Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (35:00 bis 40:00)

 

Röm 6,6a
da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist

Der alte Mensch – das ist der, der die Sünde produziert. Das ist das, was du bist oder was du warst ohne den Herrn. Der in seiner eigenen Art und Weise gelebt hat. Diese alte Natur, das alte in uns, wo der Sitz der negativen sündhaften Energie war, der alte Mensch ist mitgekreuzigt worden.

Bitte lasst uns hier grammatikalisch ganz genau sein – das ist schon, wie man so sagt, vollendete Vergangenheit. Es ist schon vollendete Vergangenheit, Hallelujah. Unser alter Mensch ist mitgekreuzigt worden.

Röm 6,6b
damit der Leib der Sünde abgetan sei

das ist wenn du das mal anatomisch nehmen willst, wobei das ja natürlich nichts Physisches ist – der Leib der Sünde, der Sitz, wo die Sünde halt ihr Hauptquartier hat und von wo alles ausgeht – ist abgetan oder Griechisch: „außer Kraft gesetzt“ (2673. katargeó). Und jetzt gibt’s bestimmt welche, die fühlen und sagen: „Also das scheint bei mir irgendwie nicht ganz funktioniert zu haben. Vielleicht hat man im Zuge einer Massenabfertigung bei mir nicht richtig irgendwie zugeschlagen oder die Nägel falsch eingeklopft oder irgendwie scheine ich das alles überlebt zu haben, das Ganze, denn dass der Leib der Sünde außer Kraft gesetzt ist – davon kann nun wirklich bei mir überhaupt nicht die Rede sein. Wort Gottes schön und gut, aber ich muss ja auch wahrhaftig bleiben und muss auch schon sagen, also dass der Leib der Sünde außer Kraft gesetzt ist, das mag für Apostel Paulus zutreffen und vielleicht noch für Pastor Margies, aber ansonsten denke ich, ist das doch ein bisschen zu hoch gestochen. Sicher, wir eifern dem nach, wir streben danach, dass wir mehr und mehr die Sünde überwinden und wir kämpfen auch und wir geben unser Letztes, nach der Devise „try it harder“ und wir sind sehr bemüht, aber dass wir jetzt einfach so diesen Kampf der Sünde sozusagen einstellen und die Niederlage dann für Sieg erklären, das kann es jawohl nicht sein“.

Eine Wahrheit, die Gott uns offenbart, die im Gegensatz zu unserer Erfahrung steht, muss als Wahrheit erkannt werden, im Glauben ergriffen werden, und Glaube – das Wesen von Glaube ist immer, dass es im Sichtbaren etwas gibt, was dem entgegenspricht. Immer. Das ist Glaube. Sündenvergebung ist etwas, was wir durch Glauben haben.

Die Bibel sagt: Wenn wir unsere Sünde bekennen, dann ist er treu und gerecht, dass er vergibt und reinigt.

1Joh 1,9
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.

Der Herr vergibt dir, nachdem du bekannt hast. Und wenn du noch nicht viel über Glauben weißt, am Anfang deine Seele noch sehr wenig in den Wegen Gottes diszipliniert ist, was wird passieren? Die Schuldgefühle sind immer noch da!

Und dann kannst du zwei Dinge tun. Entweder sagen: „Nein, das Wort Gottes ist wahr, Gott hat mir vergeben“ und die Schuldgefühle machen einen letzten kleinen Protest: „Aber wieso? Wir sind ja noch da. Das ist der Beweis, dass dir nicht vergeben wurde!“ Dann können wir sagen: „Ich bleibe beim Wort Gottes, und das heißt, ihr seid nicht mehr lange da! Schuldgefühle Auf Wiedersehen oder Auf Nimmer Wiedersehen“.

Ich kann das Sichtbare nehmen und mich mit dem Sichtbaren verbinden gegen das Wort oder ich kann das Wort nehmen, mich gegen das Sichtbare – und Gefühle nach biblischer Ordnung gehören zum Sichtbaren. Witzigerweise. Du sagst: „Kann ich doch nicht sehen“, aber sie gehören zur sichtbaren Welt. Du kannst dich mit der Wahrheit des Wortes gegen deine alten Stimmungen, Innenerfahrungen, seelischen Regungen stellen und kannst so erleben, dass du Veränderungen erlebst.

Also, wenn wir Sündenvergebung als Glaubensgeschenk empfangen, ist es sogar zwingend notwendig, in dem Moment, wo wir im Glauben empfangen, dass noch die Schuldgefühle da sind. Sonst brauchen wir es ja nicht mehr zu glauben.

Und wenn wir diese Wahrheit erleben wollen, dass wir mit Christus gekreuzigt sind, und wir haben aktuell in Hülle und Fülle die Erfahrung, dass die Sünde noch sehr lebendig ist, ja, dann haben wir schon die Voraussetzungen, dass wir wirklich glauben können.

Macht das Sinn, ja? Wir stellen uns auf die Wahrheit des Wortes Gottes gegen das, was wir erleben. Damit wollen wir nicht leugnen, dass das was unschön ist, was hässlich ist, was sündig ist, dass das auf einmal nicht da wäre – darum geht es überhaupt nicht. Das ist ein Glauben im Hinblick auf unsere nächsten Erfahrungen, das ist ein Glaube auf die Zukunft gerichtet, nicht ein Glaube, der sozusagen den jetzigen Mangelzustand, die jetzige Niederlage umdeklariert.

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