Hartwig Henkel – „Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (0:00 bis 5:00)

 

Dann möchte ich euch ganz herzlich begrüßen hier bei „Grundlagen“. „Wandel im Geist“ soll also heute drankommen. Das ist die erste wichtige Lektion, die also den Alltag beschreibt oder bzw. unser Verhalten im Alltag. Nachdem wir durch diese einzelnen Stationen gegangen sind – Bekehrung ganz am Anfang in der ersten Lektion. Und die Wassertaufe nach der Ordnung des neuen Testamentes. Und dann die Erfüllung oder die Taufe in den Heiligen Geist oder das Getauft werden in den Heiligen Geist. Jetzt sind wir also bestens ausgerüstet um praktische Schritte zu gehen und an das heranzugehen, worauf es wirklich ankommt – das ist unser Alltagslebensstil. Und dazu hat die Bibel eine Menge zu sagen. Und zwar gibt sie sehr, sehr praktische schöne Anweisungen und Hilfen, wie wir also einen total anderen neuen schönen Lebensstil einüben können, der ein Segen ist – sowohl für uns als auch für unsere Umgebung. Das ist ja das schöne, Gott ruft uns zwar, ein Segen zu sein für andere, aber Er sagt nicht: „Ja, und du wirst dabei drauf gehen“ oder „du wirst irgendwie zu kurz kommen, aber tröste dich, dann irgendwann im Himmel wird alles wieder gut und ich werde dann dir alles wieder erstatten“. Sondern das, was Gott von uns will, sind eigentlich keine Opfer, sondern es ist ein Lebensstil, der heilsam ist für uns und eben für unsere Umgebung. Sei es deine Familie oder WG-Mitbewohner oder Nachbarn oder Hauskreis-Teilnehmer oder wen auch immer.

Wir wollen uns heute anschauen, wie wir das, was wir bekommen haben, diese Erfahrung des Heiligen Geistes, wie wir die jetzt nutzen können zu Kraft-Erfahrungen, die uns dann helfen werden, wirklich einen neuen Lebensstil einzuüben. Und „Lebensstil“ ist deswegen so interessant und so wichtig, weil Charakterveränderung auf keine andere Art und Weise zustande kommt außer durch eben einen neuen, anderen Lebensstil.

Ein Charakter ist nichts anderes als sich verfestigte oder über lange Zeit beibehaltene, eingeübte Haltungen, Gedanken und Verhaltensweisen.

Und wenn wir jetzt, was wir, glaube ich, alle dringend wünschen, unseren Charakter verändern wollen – oder mindestens unsere Ehefrau wünscht sich das, und von daher sind wir dann über ihre Tränen motiviert, daran auch zu arbeiten – dann kommt die Veränderung des Charakters auf dem Wege eines neuen Lebensstils.

Es kommt nicht über dem Wege der Handauflegung! Ja, so gerne wir das wünschten. Und wir sehnen uns danach, dass der vollmächtige Mann Gottes endlich mal in unsere Stadt kommt, uns die Hände auflegt und alle unsere Probleme gelöst sind – aber das wird nicht stattfinden. Und es ist einfach illusorisch, darauf zu warten.

So wie wir viele Jahre oder Jahrzehnte gebraucht haben, einen so verkorksten Charakter zu haben wie wir inn nur haben, so müssen wir auch realistisch sein – es wird ein paar Jahre dauern bis wirklich in den grundlegenden Fragen erkennbare Fortschritte oder Durchbrüche und eben neue Verhaltensweisen, neue Eigenschaften usw. sichtbar werden. Das ist ganz, ganz wichtig, dass wir da realistisch sind und nicht irgendwie verkehrte Vorstellungen haben – ein paar Gehorsamsschritte und das war’s dann. Sondern es ist wirklich ein Lebensstil, den wir einüben – und der wird genannt im Neuen Testament „Wandel im Geist“.

Wir beginnen mit Gal 5,16 – das ist so eine ganz grundlegende Stelle in Bezug auf unsere Alltagsverhaltensweisen.

Gal 5,16
Wandelt im Geist und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht erfüllen.

Das sagt hier Paulus. Das ist ein Satz, in dem also gewaltige Dinge enthalten sind. Zunächst einmal – vielleicht kurz, nicht zu lange, aber doch deutlich genug – ein Augenmerk auf die „Lust des Fleisches“. Da haben wir also zwei wichtige Begriffe hier oder zwei wichtige Aussagen. Erst einmal das „Fleisch“: Im Neuen Testament, in der Sprache des Neuen Testamentes ist das „Fleisch“ die Summe all dessen, was wir sind ohne den Herrn, ohne die neue Geburt, ohne die Kraft Gottes, ohne dass wir erneuert worden sind. Und dieses Fleisch, so wird es beschrieben in Gal 5,19-21 produziert eine Menge von hässlichen Dingen.

Gal 5,19-21
19 Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit;
20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen;
21 Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.

Diese Dinge haben unterm Strich immer zwei Resultate: Nämlich Beeinträchtigung der Lebensqualität auf unserer Seite – wenn wir also jetzt die Täter sind, die die Werke des Fleisches vollbringen – Beeinträchtigung, Verminderung der Lebensqualität bei uns und bei anderen!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (5:00 bis 10:00)

 

Denn Werke des Fleisches – Zorn, Eifersucht, Neid, Streit, Unreinheit usw. – und all diese Verhaltensweisen kann man mit Leichtigkeit sich vorstellen, produzieren nichts anderes als Unglück. Sie produzieren nichts anderes als Unglück – für uns und vielleicht eher noch für den, der das zu erleiden hat – langfristig aber eben auch für uns.

Und vielleicht noch ein Gedanke dazu. Wir alle haben das, was eben die Bibel „Fleisch“ nennt, und das ist recht hoch entwickelt und sehr in Form und man muss sich nicht anstrengen, um diese Dinge zu produzieren – diese Werke des Fleisches. Man muss einfach nur sich gehen lassen, und der Rest kommt ganz von alleine.

Das ist deswegen wichtig, weil die Schrift sagt: So wie die Sünde geherrscht hat zum Tode, so soll auch die Gnade herrschen.

Röm 5,21a
damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche …

Also wir haben nicht ein Leben vor uns in totaler Anstrengung und Zähne zusammenbeissen und ja nicht irgendwie locker sein und ja nicht irgendwie mal ein bisschen sich öffnen oder irgendwie sich nicht immer ständig kontrollieren. Sondern wir haben ein Leben in der Freiheit – ein Leben, wo in derselben überwältigenden Weise wie früher die Sünde geherrscht hat, so kann und soll jetzt auch die Gnade herrschen.

Genau so flächendeckend, genau so einfach unser Leben bestimmen. So kann die Gnade wirklich herrschen in unserem Leben, das ist möglich! Und viele Menschen haben bei diesem Thema „Charakterveränderung“ und Gehorsam, sie haben ein total verkehrtes Konzept und sie sehen lauter Verbote oder Gebote und sie sehen, also wenn ich mich nicht total zusammenreisse, wenn ich mich nicht ganz mächtig anstrenge, dann auf jeden Fall würde ich es nie schaffen.

Und hier kommt die gute Botschaft: Dieser Lebensstil, wo wir Gott gefallen, indem wir lernen nach dem Standard des Neuen Testamentes zu leben, dieser Lebensstil hat nichts mit Anstrengung zu tun – er hat nichts mit Anstrengung zu tun! Wir überwinden unsere alten Schwachstellen nicht durch krampfartige Einsätze unserer eigenen Kraft, das ist nicht die Art und Weise, wie wir in die Freiheit hineinkommen.

Sondern wie wir sehen werden, es ist ein Werk Gottes in uns. Gott motiviert uns und Gott befähigt uns und Gott selbst hilft uns, das allerwichtigste zu tun, es hat nichts mit Kraftanstrengung zu tun, aber auch gar nichts.

Okay, dann der nächste Punkte zum Thema „Fleisch“.

Galater 5,16 spricht von der „Lust des Fleisches“.

Gal 5,16
Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.

Sünde ist deswegen ein Problem, weil sie ein gewisses Maß von Lust produziert. Und Menschen sündigen, Menschen geben dem Fleisch Raum, weil eben auf die Impulse des Fleisches einzugehen oder das Fleisch zum Einsatz zu bringen, dem Fleisch Raum zu geben eben „Lust abwirft“. Das ist das große Problem. Denn mit Leichtigkeit kann man sich vorstellen, dass man ja sündige Verhaltensweisen durchschauen kann und verstehen kann. Aber es ist kein Problem von mangelndem Verständnis, sondern Sünde ist ein Problem von mangelnder Motivation.

Und Paulus redet von der „Lust des Fleisches“ und er sagt, es gibt einen Lebensstil, der uns hilft, dass wir die Lust des Fleisches nicht erfüllen. Und eben nicht, indem wir sagen: „Naja, das bisschen Lust, was wir haben – typisch Gott – das müssen wir jetzt auch noch opfern, damit wir dann total frustriert und leer und erschöpft uns durch dieses Leben quälen“. Das ist nicht die Art und Weise, wie Gott uns entgegenkommt und wie Er uns motiviert zu dem neuen Lebensstil. Sondern Er tut es, indem Er uns bessere, schönere und größere Lust gibt!

Und das alles ist enthalten, und das werden wir entfalten in dieser Lektion hier, in diesem Begriff, in diesem Thema „Wandel im Geist“. Das ist ein Lebensstil, wo wir neue Lustquellen erschlossen bekommen, wo eine neue Inspiration in unser Leben kommt, wo wir motiviert werden durch Gottes Liebe, durch Gottes Güte, durch Gottes Bestätigung und Seine Kraft. Und das ist so stark, dass wir freiwillig, ohne dass wir uns dazu zwingen und dahinprügeln müssen oder uns etwas abkneifen müssen, befähigt werden, in neuer Weise Verhaltensweisen einzuüben und zu lernen und so eben auf lange Sicht gesehen einen anderen Charakter bekommen, einen wesentlich besseren – Preis dem Herrn!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (10:00 bis 15:00)

 

„Wandel im Geist“ ist also das, was uns hier beschäftigen soll und weil Sünde oder das Fleisch „Lust bringt“, deswegen kann man schon sagen, Wandel im Geist muss einfach, weil es typisch ist für Gott, das Böse wird mit dem Guten überwunden und nicht, indem man das Böse bekämpft.

Viele, viele Christen haben eine Vorstellung, sie sind negativ fixiert und sie versuchen, das Böse zu bekämpfen, indem sie sich auf das Böse konzentrieren. Und das ist nicht die neutestamentliche Art und Weise. Du siehst viele Male: „Tut nicht mehr das“, aber dann geht’s weiter: „Sondern stattdessen …“.

Weil wir alle so angelegt sind, wir können nur das eine tun, und während wir das eine tun, können wir nicht automatisch das Gegenteil tun. Und wir versuchen manchmal etwas negatives abzustellen, indem wir uns konzentrieren auf das negative und versuchen, das Negative zu verhindern oder zu unterdrücken. Das ist nicht die Art wie Gott uns anleiten möchte, mit negativen Verhaltensweisen umzugehen. Sondern immer das Gegenteil suchen und uns dann darauf ausrichten, die positive Alternative zur Geltung zu bringen.

Okay, Paulus redet also von diesem großen Gegensatz hier – in diesem Galterbrief, aber auch an anderen Stellen – Fleisch und Geist.

Fleisch, sagte ich schon, ist das, was wir sind ohne den Herrn. Und das ist nicht sehr viel und das ist nicht sehr beeindruckend. Und unsere Umgebung stöhnt manchmal und sagt: „Herr, verändere ihn“. Und dann sitzen wir hier und hören „Wandel im Geist“. Hallelujah. Das ist die Antwort von Fürbitte von vielen. Preis dem Herrn.

Und „Geist“, damit ist nicht der Heilige Geist gemeint, sondern unser Geist. Das ist das, was wir sind aufgrund des stellvertretenden Leidens und Sterbens und der Auferstehung des Herrn. Geist ist das, was wir sind als neue Menschen, dem Geist nach, weil wir von neuem geboren sind.

Und das ist hat einen Konflikt miteinander, sagt uns der Galaterbrief. Fleisch ist gegen den Geist, aus einem Grunde: Um uns in einen Kampf zu verwickeln, damit wir nicht tun, sagt dort Paulus interessanterweise, was wir wollen.

Gal 5,17
Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt.

Dieses Aufbegehren, dieses Stör-Manöver, dieses Behindern des Fleisches hat eigentlich nur ein Ziel: Uns abzuhalten zu tun, was wir wollen. Und das ist eine gewaltige Aussage. Das sagt nämlich, dass wir als Kinder Gottes so frei sein sollen, dass wir tun und lassen können, was wir wollen.

Das klingt sehr gefährlich, aber wenn wir verstehen, dass Gott vorher etwas in uns tut an Veränderung und unsere Wünsche, unser Verlangen, unsere Ziele usw. erneuert und verändert, dann ist das nicht gefährlich. Aber diese Freiheit ist für uns da! Dass wir tun können, das, was wir wollen. Und was uns daran hindert, ist das Fleisch.

Denkt an, was Jesus sagte: Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach.

Mt 26,41b
Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Und oftmals betonen wir das in der verkehrten Weise: Der Geist ist willig, aber *das Fleisch (!) ist schwach(!)*.

Aber lasst uns das doch in einer anderen Weise betonen: Wir haben einen willigen Geist von Gott bekommen! Das ist einer der größten Offenbarungen, die du bekommen kannst über dich nach dem, was du jetzt im Geist bist. Paulus sagt: Wir kennen niemand mehr dem Fleische nach.

2Kor 5,16a
So kennen wir denn von nun an niemand mehr nach dem Fleisch

Und das ist das Problem: Wir kennen uns zu sehr „dem Fleische nach“. Und Fortschritte werden wir nur machen, wenn wir uns dem Geiste nach kennen.

Und wir brauchen Offenbarung: Wer sind wir? Was hat Gott uns gegeben? Wozu hat er uns befreit? Wozu hat er uns ausgestattet? Was ist eigentlich schon in uns hineingelegt?

Denn Wandel im Geist bedeutet nichts anderes, weil es ja das Gegenteil ist von „Wandel im Fleisch“ – es bedeutet nichts anderes als der neuen Natur, die wir ja geschenkt bekommen haben, fix und fertig, serienmäßig schon eingebaut, dieser neuen Natur in uns Raum zu geben. Wandel im Fleisch ist der alten Natur Raum zu geben, Wandel im Geist ist der neuen Natur Raum zu geben.

Und ohne dass ich jetzt zu sehr irgendwie das aufgreife, aber da gibt es ja eine ganze Reihe von Aussagen im Worte Gottes, die uns beschreiben, wer wir sind dem Geiste nach. Und eines der wichtigsten Aussagen, die uns ein neues Selbstbild geben können und die uns helfen können, aus dieser Verzweiflung über uns selbst auszusteigen – eine der wichtigsten Aussagen ist die: Wir sind durch Gottes Gnade gehorsam gemacht worden.

Röm 6,17
Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde gewesen, nun aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Vorbild der Lehre, das euch überliefert worden ist.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (15:00 bis 20:00)

 

Wir sind gehorsam gemacht worden! Der neue Mensch ist nach Gott geschaffen. So wie der alte Mensch nach dem Teufel geschaffen ist, mit einem eingebauten Verlagen, immer das Verkehrte zu tun, immer das zu tun, was dem Lebensstil des Teufels entspricht und was dessen Resultate hervorbringt: Zerstörung und Selbstzerstörung. Das ist ja auch das Schicksal des Teufels – er richtet Zerstörung an, aber letzten Endes – er zerstört sich selbst. Das ist die Frucht einfach eines solchen Lebensstils.

Und jetzt umgekehrt – Leben im Geist ist Heilung für uns und Heilung und Hilfe, Lösung, Auferbauung, Ermutigung für andere. Wenn wir anfangen, im Geist zu wandeln, dann zum ersten Mal sind wir nicht mehr Teil des Problems, sondern Teil der Lösung. Wir sind nicht mehr Teil des Problems dieser Welt, sondern wir fangen an, Stück für Stück, mehr und mehr Teil von Gottes Antwort zu sein.

Dieses Problem in der Welt ist die Sünde, und die Sünde hat eben einen Mechanismus, sich selber aufrecht zu erhalten oder sogar sich selber zu multiplizieren. Die Sünde des einen bewirkt – wenn ich im Fleisch wandle – dass ich darauf wiederum mit Sünde reagiere. Entweder indem ich total protzig, patzig irgendwie zurückschlage und sage, sowas kannst du mit mir nicht machen und bin böse, hasserfüllt oder voller Rache oder irgendsoetwas. Das ist Sünde, ja? Das wisst ihr, ja? Okay.

Oder aber vielleicht scheingeistlich a la Pharisäer-Natur: „Wie kann man nur? Wie kann man nur so etwas primitives tun wie ich das da gerade bei meinem Bruder sehe?“ Ich entrüste mich und das Entrüsten ist genauso sündig wie das, was der Bruder tut!

So, seine Sünde, wenn ich im Fleisch wandle, produziert auf meiner Seite wieder Sünde. Und dann ist er vielleicht darüber beleidigt oder schockiert oder gefrustet darüber, dass ich entrüstet bin – und so spielt man also Ping-Pong. So richtet man eine Ehe zugrunde, so zerstört man eine Atmosphäre in der Wohngemeinschaft, so geht es am Arbeitsplatz, so geht es in der Welt – die Sünde hat eine Kraft in sich, sich selber zu multiplizieren und zu vervielfältigen und das Leid in alle Ecken dieser Erde zu streuen.

Und wenn wir im Geist wandeln, dann durchbrechen wir dieses Ping-Pong Spiel, wir hören damit auf. Sondern wir werden jetzt welche, die Böses mit Gutem überwinden. Alle Welt kann nur Böses mit Bösem überwinden, und wenn sie noch so guten Einsatz dabei bringt – alles Getrennte von Gott, wenn es auch noch so schön sich anfühlt oder anschaut oder beeindruckend ist, ist letzten Endes ein Versuch der Selbsterlösung, wird wieder zu Stolz führen und zu noch schrecklicheren Dingen und es ist ein Versuch, das Böse mit Bösem zu überwinden.

Und nur wenn wir eben vom Geist geleitet werden und anfangen, anders zu reagieren, dann können wir wirklich zum allerersten Mal Teil von Gottes Antwort sein. Und wir lernen, das Böse mit Gutem zu überwinden. Damit habe ich gleich gesagt, dass „Wandel im Geist“ sehr, sehr viel mit Reaktionen zu tun hat.

Wir werden lernen, auf eine andere Art und Weise zu reagieren auf alle möglichen negativen Herausforderungen und Angriffe und Bedrängnisse usw., die das Leben in Hülle und Fülle bietet.

Und wenn wir verstehen, wie die Kraft Gottes in unser Leben kommt und wie wir dann spezifisch anders reagieren können, dann geschieht etwas ganz interessantes: Dann entdecken wir, dass aus den Schwierigkeiten, den Problemen, den negativen Dingen dieses Lebens sogar noch etwas Gutes kommen kann, weil wir daraus lernen.

Und das ist wichtig, dass wir eine solche positive Haltung haben: Ich kann aus allem, was da vorkommt und was in meinem Leben an Negativem da sich ereignet, ich kann mit Gottes Hilfe daraus etwas Gutes machen. Ich bin nicht ein Opfer der Umstände, das ist eines der schrecklichsten Lügen überhaupt: Wenn man sich so als ein hilfloses, kleines Opfer des Lebens so sieht. Das gebiehrt nichts anderes als Selbstmitleid und Depression und Traurigkeit und das wird keineswegs dazu führen, dass wir Menschen werden, die überwinden können. Wir können nicht überwinden, weil wir schon überwunden sind. Wir sind kein Opfer!

Und ich habe viele Menschen gesehen in der Seelsorge, die eine solche „Opfer-Mentalität“ haben. Und dahinter steht eine Haltung, die eben mit den Wahrheiten des Wortes Gottes eigentlich gar nicht vereinbar ist.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (20:00 bis 25:00)

 

Der sich als Opfer sieht, sagt: „Ich bin ganz alleine, niemand hilft mir, alles ist zu schwer, alles ist mir zu viel, alles irgendwie ist gegen mich und niemand hilft mir“.

Das ist diese Haltung, die eben das Opfer hat. Eine Haltung voller Selbstmitleid und wenn du es genau analysierst, eine Haltung voller Lüge! Voller Lüge. Weil wir damit faktisch ja ausdrücken, all die schönen Verheißungen, die wir lesen: Gott sagt, Er ist mit mir und wenn die Fluten kommen, sie werden mich nicht ersäufen, wenn ich durchs Feuer gehe, es wird mich nicht verbrennen.

Jes 43,2
Wenn du durchs Wasser gehst, ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden, und die Flamme wird dich nicht verbrennen.

Das ist alles schön, das sind schöne Bibelverse, die sind gut für die Stille Zeit, aber sie nützen nichts, sie bewirken nichts im Alltag. Ich entmachte das Wort Gottes mit meinem Festhalten an der Lüge. Ich sage: Ja, schön und gut, Gott hat versprochen, Er ist mit mir, aber bitte – wo ist Er denn?! Ich sehe ja, Er ist nicht mit mir. Alles ist genau wie vorher! Meine lieben Geschwister, so lieb sie sind, sind immer noch genauso gegen mich und keiner liebt mich, alle lehnen mich ab usw.

Wir entmachten das Wort Gottes gleich von Anfang an, weil wir etwas wichtiges versäumt haben: Zu achten auf unsere Reaktion, die wir haben oder die wir eben verändern können.

Und „Wandel im Geist“ hat sehr viel damit zu tun, unsere Verhaltensweisen und unsere Reaktionen zu verändern.

Aber das ist ein bisschen vorgegriffen, gehen wir ein bisschen der Reihenfolge nach vor. Ich komme dann noch dann dazu.

Wandel im Geist heißt also, dass wir einen Lebensstil lernen, wo wir die neue Natur aktivieren oder der neuen Natur Raum geben in uns. Und das muss unbedingt damit beginnen, dass wir ein ziemlich klares Konzept haben, wer wir überhaupt sind, jetzt dem Geiste nach. Wer wir jetzt dem Geiste nach sind.

Und es gibt eine Fülle von Aussagen im Worte Gottes, die eben beschreiben, was wir haben, was in uns hineingelegt wurde, was da ist. Und Wandel im Geist beginnt damit, wenn wir dieser neuen Natur Raum geben wollen, wir müssen sie kennen, wir müssen ein Vertrauen entwickeln zu dem, was Gott in uns hineingelegt hat.

Also auf geht eine Reise – nicht jetzt hier, sondern zu Hause als Hausaufgabe – durch die Briefe des Neuen Testamentes. Und dann machen wir ein Bibelstudium, was sagt Gott denn über den neutestamentlichen Gläubigen, der er dem Status nach ist. Also nicht dessen, was er aktuell tut und was man äußerlich sieht, sondern was Gott unsichtbar in ihn hineingelegt hat. Wir brauchen ein klares Konzept: Wer sind wir?

Und eins der Dinge, da war ich jetzt eben so ein bisschen vom Wege abgekommen, ist, wir sind gehorsam gemacht worden von Herzen.

Wenn ihr das wissen wollt, wo das steht, das steht im Römerbrief.

Röm 6,17-18
17 Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde gewesen, nun aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Vorbild der Lehre, das euch überliefert worden ist.
18 Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.

Und hier ist es wichtig und genauso auch bei vielen anderen Schriftstellen, die etwas sagen über uns: Dies redet nicht von dem, was man von außen bei dir beobachten kann, was dein Bruder gerade an dir erlebt oder erlitten hat, sondern das redet von dem, was Gott bei der neuen Geburt in dir getan hat. Und wir könnten schnell irgendwie mit einem verkehrten Hang zu gründlicher Ehrlichkeit irgendwie sagen: Ja, also das kann ich ja nun wirklich nicht von mir sagen, „Sklaven der Sünde wart“ – was heißt hier „wart“? Ich bin es immer noch! Mein ganzer Lebenswandel Tag für Tag, nicht gerade jetzt auf dem Höhepunkt eben von einem schönen Seminar, aber ansonsten irgendwie – legt davon Zeugnis ab, dass von einer Befreiung von der Macht der Sünde gar nicht die Rede sein kann.

Und dann müssen wir aufpassen, dass wir hier verstehen, wovon Gott redet: Gott redet von dem, was wir sind, dem Geiste nach. Was wir bekommen haben, was Er in uns investiert hat. Und das neue werden wir niemals sehen wenn wir es nicht zuvor anerkennen. Es beginnt damit, dass neue anzuerkennen, was wir haben. Und wir können mit einem verkehrten Hang zur gründlichen deutschen Ehrlichkeit, wir können das totschlagen und sagen: „Nein, das darf ich nicht sagen“.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (25:00 bis 30:00)

 

Da sagt Paulus: Dank sei Gott, der uns allezeit Sieg gibt in Christus.

1Kor 15,57
Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!

2 Kor 2,14
Gott aber sei Dank, der uns allezeit im Triumphzug umherführt in Christus und den Geruch seiner Erkenntnis an jedem Ort durch uns offenbart!

Du sagst: Ja, schön, wann komme ich dahin, dass ich das auch einmal über mich sagen kann? Das kann der große Paulus von sich sagen, aber das kann nicht ich von mir sagen.

Doch! In Christus hast du genau wie Paulus allezeit Sieg. Er redet nicht von seinen ehrwürdigen Verdiensten als langjähriger bewährter Apostel, sondern er redet von Segnungen in Christus. Dank aber sei Gott, der uns allezeit Sieg gibt IN CHRISTUS. Nicht aufgrund unserer apostolischen Reife und Erfahrung, sondern in Christus.

Und deswegen also ein Bibelstudium, wer wir sind im Herrn, in ihm, durch die neue Geburt, was der Geist Gottes in uns hineingelegt hat. Und das, was wir da finden, haben wir anzuerkennen, zu bejahen, und anzuerkennen.

Phlm 6 redet von einem wirksamen Glauben, den wir haben können, in der Erkenntnis all des Guten in uns, das wir haben im Hinblick auf Christus.

Phlm 6
dass die Gemeinschaft deines Glaubens wirksam werde in der Erkenntnis alles Guten, das in uns im Hinblick auf Christus ist.

„Wandel im Geist“ heißt, der neuen Natur Raum zu geben. Die neue Natur ist ein Teil von dir, der anfängt herauszukommen oder sich zu zeigen oder aktiv zu werden, wenn du dem, was in dir drin ist, vertraust. „Wandel im Geist“ hat sehr viel mit Vertrauen zu tun. Vertrauen gegenüber den Segnungen Gottes und auch – wie wir nachher noch sehen werden noch viel mehr – Vertrauen gegenüber dem Geist Gottes. Es hat etwas mit unserem Vertrauen zu tun.

Und wenn wir erkennen, wie Gott uns gesegnet hat, dann natürlich ist die Grundlage das Wort Gottes. Gott beschreibt, was Er uns gegeben hat, und wir als gehorsame Kinder – wir stimmen mit Ihm überein. Wir übernehmen Seine Sicht von uns, wir übernehmen die Art und Weise, wie Er uns beschreibt und was Er in uns hineingelegt hat – ohne Rücksicht darauf, ob wir das jemals erlebt haben, gefühlt haben oder erfahren oder nicht.

Wichtig ist, sagt Gott, dass es mir gehört? Und wenn es so ist, dann stimm du damit überein und krieg nicht irgendwie einen traurigen Augenausdruck und dann irgendwie sagst du: Ja, ich wünschte, ich könnte das von mir auch sagen – allezeit Sieg in Christus.

Dann hast du die ganze Sache nicht verstanden! Du hast – wie jeder andere auch – Sieg in Christus. Da ist keine Niederlage in Christus, weil der Gott, der uns erlöst hat und der uns berufen hat und für den wir leben eben in sich ein erfolgreicher Gott ist. Hallelujah.

Und dieses Leben ist in uns hineingelegt. Ein Leben, das eine einzigartige Qualität hat. Die Bibel redet von zwei verschiedenen Arten von Leben:

Es ist das normale, natürliche, irdische Leben, was eigentlich nur eine Degeneration des göttlichen Lebens ist, das ist das teuflische Leben, und das wir eben im Fleisch ausleben.

Und es ist das Leben aus Gott. Wir nennen das auch „ewiges Leben“, aber wenn wir „ewiges Leben“ sagen, wir denken immer in Zeitkategorien. Und natürlich haben wir in diesem Sinne auch ewiges Leben, dass wir in alle Ewigkeit mit Gott zusammen sein werden. Natürlich! Aber das ewige Leben in Zeitkategorien hat der Sünder auch. Er wird auch ewig in diesem Feuersee sein – wie der Teufel. Das ist nicht das wesentliche von ewigem Leben. „Ewiges Leben“ wäre vielleicht besser übersetzt mit „göttlichem Leben“. Das ist eine göttliche Art von Leben, das wir bekommen haben und diese Art von Leben ist sehr interessant. Es ist ein Leben, das den größten Widerstand, den das Reich der Finsternis auf dieser Welt bieten kann – oder überhaupt bieten kann – den größten Widerstand, den größten Druck, die größte Herausforderung, den größten Angriff, den das Leben überhaupt erfahren kann, nämlich den Tod. Diesen Angriff hat das Leben aus Gott erlebt und überlebt.

Es ist Auferstehungsleben, das durch den Tod gegangen ist und der Tod konnte es nicht unter Kontrolle behalten. Das ist deswegen so wichtig für uns, weil dieses selbe Leben jetzt in uns ist. Und das heißt: Wenn die stärkste Waffe des Teufels zuschanden geworden ist und nicht sich als mächtig genug erwiesen hat eben dieses Leben einzufangen, einzugrenzen, zu unterdrücken, zu ersticken, zuende zu bringen – wenn das dem Teufel nicht gelungen ist durch den Tod eben an Jesus – dann heißt das: ALLE seine Waffen sind schwach, sind hilflos und sind total nicht ausgerüstet für das, was wir jetzt heute haben.

Es gibt in dieser Welt, aus dem Reich der Finsternis nichts stärkeres als Tod, es gibt nichts stärkeres. Und das Leben in uns ist das Auferstehungsleben und es ist durch den Tod gegangen.