Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 4 (30:00 bis 35:00)

 

1 Petrus 5
1 Die Ältesten unter euch nun ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden des Christus und auch Teilhaber der Herrlichkeit, die offenbart werden soll:
2 Hütet die Herde –

wieder dasselbe Wort: Tut Hirtendienst.

2 Hütet die Herde Gottes, die bei euch ist, nicht aus Zwang, sondern freiwillig, Gott gemäß, auch nicht aus schändlicher Gewinnsucht, sondern bereitwillig,
3 nicht als die, die über ihren Bereich herrschen (nicht als die, die da herrschen über die ihnen anvertrauten Anteile der Herde), sondern indem ihr Vorbilder der Herde werdet!

Die erste Säule und die wichtigste Säule der Autorität von Leiterschaft ist ihre geistliche Qualität, ihr Vorbild, was sie sind für andere.

Paulus sagt zu Timotheus:

1 Tim 4,12
Niemand verachte deine Jugend, vielmehr sei ein Vorbild der Gläubigen im Wort, im Wandel, in Liebe, im Glauben, in Keuschheit (Selbstbeherrschung)!

„Sei ein Vorbild der Herde“. Und das ist auch der Weg wie Gott dir mehr anvertraut und wie deine Autorität wächst – bemühe dich ein Vorbild zu sein für die anderen Gläubigen, in all den Bereichen des Lebens. Hier heißt es: Im Wort – in der Art wie du lebst, im Wandel, in der Liebe, im Glauben, in Selbstbeherrschung. Das sind wichtige Bereiche, wo wir Land einnehmen sollen und wo wir ein Vorbild werden sollen für andere. Und dann bekommen wir von Gott Autorität. Bevor wir eine Position haben und die Menschen erkennen diese Autorität. Alle, die einigermaßen geistlich wach sind, erkennen diese Autorität und die wissen, wenn ich Fragen habe, an wen muss ich mich wenden – die wissen das ganz genau. Und so, diese Person hat schon Einfluss und ihre Stimme hat schon Gewicht. Und solche Personen dann, wenn die Zeit gekommen ist und wenn die Reife da ist, die werden eingesetzt als Älteste.

So, das hat einen Vorlauf von Jahren und Jahren, Leben in Hingabe, in Reinheit, in Dienerschaft für die Gemeinde und Opfer zu bringen. Und solche Menschen werden dann vom apostolischen Dienst eingesetzt werden. Siehst du den Unterschied zu Traditionen in pfingstlich-charismatischen Gemeinden, kannst du einen Unterscheid erkennen? Kannst du erkennen, dass das so viel gesegneter ist, so viel weiser ist, so viel sicherer ist? Gut. Hallelujah. Dann herzlichen Glückwunsch für deinen geistlichen Klarblick.

So, ein geistliches Amt dient niemals zur eigenen Befriedigung. Wie viele ungeheilte Menschen, die nie durch diesen Prozess gegangen sind, wo der Herr die Herzen erforscht und die falschen Motive rausnimmt und Reinigung schafft – wie viele Menschen kommen in Positionen, weil die anderen noch blinder sind als sie selber? Und einfach nur: Sie machen andere von sich abhängig, sie übernehmen viele Aufgaben, und irgendwann denken wir, ja, der kann es am besten, und wir sehen gar nicht, wie da ein leeres Herz ist, das nicht gefüllt ist von Gott, das er selber mit vielen Aktivitäten versucht zu füllen, indem er die Ehre von Menschen sucht. Das ist der Anfang der Katastrophe, der Anfang der Katastrophe.

Wir sollen so leben, dass unsere Erfüllung, unsere Befriedigung, unsere Bestätigung, und auch unsere Identität aus der Beziehung mit dem Herrn kommt. Das ist die einzige Art und Weise wie wir uns schützen können vor der Gefahr, wir suchen einen Dienst, um damit von Menschen zu holen.

Dienst ist „wir geben Menschen“, und nicht „wir nehmen von Menschen“. Und es gibt in vielen Gemeiden sehr viele Diener, nicht nur an der Kanzel, auch in anderen Bereichen, in der Technik oder im Lobpreis oder im Kinderdienst oder was weiß ich – sehr, sehr viele Diener, die eigentlich dienen um haben zu wollen. Und irgendwann knallt die Tür, und sie sagen, „ich hab genug, hier ist der Dienst, schmeißen alles hin, hier ist keine Liebe“. Weil sie merken, nach Jahren und Jahren voll aufopferungsvollem Dienst, sie bekommen nicht die Aufmerksamkeit und die Liebe und die Bestätigung, die sie haben wollen, und dann schmeißen sie alles hin und rennen weg und fangen in der nächsten Gemeinde dasselbe Spiel wieder von vorne an.

Das geschieht viele, viele, viele Male. Und wir brauchen eine solche Beziehung zum Herrn, wo wir erfüllt sind von Ihm, wo wir nicht diesen krankhaften, geheimen Wünschen nachgehen müssen – „ich will Applaus von Menschen“, „ich will geliebt werden von Menschen“, „ich will ihre Bestätigung haben“ – und deswegen füttere ich sie, damit sie mir dann alles zurückgeben. Das ist nicht Dienst, sondern das ist, was die Bibel „Habsucht“ nennt.

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