Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 1 – Errettung und die neue Geburt (50:00 bis 55:00)

 

Weil Adam unter göttlichem Schutz war. Gott war selbst Adams Schutz. Das ist ganz, ganz wichtig, dass wir das verstehen. Und weil der Mensch geschaffen war zu einer Liebesbeziehung war da auch der freie Wille – das ist ganz, ganz, ganz wichtig, dass wir verstehen: Der Mensch ist ein Wesen, das geschaffen ist freiwillig seine Entscheidungen zu treffen.

Und es gibt viele Theorien heutzutage auch mit wissenschaftlichem Anspruch, die das irgendwie untergraben wollen, und die sagen, wir sind nur ein Produkt unserer Umwelt oder irgendwie ein Ergebnis der Verteilung des Kapitals oder der Produktionsmittel oder irgendwie solche Geschichten – oder der biologischen Anlagen oder der Sozialisation oder irgend so etwas. Nein! Die Bibel redet davon: Wir sind geschaffen selbst unser Leben zu bestimmen. Dazu sind wir geschaffen.

Und das ist auch notwendig für eine Liebesbeziehung. Wenn Gott eine Liebesbeziehung haben wollte, dann – Liebe ist immer freiwillig. Manche Leute, die nicht weit genug denken, sagen: „Ja, warum hat Gott uns mit dem freien Willen ausgestattet? Du siehst ja, was passiert ist! Das ist das große Problem. Hätte Er das nicht gemacht …“

Ja, was ist die Alternative? Roboter, die pünktlich morgens um 6:30 Uhr aufstehen, sich drei Mal gen Osten verneigen und sagen: „Großer Gott, wir beten Dich an, wir lieben Dich, Du bist herrlich, Du bist wunderbar, unser Leben gehört Dir. Amen.“ Und dann an ihre Arbeit gehen?

Ja, das hätte Er machen können – logisch, das können wir auch machen. Bloß das ist keine Liebe! Liebe bedeutet, „ich habe gewählt bei dir zu bleiben“. Das sag ich oft meiner Frau: Ich sage, schätzt du das überhaupt, unter Millionen und weiß ich nicht wie vielen Menschen, habe ich dich auserwählt – und nach 17 Jahren oder so ähnlich bin ich immer noch bei dir. Schätzt du das überhaupt? Ich mache Spaß jetzt!

Das war nicht eine Entscheidung, ein Mal, sondern ich habe mich viele Male entscheiden müssen, ich bleibe bei ihr. Aber sie auch mit mir! Und ich schätzt das, dass sie immer noch an meiner Seite ist. Das ist nicht, weil ich sie zwinge. Sondern sie macht das, weil sie das möchte. Sie ist bei mir, weil sie das möchte. Sie möchte bei keinem anderen Mann sein, das finde ich ganz stark, das baut mich sehr auf.

Und genauso ist es mit Gott: Liebe wird erst dann Liebe wenn die Möglichkeit besteht, die Liebesbeziehung abzubrechen. Nur das ist wirkliche Liebe. Versteht ihr das? Sonst wären wir Roboter, einprogrammierte Maschinen, die nach außen hin vielleicht ein Verhalten wie Liebe produzieren, aber das kann Gott nicht erfüllen und glücklich machen, wenn er dann da vom Himmel herunterschaut und ist begeistert über seine vielen, vielen Robots, die da alle sich verneigen und Er sagt zu den Engeln: „Ist das nicht wunderbar wie sie mich alle lieb haben?“ Und der Engel sagt: „Ja, aber vergiss nicht, du hast sie programmiert.“ – „Oh ja …“

Das wäre ein echter Stich, das würde die Freude Ihm rauben. Zu Beziehung, zu Liebe gehört das Element der Freiwilligkeit, das ist absolut wichtig. Und auch wiederum hier: Die Freiwilligkeit ist nicht das Problem, der Missbrauch des freien Willens ist das Problem.

Und Gott hat nichts in den Menschen hineingelegt, er hat den freien Willen, und jetzt muss er auch diesen freien Willen missbrauchen. Sondern das ist ja gerade der „freie“ Wille – anders wäre es kein freier Wille. Der freie Wille besteht darin, dass er frei ist. Und es war nicht von Gott hineingelegt und deswegen ist Er auch nicht verantwortlich für diese Misere, die dann danach sich ereignet hat. Ich rede von diesem Einbruch der Finsternis, von dieser Trennung, von dem, was man so „Sündenfall“ nennt. Aber so weit bin ich noch nicht.

Gott hat um dem Menschen ein Positionslicht zu setzen, um ihm zu zeigen oder ihn gewiss zu machen, auf welcher Seite er steht – der Wahrheit oder der Lüge – der Liebe und der Hingabe und des Vertrauens oder der Unabhängigkeit und der Rebellion. Gott hat ihm etwas gegeben. Aus lauter Güte hat Er einen Baum in den Garten gesetzt. Und wiederrum – viele Leute, die nicht mitdenken, sagen: „Ja, das ist das Problem – wenn da nicht der verbotene Baum gewesen wäre“. Der verbotene Baum ist nur dazu da, um zu zeigen, ich bin noch im grünen Bereich sozusagen. Ich bin noch auf der richtigen Seite.

Nichts hat Adam oder die Frau gezwungen von diesem Baum zu essen. Sondern Gott hat diesen Baum gegeben, und Er hat gesagt: „Passt auf, esst nicht davon, und an dem Tage, wo ihr davon esst, müsst ihr sterben“.

1 Mose 2
16 Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten,
17 aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.

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