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Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 1 – Errettung und die neue Geburt (35:00 bis 40:00)

 

Und all das ist Gottes Plan gewesen und – sag ich gleich hier schon mal – ist es heute immer noch. Wir sind gerufen zu herrschen – nicht beherrscht zu werden. So viele Menschen werden beherrscht. Es kommt irgendwie eine Grippewelle und man bereitet sich vor und man sagt: „Ja, alle bekommen es, warum sollte ich es nicht bekommen? Bin ich etwa anders?“ Ja, wenn wir Gott kennen, wenn wir seine Verheißungen kennen, wenn wir das Leben kennen, das in uns ist, dann sehr wohl! Dann nicht weil wir besser sind, aber weil Gott eben so gut ist, ist da etwas in uns, und wir können anders leben. Und was vielleicht viele, viele andere erwischt, muss uns nicht zwangsläufig erwischen. Und wenn andere Leute ihre Midlife-Crisis kriegen, weil das eben so Gang und Gebe ist, das können wir uns schenken. Da haben wir keine Zeit zu, weil wir zu vital sind, zu viele Pläne haben, zu viel Energie haben und irgendwie einfach noch so viel tun wollen. Wir werden nicht durchhängen. Mit Gott zu leben, heißt nicht durchzuhängen. Oder schlapp zu machen oder müde zu werden. Gott ist nicht müde – also warum sollten wir müde werden? Es ist Kraft da, die Gott uns reichlich anbietet, wenn wir verstehen wie dieser Zugang möglich ist und wie diese Kraft in uns hineinkommt.

Gott ist ein herrschender Gott – wir sollen herrschen – unter Ihm und mit Ihm. Nicht willkürlich, nicht über andere Menschen, sondern über Umstände, über unser Leben, über die Dinge, die da kommen und die uns berauben und beeinträchtigen, beengen und knebeln und knechten wollen, über diese Dinge sollen und können wir herrschen. Das war der Plan Gottes als es noch in Planung war. Und ich kann mir das regelrecht vorstellen wie sie so zusammensaßen und sich so beraten haben und total begeistert waren: „Ja, genau so muss er aussehen, so muss er sein, so einer soll es werden – genau so einer wie wir!“

Wie ein irdischer Vater – nimmt sein Baby und sagt: „Oh, ist das süß, ganz der Papi“. Ja, man ist begeistert wenn man etwas von sich in dem Kind sieht. Oder wenn das ein anderer dann sagt: „Ach, ist ja ganz der Vati“ – du bist echt total gerührt und sagst, oh, wie recht er hat! Und Gott hat auch so etwas wie einen Vaterstolz. Er hat uns nicht mit links gemacht, hat nicht den Engeln – irgendwie so einen subaltären Engel gesagt: Naja, kommt, ihr habt doch eine freie Minute, macht doch mal einen Menschen. Und wenn ich mal eine Minute Zeit habe, werf ich einen Blick drauf, was ihr da geschaffen habt!“

Nein, Gott sagt: Das ist Chefsache. Das machen wir selbst. Und er hat es sich genau überlegt. Und er hat einen Menschen geschaffen nach seinem Bild. Und wenn wir dann ihn beschrieben sehen – natürlich er wird dort nicht irgendwie von den Äußerlichkeiten beschrieben, aber der erste Mensch wird beschrieben als jemand, der tatsächlich einer war, der Herrschaft ausüben konnte. Gott hat ihm den ganzen Planeten gegeben zusammen mit seiner Frau und gesagt: „Ihr herrscht! Das ist euer Bereich hier – hier sollt ihr Verantwortung ausüben“.

Und Gott kam dann wie die Bibel es sagt, in der Abendkühle und hatte Gemeinschaft mit Ihnen. Und das ist der Zweck der Schöpfung. Und wir können nicht unser Leben sinnvoll leben wenn wir vergessen oder wenn wir überhaupt nie drauf kommen, wozu wir geschaffen sind. Wir sind nicht geschaffen etwas zu leisten, sondern wir sind geschaffen etwas zu sein: Freunde, Partner Gottes zu sein, dazu sind wir da. Und wenn dein Gebetsleben nur darin besteht, dass du Gott immer alles sagst, was du haben möchtest, wie also irgendwelche Einkaufslisten oder Bestellformulare, die du so durchfaxt zum Himmel – wenn das dein Gebetsleben ist, dann wirst du sehr, sehr wenig in der Beziehung mit dem Herrn erleben.

Gott will sich um unsere Anliegen kümmern, aber stell dir vor, ich würde zu meiner Frau kommen und würde ihr nur so die Essenspläne für die nächsten Wochen irgendwie so reinreichen oder an ihre Pinnwand irgendwie da tun und sagen, was sie alles einkaufen soll und dies und jenes usw., und das wäre meine ganze Beziehung – dazu könnte ich eine Köchin anstellen! Das ist nicht Ehe. Ehe ist etwas ganz anderes. Das ist Beziehung, es ist Gemeinschaft, es ist etwas zusammen zu machen, etwas zusammen zu erleben und aneinander Freude zu haben, Austausch, Kommunikation, Anteilnahme. Das ist der Plan, den Gott hat für uns. Wir sollen in Gemeinschaft mit Ihm leben.

Und so wenn Gott kam in der Abendkühle und er hatte mit ihnen Gemeinschaft, dann haben sie nicht nur die technischen Dinge besprochen – wie soll man das jetzt mit dem Spinat hinkriegen und was machen wir mit den Kaninchen, dass sie uns nicht alles irgendwie klauen oder solche Dinge. Sondern ich glaube, dass da einfach wirklich Freundschaft da war, wirklich Beziehung.