Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (65:00 bis 70:00)

 

Wenn die Korinther geheiligt sind, du bist auch geheiligt. Wenn sie abgewaschen worden sind, wenn sie durch das Blut Christi gereinigt sind, dann du auch. Du bist gereinigt.

Du sagst: „Ich fühle das aber nicht!“ – Ja, weil du gar nicht zuhörst wenn ich sage: Du bist gereinigt. Statt das anzunehmen und zu glauben und dich darin total einzugraben in dieser Wahrheit – „du bist geheiligt, gereinigt durch das Blut Jesu“ – starrst du nur immer auf deine Sünde!

Und viele halten die Sünde fest und meinen sogar, die Sünde hätte eine demütigende Wirkung auf sie. Und sie halten die Sünde selber fest. Und die Bibel redet von ganz anderen Dingen, darüber werden wir später reden: Von dem reinen Gewissen durch das Blut Jesu.

Also – Errettung heißt: Wir sind in einer neuen Dimension. Und das bedeutet, wir haben Schutz und wir haben Freiheit. So wie wir vorher Kinder des Teufels waren. Und mancher Theologe ist ein bisschen empört darüber, aber Jesus hat gesagt: „Ihr habt den Teufel zum Vater“.

Joh 8,44
Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.

Zu den Profi-Religiösen hat er das gesagt! „Ihr habt den Teufel zum Vater!“ Nicht, weil die besonders schlimm waren, sondern weil sie einfach noch nicht in diesem drin waren, was Christus an neuer Beziehung und Grundlage eben geschaffen hatte. Jeder Mensch, auch wenn er noch so anständig versucht zu leben, der getrennt ist von Gott, hat den Teufel zum Vater.

Das mag der Humanist nicht gerne hören – er möchte auf seine Schokoladenseite hinweisen und möchte doch irgendwie ein Wertgefühl aufgrund seiner Leistungen irgendwie haben und das auch anerkannt wissen – aber die biblische Tatsache ist, dass wenn wir nicht von neuem geboren sind, dann sind wir nur von altem geboren. Und das heißt, wir haben den Teufel zum Vater.

Und Errettung bedeutet: Wir werden herausgenommen. Und der alte Anspruch des Teufels gilt nicht mehr. Aber weil wir so gewohnt sind, in diesen alten Bahnen zu denken und zu leben und zu reagieren, brauchen wir eine Weile bis das hier oben bei uns klingelt und wir verstehen, ich muss diesen alten Wünschen, diesen alten Begierden, diesen alten Dingen, die da immer wiederkommen – ich muss denen gar nicht mehr gehorchen! Aber das Widerstehen beginnt damit, dass du weißt, du hast einen Herrn. Du lebst in einem neuen Machtbereich.

Mein Bild früher war immer das eines DDR-Bürgers, der ausgebürgert wurde. Irgendwann durch irgendwelche Umstände meinetwegen kam er dann rüber und dann war er hier. Und dann stell ich mir so vor, es ist also der Vorabend zum 1. Mai. Am 1. Mai war immer „Arbeitergroßkampftag“, also Paraden waren angesagt und alles mögliche. Und er lebt jetzt im Westen und ist wenige Wochen hier. Und am Abend des 30. April klingelt’s und da ist der alte Brigadenführer oder irgendwer und sagt: Ach, Herr Müller, gut, dass ich sie treffe, ich wollte nur nochmal dran erinnern, morgen 10:30 Uhr auf dem Platz wie immer, hier sind die Fähnchen, bitte schön sozialistisch siegreich lächeln, nicht vergessen, also wir sehen uns dann in alter Frische“.

Was wird der Mann tun? Wir er sagen: „Oh Mann, um ein Haar hätte ich den Termin vergessen, Mensch, jetzt hätte ich doch beinahe glatt vergessen. Hatte ich mir schon schön einen freien Tag irgendwie ausgedacht mit meiner Familie, habe ich doch vergessen – ist doch Parade! War doch jedes Jahr. Ist doch jedes Jahr, das gehört doch zu den Pflichten eines guten sozialisitischen Staatsbürgers. Oh Mensch, gut, dass er mich erinnert hat! Das wäre ja eine Pleite gewesen wenn ich das vergessen hätte“.

So wird er – wenn er weiß, was Ausbürgerung bedeutet und dass er nicht zu Gast in der Bundesrepublik ist, sondern dass er jetzt hier Staatsbürger ist – so wird er nicht reagieren! Sondern wie wir er reagieren? „Ach, ja schön, dass ich sie mal wiedersehe. Was ich ihnen noch alles so erzählen wollte, was damals irgendwie nicht so ganz möglich war. Aber jetzt möchte ich ihnen einiges sagen. Und im übrigen – morgen, das können sie sich aus dem Kopf schlagen!“ – Sagt er: „Wieso? Sie waren doch immer da! Das erwarte ich von ihnen. Das wird Konsequenzen haben“. Und dann zieht er seinen kleinen bundesdeutschen Plastik-Personalausweis heraus und sagt: „Schauen sie mal hier – wissen sie, was das ist? Ich bin ein neuer Staatsbürger. Ich habe eine neue Regierung! Die alten Gesetze, die alten Ordnungen, die alten Pflichten sind ein für alle mal gekündigt und gelten nicht mehr. Ich wünsche einen schönen Feiertag, eine schöne Parade da draußen morgen aber ohne mich. Ich komme morgen nicht, ich komme auch nächstes Jahr nicht, ich komme nie mehr, weil ich nicht mehr kommen muss. Weil ich eine neue Identität habe. Ich bin einer neuer Mensch, ich habe einen neuen Pass, ich habe ein neues Recht, ich habe eine neue Autorität über mir, und die alte Ordnung ist für mich zusammengebrochen. So sieht’s aus, also auf Wiedersehen“.

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