Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 2 (55:00 bis 60:00)

 

Du gehst nicht hin zu jemandem, der sein Kreuz trägt und sagst, ach, ich bin hier von der örtlichen Zeitung und ich mach so Straßeninterviews – wo machen sie ihren nächsten Urlaub?

Wer sein Kreuz trägt, hat keine solchen Pläne mehr. Damit will ich nicht sagen, dass es Sünde ist, Urlaub zu machen – bitte, ja. Aber dieses „ich mache alles selber, ich bestimme selber“ – wer sein Kreuz trägt, dessen eigenes Leben ist zu Ende. Und Jesus sagt: Wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es gewinnen.

Lk 17,33
Wer sein Leben zu erhalten sucht, der wird es verlieren; und wer es verlieren wird, der wird es gewinnen

Mt 10,39b
und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden.

Wir verlieren das alte Leben – wir bekommen ein neues Leben. Aber das neue Leben wird sich nicht auswirken wenn wir das alte nicht verlieren.

Und das ist das Kreuz. Das Kreuz ist das Mittel Gottes um uns zu erlösen von unserer alten Natur, von diesem Ego – „ich will aber“ und „keiner sagt mir“ und „ich mache wozu ich Lust habe und ihr könnt mich alle mal“. Davon brauchen wir eine Erlösung.

Hier nicken sogar einige schon, wir kommen vorwärts. Super.

Davon – von dieser Natur, brauchen wir Erlösung. Und das Wort Gottes sagt:

Gal 5,24
Die aber dem Christus Jesus angehören, haben das Fleisch samt den Leidenschaften (Lüsten) und Begierden gekreuzigt.

Die haben dem zugestimmt und sagen, es ist ein Leben in Selbstverleugnung.

Jesus sagt: Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, kann nicht mein Jünger sein.

Lk 14,27
und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein.

Das heißt also, ohne Kreuz gibt es gar keine Jüngerschaft.

Ich glaube, dass es so ist: Was ich nicht erklären kann, hab ich auch nicht wirklich verstanden. Und manches mal denke ich, wenn ich jetzt meine Botschaft unterbrechen würde und würde mit dem Funkmikro durch die Reihen gehen und sagen: Bitte erkläre mal in zwei, drei Sätzen in deiner eigenen Sprache, wie du dein Kreuz auf dich nimmst, wie das praktisch aussieht. Viele würden ins Stammeln und ins Stottern kommen und würden nicht erklären können, was das eigentlich bedeutet, sein Kreuz zu nehmen. Aber wenn wir es nicht verstehen, wie groß ist die Chance, dass wir es dann praktizieren? Nahe null, würde ich sagen.

So, du siehst, das, was der Anfang ist, ist heute schon ein Mysterium und ist im Dunkeln und von religiösen Wolken irgendwie verdeckt, ja? Das ist, wo wir stehen: Kurz vor dem Anfang! Dass das neutestamentliche Leben wirklich wieder normal wird und wirklich wieder in den Mittelpunkt gerückt wird – eine Jüngerschaft ohne Kreuz gibt es nicht.

Und das Kreuz ist eine Gesinnung. Das Kreuz heißt: Jedes Mal, wo mein eigener Wille den Willen Gottes durchkreuzt oder der Wille Gottes meines Willen durchkreuzt, habe ich schon entschieden, ich wähle Seinen Weg. Jedes Mal, wo Seine Gebote gegen meine Natur gehen, habe ich schon entschieden, ich stehe auf Seiner Seite und ich werde mit Seiner Kraft, mit der Gnade Gottes Nein sagen zur alten Natur. Das ist die Gesinnung des Kreuzes. Ohne Kreuz gibt es kein geistliches Wachstum. Und das ist, warum wir manchmal Leute finden, die sind 30, 40, 50 Jahre gläubig, und sind immer noch ganz am Anfang. Wir werden nicht reif durch die Anzahl der Jahre, die verstreichen. Wir werden reif durch die Anzahl der Gehorsamsschritte, die wir gehen.

Das wäre ein guter Satz zum Mitschreiben: Reife durch eine kontinuierliche Serie von Gehorsamsschritten.

So kommt geistliches Reife zustande. Nicht indem wir sitzen nur und hören und hören. Jakobus sagt: Wenn wir nur Hörer sind, aber nicht Täter des Wortes, dann betrügen wir uns selbst.

Jak 1,22
Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst.

Wir betrügen uns selbst. Wir können damit auch erfolgreich andere betrügen, aber nicht den Herrn, der unseren Zustand sieht.

So, was ist Jüngerschaft? Jüngerschaft ist ein Prozess, wo Menschen gezielt an die Hand genommen werden. Lehre kann man in der ganzen Gemeinde machen, aber dann muss das eins zu eins umgesetzt werden. Und wir nehmen jemanden an die Hand und sagen: So, also jetzt buchstabieren wir die Sache durch. Und wir bringen ihm bestimmte Dinge bei.

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