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Hartwig Henkel – “Wahre Jünger“ (60:00 bis Ende)

 

In Demut klar zu sein, kühn zu sein und herausfordernd zu sein, Fragen zu stellen und zu sagen: „Wie denkst du über diese Sache? Was denkst du, was Gott darüber denkt? Was wirst du damit tun?“

Ich war ein junger Christ und habe mir so mein Reservat gebaut und da war so eine Sphäre in meinem Leben, wo ich dachte, „ja, ich weiß, was das Wort Gottes sagt, aber das gilt für die Schwachen – die Reifen, die Starken, die Mündigen, die wissen, wie man damit umgeht. Für die ist das nicht gemeint und für die kann das ganz anders aussehen, und die können sich Freiheiten erlauben, die zwar das Wort verbietet, aber das ist ja für die Schwachen“.

Solch einen Schwachsinn habe ich mir mal erzählt. Wir können sehr raffiniert sein. Nicht nur Theologen sind dazu imstande, wir alle sind dazu in der Lage, uns schöne Rechtfertigungen zu basteln für unser Reservat, für unser Eigenleben.

Und da war ein Mann Gottes, den ich sehr mochte, und der kam ein paar Mal mehrere Jahre hintereinander zu Besuch, ein sehr angenehmer, liebenswerter Mensch, immer voller Freude, sehr ermutigend, immer positiv und es war einfach ein Genuss mit ihm zu sein. Und ich hab mich schon gefreut, ich fuhr zum Flughafen, sollte ihn abholen. Und ich holte ihn ab, und er kam auf mich zu, und er machte so ein ernster Gesicht. Ich denke, hm, was ist mit dem los? Hat der Probleme? Ist der nicht gut drauf? Ist er vielleicht nicht im Geist?!

Und statt so wie sonst: „Ohh, Brother, good to see you, I love you“ – da macht er ein ganz ernstes Gesicht und als er dicht genug dran war, nimmt er seinen Finger und sticht so auf meine Brust und sagt: „Bruder, was ist mit dieser Sache in deinem Leben?“

Ich dachte, au weia, Volltreffer. Und ich sehnte mich von ganzem Herzen, flehentlich, ich sehnte mich nach was ich aus meiner Kindheit kannte von den Ritterfilmen – Falltüren! Wo so die Tür wegklappt nach unten, und man verschwindet einfach unten im Keller. So, Könige haben solche Tricks drauf, wenn sie den feindlichen König zum Mahl geladen haben, dann bitte ich hierüber, hier, und dann stand der genau an der richtigen Stelle und dann drückt der das Knöpchen, die Tür geht auf und dschumm, der rauscht in den Keller, wo schon die anderen Skelette modern.

Und ich sehnte mich nach einer solchen Falltür. Ich dachte, das ist mein Ausweg, jetzt macht es so, ich verschwinde und bin weg. Aber die Tür kam nicht. Meine Gebete wurden nicht erhört, und das Ding stand hier auf meiner Brust: „Was tust du mit dieser Sache?“

Und dann habe ich überlegt, wie komme ich hier raus? Was mache ich jetzt? Und dann habe ich eine glorreiche Idee gehabt. Ich sage: „Gut, Bruder, dass du es ansprichst, ich wollte sowieso einen Seelsorge-Termin bei dir haben“.

Wenn Gott solche Leute in dein Leben schickt, dann lernst du etwas. Gott liebt dich zu sehr als dir zu erlauben, krumme Wege zu gehen. Gott liebt dich zu sehr. Und Er fordert dich heraus. Und wir brauchen Leiterschaft, wir brauchen Väter und Mütter, die mutig sind, die keine Menschenfurcht haben, die unkonventionell sind und die Dinge tun, die man normalerweise nicht tut. Was bin ich diesem Bruder dankbar für seinen Finger! Und er wartet auf eine Antwort. Und er hat mich konfrontiert.

Liebe konfrontiert! Das ist ein wesentlicher Aspekt der Liebe Gottes. Jesus sagt: Alle, die ich liebe, überführe und züchtige ich.

Off 3,19a
Alle, die ich liebhabe, die überführe und züchtige ich.

Glauben wir das wirklich, dass Überführung und Züchtigung, Disziplinierung, Training, Zurechtweisung – dass das ein wesentliches Element der Liebe Gottes ist? Glauben wir das wirklich?

Wenn wir das glauben, dann werden wir immer wieder beten: „Herr, überführe mich. Lass mich nicht in die Irre gehen, lass dein Licht scheinen. Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten zu deinem heiligen Berg, zu deinen Wohnungen“.

Hier breche ich einfach ab.

Vater, gib uns den Geist der Furcht des Herrn. Zeig uns unsere Verantwortung für uns selbst, für unser Herz, für unsere Geschwister. Hilf uns mutig zu sein und Menschen einzuladen und anzuleiten in Jüngerschaft und hilf, dass wir Wege finden, das, was du uns beigebracht hast, anderen beizubringen und in ihr Leben zu investieren und ihnen zu helfen, gerade, stabil und stark zu werden und treu zu werden und leidensbereit zu werden. Hilf uns in diesen Prozess der Multiplikation wirklich unseren Platz einzunehmen, hilf uns, Menschen nach Deinem Herzen zu sein, die Jünger sind und die Jünger machen und so wird Dein Volk gesund werden. So wird Kraft zurückkommen, so wird Klarheit zurückkommen, so wird Deine Ordnung aufgerichtet werden, und so wird der Fluch des Seelischen gebrochen werden. Wir danken Dir für Dein Wort, für die Macht Deines Wortes. Hallelujah. Amen.