Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (10:00 bis 15:00)

 

Das war alles. Und an dieser Stelle hat Paulus interessanterweise nicht gesagt: „Naja, wisst ihr was? Machen wir kurzen Prozess. Wollen wir es nicht zu kompliziert machen. Wollen wir die Latte nicht so hoch legen. Die äußere Form der Taufe des Johannes ist ja identisch mit der neutestamentlichen Wassertaufe – also werden wir einfach eure schon stattgefundene Taufe des Johannes umdeklarieren und einfach sagen: Schwupps, da seid ihr schon jetzt nach neutestamentlicher Art und Weise getauft“.

Wär doch eine elegante Lösung gewesen! Und vielleicht hätten Leute heutzutage gesagt: „Ja, wofür soll das gut sein? Das, was du jetzt hier mit uns machen willst, das haben wir gemacht!“ Aber in einem total anderen Kontext mit einem total anderen Hintergrund und eben mit einem anderen geistlichen Gehalt.

Die Taufe, die neutestamentliche Wassertaufe drückt aus unsere Verbindung, unsere Einheit mit Christus, mit seinem Sterben, seinem Abgeschnitten sein vom Leben und von der Welt und eben die Auferstehung. Das ist die Taufe. Und wir sind verbunden mit Christus. Und wir können nicht mit ihm herrschen wenn wir nicht an dieser Stelle uns mit ihm identifiert haben. Darüber ist das Wort Gottes sehr, sehr klar.

Und überhaupt können wir sehen, dass die Taufe eine solche Bedeutung hatte für die damaligen Christen, dass wenn Menschen sich bekehrt haben, man sozusagen die Taufe befohlen hat. Man hat ihnen gesagt: Du bist jetzt Christ geworden, jetzt sage ich dir im Namen des Herrn, was dran ist – du hast dich jetzt taufen zu lassen.

Das kannst du sehen in Apostelgeschichte 10 als Paulus bei dem Kornelius ist in dem Haus dort – er befahl, dass sie sich taufen ließen, heißt es dort.

Apg 10,48
Und er befahl, dass sie getauft würden im Namen des Herrn. Da baten sie ihn, etliche Tage zu bleiben.

Und so haben wir eine ganze Reihe von Schriftstellen, die eine solche Betonung legen. Wir haben eindeutige biblische Belege über die Reihenfolge zwischen Bekehrung und Taufe. Und da findest du jedes Mal wenn so etwas angesprochen wird: Erst glauben, dann getauft werden.

Du findest niemals im Worte Gottes: Getauft werden und im Nachhinein sozusagen im Rückgriff die schon stattgefundene Taufe dann zu aktivieren. Das findest du im Worte Gottes nicht. Ich möchte niemanden, der das so gemacht hat, der daran glaubt oder der meint, dass das so richtig ist, angreifen – ich will nur lehren, was das Wort Gottes sagt.

Manche empfinden das als eine Konfrontation gegenüber anderen Gemeinschaften oder Kirchen oder irgendwelchen anderen Gruppierungen, aber ich will einfach nur lehren und herausstellen, was das Wort Gottes darüber sagt. Und wer an dieser Stelle das für sich irgendwie meint die Freiheit zu haben anders zu sehen, der braucht nicht mit mir zu argumentieren. Wenn du darüber mit dem Herrn Frieden hast – na, das ist deine Sache. Du musst nicht mit mir darüber argumentieren, ich hab auch die Bibel nicht geschrieben, ich hab sie nicht zu verantworten, ich habe sie nur zu lehren, und da lese ich ganz klar die Reihenfolge: Erst glauben, dann getauft werden.

Jesus sagt: Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden.

Mk 16,16a
Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden

Und dann kommen dann ganz Kluge und sagen: Ja, aber er hat gesagt: Wer nicht glaubt, wird verdammt werden!

Mk 16,16b
wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.

Aha! Also möglicherweise reicht das Glauben zur Errettung auch schon aus! Meine Antwort auf diesen Vorwurf oder diesen Einwand ist immer die: Was möchtest du? Möchtest du herausfinden, was das Minimum ist dessen, was du tun sollst, was der Herr von dir erwartet um gerade noch irgendwie drin zu sein im Reiche Gottes? Ist das dein Bestreben? So viel eigenes wie möglich zu behalten und so wenig wie möglich gehorsam zu sein gegenüber dem Worte Gottes?!

Das ist doch nicht unsere Frage! Unsere Frage ist: Herr, du hast mich errettet – was kann ich noch tun? Was kann ich noch lassen, wo kann ich Veränderungen einleiten in meinem Leben? Wie kann ich auf dein Wort eingehen? Wie kann ich dir gehorchen?

Das ist doch meine Frage! Ich will doch so dicht wie möglich ran und nicht sagen: Ja, aber wenn ich nur glaube, nicht getauft werde, dann bin ich doch wohl hoffentlich auch noch akzeptiert oder was?

Wir suchen nicht den äußersten Rand des Abgrundes, wo wir gerade noch drin sind, sondern wir suchen das Zentrum des Willens Gottes. Jedenfalls ist das mein Verständnis von Christsein und deswegen lehre ich so diese Dinge ganz klar.

Also die Reihenfolge ist total festgelegt: Umkehr und Glaube vor der Taufe.

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