Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (20:00 bis 25:00)

 

Wir sollten uns klar machen, Jesus ist der Herr der Gemeinde. Und er alleine, nur er, kein Konzil, kein Bischof, kein Papst, keine Gemeinde, keine Freikirche, keine Gruppierung – niemand hat in meinen Augen das Recht den Inhalt oder die Form der Taufe zu verändern! Niemand darf das tun. Er ist der Herr der Gemeinde und er darf das anordnen wie das ist. Sonst komm ich am nächsten Sonntag und sage: „Wisst ihr was, Brot und Wein, das ist doch nicht mehr zeitgemäß, lass uns das doch ein bisschen lockerer machen, wir teilen jetzt Kaugummi und Cola aus“.

Du würdest sagen, „das ist ja ein Sakrileg (Anmerkung: ein Vergehen an einem Heiligtum). Das Brot stellt doch den Leib des Herrn dar und der Wein das Blut des Herrn.“ Jawohl, genau richtig! Und deswegen sind wir angehalten, Brot und Wein auszuteilen und das ist eine äußerlich festgeschriebene Form. Und die dürfen wir nicht verändern. Aber was ist der Unterschied zur Wassertaufe? Wenn Wassertaufe die Einheit mit dem Tod Christi und mit der Auferstehung ist und wenn die Form klar definiert ist – wer gibt uns das Recht, das in eigener Weise zu verändern? Oder einfach mit einer Tradition gedankenlos so weiterzumachen, die einfach sich so irgendwann vor vielen, vielen Jahrhunderten einstellt hat?

Okay, mit diesen provokativen, aber ich denke auch sehr wichtigen und hilfreichen Bemerkungen möchte ich jetzt diesen Punkt hier schon verlassen und komme zum nächsten Bereich. Und das ist eben wie ich da sagte, das, was heute weitaus mehr ein Thema ist über das man streitet – jetzt auch nicht mehr so sehr wie meinetwegen noch vor 20 Jahren. Ich weiß nicht wie viele von euch vor 20 Jahren schon sich in christlichen Kreisen bewegt haben, aber da ist die Taufe in den Heiligen Geist ein heißes Eisen gewesen. Da wurde heiß gekämpft und da wogten die Wogen des Kampfes hin und her. Das war eine sehr spannende Zeit.

Noch ein paar Jahre weiter, und dieses Thema wird ganz normal sein. Wir werden Verhältnisse haben wie meinetwegen in Südamerika. Dort heißt Gemeinde: Geisterfüllte Christenheit.

Der Teil, der nicht geisterfüllt ist, spielt nur noch eine kleine Randrolle – jedenfalls was das aktive Gemeindeleben angeht. Ich rede jetzt nicht von registrierten Mitgliedern, die an keinem Gemeindeleben teilnehmen, sondern ich rede davon, was in den Gemeinden wirklich stattfindet. Dort ist Gemeinde gleich geisterfülltes Christsein. Und derselbe Trend ist zu beobachten in Afrika und ich denke, er wird auch bald in Mitteleuropa sich einstellen.

Okay, bei Taufe in den Heiligen Geist geht es um etwas ganz, ganz anderes. Man könnte sogar sagen, die Wassertaufe ist sozusagen der offizielle Abschluss oder die Dokumentation der stattgehabten Bekehrung, des Herrschaftswechsels heraus aus der Welt hinein in das Reich Gottes.

Hier bei der Taufe in den Heiligen Geist – bitte achtet darauf: IN den Heiligen Geist. Wir sagen das so salopp: „Taufe im Heiligen Geist“. Aber wir sollten dabei auch wissen – ich meine, wir sollten sowieso nicht mit Christen, die das nicht so sehen können, streiten – aber du musst wissen: Dieser Begriff „Taufe im Heiligen Geist“ ist nicht neutestamentlich. Es gibt dieses Substantiv „Taufe in den Heiligen Geist“ nicht, aber es gibt „getauft werden in den Heiligen Geist“.

Das kommt z.B. bei Jesus in allen vier Evangelien vor und danach dann auch noch in der Apostelgeschichte.

Joh 1,33
Und ich kannte ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, dieser ist es, der mit Heiligem Geist tauft.

Griechisch: „baptizōn en (= IN!) Pneumati Hagiō“

Und bei dieser Taufe in den Heiligen Geist ist das Ziel, dass wir eine Erfahrung machen der Kraft.

Apg 1,8
Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.

Das entscheidende ist, die Kraft Gottes soll kommen in unser Leben, damit wir glaubwürdige Zeugen sind. Wir sollen in allererster Linie durch unseren Lebensstil, durch unsere Art und Weise wie wir sind, wie wir leben, welche Art von Beziehungen wir haben, wie wir uns verhalten in Krisen, in Problemen – dadurch soll erkennbar sein für die Menschen draußen, dass wir etwas anderes haben. Etwas, was uns hilft und was auch ihnen helfen könnte, besser durchs Leben zu gehen. Darum geht es, ja? Dieses „Zeuge sein“ hat seinen Schwerpunkt in dem Sein, nicht in „Zeugnis geben“ wie man das so als Christ sehr schnell irgendwie so verkürzt oder dann sogar unter einen frommen Leistungsdruck irgendwie kommt – Hilfe, meine Güte, ich hab ja heut noch gar kein Zeugnis gegeben oder irgendwie so einen Krampf.

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