Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (45:00 bis 50:00)

 

Und dann kann ich sagen: Ach, Paulus, wenn du gewusst hättest, wer da hinten hinter der letzten Säule sitzt, dann hättest du diesen Brief nicht geschrieben – oder nicht so – dann hättest du geschrieben „ihr Gemeinde von Rom, ihr seid gehorsam geworden von Herzen mit Ausnahme von dem Henkel da hinten. Bei dem fehlt’s noch“.

Aber jetzt ist es so geschrieben, jetzt ist es gültig, und was aus dem Munde Gottes hervorgegangen ist, wird nicht geändert.

Mt 24,35
Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Ps 89,35
Ich werde meinen Bund nicht entweihen und nicht ändern, was hervorgegangen ist aus meinen Lippen.

Was habe ich zu tun? Ich kann nichts anderes tun als zu sagen: „Gott, dein Glaube ist groß! Ich nehme dieses Wort, ich darf mich nicht von deinem Wort distanzieren, ich danke dir, auch wenn ich es nicht begreifen kann, aber du bescheinigst mir durch diesen wunderbaren Apostel und Diener des Herrn – ich BIN schon, ich versuche es gar nicht mehr, ich bin’s ja schon – gehorsam geworden von Herzen“.

Ich habe keine andere Wahl als das Wort anzunehmen. Und jedes „ja, aber …“ muss ich zum Schweigen bringen, weil Gott ist Gott und Gott kann sagen über mein Leben, was er will. Und wenn Gott sagt, ich bin gehorsam geworden von Herzen, dann kann ich nicht alle meine Erfahrungen der letzten 24 Stunden nehmen und auffahren und sagen: Schau mal, deswegen und deswegen und deswegen und deswegen kann das doch gar nicht wahr sein. Sondern Erfahrungen sind Erfahrungen, aber Gott sagt, ich bin es geworden.

Und indem ich das annehme und mich demütige unter das Wort Gottes wird Glaube einfach zu einer Erfahrung. Die Kraft Gottes wird freigesetzt durch Glauben. Und das ist ein wichtiges Gesetz im Worte Gottes: Bevor wir etwas neues erleben auf der Grundlage des Wortes, müssen wir das Wort glauben. Bevor wir etwas neues erleben gemäß dem Wort müssen wir glauben, müssen wir das, diesen konkreten Segen wirklich glauben.

Und viele versuchen gehorsam zu sein bevor sie glauben, dass sie gehorsam schon geworden sind. Und das ist ein sehr mühsames Geschäft oder – um gleich jede Hoffnung zu nehmen – es funktioniert nicht. Es funktioniert nicht! Wenn du sagst, oh, ich werde mich sehr anstrengen damit ich auch eines Tages das über mich sagen kann, dann ist diese Befreiung von der Macht der Sünde nicht ein Gnadengeschenk, das Christus für dich erworben hat am Kreuz, sondern es ist etwas, was du erwerben möchtest. Und da muss ich dir sagen, du wirst es nicht schaffen! Du wirst es nicht schaffen. Du kannst es dir nicht verdienen. Du kannst dich nicht anstrengen, du kannst dich nicht abmühen. Es kann dir nur geschenkt werden. Und wenn es dir nicht als Geschenk – oder wenn du es nicht als Geschenk nimmst, dann wirst du es nicht erleben. Du wirst leer ausgehen.

Und hier wird davon berichtet: Wir sind der Sünde gestorben.

Röm 6,2b
Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben?

Der Sünde gestorben! Wir gegenüber der Sünde. Das ist ganz wichtig, dass wir das verstehen. Nicht die Sünde ist gestorben, sondern wir der Sünde. Und das wird verglichen mit dem Bild Christus im Tode und dann zu neuem Leben. Christus zu neuem Leben! Und so heißt es ja dann hier auch: „Christus aus den Toten auferweckt, er stirbt nicht mehr“.

Röm 6,9
da wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn.

Er stirbt nicht mehr! Warum? Weil er schon gestorben ist. Und das hat dem Tod so wenig bekommen, dass danach der Tod keine Kraft hatte ein zweites Mal zuzuschlagen. Der Tod, indem er zugeschlagen hat, bei unserem wunderbaren Herrn, hat sich übernommen und hat sich das Genick dabei gebrochen und das war’s. Und deswegen kann Christus nicht noch einmal sterben.

Und er lebt eben hoch erhoben über allen seinen Feinden und er hat ein Leben in sich, das einfach gewaltig ist. Er hat ein Leben in sich, das stärker ist als der Tod, stärker ist als die Sünde, stärker als alles Negative. Und dieses Leben in ihm fließt heraus und umgibt ihn und schützt ihn und es trägt ihn. Nicht er muss sich kümmern, dass dieses Leben aufrecht erhalten wird. Und wenn wir verstehen, dass Gnade uns trägt und wir nicht mühsam die Gnade irgendwie hochhalten müssen – dann haben wir einen wichtigen Schlüssel gefunden zu siegreichem Leben.

Christus ist in einer Dimension des Lebens, wo der Tod ihm nichts mehr anhaben kann. Nicht eine geographische Entfernung – eine qualitative Entfernung! Und an dieser Stelle gebrauche ich immer ein sehr blödsinniges Bild. Wenn wir hier weiter fortfahren im Grundlagenseminar wirst du entdecken, dass meine Beispiele immer ein sehr intellektuell niedriges Niveau haben, aber ich möchte hinzufügen, dass ich Abitur habe.

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