Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 4 (35:00 bis 40:00)

 

Habsucht – die Gier etwas haben zu wollen. Hör mal, was Paulus über seinen Dienst sagt.

1 Thess 2,3-4
Denn unsere Ermahnung geschah nicht aus Irrtum, auch nicht aus Unlauterkeit, auch nicht mit List;
sondern wie wir von Gott tauglich befunden worden sind, mit dem Evangelium betraut zu werden, so reden wir, nicht um Menschen zu gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft.

Bevor jemand in Leitungsverantwortung kommen kann, muss Gott ein tiefes Werk tun, er muss freigeschnitten werden von dieser Sucht nach Anerkennung von Menschen. Menschenfurcht und Menschengefälligkeit sind eine Rieseneinfallstür für den Feind mitten in der Gemeinde. Und in dem Namen des Herrn wird Blödsinn über Blödsinn veranstaltet, und das Chaos wird immer größer. Und niemand ist da, der reinsprechen darf, weil der Pastor an der Spitze steht. Das sind doch alles kranke Strukturen, das hat mit dem Wort Gottes nichts zu tun. Und ich sage dir, in 40 Jahren Christsein, ich habe eine Menge von diesem Zeug gesehen. Und ich habe immer davon profitiert, habe gesagt, Herr, woran liegt das, was ist hier schief gegangen, was hätte anders laufen müssen, was hätte die Katastrophe verhindert? Aus Katastrophen kann man eine Menge lernen. Wenn wir sie anschauen mit offenen Augen und gelehrt werden vom Heiligen Geist. Und so über die Jahre ist dieses Verständnis aus dem Wort Gottes gewachsen, über Gemeinde und über Leiterschaft. Hallelujah.

Gott, der unsere Herzen prüft, den kannte Paulus. Viele, viele Gläubige sind Jahrzehnte gläubig und haben nie den Gott getroffen, der ihre Herzen prüft. Und sie laufen immer mit verborgenen, geheimen Absichten und Wünschen herum – und andere mögen es sehen, sie selber sind nicht in der Lage es zu sehen. Weil wir unser Herz nicht sehen können, aber Gott erforscht Herzen. Und das bedeutet, Er teilt dir mit über dein Herz, was Er schon lange sieht. Das ist „Gott erforscht das Herz“. Gott weiß über unser Herz, aber wir wissen nicht. Und wir brauchen Befreiung von Menschengefälligkeit. Und wie viele dumme Entscheidungen habe ich gesehen, die geboren sind aus Menschenfurcht und Menschengefälligkeit und dann als Liebe deklariert werden – und das ist so ekelhaft, weil das nichts mit Liebe zu tun hat.

Mir kommt eine wahnsinnige Geschichte in den Sinn. Ich war in einer Gemeinde und sollte dort dienen und sollte dort reinsprechen. Und ich stellte fest, in der Gemeinde von 80 Leuten, und in den letzten 1 1/2 Jahren sind fünf oder sechs Ehen kaputt gegangen – in einer Gemeinde von 80 Leuten. Und eine Geschichte hat mich besonders berührt, und da war eine junge Frau, die hat geheiratet, und als sie von den Flitterwochen mit ihrem frisch vermählten zurückkamen, waren sie wieder zu Hause, und sie hat gesagt: So, Bye bye, das wars, ich lass mich scheiden.

Ich sag: „Das gibts doch gar nicht. Das ist doch Wahnsinn, was ist denn da los?“ Und dann hab ich recherchiert, und dann hab ich ihre beste Freundin getroffen und habe die interviewt, und sie hat gesagt: Weißt du, was passiert ist? Diese Frau war in den letzten Jahren schon auf dem Weg des Abfalls – und ein halbes Jahr vor der Trauung bin ich zu den Ältesten gegangen und hab gesagt, nie im Leben dürft ihr diese Frau trauen, weil sie lebt gar nicht mehr mit dem Herrn, sie ist längst abgefallen, ihr müsst die Hochzeit verschieben, und ihr müsst mit ihr Seelsorge machen, ihr müsst sie ermutigen, ermahnen, wieder auf den richtigen Weg bringen und helfen, dass sie aus diesem Weg des Abfalls herauskommt und wieder ein brennender Christ wird, sonst kann sie gar nicht heiraten, das kann nicht funktionieren, weil sie nicht qualifiziert ist für eine christliche Ehe.

Und was haben die Ältesten gesagt? „Wir wissen von ihrem Zustand, aber in einem halben Jahr ist der Hochzeitstermin und da sind so wichtige Verwandte und dies und das und jenes, und wir können uns das nicht leisten, diese Blöße uns zu geben und jetzt die Hochzeit abzusagen. Und überhaupt glauben wir, wenn sie heiratet, das ist die einzige Chance, wie wir sie in der Gemeinde behalten können“.

Was für eine teuflische Weisheit! Was für eine Verdrehung von Liebe! Und diese Frau kam aus den Flitterwochen, hat ihren Mann verlassen, hat natürlich auch die Gemeinde verlassen und lebt mit einem anderen Mann zusammen. Und dann zucken die Ältesten die Schultern und sagen: „Ja, was können wir dafür?“ Ich sage: „Ihr versteht alle nicht, was eure Aufgabe als Älteste ist, ihr versteht nicht, was ihr zu tun habt“.

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