Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 4 (40:00 bis 45:00)

 

So, schauen wir uns einige Dinge an, die Älteste zu tun haben. Oder nein – nehmen wir erst eine andere Passage, die wichtig ist. Vielleicht denkst, hej, du redest die ganze Zeit über Älteste, ich bin kein Ältester, will auch kein Ältester werden, das interessiert mich gar nicht. Es sollte dich interessieren! Wenn du zu einer Gemeinde gehörst, du solltest wissen, was verlangt Gott von einem Ältesten, was hast du von einem Ältesten zu erwarten, und was er wartet er von dir, und wie sieht dieses Verhältnis aus – du solltest darüber wissen.

1 Thess 5,12-13
Wir bitten euch aber, Brüder, dass ihr die anerkennt, die unter euch arbeiten und euch vorstehen im Herrn und euch zurechtweisen,
und dass ihr sie ganz besonders in Liebe achtet um ihres Werkes willen. Haltet Frieden untereinander!

Hier sehen wir, was Leiterschaft tun soll. Sie stehen vor. Was bedeutet dieses Wort „vorstehen“? Vorstehen heißt „leiten“, „sich kümmern“, „für jemanden sorgen“, das ist, was Älteste tun. Als ich frisch Bekehrter Christ war und kam dann in diese Gemeinde dort, hab ich schnell gemerkt, einmal am Sonntag ist Abendmahl, und dann tauchen plötzlich Männer aus der Versenkung auf, die ich nie gesehen habe, von denen ich nie etwas gehört habe, von denen ich nie gesehen habe, dass sie irgendeine prägende Kraft in die Gemeinde reinsetzen. Aber plötzlich beim Abendmahl waren sie da, so würdige ältere Herren, so ab Ende 60, in dunklen Anzügen und mit steifen Armen, und über dem Arm war so ein weißes Handtuch gelegt. Und sie teilten das Abendmahl aus. Und mir wurde gesagt, das sind die Ältesten der Gemeinde. Ich sag: Aha, die Kellner der Gemeinde.

Die waren nie zu sehen, man hat nie irgendwie gedacht, dass die überhaupt da sind und funktionieren oder was die tun, und so war mein Bild: Älteste sind die Kellner beim Abendmahl. Das sind Älteste. Dank sein Gott, der Herr hat mein Flehen erhört, und nach Jahren durfte ich dann diese Gemeinde des Leidens verlassen und durfte in eine andere Gemeinde kommen. Und zum ersten Mal gingen meine Augen auf, und ich sagte, wow, da sind Älteste, die kümmern sich um Leute. Ganz offensichtlich wie die mit den Leuten umgehen, die haben das Ziel, uns zu helfen, die haben das Ziel, uns in die Reife zu bringen, die haben das Ziel, in unsere Berufung zu bringen, auf einmal dachte ich, wow, was für ein Segen – Älteste, was für ein Schutz.

Und ich konnte hochschauen zu diesen Männern und sagen, wenn ich mal groß im Herrn, ich möchte auch so werden wie diese Leute. Das waren für mich Vorbilder. Das waren für mich Menschen, wo ich gedacht hab, boah, was für eine Hingabe, was für eine Klarheit, was für eine Kraft, was für eine Autorität, was für eine Liebe.

Und es war ein Leichtes mich diesen Männern unterzuordnen und zu sagen, hier bin ich, ich möchte mitmachen in der Gemeinde, und was immer ihr habt für mich, und was immer ihr meint, wie Gott mich gebrauchen möchte, und was ich tun sollte, bitte, hier bin ich, und gebt mir Aufgaben. Und was immer ihr mir gebt, so gut ich das halt kann, werde ich tun.

Und ich habe mir sehr genau überlegt, was ich da sage. Das war nicht aus dem Affekt heraus, das war nicht irgendwie nach einer stimmungsvollen Predigt, und da habe ich irgendwie so einen Schnellschuss gemacht, ich hab mir das sehr genau überlegt. Und ich habe gedacht, was ist wenn sie dich dieses fragen – und dieses war etwas, wovor ich total Angst hatte. Was ist, wenn sie dich jenes fragen. Das war etwas, wovor ich noch mehr Angst hatte. Ich hatte eine ganze Liste von Dingen, wo ich dachte, hoffentlich kommt das nie in meinem Leben dran, hoffentlich werde ich verschont, hoffentlich geht das an mir vorbei.

Aber als dann diese Sache war mit den Ältesten, und ich sehen habe, was für ein Segen und war für ein Schutz sie sind, und dass ich sie brauche um in meine Berufung zu kommen – ich wusste, von dem Tag an in der Nacht als ich mich bekehrt habe, ich wusste, ich werde für Jesus leben. Ich wusste nicht, was das bedeutet, ich kannte überhaupt nichts, aber ich wusste, ich werde für ihn leben, mein Leben lang und ihm dienen.

Und ich habe verstanden, diese Ältesten werden mir helfen in meine Berufung zu kommen. Und da war diese ganze bedrohliche Liste – fünf, sechs Dinge, vor denen ich Todesängste hatte – und dachte, also was ist, wenn sie das von mir verlangen? Ich werde sterben. Ich dachte, nun gut, keiner kennt meine Liste. Und ich hab die Ältesten gesehen, habe ihren Schutz gesehen und hab ihre Fürsorge gesehen und hab diese Entscheidung getroffen – ich unterordne mich, ich bin bereit, ich will meine Zeit, meine Kraft investieren und hier mithelfen in dieser Gemeinde, und was immer an Aufgaben ihr mir gebt – ich werde es tun, so gut ich das halt kann. Kann für nix garantieren, aber ich werde mir Mühe geben.

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