Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (25:00 bis 30:00)

 

Und interessanterweise schreibt hier Paulus über das Kreuz, der ja wie wir wissen nicht einer der Jünger Jesu war. Als Jesus gekreuzigt wurde, Paulus war nicht dabei. Aber später hat er Offenbarung als der Herr ihm begegnet ist und ihn total verwandelt hat und er von einem Christenverfolger dann zu einem Diener des Herrn geworden ist. Der Herr durch seinen Heiligen Geist hat ihm offenbart, was am Kreuz geschehen ist, was man mit den Augen nicht wahrnehmen kann. Das ist interessant, dass das allerstärkste des Kreuzes von jemandem geschrieben ist, der beim Kreuzigungsvorgang gar nicht dabei gewesen ist.

Geistliche Wahrheiten kommen per Offenbarung oder sie kommen gar nicht. Du kannst daneben stehen und es mit physischen Augen sehen und du begreifst überhaupt nichts. Es wird entweder durch den Heiligen Geist dir offenbart oder du verstehst nur Bahnhof. Das ist die Alternative. Es gibts nichts dazwischen. Du kannst es dir nicht anlernen, du kannst fünf Jahre Theologie studieren und versuchen, das zu begreifen – das ist dir mit akademischen Möglichkeiten nicht zugänglich!

Das ist das große Problem von einer Theologie, die meint, indem man historische Fakten wälzt und Texte analysiert oder so, würde man zu lebendigen fruchtbringenden Erkenntnissen kommen. Aber die Bibel ist das einzige Buch, das nur in einer Freundschaft mit dem Autor verstanden werden kann.

Nur wenn du eine Freundschaft zum Autor hast, kannst du die Bibel verstehen. Sonst liest du Buchstaben und verstehst Bahnhof oder verstehst irgendetwas, was du meinst, was es sagen könnte, aber du wirst in die Irre gehen. Und viele sind vor dir in die Irre gegangen, und du wirst nicht in die Irre gehen, weil du sagst: Ich bin doch nicht blöd. Ich demütige mich, ich halte meinen Mund.

Das ist übrigens mein Rat an viele, viele Christen: Viele junge Christen kommen daher und sie sind den zweiten Sonntag im Gottesdienst und das zweite Mal im Grundlagenseminar und sie scheinen schon alles zu wissen. Sie kommen hinterher und sagen mir, ich soll doch das predigen und warum ich nicht das mache und warum ich dies nicht anders und das so und so mache – und dann mein guter Rat ist immer der: Lieber Bruder, kauf dir eine Bibel wenn du noch keine hast. Wenn du kein Geld hast, ich werde dir eine besorgen für umsonst – so dann besorge dir einen großen Notizblock, einen scharfen Bleistift oder einen Kugelschreiber mit vielen Ersatzminen. Und dann setz dich hin, halt deinen Mund, mach die Ohren auf, höre zu und schreibe wie ein Weltmeister und vergleiche, ob das alles auch in deiner Bibel steht. Und dann geh mit all dem Gelernten nach Hause und sag: Heiliger Geist, ich verstehe nichts, bitte zeige mir, bitte belehre mich.

Das ist der schnellste Weg wie du wirklich wächst. Aber wenn du meinst, du musst alle anderen vollpredigen, du wirst nichts kapieren. Wahrheit ist etwas, was Gott uns schenkt. Das können wir uns nicht erarbeiten, das schenkt uns Gott. Und Er schenkt seine Gnade dem Demütigen.

Jak 4,6
Er gibt aber desto größere Gnade. Deshalb spricht er: „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.“

Und zu sagen: Ich bin ganz neu hier und ich will erstmal lernen und gucken, wie der Hase läuft – das ist ein Beweis von Demut. Belehrbar sein! Und Menschen, die das so machen, die lernen und die wachsen und die erleben herrliche Dinge mit dem Herrn und ich kenne Leute, die einfach wirklich rasant wachsen und andere, die schon seit 10 Jahren hier sind, schon nach 1,5 Jahren überholt haben. Das hat nichts mit der Zeit zu tun, sondern mit unserer Haltung.

Also seid ermutigt. Sag: Ich werde auch so einer sein, ich werde wenig reden, viel hören und mich ausstrecken nach Verständnis.

Okay, hier sind so schöne Sachen drin hier: Die Sünde wird nicht über uns herrschen.

Röm 6,14
Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen

Du sagst: Ja, im Himmel wird es so sein. Jetzt herrscht sie ganz gewaltig.

Und hier ist die Antwort drin, wie wir befreit werden können von dem Zwang zur Sünde. Von diesem Hingezogensein zum Negativen, zum Zerstörerischen – wie wir befreit sein können. Und lass es dir gleich am Anfang gesagt sein, weil wir alle diesen Fehler machen oder gemacht haben: Wir versuchen Sünde, also all das, was wir erkennen, was nicht gut ist in unserem Leben, wir versuchen es in unserer Kraft zu überwinden.

Und jeder, der das versucht, hat schon diese frustrierende Erfahrung gemacht – je mehr man sich anstrengt, je mehr man kämpft gegen die Sünde, um so stärker scheint die Sünde zu werden. Das ist ein Kampf wie Don Quijote gegen die Windmühle – also, man kann ihn nicht gewinnen, und selbst wenn man einiges irgendwie unter seine Füße bekommen hat mit Ach und Krach, man ist sehr verkrampft und man ist sehr irgendwie konzentriert, dass ja nichts mehr passiert in diesem Bereich und während man seine ganze Aufmerksamkeit auf diesen kritischen Bereich seiner Charakters und Lebens richtet, bricht hinten die Hölle los. Und dann dreht man sich um und schlägt eine Schlacht hier und dann auf einmal – das, was man vorher schon überwunden hatte im ersten Frontabschnitt, auf einmal geht wieder los. Weiß jemand nicht, wovon ich spreche?! Bitte Hände hoch, ich werde es noch ein bisschen deutlicher erklären.

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