Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (60:00 bis 65:00)

 

Du gehörst zu Gottes Familie. Das musst du wissen, was das bedeutet. Das heißt: Gott übernimmt alle Verantwortung für dich! Wie früher so als kleines Kind. Ich weiß nicht, wie es dir ging, ich hatte nur eine Schwester, und mit der verstand ich mich nicht gut. Aber ich hatte Jungs in der Nachbarschaft, die mir Böses wollten. Und dann habe ich immer gesagt: „Du, wenn du mich nicht in Ruhe lässt, hole ich meinen großen Bruder“. Das hat gewirkt, aber nur so lange bis sie herausgefunden haben, ich hatte keinen großen Bruder.

Aber so lange sie das nicht gewusst haben, hat das prächtig geklappt. Ich konnte kühn da ihre Straße durchgehen ohne Angst zu haben, sie vermöbeln mich, weil ich ihnen gedroht habe mit meinem großen Bruder.

Und jetzt hast du endlich mal einen großen Bruder! Christus ist dein Bruder. Der große Bruder, der ältere Bruder, der dich beschützt. Er ist für dich da. Gott ist dein Vater, Christus ist dein Bruder. Er ist der Erstgeborene – Röm 8 – unter vielen Brüdern.

Röm 8,29
Denn die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.

Der Erstgeborene unter vielen Brüdern! Und wenn du mit dem Teufel Ärger hast, dann kannst du sagen: „Ich hole meinen großen Bruder“. Und er weiß, was du meinst, und er ist sehr beeindruckt. Weil er weiß, dass nicht jetzt du gegen ihn versuchst anzukommen, sondern du trittst ganz bescheiden zur Seite und lässt einmal den großen Bruder zwei Schritte nach vorne machen. Und da wird selbst der böseste Teufel ein bisschen blass. Er wird blass und er kriegt Probleme.

Jak 4,7b
Widersteht aber dem Teufel! Und er wird von euch fliehen.

„Widersteht dem Teufel“ – das heißt nicht, ihn anzuschreien. Manche jungen Christen sehe ich, die schreien den Teufel an. Das ist ja lächerlich. Er ist nicht beeindruckt von deiner Lautstärke. Oder dass du ihm irgendwelche Verwünschungen hinterher wirfst. Das sollten wir nicht tun. Lass den großen Bruder ran. Sag: „Moment einmal, das regeln wir gleich, ja? Augenblick …“ – einen Schritt zur Seite und sagst: „Jesus, übernimm du“. Und er in dir steht auf, er ist der Herr, alles ist ihm untertan. Der Teufel muss sich beugen. Der Teufel ist besiegt, Jesus ist Herr. Stell dir Jesus vor – er spricht ein Wort und sagt: „Lass ihn in Ruhe!“ Bäm. Und er rennt.

Er rennt! Du kleiner Winzling – indem du auf den großen Bruder verweist – kannst den Teufel zum Rennen bringen. Das ist die Grundlage von Freiheit. Das ist die Grundlage von „hier oben klare Gedanken haben“, Zwänge ablegen, reine Fantasie bekommen, von Alpträumen befreit werden. Die Grundlage ist, dass Christus überwunden hat und dass er für dich streitet. Er für dich! Das könnten wir in vielen, vielen Schriftstellen nachweisen. Das ganze Kapitel Römer 8 ist da eine sehr interessante Hausaufgabe, die ich euch hiermit so vorlegen möchte: Das einmal so betenderweise durchzulesen. Das ist so fantastisch, was für Wahrheiten dort drin sind.

Und dort heißt es: „Wenn er für uns ist, wer könnte gegen uns sein?“

Röm 8,31
Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?

Wer kann gegen dich sein? Wenn er für uns ist?! Er ist der Herr! Er ist der Höchste, der Größte. Er ist für uns! Und das müssen wir verstehen und sehen, dass das klare Aussagen sind im Worte Gottes, die gelten jedem Christen.

Kol 1,13 redet von der Errettung: Wir sind herausgenommen aus dem Machtbereich der Finsternis und versetzt in ein neues Reich.

Kol 1,13
Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe

Wir „sind“. Nicht: „Wir werden eines Tages“. Ja, du sagst, ich weiß – im Himmel. Nein! Die Bibel redet nicht davon! Sondern sie sagt: Jetzt, hier. Wir sind schon aus dem Herrschaftsbereich der Finsternis herausgenommen und sind in einem neuen Reich. Wir sind.

Viele versuchen etwas zu erleben, was sie noch nicht ergriffen haben. Und das wird nie funktionieren. Du kannst nur erleben, was du ergriffen hast. Und darum ist es wichtig, dass wir diese Aussagen wirklich bedenken, dass wir sie in uns tief hineinbauen in unseren Geist und dass wir sie durch den Heiligen Geist, durch Anbetung, durch Danken immer wieder frisch und lebendig halten.

1 Kor 1,30
Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung

Wir sind in Christus. Wir sind versetzt, wir sind jetzt „in ihm“. Paulus sagt an einer anderen Stelle: Unser Leben ist verborgen.

Kol 3,3
denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott.

Unser Leben ist verborgen – wir sind „in Christus“. Wir sind in ihm. Nicht: „wir werden sein – einige von uns haben es schon geschafft“, sondern wir! Wer ist „wir“? Wir, die Gläubigen! Paulus redet nicht von: „Ihr lieben Korinther, ich hab’s geschafft, ich bin in Christus, ihr habt noch viel vor euch, aber ich hab es schon geschafft“. Sondern er sagt: „Wir sind in Christus“.

Genauso zu den Korinthern, die viele Probleme hatten. Und ein ziemliches Durcheinander in ihren Gottesdiensten hatten. Denkt an diese Gelage, die sie da gehabt haben statt Abendmahl. Wo sie alles mögliche durcheinander irgendwie hatten.

Und Paulus sagt zu ihnen: Ihr seid geheiligt, ihr seid abgewaschen.

1Kor 6,11
Und solche sind etliche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und in dem Geist unseres Gottes!

Redet er da von dem, was er gerade aktuell bei ihnen vorfindet? Nein, er redet nicht davon, er redet von ihrem Status. Er redet von dem, was sie im Hinblick auf Christus haben. Und weil sie das nicht gewusst haben und weil sie nicht wussten, wie man das umsetzt, hatten sie im sichtbaren Leben, in ihren Beziehungen in der Gemeinde, im Gemeindealltag, hatten sie wenig davon vorzuweisen.

Und trotzdem macht Paulus klar: Sie sind geheiligt. Und ich sage dir: Wenn die Korinther geheiligt waren, dann bist du auch geheiligt.

Hier wäre jetzt ein „Amen!“ angebracht gewesen, ich habe extra eine Pause gemacht. Wäre jetzt wirklich sehr gut gewesen.

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