Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (75:00 bis 80:00)

 

Du würdest sagen: „Liebes Kindchen, hier ist die Brust – genieße und sei still!“ Du würdest ihm nicht ein Handbuch kaufen wie man die Führerscheinprüfung macht. Das kommt später! Erstmal muss er viel Liebe bekommen, die Windeln müssen gewechselt werden, muss gebadet werden, muss geschaukelt werden, gesungen werden, gesegnet werden, geliebt werden. Und das muss man jahrelang machen. Und dann kann man immer noch nicht an den Führerschein denken. Dann hat man laufen gelernt, dann hat man sprechen gelernt, dann kann man bis 20 zählen, und so geht das nach und nach weiter.

Und viele Christen sind frühreif – kaum sind sie geboren und in den Windeln, wollen sie schon an die Führerscheinprüfung denken und fragen sich, ob sie überhaupt ehetauglich sind oder dieses oder jenes. Und Gott sagt: Immer schön langsam, das kriegen wir alles auf die Reihe.

Aber wir haben einen Herrn, der führt uns! Und das geht langsam. Manche machen sich Gedanken – oh, werde ich wirklich Gott gehorsam sein können? – Nein, wirst du nicht! Du kannst nicht Gott gehorsam sein! Wenn du das noch glaubst, dass du Gott gehorsam sein kannst, hast du vom Evangelium noch nicht viel verstanden.

Darum hast du einen neuen Geist, eine neue Kraft, ein neues Leben in dir, weil du das nicht schaffst. Du kannst es dir noch so viel vornehmen, du wirst es nicht schaffen. Und wenn du es versuchst, du wirst viele Male scheitern. Und irgendwann bist du total frustriert und sagst: „Oh, Gott, ich kann dir gar nicht dienen, ich wollte …“ – und Gott sagt: „Na endlich siehst du es ein“.

Gott sagt nicht: „Was?! Du kannst mir nicht dienen?! Du kannst mir nicht gehorsam sein?! Du kannst nicht heilig leben?! Ja, was hab ich mir denn da für einen an Land gezogen?!“

Wie hat Gott Abraham gerufen? „Ich bin der allmächtige Gott, wandle vor mir und sei fromm!“

1 Mose 17,1
Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei fromm.

Er ist der allmächtige Gott. Mit anderen Worten: Du brauchst mich um heilig zu leben. Ohne mich kannst du das nicht schaffen.

Und wir versuchen so viel, das ist alles so krampfig, was wir tun. Wir versuchen mit den alten Methoden das neue Leben hervorzubringen. Und das funktioniert nicht. Die alten Methoden sind: Stress, Druck, sich-innerlich-in-Hintern-treten oder sich Vorwürfe machen, oder sich irgendwie die Haare raufen oder sonstwie verdammen und anklagen und unter Druck bringen. So kannst du das neue Leben nicht zur Entfaltung bringen. Lass es in Ruhe, störe es nicht, Finger weg. Und tu die Dinge, die Gott dir sagt und lass die Dinge, die Er dir sagt. Und du wirst sehen, das Leben kommt hervor von ganz alleine. Du musst nicht das Leben schaffen, du musst nur Bahn machen für das Leben. Das kommt von ganz alleine heraus. Du musst nur Bahn machen für das Leben.

Und die Bahn beginnt indem wir erkennen, was sagt Gott – und wir unsere Gedanken ändern. Und wir übernehmen, was Gott sagt. Und wir eine Entscheidung getroffen haben, die wir eigentlich noch gar nicht erklärt haben: Gottes Gedanken gehen vor meine Gedanken. Später werden wir dann über die Bedeutung des Wortes Gottes reden. Und warum ist es so sinnvoll, die Bibel als das Wort Gottes anzunehmen und sein Leben auf dieser Grundlage neu zu bauen und kühn und mutig – nicht frivol und überheblich, aber kühn und entschieden alle Philosophien dieser Welt beiseite zu lassen und sich zu gründen in den Wahrheiten von Gottes Wort. Da beginnt Aufstieg, da beginnt Erfolg.

Mit Schrecken stelle ich fest, dass die Zeit schon wieder dem Ende entgegen geht. Ich wollte noch so viel hier reintun. Hört einmal, was hier noch alles herrliches drin ist:

Röm 5,9
Wir sind nicht länger unter dem Zorn Gottes

Was nicht bedeutet, dass Gottes Ansichten über die Sünde sich geändert hätte. Viele Christen sind da auch verworren im Kopf. Sie denken irgendwie mysteriöserweise, man weiß nicht wie, aber glücklicherweise ist es so: Von Maleachi zu Matthäus hat Gott auf einmal irgendwie seinen Zorn verloren. Und Gott hat sich gewandelt.

Gott hat sich nie gewandelt! Aber durch Christus, durch das Blut, das wir haben, das Blut der Bedeckung, ist der Zorn Gottes nicht mehr über uns. Aber der Zorn Gottes über die Sünde ist immer noch da!

Und Gott wird nach und nach auf eine sehr liebevolle, sehr motivierende und sehr bestimmte Art und Weise sagen: „So, jetzt werden wir uns mit diesen Dingen in deinem Leben beschäftigen. Und wenn wir das durch haben, dann kommt eine weitere Lektion – wir kriegen das hin. Ich mache das.“

Das ist Evangelium!

Nach Hes 36,26
Ich tue einen neuen Geist in euch. Ich gebe meinen Geist in euch und ich werde aus euch Menschen machen, die in meinen Geboten wandeln, meine Rechte handeln und danach tun.

Gott sagt: „Ich mache das!“ Und wir kommen dann daher: „Oh, Gott, ich bin so ungehorsam, bin so ein Fiesling, ich bin so gemein, ich bin es gar nicht wert“. Gott sagt: „Sei ruhig, ich weiß das, ich wusste das vorher als ich dich genommen habe“. Wir kriegen manchmal Offenbarungen über uns selbst und wir sind schockiert und wir denken, au weia, wenn das Gott erfährt! Wenn er das mitkriegt, was wir da für eine Sorte von Mensch sind – er würde sich das alles mit der Kindschaft nochmal überlegen.

Gott hat den totalen Durchblick. Bevor du zum ersten Mal zu Ihm gebetet hast – Gott ist nicht geschockt.

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