Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 4 (55:00 bis 60:00)

 

In Apostelgeschichte kannst du lesen, die Lehrer und Propheten der Gemeinde trafen sich und was taten die? Die taten Priesterdienst, sie beteten Gott an, sie dienten dem Herrn. Das Wort, was dort genannt wird – „sie dienten dem Herrn“ – ist das Wort „Priesterdienst“ – leitourgeó (3008).

Apg 13,2a
Während sie aber dem Herrn dienten und fasteten …

Die dienten in Anbetung. Wenn wir das verstehen, die Gegenwart Gottes kommt auf eine Gemeinde, der Geist der Furcht des Herrn kommt auf eine Gemeinde durch das einheitliche, gemeinschaftliche Gebet der Ältesten. Sie laden den Heiligen Geist ein, und durch ihre Einheit und durch ihre Beständigkeit, und durch ihr Leben in Reinheit kommt der Heilige Geist auf die Versammlung als Geist der Furcht des Herrn. Und was passiert dann? Sünde wird offenbar.

Alle chronische fortgesetzte mutwillige Sünde wird im Laufe der Zeit offenbar werden, alles wird offenbar werden. Warum? Weil Gott die Gemeinde liebt und weil Gott die einzelnen liebt und weil Er Heilung und Wiederherstellung bringen möchte. So, alle geheimen Dinge, verborgene Süchte, Pornografie, Spielsucht, Ehebruch und all diese ganzen Dinge, es wird alles ans Licht kommen. Warum kommt das in vielen Gemeinden nicht ans Licht oder manchmal nur zufällig? Weil die Ältesten nicht die Ältesten sind. Weil die Ältesten nicht tun, wozu sie gerufen sind. Sie machen „Geschäftssitzungen“.

Sie sind Manager von einem Gebäude oder von einem Verein, aber sie haben kein Hirtenherz und sie tun nicht das, was sie tun sollen. Die stehen nicht vor Gott, sie tun nicht Priesterdienst. Was machen Priester? Sie bringen die Sünden der Menschen vor Gott, und sie holen von Gott die Antwort und den Segen von Gott und legen es auf die Leute. Das siehst du bei Mose. Er war im Zelt der Begegnung, hatte Gemeinschaft mit Gott, und dann kommt er raus, und dann segnet er die Leute. Und das, was er im Zelt erlebt hat, die Herrlichkeit des Herrn, kommt mit ihm aus dem Zelt raus und die ganzen Leute sehen es. Hallelujah. Das ist geistlicher Dienst. Geistlicher Dienst kommt aus der Gegenwart Gottes. Wir empfangen bei Gott etwas! Und das, was wir von Ihm empfangen haben, das legen wir auf die Leute.

Ein Zeichen unserer geistlichen Blindheit und Naivität ist, dass wir heute Pastoren, die im Dienst ausbrennen – Burnout – feiern wie Helden und wie Märtyrer. Und wir verstehen nicht, Burnout kommt nur auf eine Art und Weise zustande – nicht durch viele Termine, sondern indem wir etwas geben, was wir zuvor nicht vom Herrn empfangen haben. Und das tun wir über Jahre und über Jahre, und irgendwann kollabieren wir, und viele stehen gar nicht wieder auf oder berappeln sich nur ein wenig. Und wir feiern sie wie Märtyrer statt zu sagen, „Bruder, wie konntest du so an deiner Gesundheit sündigen? Wie konntest du so an der Gemeinde sündigen?“ Und am besten sogar noch vorher, bevor es überhaupt zum Burnout kommt, zu sagen, „Hallo, du lebst nicht in der Balance! Du musst erst vom Herrn empfangen, und was du vom Herrn empfangen hast, das legst du auf die Gemeinde, nichts von dir! Die brauchen nicht deine Persönlichkeit, deinen Charme und deine Witze, die brauchen die Gegenwart Gottes.“

Und das kommt aus Gebet und Studium des Wortes. Als die Arbeit zu viel wurde, was haben die Apostel gesagt? Sucht euch Leute, an denen wir den organisatorischen Kram delegieren können – wir bleiben bei unseren Prioritäten. Und was war das? Gebet und Amt des Wortes.

Apg 6
3 So seht euch nun um, Brüder, nach sieben Männern unter euch, von gutem Zeugnis, voll Geist und Weisheit, die wir über diese Aufgabe setzen wollen!
4 Wir aber werden im Gebet und im Dienst des Wortes verharren.

Was ist „Amt des Wortes“? Samstagabend nach der Sportschau oder am besten schon während der Sportschau schnell fünf Punkte für die nächste Predigt zusammenstricken? Nein. Amt des Wortes ist im Wort zu sein, im Wort zu leben, aus dem Wort inspiriert zu werden, aus dem Wort trainiert zu werden, aus dem Wort überführt zu werden, geprägt zu werden, ernährt zu werden.

Paulus sagt zu Timotheus: „Ernähre dich durch die guten Worte des Glaubens“.

1 Tim 4,6b
so wirst du ein guter Diener Christi Jesu sein, der sich nährt durch die Worte des Glaubens und der guten Lehre, der du gefolgt bist.

Und das, wovon du dich ernährst, das gibst du dann von der Kanzel oder im Hauskreis oder im Seniorenclub oder im Jugendclub oder was weiß ich, wo. Oder in der Kinderstunde. Das, was du vom Herrn bekommst, wovon du dich ernährst, wovon du die Erfahrung gemacht hast, das baut auf, das macht stark, das ermutigt, das inspiriert, das setzt frei – das gibst du weiter. Nicht irgendwelche Theorien.

Viele Gemeindebünde können nicht wachsen und können nicht in den Strom des Heiligen Geistes hineinkommen, weil ihre Pastoren mit Theorien und mit Kopfwissen und theologischem Sondermüll vollgestopft sind. Aber eins lernen sie nie: Wie gebe ich Gott mein Herz, wie schreibt Gott Sein Wort auf mein Herz, wie werde ich ein Mann des Wortes? Das lernen sie in ihren Instituten und Seminaren nicht, aber sie lernen einen Haufen Zeugs, wovon die Gemeinde überhaupt nichts wissen will, womit man die Gemeinde nicht beglücken kann, wovon niemand frei wird von seinen Süchten und Abhängigkeiten.

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