Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (40:00 bis 45:00)

 

Davon kann nicht die Rede sein, dass auf einmal aus der Niederlage, indem man ein neues, frommes Mäntelchen drüber macht, dann irgendwie daraus ein Sieg wird! Und wir dann sagen: Ja, die Niederlage ist mein Sieg und wenn ich schwach bin, dann bin ich stark – irgendwie so – und meine Schwäche ist dann in Gottes Augen die Stärke oder soetwas. Davon kann nicht die Rede sein!

Gott sagt: Wir sind der Sünde gestorben. Wie sind wir der Sünde gestorben? Indem wir mit Christus mitgekreuzigt worden sind.

Das macht doch überhaupt keinen Sinn für unseren Verstand! Wie können wir mit Christus, der vor 2000 Jahren gekreuzigt wurde, wie können wir mit ihm, die wir doch alle zu der Zeit noch gar nicht auf der Erde waren, mit ihm mitgekreuzigt worden sein?! Das verstehe ich nicht.

Ich auch nicht. Ich bin jetzt fast 20 Jahre Christ, das hab ich noch nie verstanden. Und ich habe aufgehört darüber nachzudenken, mir versuchen das irgendwie klarzumachen, das kann man nicht verstehen! Aber man kann das glauben, und man kann sagen: Gott, was immer du sagst. Wenn du mir demnächst im Wort offenbarst, Jona hat den Fisch verschluckt – mir ist alles egal, ich gehöre dir und du trägst die Verantwortung.

Natürlich stehen da keine naturwissenschaftlichen Blödsinnigkeiten drinne oder soetwas. Gott mutet uns das nicht zu, bitte nicht den Verstand an der Garderobe abgeben. Ganz und gar nicht. Aber es gibt einige Aussagen im Worte Gottes, die nur per demütiges Annehmen eine Realität werden. Es gibt keinen anderen Weg. Gott hat es irgendwie – und ich weiß nicht wie – fertig gekriegt, etwas zu tun in Christus vor 2000 Jahren am Kreuz, und das ist auch wirksam für uns. Und was da geschehen ist: Der alte Mensch ist mitgekreuzigt worden und so sind wir – wie das Paulus eben sagt – der Sünde abgestorben.

Röm 6,2b
Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben?

Paulus redet nicht davon, nach viel Fasten, viel Beten und Jahrzehnten des treuen Dienens ist er zu dieser wunderbaren Stufe gekommen, sondern er sagt: „Wir“. Er sagt das von einer Gemeinde, die er nie besucht hat. Das ist so tröstend. Ich hab mir das immer vorgestellt, wenn er dann solche Wahrheiten sagt, z.B. in Röm 6,17: „Ihr seid gehorsam geworden von Herzen“.

Röm 6,17
Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde wart, aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Bild der Lehre, dem ihr übergeben worden seid!

Und das ist wiederum nicht eine – das hat Paulus nicht an die Gemeinde geschrieben, nachdem er die Personalakten studiert hat und in das Leben jedes einzelnen hineingeschaut hat, sondern das hat er geschrieben auf der Grundlage seiner Offenbarung, was der neue Mensch ist, wie wir geschaffen sind von Gott, was für eine Motivation, was für ein Verlangen in uns ist, weil das Leben aus Gott in uns ist. Der neue Mensch – Epheser 4 – ist nach Gott geschaffen.

Eph 4,24
und den neuen Menschen angezogen habt, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Und diese schönen grundsätzlichen Dinge eben schreibt Paulus in Bezug auf diese Gemeinde, die er ja nicht gesehen hat, zumindestens nicht zu dem Zeitpunkt als er das geschrieben hat. Rom, ja, große Gemeinde, weiß ich nicht, 25, 30, 40 oder wieviel Tausend Christen, und dann irgendwann sonntags in den verschiedenen Versammlungsstätten, und dann wird das vorgelesen, der Brief von Paulus. Bruder Paulus hat uns wieder einen Brief geschrieben, der muss vorgelesen werden der ganzen Gemeinde von Rom. Und dann ist da irgendwie so ein Versammlungsraum von wenigen hundert Menschen, und ich natürlich als das letzte Licht der Gemeinde sitze hinten irgendwie hinter der Säule, dass ich ja nicht zu dicht irgendwie an das Adlerauge des Pastors gerate und er dann wieder den totalen Durchblick hat oder vielleicht noch verstärkt mit Geistesgaben, was mit mir alles nicht in Ordnung ist. Also stehst du da ganz hinten und denke, Mensch, ich weiß gar nicht, ob ich würdig bin überhaupt nicht in diese schöne Gemeinde zu gehen, alles so wunderbare Menschen und dann so einer wie ich dazwischen. Ja, wirklich, ein Problem nach dem anderen, mit mir selbst und ich weiß überhaupt nicht, ob ich noch jemals irgendwie klarkomme, ich weiß auch gar nicht – ich bin schon so verwirrt von meinen Niederlagen – was ich überhaupt noch will, ob ich Gott dienen will oder was eigentlich mit mir los ist.

Und dann kommt der Brief von Paulus: „Ihr seid gehorsam geworden von Herzen!“ Und da klingelts bei mir da ganz hinten hinter der letzten Säule.

Paulus, unter der Inspiration des Heiligen Geistes, sagt: „Wir“ – und damit auch ich – bin gehorsam geworden von Herzen. Und das war so inspiriert, dass der Heilige Geist gesagt hat, ist in Ordnung, kommt ins Buch, bleibt drin, ist gültig. Das ist das Wort Gottes.

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