Hartwig Henkel – „Gebet“ Teil 1 (0:00 bis 5:00)

 

Okay, gut, also dann guten Morgen, auch von meiner Seite. Herzlich Willkommen zu diesem kleinen Seminar. Ich weiß gar nicht, habt ihr das Thema angekündigt, Lothar? Habt ihr was gesagt?

Also, es soll ein kleines Seminar sein heute über das Thema Gebet. Und aus diesem Riesenthema Gebet nehme ich den ersten und eigentlich allerwichtigsten Abschnitt, und das ist: Gebet um unsere persönliche Beziehung zum Herrn zu pflegen, zu entwickeln und zu vertiefen und wie wir Raum machen können in unserem Leben für Gott zu wirken in uns, uns zu verändern und wie wir dort einfach Ihm begegnen können.

Und das will ich versuchen sehr sehr praktisch zu machen. Und ich orientiere mich an drei großen „W’s“:

1) Warum?
2) Wie?
3) Was?

Warum sollen wir überhaupt beten? Wofür ist das gut? Was können wir da erwarten? Und dann: Wie? Und was sollen wir beten?

Ich glaube, eines der großen Probleme in unsere Gegenwart oder in unserer Gemeinschaft mit einem unsichtbaren und oftmals auch unfühlbaren Gott ist, wir wissen gar nicht, was sollen wir mit einem Gott machen? Da haben wir uns jetzt vorgenommen, jetzt ziehen wir durch, wir überwinden jetzt unser Fleisch, wir werden jetzt beten, jeden Tag eine Stunde. Und dann sitzen wir da, und nach fünf Minuten wissen wir nicht mehr, was wir machen sollen. Was macht man mit einem unsichtbaren Gott, der dann auch irgendwie zu weiten Teilen auch gar nicht fühlbar ist? Okay – und das will ich behandeln in diesem Seminar.

Also jetzt im ersten Teil bis zur Mittagspause: Ja, warum? Warum ruft Gott uns zum Gebet? Warum sollen wir mit Ihm überhaupt Zeit verbringen?

Weil Er ein liebender Gott ist, und weil Er es schätzt und weil es Ihm etwas bedeutet mit Dir zusammen zu sein. Er sehnt sich nach Gemeinschaft mit dir. Er hat ein Verlangen mit Dir zu sein. Gebet ist nicht ein Mittel wie wir irgendwie – oder nicht in erster Linie ein Mittel – wie wir irgendwie in eine Lage kommen, wo wir gebraucht werden vom Herrn, damit wir dann irgendwie einen mächtigen Dienst haben oder so etwas.

Welchen Dienst hatte Adam gehabt? Er hatte keinen Dienst gehabt! Er war einfach geschaffen für Gott, Gemeinschaft mit Gott zu haben. Gott kam, hatte mit ihm Gemeinschaft. Er musste nicht evangelisieren. Er musste nicht die Mächte der Finsternis bekämpfen. Er war geschaffen für Gott, für Gemeinschaft mit Ihm.

Und wir müssen alles dransetzen durch Hingabe an das Wort Gottes und Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist, dass unser Herz das glauben kann, dass wir begehrt sind. Dass Er es liebt mit uns zusammen zu sein, dass Er es genießt, dass es Ihm wichtig ist, dass es Ihm etwas bedeutet. Wenn dein Herz das nicht glauben kann, dass es für Gott kostbar ist, dass du dir Zeit reservierst für Ihn – du wirst nicht wachsen im Gebet. Es wird immer auf einem sehr, sehr oberflächlichen Level bleiben, aber Gott möchte, dass wir tiefer gehen, und dass wir wachsen im Gebet und dass wir wachsen in der Gemeinschaft mit Ihm.

Als Jesus die Jünger gerufen hat, da heißt es dort: Er berief sie, dass sie bei ihm sind und dass er sie aussendete zum Predigen.

Mk 3,14
Und er berief zwölf, damit sie bei ihm seien und damit er sie aussende, zu predigen.

Was war zuerst? Der Predigtdienst?! Die Evangelisation!? Die Welt retten?! Nein! Das erste war Gemeinschaft mit Ihm. Und aus der Gemeinschaft kommt der Dient, und wenn wir das umdrehen, dann würden wir, und tun das mit großem Eifer und großer Hingabe über Jahre großen Schaden nehmen an unserer Seele und oft auch an unserem Körper. Erst kommt die Gemeinschaft mit Ihm, das ist wichtiger. Wichtiger als alles andere. „Er rief sie, dass sie bei ihm sind“. Und später dann, dass er sie aussendete zum Predigen. Der Dienst kommt aus der Gemeinschaft. Das ist so wichtig, dass wir das wirklich glauben und dass unser Herz davon erfüllt ist. Es bedeutet Ihm etwas, ich bin Ihm wichtig.

Eine Schriftstelle, die mich sehr inspiriert und die ich immer wieder benutze um mein Herz zu stärken, um mein Herz gewiss zu machen: Hohelied 7,11.

Hl 7,11
Ich gehöre meinem Geliebten, und sein Verlangen ist nach mir!

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