Gott lädt uns ein, Ihn zu suchen, nach Ihm zu fragen, Ihn zu erleben. Und die Bibel ist voll, und wir sollten das studieren, weil das baut unseren Glauben auf: Was heißt das, die Gegenwart Gottes? Was ist in Seiner Gegenwart Gottes, vor Deinem Angesicht?

Ein anderes Wort für Gegenwart ist Angesicht. Angesicht oder Gegenwart ist das gleiche im Alten Testament. Vor dem Angesicht Gottes ist Freude die Fülle.

Ps 16,11b
vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle.

So, die Bibel redet davon, man kann Gott erleben. Und wir sollen das. Wir sollen Seine Kraft erleben, wir sollen Seine Gegenwart erleben, die uns Gutes tut. Schau mal, was Paulus diesen Philosophen sagt in Apostelgeschichte 17: Es ist die Aufgabe des Menschen – darum hat Gott Menschen gemacht – dass sie Gott suchen, ob sie ihn tastend fühlen und finden möchten, obgleich Er nicht fern ist von einem jeden von uns.

Apg 17,27
dass sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja (der ja wirklich) nicht fern ist von jedem von uns.

Gott suchen – um was? Ihn tastend zu fühlen! Man kann Gott spüren, man kann Gott erleben. Und man soll es auch, das ist der Wille Gottes. Manche verstehen das verkehrt und sagen: „Hej, du läufst ja nur Gefühlen hinterher.“ Nein, wir laufen Gott hinterher. Aber je mehr wir Ihn finden, um so mehr finden wir auch übernatürliche emotionale Erfahrungen: Friede Gottes ist eine Erfahrung, eine übernatürliche Erfahrung. Seine Kraft, Seine Liebe, Seine Wertschätzung, Seine Freundlichkeit, Ihn zu sehen wie Er wirklich ist. Das ist warum David so da hinterher war. Denkt an seinen Ausspruch in Ps 27.

Ps 27,4
Eines habe ich erbeten vom Herrn, und danach trachte ich: Alle Tage im Hause des Herrn zu sein um anzuschauen – jetzt musst du mal Luther vergessen und mal ein bisschen gucken, was da wirklich gesagt wird – anzuschauen die Schönheit des Herrn.

Bei Luther heisst es: die schönen Gottesdienste anzuschauen. Na, die allermeisten Gottesdienste sind noch nicht so schön und noch weit entfernt von dem, was wirklich himmlische Herrlichkeit ist. Nein – Ihn anzuschauen, die Schönheit des Herrn anzuschauen. Nur weil wir als Deutsche besonders irgendwie so eine kleine Macke haben und irgendwie von unserer Theologie geprägt sind, dass also Gefühl nichts mit Glauben zu tun haben dürfte, deswegen kriegen auch die Übersetzer das nicht hin zu sagen, was dort das Wort Gottes sagt. Russische Bibel sagt „Schönheit“, englische Bibel sagt „Schönheit“, spanische Bibel sagt „Schönheit“. Rumänische höchstwahrscheinlich auch – die sagen alle „die Schönheit Gottes.“ Aber in Deutsch – Freundlichkeit ist das höchste, was man kann irgendwie sich vorstellen. Aber es heißt wirklich „Schönheit„. Unser Gott ist ein prachtvoller, herrlicher Gott, dessen Angesicht belebend und ermutigend und stärkend und erfrischend ist. Und Gott will, dass wir Ihn sehen. Viele Menschen sagen: „Ja, nur – wir leben nur im Glauben, später, ja – in der Ewigkeit!“ Das ist nicht, was die Bibel sagt. Und wenn du das noch nie studiert hast, dann bitte ich dich, dass du einmal hauptsächlich durch die Psalmen gehst, aber auch andere Schriftstellen im Alten Testament, wo von emotionalen Erfahrungen in den Gegenwart Gottes die Rede ist. Das sind erstens gute und von Gott gewollte Erfahrungen. Das sind Erfahrungen, von denen Er möchte, dass wir sie machen. Weil sie uns heilen, weil sie uns stärken, weil sie uns gesund machen, weil sie uns normal machen, weil sie uns freisetzen.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (15:00 bis 20:00)

 

 

Ihr Lieben, ohne das Blut Gottes keine Gegenwart Gottes. Ohne das Blut keine Herrlichkeit. Und sogar in christlichen Kreisen wird das verachtet, und man redet von denen, die festhalten an den alten Wahrheiten über das Blut, man redet von: „Die haben eine Schlachthaus-Religion. Und das kann man heute den Menschen nicht mehr vermitteln.“ Das ist mir egal, was man den Menschen vermitteln kann – Gott möchte uns vermitteln: Nur durch sein Blut haben wir Zugang! Und das ist nicht ein theologisches Dogma, das wir irgendwann mal studiert haben und abgehakt haben, sondern das muss eine lebendige Realität sein. Es heißt hier: „Die Herzen besprengt“. „Durch Besprengung der Herzen, los vom bösen Gewissen“.

Womit werden denn die Herzen besprengt? Mit dem Blut Jesu. Denkt an Mose. Er stand vor dem Volk und er nahm einen Büschel Kraut, tunkte das in das Blut und besprengte die Leute damit. Und sagte: Das ist das Blut des Bundes. Und das Blut Jesu ist eine geistliche Realität. Es ist nicht eine historische Tatsache alleine vor 2000 Jahren, es ist eine geistliche Realität heute. Und der Feind versucht alles, dass wir nicht verstehen, welches Geheimnis das ist um die Kraft des Blutes Jesu.

Als um 1900 es diese Ausgießung des Heiligen Geistes gab, und Gott ganz einfach sich offenbart hat in neuer Kraft mit Zeichen und Wundern und die Leute verstanden haben, „hej, wir sollen erfüllt sein vom Heiligen Geist – wir können und wir sollen und wir müssen im Heiligen Geist beten, in Sprachen beten“ – in diesen Anfängen der sogenannten Pfingst-Bewegung war es eine ganz, ganz starke Betonung über die Kraft des Blutes Jesu. Sie haben gepredigt, sie haben gesungen, sie haben gebetet, alles im Zusammenhang mit dem Blut Jesu.

Wo das Blut geehrt wird – in einem persönlichen Leben oder in einer Gemeinde – kommt die Gegenwart Gottes. Ohne das Blut kommt keine Herrlichkeit.

Und deswegen ist es wichtig, dass unsere Herzen voll sind von Glauben. Dass wir singen und predigen über das heilige Blut. Paulus sagt: „Durch das Blut sind wir nahe geworden“.

Eph 2,13
Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, nahe gebracht worden durch das Blut des Christus.

Das einige, was uns privilegiert uns Gott zu nahen ist das Blut Jesu – das uns reinwäscht von aller Sünde, von aller Ungerechtigkeit.

1Joh 1,9
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.

Wir können so rein vor Gott stehen als wenn wir nie gesündigt hätten. Durch die Kraft des Blutes. Und das Blut macht uns frei vom bösen Gewissen, von der Anklage, von der Verdammnis, von der Selbstbezichtigung. Man kann nicht in die Gegenwart Gottes kommen mit Bedrückung, mit schweren Wolken der Verdammnis und der Selbstanklage über sich. Das ist unmöglich. Weil man nicht wirklich nahe kommt, nicht wirklich aufschauen kann, sondern mit sich selber beschäftigt ist. Aber durch das Blut sind wir frei von diesem Zeug, frei von der Verdammnis, frei von diesem „um uns selber drehen“ und „auf uns schauen“ und irgendwie uns untersuchen. Wir haben unsere Sünde bekannt, und wir haben gedankt und wir glauben, und wir erfreuen uns der Wahrheit, wir sind gereinigt, wir sind abgewaschen.

Und Gott wird nicht geehrt mit Verdammnis. Manche Leute denken, sie müssen mit Verdammnis noch ein bisschen bezahlen für ihre Sünde. Nein, das brauchen wir nicht, das Opfer Jesu genügt. Er hat bezahlt – ein für alle mal. Hallelujah. Und da gibt es keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.

Röm 8,1a
So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind

Wir können in Sein Angesicht schauen, wir können aufschauen zu Ihm, wir können näher kommen. Das Wort Gottes redet davon, dass es verschiedene Grade oder Dimensionen der Gegenwart Gottes gibt. Warum würde sonst Jakobus sagen: „Naht euch zu Gott“?

Jak 4,8a
Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch!

Wenn alle neutestamentlichen Gläubigen in der selben Nähe zu Gott sind, was bedeutet dann dieser Vers „Naht euch zu Gott“? Wenn das eine Frage des Status ist – wir sind alle von neuem geboren, wir sind alle nahe bei Gott – was bedeutet dann dieser Vers „Naht euch zu Gott“?

Das bedeutet eben: Man kann Gott näher kommen. Man kann Ihm noch näher kommen. Man kann Ihn suchen, man kann nach Ihm fragen, man kann sich nach Ihm ausstrecken. Und ein wichtiges Hilfsmittel dabei ist die Kraft des Blutes Jesu.

Eph 2,13
(…) nahe gebracht worden durch das Blut des Christus.

So, das Blut Jesu ist was uns den Zugang garantiert, den Zugang gegeben hat zum Heiligtum. Heiligtum ist identisch mit „Gegenwart Gottes“. Da, wo Gott wirklich zu finden ist, wo man Ihn erleben kann. Hallelujah.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (10:00 bis 15:00)

 

Das ist keine Liebesbeziehung. Gott will sich um unsere Nöte kümmern, aber zuerst einmal will Er sich um uns kümmern.

Und das ist Ihm wichtig. So, wir sind eingeladen in die Gegenwart Gottes zu kommen. Das ist eine wunderbare und heilige Angelegenheit. Und wir sehen im Worte Gottes – im Alten Testament – da war durch die Sünde diese Trennung zwischen Gott und Mensch, und Gott hat etwas sich ausgedacht um Menschen den Weg zu zeigen, um Menschen eine lebendige Anschauung zu geben, wie man Ihn erleben kann, wie man in Seine Gegenwart kommen kann. Und da war dieser Tempel, und die Priester haben dort Opfer verrichtet, und da war der Hohepriester. Und einmal im Jahr, am großen Versöhnungstag, durfte der Hohepriester wirklich ins Allerheiligste gehen – in die Gegenwart Gottes, wo sonst niemand hindurfte. Einmal im Jahr durfte er gehen. Alle anderen durften das nicht, nur der Hohepriester. Und er musste einen Haufen komplizierter Sicherheitsvorkehrungen durchlaufen und wie das im Hebräer-Brief heißt: „nicht ohne Blut“.

Heb 9,18
Daher ist auch der erste Bund nicht ohne Blut eingeweiht worden.

Nicht ohne Blut. Und der Hebräer-Brief erklärt, das ist ein Bild, diese ganze Vorrichtung, dieses ganze Ding mit dem Tempel, das ist ein Bild, ist eine lebendige Predigt. Es ist eine Demonstration, dass der Weg zu Gott noch nicht offen war. Und du weißt, was passiert ist, als Jesus gestorben ist am Kreuz: Der Vorhang im Tempel zerriss.

Mt 27,51
Und siehe, der Vorhang im Tempel riß von oben bis unten entzwei, und die Erde erbebte, und die Felsen spalteten sich.

Und was vielleicht für die professionellen Religiösen ein schrecklicher Betriebsunfall war, war ein prophetisches gewolltes Zeichen von Gott – jetzt ist der Zugang offen. Jetzt kann jeder kommen. Nicht einer – einmal im Jahr, sondern alle – jeden Tag. Was für ein Kontrast! Einer – einmal im Jahr — und jetzt: alle – jeden Tag.

Der Weg ist offen. Und so schreibt es dann auch der Hebräer-Brief. Lasst uns das einmal lesen, Hebräer, Kapitel 10.

Heb 10,19
Da wir nun, ihr Brüder, kraft des Blutes Jesu Freimütigkeit haben zum Eingang in das Heiligtum …

Da ist ein Heiligtum – das ist die Gegenwart Gottes. Und durch das Blut Jesu haben wir jetzt Kühnheit, Freimütigkeit zum Eingang in das Heiligtum

Heb 10, 20-21
den er uns eingeweiht hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang hindurch, das heißt, durch sein Fleisch, und weil wir einen großen Priester über das Haus Gottes haben …

Weil das jetzt so ist! Weil alles getan ist, weil Jesus diesen Weg geöffnet hat, deswegen sollen wir das jetzt nutzen …

Heb 10,22-23
so laßt uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völliger Gewißheit des Glaubens (voller Glaubenszuversicht), durch Besprengung der Herzen los vom bösen Gewissen und am Leib gewaschen mit reinem Wasser. Laßt uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken — denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat.

Das ist eine Schriftstelle für Menschen im neuen Bund, die verstanden haben, das größte Privileg, das ein Mensch haben kann, ist in die unmittelbare Gegenwart Gottes zu kommen und das zu überleben und sogar zu genießen. Das ist das allergrößte Privileg. Dass wir als Menschen mit unseren Unvollkommenheiten und Schwachheiten das Privileg haben in die unmittelbare Gegenwart Gottes zu kommen.

Und offensichtlich, der ganze Hebräer-Brief zeigt, das war da eine gewisse Trägheit und Routine und eine Gleichgültigkeit in Bezug auf dieses Privileg, und darum muss er das noch einmal erklären, was der Unterschied ist zwischen dem alten und dem neuen Bund. Und sagen: „Weil doch dieser Zugang jetzt da ist, weil der Vorhang geöffnet, weil das Heiligtum uns jetzt offensetzt, jetzt lasst uns doch hineingehen, jetzt macht doch Gebrauch von diesem Privileg und kommt in die Gegenwart Gottes“.

Und hinein kommen wir durch das Blut Jesu. Nicht im Vertrauen auf unsere guten Werke. Und auch nicht mit schamvollem Denken an unsere Untaten und an die unguten Werke. Wir bleiben nicht ferne. Sondern unser Vertrauen setzen wir auf das Blut Jesu. Das Blut Jesu gibt uns Zugang. Und es ist so wichtig, dass wir Glauben bekommen durch das Wort Gottes an die Wirkung des Blutes Jesu. Wir leben in einer Zeit, wo man immer mehr sich anpassen möchte und immer mehr irgendwie Menschen gefallen möchte, und viele, viele Leute und viele Gläubige, viele Gemeinden lassen das Blut weg.

Ihr Lieben, ohne das Blut Gottes keine Gegenwart Gottes. Ohne das Blut keine Herrlichkeit.

Hartwig Henkel – “Gebet” Teil 1 (5:00 bis 10:00)

 

 

Hl 7,11
Ich gehöre meinem Geliebten, und sein Verlangen ist nach mir!

Das klingt fast wie so Angeberei oder so, ja? „Sein Verlangen ist nach mir“! Dann kommst du und sagst, ja, und wo bleibe ich? Du kannst dasselbe haben! Jeder kann diese Beziehung zum Herrn haben, weil Er ein unendlicher Gott ist, und Er ist fähig sich jedem einzelnen völlig ungeteilt zuzuwenden als wenn es nur Ihn und dich gäbe. Das liegt einfach in Seiner Natur, Er ist ein unendlicher Gott. Ja?

Und Er kann sich dir zuwenden, und Er schaut auf dich, und du bist Ihm wichtig. Und Sein Herz geht aus zu dir, und Er erfreut sich über dich – vielleicht nicht über alles, was du tust. Zumindest bei mir ist das so. Aber er freut sich über uns. Und Er genießt es, dass wir mit Ihm sind. Und Er möchte Worte der Liebe hören. Er möchte Worte hören, dass wir Ihn schätzen, dass wir Ihn begehren, dass wir anerkennen, wer Er ist in unserem Leben. „Sein Verlangen ist nach mir“!

Er hat Verlangen nach dir. Für Ihn ist das wichtig. Und wenn unser Herz so voll ist von Ablehnung, Selbstablehnung, Minderwertigkeit und all diesen schrecklichen Dingen, dann können wir das gar nicht glauben. Aber Gott gibt Sein Wort. „Er sandte Sein Wort und heilte sie“.

Ps 107,20a Er sandte sein Wort und heilte sie.

Und das Wort Gottes ist mächtig, dein Herz von diesen Krankheiten wie Minderwertigkeit und Tiefstapelei – wer bin ich denn schon, dass Gott sich für mich interessieren könnte? – das Wort ist mächtig, dich von diesen Seuchen zu befreien. Das Wort ist mächtig dein Herz glaubensfähig zu machen. Es muss nur das Wort hineinkommen und bleiben in deinem Herz. Das Wort ist stärker. Glaube kommt aus dem Hören des Wortes.

Röm 10,17 (SLT)
Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung (aus dem Gehörten), die Verkündigung aber durch Gottes Wort.

Und wenn der Glaube kommt, muss der Unglaube weichen. Wenn der Glaube kommt an die Liebe Gottes, an dass du wertvoll bist, dass du kostbar bist, dann muss die Minderwertigkeit und die Ablehnung, die müssen weichen, die können das nicht ertragen. Es kann nicht beides gleichzeitig in deinem Herzen wohnen.

So, Gott möchte, dass wir festhalten an dieser Wahrheit: Wir sind Ihm wichtig. Wir sind Ihm wichtig. Wir sind keine Nummern, wir sind nicht irgendwie Angestellte in einem riesigen Konzern und müssen da irgendeine Planstelle besetzen und irgendwelche sinnlosen Tätigkeiten machen, sondern wir sind Ihm wichtig.

Ein besonders markantes und deutliches Zeichen ist dein Daumen. Da hast du eine Signatur vom Vater, da hast du ein Muster, was es nicht noch einmal auf der Welt gibt. Du kannst alle 7 Milliarden Menschen abklappern, du wirst niemanden finden, der den selben Fingerabdruck hat wie du. Du bist ein einzigartiges Individuum. Und das hat Gott nicht gemacht in erster Linie fürs Bundeskriminalamt, um die Bösen zu identifizieren. Sondern um dir einen sichtbaren Beweis zu geben – du bist „special“, handmade. Du bist nicht irgendwie so von der Stange, so 08/15 irgendwie, ja? Und von dir gibt es gleich Zehntausende oder so. Du bist absolut einzigartig. Ein Geschöpf des Vaters, aus Seinem Herzen der Liebe. Und Er möchte mit dir sein, und Er möchte sich zeigen und sich offenbaren.

So, merkt euch diese Schriftstelle – Hohelied 7.

Hl 7,11
Ich gehöre meinem Geliebten, und sein Verlangen ist nach mir!

Stell dir einen Gott vor, der wirklich Verlangen hat. Und mach diese Gefühle – „ach, was soll Er an mir schon finden? Wer bin ich schon?“ – mach das zu deinem Feind! Toleriere das nicht länger in dir! Sag: „Diese Stimmung, diese Denkweise, dieses Gefühl über mich selber mache ich zu meinem Feind. Ich toleriere das nicht mehr! Das muss raus aus meinem Leben.“

Und das machtvolle Wort Gottes wird Sein Werk tun und wird dich erfüllen mit dieser Gewissheit, dass du wirklich geliebt und kostbar bist. Hallelujah.

So, lasst uns einige Dinge anschauen um die es in dieser persönlichen Gemeinschaft mit Gott geht. Zu allererst natürlich das Allerwichtigste – haben es ja auch vorhin schon erwähnt: Das Ziel deiner hoffentlich täglichen möglichst morgendlichen Zeit mit dem Herrn ist in die Gegenwart Gottes zu kommen. Das ist das Ziel, darum geht es. Es geht nicht darum, Gott deine Nöte zu nennen – natürlich dürfen wir das auch, ja? Aber viele Leute behandeln Gott wie einen Angestellten: „Kümmer dich um dies, und hier ist noch eine Rechnung, die muss bezahlt werden und schaff‘ mir das vom Hals und kümmer dich um das und mach das. Hast du alles verstanden? Okay? Amen und tschüss“.

Das ist keine Liebesbeziehung.

Hartwig Henkel – „Gebet“ Teil 1 (0:00 bis 5:00)

 

Okay, gut, also dann guten Morgen, auch von meiner Seite. Herzlich Willkommen zu diesem kleinen Seminar. Ich weiß gar nicht, habt ihr das Thema angekündigt, Lothar? Habt ihr was gesagt?

Also, es soll ein kleines Seminar sein heute über das Thema Gebet. Und aus diesem Riesenthema Gebet nehme ich den ersten und eigentlich allerwichtigsten Abschnitt, und das ist: Gebet um unsere persönliche Beziehung zum Herrn zu pflegen, zu entwickeln und zu vertiefen und wie wir Raum machen können in unserem Leben für Gott zu wirken in uns, uns zu verändern und wie wir dort einfach Ihm begegnen können.

Und das will ich versuchen sehr sehr praktisch zu machen. Und ich orientiere mich an drei großen „W’s“:

1) Warum?
2) Wie?
3) Was?

Warum sollen wir überhaupt beten? Wofür ist das gut? Was können wir da erwarten? Und dann: Wie? Und was sollen wir beten?

Ich glaube, eines der großen Probleme in unsere Gegenwart oder in unserer Gemeinschaft mit einem unsichtbaren und oftmals auch unfühlbaren Gott ist, wir wissen gar nicht, was sollen wir mit einem Gott machen? Da haben wir uns jetzt vorgenommen, jetzt ziehen wir durch, wir überwinden jetzt unser Fleisch, wir werden jetzt beten, jeden Tag eine Stunde. Und dann sitzen wir da, und nach fünf Minuten wissen wir nicht mehr, was wir machen sollen. Was macht man mit einem unsichtbaren Gott, der dann auch irgendwie zu weiten Teilen auch gar nicht fühlbar ist? Okay – und das will ich behandeln in diesem Seminar.

Also jetzt im ersten Teil bis zur Mittagspause: Ja, warum? Warum ruft Gott uns zum Gebet? Warum sollen wir mit Ihm überhaupt Zeit verbringen?

Weil Er ein liebender Gott ist, und weil Er es schätzt und weil es Ihm etwas bedeutet mit Dir zusammen zu sein. Er sehnt sich nach Gemeinschaft mit dir. Er hat ein Verlangen mit Dir zu sein. Gebet ist nicht ein Mittel wie wir irgendwie – oder nicht in erster Linie ein Mittel – wie wir irgendwie in eine Lage kommen, wo wir gebraucht werden vom Herrn, damit wir dann irgendwie einen mächtigen Dienst haben oder so etwas.

Welchen Dienst hatte Adam gehabt? Er hatte keinen Dienst gehabt! Er war einfach geschaffen für Gott, Gemeinschaft mit Gott zu haben. Gott kam, hatte mit ihm Gemeinschaft. Er musste nicht evangelisieren. Er musste nicht die Mächte der Finsternis bekämpfen. Er war geschaffen für Gott, für Gemeinschaft mit Ihm.

Und wir müssen alles dransetzen durch Hingabe an das Wort Gottes und Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist, dass unser Herz das glauben kann, dass wir begehrt sind. Dass Er es liebt mit uns zusammen zu sein, dass Er es genießt, dass es Ihm wichtig ist, dass es Ihm etwas bedeutet. Wenn dein Herz das nicht glauben kann, dass es für Gott kostbar ist, dass du dir Zeit reservierst für Ihn – du wirst nicht wachsen im Gebet. Es wird immer auf einem sehr, sehr oberflächlichen Level bleiben, aber Gott möchte, dass wir tiefer gehen, und dass wir wachsen im Gebet und dass wir wachsen in der Gemeinschaft mit Ihm.

Als Jesus die Jünger gerufen hat, da heißt es dort: Er berief sie, dass sie bei ihm sind und dass er sie aussendete zum Predigen.

Mk 3,14
Und er berief zwölf, damit sie bei ihm seien und damit er sie aussende, zu predigen.

Was war zuerst? Der Predigtdienst?! Die Evangelisation!? Die Welt retten?! Nein! Das erste war Gemeinschaft mit Ihm. Und aus der Gemeinschaft kommt der Dient, und wenn wir das umdrehen, dann würden wir, und tun das mit großem Eifer und großer Hingabe über Jahre großen Schaden nehmen an unserer Seele und oft auch an unserem Körper. Erst kommt die Gemeinschaft mit Ihm, das ist wichtiger. Wichtiger als alles andere. „Er rief sie, dass sie bei ihm sind“. Und später dann, dass er sie aussendete zum Predigen. Der Dienst kommt aus der Gemeinschaft. Das ist so wichtig, dass wir das wirklich glauben und dass unser Herz davon erfüllt ist. Es bedeutet Ihm etwas, ich bin Ihm wichtig.

Eine Schriftstelle, die mich sehr inspiriert und die ich immer wieder benutze um mein Herz zu stärken, um mein Herz gewiss zu machen: Hohelied 7,11.

Hl 7,11
Ich gehöre meinem Geliebten, und sein Verlangen ist nach mir!