Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (80:00 bis 85:00)

 

Er hat den totalen Durchblick, er hat dich angenommen. Er hat dich ein für allemal angenommen. Die Kindschaft ist eine rechtliche Angelegenheit. Die Kindschaft hat nicht zu tun mit wie brav oder wie ungezogen du bist. Dazu sind doch diese Bilder da: Vater und Familie und Kinder.

Ich habe drei Kinder. Und ich kann doch nicht zum Standesamt gehen nur weil mal zu Hause irgendwas nicht geklappt hat und sage: „Also, passen sie auf, der steht zwar hier in der Liste unter „Familie Henkel“, aber in letzter Zeit – das Zimmer ist überhaupt nicht mehr aufgeräumt und ich bin damit nicht einverstanden, er hört auch nicht. Ich habe schon eine kleine Taschengeldkürzung vorgenommen, das hat alles nicht gebracht.“

Ist jetzt illusorisch, mein Sohn hat seine Sachen sehr in Ordnung – die Tochter ist das Problem.

Und dann sag ich: „Also – wissen Sie, alle meine pädagogischen Maßnahmen sind fehlgeschlagen, wir machen einfach folgendes: Streichen Sie ihn aus!“

Der wird sich wundern, vielleicht tut er das. Also, bleiben wir mal bei meinem blöden Beispiel.

Nächste Woche komme ich wieder: „Ach, es tut mir doch leid, er ist wieder so lieb geworden, und es ist mein lieber Sohn, ich habe so viel Gefallen an ihm, tragen Sie ihn wieder ein“. Wenn ich drei Mal da war – dann sagt er: „Nicht Sie schon wieder – Sie machen jetzt eine Entscheidung – entweder das ist ihr Sohn, dann bleibt es ihr Sohn, oder es ist nicht ihr Sohn, dann bleibt es so. Dieses Hin und Her machen wir nicht mehr mit!“

Und Gott hat sich entscheiden: Es gibt kein Hin und Her, aber hat „ja“ gesagt zu dir, du bist Kind Gottes. Egal, was du noch alles für schiefe Dinge da laufen hast und was nicht in Ordnung ist, du bist Kind Gottes. Und Er ist dein Vater und Er steht zu dir. Und Er sorgt sich um dich. Und Er hat – und das ist eine schwere Botschaft zu glauben – Er hat Freude an dir! Ich weiß, das ist eine härtesten Botschaften in deutschen Landen zu predigen: Gott freut sich über uns.

Wir möchten so gerne leiden. Wir möchten so gerne bezahlen für unsere Sünde und Buße tun und irgendwie bedrückt sein und irgendwie etwas wiedergutmachen und so. Mit solchen Dingen, sowas nehmen wir mit offenen Armen auf, aber „Gott ist dein Vater und Er freut sich über dich“ ist eine harte Botschaft.

Ich sage immer: Die Pastoren sollten bei dieser Botschaft irgendwie Gefahrenzulage oder Erschwerniszulage bekommen. Das ist wirklich wahr.

Gott hat Gefallen an dir! Er hat nicht Gefallen an allem, was du tust. Aber Er kann – was übrigens auch jeder Vater kann – Er kann unterscheiden zwischen „Das ist mein lieber Sohn und ich hab ihn sehr, sehr lieb“ und „über diese Dinge werden wir später reden“. Gott kann dich als Person trennen von deiner Sünde und Er bejaht dich total. Und Er hat auch Seine Ziele mit dir und sagt: „Das werde ich ihm abgewöhnen, das kommt nicht mehr in Frage“.

Aber Gott kommt nicht und sagt: „Was?! Du willst zu mir? Na, dann komm mal her, mein Bürschchen, das ist ja gerade richtig! Und hier und da und da und neulich habe ich beobachtet, dass … und das und jenes“. So ist nicht Gott! Viele haben ein Mischung aus strengem Vater und Verkehrspolizist und Staatsanwalt – so eine Mischung von Gott haben sie. Und Jesus hat gesagt: Wenn ihr mich seht, dann seht ihr den Vater.

Joh 14,9
Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige uns den Vater?

Und oftmals ist es notwendig für uns, dass wir wieder hineingehen in die Evangelien und sehen wie freundlich Jesus war. Die einzigen Menschen, die eine Abfuhr bekommen haben, das sind professionellen Religiösen gewesen. Da hat er sehr herbe Worte gehabt. Aber alle, die kamen und gesagt haben: „Wir verdienen das nicht, erbarme dich unser“ – die hat er in Liebe angenommen.

Jesus demonstriert uns wie Gott wirklich ist. Und wir brauchen ein neues Bild. Wir brauchen ein Bild. Und Gott bejaht uns. Und Veränderung in unserem Charakter wird niemals stattfinden bevor nicht die Erfahrung der Annahme kommt, das wird nicht stattfinden. Erst kommt die Erfahrung, ich bin Kind Gottes. Die Reifungsstufen im Neuen Testament sind das Baby, das Kleinkind, der junge Mann und der Vater.

Und von dem Baby wird nur gesagt: Sie kennen den Vater.

1 Joh 2,13
Ich schreibe euch, ihr Väter, weil ihr den erkannt habt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch, ihr jungen Männer, weil ihr den Bösen überwunden habt. Ich schreibe euch, ihr Kinder, weil ihr den Vater erkannt habt.

Und das ist das erste, was deine Aufgabe ist: Sorge dich nicht um deinen Führerschein, um deine Reifeprüfung, deine geistliche Hochschulzulassung oder irgendwie so etwas. Sorge dich darum, dass du den Vater kennenlernt. Und die Liebe des Vaters wird dich glattbügeln. Die Liebe des Vaters wird alles rausnehmen und wird dich verändern, wird dich motivieren, wird dir helfen und wird dir Glauben geben, dass du nicht mehr verzweifelt bist über die selbst, sondern siehst, Gott hat irgendwie Glauben für mich. Gott hat Glauben für mich! Wenn Er Glauben hat, Er muss es wissen – Er ist schon länger im Geschäft! Er wird es tun, Er macht das. Nicht unsere Kraft, nicht unsere Anstrengung. Das alles ist enthalten in diesem einen kleinen Punkt: Wir sind Kinder Gottes und wir haben neues Leben aus Gott in uns.

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