Hartwig Henkel – „Innige Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist“ (1/3)

Hartwig Henkel lehrt in der folgenden dreiteiligen Predigtserie biblisch fundiert und praxiserprobt über die innige Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist.

Die Gegenwart Gottes ist das Kostbarste und Schönste, was es auf diesem Planeten gibt. Und Gott muss ein tiefes Werk in uns tun, dass wir anfangen zu genießen und zu schätzen und uns nach dem zu sehnen, was Ihm so kostbar ist. Und ich glaube von ganzem Herzen, dass wir heute Abend das Herz des Bräutigams berührt haben und glücklich gemacht haben – ich glaube das. Ich glaube das. Und je mehr wir das lernen unter der Anleitung und der Führung des Heiligen Geistes anzubeten mit Herzen, die wissen, das Wichtigste ist nicht, was ich jetzt äußerlich tue, sondern das Wichtigste ist mein Herz. Herzen, die sagen: Hier bin ich. Ich gehöre Dir. Mach mit mir, was du willst. Arbeite in mir. Präge mich. Lass das Bild Deines Sohnes in mir hervorkommen. Hilf, dass ich Dir kein Hindernis entgegenbringe. Hilf, dass ich völlig flexibel und frei mit Dir fließe und beweglich bin unter Deiner Führung. Hilf, dass ich von Herzen lerne immer klarer und immer entschiedener und immer schneller Dir zu gehorchen. Je mehr unsere Herzen das rufen, um so mehr wird ein Platz bereitet für Gottes Gegenwart. Hallelujah. Und das ist, worum es geht. Gott sucht Orte, wo er sich niederlassen kann, wo Er wohnen kann, wo Er sein darf – ungehindert von menschlichen Beschränkungen und menschlichen Einflüssen und menschlichen Dingen. Und Gott wird solche Orte schaffen, und dies wird ein solcher Ort, und es wird viele andere Orte des Lichtes und des Feuers und der Klarheit und der Reinheit und der Hingabe geben und Gottes Feuer wird sich ausbreiten im Land. Gottes Feuer wird gesehen werden. Es wird kommen, es wird kommen. Hallelujah.

Diese Woche ist ja unter dieser Überschrift: „Vom Geist Gottes geleitet leben und dienen“. Und auch der heutige Abend gehört mit in diese Serie hinein und ich möchte ganz vorne anfangen und ich möchte eine Einführung geben und Anleitung und Hilfestellung geben zu diesem wunderbaren und so grundlegenden Thema: Wie können wir denn den Heiligen Geist persönlich kennenlernen?

Das ist auf dem Herzen Gottes. Viele kennen Jesus und haben auch etwas vom Vater gehört, aber die ganze Rolle des Heiligen Geistes und was er eigentlich tut und wie er mit uns in Beziehung treten möchte und was er in unserem Leben tun will, da haben wir noch sehr, sehr viel Nachholbedarf.

Damit wir alle mitkommen, ich möchte, dass wir einfach entlang des Wortes Gottes ganz am Anfang beginnen. Ein guter Einstieg um in diese Thematik hineinzukommen, zu hören, ja wie hat sich Gott das eigentlich vorgestellt – ist wenn wir einmal zurückgehen gedanklich in die Situation als Jesus nachdem er drei Jahre mit seinen Jüngern gegangen war, dann begann, sie auf seinen Abschied, auf sein Weggehen vorzubereiten. Das lesen wir im Johannes-Evangelium am Ende von Kapitel 13 und dann 14, 15, 16 und da redet Jesus und er bereitet die Jünger vor auf den Punkt, wo sie in eine neue Dimension kommen sollten und wo sie eine andere Art von Beziehung mit ihm haben sollten durch den Heiligen Geist. Und man kann es sich vorstellen: Diese drei Jahre, das war ja so etwas fantastisches für die Jünger und eines Tages fängt Jesus an von seinem Weggehen zu sprechen. Und eines Tages sagt er: Wo ich jetzt hingehe, da könnt ihr nicht mitkommen.

Joh 13,36
Wo ich hingehe, kannst du jetzt nicht mitkommen.

Das war eine große Irritation für die Jünger, sie waren drei Jahre mit ihm gegangen und haben für ihn, weil sie ihn erkannt haben als den Messias, der jahrhundertelang prophezeit wurde, sie haben alles stehen und liegen gelassen – Jesus ging vorbei, sie sahen ihn und sie sahen nicht nur einen Menschen, sie sahen etwas von Gott, und er sprach einfach: Komm, folge mir nach! Sie ließen ihre Boote, sie ließen ihre Netze, sie ließen alles zurück und gingen mit ihm. Und als Lohn dafür hatten sie die gewaltigsten, die fantastischsten drei Jahre – mehr als alles, was man sich je erträumen könnte. Sie sahen Tag für Tag Dinge, die kannten sie nur aus den Berichten und aus der Sonntagsschule. Die alten Stories von Elia. Tote werden auferweckt, Kranke werden geheilt, mächtige Taten werden getan, das kannten sie alles aus der Sonntagsschule. Und jetzt waren sie mittendrin und das passierte wieder und sie waren dabei. Und zum Teil sogar fing es an durch sie zu geschehen. So, man kann sich vorstellen, sie waren so begeistert, sie waren so zuversichtlich, das Reich Gottes bricht an, wo immer sie hinkommen, das Reich Gottes fängt an, die Mächte der Finsternis beben und zittern. Wo wir kommen wird die Königsherrschaft Christi proklamiert und demonstriert und wir gehen von Sieg zu Sieg und bald werden wir das Land erobert haben und dann die Nationen und es wird immer weitergehen.

Und eines Tages sagt Jesus: „Nein, jetzt kommt etwas anderes. Ich gehe weg. Und wo ich hingehe, könnt ihr nicht gehen“. Ich glaub, eine Welt ist für sie zusammengebrochen. Sie waren völlig verwirrt und durcheinander. Und dann sagt Jesus: Das ist nützlich für euch, dass ich weggehe.

Joh 16,7a
Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, dass ich weggehe

Ja, wer soll denn das verstehen? Er war mit ihnen, und er war ihr Freund, ihr Fels, ihr Ermutiger. Er hat an sie geglaubt, er hat sie trainiert, er hat von ihrer Zukunft gesprochen, von ihrer Berufung und von all diesen wunderbaren Dingen. Und dann soll das gut sein, dass er weggeht? Wofür soll denn das gut sein? Das ist doch eine Katastrophe. Das ist gut wenn ich weggehe?! Und die Jünger waren völlig am Boden: Wir verstehen das überhaupt nicht mehr.

Aber Jesus erklärt: Wenn ich weggehe, dann kommt ein anderer Beistand. Ein anderer Beistand wird kommen. Und er wird meinen Platz einnehmen. Und so wie bisher ich euch gelehrt habe, dann wird er euch lehren. Er wird mit euch sein und er wird in euch sein. Jesus prophezeit und sagt: Wenn dieser Beistand gekommen ist, ihr kennt ihn, die Welt kennt ihn nicht, aber ihr kennt ihn.

Und dann kommt die Erklärung, warum werden sie ihn kennen? Denn … er wird bei euch bleiben und wird in euch sein. Er wird in euch sein. Er wird euch so nahe sein wie niemand anders euch sein kann. Er wird in euch sein.

Und wir brauchen geöffnete Augen, wir brauchen Herzen, die das behaupten können. Der Geist Gottes – wie Paulus das sagt in …

1. Kor 3,16:
Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?

In uns wohnt er! In uns! Was für ein Wunder, dass dieser mächtige, schöpferische, Wunder wirkende Gott in uns Wohnung genommen hat! Und wenn Jesus sagt: „Ihr kennt ihn, denn er wohnt in euch“, dann meint er ja damit, „weil er euch so nahe ist, werdet ihr euch danach ausstrecken, ihn kennenzulernen. Ihr werdet mit ihm Gemeinschaft haben. Ihr werdet ihn als Person kennenlernen.“

Das war das Anliegen Jesu, der Heilige Geist ist nicht in Konkurrenz zu Jesus. Sondern er ist derjenige der Dreieinigkeit unseres wunderbaren Gottes, der jetzt hier auf Erden mit uns und bei uns ist. Jesus ist auf dem Thron und dort bleibt er bis er in Herrschaft und Majestät und gewaltiger Pracht wiederkommt als König. Und Gott, der Heilige Geist wohnt in uns. Und deswegen sind Voraussetzungen geschaffen für eine weltweite mächtige Bewegung, ganz anders als das zu den Lebzeiten Jesu war. Jesus hatte die 12, hatte dann noch die 70, aber das war die Grenze seiner Kapazität. Und sein Radius war ein relativ kleines Ländchen wenn man das auf dem Globus sieht. Und nur in Gemeinschaft mit ihm konnten die 12 und die 70 dann in diesen Bereich des Übernatürlichen hineingehen. Und Jesus hat etwas viel größeres vor – und er sagt: „Es ist nützlich für euch“. Weil wenn der Heilige Geist kommt, wird die Begrenzung, die er als Mensch auf Erden hatte, aufgehoben. Jesus konnte nur mit den 12 sein. Wenn er mit den 12 war, war er nicht mit den 70. Und wenn er mit den 12en war, war er nicht auf dem Berg von 5000. Er konnte nur an einem Ort zu einer Zeit sein. Und sein Radius war sehr begrenzt. Aber dann kommt der Heilige Geist und er kommt in dich und in mich und in dich und in dich und in dich und in jeden von uns. Und wir wohnen in verschiedenen Städten, vielleicht sogar in verschiedenen Ländern und überall in der gleichen Art und Weise will er und kann er da sein.

Er ist unser Helfer, er ist unser Helfer, der uns hilft Dinge zu tun, die wir ohne ihn niemals tun könnten. Die jenseits unserer Begrenzungen sind. Die jenseits unserer Möglichkeiten sind. Und Jesus nennt ihn: Den zur Hilfe Herbeigerufenen. Das ist die Übersetzung von „parakletos“. Der zur Hilfe Herbeigerufene. Da ist wunderbar ausgedrückt, dieses Abhängigkeitsverhältnis. Und wir sollten nicht zu lange uns aufhalten mit diesem scheinbaren Paradoxon: Ja, er ist doch da, warum soll ich in dann rufen? Sein Name ist „der zur Hilfe Herbeigerufene“, also rufen wir ihn.

Und damit richten wir unsere Aufmerksamkeit und unsere Erwartung auf ihn. Und wir sagen: Komm du und diene du und hilf du mir, dass ich dir zur Verfügung stehe und tu du, was du jetzt tun musst und tun möchtest. Eine Übersetzung, aber nur eine von verschiedenen dieses Wortes „parakletos“ ist: Tröster. Er ist der Tröster. Er gießt die Liebe des Vaters aus. Und bitte, das ist nicht ein Akt, der einmal irgendwie bürokratisch irgendwie so beschlossen wurde und dann vollzogen wurde, Stempel drunter, Unterschrift und dann zu den Akten. Sondern das wird immer wieder passieren, und wenn wir die Liebe Gottes suchen und brauchen und wieviel brauchen wir doch davon! Dann sagen wir: Lieber Heiliger Geist, die Liebe Gottes ist ausgegossen in mein Herz durch dich. Ich brauche das gerade jetzt, ich brauche das.

Vor einigen Jahren habe ich ein sehr, sehr eindrückliches, erst schreckliches, aber dann sehr, sehr schönes Erlebnis gehabt in dieser Hinsicht: Ich war gerade dabei meine Koffer zu packen und sollte für eine Woche gehen in eine Bibelschule dort zu lehren in Zentralasien, und in den letzten Tagen bevor also die Abreise sein sollte ist etwas ganz, ganz schreckliches – jedenfalls für mich – passiert, und ich musste diese schmerzhafte Erfahrung machen, dass jemand, der mir sehr, sehr nahe war, dem ich sehr vertraut habe, über eine lange Zeit auf eine sehr, sehr unschöne und hässliche Art und Weise hinter meinem Rücken über mich gesprochen hat. Und dieser Verrat, der dann herauskam, das tat so weh und ich war so am Boden zerstört, ich war so erledigt und trotzdem waren es nur noch wenige Tage bis zur Abreise und ich sollte eine Woche in einer Bibelschule lehren. Ich dachte, das macht keinen Sinn dort hinzufliegen, das viele Geld auszugeben, aber das Ticket war ja schon bezahlt, und es macht keinen Sinn, dass ich da komme, ich kann den Bibelschülern sagen, ich bin am Ende, ihr dürft eine Woche für mich beten, zeigt mal, was ihr könnt.

Das tat so weh und ich war so verwundet und so am Ende und so kraftlos und so ohne Inspiration – ich war wie ein Wrack. Aber ich wusste, ich kann das nicht ändern. Dann hab ich mich in den Flieger gesetzt, und hab gesagt: Heiliger Geist, du bist mein Tröster. Du bist mein Tröster. Jetzt habe ich nichts anderes außer die Zusage, du wirst mir helfen. Du wirst mich trösten. Und dann hab ich ihm vorgerechnet wie viele Stunden ich habe – umsteigen in London, dort ein bisschen warten, und dann von London nach Bishkek – wie viele Stunden das sind und sage, die Stunden sind jetzt deine Stunden, tu du dein Werk und hilf du mir und bau mich wieder auf und flick mich zusammen und gib mir neuen Mut, gib mir neue Kraft. Und dann saß ich einfach da und hab einfach nur – wie ich das da erinner – Händchen gehalten mit dem Heiligen Geist. Damit meine ich, ich mach mir immer wieder klar, er ist da, er ist treu, er gibt mir, was ich brauche. So ohne viele Worte, ich sage: Danke, Heiliger Geist, danke. Ich empfange deinen Dienst, du weißt, dass ich den jetzt so dringend brauche, danke, dass du treu bist.

Völlig ohne Gefühle – oder mit furchtbaren Gefühlen. Gottes Segnungen, Gottes Dienst zu uns kommt durch Glauben. Alles, was Gott uns schenkt, kommt durch Glauben. Ohne Glauben ist es unmöglich, ihm zu gefallen. Wir müssen glauben, dass er mit uns so umgehen wird wie es das Wort beschrieben hat, wie Jesus es versprochen hat.
Und die wunderbare heilsame und ermutigende, tröstende Gegenwart Gottes war so da. Im ersten Flieger und im zweiten Flieger. Und dann kam ich da an und hatte noch zwei Stunden Zeit mich irgendwie ins Bett zu legen, hab ein bisschen geschlafen und dann war ich irgendwie so weit wieder hergestellt, dass ich die ersten paar Stunden lehren konnte. Und dann in der Nacht und in den nächsten darauffolgenden Nächten, jede Nacht kam der Heilige Geist mit solch einer wunderbaren, süßen inspirierenden belebenden heilenden aufbauenden Gegenwart, dass ich nicht schlafen wollte, weil es so herrlich war. Ich wollte keine Minute davon verpassen. Und hab dort wach gelegen stundenlang jede Nacht, und er war da, und ich hab gebadet und ohhhh – das war so eine Labsal, es war wunderbar, einfach wunderbar. Und nach ein paar Tagen, mir war besser als vor der Katastrophe. Hallelujah. Hallelujah. Er ist ein treuer Beistand, ein treuer Tröster. Und so oft erleben wir seinen Trost nicht, weil wir unsere Trösterchen haben.

Oh, lasst uns das doch festmachen! Das nächste Mal – es muss ja nicht gleich so eine große Katastrophe sein, es gibt ja viele kleine. Das nächste Mal, statt zu unserem beliebten und altbewährten Hausmittelchen zu greifen, wie immer die aussehen mögen, sagen wir doch: Was sollen wir mit diesem billigen Trost wenn wir den Originaltrost haben. Wir sagen uns davon los und wir tun uns in einen Sessel, machen die Tür zu und sagen: Heiliger Geist, du bist mein Tröster. Und ich will nicht billigen Trost haben, an dem mir dann noch schlecht wird oder ich dick werde oder sonst irgendwas oder arm werde – ich will den Originaltrost haben. Tröste du mich, sei mein Tröster. Jesus hat versprochen, du wirst es tun, ich glaube dir. Hallelujah. Hallelujah.

Der wunderbare Heilige Geist ist unser Beistand. Er ist unser Sachverwalter, er ist der, der mit uns geht und der in uns ein tiefes Werk tun will und dann auch durch uns ein Werk tun will. Aber es beginnt damit, dass wir uns ausstrecken und Raum geben dafür, dass er in uns ein Werk tut. Und je mehr er ins uns tun kann, um so mehr wird er dann auch durch uns tun. Es muss erst etwas hineinkommen, damit es dann wieder herauskommt. Das ist, was Jesus gesagt hat. Wenn wir Durst haben – Johannes 7,37 – dann sollen wir zu ihm kommen und trinken. Und wenn wir genug getrunken haben, dann fließt das, was wir getrunken haben, von uns wieder hin zu anderen, die in Not sind. Und dann erklärt Johannes das, was da in Strömen von uns fließt und was wir zuvor getrunken haben, ist der Heilige Geist. Und wiederum – lasst uns versuchen nicht zu deutsch und zu korrekt zu sein – wie kann man eine Person trinken? Ich weiß es nicht. Aber Jesus sagt: Das Wasser, das wir trinken, ist der Heilige Geist. Es ist nicht ein Etwas vom Heiligen Geist, es ist der Heilige Geist selbst. „Das sagte er vom Heiligen Geist“ (Joh 7,39). Ströme, die wir trinken. Das ist der Dienst des Heiligen Geistes. Und den dürfen wir genießen und dem sollen wir uns anvertrauen und davon sollen wir lernen uns zu ernähren. Hallelujah. Hallelujah.

Und dann werden wir verändert, und dann werden wir gestärkt. Der Heilige Geist will unser Lehrer sein. Er will mit uns gehen, er will durch uns wirken, er will Wunder wirken durch uns. Aber wir müssen ihn kennen. Wenn wir ihn zu Hause kennenlernen und anfangen zu erleben wie sich das anfühlt wenn er kommt, dann werden wir es auch wissen wie sich das anfühlt wenn er in der Versammlung kommt. Und wissen: Aha, das ist, was ich gerade heute morgen hatte, das ist der wunderbare Heilige Geist, der klopft an, der will was tun. Und jetzt bin ich in der Versammlung, okay, das geht jetzt wahrscheinlich nicht um mich, denn das hatten wir heute morgen das Thema, also, sondern jetzt geht es darum, er will mit mir und durch mich etwas tun.

Und wenn wir sensibel werden, dann werden wir nachgeben und nicht so sehr uns vom Verstand steuern lassen, das ist eine schwierige Lektion, die müssen wir lernen. Und da haben wir sicherlich mehr Hindernisse oder mehr Schwierigkeiten zu überwinden als Menschen aus anderen Kulturen, die von vornherein nicht so kopflastig sind wie wir, aber der Heilige Geist weiß, was unser Problem ist. Und er sagt nicht: Ach, die Deutschen! Schade! Zu viel im Kopf! Mit denen klappt es nicht.

Nein – er wird uns lehren. Er wird uns auch genau so gebrauchen. Er gibt uns Herzen, die glauben. Er gibt uns ein Vertrauen zu ihm. Hallelujah. Er ist stärker als unsere Prägung. Er ist stärker als unsere Abhängigkeit von Vernunftschlüssen und all diesen Dingen. Und wir können lernen mit ihm zu fließen. Und das ist immer Abenteuer, das ist immer Abenteuer – und demütigt uns auch, weil wir uns da manchmal so blöd vorkommen. Weil das gar nicht so unser intellektuelles Niveau ist wenn der Heilige Geist uns gebraucht, das ist dann sehr simples, einfaches Niveau, aber mit einer Power, die aus unserem Hirnkasten niemals kommen könnte – niemals.

Vor einigen Jahren war ich hier in dieser Halle und wir waren in der Anbetung. Und der Heilige Geist kam auf mich und ich spürte, er möchte etwas tun. Und ich schau dann so rum, und auf einmal sehe ich eine Person und habe einfach einen starken Wunsch – es ist nicht irgendwie mit einem Super-Echo vom Himmel, kommt jetzt seine donnernde Stimme: Du musst da hingehen und du musst jetzt beten und wenn du nicht … nein, ganz einfach ist da ein Wunsch. Und wir machen den Fehler, wir analysieren zu lange: Ist das jetzt von mir oder ist das vom Heiligen Geist oder ist das vielleicht vom Teufel? Und damit sind wir so beschäftigt bis die Zeit vorbei ist. So, da war diese Person und ich hatte dieses Empfinden, einfach irgendwie hinzugehen und für diese Person zu beten – ich hatte kein Wort, ich hatte keine Erklärung, ich hatte gar nichts, nur in mir diesen Wunsch jetzt hinzugehen und für diese Person zu beten. Dann ging ich hin, die saß ungefähr da in dieser Ecke – nicht, dass da so ein besonderer Platz ist. Und als ich da war, ich hatte immer noch keinen Plan, ich legte Hände auf, und aus meinem Mund kam einfach raus: „Ich breche jeden Fluch in Jesu Namen über deinem Leben“. Und dann war fertig. Das war alles. Und dann ging die Anbetung weiter und dann kommt wieder dieser Impuls und ich ging wieder zu dieser Person. Und dachte, okay, jetzt kommt die Erklärung, was ist der Fluch und von welcher Generation und so. Und ich mache meinen Mund auf, bete für diese Person und sage: In Jesu Namen, ich breche jeden Fluch über deinem Leben. Das war alles. Mehr kam nicht. Und das passierte ein drittes Mal. Ich ahnte schon, was ich wieder beten würde. Ja. Aber es war so, es war nichts anderes, nur das. Und nach dem dritten Mal hatte ich Ruhe. War gut. Und ein paar Wochen später haben wir einen Brief bekommen von dieser Person. Und sie hat geschrieben, es ist eine verheiratete Frau, und die sagte, durch eine bestimmte Krankheit und Hormonstörung in ihrem Leben von Jugend auf niemals – wie die Bibel das so sagt – „ging es ihr nach der Frauen Weise“.

1Mo 18,11
Und Abraham und Sarah waren alt und recht betagt, so daß es Sarah nicht mehr nach der Weise der Frauen ging.

Niemals. Und direkt nach – wenige Tage nach diesem Gebet zum ersten Mal in ihrem Leben bekam diese Frau ihre Tage. Hallelujah. Ich dachte, da könnte ein Zusammenhang sein. Zwischen dem Gebet und der Veränderung. Das wäre ja möglich. Hallelujah. Und eine Weile später schrieb sie einen neuen Brief und sagt, sie ist schwanger. Hallelujah. Hallelujah. Wunderbar. Wunderbar.

Und ich weiß, ich hatte nichts damit zu tun, alles, was ich gemacht habe, ist, ich habe Hände aufgelegt. Ja, und? Was weiß ich von einem Fluch, was weiß ich, was da zu tun ist? Ich weiß gar nichts! Ich hab einfach nur Hände aufgelegt und gebetet, aber Gott hatte etwas vor. Gott hat etwas getan. Hallelujah. Er weiß, was Menschen brauchen. Und wenn wir uns von Ihm füllen lassen, dann fließt das über, und dann haben wir zu viel und das muss irgendwo abfließen. Und das Wasser des Heiligen Geistes fließt dahin, wo die Nöte sind. Da, wo Menschen sind, die Hilfe brauchen. Und Er weiß, was wir brauchen. Und wir müssen nicht wissen, was Er weiß.

Aber wir wollen flexibel sein, und wir wollen uns von Ihm leiten lassen. Und wenn Er uns kleine Impulse gibt, dann wollen wir lernen diesen Impulsen nachzugehen. Und manchesmal hat man ein bisschen Herzklopfen dabei, und ich weiß nicht, ob man sich da jemals dran gewöhnt, aber ich bin immer noch in der Herzklopfen-Phase. Und ich sehne mich danach, dass der Geist Gottes mehr Raum hat und mehr durch mich wirken kann. Nicht nur durch das Wort, auch durch Taten. Und darum will ich Ihn kennenlernen, und darum verbringe ich Zeit und sitze zu Hause und tue sehr, sehr wenig, aber ich warte auf Ihn. Ich warte auf Ihn. Und ich sage: Komm, Heiliger Geist. Komm.

Paulus sagt in 2. Kor 13,13:
Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

Alle sollen eine Gemeinschaft haben mit dem Heiligen Geist. Das war seine Sehnsucht. Und wenn das alle von Korinth haben sollten, dann glaub ich, dann sollen das sowieso alle haben. Dann muss ich nicht noch sagen: Ja, aber wo steht das im Epheserbrief und wo steht das im Bad Gandersheimer Brief? Nein, wenn alle in Korinth die Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist haben sollten, dann weiß ich, das ist die Sehnsucht Gottes. Weil der Heilige Geist ist hier, uns das Herz Gottes mitzuteilen, uns die Weisheit Gottes mitzuteilen, in uns zu arbeiten, uns zu füllen, uns zu prägen, das Zukünftige uns zu offenbaren, all das will der Heilige Geist tun. Und wenn wir das einmal erlebt haben wie da vom Himmel etwas kommt jenseits unserer Vorstellungen, jenseits unserer Planung, das ist so gewaltig, so gewaltig! Ich werde das nie vergessen wie ich Mitte der 80er, ich denke, es war entweder 85 oder 86, wie ich in meinem Büro gebetet habe und während des Gebetes auf einmal spürte wie in einer starken Weise der Heilige Geist auf mich kam, und ich habe sehr, sehr intensiv und sehr stark, mit sehr viel innerer Beteiligung und sehr viel Intensität in Sprachen gebetet. Lange Zeit. Und es war anders als sonst. Und nach dieser Zeit dann auf einmal fing ich an, das auszulegen. Und es kam auf Deutsch aus meinem Mund heraus und Gott sagte, Er wird die Macht des Kommunismus in Osteuropa brechen. Und dieser Vorhang wird aufgehen, und das Evangelium wird frei fließen. Und es gab noch einige andere Details, was das mit Christen in den einzelnen Ländern zu tun hat usw. Das will ich jetzt weglassen. Aber das zu hören – ich hatte das Gefühl, ich stehe neben mir, ich höre einem anderen Menschen zu. Das kam nicht aus meinem Verstand, das hab ich mir nicht ausgedacht. Ich hab überhaupt nicht irgendwie beim Beten an Kommunismus oder Osteuropa oder so gedacht, aber es kam heraus und es hat mich so gepackt. Und das hören und das Verlangen zu haben, ich will Teil von diesem Plan sein, das war eine Geschichte. Das war nicht eine Einladung: Ja, und möchtest du teilhaben an diesem Projekt? Ich hörte das und ich sagte, oh, Gott, hier bin ich, hier bin ich. Das ist über 20 Jahre her und bis heute hat dieses eine Wort einen enormen Einfluss auf meinen Dienst, weil ein wesentlicher Teil meines Dienstes ist immer noch in diesen Ländern. Aber es begann damals mit diesem einen Wort. Jesus sagt, er wird das Zukünftige uns offenbaren. Das Zukünftigte in unserem Leben, das Zukünftige in diesem Dienst, das Zukünftige, was in deiner Umgebung passieren soll – der Heilige Geist weiß Dinge, die wissen wir nicht. Aber hier und da, und ich denke viel öfter als wir das bis jetzt erleben, möchte Er das mitteilen. Er möchte das mitteilen. Und Sein Problem ist, dass wir in einem Bereich leben, und Er lebt in einem anderen Bereich.

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