Hartwig Henkel – „Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Taufe in den Heiligen Geist

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Taufe in den Heiligen Geist (00:00 bis 05:00)

 

Ich möchte euch ganz, ganz herzlich begrüßen heute abend zu unserem Seminar „Grundlagen des biblischen Lebensstils“. Schön, dass ihr da sei seid trotz Schnee und Wind oder was immer da draußen los geht, dass ihr da seid.

Ich habe ja am Anfang des Seminars versprochen: Es wird praktisch werden. Und du wirst verstehen, wie dein Leben anders gestaltet werden kann – darum heißt es ja auch „Grundlagen des biblischen Lebensstils“. Nicht des christlichen Wissensarsenals, sondern Lebensstils. Und vielleicht hast du bis jetzt ein bisschen darauf gewartet – nun, dein Warten ist zuende, heute ist der Tag gekommen, wo wir das, was wir an etwas Theoretischem, aber durchaus nicht wirkungslosen Grundlagen jetzt bündeln – wir haben geredet über, was Jesus am Kreuz getan hat, wie man sein Leben Jesus übergibt, wie Jesus der Herr wird, was das bedeutet, wie das Kreuz auch an uns gewirkt hat und dass wir das anzunehmen haben. Dass das auch bedeutet, dass die Wassertaufe ein biblischer Schritt ist.

Dann haben wir gesprochen über den Heiligen Geist, über das Empfangen des Heiligen Geistes, da sind wir letztes Mal nicht ganz fertig geworden, das werden wir heute noch zuende bringen. Und dann aber kommt der Alltag dran. Und zwar wie wir das, was wir jetzt haben an Voraussetzungen wirklich nehmen können und anwenden können. Wir haben gesprochen über das Empfangen oder Erfüllt werden oder Getauft werden in den Heiligen Geist, das absolut biblisch neutestamentlich fundiert ist. Und wir haben gesehen an einigen Beispielen, dass diese Erfahrung nicht identisch ist mit der neuen Geburt, mit der Tatsache, dass jemand sein Leben Jesus übergibt. Wir es haben am Beispiel von Apostelgeschichte 8, wo ganze Scharen von Menschen ihr Leben Jesus gegeben haben und die Jünger hinterher dann die Apostel hingehen und dafür sorgen, dass diese auch wirklich den Heiligen Geist empfangen, was bis dahin nicht passiert war. Wir sehen dasselbe in Apostelgeschichte 19 – Paulus kommt zu Menschen, die ausdrücklich Christen genannt werden, Jünger genannt werden. Und ich weiß, da gibt es so gewisse fromme Ausreden, Menschen, die auf Biegen und Brechen das nicht wahr haben wollen, dass es ein Erfüllt sein im Heiligen Geist als eine neue Erfahrung nach der Bekehrung gibt. Die sagen dann: „Ja, Apostelgeschichte 19, das waren Jünger von Apollos. Und der hat sie gelehrt und der wusste nur von der Taufe des Johannes. Also waren es angeblich Jünger des Johannes, des Täufers“.

Und wie herrlich, dass der Heilige Geist schon vorhergesehen hat, dass man solche Ausflüchte bringen wollte – und er zitiert ausdrücklich: „Apollos lehrte richtig von Jesus“.

Apg 18,25
Dieser war unterwiesen im Weg des Herrn und redete brennend im Geist und lehrte richtig von Jesus, wusste aber nur von der Taufe des Johannes.

Und wenn Apollos kam und hat Menschen richtig von Jesus gelehrt, dann wissen wir auch, was rauskommt: Richtige Christen. Denn richtige Lehre erzeugt auch biblische Resultate. Warum soll er richtig von Jesus lehren und am Ende seines Lehrgangs über die Bibel kommen dann nur Jünger von Johannes dem Täufer heraus? Das macht doch keinen Sinn.

Er lehrte richtig von Jesus! Also, diese Menschen waren gläubig, denn Paulus checkt nicht die Bekehrung, sondern er checkt die Wassertaufe und er checkt die Taufe in den Heiligen Geist und führt sie in diese Erfahrung hinein. Ganz eindeutig – es ist nicht etwas, was in der Regel zusammenfällt in einer einzigen Erfahrung. Es kann so sein, aber wir haben herausgestellt, im Denken der Apostel – von Paulus, aber auch der anderen, ist diese Erfahrung begleitet oder angezeigt durch ein sichtbares Zeichen. Und das tritt sofort auf. Es gibt viele andere Erfahrungen und Wirkungen und Zeichen, die dann danach kommen. Etwas, was der Heilige Geist unbedingt bringen will, ist neben der Kraft auch Freude. Er ist ein Geist der Freude. Aber das erste, was auftritt nach der Bibel wenn Menschen erfüllt wurden mit eben dem Heiligen Geist – dann war es dieses sichtbare Zeichen: Sie priesen Gott in einer neuen Sprache.

Apg 19,6
Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten.

Sie wurden übernatürlich ausgerüstet, Gott in einer anderen Art und Weise – und zwar im Geist anzubeten. Und das war ein Kriterium, das Paulus kannte und wonach er sich auch gerichtet hat. Und wir sollten einfach in seinen Fußspuren dort an dieser Stelle wandeln. Und warum sollten wir uns mit weniger zufrieden geben? Wenn Paulus dieses Niveau hatte – warum sollten wir dadrunter gehen?

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Taufe in den Heiligen Geist (05:00 bis 10:00)

 

Und wir wollen noch kurz ein bisschen das zementieren, dass tatsächlich nach der Lehre des Neuen Testamentes diese Erfahrung des persönlichen Sprachenredens, also wo jemand inspiriert vom Heiligen Geist in einer Sprache, die er nicht kennt – das mag eine Sprache von Menschen sein, das mag auch eine Sprache von Engeln sein – 1 Kor 13 zeigt uns das – redet eine Sprache, die er nicht gelernt hat und die er auch in aller Regel selbst nicht versteht, es sein denn Heilige Geist gibt ihm darüber auch noch Aufschluss, was den Inhalt angeht.

1 Kor 13,1
Wenn ich in Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber keine Liebe hätte, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

Viele haben Fragen und sagen: Ich versteh das nicht – warum soll ich etwas sprechen, was ich gar nicht verstehe – was bringt mir das? Nun, Paulus sagt – 1 Kor 14 – wer in Sprachen redet, erbaut sich selbst.

1 Kor 14,4a
Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst

Und wenn wir mal darüber nachdenken, Sprachenreden – Paulus nennt es auch „Reden im Geist“ – 1 Kor 14, dort sagt er: Wenn ich in Sprachen bete, betet mein Geist. Der Verstand bleibt ohne Frucht.

1 Kor 14,14
Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht.

Wenn wir in Sprachen redet, anfangen das zu tun zum allerersten Mal in unserem Leben als Christ, ist das eine Revolution. Und zwar deswegen, weil das, was in dir wirklich neu geworden ist zunächst einmal – dein Geist – mit dem du Kontakt und Gemeinschaft hast mit Gott und auch Gott erleben kannst. Wir können Gott nur im Geist erleben, wenn wir das in der Seele oder im körperlichen Bereich versuchen, dann suchen wir an der verkehrten Stelle. Aber im Geist können wir Kontakt haben mit Gott. Unser Geist ist neu geworden. Und wenn wir jetzt in Sprachen reden, dann passiert etwas hoch interessantes, weil zum ersten Mal das neue, die Dimension Gottes in der sichtbaren Welt sich äußert. Weil etwas aus der unsichtbaren Welt, aus der Welt, wo Gott ist, wo das Wort ist, wo Jesus ist, der Heilige Geist – aus dieser Welt tritt plötzlich physisch in diese sichtbare Welt – man kann es hören, akustisch in Form von Schallwellen. Das Leben Gottes bleibt also nicht länger vorborgen, sondern es tritt heraus.

Und wenn du den Aufbau des Tempels oder der Stiftshütte vor Augen hast, die Gott als ein Modell gegeben hat über was eigentlich unser Leben ist als Gläubige, dann weißt du, da gibt es ein Allerheiligstes und dann ein Heiligtum und dann den Vorhof. Und das Leben, die Begegnung mit Gott, die persönliche Gemeinschaft mit Gott, das persönliche Treten in Seine Gegenwart fand im Allerheiligsten statt. Aber das, was dort geschah, hatte seine Auswirkungen und hatte eine Rahmen – und das war das Heiligtum.

Und dann bis hinein in den Vorhof. Wenn du siehst, den Strom Gottes, den Hesekiel sieht in seiner großartigen Vision – Kapitel 47 – aus dem Inneren des Tempels kommt ein Strom hervor, und er durchfließt den Tempel. Er kommt aus der Mauer, aus einer Öffnung am Vorhof, also am äußersten Bereich des Tempels hervor. Und ein Strom des Lebens, der sich ergießt und der etwas Interessantes hat – ohne, dass er Nebenflüsse hat oder Zuflüsse, je weiter er fließt, um so stärker und kräftiger und lebensschaffender wird er.

Hes 47,12
Aber an diesem Strom, auf beiden Seiten seines Ufers, werden allerlei Bäume wachsen, von denen man ißt, deren Blätter nicht verwelken und deren Früchte nicht aufhören werden. Alle Monate werden sie neue Früchte bringen; denn ihr Wasser fließt aus dem Heiligtum. Ihre Früchte werden als Speise dienen und ihre Blätter als Heilmittel.

Und das ist der Heilige Geist in deinem Leben. Er wohnt in deinem Geist und von dort will er anfangen sich zu ergießen – in deine Seele hinein und in deinen Körper hinein und aus dir heraus und hin zu anderen Menschen, hin in diese Welt und Gott gießt tatsächlich seinen Geist aus oder von seinem Geist aus über alles Fleisch durch die Gemeinde, durch die Gläubigen.

Der Heilige Geist wirkt von uns heraus zu anderen Menschen, und das ist, was Gott geplant hat. Und wir können Teil dieses Plans sein. Wir sind also daran beteiligt. Das geht nicht irgendwie einfach so an uns vorbei.

Wir erbauen uns selbst wenn wir in diesen neuen Sprachen reden.

1 Kor 14,4a
Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst

Und Jesus hatte die Sicht und er sagt es am Ende des Markus-Evangeliums. Seine Sicht von einem neutestamentlichen Christen war weitaus anders als manche Konfessionen ein Modell oder ein Prototyp des Christen so in ihr Handbuch gemalt haben. Und alle lesen dann das und sagen: Aha, das ist es also. Und jeder hat so sein Handbuch und seine Vorstellung, was ein neutestamentlicher Christ sein müsste und die anderen sollen also das annehmen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Taufe in den Heiligen Geist (10:00 bis 15:00)

 

Aber wofür brauchen wir diese selbstgemachten Bilder wenn wir schon ein Bild von Gott haben? Wenn wir schon ein Handbuch haben – die Bibel ist doch handlich genug?! Warum müssen daraus irgendein Excerpt machen, was dann sagt: Das kennzeichnet den Prototyp unserer Gemeinde oder unserer Bewegung? Wir brauchen das doch gar nicht! Gott hat schon gesagt, was den typischen Christen nach Seiner Vorstellung einfach ausmacht.

Und Jesus schaut in die Zukunft, und er sagt, wie es mit denen bestellt sein wird, die an ihn glauben. Diese Zeichen werden denen folgen, die glauben – in meinem Namen werden sie böse Geister austreiben. Es ist absolut normal – wenn du noch keine bösen Geister ausgetrieben hast, du bist ein unnnormaler Christ, lass dir das mal gesagt sein, geh in die Buße und korrigiere das dringend.

Du sollst böse Geister austreiben. Und dann sagt Jesus: Sie werden in neuen Zungen sprechen.

Mk 16,17
Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Zungen reden,

Wir kommen nicht mehr weiter mit der Entschuldigung „Meine Konfession oder meine Abteilung des Reiches Gottes oder meine kleine Gruppierung oder mein Hauskreis oder meine Bewegung glaubt nicht an das Reden in neuen Sprachen für alle Christen“.

Aber Jesus glaubt daran! Er sagt, das zeichnet den neutestamentlichen Christen aus. Lasst uns sein Bild von Christsein übernehmen. Amen? Wir erfreuen Ihn und wir sind auch die Gesegneten. Wir gehen doch nicht irgendwie dabei leer aus.

In neuen Sprachen reden. Und da werden wir diese Formulierung von Paulus noch einmal aufgreifen: Wenn ich in Sprachen rede, betet mein Geist.

1 Kor 14,14
Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht.

Und dann sagt er: Wie soll es sein? Ich will beten im Geist und ich will beten im Verstand.

1 Kor 14,15a
Wie soll es nun sein? Ich will mit dem Geist beten, ich will aber auch mit dem Verstand beten;

Und dann sehen wir aus diesen Versen dort, dass „Beten im Geist“ ein anderes Wort bei Paulus ist für „Beten in neuen Sprachen“. Denn er redet davon, wenn ich in neuen Sprachen rede, betet mein Geist. Wie soll es sein? Ich will beten im Geist – ich will beten im Verstand.

Und wenn wir davon ausgehen, dass Paulus nicht verwirrt ist, und ich gehe davon aus, dass er bei hellem Sinn war, dass er Worte nicht wahllos ohne uns darüber zu informieren von einem Brief zum anderen irgendwie einfach umdreht oder umfüllt mit einem anderen Inhalt, ja? Wie so ein paar Flaschen, da ist einmal Limonade drin, dann schüttet er es aus und dann kommt Wasser rein und er bietet immer nur dieselben Gefäße an und wir wissen nicht, ja, was meint er diesmal? Es ist zwar dasselbe Wort, aber höchstwahrscheinlich meint er etwas ganz anderes.

Nein, ich glaube, dass weder Paulus noch der Heilige Geist verwirrt ist, und wenn Paulus sagt, hier im Korintherbrief, „beten im Geist ist beten in neuen Sprachen“ und dieses selbe Wort begegnet uns dann in Epheser 6 wieder, dann weiß ich, was er meint. Wenn er dort der ganzen Gemeinde sagt, nachdem er den geistlichen Kampf erklärt hat und die Waffenrüstung beschrieben hat und die Möglichkeiten, vor dem Feind nicht nur geschützt zu sein, sondern auch ihn zu verwunden durch das Schwert des Geistes, das Wort aus unserem Munde – nachdem er diese Dinge erklärt, sagt er: Betet allezeit im Geist.

Eph 6,18a
Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist

So, er sagt der ganzen Gemeinde, sie sollen in Sprachen reden. Ja, haben dann nicht die anderen einen Protestbrief an Paulus geschrieben, die gar nicht in Sprachen reden konnten, weil die alle sich an Korinther 12 gehalten haben – das Sprachenreden ist eine Gabe, die nicht allen gegeben wird? Nein – die wussten damals, 1 Kor 12 ist eine Liste der Geistesgaben, die die Wirkung des Heiligen Geistes in der jeweiligen Versammlung beschreibt.

Und da in der Tat, wenn Paulus sagt: Reden sie alle in Zungen, legen sie alle aus? Die weggelassene Antwort ist: Nein.

1 Kor 12,30
Haben alle Gnadengaben der Heilungen? Reden alle in Sprachen? Können alle auslegen?

Aber wenn das alles ist, was über Sprachenreden zu sagen wäre, dann warum sagt Paulus in 1 Kor 14,5: Ich will, dass ihr alle in Sprachen redet.

1 Kor 14,5a
Ich möchte aber, dass ihr alle in Sprachen redet

Er hat doch gerade gesagt, das tun nicht alle?! Warum hat er solche Wünsche, die sowieso einfach unsinnig sind? Und darum auch haben wir in manchen Übersetzungen so einen Konjunktiv irrealis – „ich wollte, ihr könntet“ …

Aber was da im Griechischen steht: Ich will, dass ihr es tut – peng.

Und er sagt dasselbe, und sogar in Befehlsform an die Gemeinde von Ephesus: Betet allezeit im Geist!

Eph 6,18a
Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist

Er sagt das der ganzen Gemeinde, weil es normal war. Wir müssen verstehen, dass das neue Testament ist geschrieben von Menschen, die erfüllt waren vom Heiligen Geist und die in neuen Sprachen redeten. Und es ist geschrieben ohne Ausnahme an Menschen, die erfüllt waren vom Heiligen Geist und die in neuen Sprachen redeten.

Das ist das normale gewesen. Und es ist so wunderbar, wir sind dabei wieder normal zu werden. Das Volk Gottes ist dabei wirklich normal zu werden.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Taufe in den Heiligen Geist (15:00 bis 20:00

 

Ich bin davon überzeugt, in – weiß ich nicht, ich kann nicht Jahreszahlen angeben, aber in wenigen Jahren werden wir auch in Mitteleuropa Verhältnisse haben wie in der dritten Welt, dass wo es lebendige Christen sind, sind es erfüllte, vom Heiligen Geist erfüllte Christen. Und das Bild „Christsein“ wird total anders gefüllt sein. Die Vorstellung, was ein Christ ist, wird total anders sein.

Ich bin davon überzeugt, und es ist ja jetzt schon so, dass der Teil der Christenheit, weltweit gesehen, nicht auf mitteleuropäische Verhältnisse angewandt, aber weltweit, der Teil der Christenheit, die erfüllt sind vom Heiligen Geist und mit dieser Erfahrung, die wir hier beschreiben, nämlich des Betens in neuen Sprachen, ist ja der weitaus, mit Abstand der weitaus größte Teil der protestantischen Christenheit überhaupt.

Hier herrscht noch manchmal so ein Klima, dass wir so ein kleines Grüppchen irgendwie am Rande sind. Aber wenn man die Zahlen wirklich weltweit sieht, dann weiß man, dass also die Verhältnisse total anders liegen.

Und wir brauchen uns nicht zu überheben, aber es ist doch fantastisch, dass wir auf dem Wege sind wieder in normale Verhältnisse heineinzukommen, in ganz normal biblische Verhältnisse.

Judas 20 – dort finden wir auch nochmal einen Hinweis auf das Beten in Sprachen. Und auch wieder ist es so geschrieben, dass ganz offensichtlich es etwas ist, was jedem Christen gegeben ist und was er anwenden soll: Ihr aber, meine Lieben, erbaut euch auf euren allerheiligsten Glauben, betet im Heiligen Geist und erhaltet euch in der Liebe Gottes.

Judas
20 Ihr aber, meine Lieben, erbaut euch auf euren allerheiligsten Glauben und betet im Heiligen Geist,
21a und erhaltet euch in der Liebe Gottes

Betet im Heiligen Geist. Wenn wir in Sprachen beten, dann haben wir einen Austausch, eine Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist. Weil wenn wir daran denken, was Sprachenreden wirklich ist: Es ist ein Beschenkt werden vom Heiligen Geist. Es ist eine Sprache, die du ja nicht machen musst, die nicht aus deinem Verstand kommt, sondern die der Geist gibt.

Apg 2,4 – dort heißt es: Sie wurden alle voll des Heiligen Geistes und fingen an zu sprechen in neuen Sprachen wie der Geist – der Heilige Geist – ihnen gab auszusprechen.

Apg 2,4
Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.

So, wenn damals beim Sprachenreden der Geist ihnen gab auszusprechen, dann glaube ich, dass heute immer noch dasselbe passiert. Sprachenreden, und das ist solch ein Wert diese Erfahrung, ist also ein ständiges Empfangen oder Beschenkt werden oder sich beschenken lassen oder durchfließen lassen des Heiligen Geistes.

Nicht, dass der Heilige Geist in Sprachen redet! Paulus sagt es ganz klar: Ich will reden.

1 Kor 14,15a
Wie soll es nun sein? Ich will mit dem Geist beten, ich will aber auch mit dem Verstand beten;

Viele haben da Probleme wenn sie in die Erfahrung hineinwollen, dann haben sie Befürchtungen, ja, es könnte ja sein, dass ich etwas selber mache. Und sie wollen natürlich nichts selber machen, weil sie Gott gefallen wollen und wissen, bei heiligen Dingen darf man nicht spaßen, also sie wollen nichts selber machen und sie haben eine Form von Offenheit, so wie sie es verstehen, die der Heilige Geist nicht gebrauchen kann.

Der Heilige Geist kooperiert mit dir und Sprachenreden ist ein Wunder. Aber nur zum Teil. Zum Teil ist es sehr, sehr natürlich. Und die Aufteilung, wie diese Kooperation mit dem Heiligen Geist stattfindet, ist denkbar schlau gemacht. Du tust das, was du tun kannst. Und der Heilige Geist tut das, was nur er tun kann.

Und wenn wir diese Aufteilung beachten und nicht versuchen, dem Heiligen Geist etwas zuzuschieben, was nur wir tun können, dann erleben wir auch diese schöne Erfahrung. Wir erleben den Fluss des Heiligen Geistes. Du hast einen Mund. Du hast Stimme und Sprachorgane und die Bibel sagt, dass du sprichst.

Nur der Inhalt der Sprache ist inspiriert vom Heiligen Geist, der wird nicht von dir produziert in deinem Verstand. Aber du sprichst in Sprachen. Paulus sagt: Ich will sprechen in Sprachen.

Und niemals wird der Heilige Geist in einer solchen Weise über dich kommen und dich zwingen, dass du oder es durch dich spricht ohne dass du willst. Das wird nicht geschehen. Weil der Heilige Geist kein Geist ist, der zwingt und der etwas auf dich stülpt und dich in etwas hineinpresst, sondern er bietet sich an, und du kannst entweder darauf eingehen und mit ihm zusammenarbeiten oder er wartet bis du diesen Punkt wirklich verstanden hast. Er wird nicht über dich herfallen und dich zwingen etwas zu tun, was du nicht tun möchtest.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Taufe in den Heiligen Geist (20:00 bis 25:00)

 

Lasst mich ganz schnell die einzelnen Punkte so in der Reihenfolge nennen: Wie kommen wir in diese Erfahrung oder aber auch – das ist ja genau dasselbe – wie können wir jemand anders dort hineinführen in diese Erfahrung?

Und es ist wichtig, denkt ja nicht, dass es die Aufgabe des Pastors ist, die Neubekehrten in die Erfahrung des Heiligen Geistes hineinzubringen. Das geht schon jetzt nicht mehr, und das wird in wenigen Jahren überhaupt nur möglich sein, wenn wir versuchen irgendwie solche Dinge dem Pastor zu überlassen. Es läuft ja jetzt schon so, ich bin begeistert darüber, dass Geschwister aus unserer Gemeinde – die kommen zu uns und schleppen da jemanden an und sagen: Schau, das ist der Fritzchen oder weiß ich nicht, wie er heißt – hat sich letzte Woche bekehrt, ist schon geistgetauft und möchte sich nur mal hier melden und gehört jetzt zu dieser Gemeinde dazu. Und du sollst ihn einfach mal kennenlernen.

Denkt doch nicht, das es die Aufgabe des Pastors ist, die Menschen zum Herrn zu führen. Oder in die Taufe des Heiligen Geistes hineinzuführen. Das ist die Aufgabe von euch. Und darum muss mal wissen, was ist dazu notwendig oder was sollte man beachten?

Ich denke wirklich mit viel Amusement an meine erste Erfahrung zurück, wo ich für jemanden beten sollte, der die Geistestaufe haben wollte. Alles, was ich wusste: Es hat irgendetwas mit Hände Auflegen zu tun. Das ist alles, was ich wusste. Jemand kam zu mir, ich weiß nicht, warum diese Person zu mir kam, und ich war ganz junger Christ, gerade selber erfüllt vom Heiligen Geist und diese junge Dame sagte: Ich will jetzt den Heiligen Geist empfangen und ich will das erleben.

Und ich wusste nur, irgendwas muss das mit Hände auflegen zu tun haben – ich habe der Person nicht gesagt, dass ich noch nie für jemanden für sowas gebetet habe und dass ich gar nicht weiß wie man das macht. Also, ich habe gesagt, „Okay, gut“, und habe mich bemüht irgendwie professionell zu wirken und habe Hände aufgelegt und dann habe ich gebetet um den Heiligen Geist und ich habe gebetet und gebetet und gebetet und gebetet. Und ich habe Angst gehabt vor dem Moment wo ich aufhören müsste zu beten, wo dann offenbar wird, dass nix passiert ist. Und darum habe ich so wunderschöne lange Gebete gemacht. Man kann auch aus Unglauben lange beten. Kannst du das verstehen?

Ich wusste nichts darüber außer Hände auflegen und dann irgendwie ja, weiter wusste ich nicht. Und sie ging nach Hause und ich wußte, es hat nicht geklappt, und ich war enttäuscht und dachte, sie ist enttäuscht usw.

Okay, also ganz schnell diese Punkte, die notwendig sind zu wissen und zu beachten wenn jemand in diese Erfahrung hineinwill. Sechs Punkte habe ich dort.

1.) Wir sollten uns darüber klar machen, dass der Geist Gottes wie auch andere Segnungen, andere Erfahrungen, andere Geschenke empfangen werden durch Glauben.

Sie werden empfangen durch Glauben. Nicht durch Einmassieren. Vielleicht hast du das schon einmal gesehen – diese „Pfingstmassage“. Ich weiß nicht, ob das der ein oder andere kennt. Ich dachte früher, das ist nur so ein Witz oder so. Bis ich dann in solche Kreise kam und es wirklich gesehen habe, wo man das versucht einzurubbeln und zu schütteln. Ich dachte, das ist wirklich nur ein Spaß, eine Übertreibung, aber das gibt es tatsächlich.

Und es kommt nicht duch so etwas zustande. Weder durch Schütteln, noch durch Anschreien oder Einmassieren. Man kann ein Haarwasser einmassieren, das kann sehr gut sein. Aber den Heiligen Geist auf diese Weise zu vermitteln ist einfach kindisch, weil es so weit entfernt ist vom Wort. Paulus sagt:

Gal 2,3b
Habt ihr den Geist durch Werke des Gesetzes empfangen oder durch die Predigt vom Glauben?

Er gibt gar nicht die Antwort – es ist sonnenklar – durch die Predigt vom Glauben!

Es muss also Glauben aufgebaut werden, weil Glaube dann aktiviert werden kann. Und Glaube nimmt, was Gott ihm anbietet. Glaube ist etwas hochaktives und Glaube nimmt, Glaube ist kein passives Abwarten oder nur so eine Erklärung „ich bin offen“ – ich kenne Leute, die sind offen schon seit 10 Jahren. Aber das ist nicht die biblische Offenheit. Jesus sagt: Wer sucht, der findet.

Mt 7,8
Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.

Menschen haben mir schon gesagt: Du, pass mal auf, so einfach ist das nicht – ich suche schon viele Jahre danach. Und ich sage dann meistens in solchen Fällen: Weißt du, hör auf zu suchen und empfange jetzt. Du kannst noch 20 Jahre weitersuchen, du kannst aber auch jetzt empfangen. „Oh, Bruder, danke, dein Enthusiasmus ehrt dich, aber so einfach ist das nicht, Gott hat seine Wege“.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Taufe in den Heiligen Geist (25:00 bis 30:00)

 

Ja, das haben mir Leute schon so gesagt. Mit frommen Worten wird einfach diese Hingabe des Glaubens wie sie wirklich von uns zum Ausdruck gebracht werden soll und auch in einer Weise „muss“ – diese Hingabe wird umgangen mit einer Theologie: Gott in Seiner Souveränität hat es doch irgendwie anders. Ich erinner mich mit Schrecken an eine solche Gebetszeit, wo jemand den Heiligen Geist haben wollte. Und ich fragte ihn all die Dinge, ob er darüber Bescheid weiß.

Ob er weiß, das ist der erste Punkt, weiß er, dass das eine Erfahrung ist, die jedem Christen zusteht und dass er sie haben kann ohne länger darauf zu warten? Oder manche möchten sich auch erstmal heiligen, sich vorbereiten, sich reinigen. Alles in Ehren, aber tu das mit dem Heiligen Geist zusammen – er ist der Geist, der heiligt.

Wir haben viel zu heiligen, auch nach der Geistestaufe, dann gehts eigentlich erst richtig los. Und die Vorstellung „wir heiligen uns erstmal und dann empfangen wir den Heiligen Geist“ beinhaltet in sich: Um sich zu heiligen braucht man gar nicht den Heiligen Geist. Das ist dann nur noch so eine Garnierung oben drauf.

Wahres geistliches Leben – du kannst hinschauen, wo du willst – also wo wirklich der Charakter verändert wird und nicht religiös übertüncht wird, wirklich der Charakter verändert wird und wo dann die Kraft dazu kommt, die wirklich Menschen erreicht, befreit und heilt und motiviert und wo Wachstum dann da ist – kommt ohne den Heiligen Geist nicht zustande. Wir sind da abhängig von ihm.

Also, das ist das erste: Belehrung. Wir müssen belehrt sein vom Worte Gottes – das ist eine Erfahrung, die gilt jedem, der Kind Gottes ist, und er soll sie haben und zwar dann wenn er Kind Gottes geworden ist. Nicht dann noch Jahrzehnte später. „Habt ihr den Geist empfangen als ihr gläubig wurdet?“

Apg 19,2a
und sprach zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig geworden seid?

Und wir müssen auch zeigen in dieser Belehrung, dass es nicht darauf ankommt, wann gibt Gott – wenn wir ganz theologisch exakt sein wollen – Gott hat schon gegeben zu Pfingsten. Paulus sagt: Er hat den Geist reichlich ausgegossen.

Titus 3
5 rettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes.
6 Den hat er durch Jesus Christus, unseren Retter, reichlich über uns ausgegossen

Reichlich! Alles, was wir brauchen an Heiligem Geist, ist ausgegossen. Es geht nicht darum, wann wird Gott mich erfüllen mit dem Heiligen Geist, sondern wann stecke ich endlich meine Nase in das Buch, erkenne wie eine Verheißung im Glauben genommen wird und handle aufgrund dieser Verheißung? Das ist es, worum es geht.

Wir sehen auch die Apostel. Wenn sie gebetet haben, sie haben nicht gebetet, dass Gott doch bitte geben möge, sondern sie haben gebetet, dass die anderen empfangen. Das ist etwas total anderes. Die haben an der Empfängerseite gearbeitet, nicht an der Absenderseite. Daran liegt es!

Und diese Belehrung muss so intensiv sein, dass wir wirklich dann eine Gewissheit haben, dieser Segen ist für mich, Gott bietet in mir an, Gott will, dass ich in jetzt habe, und es geht darum, dass ich nehme, nicht, dass Gott etwas tut. Das muss der Inhalt dieser Belehrung sein. Und ich prüfe das nach bevor ich mit jemandem bete. Ich bete nicht für jeden, der einfach nur mich darum bittet, sondern ich überprüfe, ob die Voraussetzungen zum Gebet überhaupt gegeben sind.

Ich sage: Wenn wir jetzt beten um den Heiligen Geist – wirst du ihn jetzt bekommen? Und wenn er oder sie mir sagt: „Ja, ich hoffe, ach, das wär schön, bei dem neulich hast du auch gebetet, das hat auch geklappt“ – das ist keine Basis für wirklichen Glauben. Glaube weiß, dieser Segen ist von Gott mir verheißen, der gehört mir, er ist in Reichweite, ich kann ihn nehmen, ich werde ihn jetzt nehmen, und dann habe ich ihn auch. Das ist Glauben. Und egal um welches Thema es dann geht. Aber jetzt hier konkret Erfüllung mit dem Heiligen Geist.

Es bringt nichts, immer wieder darum zu beten, sondern wirklich Raum zu geben, das Wort zu studieren, so dass Glaube wirklich entsteht. Das kann bei manchen ganz, ganz schnell sein, und das kann bei manchen, besonders wenn sie anders gelehrt worden sind, in einer Tradition aufgewachsen sind, es kann Jahre dauern. Es gibt Menschen – alles, was sie wissen über den Heiligen Geist: Man muss ganz vorsichtig sein. Das ist, was manche Christen darüber wissen, das ist das einzige. Und es braucht Gebet manchmal, Fürbitte und intensive, breit angelegte Lehre, um diese religiösen Festungen wirklich auszuräumen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Taufe in den Heiligen Geist (30:00 bis 35:00)

 

Ich erinnere mich an einen Baptisten-Jungen, der kam zu mir, ich glaube, er war 13 oder 14 Jahre. Und er sagte: „Ich will, dass du für mich betest für die Taufe im Heiligen Geist“. Ich sage: „Ja, lass uns erstmal das im Wort studieren“, und ich wollte mein einstündiges Bibelstudium beginnen mit ihm, das ich so habe für meine evangelikalen Geschwister. Dann gehe ich eine Stunde so durch die Bibel und wir schauen uns alles an bis jede Frage geklärt ist. Und dann sagt er: „Das kannst du dir alles schenken, wenn du mir die Hände auflegst, empfange ich sofort“.

Ich habe nur die Hände aufgelegt, ich sage: „Danke Vater“ – der machte seinen Mund auf und er redete in Sprachen wie ein Weltmeister. Als würde er das schon viele, viele Jahre tun, laut und klar und präzise in einem unwahrscheinlichen Fluss. Und wenn du für andere betest, du möchtest auch Erfolge sehen, nicht wahr? Du möchtest nicht mit Schrecken an das letzte Mal zurückdenken, also sei klug, sorg dafür, dass die Voraussetzungen wirklich da sind – finde heraus, weiß derjenige wirklich, dass ihm das zusteht?

Jesus sagt in Lukas 11,9a
Und ich sage euch: Bittet, und es wird euch gegeben werden

Jeder, der bittet, empfängt.

Und dann diese allgemeine Verheißung über Gebet und Gebetserhörung spitzt er dann zu auf den Heiligen Geist:

Luk 11,13b
wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel gibt, den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Und dann frage ich: „Okay, was ist die Voraussetzung oder was ist die Bedingung, die Jesus nennt, um den Heiligen Geist zu empfangen?“ Und ich lege ihnen das vor, lass oftmals diese Geschwister selber Lukas 11,9-13 laut lesen, und dann sage ich: „Was sagt Jesus hier, was ist die Voraussetzung um das zu bekommen?“

Und du glaubst es nicht, was du dann für Antworten hörst! „Ja, wir müssen ein heiliges Leben führen“. Ich meine, ich bin nicht dagegen, ein heiliges Leben zu führen, aber das ist nicht, was Jesus sagt, was notwendig ist, um den Heiligen Geist zu empfangen. Und viele, viele andere Dinge. Jesus sagt: Die Voraussetzung ist zu bitten.

Der Vater wird geben denen, die ihn bitten. Er wird geben.

Und ich sage dann immer: „Pass auf, ich weiß eins – wenn wir jetzt bitten, Gott wird geben.“ Sogar in einer Weise: Gott MUSS geben.

Und so habe ich schon manchen Zweifler irgendwie aus seinem Sumpf rausgezogen und hab gesagt, „du, pass auf, wenn wir jetzt beten, egal wie lange du schon vorher gebetet hast, wenn wir beten jetzt, ich garantiere dir, es funktioniert“. Wenn es nicht funktioniert, wir klappen unsere Bibel zu, tun die in den Mülleimer und wir gehen einen saufen.

Wenn Gott an dieser Stelle seine Verheißung nicht hält – das hört sich drastisch an, aber wir müssen mal wirklich die Dinge realistisch anschauen – wenn Gott uns hier eine nette Verheißung gegeben hat nur fürs Andachtsbuch, so was so einen kleinen Moment ein erhebenes Gefühl gibt, aber er schert sich nicht den Dreck darum, seine Verheißung, die er gegeben hat, zu erfüllen – dann wie kann ich sicher sein, dass er es nicht mit den anderen Verheißungen auch so macht?

Entweder Gott ist wahrhaftig oder ich kann sowieso das ganze alles total von vornherein vergessen. Jedenfalls ist mein Denken so.

Ein „so tun als ob“ und nur irgendwie nette andächtige Gedanken irgendwie fühlen oder sowas, darum geht es doch nicht. Das haben wir schon Jahrhunderte lang gemacht und es hat Europa nie verändert. Und es wird Zeit, dass wir wirklich den Gott der Bibel nehmen wie er es gerne möchte, nämlich er sagt: „Ich verändere mich nicht, ich wache über meinem Wort“.

Mal 3,6a
Denn ich, der Herr, verändere mich nicht

Jer 1,12
Und der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich werde über meinem Wort wachen, es auszuführen.

Und all diese wunderbaren Dinge. Er hat gesagt: Wenn ihr bittet, ich gebe.

Lukas 11,9a
Und ich sage euch: Bittet, und es wird euch gegeben werden

Geht doch davon aus! Und viele gehen ganz stark davon aus, dass Gott nicht gibt. Und das ist dann auch, was sie dann erleben müssen, weil es gar nicht anders geht.

Okay, da ist also dieses Gebet im Glauben um den Heiligen Geist. Das ist der dritte Punkt.

Und der vierte ist: Nachdem man gebetet hat, was tut man? Ja, ich weiß, was viele dann tun – sie warten auf ein Gefühl, das ihnen bestätigt, sie haben bekommen, worum sie gebeten haben. Aber Jesus sagt: Der Vater wird geben. Okay, wenn Jesus gesagt hat, der Vater gibt, dann – wenn ich bitte, dann was gehen mich Gefühle an, ob die das bestätigen oder nicht? Jesus hat mir schon bestätigt, dass der Vater gibt. Also – was tue ich? Ich sage: „Danke Vater, du hast mir gegeben!“ Und die Gefühle sagen: „Ja, Moment einmal, wir sind auch noch da, wir haben noch gar kein Okay gegeben, noch gar kein grünes Licht, wir haben noch keine Bestätigung gegeben, über was freust du dich?“ – „Darüber, dass Gott treu ist und dass er sein Wort hält 100%“.

Darauf können wir etwas bauen – unser ganzes Leben können wir darauf bauen, glaubt mir das. So, wir bitten einfach im Glauben und wir empfangen im Glauben und wir sagen Danke. Ein artiges Kind wird trainiert, es sagt Danke wenn es etwas bekommen hat. Wenn meine Kinder mit mir einkaufen gehen, dann kriegen sie oftmals an der Tankstelle oder an der Reinigung oder an verschiedenen Stellen Bonbons und ich achte darauf, dass sie dann wirklich auch Danke sagen. Und wenn du den Vater bittest um den Heiligen Geist – Gott hört das, Gott gibt, also sag Danke.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Taufe in den Heiligen Geist (35:00 bis 40:00)

 

Und dann kommt der entscheidende Moment: Wo wir unseren Glauben noch in einer ganz spezifischen Weise einsetzen sollen, wo wir nämlich gemäß dem Worte Gottes, gemäß unserem Glauben handeln sollen.

Jakobus sagt: Ein Glaube, der nicht zu Werken führt, ist tot. Er produziert nichts.

Jak 2,17
So ist es auch mit dem Glauben: Wenn er keine Werke hat, so ist er an und für sich tot.

Und Apostelgeschichte 2,4 gibt uns das Muster wie man zu handeln hat.

Apg 2,4
Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.

Und ich weiß, wer nicht biblisch geschult ist in seinem Denken, er findet das unmöglich aus dieser Beschreibung eines Sachverhalts, einer historischen Begebenheit, eine Handlungsanweisung zu machen. Denn dort steht: Sie wurden voll des Heiligen Geistes – und ich sage immer zu den Menschen, mit denen ich bete, jetzt hast du das bekommen, du bist genau da, wo sie waren in diesem Moment. Sie wurden voll des Heiligen Geistes. Und dann sage ich: Jetzt schau genau hin – wie geht’s jetzt weiter? Nun, dann geht’s weiter: „Und finden an zu sprechen“. Ich sage: Moment einmal, nicht so schnell – wer fing an zu sprechen?

Und viele, viele Gläubige platzen heraus: Na, der Heilige Geist! Ich sage: Okay, wir gehen noch einmal ins Wort hinein. Sie wurden alle voll des Heiligen Geistes und fingen an – wer fing an? Und irgendwann dämmert es dann: „Ja, die Menschen fingen an!“ Sie taten etwas. Und es gibt ja nur zwei Möglichkeiten. Entweder du fängst an oder irgendetwas fremdes außerhalb deines Ichs fängt an.

Und an der Stelle hab ich als ich mal vor Jahren anfing mit diesem Seminar, kam jemand zu mir und sagt: Ich habe verstanden, was du eigentlich sagen willst, aber ich sage dir, das werde ich auch anders bekommen, ich werde den Heiligen Geist bekommen ohne dass ich anfangen muss. Die Gefahr, dass ich ja seelisch was imitiere und nachmache ist ja viel zu groß. Also ich werde das erleben – aber anders!

Ich sage dir, ich weiß eines, du wirst den Heiligen Geist bekommen wenn du anfängst zu tun, was das Wort sagt. Du fängst an zu sprechen.

Er sagt: Nein, bei mir wird’s anders sein. Ich sage: Okay, wir werden sehen.

Monate lang war nichts mehr von ihm zu diesem Thema zu hören. Dann irgendwann kam er ganz strahlend wieder in die Gemeinde und sagt: Ich habs, ich habs, ich habs – Ja, was hast du? – Jetzt rede ich in neuen Sprachen. Ich sage: Ja, aber du hast es erst bekommen als du dich entschieden hast, dass du anfangen wirst zu tun, was das Wort sagt. Ja, sagt er, stimmt genau, wie weißt du das?

Weil das Wort funktioniert! Weil das Wort wahr ist, weil Gott sein Wort bestätigt.

Apg 2,4b
Sie fingen an zu sprechen.

Wenn wir erfüllt sind vom Heiligen Geist, und das kann manchmal wenn wir mit jemand anderem zusammenbeten, leichter sein als wenn wir alleine sind – und wenn wir verstehen, diese Sprache kommt nicht aus unserem Verstand. Wenn sie nicht aus unserem Verstand kommt, ist es absolut müßig darüber nachzudenken, wie soll ich anfangen? Was soll ich als erstes sagen? Ich glaube auch nicht an solche Theorien: „Horche in dich hinein, ob da irgendwas aufsteigt und dann sprich das aus“. Das sehe ich nicht in der Bibel. Ich weiß, dass manche so angefangen haben, und der Heilige Geist hat’s trotzdem gegeben, aber das heißt nicht, dass es richtig war.

Da steht nicht, wir sollen auf irgendwas warten, was dann in uns geschieht oder manche sagen: Ja, dann pass auf, sei ganz locker mit deiner Zunge und gleich fängt deine Zunge an sich zu bewegen. Ist doch alles Quatsch?! Meine Zunge bewege ich und sonst niemand! Die gehört nämlich mir, die hat Gott mir gegeben, die ist verbunden mit meinem Willen, hier ist sie kurzgeschaltet, und ich bin derjenige, der die Zunge in Bewegung bringt oder niemand.

Ich fange an zu sprechen, der Heilige Geist gibt die Sprache. Und darum bringt es nichts zu überlegen, ja, wie soll ich anfangen? Womit? Was sollte mein erster – sollte ich mit einem Vokal anfangen oder mit einem Konsonanten oder eher mit einem Umlaut? Das wird dir nicht helfen. Sogar – je mehr wir – das ist so wie einer wenn er vom 10-Meter-Brett springen will. Er steht so da oben und er macht sich allerhand vor – sollte ich mit dem rechten Bein zuerst oder mit dem linken zuerst oder lieber doch mit beiden oder eventuell gleich einen eleganten Kopfsprung? Ach, ich muss noch überlegen, ich weiß noch nicht so richtig, das ist doch ein schwieriges Problem und ich will ja auch nichts verkehrt machen. Und so steht er noch heute da oben.

Und wenn ich eine Gruppe habe, sagen wir 15 oder 20 oder mehr Leute, dann mache ich es immer so – und das funktioniert hervorragend: Ich lege diese Grundlagen zu diesem Thema, und ich sage: Bist du bereit zu tun, was die Bibel sagt? Ich frage jeden einzelnen, weil einfach es keinen Sinn macht, mit denen zu arbeiten, die noch nicht so weit sind. Sie sollen sich hinsetzen und die Bibel studieren.

Und dann beten wir um den Heiligen Geist. Dann schaue ich sie alle an und sage: Du hast jetzt den Heiligen Geist bekommen. Und gehe die ganze Reihe durch und sage: Pass auf, der Heilige Geist ist in dir, er befähigt dich in neuen Sprachen zu sprechen. Du musst es wollen, und du musst im Vertrauen auf den Heiligen Geist anfangen, in dieser Sprache zu sprechen. Und das ist eine Sprache der Anbetung. Und darum hilft es sehr, dass wir uns auf den Herrn konzentrieren, die Hände meinetwegen auch hochtun, obwohl das bringt es natürlich nicht alleine, aber immerhin, das kann eine Hilfe sein, dass wir wirklich in Haltung der Anbetung kommen. Und ich sage: Pass auf, um dir diese Qual zu ersparen deines Denkapparates, denn der weiß ganz genau, in dem Moment, wo du anfängst in Sprachen zu reden ist er, was geistliche Dinge angeht, entmachtet.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Taufe in den Heiligen Geist (40:00 bis 45:00)

 

Wir versuchen eine Beziehung zu haben mit Gott aus dem Verstand – und das ist unmöglich. Unser Verstand ist bestens geeignet für die Dinge der natürlichen Welt. Aber wenn es um Dinge des Lebens, der Beziehung mit Gott geht, wird viele Male unser Verstand – und so sind ganze theologische Schulen entstanden – wird stolpern über Aussagen und wird sagen: Das kann ja so nicht gemeint sein – und wird alles umdrehen.

Und darum wird der Verstand allerhand an Argumenten oder Fragen oder praktischen Hilfestellungen haben wollen, nur um den Moment, wo du springst, herauszuzögern. Und um diese Qual abzukürzen und den Geschwistern zu helfen, mache ich folgenden Vorschlag. Ich sage: Ich schlage vor, ihr habt jetzt alle den Heiligen Geist empfangen, ich zähle bis drei und bei drei – sofort wenn ich drei gesagt habe, macht ihr den Mund auf und fangt an zu sprechen – volle Kanne. Nicht nuscheln, nicht versuchen, nicht irgendwie flüstern, nicht schreien, aber normal laut und deutlich, redet einfach in Sprachen. Und dann zähle ich bis drei und dann tun wir das. Und alle zwanzig Leute, in der Regel bei so einer Gruppe, manchmal ist es einer, meistens aber die ganze Gruppe, oder vielleicht zwei, die einfach da stehen und sich Mühe geben und in Schweiß ausbrechen und versuchen etwas zu tun und sich gar nicht eingestehen, dass sie nicht bereit sind, diesen Schritt zu tun. Sie brauchen dann Hilfe, sie brauchen Belehrung, man muss dann mit ihnen in Ruhe die Dinge nochmal durchgehen. Aber das normale ist, dass wir so einfach hineinkommen.

Und es ist schon interessant, wie ein Schauen auf menschliche Vorbilder da Gang und Gebe ist. Ich weiß ganz genau, ich saß hier vorne, jemand kam zu mir nach dem Gottesdienst und sagte: Ich möchte den Heiligen Geist empfangen. Da sag ich: Ja, nichts leichter als das. Können wir gleich hier dafür beten und es wird gleich jetzt geschehen. „Ja“, sagt sie, „ich möchte das aber so wie jene Frau in jenem Buch da hinten“.

So wie die das erlebt hat! Ich sage: Ich weiß nicht wie jene Frau in jenem Buch dahinten das erlebt hat, weil ich das Buch nicht gelesen habe, und deswegen kenne ich die Methode nicht, aber ich kenne eine Methode in diesem Buch hier, und die funktioniert immer. Die können wir jetzt anwenden, danach können wir beten.

Nein, nein, nein – ich möchte es haben so wie jene Frau in jenem Buch.

Ich sage: Ja, dann kann ich ihnen nicht helfen.

Also, sie wollen nicht mit mir beten?

Doch, aber nach diesem Buch.

„Nein, danke“, sagt sie. Und sie ging sehr entrüstet von dannen. Dieses Buch funktioniert. Andere Bücher – weiß ich nicht. Die sind auch gut vielleicht, aber dieses Buch auf jeden Fall funktioniert immer.

Preis dem Herrn. Und lasst uns eine Anwendung finden. Wie wenden wir das an? Wir sind durch, wir sind erfüllt vom Heiligen Geist, der Durchbruch hat stattgefunden, wir reden in neuen Sprachen. Und wenn wir das tun, vielleicht erst nach einer Weile, merken wir wie ein Fluss zustande kommt, eine Freude. Eine Kraft, eine Inspiration, die wir vorher nicht gekannt haben.

Und wir sollten unbedingt das kanalisieren, das fließen lassen. Jesus sagt: Ihr werdet Kraft empfangen wenn der Heilige Geist kommt und ihr werdet meine Zeugen sein.

Apg 1,8
Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.

Der Heilige Geist ist eine Kraft, die uns verändert, die in uns wirkt und die uns befähigt Übernatürliches zu tun. Und bitte glaube mir, das Übernatürliche fängt nicht dort an, wo du Menschen aus dem Rollstuhl ziehst. Das Übernatürliche fängt dort an, wo mit der Kraft des Heiligen Geistes du deine Gedanken in Ordnung bringst. Wo du dann als nächstes deine Fantasie und deine Gefühle in Ordnung bringst. Und wo du dann Einsicht bekommst über verkehrte Haltungen in dir drinnen, und du lernst darauf Einfluss zu nehmen.

Das ist etwas Übernatürliches, was kein Mensch tun kann. Kein Mensch kann seine Gefühle verändern. Er kann sie unterdrücken, und irgendwie sich davon distanzieren, aber wirklich sie verändern ist unmöglich – ist unmöglich.

Und mit dem Heiligen Geist leben wir auf einer total neuen Ebene. Die Erlösung wird real. Paulus kritisiert einmal die Korinther und er sagt: Wenn Neid und Eifersucht und Streit unter euch ist, dann lebt ihr ja nur nach menschlicher Weise.

1 Kor 3,3
denn ihr seid noch fleischlich. Denn wo Eifersucht (Neid, Rivalität) und Streit unter euch ist, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise?

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Taufe in den Heiligen Geist (45:00 bis 50:00)

 

Mit anderen Worten: Ihr könntet eigentlich ganz anders leben, ihr tut ja nur das, was alle anderen tun, die nicht die Erlösung haben, die nicht den Heiligen Geist haben. Ihr könntet ganz anders leben.

Wir leben über-natürlich. Über oder jenseits unserer Natur. Und lasst mich das ein bisschen zeigen wie das geschieht. Paulus sagt, dass wir im Geist oder durch den Geist wandeln können. Ach, ich geb euch einfach mal eine Hausaufgabe auf. Das ist ja ein Kurs hier, also es sollte auch Hausaufgaben geben – Galater 5, 16-26 studiert ihr mal intensiv zu Hause.

Gal 5
16 Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.
17 Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, so daß ihr nicht das tut, was ihr wollt.
18 Wenn ihr aber vom Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz.
19 Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit;
20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen;
21 Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, daß die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.
22 Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.
23 Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz.
24 Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten.
25 Wenn wir im Geist leben, so laßt uns auch im Geist wandeln.
26 Laßt uns nicht nach leerem Ruhm streben, einander nicht herausfordern noch einander beneiden!

Und dort seht ihr, es gibt einen „Wandeln im Geist“ und es gibt ein „Wandeln im Fleisch“. Und wenn wir im Geist wandeln wollen, dann sagt er, dann werden wir die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Und ich glaube, jeder, der nur ein bisschen den biblischen Maßstab erkannt hat und sagt: Das ist, was ich haben will – er wird schnell erkennen, es braucht einen neuen Zustrom von übernatürlicher Kraft aus den alten Denkmustern und Reaktionsmustern und Gefühlsabläufen herauszukommen. Stimmt das?

Es braucht etwas übernatürliches, sonst bleibst du, der du bist. Vielleicht jetzt fromm und mit Anzug und einer schönen schwarzen Bibel, aber du bist immer noch derselbe was deinen Lebensstil angeht. Es braucht eine Kraft, die in dir wirkt und in dir erstmal etwas tut. Die Welt nennt das „den inneren Schweinehund überwinden“ oder so etwas. Sie sind da sehr drastisch, aber das ist ja biblisch sehr dicht dran, nicht wahr? Der alte Mensch, der nichts weiter tut als das zu produzieren, was Gott nicht wohlgefällig ist. Und durch die Kraft des Heiligen Geistes lernen wir so zu leben, dass wir die Lüste des Fleisches – und dann wird alles aufgezählt – ich hab ja eben schon gesagt – Neid und Eifersucht und Streit und Zorn und Zank und all dieses ganze, was das Leben und die Gemeinschaft so schwierig macht – das kann durch die Kraft des Heiligen Geistes – und *nur* durch die Kraft des Heiligen Geistes überwunden werden.

Und wir haben darauf zu achten, dass die Kraft vom Heiligen Geist kommt, aber wir geben ihm Raum. Und so weit wie wir ihm Raum geben kann er halt wirken. Und wo wir ihm nicht Raum geben, obwohl er alle Kraft hätte uns zu verändern, er darf einfach nicht. Und er wird nicht mit der Brechstange einbrechen in unser Innenleben, sondern er kommt einfach wenn wir ihm Raum geben.

Und lasst mich da einige Dinge sagen. Geht einmal mit mir zum Epheserbrief. Und dort finden wir etwas schönes. Und wir werden also jetzt noch in den Minuten und auch in der nächsten Lektion dann darüber reden: Wie können wir wirklich im Geist wandeln – wie kann die Kraft des Geistes wirken und Veränderung, Heilung, Befreiung bewirken?

Eph 5 – dort sehen wir etwas, und das musst du dir, was ich jetzt vorlese, rot anstreichen wenn das noch nicht geschehen ist. Das ist dein Programm! Ich sagte ja, wir kommen heute endlich zum Alltag. Das ist, was angesagt ist – morgen früh wenn der Wecker klingelt! Dann fängt dieses Programm an. Das ist etwas, was du jeden Tag, jeden Tag wirklich praktizieren kannst.

Eph 5,18a
Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt

Das können wir schnell sehen wenn wir auf die Straße sehen und Alkoholiker sehen, ihr ganzes Leben ist durcheinander, ihr Wesen ist durcheinander, ihre Gedanken sind durcheinander. Und Paulus sagt stattdessen tut etwas anderes:

Eph 5,18b
sondern werdet voll Geistes.

Werdet voll Geistes! Wir sind aufgefordert, voll des Geistes, voll des Heiligen Geistes zu werden. Das geschieht, indem wir, und das ist etwas ganz besonderes und beachtenswertes – indem wir etwas *tun*. Wir werden nicht voll des Geistes, indem wir Gott darum bitten. Jetzt rede ich nicht mehr von der anfänglichen Erfüllung oder Taufe in den Geist, sondern von einem tagtäglichen Erfüllt-werden, Durchströmt-werden, Aufgeladen-werden – wie eine Batterie.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Taufe in den Heiligen Geist (50:00 bis 55:00)

 

Vielleicht hast du es schon gemerkt – morgens nach deiner Zeit mit dem Herrn wenn du das richtige tust, du bist stark und irgendwann gegen Mittag oder wenn du nicht geladen hast – vielleicht schon am Vormittag merkst du, die Luft ist raus. So, die geistliche Energie, die wir tanken, verbraucht sich. Und darum müssen wir jeden Tag wieder neu erfüllt werden vom Heiligen Geist. Und das ist unsere persönliche Verantwortung. Das ist nicht, was Jesus für dich tut, das ist nicht, was der Heilige Geist für dich tut, und das ist auch nicht, was der Pastor oder dein Hauskreisleiter für dich tut. Das ist etwas, was du tust. Und nur indem du das tust, wovon Paulus jetzt hier in den nächsten Versen schreibt, wirst du tatsächlich erfahren, dass du immer wieder erfüllt wirst vom Heiligen Geist.

Denn die Satzkonstruktion dort vom Griechischen wäre ungefähr wenn man so übersetzen würde: „Werdet voll Geistes:“ oder „Werdet voll Geistes, indem ihr die folgenden Dinge tut.“ – „Werdet voll Geistes, indem ihr tut“!

Und was sollen wir tun? Hier ist etwas beschrieben, und lasst das praktisch werden, setzt das um und finde da deine eigene Art und Weise wie du das tun möchtest.

Eph 5,19-21
Redet untereinander in Psalmen, Lobgesängen, in geistlichen Liedern, singet und spielt dem Herrn in eurem Herzen, saget Dank allezeit für alles Gott dem Vater in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus. Seid einander untertan in der Furcht Christi.

Lasst uns mal ein bisschen praktisch da rangehen. Fangen wir an der hässlichen Stelle an, wo der Wecker klingelt. Da fangen wir an, denn da hat uns jetzt der Alltag wieder eingeholt und dort sind wir konfrontiert mit Aufgaben, mit Herausforderungen, mit Schwierigkeiten, mit Problemen. Und ich hoffe, dass wir alle schon so weise geworden sind, dass wir nicht mehr Probleme und Schwierigkeiten meiden oder fliehen wollen.

So lange du auf dieser Welt lebst, und manche verbrauchen sehr viel Energie, weil sie suchen ein problemloses Leben. Das ist echt verkehrt, da hättest du nicht Christ werden sollen. Du hast ein Leben, wo du die bisherigen Probleme, die du hattest, überwinden kannst. Und eine Flut von neuen Problemen kommen auf dich zu.

Was meinst du – wir als Gemeindeleitung – wir sind immensen Problemen. Monat für Monat sind wir in Problemen. Aber Monat für Monat gehen wir durch. Guck mal, zum Beispiel, wir müssen andauernd neue Stühle anschaffen, wir müssen andauernd neue Räume schaffen, das sind Probleme. Das sind echte Probleme.

Christsein und Leben nach dem Wort bringt Probleme mit sich. Zum Beispiel auch Verfolgung, Ablehnung, Spott oder so etwas. Also, wir sollten nicht ein Leben suchen ohne Probleme. Sondern Jesus hat uns versprochen, er ist bei uns und er hilft uns diese Dinge zu überwinden. Er hilft uns. Vorallendingen auch erst einmal die Probleme, die mit unserem alten Wesen und unserem verkehrten Verhalten zu tun haben – die sind das erste Arbeitsfeld, das wir beackern sollen.

Eph 5,19a
Redet untereinander in Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.

Weil es so ist, dass die Probleme dich herausfordern, Anfragen starten gegen dich, dir Sorgen bereiten, dir unangenehme Gefühle bis hin zu Ängsten oder Magengeschwüren oder Bedrückungen oder sonst irgendetwas verpassen wollen, musst du schneller sein als sie. Bevor sie anfangen zu reden. Und das tun sie schon. Die sind schon hellwach wenn du noch schlaftrunken ins Badezimmer torkelst. Und sie fangen schon an: „Oh, heute wieder die Begegnung mit dem Chef und mit diesem und jenem und dann noch Kaffeetrinken bei der Schwiegermutter. Und wenn ich an dies und an jenes denke usw. Und eh du dich versiehst und noch gar nicht richtig wach bist, hast du schon ein mulmiges Gefühl und du denkst, oh, das kann ja wieder ein Tag werden!“

Ja, ihr natürlich nicht! Ihr seid alle schon weit darüber. Ihr seid so still, ich muss euch ein bisschen herausfordern.

Bevor die Probleme das tun, fangen *wir* an etwas zu tun. Wir reden untereinander oder auch zu uns selbst – wir reden auf der Ebene des Wortes Gottes: Psalmen, Lobgesänge. Und wenn du all die schönen Lieder analysierst, die wir singen, die vom Worte Gottes sind, dann wirst du sehen, sie verherrlichen Jesus, sie verherrlichen nicht Probleme.

Weißt du, dass Christen auch Probleme verherrlichen können? Sie wollen das natürlich nicht, aber es passiert trotzdem. Sie verherrlichen Probleme in ihren Gebeten. „Oh, Gott, du siehst mich in dieser schrecklichen Situation, und ich habe dir schon fünf mal dieses Ding gesagt, und du weißt, wie mich das beschäftigt und bedrängt, und du weißt, dass ich das gar nicht gerne erlebe – und es ist so schrecklich, und trotzdem kommt es heute schon wieder. Und du hast nie etwas dagegen getan. Gott, ich glaube, du wirst nie was tun, hast du mich überhaupt noch lieb oder was ist eigentlich los?“

Und wir beten uns immer mehr in Verzweiflung hinein!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Taufe in den Heiligen Geist (55:00 bis Ende)

 

Hinterher, alles, was passiert ist: Wir tun uns schrecklich leid. Wir haben so viel Mitleid mit uns – „so alleine, so verlassen, der Teufel so gemein, Gott weit weg. Was soll das eigentlich alles bringen?“ Wir haben uns in Selbstmitleid hineingebetet, und das war alles, was wir geschafft haben.

Indem wir nämlich auf die Probleme sehen ohne zuvor auf Jesus zu sehen! Wir sollen nicht den Kopf in den Sand stecken und sagen: „Probleme – wo denn?“ Und sie haben uns schon überall umzingelt. Das ist nicht, was wir tun sollen. Aber bevor wir auf die Probleme sehen, sehen wir auf Jesus. Und wir erklären, wie er ist. Wir erklären, was er getan hat. Wir erklären, wie gültig sein Sieg ist, wie gewaltig seine Überlegenheit ist. Wir erklären, dass er alles unter Kontrolle hat, dass er Macht hat, diese Umstände, diese widrigen Attacken und Angriffe und Herausfoderungen, Anfragen usw. völlig unter seine Füße auch in unserem Leben zu nehmen.

Und erst wenn wir gesättigt sind von Jesus, mit ihm zusammen wenden wir uns dann den Problemen zu. Und wir schauen nicht als allererstes auf die Probleme, sondern nachdem wir den biblischen Jesus gesehen haben, ihn angebetet haben – ein Lebenstil der Anbetung ist hier gefragt. Anbetung heißt Gott dafür danken und rühmen und ihn ehren und wertschätzen und Liebe ausdrücken für das, was Er ist. Nicht unbedingt nur das, was Er getan hat in unserem Leben und was Er tun wird – auch das sollen wir beachten. Aber noch viel wichtiger: Seinen Charakter, sein Wesen. Weißt du, Jesus ist so souverän. Er ist nicht in Hektik über deine Probleme, er macht sich keine Sorgen und versucht irgendwo noch in den letzten Vorratskammern ein bisschen Glauben zusammenzukratzen um dich irgendwie da heile oder halbwegs heile durchzubringen. Er ist total souverän.

Was sagt die Bibel? Er sitzt im Himmel und lacht über die Feinde.

Ps 2,4
Der im Himmel thront, lacht; der Herr spottet über sie.

Ps 37
12 Der Gottlose heckt Pläne aus gegen den Gerechten und knirscht gegen ihn mit den Zähnen;
13 aber der Herr lacht über ihn; denn er sieht, daß sein Tag kommt.

Er lacht über die Feinde! Er lacht über Satan. Du sagst, ja, er hat gut lachen, er sitzt da oben, und ich sitze hier mittendrin. Nein, die biblische Perspektive haben wir doch schon durchgenommen – du bist mit ihm versetzt.

Eph 2,6
und hat uns mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen [Regionen] in Christus Jesus.

Und wenn du ihn anschaust und das anschaust, was er in dir getan hat, dann wirst du entdecken, dass – auch mitten in Problemen – du mit Jesus auf dem Thron sitzt und du kannst mit ihm lachen über die Feinde. Und sagst: Keiner Waffe wird es gelingen, gib dir keine Mühe, auch diesmal wird es nicht klappen.

Jes 54,17
Keiner Waffe, die gegen dich geschmiedet wird, soll es gelingen; und alle Zungen, die sich gegen dich vor Gericht erheben, sollst du schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des Herrn und ihre Gerechtigkeit, die ihnen von mir zuteil wird, spricht der Herr.

Amen.