Hartwig Henkel – „Innige Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist“ (2/3)

Innige Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist ist der Titel der dreiteiligen Predigtserie von Hartwig Henkel. Im ersten Teil der Predigt erklärte Hartwig Henkel anhand der Bibel und eigenen persönlichen Erfahrungen, wer der Heilige Geist ist und was eine innige Gemeinschaft mit ihm bewirkt. Sehen Sie jetzt im zweiten Teil wie diese innige Gemeinschaft entsteht und warum der Heilige Geist der Schlüssel für alle Verheissungen und Segnungen Gottes ist.

Und darum sagt Paulus: Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen (2. Kor 13,13). Jeder von euch soll diese Gemeinschaft haben, diese Partnerschaft, diese innige Vertrautheit, diesen Austausch, dieses Geben und Nehmen. Jeder soll das haben. Das war die Sehnsucht des Apostels. Wo hatte er das denn her? Das war die Sehnsucht des Vaters, die der Vater in das Herz des Apostels gelegt hat. Der Vater möchte, dass wir über den Heiligen Geist seine Liebe kennenlernen und die Schönheit des Bräutigams sehen und davon gepackt sind. Danach sehnt er sich.

Und wir legen viel zu viel Wert auf unsere Aktivitäten. Und Gott möchte uns umtrainieren. Und er möchte uns einen Wechsel vollziehen lassen, einen Übergang. Weg von dem, was wir tun können, hin zu dem, was wir sein sollen: Freunde Gottes, die auf ihn warten, die Zeit mit ihm verbringen, die ihn einladen, die ihn begehren, die sich ihm hingeben, und die sagen, ich möchte dich kennenlernen. Jesus sagt in Joh 14,17: „Ihr kennt ihn“. Ihr kennt ihn! Und wenn du in der Apostelgeschichte schaust, dann siehst du wie sehr sich dieses Wort erfüllt hat und wie sehr sie wirklich den Heiligen Geist gekannt haben. Da gab es Worte in der Versammlung, und die Apostel haben gesagt, da sprach der Heilige Geist. Da sprach nicht Jesus, da sprach nicht der Vater, da sprach der Heilige Geist. Und sie konnten das erkennen und sie wussten, das ist der Heilige Geist. Sie kannten ihn wirklich. Und sie vertrauten ihm und sie gingen mit ihm und sie erlebten wunderbare Dinge.

Und all das, was wir dort beschrieben sehen, wird wiederkommen. Auch in unserem Land, wo wir so verkopft sind und so viel Wissen, aber so wenig erleben. Es wird wiederkommen. Der Heilige Geist hat Weisheit und Verlangen uns aus dem natürlichen Bereich, aus dem menschlichen, verstandesmäßigen Bereich herauszulocken in den Bereich des Geistes, in den Bereich, wo er uns führt, wo er uns Dinge zeigt und wo wir von ihm an die Hand genommen werden und wo wir mit ihm Dinge tun, die jenseits unserer Diploma sind. Hallelujah. Jenseits unserer Bildung und unserer Ideen, die wir uns so gemacht haben. Und darum ist so eine Sehnsucht da, dass wir ihn kennenlernen, dass dieses Wort, was Jesus gesprochen hat über die Gemeinde sich auch in unserem Leben erfüllt: Ihr kennt ihn. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wohnt in euch. Er wohnt in euch.

Joh 14,17b
Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.

Gewöhn es dir doch mal an dich entspannt in einen Sessel zu setzen und dann schau auf dein Bäuchlein, vielleicht hast du auch einen guten durchtrainierten Waschbrett-Bauch, schade, denn wenn da schon etwas mehr irgendwie Fülle so, Hüftgold angesammelt ist, ja, dann fällt das viel leicht zu sagen: Da wohnt der Heilige Geist drin. Da wohnt er. Man sieht ihn nicht, man fühlt ihn nicht, aber man weiß es durch Glauben, man weiß es. Und dann fängt man an sich hineinzutasten in diese Beziehung, und sagt: Heiliger Geist, ich spür dich nicht, ich fühl dich nicht, ich rieche dich nicht, aber ich weiß, du bist da. Ich weiß es. Weil Jesus hat gesagt: Er wird kommen und er wird bleiben.

Manchmal trifft man so in der Gebetszeit so ganz aufgescheuchte, nervöse kleine christliche Hühnchen: Hach, ich weiß nicht, der Herr hat mich verlassen, und der Heilige Geist ist nicht mehr da. Nein – er bleibt bei dir, hat er gesagt. Jesus hat gesagt: Er bleibt! Bleibt ruhig. Ob du ihn jetzt nicht fühlst, gestern hast du ihn so stark gefühlt, heute gar nicht. Macht nichts! Unsere Gewissheit kommt durch die Verheissung, nicht durch das Gefühl – durch die Verheißung. Das ist das erste wenn wir eine Beziehung zum Heiligen Geist aufbauen wollen: Wir gehen zum Wort. Wir studieren, was das Wort sagt über Gott, den Heiligen Geist. Wir sammeln all diese wunderbaren Aussagen, besonders aus dem Mund von Jesus, aber es gibt auch andere, schon im Alten Testament, wunderbare Dinge. Einmal heißt es in Jesaja: Wenn der Geist kommt aus der Höhe, dann wird die Wüste zum Fruchtgarten.

Jes 32,15
so lange, bis der Geist aus der Höhe über uns ausgegossen wird. Dann wird die Wüste zum Fruchtgarten, und der Fruchtgarten wird wie Wald geachtet werden.

So, wenn du sagst, mein Leben ist eine Wüste, boah, was hast du für Möglichkeiten der Entwicklung! Ein gewaltiges Entwicklungspotenzial – wenn nur der Heilige Geist kommen darf. „Aus der Wüste wird ein Fruchtgarten“ – was für ein Wechsel! Er ist der Geist, der lebendig macht. So, wenn wir uns tot fühlen, klamm fühlen, steif fühlen, uninspiriert fühlen, leblos fühlen, wie auch immer, das ist die Stunde des Heiligen Geistes. Und wir rechnen mit ihm, weil das Wort es so sagt.

So, wir studieren all diese wunderbaren Dinge. All das, was verheißen ist, alles, was beschrieben ist. Jesus nennt ihn „die Verheißung des Vaters“. Ja, weiß er denn nicht, dass es noch hunderte andere gibt? Warum nennt er den Heiligen Geist die Verheißung …

Apg 1,4
… sondern die Verheißung des Vaters abzuwarten …

… die Verheißung des Vaters? Weil mit ihm werden alle anderen Verheißungen wahr werden! Er ist der Schlüssel. Wenn wir mehr von ihm haben oder sagen wir es ein bisschen genauer: Wenn er mehr von uns hat – dann wird all das, was beschrieben und verheißen ist über das christliche Leben wird mehr und mehr hineinkommen in unser Leben.
Und wenn wir ihn kennenlernen, dann wächst auch dieses Verlangen der Hingabe, der Auslieferung, rauszukommen aus falschen Abhängigkeiten, rauszukommen aus Dingen, auf die wir uns stützen. Auch in unserem christlichen Leben, auch in unserem christlichen Dienst – da sind so manche Dinge, auf die wir uns stützen. Und manchmal sind die Stützen so wesentlich, dass wir denken, ohne die geht gar nichts. Und da wollen wir einmal wirklich lernen Ihm zu vertrauen, und wenn Er sagt: Du, leg doch mal diese Krücke beiseite – das ist nicht so einfach. Vielleicht ist da ein Pastor mitten in der Anbetung, da sagt der Heilige Geist: „Dein schön geplantes und gut vorbereitetes Opfer fällt heute aus. Du wirst nichts über Opfer sagen“. Da wird einem eine Krücke genommen. Ja, aber nächste Woche muss das und das bezahlt werden. Der Heilige Geist möchte, dass wir lernen, ihm zu vertrauen. Vielleicht hast du eine wunderschöne Botschaft vorbereitet, kommst in deinen Hauskreis oder kommst in deine Gemeinde, und mitten in der Anbetung sagt der Heilige Geist: „Du hast wunderbar vorbereitet, aber diese Botschafte heute hier nicht!“ Und dann kommt die Panik und dann blättert man durch die Bibel. Ja, was – hier jetzt – vielleicht das, vielleicht das, vielleicht das. Was soll ich tun? Und der Heilige Geist sagt: „Bete an. Sei entspannt, leg deine Bemühungen beiseite. Komm zurück in den Frieden, bete an“. Ja, aber was ist, wenn ich nichts habe? „Das ist meine Sache, bete an“. Was ist so schlimmes daran, dass wir sagen: Die Predigt, die für heute vorbereitet war, die kommt heute nicht. Und eine andere habe ich nicht, seid gesegnet, liebe Gemeinde. Aber wenn wir unter Stress sind – wir müssen was tun für unser Geld, wir müssen ja zeigen, dass wir fleissig sind, und dass wir auch irgendwie nicht faul sind usw. Was offenbart sich da? Eine Haltung von Menschenabhängigkeit! Menschen sind unsere Brötchengeber und nicht Gott selbst.

So wollen wir doch dem Heiligen Geist sagen, wo wir vielleicht auf Krücken humpeln: „Du darfst die mal wegnehmen. Du darfst die wegnehmen.“ So, das ist der erste Punkt: Wir studieren das Wort Gottes über den Heiligen Geist, über die Person des Heiligen Geistes, über seine Absichten. Er will Jesus verherrlichen. Wenn mein Plan so bleibt, dann werde ich am Donnerstag darüber sprechen – der Heilige Geist verherrlicht Jesus. Mal sehen. Wir sind ja jetzt schon so sehr im indischen Fluss hier und laufen über Wasser. Donnerstag trinken wir sogar nur Wasser. Ist doch Fastentag!

So, wir finden diese Worte. Und wenn wir sie gefunden haben, am besten sogar aufschreiben, und dann kommt Punkt Nummer 2. Dann haben wir diese Worte – „er ist mein Lehrer“, „er ist mein Tröster“, „er ist der, der das Zukünftige offenbart“, „er ist der, der mich führen will“, „er ist der, der Jesus verherrlichen will“, „er ist der, der das Wort mir aufschließen will, der das Wort lebendig machen will“ und und und und und …

Und dann nehmen wir diese Worte und dann gehen wir zu ihm. Du sagst, ja, wo soll ich denn da hingehen? Du musst nicht weit gehen, er ist ja schon da. Schau auf dein Bäuchlein und sag: Da bist du, ich möchte jetzt mit dir sprechen. Ich sehe dich nicht, ich fühl dich nicht, aber ich weiß etwas über dich. Und dann sag dem Heiligen Geist, was du in seinem Buch über ihn gefunden hast. Das ist ziemlich niedriges Niveau für unseren deutschen Verstand. Weil wir sagen, warum sollen wir ihm sagen, was wir in seinem Buch gefunden haben? Das hat er ja schließlich geschrieben, also wir gehen davon aus, dass er immer noch weiß, was in seinem Buch steht. Aber es ist grundsätzlich so, dass immer Gebet nie dazu da ist, Gott mit frischen, neuen Informationen zu versorgen, die Er noch nicht hat. Das ist nicht die Aufgabe von Gebet. So, wir dürfen schon das Wort ihm bringen. Und er ist mehr begeistert über das Wort als wir, glaubt es mir. Und er wird nicht gelangweilt sein. So müssen wir auch nicht gelangweilt sein. Wir bringen ihm das Wort. Wir erinnern ihn an das Wort. Und wir verbinden uns mit dem Wort. Und wir sagen: Ich glaube jeden Buchstaben. Ich glaube, dass Du zu mir so bist wie ich es hier gerade lese. So bist du zu mir. Ich entscheide mich das zu glauben. Ob ich das schon einmal erlebt habe oder nicht. Ob ich das fühle oder nicht. Das spielt überhaupt keine Rolle. Das ist die Wahrheit. Und ich gehe mit der Wahrheit, und ich gründe mein Leben auf diese Wahrheit. Das ist die Wahrheit und so wie es hier geschrieben steht, so wirst Du in meinem Leben Dich erweisen. Weil ich mich danach ausstrecke von ganzem Herzen das zu glauben. Hilf mir das zu glauben, was ich dir gerade vorgelesen habe.

Wir reden mit ihm über sein Wort! Über das, was von ihm und über ihn geschrieben ist. Und wir verbinden damit unser Herz und unsere Hingabe und sagen: „Das ist, was mir gehört. Das ist mein Recht. Das ist, was ich erwarten darf und erwarten soll und erwarten muss. Du hast dich nicht geändert und auf diese Art und Weise willst du in meinem Leben wirken.“

Wir brauchen keine eigenen Geschichten, keine Erfahrungen, keine Dinge, auf die wir das stützen. Wir nehmen nur das Wort, nur das Wort. Wir müssen nicht sagen: Ja, da sind andere Leute, die erleben so wunderbare Dinge – das ist herrlich und darüber wollen wir uns freuen, aber wir sind die nächsten, die da hineingehen. Und sagen: Diese Menschen, die du da gebrauchst, sind genauso unfähig wie ich. Ihr Fleisch ist genauso böse, genauso gemein, genauso im Widerstand gegen die göttlichen Dinge wie mein Fleisch. Da ist überhaupt kein Unterschied. Nur, die haben schon ein paar Jahre vorher gelernt, dass man eine Partnerschaft, eine Beziehung, eine Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist aufbauen muss. Wir können nicht ihn als Person ignorieren und hoffen und erwarten, dass eines Tages irgendwie er wie wild in unserer Versammlung ausbricht. Das gibt es nicht. Das gibt es nicht. Weil der Heilige Geist fällt nicht von der Decke. Sondern er kommt durch Menschen, durch dich und durch mich, durch jeden von uns. Er kommt durch uns. Er ist ausgegossen und jetzt ist er in uns. Und jetzt sollen wir dort mit ihm so Gemeinschaft haben und so aufgeladen werden und so dieses Leben erleben, dass es irgendwann zu viel ist, und dann muss das raus.

Und dann ist halt ein Überfluss da, und dann fließen Ströme. Ströme lebendigen Wassers fließen aus der Mitte deines Leibes, hat Jesus gesagt, wenn wir gelernt haben zu trinken.

Joh 7,38
Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

Wir konzentrieren uns auf die Ströme, die fließen sollen. Es fließen die Ströme, die zuvor in uns hineingeflossen sind. So, wir müssen uns nicht konzentrieren auf das, was hinausfließt, sondern auf das, was hineinkommt. Und da müssen wir erstmal eine Menge Dinge und eine Menge Unrat an Zustrom und Zufluss abschneiden, die uns vergiften, die uns verseuchen. Und dann Raum machen, dass der richtige Strom uns tränkt und belebt und erfrischt und inspiriert und wir in diese Dimensionen der Gegenwart Gottes kommen. Der Heilige Geist möchte uns sensibel machen für die Gegenwart Gottes, nicht nur in der Versammlung. Nicht nur in der Versammlung, auch zu Hause. Und dann auch in anderen Situationen. Im Alltag. Und davon erleben bis jetzt so, so wenig, und darum gibt es so wenig Berichte über die Macht Gottes auf der Straße in unserem Land. Es gibt einige Berichte – Hallelujah.

Vor zwei Tagen hab ich mich mit einigen Teenies unterhalten, die bei dieser Aktion dort dabei waren, „Summer2Go“, und sie haben die Kraft Gottes auf der Straße gesehen, und sie haben gesagt: „Auf der Straße, das ist viel leichter als in der Gemeinde“. Auf der Straße viel leichter als in der Gemeinde!

So, Gott ist dabei uns vorzubereiten, und es wird einen Ausbruch der Kraft Gottes geben auf der Straße. Es wird etwas geben, was Menschen, die schon abgeschaltet haben, die abwinken, die sagen, „Du, Gemeinde, Glauben, Bibel, danke schön“, das die noch einmal neu packt und aufrüttelt und ihnen zeigt, Gott ist lebendig im Lande. Das wird kommen, aber es beginnt im kleinen, ganz unscheinbar, wo wir uns Zeit nehmen und wir sagen, „Heiliger Geist, Jesus hat versprochen, wir kennen dich, ich möchte dich kennenlernen. Ich möchte dich kennenlernen“.

Und jeder von uns hat den gleichen Start, wir fangen an mit dem Wort. Und wir fangen an mit einer Gegenwart, die wir nicht wahrnehmen, aber wir benehmen uns so als wäre er da. Weil er ist ja wirklich da. Wir reden mit einer Person, die wir uns nicht vorstellen können, die wir nicht fühlen, die wir nicht spüren, aber wir reden. Im Gehorsam auf der Grundlage des Wortes. Und wir sagen ihm, „ich vertraue dir, hier ist mein Herz, gebrauche mich, schneid mich los von falschen Abhängigkeiten, verkehrten Dingen, auf die ich mich stütze, hilf mir, frei zu sein mit dir zu fließen, hilf mir dich zu kennen, hilf mir“.

Und wir lernen einen Lebensstil der Abhängigkeit vom Heiligen Geist. Das fängt schon damit an wenn wir unsere Bibel aufschlagen. Gewöhne dir an, das nächste Mal bevor du so deine Bibel aufschlägst, schlag sie wieder zu – halt, stop, nochmal. Ein paar Sekunden den Film zurückdrehen, nimm die Bibel und sag: „Heiliger Geist, das ist dein Buch. Und ohne dass du mich lehrst versteh ich Bahnhof oder nur dummes Zeug. Hilf du mir. Öffne mir die Augen, zeige mir die Wunder in deinem Wort.“

Wie ich das schon viele Male gesagt habe, die Bibel ist das einzige Buch der Weltliteratur, das man nur in inniger Freundschaft mit dem Autor verstehen kann. Das einzige Buch, weil der Heilige Geist muss uns lehren, er muss uns Offenbarung geben. Wenn wir da mit unserem Verstand, mit unseren Erfahrungen, mit unserer Theologie, mit unserer Prägung rangehen – wir werden den Unsinn vervielfältigen, den es schon im Land gibt. Und wieviel Angst, und wieviel komische Dinge sind dort, gerade in Bezug auf den wunderbaren Heiligen Geist.

Einmal war ich in einer Gemeinde, hab dort eine Mitarbeiterschulung gehabt und sprach über den Heiligen Geist, und jemand meldete sich und sagte: „Aber in meiner Bibel hab ich irgendwo gelesen, man darf nicht mit dem Heiligen Geist sprechen“.

Es gibt keinen einzigen Bibelvers, der uns das verbietet. Aber es gibt das Gebot, Gemeinschaft zu haben mit dem Heiligen Geist. Kannst du dir vorstellen, Jesus sagt also: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, ich werde nicht mehr mit euch Gemeinschaft haben, aber an meiner Stelle kommt ein anderer – und dann fragen die Jünger: Ja, und
dürfen wir auch mit dem sprechen? Kannst du dir so etwas vorstellen?

Jesus hat gesagt „ein anderer von der gleichen Art“, das ist, was das griechische Wort dort bedeutet – „ein anderer Beistand von der gleichen Art“. So, wenn die Jünger mit Jesus gesprochen haben, und wie viele Male haben sie gesagt, „Herr, wir verstehen nicht, was meinst du? Erkläre uns. Was bedeutet dieses, was du da erzählt hast?“ Sie durften fragen, und wenn die Jünger Jesus fragen durften, dann dürfen wir heute den Heiligen Geist fragen, weil er ist unser Lehrer. Und Jesus sagt nicht, „er kommt, und er hält theologische Vorträge und er möchte nicht unterbrochen werden, egal wie wenig wir verstehen.“

Sondern wir dürfen sagen, „halt, stop, langsam, das muss ich nochmal ein bisschen genauer erklärt bekommen, das hab ich noch nicht verstanden, hilf du mir, das zu verstehen“. Wir dürfen natürlich mit ihm reden! Er ist Gott. Wie kann das sein, wir haben einen dreieinigen Gott, mit dem Vater darf man reden, mit Jesus darf man reden und der, der uns am nächsten ist, bitte nicht ansprechen?! Das ist doch Irrsinn.

Und doch gibt es so viele Menschen, die davor Angst haben. Und manche Leute, alles, was sie wissen über den Heiligen Geist, ist: „Oh, Heiliger Geist, uhh, da müssen wir ganz vorsichtig sein“. Ja, wir wollen vorsichtig sein ihn nicht zu beleidigen, ihn nicht zu betrüben, ihn nicht zu kränken, aber nicht vorsichtig sein, indem wir ihn ignorieren. Das ist keine Vorsicht, die uns geboten ist. Sondern Freundschaft, Gemeinschaft, Partnerschaft, Austausch, ein Hin und Her und ein Geben und ein Nehmen. Das ist, was uns geboten wurde. Das ist, was dieses Wort „koinonia“ bedeutet.

Und ein dritter Punkt, und die gute Botschaft ist, ich hab nur vier Punkte. Darum kleine Kanzel. Ein dritter Punkt in Bezug auf den Heiligen Geist: Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist, ein Geben und ein Nehmen, und da ist uns versprochen diese wunderbare, so herrliche, so wohltuende, heilbringende Sprache des Gebetes.

Und auch da gibt es viele Missverständnisse, wobei das Wort so klar ist. Gerade vor kurzem bekam ich wieder eine Mail und jemand hat irgendwie Dinge ganz falsch verstanden und sagte, ich halte es ja da lieber mit Paulus, der sagt, ich will nicht in Sprachen beten, ich will lieber mit dem Verstand beten. Nirgendwo hat Paulus so etwas gesagt. Im Gegenteil, er hat gesagt: Ich will im Geist beten, und dann will ich auch mit dem Verstand beten. Und dann hat er den Korinthern gesagt, „passt auf, euer Problem ist nicht, dass ihr zu viel in Sprachen betet, ihr wisst nur nicht, wofür Sprachengebet da ist. Und statt vernünftige Botschaften zu bringen, benutzt ihr den Gottesdienst damit und sprecht alle durcheinander in Sprachen“. Er sagt: „Macht das doch zu Hause!“. „Ich spreche mehr in Sprachen als ihr alle zusammen,“ hat er gesagt. So, wer kann daraus lesen, dass für Paulus das unwichtig war und er sagt, ach, die Korinther, die brabbeln so viel Zeugs, was sie nicht verstehen, damit sollen sie doch endlich mal aufhören und endlich vernünftig werden. Das ist doch nicht, was Paulus gesagt hat! „Wehret nicht in Zungen zu sprechen“, hat er gesagt.

1 Kor 14,5
Ich will, dass ihr alle in Sprachen sprecht.

„Ich will, dass ihr es alle tut“, hat er gesagt. Alle! So, das Problem der Korinther war nicht, die haben eine Überbetonung von Sprachen gehabt. Das war nicht ihr Problem. Das Problem war, sie haben nicht gewusst, wie man Sprachenreden nutzt zur persönlichen Auferbauung. Sie haben nicht gewusst wie man an diese Quelle sich anschließt und dort sich selber aufbaut und dann etwas von Gott hat und dann in der Gemeinde durch Prophetie, durch ein Gebet, durch eine Segnung oder durch eine Verkündigung oder wie auch immer zur Auferbauung der anderen ist. Das war ihr Problem.

Sie haben nicht den Unterschied verstanden zwischen einer Sprachenrede als prophetisches Wort, das ausgelegt werden muss und die Sprachenrede zur persönlichen Erbauung. Und was wo seinen Platz hat. Das haben sie alles nicht auf der Reihe gehabt. Nirgendwo findest du eine einzige Andeutung, dass Paulus skeptisch oder distanziert oder ablehnend war gegenüber dem Sprachengebet. Nirgendwo. Und trotzdem glauben das so viele Menschen, weil sie glauben, was sie gehört haben und nicht, was die Bibel sagt.

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