Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 2 (45:00 bis 50:00)

 

Von wem werden Jünger gemacht? Von Gläubigen – Menschen, die schon durch diesen Prozess der Jüngerschaft gegangen sind, machen jetzt andere zu Jüngern. Das sehen wir bei den Jüngern von Jesus. Als die Zeit zu Ende war mit ihnen, dann sagt er: Jetzt geht hin in alle Welt und macht zu Jüngern.

Mt 28,19a
So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker

Das heißt: Macht mit ihnen das, was ich mit euch gemacht habe für drei Jahre. „Macht sie zu Jüngern“.

So, die Apostel haben genau gewusst, was sie zu tun hatten. Die haben nicht gesagt, „ach, wir machen mal Jünger, das wär doch irgendwie eine coole Sache“, sondern sie wussten, das war ihr Befehl. Das ist, was Jesus ihnen gesagt hatte: „Geht hin, macht zu Jüngern“.

Was war das Wesentliche von Jüngerschaft? Das Endergebnis eines veränderten Lebensstils. Lehrt sie halten alles, was ich euch geboten habe.

Mt 28,20
und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe.

Also: Bringt ihnen einen neuen Lebensstil bei. Nicht: Trichtert ihnen das Glaubensbekenntnis ein, sondern lehrt sich einen anderen Lebensstil, den Lebensstil des Reiches Gottes.

Und das hat immer etwas mit gesunder Autorität und Unterordnung zu tun. Wenn wir nicht ein klares Verständnis von Autorität bekommen und was Unterordnung ist und was Unterordnung nicht ist, dann werden wir niemals fähig sein, wirklich Jünger hervorzubringen.

Über Jahrhunderte hat das Volk Gottes geglaubt – naiverweise, gegen jeden gesunden Menschenverstand und gegen die Bibel sowieso – hat sie geglaubt, wenn Menschen nur regelmäßig am Sonntag in die Gemeinde gehen und die Predigten hören und bei der Anbetung mitmachen, dann wird ihr Lebensstil und damit auch ihr Charakter verändert. Die müssen einfach nur regelmäßig kommen und das Ergebnis von ganz alleine wird sich einstellen, und das Wesen Jesu wird in ihnen hervorkommen.

Komisch, wo dieser Glaube herkommt. Kein Mathematiklehrer hat den Glauben, wenn die Schüler nur fleißig meine Stunden besuchen und zuhören, lernen sie Mathematik. Kein Lehrer glaubt das. Kein Ausbilder, ob das Bäcker ist oder KFZ oder irgendetwas glaubt, wenn der Lehrling nur drei Jahre kommt und in der Werkstatt treu jeden Tag rumsteht, können wir den am Ende einen Gesellenbrief in die Hand drücken und der hat seine Ausbildung bestanden – kein Mensch glaubt so einen Quatsch.

Man muss den an die Hand nehmen und sagen: „So, pass auf. Du bist jetzt in der Ausbildung. Punkt Nummer eins: Ich bin Ausbilder, du bist Lehrling. Bitte wiederholen“ – „Du Ausbilder, ich Lehrling“ – „Okay, gut. Was heißt das? Das heißt, Anordnungen werden befolgt. Alles klar? Hier ist der Besen, feg den Hof!“ – „Ja, aber, ne, fegen hab ich noch nie gemocht“.

Sowas geht doch nicht. Jeder Lehrling begreift das. Da gibts einen Lehrvertrag, da gibts Lehrinhalte und da gibts eine Unterschrift und ich verpflichte mich, pünktlich zu kommen, an der Theorie teilzunehmen und praktische Aufgaben, wie sie mir übertragen werden und Dinge, die mir beigebracht werden zu praktizieren.

Das sind keine Vorlesungen über die Kunst des Bäckerhandwerks, sondern das ganz handfest zur Sache – um 4 Uhr bist du in der Backstube. „Ja, weißt du, 4 Uhr ist jetzt wirklich nicht meine Zeit, also wenn wir sagen könnten halb neun – das könnte passen, aber 4 Uhr? Ne, das ist zu früh“. Hallo? Du hast einen Lehrvertrag unterschrieben. „Möchtest du Bäckerlehrling sein?“ – „Na klar“ – „Okay, dann: Ich Ausbilder, du Lehrling. Um 4 Uhr bist du da, wir sehen uns morgen“.

Ja, das ist aber brutal, der bevormundet den ja, der stülpt dem was über, der raubt ihm seine Freiheit, seinen freien Willen.

Nein! In seinem freien Willen hat er den Lehrvertrag unterschrieben und hat alle Punkte durchgelesen und hat genau gewusst, das wird von mir verlangt. Will ich das oder will ich das nicht? Ja!

So, Jesus sagt: „Euer Wort sei Ja, Ja oder Nein, Nein“ – und nicht „Ja – und wenns drauf ankommt Nein“. Sondern „Ja – und wenns drauf ankommt immer noch Ja“.

Mt 5,37
Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein!

So funktioniert das in der Welt, ob das bei der Armee ist – war jemand bei der Armee hier von euch? Ja? Du warst bei der Armee – ich auch. Drei Tage, ich kenn mich aus. Wenn jetzt meine Frau hier wäre, die würde sagen: Du musst jetzt auch sagen, dass du die drei Tage Urlaub hattest, ja? Aber ich war Soldat, so, ich kenn mich aus.

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