Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (20:00 bis 25:00)

Warum muss er den lernen? Weil der so anders ist als der Lebensstil, den er Jahrzehnte lang vorher, vor seiner Bekehrung, gelebt hat und eingeübt hat. All die Ideen, all die Werte, all die Vorstellungen, was ist „normal“, was ist „richtig“, was hat jetzt Priorität? All diese Dinge sind völlig anders im Leben eines Jüngers als vorher.

Und da war ganz klar die Idee, das muss ein zielgerichtetes Unternehmen sein, ein Programm sein, das muss ein Prozess sein, wo wir Menschen formen und ihnen diesen Lebensstil des Reiches Gottes beibringen.

Denk einmal an einen Azubi, an einen Lehrling. Wie ist das? Der möchte gerne diesen Beruf lernen, was weiß ich? Der will jetzt Bäcker werden oder KFZ-Mechatroniker oder keine Ahnung. Das ist sein Wunsch. Er möchte diesen Beruf erlernen. So, dann geht er hin, macht Vorstellunggespräch, da wird er interviewt, am Schluss dann entscheiden sie sich: Okay, wir nehmen diesen jungen Mann.

Dann was? Sagt dann der Bäckermeister: Pass auf, du musst einfach nur jeden Tag kommen und dich ein paar Stunden hier in der Backstube aufhalten. Und wenn du das treu machst, drei Jahre, dann kriegst du ein Zertifikat und dann bist du ein Bäckergeselle und dann darfst du andere ausbilden. Was du da machst in der Zeit ist eigentlich nicht so wichtig, hauptsache, du bist da, du machst dein Häkchen oder mit der Zeitkarte oder wie auch immer – du belegst deine Anwesenheit und was du da tust, ist unwichtig. Aber nach drei Jahren kriegst du dein Dokument, und dann bist du ein Geselle im Bäckerhandwerk.

Ihr guckt mich an als wie „hat der noch alle, oder wie?“. Natürlich funktioniert es nicht so! Es gibt einen Ausbildungsplan, es gibt konkrete Lernziele, und es gibt die Idee, ich Geselle – du Lehrling. Und ich bringe dir bei, was du zu tun hast. Ich bin jetzt dein Vorgesetzter und ich sage dir, was und wie du hier Dinge tust. Und der Lehrling hat das vorher verstanden und hat unterschrieben.

Wer hat ihn gezwungen dazu? Der Geselle? Nein, er hat gesagt: Ich will diesen Beruf lernen.

Und mit seiner Unterschrift hat er erklärt, ich stimme überein mit den Bedingungen des Lehrplans. Er kann nicht hinterher sagen: Ich habe mich ja jetzt angemeldet, ich hab auch unterschrieben, die Lehre läuft also jetzt, aber da gibt’s ein paar Punkte, da müssen wir nochmal drüber reden. Also, 3:30 Uhr in der Backstube stehen? Das ist ehrlichgesagt für mich ein bisschen ungewohnt und ich schlage vor: 7 Uhr, 8 Uhr – das könnte ich schaffen. Okay?

Ne – der Geselle sagt: Nicht okay! Es wird nicht nachverhandelt! Du hast vorher alles gewusst, du hast unterschrieben. Was du jetzt noch machen kannst, du kannst von deiner Unterschrift zurücktreten, kannst sagen: Ja, bei Lichte betrachtet – eigentlich ist Bäckerhandwerk doch nicht so das. Außerdem habe ich eine Mehlstauballergie. Wenn ich dann vielleicht noch sogar in Berührung kommen würde mit Mehl – das geht ja überhaupt nicht.

Und er kann zurücktreten, es ist alles freiwillig. Aber solange er nicht zurücktritt, hat er ein volles „Ja“, 100%iges „Ja“ gegeben zu den einzelnen Maßnahmen, die dort praktiziert und gelehrt werden und in die er hineingebracht werden soll.

Den Inhalt des Lehrvertrages kann er nicht verändern. Ist das so im Leben? War schon jemand mal in einer Ausbildung oder ist vielleicht Ausbilder? Ist es da so? Oder ist da so der Ausbilder und der Lehrling auf Augenhöhe und die können da nochmal verhandeln und der kann dann so seine Wünsche geben? „Also das Lehrlingsgehalt müsste erstmal um das dreifache erhöht werden und die Zeiten sollten reduziert werden“ – ist das so?

Da gibt es ein System und der Lehrling kommt dort hinein, fertig, aus. So ist es. So funktioniert es im Leben.

Und da steht nicht zigtausende von jungen Leuten auf der Straße: Wir protestieren gegen dieses ungerechte, autoritäre Ausbildungssystem! Da gibt es Gesellen, die wollen uns sagen, was wir zu machen haben und wie wir uns zu benehmen haben!

Die Sparkassenangestellten stehen auf der Straße und demonstrieren: Wir sind gegen den Schlips-Zwang.

Nein, wenn du Sparkassenangestellter werden willst, dann wird von dir verlangt, vom ersten Tag an, in der Sparkasse trägst du eine Krawatte.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (15:00 bis 20:00)

Das interessiert die Firmenleitung alles überhaupt nicht! Ist die deswegen „autoritär“? Ist die deswegen „missbrauchend“? Ist die deswegen irgendwie „gewalttätig“? Nein, die hat einfach das Ziel, wir wollen eine effektive Firma haben, und du hast „Ja“ gesagt zu dieser Firma, und wir als Chefs, wir sagen, was geht und was nicht geht.

Und jeder, der im Berufsleben ist, versteht das und hat das akzeptiert. Und warum funktioniert das nicht in der Gemeinde? Warum ist das so?

Weil du weißt, auf der Firma, wenn du da wegbleibst unentschuldigt, du hast ein Gespräch mit dem Chef und du kriegst eine Abmahnung.

Aber in der Gemeinde hat das ja keine Konsequenzen, die können ja froh sein, dass ich überhaupt ab und zu komme. Ist alles „freiwillig“.

Wenn wir sagen, es ist alles freiwillig, wir meinen: Verbindlichkeit definiere ich!

Und was ist das? Das ist eine Respektlosigkeit gegenüber 1) Gott und 2) der Gemeinde. Also, das ist ein Haltungsproblem. Das ist kein Terminproblem. Es ist ein Haltungsproblem. Dieselben Leute, die mit der Selbstverständlichkeit die Mitarbeiterschulung auf der Firma mitmachen ohne zu meckern, ohne zu murren, ohne einen Versuch sich da raus zu schleichen – können mit Selbstverständlichkeit in der Gemeinde mit Abwesenheit glänzen.

Das heißt, wir haben weniger Respekt vor Gott als vor unseren irdischen Chefs. Da stimmt etwas mit unserer Haltung Gott gegenüber nicht.

Wenn dich das jetzt alles nicht betrifft, entspann dich, ich bin hier nicht dabei, dich zu verdammen, ich will einfach nur den Status Quo erklären. Das ist mein Ziel, damit wir nachdenken, und dass wir dann sagen: Hej, das ist ja wahr. Das kann doch so nicht normal sein. Das kann so nicht weitergehen.

Apg 14,21
Und als sie jener Stadt das Evangelium verkündigt und viele zu Jüngern gemacht hatten, kehrten sie nach Lystra und Ikonion und Antiochia zurück.

So, Apostel Paulus und seine Mitarbeiter, die da reisten und von Stadt zu Stadt gingen, sie haben zwei Dinge getan: Sie haben das Evangelium verkündigt, und dann die, die darauf reagiert haben, versucht, zu Jüngern zu machen. Die waren nicht damit zufrieden, dass die jetzt bekehrt sind und haben gesagt: So, jetzt gehört ihr zur Gemeinde, und alles ist gut. Nein, das war der Anfang einer Arbeit.

Die hatten das Verständnis, wir müssen mit diesen Leuten jetzt arbeiten, und wir haben ein Ziel: Wir wollen sie zu Jüngern machen. Und bitte achte darauf, dass hier steht: Paulus und seine Mitarbeiter, sie haben die Menschen zu Jüngern gemacht.

Die haben nicht gebetet: Herr, jetzt haben wir diese wunderbaren Bekehrten, jetzt wirke du doch und mache du aus ihnen jetzt Jünger.

Nein, die haben verstanden, das ist unser Job. Das müssen wir tun! In der Weisheit Gottes, in der Liebe Gottes, in der Geduld Gottes, in der Klarheit Gottes – aber wir müssen diese Menschen jetzt zu Jüngern machen. Wieso haben die das gewusst? Ich sagte schon am Anfang: Die Instruktionen für den Gemeindebau haben die Apostel von Jesus bekommen. Und was hat Jesus gesagt: Geht hin, predigt das Evangelium, macht zu Jüngern.

Mt 28,19a
Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern

Ihr macht zu Jüngern! Und dann wird das sehr deutlich definiert im Worte Gottes, was Jünger sind: Jünger sind nicht nur Gottesdienstbesucher, Jünger sind nicht einfach Gemeindemitglieder, sondern Jünger kennzeichnen sich durch eine bestimmte Haltung, durch eine bestimmte Einstellung. Es ist eine Sache des Herzens.

Dieses Wort „Jünger“ vom Griechischen bedeutet „ein Schüler“ („disciple“, 3101. mathétés), ein Lernender, ein Lehrling.

Strongs Lexikon:
ein Lehrling, der von seinem Meister durch Zusschauen und Nachmachen lernt

Das bedeutet „Jünger“. Er ist ein Lehrling. Was lernt er? Er lernt den Lebensstil im Reiche Gottes.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (10:00 bis 15:00)

Und sagt, hej, wir müssen alles noch einmal auf den Prüfstand stellen. Wir noch einmal genau überlegen, welche Art von Gemeinde bauen wir eigentlich? Was wollen wir eigentlich? Wollen wir so einen Kuschel-Club, so einen sozialen Treffpunkt oder wollen wir wirklich entschieden und klar Jesus nachfolgen?

Jeder, der mit offenen Augen und der Fähigkeit zu lesen die Bibel studiert und mit dieser einen Frage sich beschäftigt „Was ist der Unterschied zwischen den Gemeinden heute und den Gemeinden im Neuen Testament?“ entdeckt viele, viele Dinge, die sie damals hatten, die wir heute nicht mehr haben. Oder wir entdecken viele Dinge, die wir heute haben, die sie damals nicht gehabt haben. Da ist eine große Diskrepanz zwischen der apostolischen neutestamentlichen Gemeinde wie sie in der Heiligen Schrift beschrieben wird und zwischen dem, was wir uns heute erlauben. Ein großer Unterschied.

Und über einen wesentlichen Unterschied, vielleicht den grundlegenden Unterschied, möchte ich jetzt sprechen. Und wahrscheinlich werde ich den ganzen Tag bei diesem einen Punkt bleiben: Und das ist das ganze Konzept aus dem Neuen Testament über Jüngerschaft.

Wie viele Gespräche habe ich gehabt mit Pastoren. Und sie alle singen dasselbe Lied: „Wir haben Mitarbeiter-Mangel, wir haben Probleme. Und sogar die Mitarbeiter, die da sind, die sind nicht zuverlässig. Mal kommen sie, mal kommen sie nicht, wir wissen nie – und die machen das irgendwie so wie nebenbei und halbherzig. Und wir haben Riesen-Probleme, wir haben ein Mitarbeiter-Problem“.

Und ich sage: Weißt du, ihr habt kein Mitarbeiter-Problem, ihr habt ein Jüngerschaftsproblem. Wenn ihr eure Leute durch Jüngerschaft genommen hättet für drei, vier, fünf Jahre, dann hättet ihr diese Probleme nicht, weil Jünger haben gelernt, zuverlässig zu sein, haben gelernt, treu zu sein, haben gelernt zu dienen für Gott und nicht für die Ehre von Menschen und für Ansehen. Und man kann sich auf sie verlassen. Und sie sind stabil. Und sie haben gelernt zu herrschen. Und sie haben nicht diese Geistlichen Aufs und Abs und Tiefs – und wenn sie einen Tief haben, dann sind sie für Wochen nicht zu gebrauchen und sind nicht da und sind irgendwie „außer Dienst“ und man weiß nicht, was mit ihnen überhaupt ist.

Jünger haben ein Fundament. Und wer durch Jüngerschaft gegangen ist, der kann dann wirklich Mitarbeiter werden. Und wer über Jahre durch Mitarbeiterschaft gegangen ist, der kann dann in Leiterschaft gehen. Das ist die Reihenfolge im Worte Gottes. Aber wir machen das heute alles anders. Wir haben das Ziel, wir möchten Menschen, dass sie sich wohlfühlen in der Gemeinde. Wir möchten, dass Menschen irgendwie schnell ihren Platz finden in der Gemeinde. Bevor jemand seinen Platz findet in der Gemeinde, muss er seinen Platz finden in Christus, muss er eine neue Identität bekommen, muss er eine neue Gesinnung bekommen. Und nur dann kann er wirklich ein produktives Mitglied der Gemeinde sein. Heute ist diese Gesinnung da und das siehst du an allen Ecken und Enden: „Gemeindemitarbeit – das ist ja alles freiwillig“.

Na klar ist die freiwillig – natürlich! Niemand hat dich gezwungen, Teil einer Gemeinde zu sein, niemand hat dich gezwungen, da mitzumachen. Aber was wir meinen, wenn wir sagen, es ist ja alles freiwillig, dann meinen wir: Ich darf auch die Bedingungen bestimmen.

Ich war in einer Gemeinde, habe ein Mitarbeiterseminar gemacht, und es war klar angesagt von der Leitung: Das ist ein Seminar für alle Mitarbeiter. Also Hauskreisleiter, Lobpreis, Kinderdienst, Verwaltung, aus allen Bereichen alle Mitarbeiter sollten kommen. Bestimmt über ein gutes Drittel der Mitarbeiter war gar nicht da. Und ich habe die Leitung gefragt: Haben die sich abgemeldet mit triftigen Gründen? – Nö.

Ich sage: Gibt es so etwas auf deiner Firma?

Da sagt die Firmenleitung: Wir haben ein Fortbildungsseminar für alle Abteilungsleiter und das findet dann und dann statt von … bis … und wir erwarten vollständige Anwesenheit.

Wieviel von den Mitarbeitern sind da?

Die Hälfte? 2/3? Wie viele? Alle! Und warum sind die alle da? Weil die wissen, dass es anders nicht geht und weil sie wissen, das ist mein Platz und ich habe „Ja“ gesagt zu Teil dieser Firma und ich habe meine Verantwortung wahrzunehmen und da gibt’s überhaupt keine Überlegungen: Ja, aber wie ist das jetzt mit Onkel Willis Geburtstag und das Wetter ist so schön, und wir wollen endlich mal wieder Grillsaison starten …

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (0:00 bis 10:00)

Ja, guten Morgen. Es sieht aus als wenn ich schon den Saal gestern halb leer gepredigt habe. Aber die ganz Taffen haben sich doch nochmal hergewagt – super.

Wir sind ja beim Thema Gemeinde, Gottes Plan für Gemeinde. Ich habe ein sehr eindrückliches Erlebnis gehabt. Vor über 20 Jahren war ich auf einer großen Konferenz. Und da gab es ein prophetisches Wort. Und durch dieses Wort sprach der Herr. Und er sagte einen sehr, sehr prägnanten Satz, der mir nie wieder aus dem Sinn gegangen ist. Und der Herr sagte dort: Gebt mir meine Gemeinde zurück.

Und gestern habe ich versucht zu zeigen wie leichtfertig wir umgehen mit der Tatsache, dass er der Herr ist, dass es sein Haus ist und dass es gebaut werden soll nach seiner Ordnung. Und dass wir sagen, ja, wir lieben dich, wir ehren dich, aber wir machen das ganze so wie es uns besser passt und wie wir meinen wie es doch richtig ist.

Wir brauchen Offenbarung darüber, dass Gott Gott ist und dass wir nicht Gott sind.

Und dass es eine Unverschämtheit ist, sich einfach jovial über sein Wort hinwegzusetzen und zu sagen: Ja, aus diesen und jenen Gründen müssen wir das heute eben anders machen.

Nein, wir müssen gar nicht! Wir müssen hören und gehorchen. Das ist, was er von uns verlangt als einzelne, und das ist, was er von uns verlangt als Gemeinde.

Und er will große Dinge tun mit der Gemeinde. Und die Gemeinde hat gewaltige Verheißungen und da sind gewaltige Absichten und Pläne Gottes mit der Gemeinde in der Endzeit. Aber wenn die Gemeinde nicht eine Gemeinde nach seinem Plan wird, dann kann es sehr gut sein, dass am Ende wir auf der falschen Seite landen. Und statt dass wir zur Braut gehören, gehören wir auf einmal zur Hure.

Weil wir über Jahre und Jahrzehnte uns erlaubt haben, nicht in dieser Furcht Gottes zu leben, nicht in dieser Ehrfurcht: „Was muss passieren, damit wir es nicht vergeblich alles tun?“

Gottes Wort ist der Standard, und in Seinem Wort wird die Gemeinde beschrieben wie Er sie haben will. Und wie Er sie geplant hat und wie sie auch am Anfang begonnen hat, sich in seine Ordnung hineinzubewegen. Und wir wissen dann von der Kirchengeschichte, schon ab dem zweiten Jahrhundert, drittes und dann ab dem vierten immer mehr kam etwas anderes hinein, was da nicht hineingehörte: Der Geist der Welt. Und die uralten babylonischen Religionen kamen wieder zurück. Und dann wurde das daraus, was wir heute Katholische Kirche nennen. Und es wurde schlimmer und schlimmer und schlimmer. Bis zum Schluss überhaupt kein Verständnis mehr vom Evangelium da war. Und Leute für Geld sich Sündenvergebung kaufen mussten. Und der Klerus in Saus und Braus gelebt hat und die Gläubigen missbraucht hat und ausgebeutet hat.

Und als es nicht mehr perverser und korrupter ging, da kam Gott. Und das Licht schien und das Licht brach durch die Finsternis. Und auf einmal war Offenbarung da für etwas, was schon immer in der Bibel ist: Der Gerechte wird aus Glauben leben.

Hab 2,4b
Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.

Röm 1,17b
Der Gerechte aber wird aus Glauben leben.

Nicht durch seine Anstrengung, nicht durch Werke, nicht durch fromme Werke, die er tut. Man soll sich sein Heil erarbeiten und mühsam irgendwie sichern – sondern es ist ein Gnadengeschenk.

Und diese eine Wahrheit, die den Reformatoren geschenkt wurde, hat so eine Kraft gehabt, dass sie die geistliche und dann auch die politische Landschaft in Europa radikal verändert hat. Eine einzige Wahrheit, die durchbrach und eine Tür wurde aufgetan, und der Prozess der Wiederherstellung begann.

Und dieser Prozess ist noch lange nicht zuende. Wer ein bisschen das studiert hat, weiß, dass der gute Luther, den ich sehr, sehr schätze für seinen Mut, für seine Bereitschaft, sein Leben aufs Spiel zu setzen um der Wahrheit willen. Das ist, was er wirklich getan hat auf dem Reichstag zu Worms. Er hat gewusst, wenn er hier sich stellt gegen die päpstliche Obrigkeit, dann ist er ein toter Mann, das hat er gewusst.

Und trotzdem hat er gesagt, er ist der Wahrheit verpflichtet. Aber dieser gute Mann hat gut begonnen und dann aber auch viele Dinge dann im Fleisch gemacht und hat nur den Anfang gelegt.

Und seitdem geht es weiter und weiter. Und der Heilige Geist bringt Wahrheiten. Und jedes Mal wenn neue Wahrheiten kommen, gibt es Krieg in der Gemeinde. Und die Widerständler toben und sagen: „Wir haben doch alles so gemacht, ist doch alles richtig und so haben wir es von den Vätern, und so muss das weitergehen“. Und so geht das von einer Wahrheit zur nächsten. Und wir sind noch lange nicht am Ende in dieser Prozess der Wiederherstellung.

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Und dieser Prozess wird zuende geführt werden. Woher weiß ich das? Weil ich dieses Buch bis zu Ende gelesen habe. Und da lesen wir von einer herrlichen, überwindenden Gemeinde. In der tatsächlich Jesus den Glauben vollendet hat. Er ist der Anfänger und Vollender.

Hebr 12,2
indem wir dabei hinblicken auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens

Phil 1,6
ich hege eben deshalb auch die feste Zuversicht, daß der, welcher ein gutes Werk in euch angefangen hat, es auch bis zum Tage Jesu Christi vollenden wird.

Und so wie es am Anfang war, so wird es am Ende sein. Dass die Gemeinde hingegeben ist an Christus und an Sein Wort. Und dass sie lieber bereit ist zu sterben als sein Wort zu ignorieren oder zu verleugnen.

Und das ist, was ich lese in diesem Buch. Und dieser Traum, diese Vision von Paulus, einer herrlichen, reinen, einen Gemeinde wird erfüllt werden, weil Gott Gott ist. Und im Moment ist alles durcheinander, und im Moment sind wir in einem Prozess. Und die einen gehen mit, mit dem, was der Heilige Geist aktuell beleuchtet und die anderen treten auf die Bremse und leisten Widerstand und haben sich damit, wenn sie nicht mehr umkehren, entschieden, Teil der „Hure“ zu werden. Am Ende gibt es nur Braut und Hure. Nichts dazwischen. Da gibt es keine Denominationen mehr, da gibt es zwei Gruppierungen – Braut und Hure. Und die Braut hängt an Jesus und liebt Jesus von ganzem Herzen und will ihn ehren, will ihn erfreuen, will in der Gesinnung Jesu leben: Ich tue allezeit, was dem Vater gefällt.

Joh 8,29
Und der, welcher mich gesandt hat, ist mit mir; der Vater lässt mich nicht allein, denn ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt.

Und die Hure hat all den christlichen Jargon von Liebe und Einheit und Friede und all diesen Dingen, aber sie tritt das Wort Gottes mit Füßen und sie hat eine menschliche, teuflische Version daraus gemacht. Und die Hure verfolgt die Braut. Das ist, was wir lesen im Worte Gottes. Sie ist trunken vom Blut der Heiligen.

Offb 17,6
Und ich sah die Frau trunken vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu. Und ich wunderte mich, als ich sie sah, mit großer Verwunderung.

Und was im Moment passiert: Der Heilige Geist geht von einer Gemeinde zur anderen, und er klopft an und sagt: Hallo. Genau zuhören, aufwachen! Jetzt werden die Entscheidungen gelegt, jetzt werden die Weichen gestellt, gehen wir Richtung Braut und werden immer klarer, immer radikaler, immer kompromissloser, immer Jesus-ähnlicher oder wählen wir den Weg der Menschen- und Teufel-gemachten Religion? Diese Entscheidung ist jetzt im Moment dran.

Und jeder einzelne Gläubige und jeder Verband und jede Organisation und jede Denomination wird von Gott konfrontiert mit dieser Frage. Das ist, was der Heilige Geist in dieser Zeit tut. Und deswegen sind wir gut beraten, zuzuhören und zu hören, was der Geist der Gemeinde HEUTE sagt.

Offb 2,7a
Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

Was er heute sagt, ist was anderes als vor 30, 40, 50 Jahren. Es sind immer dieselben Dinge, die alle in diesem Buch stehen, aber das, was jetzt aktuell ist, das müssen wir verstehen, und das müssen wir ergreifen und da mitgehen. Und mit jedem Schritt des Gehorsams machen wir Raum für mehr von Gott. Mit jedem Schritt des Gehorsams machen wir Raum, dass mehr Licht kommt und dass wir noch mehr verstehen. Und mit jeder Verweigerung, mit einer Wahrheit Schritt zu halten, verschließen wir uns und verfinstern uns und bringen uns in eine Position, wo wir nicht mehr imstande sein werden, Gottes Stimme zu hören.

Und das geht so weit – Jesus sagt, da gibt es dann Leute, die haben einen Glauben, aber sie bringen die wahren Gläubigen um und sie meinen, dass sie Gott einen Gefallen tun.

Joh 16,2
Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, dass jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu tun.

Das ist für mich die ultimative religiöse Verblendung: Man meint, man dient Gott, aber man dient dem Teufel. Man Gott und Teufel nicht mehr unterscheiden.

Ist das nicht schrecklich, dass es überhaupt so etwas gibt? Und wir leben heute in Zeiten, wo geschätzte, groß angesehene Männer Gottes, das Werk des Teufels nicht mehr unterscheiden können vom Werk des Heiligen Geistes. Die Blindheit nimmt so rasant zu, und der humanistische Geist überschwemmt die Gemeinde, die jetzt sich nicht gründet auf das ewige, unfehlbare, heilige, unveränderliche Wort Gottes. Jetzt ist die Zeit der Entscheidung.

Und nicht weil ich mir irgendwas anmaße, aber mein Besuch hier ist eine Anrede Gottes. Es ist ein Anklopfen Gottes. Und was immer ihr damit tut, ich habe keinerlei Verantwortung dafür, ich bin Gastsprecher, ich bringe das Wort, und ihr macht damit, was ihr tun wollt. Aber was immer ihr damit tut, es hat Konsequenzen. Entweder ihr verwerft das als das Wort eines Fanatikers, eines Extremisten – oder ihr lasst euch wie das im Eingangswort war „zurechtbringen“.

2Kor 13,11
Im Übrigen, ihr Brüder, freut euch, lasst euch zurechtbringen, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes, haltet Frieden; so wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (80:00 bis Ende)

 

Spr 28,1
Der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt,aber die Gerechten sind furchtlos (kühn) wie ein junger Löwe.

Wir können kühn werden nur durch Gerechtigkeit. Wenn keine Gerechtigkeit da ist, wir werden Angsthasen bleiben.

Und dann eben wie ich das ganz zu Anfang ausgerührt habe: Gerechtigkeit aus Glauben ist die einzige Grundlage, auf der dieses Urproblem Stolz gelöst werden kann. Stolz, wo wir also unser Vertrauen in unsere Fähigkeiten, unsere Gaben, in unsere Geistlichkeit, in unsere geistlichen Errungenschaften, Einsichten, Leistungen und Opfer usw. setzen.

Nur, wer die Gerechtigkeit aus Glauben kennenlernt, der kann an dieser Stelle echte Ausheilung von Gott erleben.

Dann: Gerechtigkeit aus Glauben ist eine wichtige Grundvoraussetzung, um erfolgreich gegen den Feind zu Felde zu ziehen. Wir können nicht den Feind überwinden, wenn wir bescholten sind, uns angeklagt fühlen, verdammt fühlen. Es ist nicht möglich.

Jes 54,17
Keiner Waffe, die gegen dich geschmiedet wird, soll es gelingen; und jede Zunge, die vor Gericht gegen dich aufsteht, wirst du schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des HERRN und ihre Gerechtigkeit kommt von mir, spricht der HERR.

Gott sagt: Diese Gerechtigkeit, die wir haben und die uns auch befähigt zu dieser Art von Widerstand gegen die Lügen des Feindes – diese Gerechtigkeit einfach ist die Grundlage unserer Autorität. Und auch in Eph 6,14 kannst du sehen, dass die Gerechtigkeit als unser Brustpanzer ein wichtiges Ausrüstungsstück ist, was eben unser Herz schützen soll und was unbedingt brauchen, um unverwundbar zu sein gegen den Feind.

Eph 6,14
So steht nun, eure Lenden8 umgürtet mit Wahrheit, bekleidet mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit

Okay, also hiermit dann will ich das zuende bringen. Ihr seht, dass das nicht irgendwie ein kleines Randthema ist, was man auch mal gehört haben sollte, sondern eigentlich, wenn man sich überlegt, was ist eigentlich das Evangelium? An dieser Stelle treffen wir wie selten sonst das Herz des Evangeliums. Was ist der Unterschied zwischen Religion und wirklichem Glauben und wie können wir Gott nahen auf eine Art und Weise, die nicht krampfig ist? Okay, ich bin fertig und das Wunder ist geschehen – 5 Minuten vor Ablauf der Zeit. Tschüss.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (75:00 bis 80:00)

 

Und je mehr wir das verstehen, um so mehr kommt das zustande eben, was die Psychologen „Urvertrauen“ nennen: Wir wissen, wir sind angenehm bei Gott und wir können zu Ihm kommen, Er ist nicht gegen uns. Und wenn tausend Mal die Gefühle sagen, das war’s jetzt, das war das allerletzte Mal, jetzt ist es vorbei, was denkst du, wie lange du die Geduld Gottes strapazieren kannst, das lässt es sich auch nicht bieten – das sind alles religiöse Lügen in unserer Seele – die wir durch klare Erkenntnis des Wortes Gottes allesamt zum Schweigen bringen können. Und dann spielt es auch keine Rolle, ob das unsere eigene Seele ist oder ob das vielleicht sogar ein religiöser Geist der Gesetzlichkeit und der Anklage ist, der über uns oder auf uns ist. Das spielt alles keine Rolle, weil wir eben durch unsere Dankbarkeit und durch unser Vertrauen in das Blut Jesu unser Gewissen beruhigen oder wie es einmal in 1 Joh heißt: „wir stillen unser Herz damit“.

1 Joh 3
19 Und daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und damit werden wir unsere Herzen vor Ihm stillen,
20 dass, wenn unser Herz uns verurteilt, Gott größer ist als unser Herz und alles weiß.

Wenn uns unser Herz verdammt, dann wissen wir, Gott ist größer als unser Herz, und wir können vor Ihm unser Herz stillen.

Wir müssen das nicht naturgegeben hinnehmen, oh, heute spüre ich, dass Gott mit mir nicht besonders zufrieden ist, naja, ich hoffe auf morgen, dass vielleicht wieder besseres Wetter ist und dass er vergessen hat, was ich für ein schlimmer Kerl bin, und dann versuche ich es nochmal. Das sind Lügen in uns, und die müssen wir ausrotten!

Der Weg zu Gott ist offen! Durch das Blut, das Gott akzeptiert hat. Gott hat das Opfer von Golgatha ein für alle Mal akzeptiert und danach, seitdem, gibt es keine Opfer mehr. Hallelujah. Es gibt keine Opfer mehr. Du brauchst keine zu bringen, und der Priester braucht auch nicht für dich zu bringen, niemand braucht für dich zu bringen. Es gibt keine Opfer mehr, weil das alles schon erledigt ist und eingeschlossen ist in dieser einen Angelegenheit, dass Gott ein für alle Mal Schluss gemacht hat mit den Problemen Schuld und Sündenvergebung und Anklage des schlechten Gewissens.

Und so können wir dann wirklich eine Vertrauensbeziehung entwickeln, die immer stärker wird. Und unser Glaube an die Liebe Gottes wächst.

Und diese Erfahrung dann dazu führt, dass wirklich Gott zu einer Quelle der Lust und der Geborgenheit wird, und wo alles, was wir brauchen wirklich in Ihm ist. So lange Barrikaden von Schuld da sind, können wir nicht ungehindert in seine Nähe kommen. Und all das sind die Segnungen, die jeder Gläubige braucht. Wer das nicht hat, wird verbogen sein, wird immer krampfig sein, wird immer ungewiss sein über Gott und wird nie eine tiefe Liebe zu Gott, dem Vater entwickeln können, weil eine Unsicherheit und eine Angst da ist.

Und wenn diese Gerechtigkeit von uns erkannt wird, ergriffen wird, und sozusagen durch das Bekennen unseres Glaubens an das Blut Jesu aufgerichtet wird oder in Kraft gesetzt wird oder zur Wirkung, zur Anwendung kommt für uns, dann beschreibt das Neue Testament, dass eine ganze Reihe von anderen Segnungen dem dann auch noch folgen: Nur nach der Gerechtigkeit aus Glauben kommt Friede.

Man kann keinen Frieden haben mit Gott wenn nicht diese Gerechtigkeit da ist. Es ist nicht möglich. Friede kommt nach der Gerechtigkeit.

Genauso auch Freude. Freude setzt nämlich voraus, dass jemand zur Ruhe gekommen ist und Frieden hat. Ohne Frieden wiederum gibt es keine Freude. Ein angestrengter, gestresster Mensch – ich stell mir immer so einen Gewichtheber vor, ja? In dem kritischen Moment, wo er gerade stemmen will, er wird niemals entspannt lächeln! Es sei denn, er ist Statist oder irgendetwas in einem Witzfilm und das ist alles nur Pappe oder so. Aber wenn er wirkliche Gewichte hat, das ist ein angestrengter Moment. Und wer angestrengt ist, ist eben nicht entspannt, freudig lächelnd. Sondern er muss alles dransetzen, dass er es jetzt schafft.

Und so sind viele, viele Gläubige deswegen nicht entspannt. Weil sie immer alles dransetzen müssen, dass sie es jetzt wirklich schaffen. Und dieser Krampf hört auf wenn die Gerechtigkeit einzieht. Und eben, wie ich schon sagte, dann kommt die Liebe Gottes. Dann ist Bahn für die Liebe Gottes. Dann ist Bahn für Gebetserhörung.

1 Joh 3,19-22
19 Hieran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind, und wir werden vor ihm unser Herz zur Ruhe bringen,
20 dass, wenn das Herz uns verurteilt, Gott größer ist als unser Herz und alles kennt.
21 Geliebte, wenn das Herz uns nicht verurteilt, haben wir Freimütigkeit zu Gott,
22 und was immer wir bitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und das vor ihm Wohlgefällige tun.

Das habe ich eben schon gesagt: Wenn uns unser Herz verdammt, dann können wir wissen, Gott ist größer und wir können unser Herz stillen. Wir bringen unser Herz wieder in die richtige Position. Kühnheit vor Gott haben wir auch schon genannt.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (70:00 bis 75:00)

 

Wo ich sozusagen mich selbst bestrafe wie in der Prägung unserer Kindheit: Warst du böse, gibt’s keine Liebe.

Und Liebesentzug ist die Folge von Übertretungen, ganz einfach. Stubenarrest oder die Mami redet nicht mehr drei Tag mit uns oder irgendwie solche Geschichten. Und unbewusst eben wenn wir opfern wollen, beweisen wir damit, dass wir Gnade nicht wirklich verstanden haben. Und dass wir immer noch unter dem Gesetz Gott dienen wollen und in Seine Nähe kommen wollen unter dem Gesetz.

Bitte, ich hab mit keinem Wort gesagt: Lasst uns sündigen, was das Zeug hält und Gott sieht das sowieso nicht! Das habe ich nicht gesagt. Das ist auch glaube ich nicht unser Problem. Sondern wenn Sünde gewesen ist, dass wir dann verkehrte Opfer bringen, indem wir verzichten.

Ich weiß, als ich das durchschaut habe, was für ein Denkfehler das ist, was für eine gnadenlose Denkweise das ist – zum allerersten Mal als ich das erlebt habe oder den Durchblick hatte, was da verkehrt läuft und wo da bei mir die Opfermentalität ist – ich hatte erlebt, wie der Heilige Geist mich von Sünde überführt hat und ich habe das in Ordnung gebracht und dann habe ich gesagt: „Herr, jetzt mehr als je zu vor, ich brauche deine Liebe“.

Das war eine Revolution in mir. „Was denn? Gerade hast du gesündigt – und jetzt im nächsten Moment traust du dich auch noch, Gott um Liebe zu bitten? Ist es nicht genug, dass er dich vor der Hölle verschont und dass er dich jetzt nicht irgendwie bestraft und sein Bannstrahl dich trifft – jetzt kommst du auch noch, hast Sündenvergebung, und jetzt willst du auch noch Liebe haben? Das ist ja wohl der Gipfel der Respektlosigkeit!“

Das ist die religiöse Prägung unserer Seele in uns, die uns sagen will: Jetzt musst du erst einmal kleine Brötchen backen, jetzt musst du dich erstmal zurückhalten für ein paar Tage oder Wochen und so und das wäre wirklich frevelhaft, einfach die Hände zu heben und deinem lieben Papi im Himmel zuzuwinken als wäre nichts gewesen.

Wenn Gott uns gereinigt hat, danach ist es wirklich als wäre nichts gewesen! Gott schaut uns an als wäre nichts gewesen. Und wenn ich das wirklich glaube, dann habe ich alle Grundlage unter den Füßen oder im Herzen mich auch so zu verhalten wie einer, dem vergeben wurde als wäre nichts gewesen – habe ich neu den Zugang zu Gott. Nicht aufgrund meiner Werke, nicht aufgrund meines Opfers, sondern aufgrund dessen, was er für mich getan hat.

Und wenn wir das sehen bei uns, wo es ein solches gesetzliches Denken gibt, wo wir freiwillig verzichten auf die Liebe Gottes, weil wir meinen, wir verdienen sie jetzt nicht. Wir sind jetzt ihrer nicht würdig, berauben wir uns.

Weil ich glaube, die erfahrene Liebe Gottes und Freundlichkeit Gottes, gerade nachdem wir gesündigt haben, ist etwas so heilsames, etwas so gutes. Zu sehen: Gott verdammt mich nicht. Gott verachtet mich nicht, Gott lehnt mich nicht ab. Gott bestraft mich nicht. Er schiebt mich nicht auf Distanz. Sondern ich bin sein liebes Kind – jetzt genau so wie zu allen anderen Zeiten.

Und wir werden bestimmte Durchbrüche erleben und Veränderungen erleben wenn wir dieses gesetzliche Denken abstreifen und wenn wir sagen: Mein Zugang zu Gott ist die Gnade. Und das steht mir offen, ob ich gesündigt habe, ob ich nicht gesündigt habe, ob ich weiß, dass ich gesündigt habe, ob ich nicht weiß, dass ich gesündigt habe – dieser Zugang zum Thron Gottes durch das Blut Jesu macht mich kühn. Und „kühn“ ist eben das Gegenteil von „verstohlen“ und „verschämt“ und halb-schüchtern und ängstlich irgendwie ein bisschen um die Ecke schauen und sehen, ob Gott vielleicht heute gnädig ist oder nicht. Diese Kühnheit kommt zustande nicht weil wir kühne Kerle sind, sondern weil das Blut Jesu uns eben Kühnheit vermittelt.

Und davon redet besonders der Hebräer-Brief. Ich hatte euch schon die Schriftstellen genannt – Heb 9,14 und auch Heb 10,19-22.

Heb 9,14
wie viel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als Opfer ohne Fehler Gott dargebracht hat, euer11 Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott dient12!

Heb 10
19 Da wir nun, Brüder, durch das Blut Jesu Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum,
20 den er uns eröffnet6 hat als einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang – das ist durch sein Fleisch -,
21 und einen großen Priester über das Haus Gottes,
22 so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewissheit7 des Glaubens, die Herzen besprengt und damit gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.

So will also Gott, dass wir lernen, dass unsere Beziehung nur eine Grundlage hat: Das, was Er für uns getan hat. Nicht anderes. Und das schöne eben ist, diese Grundlage ist ewig, die ist unzerstörbar, diese Grundlage ändert sich nicht mit unserem Gehorsam oder unserem Ungehorsam. Diese Grundlage ist von Gott geschaffen und sie wird sich niemals verändern.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (65:00 bis 70:00)

 

Jemand sagte zu mir: Weißt du, ich musste die halbe Nacht – oder war es auch die ganze? Ich weiß nicht mehr genau. – Ich musste die halbe Nacht beten bis Gott mir vergeben hat.

Wenn man sich nicht auskennt in der Bibel, man denkt, wow, was für ein Glaubensheld, ich weiß nicht, ob ich das geschafft hätte, die ganze Nacht durchbeten wegen Vergebung. Aber was für ein Vorbild, was für ein Glaubensheld.

Aber wenn wir etwas wissen über Gnade, dann denken wir: Was für ein armer Mensch! Offensichtlich hat er das so einsortiert, dass seine Gebetsleistung irgendwann Gott weich gebetet hat und dann hat Gott gesagt: Okay, wollte ich eigentlich nicht, aber gut, dann vergebe ich dir doch.

Vergebung kommt aus Gnade, weil Gott gnädig ist und nicht, weil wir lange oder kurz beten. Das hat nichts mit beten zu tun. Es hat nur etwas mit Wahrheit zu tun, wir kehren um zur Wahrheit, das kann man in einer Sekunde tun, und dann haben wir zu glauben. Was dieser arme Mensch meinte, ist, er musste so lange beten bis er *gefühlt* hat, dass die Schuld weg ging, die Schuldgefühle.

Und ich kann mich erinnern als junger Gläubiger, als ich diese Dinge nicht gekannt habe, ich habe auch gemeint, viel beten hilft gegen viel Schuldgefühle. Beten ist nicht ein Mittel, die Schuldgefühle rauszukehren, sondern die Schuldgefühle gehen durch Glauben. Wenn ich wirklich glaube, Gott vergibt – eben aufgrund dieser Schriftstelle 1 Joh 1,9.

1 Joh 1,9
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.

Wenn ich das wirklich glaube, dass Gott vergibt, dann komme ich zu ihm und sage: Hier war ich nicht nett zu meiner Frau, das war nicht in Ordnung, vergib mir und sofort bei nächster Gelegenheit, dann werde ich zu ihr eilen und ihr dasselbe sagen, was ich dir gesagt habe und ihr gegenüber meine Sünde so nennen wie ich sie dir gegenüber gesagt habe. Und ich danke dir für Vergebung. Schluss, fertig, aus. Reinigung inklusive.

Wenn dann noch die Schuldgefühle danach da sind, dann sind sie nicht deswegen da, weil ich nicht ernsthaft genug gebetet habe oder weil ich zu wenig gebetet habe. Sondern sie sind einfach da, weil unsere Seele noch wenig trainiert ist in den neuen Wegen des Geistes. Und dann haben wir nicht zu sagen: „Ja, ich dachte, Gott hätte mir vergeben, aber die Schuldgefühle sind ein klarer Beweis, Gott hat mir nicht vergeben“. Das ist ein typisches Beispiel, dass wir „im Sichtbaren wandeln“ und nicht im Glauben wandeln. Und dann versuchen wir durch Fasten, durch Beten, durch Tränchen rausquetschen oder irgend so etwas, versuchen wir, uns dahin irgendwie zu überzeugen, dass Gott jetzt doch irgendwie uns vergeben hat. Und das ist der wichtige Punkt im Hebräer-Brief: Nach dem Opfer von Golgatha gibt es für unsere Sünde kein weiteres Opfer mehr.

Heb 10,18
Wo aber Vergebung dieser Sünden ist, gibt es kein Opfer für Sünde mehr.

Und ich sage dir: Es wird in neutestamentlichen Gemeinden sehr, sehr viel verkehrte Opfer gebracht, sehr, sehr viel verkehrte Opfer. Nicht, dass wir da alle mit blutbesudelten Schürzen als Pastoren rumlaufen würden und im Gottesdienst da die Lämmlein schlachten oder irgend so etwas. Aber was du sehr, sehr häufig siehst bei dir oder vielleicht auch bei anderen: Jemand ist in Sünde gefallen, hat Gott ernsthaft um Vergebung gebeten, hat auch irgendwie das auch in Anspruch genommen, aber dann in der Zeit der Anbetung, wo wir Gottes Nähe genießen wollen und sollen – wir wollen nicht nur, wir sollen auch! Weil Seine Liebe die einzige motivierende Schubkraft ist, die wir hier haben auf der Erde. So, wir sollen zu Ihm kommen – auch gerade als Gemeinde, als Volk Gottes, und sollen dort ihn erleben. Und der Heilige Geist will kommen und will uns Gott groß machen, dass wir das große Hallelujah singen.

Okay, und was tun wir dann oder der arme Mensch, der eben noch nicht richtig frei ist von diesem Opferdenken? Er sitzt dann hinten in der letzten Ecke hinter der Säule, ganz bedröppelt, und sagt sich: Naja, heute kann ich nicht mitfeiern, das wäre ja frivol, das wäre ja sozusagen ein Schlag in das Gesicht Gottes wenn ich jetzt aufstehen würde, würde die Hände heben und mich freuen – „mein lieber Papi, Hallelujah, ich bin so froh, dass du mich liebhast und dass alles zwischen uns in Ordnung ist, oh, du bist so gut, und ich brauche deine Liebe“ – das wäre wirklich schon fast wie Gotteslästerung, das kann man doch nicht tun! Eben noch gesündigt und jetzt willst du wieder die Freude am Herrn haben?! Wo kommen wir denn da hin?! Das ist ja ein bisschen zu billig!

Mit anderen Worten: Ich muss erstmal ein kleines oder wenn es eine größere Sünde war, auch ein größeres *Opfer* bringen. Was ist das Opfer, das ich bringe? Ein Verzicht auf Gottes Nähe, auf das ich meine, verzichten zu müssen!

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (35:00 bis Ende)

Und die einen sagen: Hallelujah. Und die anderen sagen: Ohwe.

In diesen Zeiten leben wir, ihr Lieben.

Paulus sagt, dass der Teufel mit List hinter einer Sache her ist: Hinter der Aufrichtigkeit unseres Herzens.

2 Kor 11
2 Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau vor den Christus hinzustellen.
3 Ich fürchte aber, dass, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, so vielleicht euer Sinn1 von der Einfalt und Lauterkeit2 Christus gegenüber abgewandt und verdorben wird.
4 Denn wenn der, welcher kommt, einen anderen Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen anderen3 Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertragt ihr das recht gut.

Das ist sein Ziel: Die Aufrichtigkeit des Herzen des Gläubigen zu stehlen. Wenn er das gestohlen hat, dann lässt er ihn in Ruhe. Das muss nicht dazu führen, dass man sagt: „Ich glaube nicht mehr, ich gehe nicht mehr zur Gemeinde. Ich bin nicht mehr hingegeben an dieses Buch“. Einfach nur ein Herz voller Kompromisse: „Sicher, das steht hier, klar, hier gibt es Verse, die sehen so aus als wenn Gott Homosexualität hasst, aber weißt du, man muss das ein bisschen differenzierter betrachten und kulturell gesehen …“ und bla bla bla bla bla. Und am Ende kommt das Gegenteil davon raus, was das Wort sagt.

Das ist ein korruptes Herz. Das ist ein Herz, das nicht aufrichtig aus. Ein aufrichtiges Herz sagt: Jesus ist die Wahrheit, und er sagt, und er lässt schreiben, was er meint. Und was er meint, steht in den Zeilen. Und wir müssen nicht versuchen, zu raten, was könnte zwischen den Zeilen vielleicht stehen, was den Sinn um 180 Grad dreht.

Gott ist klar. Gott ist nicht verworren. Jedes Kind kann ihn verstehen – aber Theologen haben Schwierigkeiten.

Gottes Wort ist klar und eindeutig und wahr und unveränderlich. Und Jesus betet: „Heilige sie in der Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit“.

Joh 17,17
Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.

Ein Freisetzung, eine Absonderung für Gott, eine Veränderung in unserem Herzen und dann in unserem ganzen Charakter kommt nur zustande, indem wir das Schwert des Geistes zulassen und das mitten durch uns hindurch geht. Und die verborgenen Motive – so sagt es Hebräer 4 – das Sinnen des Herzens wird offenbar gemacht.

Heb 4,12
Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens.

Und dann werden wir entdecken, dass nicht alles so ordentlich und sauber und so schön ist wie es scheint. Sondern da sind Motive: Wir wollen groß sein, wir wollen anerkannt sein, wir wollen gemocht werden, wir wollen keinen Konflikt haben, wir wollen mit allen gut haben.

Wenn du Christ bist, brich mit dieser Lüge: Du möchtest, dass alle mit dir gut sind.

Jesus hat versprochen: Verfolgung.

Joh 15,20b
Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten.

Und alle, die wirklich auf seiner Seite sind, werden verfolgt werden.

2 Tim 3,12
Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden.

Ist das wahr, was Paulus gesagt hat? Ist das so? Dann warum haben wir keine Verfolgung? Ich sag dir warum: Weil wir so angepasst sind an diese Kultur und mehr dem Zeitgeist glauben als dem Worte Gottes glauben. Wir glauben, dass wir glauben! Wir wollen uns einreden, dass wir glauben. Aber in Realität sieht es alles ganz anders aus.

Und ich könnte viele, viele Beispiele aus dem Alltag von Christen nehmen um zu zeigen, dass das nicht so ist: Es gibt lügende Christen, es gibt verleumdende Christen, es gibt betrügerische Christen, es gibt ehebrecherische Christen. Wo kommt das alles her? Weil sie glauben, dass sie glauben. Aber sie glauben nicht.

Wer Jesus glaubt, kann kein Ehebrecher sein, kann kein Lügner sein, kann kein Betrüger sein, kann nicht das Finanzamt mit der Steuererklärung betrügen, das geht überhaupt gar nicht. Weil die Furcht des Herrn da ist und weil er weiß, ich werde einmal zur Rechenschaft gezogen für das, was ich tue.

Das heißt, mein Betrug, den ich hier begehe, der kommt sowieso raus, also warum sollte ich das überhaupt tun? Um jetzt für kurze Zeit ein kleinen Vorteil zu haben und am Ende habe ich einen Riesen-Nachteil? Das ist ja dumm, das ist dumm!

Ich weiß, ihr seid nett, ihr seid lieb, ihr seid nicht gewohnt, dass man euch so anspricht, aber es ist höchste Zeit, dass man euch mal rüttelt und euch zum Nachdenken bringt. Und ihr überlegt, in welcher Zeit leben wir? Was ist mit unserem Verband eigentlich los? Was haben die da oben beschlossen? Was ist eigentlich da hinter? Was ist eigentlich „Ökumene“?

Ich sag dir, was meine Definition von Ökumene ist: Ökumene ist ein teuflisch-inspirierter Plan der Umerziehung von Gläubigen, dass sie Lüge und Wahrheit auf gleiche Weise anerkennen.

Das ist Ökumene: Wo Lüge und Wahrheit gleichberechtigt anerkannt werden nebeneinander. Es ist ein Prozess der Gehirnwäsche. Es ist ein Prozess der Verwirrung, es ist ein teuflischer Plan. Und wenn du Jesus nachfolgen willst, du musst dich positionieren, ob du Leiter bist oder nicht. Du musst dich positionieren. Und du musst deinen Platz einnehmen.

Und hier breche ich einfach ab.

Und Vater, ich bete, dass du ein heiliges Aufrütteln bringst in diese Gemeinde, ein heiliges Erschrecken, und dass die Menschen durch deine Gnade in der Lage sind, jenseits dessen zu gucken, was „ja, also sooo wird bei uns nicht gepredigt“ und das möchten mir nicht, so wollen wir nicht angesprochen werden. Sondern dahinter schauen, was der Eifer des Herrn ist. Dahinter schauen, was die Wahrheit, was die Warnung ist und was der Inhalt der Message ist.

Und ich segne diese Gemeinde mit großer Wahrhaftigkeit, mit großer Aufrichtigkeit. Und ich bete, dass der Geist der Wahrheit hier jede Lüge aufdeckt und auskehrt und Reinheit und Klarheit und Mut und Liebe zur Wahrheit entsteht.

Und ich danke Dir für dein Werk. Und ich danke dir für die Gelegenheit, die ich hier kurz haben konnte, einfach dein Bote zu sein. Hallelujah. Amen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (30:00 bis 35:00)

Und der Tag wird kommen, und es wird euren Verband zerreissen. Es wird euren Verband zerreissen, weil es da viele Menschen gibt, ich will Jesus treu sein.

Und ich habe verstanden, treu sein zu Jesus, heißt treu sein zu seinem Wort. Wenn ich zu seinem Wort nicht treu bin: „Ihr habt meinen Namen nicht verleugnet“, sagt Jesus, „und habt mein Wort bewahrt“.

Off 3,8b
denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.

Wie verleugnet man nicht den Namen Jesu? Indem man das Wort bewahrt.

Und ich prophezeie einen riesigen unheilbaren Riss, der mitten durch euren Verband gehen wird. Zwischen denen, die sich anpassen, die sich ducken, die ihre Menschenfurcht verbergen mit „Weisheit“, mit „Liebe“ und zwischen denen, die sagen: Nein! Ich gehe auf der Seite Jesu, ich gehe mit Paulus.

Dieser Riss wird kommen und das dauert nicht mehr viele Jahre, glaubt es mir. Und es gärt schon.

Und das muss so sein, weil Gott baut seine Gemeinde, Gott macht eine reine Gemeinde, die ihn ehrt, die auf seiner Seite ist, die lieber blutet und leidet, aber nicht die Wahrheit verdreht.

Und auf der anderen Seite: Der Teufel baut die Hure. Und das geht jetzt auseinander, wir sind jetzt an der Weggabelung und jede Gemeinde, jeder Verband, und jeder einzelne Gläubige muss sich entscheiden, in welche Richtung gehe ich: Die Hure, die ein korruptes Herz hat, die viel von Liebe redet, von Einheit redet, die von Brüderlichkeit, von Versöhnung redet und von all diesen schönen Dingen. Aber sie meint etwas anderes als was Jesus gemeint hat und was die Apostel gemeint haben.

Und zwischen denen, die sagen: Gott ist Gott, und ich bin nicht Gott. Und ich hab das nicht geschrieben, aber ich bin verantwortlich, mit meinen Gedanken, mit meinen Worten, mit meinem Lebensstil, diesem Wort zu entsprechen.

Wir gehen sehr, sehr, sehr konfrontativen Zeiten entgegen, und darum ist es so notwendig, dass wir uns Gedanken machen über unseren Glauben. Haben wir den Glauben der Apostel? Oder haben wir einen selbstgemachten, netten, harmlosen, unverfänglichen Glauben, mit dem auch die, die dem Wort Gottes widersprechen und das Wort Gottes mit Füßen treten auch noch gut leben können?

Oder ist unser Evangelium immer noch ein Skandal, ein Anstoß? Wie es das am Anfang gewesen ist. Warum war das ein Skandal? Weil es jede Philosophie und jede Religiösität und jeden Kult und jede andere Glaubensrichtung ausgeschlossen hat. Darum war es ein Skandal. Und die Leute empören sich, sind trunken von dem Zeitgeist und wenn jemand sagt: „*Das* ist die Wahrheit“ – dann bäumt sich alles auf und sagt: Das kann nicht sein.

Wenn du sagst, Jesus hat Wahrheit – Okay – Jesus ist *eine* Wahrheit – okay – Jesus ist *ein* Weg zu Gott – wie das in diesem schrecklichen Roman „Die Hütte“ da dann steht. Okay, das können wir schlucken, das können sogar die Esoteriker noch akzeptieren.

Aber wenn du sagst: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben und niemand kommt zum Vater als durch mich“ …

Joh 14,6
Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

… dann geht die Granate hoch. Dann gibt’s den Konflikt. Dann auf einmal wird offenbar, wo die Herzen sind. Entweder in Hingabe zu Jesus oder in Feindschaft zu Jesus.

Und wie Paulus sagt: Es gibt unter den Gläubigen Feinde des Kreuzes.

Phil 3,18
Denn viele wandeln, von denen ich euch oft gesagt habe, nun aber auch mit Weinen sage, dass sie die Feinde des Kreuzes Christi sind;

So gibt es auch heute Feinde des Kreuzes. Und das wird nicht so bleiben. In der Brautgemeinde gibt es keine Feinde des Kreuzes mehr. Es wird sich sortieren, es wird klar werden, wer wo steht. Und das Schwert des Geistes wird kommen früher oder später und wird mitten durch euren Verband und eure Versammlung gehen und die Herzen werden offenbar werden. Das verspreche ich euch.

Woher weiß ich das? Weil ich Gottes Plan studiert habe. Und eine reine Gemeinde kann nur entstehen wenn die Unreinen zur Buße gerufen werden – und wenn sie nicht Buße tun wollen, dann werden sie die Gemeinde verlassen. Weil sie die heilige Gegenwart Gottes nicht ertragen können, und sie fliehen vor dem Licht. Wie die Kakerlaken im Keller – wenn du die Kellertür aufmachst und das Licht scheint – pfummm – dann sind sie alle weg. Sie scheuen das Licht.

Und die, die korrupt sind, die nicht wahrhaftig sind, die nicht gerade sind, die scheuen das Licht.

Wer Böses im Herzen hat, kommt nicht zum Licht, auf dass seine Werke offenbar werden.

Joh 3,20
Denn jeder, der Arges tut, hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt werden;

Und Jesus ist das Licht der Welt, das alle Menschen erleuchtet.

Joh 1,9
Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet.

Und dieses Licht wird scheinen. Und es hat ein bisschen angefangen zu scheinen, aber es wird mehr und mehr und mehr scheinen. Die Dunkelheit nimmt zu, aber die Klarheit des Evangelium nimmt auch zu.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (25:00 bis 30:00)

Wenn das Wort Gottes wahr ist, dann ist das, was Gott über Ehe sagt, wahr. Dann ist auch das wahr, was Gott über Homosexualität sagt. Dann ist auch das wahr, was Gott über die Irrlehrer sagt. Dann ist das wahr, was Gott über die Hure sagt, die die Braut verfolgen wird. Dann sind all diese Dinge wahr. Und das hat Konsequenzen für dein persönliches Leben.

Und Gottes Wort warnt uns: Die Feiglinge werden nicht das Reich Gottes ererben.

Off 21,8
Aber den Feigen und Ungläubigen7 und mit Gräueln Befleckten und Mördern und Unzüchtigen8 und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern ist ihr Teil in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.

Er ermahnt uns, stark zu sein, mutig zu sein, zur Wahrheit zu stehen, die Wahrheit in Liebe zu sprechen.

So, für die Apostel war die Schrift der Maßstab, der unveränderliche Maßstab. Und die Schrift sagt, dass der Glaube ein für allemal überliefert ist.

Jud 3
Geliebte, da ich allen Fleiß anwandte, euch über unser gemeinsames Heil zu schreiben, war ich genötigt, euch zu schreiben und zu ermahnen, für den ein für alle Mal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen.

Als der Kanon fertig war, war er fertig. Da wurde nichts mehr hinzugefügt. Und nichts kam nachträglich noch als Offenbarung, als Ergänzung.

Und deswegen ist das eine riesige Unverschämtheit und ein Betrug an den Gläubigen, wenn Johannes Hartl so etwas schreibt wie: „Ja, das mit der Maria, da muss nicht in der Bibel stehen, das hat der Heilige Geist später gezeigt“.

Was für eine Idee vom Heiligen Geist! Erst verbietet er Götzendienst, dann ist das Buch fertig. Und später auf einmal dann zeigt er uns, wir dürfen doch die „Königin des Alls“ anrufen. Wir dürfen zu ihr beten, wir dürfen bei ihr Schutz suchen. Hallo? Ist Gott verwirrt oder was?

Aber wenn du solche Dinge ansprichst, dann bist du gleich ein „Katholikenhasser“. Nein, ich liebe Katholiken und ich weiß, dass nur die Wahrheit sie frei macht und deswegen konfrontiere ich sie mit der Wahrheit. Aber ich hasse ihr System, ihr Lügensystem, in das der Teufel sie versklavt hat. Und jeder Bote Gottes sollte diesen Hass in sich spüren, weil Gott hasst die Lüge. Gott hasst das Böse. Gott ist nicht so friedfertig wie wir uns das vorstellen. Jesus hat gesagt: Ich bin gekommen, das Schwert zu bringen, nicht Frieden – das Schwert!

Mt 10,34
Meint nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.

Und da gibt es Trennung, mitten in der Familie, mitten in der Ehe, mitten in der Gemeinde. Es gibt Trennung zwischen Lüge und Wahrheit. Zwischen Heuchelei und Echtheit. Diese Dinge passen nicht zusammen. Und es gibt keine Heuchler im Himmel. Das gibt es nicht.

Und wenn wir da hin kommen wollen, dann besser werden wir hier echt und werden wir wahr und fangen an, Respekt zu suchen vor einem heiligen Gott und zu verstehen, wir werden an diesem Wort einmal gerichtet werden. Wir werden einmal zur Verantwortung gezogen werden mit diesem Wort.

Und dann können wir nicht sagen: Ja, das habe ich nicht gewusst, dass das so ernst ist.

Doch! Du hast es gelesen. Paulus hat gesagt: Das ist der Maßstab, und alles, was davon abweicht …

Und es gibt viele, viele, viele gravierende Punkte, wo die katholische Kirche von der Bibel abweicht. Und dann stellen wir uns da hin und dann bei der letzten oder vorletzten BuKo (= Bundeskonferenz des BFP) – einer eurer Leute macht einen Lobpreis auf den Papst. Er erzählt von seiner tollen Gemeinschaft mit dem [Thomas] Schirrmacher und der Schirrmacher ist ganz eng am Papst, hat ja auch ein Buch darüber geschrieben:

„Kaffeepausen mit dem Papst: Meine Begegnungen mit Franziskus“

Und dann fragt der Sprecher den Schirrmacher: „Und sag mal, der Franziskus, wie ist der denn so?“

Und dieser Pfingstpastor hat die geistliche Naivität – oder Bosheit, weiß ich nicht genau – zu behaupten: „Genauso wie du und wie ich. Das ist unser Bruder und alles ist gut“.

Ich nehme mir jetzt nicht die Zeit, all die Lügen Roms hier – kann ich auch gar nicht – aber es gibt genügend Literatur, die das klar zeigt und du kannst es in er Bibel selber studieren. Und studier den KKK (= Katechismus der Katholischen Kirche).

Wie kann das sein, dass auf einer großen Konferenz, wo hunderte von Pastoren sind, nicht ein Buhhh-Rufen und ein Pfeiff-Konzert entsteht, wenn er so etwas sagt: „Der Papst, das ist einer wie du, das ist unser Bruder, und alles ist gut“.

Warum gibt es da keinen Protest? Wir sind Protestanten – wir legen Zeugnis ab für die Wahrheit. Und wenn du das nicht tust, bist du kein Protestant und wenn dein Pastor, den du da zur BuKo schickst, wenn er das nicht tut – dann, warum stellst du ihn nicht zur Rede und sagst: Horch einmal, auf welcher Seite stehst du? Auf welcher Seite stehst du?

Aber wir sind ja untergeordnet und wir sind ja nett, wir schlucken ja jeden Mist, der uns erzählt wird. Und können und wollen nicht an der Schrift prüfen.

Ihr Lieben, es ist Zeit, dass wir aufwachen!

Huiuiui, ich wusste nicht, dass das so scharf wird. Nach dem Konzept sah das alles viel netter aus.

Aber so ist wie der Heilige Geist mich leitet, und ich fordere euch heraus, und ihr müsst Stellung beziehen, ihr müsst eine Antwort geben: Ist das, was die Bibel uns sagt, ist das Gottes Wort? Dann hat das Konsequenzen! Dann muss es Briefe geben, dann muss es Proteste geben und Worte wie: Wir sind mit dieser Kumpanei mit der Lüge nicht einverstanden. Und jeder, der schweigt, sagt damit, er ist doch einverstanden.

Eine heimliche Opposition, das gibt es nicht. Du musst sagen, was du glaubst.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (20:00 bis 25:00)

Und jeder ist verantwortlich. Und nicht nur Prediger. Auch wenn du mit deinem Bruder, deiner Schwester dich unterhältst und irgendwelche Sachen erzählst, du bist genau so verantwortlich.

Und weil er so schwarz-weiß war, deswegen haben die Leute sich an ihm gestoßen. Und die einen haben ihn geliebt und die anderen haben ihn gehasst. Da war nicht einer da, der gesagt hat: „Ja, doch, das ist auch ein Standpunkt, das finde ich auch irgendwie interessant, das sollte man mal bedenken. Ja, doch, wertvoller Beitrag in dem Blumenstrauß der vielen verschiedenen Möglichkeiten des Glaubens“, und dieses ganze ökumenische Geschwafel – kennst du das?

Das hängt mir zum Halse raus!

Wo Leute, die das Wort mit Füßen treten von uns anerkannt werden als unsere Brüder und Schwestern, die genau so mit Jesus unterwegs sind wie das im Wort geschrieben ist. Und sie verdrehen das Wort und sie erzählen Dinge wie: Die Babies werden besprenkelt und dadurch werden sie Kinder Gottes.

Und dann sollen wir das anerkennen.

Wenn du an Jesus glaubst, wenn du Paulus nachfolgen willst, du kannst niemals solchen Lügen zustimmen. Eine der größten religiösen Lügen in unserem Land, den Gläubige wie du und ich noch unterstützen, ist die Tauflüge: Dass man Kind Gottes wird durch die Wasserbesprenkelung.

Das ist nicht, was die Bibel sagt. Man wird Kind Gottes durch eine Geburt von oben. Und die Geburt von oben kommt nur für den, der Buße tut. Ohne Buße kein Glauben. Ohne Umkehr und sich unter die Herrschaft Christi stellen, gibt es keinen Glauben.

Und wo ist der Protest eurer Leiter, wenn sie in den ACK-Sitzungen („Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“) sind und sagen: Du, Priester, ich hab dich ja lieb als Mensch, aber was du da erzählst, ist eine Lüge und du verdummst die Lüge und du bist vor Gott verantwortlich. Wo sind die Leute, die „Hintern in der Hose“ haben, so etwas zu sagen?

Warum sich mit solchen Leuten treffen wenn man ihnen nicht die Wahrheit sagt? Um nett Kaffee zu trinken, Einheit zu feiern – für was? Der Kompromiss ist so tief drin und wenn ihr nicht aufwacht, werdet ihr in den Sog mit runtergezogen werden, das verspreche ich euch.

Wir sind verantwortlich – wenn wir schweigen bei religiösen Lügen über Jesus und über das Evangelium – wir sind verantwortlich.

Das Wort Gottes sagt: Wenn du deinen Bruder sündigen siehst, dann geh hin und bringe ihn zurecht im Geist der Sanftmut.

Mt 18,15
Wenn aber dein Bruder sündigt, so geh hin, überführe ihn zwischen dir und ihm allein! Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen.

Gal 6,1
Brüder, wenn auch ein Mensch von einem Fehltritt übereilt wird, so bringt ihr, die Geistlichen, einen solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht. Und dabei gib auf dich selbst acht, dass nicht auch du versucht wirst!

Das ist, was die Bibel sagt.

Warum passiert das nicht in der ACK? Weil wir möchten anerkannt werden, wir wollen nur nett sein, wir wollen nur eine gute Presse haben, wir wollen verhindern, dass wir verfolgt werden.

Weißt du, dass hinter den Kulissen die Pastoren genau gewusst haben, als sie die Entscheidung getroffen haben, in die ACK zu gehen – der wahre Grund ist nicht ein theologischer Grund. Der wahre Grund ist: Wir möchten verhindern, dass wir verfolgt werden und als Sekte angesehen werden.

Ein erbärmlicher Kompromiss!

Womit wir zeigen, wir vertrauen nicht Gott. Dass Gott die Gemeinde bewahren kann in allen Stürmen. Nein, wir müssen selber uns den Feinden anbiedern, um davon dann Schutz oder Hilfe oder Anerkennung zu bekommen. Das ist erbärmlich. Schau mal, was passiert mit Israel wenn sie bei Assur Hilfe gesucht haben statt sich auf Gott zu verlassen. Jedes Mal kam der Fluch.

Und wenn ihr nicht aufwacht und anfangt, das Wort Gottes ernst zu nehmen – ihr werdet es miterleben, wie – es hat schon begonnen – wie der Fluch über euren Verband kommt. Der Fluch Gottes kommt über euren Verband.

Ich weiß, das möchtet ihr nicht hören, ich möchtet etwas Auferbauendes, etwas Nettes, aber wenn man das ernst nimmt und glaubt, ist das sehr auferbauend. Weil mir nämlich dem Fluch entkommen und im Segen uns gründen.

Gott hat sich nicht geändert – wir ändern uns, aber für Gott ist Lüge nicht zu ertragen. Er ist der Gott der Wahrheit. Und Er will, dass wir wahr sind und dass wir die Wahrheit in Liebe SPRECHEN. Das ist ein Befehl.

Eph 4,15
Lasst uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus.

Und nicht: Lass den reden, ich sehe das anders, aber ich werde mich nicht äußern, damit es hier keinen Stress gibt.

Erbärmliche Anpassung aus niederträchtigen selbstsüchtigen ekelhaften Motiven – und wir werden dafür zur Verantwortung gezogen werden – wir werden! Du wirst es sehen.

So, das alles steht nicht in meinem Konzept, aber das war auf dem Herzen Gottes.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (15:00 bis 20:00)

Und das hat Konsequenzen: Dann gibt es keinen Sex vor Ehe. Dann gibt es keine Drogen, dann gibt es keine Pornografie. Dann gibt es einen Haufen Dinge, die für viele Gläubige normal sind, nicht mehr.

Das hat Konsequenzen. Das ist nicht ein privater Glaube, der mit deinem Lebensstil und mit dem, was die anderen sagen in dein Leben hinein dann nichts zu tun hat – nein, dann auf einmal bist du im Licht. Und dann bist du bereit, Korrektur anzunehmen. Dann bist du bereit, mit den Heimlichkeiten aufzuhören und ans Licht zu kommen und dadurch frei zu werden.

Weil das Wort Gottes inspiriert ist von Gott selbst hat es Seine Natur. Deswegen ist es wahr.

Und deswegen ist es unveränderlich. Und deswegen ist es der gültige Maßstab heute.

Und dann hört man Christen sagen: „Ja, aber das ist ein altes Buch und wir haben heute eine andere Kultur und eine andere Zeit“. Sünde ist immer noch dasselbe Problem. Und Gottes Antwort auf Sünde ist immer noch die selbe: Und das ist das Blut Jesu und das ist Vergebung und das ist die Kraft des Heiligen Geistes, die uns befähigt zu überwinden und frei zu werden von der Sünde.

Hallelujah. Hallelujah.

Lasst uns zu Gal 1 gehen. Paulus war ein sehr extremer Mann und die Leute haben sich an ihm gestoßen. Und alle, die versuchen, ein bisschen ähnlich ihm zu werden, erleben dasselbe. Und sie polarisieren. Das ist, was Jesus getan hat. Und das haben die getan, die von ihm inspiriert waren.

Gal 1,11
Ich tue euch aber kund, Brüder, dass das von mir verkündigte Evangelium […]

… überhaupt – was meint er mit „Evangelium“? Manche Leute sagen: Ja, Joh 3,16 – das ist das Evangelium.

Joh 3,16
Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen11 Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

Das Evangelium ist die Botschaft: Wer ist Jesus? Was hat er getan? Warum ist er gekommen? Was ist sein Werk der Erlösung? Was sind die Konsequenzen? Wie sollen wir darauf reagieren? Wie sieht jetzt unser Lebensstil nach dem Plan und nach dem Willen Gottes aus? All das gehört zum Evangelium. Nicht einfach nur: „Gott hat die Welt geliebt und fertig, aus.“

Das Evangelium ist der Plan, der Wille Gottes.

Gal 1
11 Ich tue euch aber kund, Brüder, dass das von mir verkündigte Evangelium nicht von menschlicher Art ist.
12 Ich habe es nämlich weder von einem Menschen empfangen noch erlernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi.

So, und jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du glaubst ihm das, entweder du nimmst ihm das ab. Dann hat das weitreichende Konsequenzen für dein Glaubensleben. Oder du sagst: Was bildet der sich ein? Wie kommt der dazu zu sagen, ja, er hat das vom Herrn und er redet die Wahrheit? Wie kann er so etwas sagen?

Entweder Paulus ist größenwahnsinnig, entweder Paulus kann sich nicht einschätzen und er redet ein Zeug, was er selber nicht überblicken und verstehen kann – oder er redet die Wahrheit und du musst dich entscheiden.

Und wenn er die Wahrheit redet, dann hat das Konsequenzen für deine Fantasien, für deine Wünsche, für deine Lebensziele, für deinen Lebensstil, für deine Art wie du mit dem Internet umgehst, für deine Art wie du mit Filmen umgehst und mit Musik und mit allen möglichen anderen Dingen.

Wenn das wirklich wahr ist, hat das Konsequenzen.

Wir können nicht einfach nur zustimmen. Das ist nicht einfach irgendwie eine Idee und die nicken wir ab und sagen: Ja, die finde ich nett. Nein – das ist nicht Glaube.

Sondern Glaube ist Gehorchen – wie ich das versucht habe, die Tage hier aus der Bibel zu beschreiben. Glaube ist gehorchen. Der Wahrheit zu gehorchen, das ist Glaube.

Und er sagt, er hat bekommen vom Herrn. Das heißt, es ist 1:1 das, was Jesus gesagt haben wollte. Und deswegen, das ist die nachgeschobene Erklärung für etwas ganz, ganz Provokantes, was er am Anfang sagt dieses Briefes. Ich les einmal vor:

Gal 1
6 Ich wundere mich, dass ihr euch so schnell von dem, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, abwendet zu einem anderen Evangelium,
7 wo es doch kein anderes gibt; einige verwirren euch nur und wollen das Evangelium des Christus (das ist, was er verkündigt hat) umkehren.
8 Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Er sei verflucht!

Was sagt Paulus hier? Ich setze den Maßstab im Auftrag Gottes und ALLE Predigergenerationen aller kommenden Jahrhunderte werden alle an dem Maßstab, den ich gesetzt habe, gemessen werden. Das ist, was Paulus hier sagt. Das ist ganz schön scharf.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (0:00 bis 15:00)

Ich habe versucht, ein paar Highlights zu setzen die Tage – über die Gemeinde nach dem Plan Gottes. Und ich habe versucht, einige Dinge aufzuzeigen, wo wir mit aller Selbstverständlichkeit Dinge tun, die völlig neben und außerhalb oder gegen den Plan Gottes sind. Und dann war meine Betonung „Jüngerschaft“. Im Neuen Testament, eine Gemeinde ist eine Gemeinde, die Jünger macht. Die nicht irgendwie einfach Gläubige sammelt und irgendwie die betreut oder unterhält oder irgendwas, sondern es ist eine Gemeinde, die ein klares Ziel hat: Jesus will Jünger.

Jesus will nicht Christen, Jesus will nicht Gläubige, Jesus will Jünger haben. Das ist das einzige, was ihn interessiert. Und ein Jünger ist sehr, sehr anders als ein Christ. Sehr, sehr anders. Ein Jünger hat eine belehrbare Haltung. Er sagt: „Ich bin dafür da, für die Ehre Gottes zu leben, ich will den Willen Gottes tun und ich brauche Hilfe. Ich brauche Menschen, die weiter sind im Glauben, die mich anleiten“.

Er macht das nicht alles alleine, sondern er lässt sich etwas sagen. Er lässt sich korrigieren, er lässt in sein Leben hineinsprechen. Und er nimmt Ermutigung und Ermahnung an und ist nicht beleidigt und zieht gleich das erste Mal von dannen wenn ihm irgendwas gesagt wird, was nicht so angenehm ist.

Und nur Jüngerschaft garantiert, dass Menschen in den Plan Gottes hineinkommen. Nur Jüngerschaft ist der Weg wie Menschen frei werden. Und das ist Ziel von Jesus: Er ist gekommen, die Werke der Finsternis zu zerstören.

1 Joh 3,8b
Hierzu ist der Sohn Gottes offenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte.

Wie kann das sein, dass Gläubige jahrelang gläubig sind und sind immer noch gebunden – an Pornografie, an Rauchen, an Drogen, an Fresssucht, an sinnlos Geld ausgeben und ich weiß nicht, was es noch alles gibt. Das kann nicht sein, das macht Jesus keine Ehre.

Jesus bekommt Ehre wenn wir zeigen, wir sind ein Beispiel von dem, was er an Golgatha getan hat für uns. Wir verherrlichen ihn mit Freiheit, wir verherrlichen ihn mit Liebe, mit Wahrhaftigkeit, mit einem Lebensstil, der sehr, sehr anders ist als in dieser Welt.

Und ein solcher Lebensstil kommt nicht über Nacht, der kommt auch nicht mit Hände auflegen, sondern der kommt durch einen Prozess des Trainings. Und das nennt die Bibel „Jünger machen“. Jesus hat gesagt, wir sollen Jünger machen.

Mt 28,19a
Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern

Und gestern war mein Schwerpunkt, die Einstellung und die Haltung des Jüngers zum Worte Gottes.

Und da will ich heute weitermachen, und ich spreche heute über den Glauben der Apostel.

Es gibt viele verschiedene Glaubensrichtungen. Baptistisch, pfingstlich, charismatisch, adventistisch, was weiß ich – lutherisch. Ja, was ist jetzt der richtige? Der richtige Glaube ist der Glaube, den die Apostel gelehrt haben. Denn sie haben ihn von Jesus bekommen aus erster Hand. Das ist der Glaube, der maßgeblich ist. Und jeder, der sich erlaubt, anders zu glauben, ist immer noch in Rebellion gegen Gott. Zwar auf fromme Art und Weise, aber er ist in Rebellion. Nicht agressiv, nicht aufbrausend, sondern einfach nur ganz ruhig: „Ne, das sehe ich nicht so, das mache ich anders, und das mache ich so, wie mir das gefällt“.

Wenn du Christ bist, dann tust du nicht mehr Dinge wie sie dir gefallen, dann tust du die Dinge wie sie Gott gefallen. Das ist ein Christ. Das ist jemand, der gesagt hat: Ich lebe für den Willen Gottes.

Und wie kannst du den Willen Gottes tun, wenn du dich überhaupt nicht damit beschäftigst? Also – es geht um das Wort.

Lasst uns Apg 24 aufschlagen, und da sehen wir ein wunderbares Bekenntnis von Paulus. Und er ist ja unser Vorbild. Er sagt: Seid meine Nachahmer.

1Kor 4,16
Ich bitte euch nun, seid meine Nachahmer!

1Kor 11,1
Seid meine Nachahmer, wie auch ich Christi Nachahmer bin!

Phil 3,17
Seid miteinander meine Nachahmer, Brüder, und seht auf die, welche so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt!

Das ist, was Paulus sagt. Er sagt einmal zu einer Gemeinde: Alles, was ihr an mir gesehen habt und was ihr von mir gehört habt – das tut, und Gott wird mit euch sein.

Phil 4,9
Was ihr auch gelernt und empfangen und gehört und an mir gesehen habt, das tut! Und der Gott des Friedens wird mit euch sein.

Was für eine Aussage! Entweder dieser Mann war größenwahnsinnig oder er war in der Wahrheit und Gott hat ein mächtiges Werk in ihm getan. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, auf so etwas zu reagieren.

Ich kann mich nicht hinstellen und sagen: „Alles, was ihr an mir seht, das müsst ihr tun, und Gott ist mit euch“. Das kann ich nicht. Und ich weiß nicht, ob es irgendjemanden hier gibt, der das könnte.

Aber Paulus sagt: Alles, was ihr an mir gesehen habt – und von mir gehört habt – das tut. Und Gott wird euch segnen, Gott wird mit euch sein.

Was für ein Mann, was für ein Werk hat Christus in ihm getan? Und hier ist ein Bekenntnis in Apg 24,14 – da steht er vor dem Felix.

Apg 24,14
Aber dies bekenne ich dir, dass ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, so dem Gott meiner Väter diene, indem ich allem glaube, was in dem Gesetz und in den Propheten geschrieben steht,

Wie hat er Gott gedient? Indem er allem glaubt, was geschrieben steht.

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Und darum habe ich gesagt: Die Haltung des Jüngers zur Heiligen Schrift ist der Schlüssel. Und entweder die Haltung stimmt – dann wird sein Leben sich in die richtige Richtung entwickeln – oder seine Haltung stimmt nicht. Und je länger er Christ ist, um so religiöser wird er werden. Und wird den Plan Gottes verpassen und wird statt ein Teil von Gottes Antwort immer noch ein Teil bleiben von Gottes Problem.

Und das kann nicht sein, und das ist nicht der Wille Gottes. In der Gemeinde sollen alle danach streben, dass der Wille Gottes geschieht. Und dann werden wir ausgesandt und ausgestattet und bevollmächtigt, draußen Menschen zu dienen in der Kraft Gottes. Das ist unser Auftrag.

Ich glaube allem, was geschrieben steht.

Die heilige Schrift war für die Apostel die Grundlage ihres Glaubens. Das nennt man in der theologischen Fachsprache „sola scriptura“. Aber der Ausdruck ist unwichtig, aber wichtig ist, dass du verstehst, was das bedeutet: „Sola Scriptura“ bedeutet nicht, dass du dahergehst und sagst, also nur das, was in der Bibel ist. Also z.B. dann kommt jemand daher und sagt: Computer – du hast einen Computer? Das ist nicht biblisch – wo ist das in der Bibel?

„Sola scriptura“ bedeutet, das Wort Gottes setzt den Maßstab und regelt alle Fragen deines Glaubens – wer ist Jesus? Wie liebt man Jesus? Wie lebt man mit Jesus? Was ist Sünde? Was ist nicht Sünde? Wie ist Heiligung? All die Fragen des Glaubens werden durch die Schrift und nicht durch menschliche Weisheit und Philosophie bestimmt und beantwortet. Das ist „sola scriptura“.

Und das haben die Apostel gehabt, auch wenn du diesen Audruck nirgendwo in der Bibel findest. Und wo haben sie das her gehabt? Sie haben verstanden – 2 Tim 3 – ich muss ein bisschen schnell gehen heute, weil ich einige wichtige Dinge sagen will und die Zeit rennt. 2 Tim 3 – hier spricht Paulus zu seinem geistlichen Sohn.

2 Tim 3
14 Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du überzeugt bist7, da du weißt, von wem du gelernt hast,
15 und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die Kraft haben, dich weise zu machen zur Rettung8 durch den Glauben, der in Christus Jesus ist9.

Das ist die Kraft der Heiligen Schrift. Die heilige Schrift, wenn du sie benutzt – zusammen in Freundschaft und Unterordnung unter den Heiligen Geist – dann ist das die Quelle deiner Kraft. Und da kommt alles her, was du brauchst in diesem Leben. Du brauchst nichts anderes als das.

2 Tim 3
16 Alle Schrift ist von Gott eingegeben (ausgehaucht von Gott) und nützlich (und man könnte sagen: und DESHALB nützlich) zur Lehre

Christliche Lehre muss aus der Schrift kommen. Christliche Lehre, die nicht aus der Schrift kommt, ist ein dämonisches Imitat und wird dir Schaden bringen und denen Schaden bringen, denen du versuchst, das weiterzugeben.

Das ist so, so, so, so wichtig. Christus ist der Herr. Und er war das Vorbild für die Apostel und er glaubte an die Inspiration der heiligen Schrift. Er glaubt, dass die Schrift wahr ist, dass sie ewig ist, dass sie unveränderlich ist. Dass sie gültig ist, dass sie gegeben ist durch den Heiligen Geist. Und daher haben die Apostel das bekommen. Und die Apostel haben das an die anderen weitergegeben. Wie Paulus hier an seinen geistlichen Sohn.

In Vers 10 liest du …

2 Tim 3
10 Du aber bist meiner Lehre gefolgt, meinem Lebenswandel, meinem Vorsatz, meinem Glauben, meiner Langmut, meiner Liebe, meinem Ausharren,
11 meinen Verfolgungen, meinen Leiden

Was ist das erste in dieser Reihenfolge? Lehre. Du bist meiner Lehre gefolgt.

Und was meint er mit „seiner Lehre“? Damit meint er das Evangelium, das er von Christus bekommen hat. Das meint er damit. Aber er nennt es manchmal „seine Lehre“ oder „sein Evangelium“. Und sie haben verstanden, das Wort Gottes ist der Maßstab. Das Wort Gottes ist unsere verlässliche Quelle, aus der wir alle Informationen – aber nicht nur Informationen, auch Inspirationen, auch Überführung, auch Kraft, auch Motivation, Belebung, Erfrischung – alles kommt aus dem Wort Gottes.

Und wenn ein Jünger nicht diese – oder ein Christ nicht diese Haltung hat, das ist die einzige Quelle, aus der ich meinen Glauben schöpfe. Und wenn er nicht allen Ideologien und Philosophien und Prägungen seiner Zeit und seiner Kultur entsagt hat, dann wird er in Verwirrung bleiben. Und es wird keine Kraft in seinem Leben wirksam sein.

Woher weiß ich das? Weil Paulus das genau so gesagt hat.

1 Thess 2,13
13 Und darum danken auch wir Gott unablässig, dass, als ihr von uns das Wort der Kunde (was meint er? Das Evangelium! Das Wort Gottes!) von Gott empfingt, ihr es nicht als Menschenwort aufnahmt, sondern, wie es wahrhaftig ist, als Gottes Wort, das in euch, den Glaubenden, auch wirkt.

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Warum wirkte das Wort Gottes in den Gläubigen von Thessaloniki und tat sein Werk? Weil sie es nicht genommen haben als „ach, da ist ja ein Prediger, der Paulus – na, hören wir mal, was der zu sagen hat? Ach, ja, ganz interessant, doch, nett, find ich gut, stimme ich zu“. Nein, sondern sie haben gesagt: Der Mann redet, aber was er redet, ist das Wort Gottes und es kommt von Gott und das hat er sich nicht selber ausgedacht.

Deswegen konnte das Wort Gottes in ihnen wirken, weil sie es als von Gott genommen haben.

Und so viele Gläubige erlauben sich die Haltung und sie hören nicht Gott in der Stimme des Predigers, sie hören nicht Gott wenn sie ihre Bibel lesen, sie hören nur einen Menschen und eine Menschenmeinung, und sie gehen dabei an dem Wichtigsten vorbei und empfangen nicht die Hilfe, die Gott ihnen geben will.

Alles, was wir brauchen, kommt durch das Wort. Der Heilige Geist benutzt das Wort. Es ist sein Instrument, es ist sein Schwert, das er benutzt an uns zu arbeiten. Und um dieses Werk zu tun, unsere Seele zu reinigen durch Gehorsam gegenüber der Wahrheit – unsere Seele an den rechtmäßigen Platz zu bringen und diese notwendige Trennung von Seele und Geist zu bringen.

Wir haben so viel seelisches Imitat, so viele seelisches Christsein, und deswegen haben wir so viele seelische Beziehungen. Und seelische Beziehungen bedeutet nicht „besonders emotional“. Seelische Beziehungen bedeuten, da ist keine Wahrheit.

Da ist ein Ältester, der glaubt, dass Sex vor Ehe nicht in Ordnung ist, aber auf einmal betrifft es seine Tochter, und auf einmal sieht alles ganz anders aus. Das ist eine seelische Beziehung, eine Beziehung, wo nicht die Wahrheit regiert. Es gibt seelische Beziehungen in Ehen, in Freundschaften, in Leitungskreisen, in Hauskreisen, und seelischen Beziehungen sind ein Riesenproblem, weil sie ein Einfallstor sind für den religiösen Geist.

Und wenn wir keinen religiösen Geist in der Gemeinde haben wollen, dann müssen wir darauf achten, dass wir glauben wie die Schrift sagt.

Das ist der einzige Schutz, den wir haben. Glauben wie die Schrift sagt. Nicht wie du das denkst. Nicht wie der das denkt. Nicht wie Herr Bulkmann das denkt oder irgendwer anders. Sondern so wie es die Schrift sagt. So hat Jesus geglaubt, so hat Jesus den Aposteln das beigebracht. Und so haben die Apostel gesagt, müsst ihr auch glauben. Und das ist ein Jünger, der sagt: Die Schrift ist von Gott. Fertig. Punkt. Aus.

Und er ist sich dessen wohl bewusst, dass er damit schwimmt gegen den Strom, gegen den Zeitgeist, gegen die Kultur. Jesus glaubte an die Schöpfung. Wie kann es Christen geben, die an Evolution glauben? Wie kann das sein? Sie sind verwirrt. Sie haben nicht den Glauben der Apostel, sie haben einen menschen-gemachten Glauben, ein Imitat, wovor Paulus viele Male ernstlich gewarnt hat.

Jesus glaubte an die Ehe als eine von Gott geschaffene Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau. Wenn wir das glauben, werden wir in den nächsten Jahren – und wenn wir das verkündigen – wir werden heftigst Probleme bekommen. Und es ist hohe Zeit, dass wir Gott kennenlernen als unsere Quelle, als unseren Trost und dass wir von ihm gestärkt werden, damit wir ohne zu kneifen, ohne uns wegzuducken, ohne Kompromisse zu machen, aushalten können den Widerstand, den wir erleiden werden.

Ihr Lieben, Verfolgung ist um die Ecke. Es wird nicht mehr lange dauern und dann ist mit unserer schönen Freiheit für uns als Gläubige hier vorbei. Und wir werden Feinde der Demokratie sein. Wir werden Feinde der Einheit sein. Wir werden Feinde gegen Multikulti. Wir werden Feinde sein. Von allen Ecken werden wir angefeindet werden. Woher weiß ich das? Das ist, was die Bibel sagt: „Ihr werdet gehasst werden von allen Völkern“.

Mt 24,9
Dann werden sie euch in Bedrängnis überliefern und euch töten; und ihr werdet von allen Nationen/Völkern gehasst werden um meines Namens willen.

Und wir sind nicht vorbereitet. Wir sind nicht frei von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit und wir sind wie ein Blatt im Wind und wir haben keinen Plan und keine Orientierung und wir werden hin und her geworfen, weil wir unmündige Kinder sind. Und jeder geistliche Betrag trifft uns und wir haben keinen Plan.

Das einzige, was uns hilft, ist, dass wir jetzt anfangen, unseren Glauben zu gründen in der heiligen Schrift und mit der Spielerei aufhören, mit der Harmlosigkeit aufhören, mit dem so-tun-als-ob aufhören und sagen: Nein, wir wollen diese Art von Glauben.

Das Wort Gottes kann nur wirken in mir und in dir unter einer Bedingung: Dass du es annimmst als Gottes Wort.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 1

Ja, einen schönen guten Abend, herzlich Willkommen zu dieser kleinen Lehrreihe über die Gemeinde, über Gottes Plan für die Gemeinde. Wie Gott Gemeinde sieht, wie Gemeinde gewollt ist von Ihm und was das mit uns zu tun hat. Ich denke, es könnte hilfreich sein, dass ich ein, zwei Sätze über mich sage, weil ihr kennt mich nicht, ich kenne euch auch nicht, und das hilft euch dann vielleicht auch das, was ich sage und vielleicht auch WIE ich es sage, das irgendwie ein bisschen besser einzutüten.

Ich komme aus einem nicht-christlichen Hintergrund und habe auf eine sehr dramatische Art und Weise als ich 21 Jahre alt war, Jesus erlebt – und er kam mit Macht in mein Leben und hat mich herausgerissen aus einem Leben voller Schmutz und Bosheit und vielen, vielen hässlichen und teuflischen Dingen. Und in der Nacht vom 23. zum 24. November bin ich Kind Gottes geworden. So, ich weiß nicht genau, war es noch am 23. oder war es am 24.? Ich hatte keine Gelegenheit auf die Uhr zu schauen. Die Stunde war zu dramatisch, aber auf jeden Fall weiß ich, am 24. November, das war ein Sonntag, 1974, falls du das noch nicht weißt oder nicht auf dem Schirm hast.

Da war ich schon Kind Gottes und bin zum ersten Mal in meinem Leben in eine Gemeinde gegangen und habe meinen Schwur, meinen heiligen Eid, den ich bei der Konfirmation geschworen habe, ja? Konfirmation ist ja ein herausragendes Ereignis im Leben eines jungen Menschen. Und ich habe einen heiligen Schwur getan und ich habe geschworen, ich werde nie wieder meinen Fuß über die Schwelle einer Kirche setzen. Das war meine Konfirmation.

Aber dann kam Jesus in mein Leben und den ersten Morgen als ich Kind Gottes war, bin ich in eine Gemeinde gegangen und der heilige Schwur war nicht mehr heilig, sondern war Schnee von gestern und war Teil des ganzen Lügenprogramms des Teufels.

Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, ich bin nie auf einem theologischen Seminar oder Ausbildungsstätte gewesen, ich habe nie ein Seminar über Homiletik – wie man predigen soll und was man tun soll und was man nicht tun soll – gemacht, weil es einfach nicht dran war. So. Also wenn ich nicht immer ganz „korrekt“ bin, so wie Christen angesprochen werden möchten oder wie es halt normal ist wie Christen angesprochen werden, dann verzeiht mir das, ich bin da völlig unwissend.

Ja, ich war 12 Jahre in meinem Leben ein Pastor in einer größeren charismatischen Gemeinde und danach und seitdem bin ich seit 22 Jahren in einem Reisedienst und ich reise durch Deutschland, Österreich, Schweiz und dann auch ziemlicher Schwerpunkt im Osten. Und Osten ist für mich nicht Sachsen, sondern Osten ist für mich Russland, Kirgistan, Zentralasien – so diese Ecke, aber auch ein bisschen Albanien. Und was mich vielleicht kennzeichnet, außer, dass ich eine wunderbare Frau habe, mit der ich seit 39 Jahren verheiratet bin. Wir haben drei erwachsene Kinder, die alle drei erfüllt sind mit dem Heiligen Geist, seitdem sie im Kindergarten waren und sie lieben Jesus und sie leben mit Jesus.

Ich habe eine kleine Ahnung von dem, was Paulus sagt, wenn er sagt: Ich eifere um euch mit Gottes Eifer.

2Kor 11,2a
Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer

Ich habe eine Last für Gemeinde, für die Wiederherstellung der Gemeinde. Die Gemeinde ist in einem Prozess der Veränderung, sie ist sehr, sehr, sehr weit weg von dem, was Gott sich vorgestellt hat, aber Gott ist dabei, die Gemeinde zu rufen, herauszufordern und zu prägen und ist dabei, die Gemeinde hineinzubringen. Und ich habe in meiner Bibel gelesen, bevor Jesus wiederkommt, gibt es eine herrliche, eine siegreiche, eine geeinte Gemeinde, die auf dem Herzen das hat, was Gott auf Seinem Herzen hat – nämlich den Sohn zurückzubringen als König auf diesen Planeten. Davon ist die Gemeinde erfüllt in der Zeit bevor Jesus wiederkommt.

Wir sind davon sehr weit entfernt, das hat seine Gründe, aber Gott hat einen Plan, Gott ist nicht frustriert, Gott ist nicht einverstanden mit dem, was wir machen – mit vielem, was wir machen – aber Er ist nicht frustriert und Er ist nicht ärgerlich, und Er ist hoch motiviert und Er hat Mittel und Wege uns hineinzubringen in Seine Pläne und in Seine Ideen und Seine Konzepte. Und Er hat Mittel und Wege uns zu überführen von unseren eigenen Ideen und uns zu helfen, Seine Ideen als besser oder als die besten zu erkennen und unser eigenes, eigen gemachtes Zeugs irgendwie zu verlassen und in das hineinzukommen was Gott hat für uns. Okay, soviel zu mir.

#00:05:17-5#

Es geht um Gemeinde. Es geht um die Gemeinde nach dem Plan Gottes. Vor einigen Wochen ist etwas interessantes passiert in meinem Dienst, was absolut neu war. Wie gesagt, seit 22 Jahren reise ich durch Gemeinden und tue das, was ich jetzt hier mache: Ich lehre. Und nebenbei, das habe ich noch vergessen zu sagen, habe ich noch eine andere Funktion. Und zusammen mit meiner wunderbaren Frau dienen wir einer Reihe von Gemeinden, nicht zu vielen Gemeinden, aber einer Reihe von Gemeinden apostolisch und begleiten sie, betreuen sie und helfen ihnen einfach voranzukommen.

Und vor einigen Wochen ist etwas Interessantes passiert. Eine Gemeinde hat mich eingeladen und der erste Abend sollte ein Abend sein nur mit dem Trägerkreis der Gemeinde. Und sie haben mir ausdrücklich den Auftrag gegeben, ich soll sprechen über: „Was ist Gemeinde?“

Und das war für mich eine Revolution, weil in 22 Jahren, und ich habe viele Gemeinden gesehen und viele haben mich eingeladen und viele haben auch mir gesagt, das soll das Thema sein. Das war zum allerersten Mal, dass eine Gemeindeleitung gesagt hat, wir wollen etwas hören, was eigentlich Gemeinde ist.

Ich war erstaunt, weil die allermeisten Gemeinden, die ich kenne – wie gesagt, in 22 Jahren in zig Gemeinden war das zum allerersten Mal – die allermeisten gehen stillschweigend davon aus, wir wissen ja, was Gemeinde ist, wir haben ja Gemeinde, wir machen ja Gemeinde. Und merken nicht, wie an ganz wichtigen Stellen sie so weit weg sind von den Plänen Gottes.

So, das ist ein Thema, was mir sehr, sehr auf dem Herzen liegt. Und heute abend beginne ich mit einer ganz grundlegenden Wahrheit über Gemeinde, die wir ganz am Anfang finden, wo es zum ersten Mal darum geht, dass Gott Sein Haus bauen will, Seine Wohnstätte bauen will hier auf der Erde. Und das ist ja auch, was die Bestimmung der Gemeinde ist. So, lasst uns einmal gehen zu 2. Mose 25. Das ist die Situation: Das Volk Gottes war herausgenommen aus der Knechtschaft, in der sie über 400 Jahre gewesen sind in Ägypten. Sie kommen heraus, sind in der Wüste, sind auf dem Weg in das gelobte Land. Und jetzt kommt der Auftrag des Herrn in Kapitel 25 – ich lese einmal hier nur Vers 8.

2 Mose 25
8 Und sie sollen mir […]

Also Gott spricht zu Mose, und sagt: Mose, das musst du dem Volk jetzt sagen.

2 Mose 25
8 Sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne.

Ein interessanter Gedanke. Das Volk Gottes muss etwas bauen, damit Gott kommen kann und wohnen kann. Und das ist genau unsere Situation als Leute, die jetzt Gemeinde bauen wollen. Die Gemeinde ist der Ort, wo Gott wohnen will. Das ist der einzige Ort. Wo kann denn Gott wohnen? Nur in der Mitte der Gläubigen, nirgendwo anders. Gott kann nicht nach Lübeck auf den Marktplatz kommen oder irgendwo anders hin, Gott muss in die Gemeinde kommen.

Und wenn Er in der Gemeinde Freiraum hat und wenn Er dort sein Werk tut, dann kann Er mit der Gemeinde dann rausgehen auf den Marktplatz oder irgendwoanders hin oder in andere Nationen oder so und kann Dinge tun. Aber es beginnt mit der Gemeinde.

Und das, was in der Gemeinde nicht vorhanden ist, können wir auch nicht exportieren nach draußen oder in andere Länder. Das funktioniert einfach nicht. Was wir nicht haben, können wir nicht geben. Das ist ja einfach und verständlich.

So, Paulus sagt, die Gemeinde – Eph 2,22 – ist eine Behausung Gottes im Geist.

Eph 2,22
in dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.

Es ist kein Gebäude, es geht nicht um Stein, um Glas, um Stahl – es geht um ein Gebäude. Petrus erklärt es: Es ist ein geistliches Gebäude und es besteht aus Menschen. Und die Menschen sind die Bausteine.

1 Petrus 2,5
lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott hochwillkommen durch Jesus Christus!

Und das Ziel ist, einen Tempel Gottes zu bauen, eine Stätte zu bauen, wo Gott wohnen kann.

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Das ist Seine Sehnsucht von Anfang an, dass Seine Gegenwart einen Platz findet, wo sie sich ausbreiten kann, wo sie sich zeigen kann, wo sie wirken kann. Gott will einen Platz haben, wo Er wohnen kann. Die Gemeinde ist Sein Haus.

Es gibt eine moderne Bestrebung, da geht es sehr viel um Wachstum, und man bemüht sich andauernd irgendwie zu fragen, ja, wie kriegen wir jetzt noch mehr Leute hier in den Saal?

Unsere Fragestellung muss ganz anders lauten: Wie bekommen wir Gott hier rein? Wie kommt die Gegenwart Gottes hier in einer stärkeren Weise unter uns? Das muss die Frage sein.

Und Gott hat beliebig viele Mittel und Wege sich Gläubigen und Ungläubigen zu offenbaren wenn erstmal seine Gegenwart sich machtvoll erweisen darf und nicht gehindert wird – wie ich das gleich zeigen werde, durch unsere guten Absichten, aber die in einer völligen Blindheit und Ignoranz des Wortes gegenüber einfach das Beste verhindern und verpassen lassen.

Was will Gott tun? Er will sich offenbaren.

In Vers 22 heißt es: Dort werde ich dir begegnen und mit dir reden, was ich dir für die Söhne Israels auftragen werde.

2 Mose 25,22
Und dort werde ich dir begegnen und von der Deckplatte18 herab, zwischen den beiden Cherubim hervor, die auf der Lade des Zeugnisses19 sind, alles zu dir reden, was ich dir für die Söhne Israel auftragen werde.

Gott will sich offenbaren, Gott will sich zeigen, weil Gott weiß viel mehr als wir, was wir brauchen, ist wirkliche Original geistgewirkte vom Himmel geschenkte Offenbarung über wer Er ist – und nicht religiöse Gedanken von Menschen, die Gott nicht kennen und die sich irgendwas nettes religiöses ausgedacht haben über Gott. Gott selber muss sich zeigen, Gott selber muss uns zeigen, wie sein Wesen ist, was all die wunderbaren Eigenschaften bedeuten, wirklich bedeuten, und dass wir den Unterschied sehen zwischen dem Original und unseren religiösen Klischees.

Weil wenn wir Gott lieben sollen, und das ist unser Auftrag, Ihn zu lieben von ganzem Herzen, mit aller Kraft, mit unserer ganzen Seele und mit unserem Verstand, dann wird das nur möglich sein, wenn wir Ihn erkennen wie Er wirklich ist.

Mt 22,37
Jesus aber sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« (5. Mose 6,5).

Und nicht von Menschen uns hören und erzählen lassen, die Ihn selber noch nicht getroffen haben, die selber keine Erste-Hand-Erfahrung haben, sondern auch wieder nur von anderen übernommen haben und von anderen irgendwie abgekupfert haben. Gott will sich offenbaren, weil alles in unserem Leben hängt davon ab, ob und wie weit wir Ihn erkennen.

Unsere ganze Veränderung, unsere ganze Motivation, der ganze Prozess der Heiligung, die schrittweise Veränderung in das Wesen Jesu, all das beginnt damit, dass wir Gott im Geist sehen und erkennen. Und wenn das nicht geschieht, dann können wir Gemeinde machen, dann können wir predigen, dann können wir alle möglichen Aktivitäten entfalten, aber wir werden nicht in die Tiefe wachsen, wir werden nicht verändert werden und es wird nicht Raum gemacht für Gott, sondern stattdessen Raum gemacht für irgendetwas anderes, was oftmals sogar in Feindschaft ist zu Gott.

Wir brauchen Ihn, Er muss sich offenbaren. Ich bin so dankbar für den Bibelabschnitt, den Sebastian uns vorgelesen hat – in Eph 1,17.

Eph 1,17
dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch [den] Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis seiner selbst

Okay, so Gott hat ein großes Verlangen, unter uns zu wohnen. Wenn du siehst durch die Bibel, am Anfang, Adam und Eva, Gott kam, und Er hatte mit ihnen Gemeinschaft am Abend.

1 Mose 3,8
Und sie hörten die Stimme2 Gottes, des HERRN, der im Garten wandelte bei der Kühle des Tages3.

Und dann hier ein Heiligtum, damit Gott wohnen kann. Und das Ende – wie endet das Buch? Gott selber kommt und Er nimmt seine Wohnung hier unter den Menschen. So endet das Buch.

Off 21,3
Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: Siehe, die Wohnung Gottes bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird mit ihnen sein, ihr Gott.

Gott hat Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach Beziehung zu uns. Er sehnt sich danach.

Und der interessante Punkt ist: Menschen sollen im Auftrag Gottes etwas bauen, damit Er kommen kann und wohnen kann.

„Ja, warum kann Er denn nicht von alleine kommen? Wenn Er kommen möchte, dann soll Er doch kommen.“

Dahinter ist die ganze Idee, dass Gott nicht unmittelbar und direkt hier herrscht über diesen Planeten, sondern Satan ist der Gott dieser Welt.

Joh 12,31
Jetzt ist das Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden.

Eph 2,2
in denen ihr einst wandeltet gemäß dem Zeitlauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten der Macht der Luft, des Geistes, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt.

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Und wenn Gott etwas tun möchte, dann braucht er Menschen – wie Abraham – mit denen Er einen Bund eingehen kann und die Ihm sozusagen die Tür aufmachen als Repräsentanten der Menschheit, die Ihm die Tür aufmachen und Ihm erlauben. Das klingt vielleicht für einige sehr seltsam – Gott etwas erlauben – ja, die Bibel redet davon, dass wir entweder Gott erlauben zu wirken oder durch unseren Unglauben – wie bei Jesus: Wir verhindern, dass Er etwas tun kann.

Von Nazareth heißt es: Wegen ihres Unglaubens konnte er nicht wirken.

Mk 6,6
Und er verwunderte sich wegen ihres Unglaubens. Und er zog durch die Dörfer ringsumher und lehrte.

Schon mal darüber nachgedacht, dass Gott begrenzt werden könnte durch uns? Mit unseren besten Absichten, mit unseren guten Ideen, Gott könnte begrenzt werden. Und möge das nie geschehen! Und mögen wir diese heilige Furcht haben: „Gott, hilf mir, Dir nicht im Wege zu stehen, was Dein Wirken in meinem Leben angeht, in meiner Familie angeht, was Dein Wirken angeht in meiner Gemeinde. Hilf mir, dass ich nicht ein Bremsklotz bin, sondern einer, der Türen aufmacht, einer, der Hindernisse und Anstöße und Barrikaden und Bollwerke niederreißt, damit Du kommen kannst und damit du dein Werk tun kannst“.

Das ist das Herz Gottes. Er möchte so gerne kommen. Und Er möchte, dass wir etwas tun. So wie Er hier zu Mose sagt: Ihr sollt mir ein Heiligtum machen.

2 Mose 25,8
Sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne.

Und jetzt kommt der entscheidende Punkt. Vers 9.

2 Mose 25,9

Nach allem, was ich dir zeige, nämlich dem Urbild der Wohnung und dem Urbild all ihrer Geräte, danach sollt ihr es machen.

So, Gott wird dem Mose etwas zeigen und Er sagt: So wie ich dir gezeigt habe, so müsst ihr bauen.

Und wenn du dann die folgenden Kapitel liest, dann hast du immer und immer und immer wieder diese selbe Formulierung – ich lese nur einige wenige vor.

2 Mose 25,40
Und sieh zu, dass du alles nach ihrem Urbild machst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!

2 Mose 26,30
So errichte denn die Wohnung nach ihrem Bauplan, wie er dir auf dem Berg gezeigt worden ist!

Bitte achte auf das Wort „Bauplan“!

2 Mose 27,8
Aus Brettern sollst du ihn anfertigen – innen hohl. Wie es dir auf dem Berg gezeigt worden ist, so soll man ihn machen.

Und so geht das weiter und weiter und weiter und viele, viele Male kommt diese Ermahnung: Mose, sieh zu, du musst es so machen, wie ich es dir gezeigt habe!

Da war keinerlei Spielraum für kreative Ergänzungen oder kreative Hilfestellungen für Gott. Gott sucht keine Ratgeber.

Gott sucht keine, die Ihm erzählen, wie man Gemeinde baut. Was Gott sucht, sind Menschen, die sagen: Hier bin ich, was immer du von mir willst, hilf mir, ein gehorsames Herz zu haben, hilf mir, meinen Platz einzunehmen und deinen wunderbaren Heiligen Geist nicht zu dämpfen und nicht zu betrüben. Das ist mein Gebet.

Eph 4,30
Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung hin!

1Thess 5,19
Den Geist dämpft nicht!

Gott sucht keine Ratgeber! Und so viele Leute treten auf und geben uns Strategien und Konferenzen über wie man Gemeinde baut und wenn du dir die Inhalte anschaust, vieles ist so weit weg von der Bibel. Und vieles widerspricht der Bibel. Und doch rennen die Pastoren dahin, weil sie möchten endlich mal eine große Gemeinde haben, sie möchten nicht mehr die dummen Hanseln sein im Pastorentreffen und bemitleidet werden: „Was, du hast nur eine kleine Gemeinde von 30? Schau an, ich habe 150!“

Und sie sind motiviert, große Gemeinde zu bauen. Und ich sage dir, ich war auf vielen Pastorentreffen, und ich weiß, wie Pastoren ticken. Und sie sind motiviert, ich will endlich mal auch wer sein. Und das ist eine völlig verkehrte Motivation für Gemeindebau und Gemeindeleitung.

Gemeinde ist nicht dazu da, dass wir uns ein Denkmal bauen – so wie Saul.

1 Sam 15,12
Und am frühen Morgen machte Samuel sich auf, um Saul zu begegnen8. Da wurde Samuel berichtet: Saul ist nach Karmel9 gekommen. Und siehe, er hat sich ein Siegeszeichen errichtet, und er hat sich gewandt und ist weitergegangen und nach Gilgal hinabgekommen.

Das war sein ganzes Bestreben: Er wollte scheinen, er wollte im Mittelpunkt stehen, er wollte Anerkennung haben. Sogar als er tief gefallen war und im Ungehorsam gesündigt hat gegen Gott – alles, was er will, ist, dass der Prophet kommt und ihn ehrt vor der Gemeinde.

Er hat nicht gesagt, „Komm mit, Prophet, und steh mir bei, ich muss jetzt Buße tun vor der Gemeinde und ich brauche jemanden, der mich stärkt und der mir Händchen hält, weil das fällt mir nicht leicht, zu sagen wie jämmerlich ich versagt habe und wieviel selbstsüchtige Motive in meinem Herzen waren, hilf mir, dass ich das gut über die Bühne kriege und vor der Gemeinde mich demütige“.

Nein! „Komm du, und ehre mich vor den Leuten!“

1 Sam 15,30
Und er sprach: Ich habe gesündigt! Aber ehre mich doch vor den Ältesten meines Volkes und vor Israel und kehre mit mir um, dass ich den HERRN, deinen Gott, anbete!

Das war nachdem Saul gesündigt hatte in seinem Herzen.

#00:20:14-6#

„Ehre mich vor den Leuten!“. Sein ganzer Dienst war auf einem falschen Fundament, auf dem Fundament, er wollte Ehre haben, er wollte gesehen werden. Und wenn du die Lehre von Apostel Paulus kennst über Dienst, dann weißt du, das disqualifiziert einen Menschen vom wirklichen Dienst!

Und wenn er auch ordiniert ist und wenn er auch alle möglichen Papiere vorzuweisen hat – aus Gottes Sicht disqualifiziert ein Herz, das sich darstellen will, das sich zeigen will, das Ehre haben will von Menschen, disqualifiziert vom Dienst.

Und es ist eine traurige Wahrheit, dass wir heute viele ordinierte Leute haben im geistlichen Dienst, die den Gott, der Herzen erforscht, wie Paulus das sagt, noch nie getroffen haben.

Röm 8,27
Der aber die Herzen erforscht, weiß, was der Sinn des Geistes ist, denn er verwendet sich für Heilige Gott gemäß.

Der noch nie in das Gesicht, in das Angesicht von Jesus, der Augen wie eine Feuerflamme hat, wo die Eifersucht Gottes einfach brennend ist und sagt: „Ich will dich und ich will nicht, dass du in irgendeiner Weise dich den Götzen dieser Welt an den Hals wirfst, ich will dich ganz für mich haben“.

Und wer diesen Jesus nicht gekannt hat und getroffen hat, den mit den Augen wie Feuerflammen und ein Schwert aus seinem Munde – der wird zwangsläufig mit gemischten und vermischten und unreinen Motiven seinen Dienst tun. Und sucht Ehre von Menschen und disqualifiziert sich von einer wirklichen Begleitung und Unterstützung und Salbung des Heiligen Geistes.

So, Gottes Gebot ist hier sehr, sehr eindeutig. „Mose, ich will nicht, dass du irgendwas dazu beiträgst, ich will nicht, dass du die Leute fragst, was sind denn jetzt so die Trendfarben?“ Bis in die Farben, bis in die Materialien, bis in die Maße, bis in das kleinste Seil und Nagel hat Gott jedes Detail beschrieben, wie der Tempel auszusehen hat. Und da hat nie irgendjemand gesagt: Mose, frag die Leute, was sind heute so die Trendfarben und was hätten sie denn gerne? Niemand wurde gefragt!

Weil es Gottes Haus ist und Gott mit alles Selbstverständlichkeit sagt: Es ist mein Haus und ich will dort wohnen und deswegen muss es so sein, wie es mir gefällt. Was ihr dazu zu sagen habt, interessiert mich überhaupt gar nicht.

Ist das Liebe? Ja! Das ist die Liebe Gottes!

Er ist Gott. Und es geht um Seine Ehre, es geht um Ihn. Und Er hat uns geschaffen für Ihn. An einer Stelle in Jesaja redet es von den Menschen, „die ich geschaffen habe zu meiner Ehre“.

Jes 43,7
jeden, der mit meinem Namen genannt ist und den ich zu meiner Ehre geschaffen, den ich gebildet, ja, gemacht habe!

Es geht um die Ehre Gottes! Und das ist eins der Dinge, die Er niemals mit irgendjemandem teilen will. Er ist nicht bereit, Seine Ehre zu teilen. „Meine Ehre werde ich niemandem geben“, sagt Er.

Jes 42,8
Ich bin Jahwe, das ist mein Name. Und meine Ehre gebe ich keinem anderen noch meinen Ruhm den Götterbildern.

Und wer das krass findet, der muss einfach anerkennen, dass er diesen Gott mit diesem Verlangen, Er will alleine Gott sein – weil Er ist alleine Gott – und alles andere würde einfach Lüge sein und Täuschung sein und kann nicht bestehen. Diesen Gott müssen wir kennenlernen.

So, viele Male, viele Male haben wir diese Ermahnung, wo Gott dem Mose sagt: Mach es so wie ich dir gesagt habe. Über 10 Mal steht es da. Also wenn das ein Deutsch-Aufsatz wäre, der Lehrer hätte schon längst die Krise gekriegt und gesagt: Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung, schlechter Stil. Was ist das für ein Stück Literatur, wo immer wieder dasselbe gesagt wird?

Aber Gott will nicht einen Preis gewinnen in Literatur, sondern Gott will zeigen, wer Er ist und worum es ihm geht.

Und er verlangt von Mose und durch Mose dann vom ganzen Volk, Gehorsam und Akzeptanz der Tatsache, Er ist Gott. Und Er sucht keine Ratgeber, Er sucht willige Leute, die bereit sind zu tun, was Er schon beschlossen hat.

Und dann siehst du ganz zum Schluss, als alles so gemacht wurde, Kapitel 40 – alleine in diesem Kapitel kommt es mehrere Male vor: „wie der HERR dem Mose geboten hatte“. Fünf, sechs, sieben Mal kommt es vor. „wie der HERR dem Mose geboten hatte“. Sie machten es so wie der Herr dem Mose geboten hatte.

#00:25:05-9#

Und dann heißt es in Vers 33.

2 Mose 40,33b
So vollendete Mose das Werk.

Und jetzt kommt diese fantastische Aussage.

2 Mose 40,34
Da bedeckte die Wolke das Zelt der Begegnung, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte die Wohnung.

Die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnung. Wann ist das letzte Mal gewesen, dass du in einer Versammlung warst, wo du sagst: Hier haben wir einen kleinen, aber doch schon so tiefen und beeindruckenden Vorgeschmack von was es heißt, „die Herrlichkeit des Herrn erfüllt das Haus“?

1 Könige 8,11b
denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus des HERRN.

Wir haben keine Vorstellung, wir haben keinen Hunger, wir haben kein Verlangen, wir schaffen unsere Gottesdienste ohne die Gegenwart Gottes. Und das ist unser Problem. Wir vertrauen auf das, was wir können. Und ob Gott kommt oder nicht, ist uns völlig wurscht, und wir verlassen uns darauf, wir haben gebetet: „Wo zwei oder drei zusammen sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ und dann ist das jetzt mal so.

Ob wir da wirklich mit reinem Herzen, mit Eifer und mit Sehnsucht und mit Hunger für Gott gekommen sind und Ihm dienen wollen wie ein Gottesdienst eigentlich sein soll – es ist ja Dienst für Gott! Wir dienen Ihm!

Und wo hat Gott gesagt: Aber bitte mit 15 Minuten muss Schluss sein!

Will nicht vielleicht der Heilige Geist mal etwas anderes tun? Will er nicht mal uns aus unserer Form und unserer Prägung herausholen und etwas Neues, etwas Kreatives machen, etwas Schönes machen, uns hineinbringen in den Fluss des Heiligen Geistes?

Stattdessen erlebe ich einen Trend in den letzten Jahren, es wird immer schlimmer – viele, viele Gemeinden haben das Singen im Geist schon längst abgeschafft.

Entweder weil sie sich nicht trauen oder aber aus Rücksicht auf die Fremden. „Die verstehen ja nicht, was wir tun“.

Gottesdienst heißt Gottesdienst, weil man dort Gott dient. Und Dank sei Gott wenn da Fremde kommen, aber wir machen keinen Zirkus für die!

Ein Freund von mir ist in einer Gemeinde gewesen, die beansprucht auch eine Gemeinde des Heiligen Geistes zu sein. Und auf jedem Stuhl war ein Zettel: „Wir bitten während des Gottesdienstes/Lobpreises vom Hände heben abzusehen, weil das die Fremden verschrecken könnte“.

Weil die Fremden das nicht nachvollziehen können. Wie tief sind wir gesunken, dass so etwas überhaupt möglich ist?! Was für eine Schande! Die Bibel sagt: Die Männer sollen an allen Orten heilige Hände heben.

1Tim 2,8
So will ich nun, dass die Männer beten an allen Orten und aufheben heilige Hände ohne Zorn und Zweifel.

Und dann kommt die Leitung und sagt: Aber bitte nicht im Gottesdienst! Das könnte die Fremden irritieren.

Was gehen uns die Fremden an?! Wir wollen Gott erfreuen! Wer hat uns gesagt, wir sollen ein schönes Programm machen für die Fremden?! Kurzen Lobpreis, kurze Predigt, hinterher Sushi und alle sind herzlich eingeladen zur Gemeinschaft. Die Aschenbecher stehen auch schon bereit.

Hallo!?

Wer sind wir? Für was sind wir da? Was ist unser Auftrag? Worum geht es?

Wir sind gerufen, ein heiliges Volk, eine Priesterschaft, ein Königtum von Priestern zu sein, und wir sind gerufen, Gott zu dienen und zwar weil Gott Gott ist, auf die Weise, die ER beschlossen hat. Nicht, die wir uns ausgedacht haben und die wir nett finden oder kulturell angepasst oder akzeptabel oder politisch korrekt.

Wen interessieren denn alle diese Begriffe wenn wir ein Herz haben für Gott? Dann gibt es nur noch eins: Was will Gott? Punkt, fertig aus.

Und wir sind entschieden für Ihn da zu sein. Und das Lobpreisteam hat die Freiheit und hat es gelernt, sich der Führung des Heiligen Geistes unterzuordnen und sie fließt mit dem Heiligen Geist. Und die Leiterschaft hat gesagt: Geht mit dem Heiligen Geist bis wir durch sind.

Und nicht: Achtet auf die Uhr, nach 17 Minuten muss fertig sein.

Gottesdienst heißt Gottesdienst, weil man Gott dort dient.

Aus diesen vielen Wiederholungen: „Sieh zu, dass du es so machst, wie ich dir geboten habe“ kommt dieser Eifer Gottes: Es ist mein Haus. Und ich will mich dort wohlfühlen. Und ich alleine will und darf und werde bestimmen, was da abläuft und wie es abläuft – und niemand sonst kommt dazwischen.

#00:30:04-9#

Das ist Gott. Und wo eine Gemeindeleitung dieses Herz hat und alles danach ausrichtet, wir sind hier zusammen, um Gott zu erheben. Wir sind hier zusammen, um Ihn zu ehren. Wir wollen Ihn erfreuen, wir wollen in der Gesinnung Jesu leben, der alles getan hat, um den Vater zu erfreuen — da kommt der Heilige Geist.

Und da berührt er. Da bricht er Gefängnisse auf, da überführt er von Sünde und bringt Menschen zu einer tiefen, geistgewirkten Buße, die man nicht machen kann.

Eines der ehrfurchtgebietendsten und heiligsten Momente, die ich je erlebt habe, war eine Versammlung, wo der Heilige Geist gewirkt hat und Menschen gezogen hat, vor die Versammlung zu treten – das war nicht ein Beschluss, das war nicht Programm, das hat der Heilige Geist so arrangiert. Und Menschen kamen und haben Sünde bekannt.

Und da sind viele Tränen geflossen, und das war so eine heilige Atmosphäre, aber dann – nach einer Weile, wo einige Leute vorne waren, ist etwas passiert, was ich niemals in meinem Leben vergessen werde. Von ganz hinten kam ein junger Mann nach vorne. Und er hatte offensichtlich Mühe überhaupt irgendwie sich nach vorne zu schleppen, so konnte man das an seinem Gang schon sehen. Und dann war er vorne. Und dann unter Tränen hat er bekannt, dass er einmal vor vielen, vielen Monaten als der Opferkorb durch die Reihen ging einen größeren Betrag – ich glaub, es war 1000 Euro, ich weiß nicht mehr genau, das war ein großer Betrag, aber ich will mich jetzt nicht festlegen, aber es war ein großer Betrag – er hat aus diesem Korb genommen.

Und niemand hat ihn deswegen angesprochen, niemand hat es gesehen, und als er das bekannt hatte – erstmal konnte er kaum vor Rührung sprechen – und als er damit endlich raus war, der brauch zusammen, schmolz in den Teppich ein und hat geschluchzt und geheult wie ein kleines Kind. Und in dem Moment als er erzählt hat, was er getan hat, war so die Heiligkeit Gottes gegenwärtig, dass ganz spontan und unabgesprochen schrille, spitze Schreie aus den verschiedensten Ecken der großen Versammlung kam.

Und da habe ich zum ersten Mal verstanden: Das ist der Schrecken des Herrn. Das ist die Furcht Gottes. Schon mal gelesen? Gott sagt: Ich werde kommen in meinen Tempel, wer wird mein Kommen ertragen?

Mal 3,1b-2a
Und plötzlich kommt zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr herbeiwünscht1, siehe, er kommt, spricht der HERR der Heerscharen. Wer aber kann den Tag seines Kommens ertragen?

Er wird kommen und wird wie ein „Wäscher“ sein.

Mal 3,2
Wer aber kann den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen bei seinem Erscheinen? Denn er wird wie das Feuer eines Schmelzers und wie das Laugensalz von Wäschern sein.

Wie einer, der Herzen läutert wie Silber.

Mal 3,3
Und er wird sitzen und das Silber schmelzen und reinigen, und er wird die Söhne Levi reinigen und sie läutern wie Gold und wie Silber, so dass sie Männer werden, die dem HERRN Opfergaben in Gerechtigkeit darbringen.

Das ist nicht angenehm, aber es ist notwendig.

Und jeder im Saal hat gewusst, das ist ein heiliger Gott, der Sünde in seinem Haus nicht tolerieren will und wird, hat dieses arme Bürschlein von hinten am Kragen gepackt und gesagt, „du kommst jetzt nach vorne und du bekennst, was niemand weiß“. Jeder hat verstanden, das ist nicht ein Programmpunk, den man vorher arrangiert hat: „Ach, Bruder, wär doch nett, wenn du auch noch ein Zeugnis geben würdest“. Jeder hat verstanden, der einzige Grund, warum er nach Monaten das bekennt, ist, die Furcht des Herrn hat ihn gepackt.

Und nach seinem Bericht, nach seinem Sündenbekenntnis, war die heilige Furcht Gottes mit Händen zu greifen. Und der Abend war schon spät, und wir haben noch eine kurze Weile, ich weiß nicht wie lange, aber es war nicht lange, den Herrn gepriesen als alles vorüber war.

Und ich weiß es wie heute, das war eines der heiligsten und reinsten und herrlichsten und schönsten Anbetungszeiten, die ich in meinen 42 Jahren als Christ jemals miterlebt habe. Die Luft des Himmels war zum Greifen. Und das war alles so klar und so rein und so hell und so durchsichtig und so ergreifend, und das war so eine Mischung aus unbändiger Freude – und Ehrfurcht und Schrecken zugleich.

Ich weiß nicht, ob du dir diese Mischung vorstellen kannst, aber so war es.

Und da habe ich einen Vorgeschmack bekommen wie es ist wenn Gott wirklich unter uns wohnt.

#00:35:14-4#

Paulus sagt: Wie ist es wenn ihr zusammenkommt? Jemand weissagt und das Verborgene des Herzens eines Ungläubigen wird offenbar. Und er fällt auf sein Angesicht und bekennt: Gott ist wirklich unter euch!

1 Kor 14,25
das Verborgene seines Herzens wird offenbar, und so wird er auf sein Angesicht fallen und wird Gott anbeten und verkündigen, dass Gott wirklich unter euch ist.

Das vermag die Gegenwart Gottes. Und wenn du einmal Berichte gelesen hast von Zeiten, wo der Heilige Geist mächtig gewirkt hat – und ich persönlich glaube, dass das alles nur Beispiele sind, punktuelle Beispiele in der Kirchengeschichte, wo Gott zeigen kann, wer Er ist und was Er kann und was uns ermutigen soll zu sagen: „Gott, komm noch einmal und zeige dich und bewege dich und gib uns Hunger nach deiner Herrlichkeit, gib uns ein Verlangen, gib uns das Verständnis, dass ohne deine Gegenwart können wir gar nichts tun“.

Joh 15,5b
denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Wir denken uns eine Menge aus, eine Menge Spaß, eine Menge Unterhaltung und alles Mögliche, und der Gottesdienst wird immer „perfekter“ und es wird immer mehr gestylt und alles irgendwie so, dass wir versuchen, dass das Level von Unterhaltung in der Welt irgendwie zu treffen.

Aber wo ist die Gegenwart Gottes?

Mose sagt, „dass Du mit uns bist, das ist, was uns unterscheidet von allen anderen Völkern!“

2 Mose 33,16
Denn woran soll denn erkannt werden, dass ich Gnade gefunden habe vor deinen Augen, ich und dein Volk, als daran, dass du mit uns gehst, sodass ich und dein Volk ausgezeichnet werden vor jedem Volk, das auf dem Erdboden ist?

Man kann viel nachmachen, man kann die Shows dieser Welt nachmachen mit allen möglichen Dingen und Effekten und man kann versuchen irgendwie mit dem Mischpult da sowas wie Salbung hinzumischen – man kann eine Nebelmaschine anwerfen, man kann Blitze durch die Halle zucken lassen und kann irgendwie eine verrückte Disco und Konferenz und sonstwelche Atmosphäre machen. Aber etwas, was wir nicht können, ist die Gegenwart Gottes imitieren. Das können wir nicht.

Und jeder Versuch, das zu tun, wird von Gott früher oder später bestraft werden. Denkt an die Jungs, die fremdes Feuer gebracht haben, die eigenen Lobpreisdienst gemacht haben. Was ist passiert? Gott hat sie gerichtet.

Kennen wir diesen Gott? Finden wir das gut wenn wir das lesen? Sagen wir, „super, da ist ein Statement!“ – Ich bin heilig und die, die sich mir nahen, müssen sich heiligen.

3Mo 11,44a
Denn ich bin der HERR, euer Gott. Darum sollt ihr euch heiligen, sodass ihr heilig werdet, denn ich bin heilig;

Als das passierte, da hat Mose gesagt, das ist, was Gott gemeint hat: „Die sich mir nahen, die müssen geheiligt sein.“

Kennen wir diesen Gott? Gibt’s den noch im Neuen Testament oder hat Er sich gewandelt und heute ist alles nett und kuschelig und man kann mit den schlimmsten Kompromissen und Sünden immer noch von Intimität mit dem Vater reden? Und von der wunderbaren Gegenwart Gottes?

Hat Gott sich geändert? Hat Gottes Hass auf die Sünde sich geändert? Hat Gottes Meinung sich geändert? Hat Gott sich dem Zeitgeist angepasst? Was ist los?

Wie kommen wir auf diese Ideen? Wie kommen wir darauf, so leichtfertig umzugehen mit der Gegenwart Gottes und mit den heiligen Dingen, die in diesem Buch beschrieben sind? Wie kommen wir dazu? Wer hat uns dazu ermutigt.

[Lasst euch nicht ablenken von Reaktionen, die nicht aus dem Heiligen Geist sind. Hört auf das Wort, bleibt dran.]

Nach diesem Heiligtum, lange Zeit später, dann hat David dieses Verlangen von Gott ins Herz gelegt bekommen, ein Haus für Gott zu bauen, aber er durfte es dann selber nicht tun, weil er ein Krieger war und Blut an seinen Händen war, aber sein Sohn durfte es tun. Und er hat seinen Sohn instruiert und lasst uns sehen, was er dort seinem Sohn sagt. Und wir sehen etwas sehr, sehr Interessantes.

1 Chr 28,11-12a
11 Und David gab seinem Sohn Salomo den Plan der Vorhalle des Tempels und seiner Gebäude7 und seiner Schatzkammern und seiner Obergemächer und seiner Innenräume und des Raumes8 der Deckplatte9;
12a und den Plan/Vorbild von allem, was durch den Geist in ihm war.

Siehst du hier dasselbe Muster? Mose hat es vom Herrn bekommen und Mose hat im Geist von Gott etwas gesehen. Und Gott hat gesagt: So wie du es gesehen hast, so musst du es bauen.

Jetzt – ein Tempel wird gebaut – und wieder genau das Gleiche. „Ein Vorbild alles dessen, was in seinem Geiste war.“

Siehst du die Parallele? Nick doch mal wenn du meine Frage verstanden hast.

#00:40:11-7#

So, wenn das so eine starke Betonung ist im Alten Testament auf Gottes unbedingte Führerschaft und Herrschaft in Bezug auf Sein Haus und Er nich möchte, dass man irgendwas baut, was zweckmäßig ist und irgendwas, was gerade einem so in den Sinn passt oder was den Trends entspricht, sondern sagt: Es muss so gemacht werden wie ich es gezeigt habe — wäre es da nicht naheliegend davon auszugehen, wenn jetzt wir im neuen Bund wieder ein Haus bauen sollen, einen Ort für die Gegenwart Gottes, dass Gott genauso unerbittlich ist, genauso klar ist, genauso entschieden ist?

Und würden wir das im Worte finden? Ist das im Wort Gottes? Oder hat Gott gesagt, „im neuen Bund, ihr seid alle frei, macht, was ihr wollt. Baut mir etwas, das könnt ihr Gemeinde nennen, ob das dann so ist, wie ich das haben will, ist eigentlich wurscht, Hauptsache, ihr macht irgendwas“.

Ist Gott auf einmal lax geworden? Auf einmal beliebig geworden? Auf einmal geht er auf unsere Geschmäcker ein, auf unsere Vorstellungen?

Gott hat sich nicht geändert. Er ist immer noch der gleiche. Und es ist Sein Haus. Und Jesus sagt: Ich werde meine Gemeinde bauen.

Mt 16,18
Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen.

Nicht: Macht doch eine Gemeinde wie ihr gerade so lustig seid. — Ich werde meine Gemeinde bauen.

Von Paulus heißt es als Aposel, und die anderen Apostel haben sicherlich die gleiche Gesinnung gehabt: Er war ein Baumeister.

1Kor 3,10
Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf. Jeder aber gebe acht, wie er darauf aufbaut.

Gibt es einen Baumeister ohne einen Plan? Dann ist er kein Baumeister, dann ist er ein Hobby-Werkler, aber nicht ein Baumeister. Ein Baumeister weiß, bevor er anfängt, was er will.

Und wo kommt der Plan Gottes her, den Paulus hatte? Er war ein Apostel Jesu Christi und Jesus hat ihm genau gezeigt, wie den anderen Aposteln auch, was macht Gemeinde aus, wie muss Gemeinde aussehen, was muss für Elemente da sein, dass es wirklich ein Haus ist für Seine Ehre.

So, wo ist der Plan, den die Apostel hatten? Was hat Gott ihnen, der Herr ihnen gegeben als Anweisung für die Gemeinde?

Nun, die Schrift sagt: Nach der Auferstehung – Jesus war 40 Tage mit den Aposteln.

Apg 1,3
Diesen hat er sich auch nach seinem Leiden in vielen sicheren Kennzeichen lebendig dargestellt, indem er sich vierzig Tage hindurch von ihnen sehen ließ und über die Dinge redete, die das Reich2 Gottes betreffen.

Nach der Auferstehung! Und lehrte sie die Dinge, die das Reich Gottes betreffen. Da hat er ihnen erklärt, was er will. In den drei Jahren, wo er seine Apostel ausgebildet hat, hat Jesus zwei Mal das Wort Gemeinde in den Mund genommen nach dem, was wir in der Bibel finden. Das eine ist Mt 16, wo er die Gemeinde beschreibt mit dem einen Merkmal — stell dir mal vor, was würdest du für Merkmale nehmen, wenn du Gemeinde beschreibst. Jesus nimmt ein Merkmal. Und das ist Autorität über die Mächte der Finsternis. Das beschreibt er als er von Gemeinde redet.

Mt 16,18
Aber auch ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.

Und in Mt 18 redet er nochmal von Gemeinde, und wovon redet er da? Vom richtigen, Gott gemäßen Umgang mit Sünde in der Gemeinde.

Mt 18,17 Wenn er aber nicht auf sie hören wird, so sage es der Gemeinde; wenn er aber auch auf die Gemeinde nicht hören wird, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner!

Und was ist der Zusammenhang zwischen Autorität über die Mächte der Finsternis und der Umgang mit Sünde in der Gemeinde? Eine interessante Frage!

An der Art und Weise wie wir mit Sünde, die in der Gemeinde auftritt, umgehen, entscheidet sich, ob und wieviel Vollmacht wir wirklich ausüben dürfen und können über die Mächte der Finsternis. Weil die Bibel sagt: Gebt dem Teufel keinen Raum!

Eph 4,27
und gebt dem Teufel keinen Raum!

Achan im Alten Testament hat gesündigt. Gott hat gesagt, wenn die Schlacht vorbei ist, alles, was vom Feind erbeutet wurde, muss vernichtet werden.

Jos 7,1
Doch die Söhne Israel übten Untreue an dem Gebannten. Und Achan, der Sohn des Karmi, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serachs, vom Stamm Juda, nahm etwas von dem Gebannten. Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen die Söhne Israel.

Und Achan vergreift sich an dem Silberbarren. Und sagt: Ach, guck mal hier, das ist ja genau die Summe, für die ich gebetet habe für mein neues Auto. Das ist Gott. Gott gibt mir das hier. Das kann doch kein Zufall sein — und steckt’s in die Tasche und sagt: Damit ist mein Kauf von meinem neuen Dingsbums, was immer der sich kaufen wollte, ist geregelt und denkt noch, es ist von Gott und hat total vergessen, was Gott gesagt hat: Alles Gebannte muss vernichtet werden, nichts vom Feind darf behalten werden. Ob das in euren Augen wertvoll ist oder wertlos ist, es muss alles vernichtet werden.

#00:45:06-5#

Und Achan hat’s genommen. Und was passiert? Weil ein Mann gesündigt hat, verliert Israel, die Armee des Herrn, die Autorität hat über alle Feinde, sie verliert die nächste Schlacht. Und dann sind sie alle völlig schockiert – wie kann das sein? Gott hat doch gesagt, er will mit uns sein. Gott hat uns doch gesagt, er wird alle Feinde vor uns her vertreiben. Gott hat doch gesagt, Er ist der, der den Sieg bringt in der Schlacht – wie kann das sein?! Dass wir verloren haben und so viel Verluste erleiden mussten, wie kann das sein?

Und dann kommt die Antwort: Israel hat sich versündigt.

Jos 7,11a
Israel hat sich versündigt

Ja, wie, Israel? Das war doch der Achan! Was haben wir denn mit Achan zu tun! Wieso müssen denn wir darunter leiden, weil der Achan was gemacht hat, was wir natürlich nie gemacht hätten?! — Wir hätten es auch gerne gemacht, aber uns nicht getraut.

Ist das nicht unfair? Alle leiden wegen eines Mannes?! Hier gibt Gott eine Lektion: Er sieht sein Volk, und er sieht auch eine Gemeinde, wie EINE Person.

Einer leidet – alle leiden. Einer gibt dem Teufel Raum, alle leiden darunter.

„Ja, was haben denn wir mit dem Achan zu tun?!“ — wenn wir biblische Ordnung anschauen für Beziehungen, dann sehen wir, dass wir Verantwortung haben. Vielleicht kommt es so weit in dieser Lehrreihe, am Ende mache ich eine Einheit über Gottes Ordnung in den Beziehungen in der Gemeinde. Wäre das mal interessant? Oder „Och, das kennen wir schon. Abgehakt! Beziehungen? Das ist alles ganz easy“.

Ich rede nach den Ordnungen Gottes! Davon rede ich.

Und dann sehen wir, dass wir sehr wohl Verantwortung haben für die Sünde des Bruders und der Schwester. Und dass wir nicht sagen können: „Was geht mich seine Sünde an? Das ist seine Privatsache. Da soll er selber zusehen wie er damit klar kommt“.

Das ist nicht die biblische Ordnung, ihr Lieben.

Aber weil wir alle getrieben sind von dieser Idee: „Wir müssen nett sein“. Als wenn das Evangelium lauten würde: „Seid nett zueinander“. Das ist ADAC! Das ist nicht Bibel!

„Redet die Wahrheit in Liebe“ – das ist Evangelium. Aber später mehr zu dem Thema, wie wir da umgehen sollen.

Aber der Punkt ist einfach: Da ist ein Zusammenhang zwischen der Autorität, die eine Gemeinde über die Mächte der Finsternis ausüben darf. Theoretisch haben wir alle Macht, über alle Macht des Feindes, weil das hat Jesus erworben und uns gegeben.

Lk 10,19
Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und Vollmacht über alle Gewalt des Feindes, und nichts wird euch schaden.

Mt 28,18-19a
Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker …

Warum sollen wir hingehen? Weil diese Macht, die er erworben hat, uns gegeben ist natürlich.

Aber das ist die Theorie. Wieviel wir davon praktisch wirklich ausüben können, ist eine ganz andere Geschichte. Und da ist offensichtlich eine nicht zu übersehende Kluft zwischen dem, was uns zusteht und was wirklich funktioniert, oder? Warum schicken wir dann unsere psychisch Kranken in die Klinik statt die Geist auszutreiben? Warum tun wir das? Hallo?

Aber mein Punkt war, die Apostel haben klare Instruktionen bekommen. Du sagst: Ja, kann ich mir vorstellen – Jesus hat sie 40 Tage gelehrt über das Reich Gottes, also wie man jetzt Reich Gottes baut. Aber leider steht da ja nicht, *was* er ihnen beigebracht hat. Schade! Das wäre doch so interessant zu wissen, was er ihnen dort gesagt hat über wie baut man denn jetzt Gemeinde.

Es steht in der Bibel, was Jesus ihnen gesagt hat!

Ja, wo?

Schau dir den Dienst der Apostel an! Das, was sie getan haben, das ist die Umsetzung, die Ausführung dessen, was Jesus ihnen beigebracht hat. Und Paulus betont es so viele Male und das trifft sicherlich für die anderen Apostel genauso zu. Die tun nicht irgendwie ihre Ideen, die machen nicht das, was sie nett finden. Sie machen nicht irgendetwas. Sie verkündigen nicht irgendetwas – sie tun das im Gehorsam Gott gegenüber, sie tun das, das Er ihnen geboten hat. Sie sind Diener, sie sind Sklaven Christi.

Was den Dienst angeht, sie haben keinen eigenen Willen!

So, das heißt, wenn wir den Dienst der Apostel anschauen, dann wissen wir, was Jesus ihnen geboten hat. Macht das Sinn? Sag „ja“.

#00:50:17-5#

Jetzt schau dir mal so einen Punkt an, ich meine, es ist jetzt nicht ein wesentlicher Punkt, auf dem ich herumreiten will, aber nur einfach mal so als kleiner „Augenöffner“, mit welcher Selbstverständlichkeit und mit welcher frechen Großzügigkeit wir über die Ordnung Gottes hinweggehen: In Apostelgeschichte kannst du lesen – Apg 14 – Paulus und sein Team, was machen sie?

Apg 14,23
Als sie ihnen aber in jeder Gemeinde/Versammlung Älteste gewählt hatten

Bitte achte genau darauf, was der Text sagt. Nicht die Versammlungen haben sich Älteste gewählt, sondern die Apostel haben für jede Versammlung – das waren also schon Gläubige, jetzt Älteste eingesetzt. Die Apostel haben gewählt. Nicht die Gemeinde hat gewählt. Und sie haben Älteste eingesetzt. Nirgendwo siehst du, die haben einen Pastor eingesetzt oder eine Pastorin oder haben gesagt, ach, wir machen es irgendwie, Gemeinde bestimmt. Du findest das nicht.

In jeder Versammlung haben sie Älteste eingesetzt. Und deswegen konsequenterweise wenn nachher das Werk wächst und Paulus hat Mitarbeiter und er kann sie senden so wie Timotheus oder wie Titus, auch in apostolischer Sendung und Vollmacht, ja? Was gibt er dann dem Titus mit?

Tit 1,5a
Deswegen ließ ich dich in Kreta zurück, damit du das Versäumte nachholen –

also etwas fehlte da noch, das sollst du jetzt nachholen, und was soll der nachholen?

Tit 1,5b
in jeder Stadt Älteste einsetzen möchtest wie ich dir befohlen habe.

Das war ein reifer Mann Gottes, der hatte die Leitung des Heiligen Geistes. Und Paulus hat nicht gesagt: Geht und bete und lass dich führen vom Heiligen Geist, was in dieser Stadt dran ist, weil Gott ist ja vielfältig, und der macht nicht immer dasselbe, er wiederholt sich ja nicht, also überleg doch mal und bete und finde heraus, was möchte Gott in dieser Stadt tun? Was möchte Gott in jener Stadt tun? Was möchte Gott in der nächsten Stadt tun?

Er hat Titus überhaupt keine Wahl gegeben, hat ihm nur einen Befehl gegeben. Titus, du setzt Älteste ein!

Da musste er nicht beten: Herr, ist hier eine Pastorin dran? Ist hier ein Pastor dran? Wie hättest du es gerne?

Er musste darüber nicht beten, er durfte darüber gar nicht beten. Er hatte gar keine Wahl. Er musste einfach den Befehl ausführen. Das ist übrigens ein Wort, was wenig gängig ist in unserem christlichen Vokabular: Gehorsam und Befehl. Schon mal gemerkt, dass das ein Begriff ist, den gibt es noch bei der Armee oder bei der Polizei, aber in der Gemeinde – Gehorsam und Befehle? Du, also, wir sind doch alle … nicht wahr?

Sie wurden, heißt es in der Bibel, dem Glauben gehorsam.

Apg 6,7
Und das Wort Gottes wuchs, und die Zahl der Jünger in Jerusalem mehrte sich sehr; und eine große Menge der Priester wurde dem Glauben gehorsam.

Petrus befahl, dass man sie taufen lasse.

Apg 10,48
Und er befahl, sie zu taufen in dem Namen Jesu Christi. Da baten sie ihn, dass er noch einige Tage dabliebe.

Was machen wir heute? Wir überreden die jungen Leute wenn sie im Konfirmationsalter sind, damit sie endlich sich taufen lassen und alles seine Ordnung hat. Wir überreden Leute! Aber Petrus hat niemanden überredet, aber als Leute sich wirklich bekehrt haben, hat er gesagt: Das ist jetzt, was dran ist.

Wie sollten die Gläubigen das auch wissen, die neuen Gläubigen? Er war der Apostel, er hat ihnen gesagt, was jetzt dran ist. „Ihr habt euch bekehrt und jetzt lasst ihr euch taufen!“

Er befahl das. Er hat nicht einen Vorschlag: Du Schätzchen, überleg doch mal. Wäre das nicht was Tolles? Dann machen wir auch eine Feier, so wie bei der Kirche so, Konfirmation mit ganz vielen Geschenken, und das wird dir bestimmt Spaß machen, möchtest du dich nicht taufen lassen?

Lesen wir sowas in der Bibel?

Christus ist der Herr und Christus hat beschlossen und er verkündigt, auf welche Art und Weise er geliebt werden möchte. Und er hat das Recht dazu. Und er fragt nicht an irgendeiner Stelle: Würde euch das Spaß machen, würde euch das gefallen? Denkt ihr, das wäre ein coole Sache? Was meint denn ihr darüber?

Gott ist Gott. Und es ist Seine Gemeinde. Und Er will Seine Gemeinde bauen – nicht eine Pfingstgemeinde, nicht eine Ecclesia-Gemeinde, nicht eine Baptisten-Gemeinde, nicht eine charismatische Gemeinde – Er will Seine Gemeinde bauen. Und wie Seine Gemeinde aussieht, steht in diesem Buch und nirgendwo sonst.

Und nicht in den Statuten irgendeiner Organisation – wie alt sie auch sein mag.

#00:55:08-3#

Gott ist Gott, es ist Sein Haus. Und wenn du das Neue Testament studierst, und ich habe manches Mal für gewisses Prickeln in Pastorentreffen gesorgt mit so einer kleinen Bemerkung: Ihr lieben Brüder, ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass es im ganzen neuen Testament keine Gemeinde gibt, die von einem Pastor geleitet wird?

Du, da sind die erbaut!

Da hörst du förmlich die Klappmesser in der Tasche schon aufspringen. So erbaut sind sie von so einer Bemerkung.

Paulus schreibt einen Brief an die Philipper. Und er grüßt die Heiligen, er grüßt die Aufseher, das sind die Ältesten, ja? Aufseher und Älteste, das ist das gleiche – ein austauschbarer Begriff. Und die Diener, die Diakone. Die Heiligen, die Ältesten und die Diakone begrüßt er am Anfang des Briefes.

Phil 1,1
Paulus und Timotheus, Knechte1 Christi Jesu, allen Heiligen in Christus Jesus, die in Philippi sind, samt den Aufsehern und Dienern

Ja, warum in aller Welt begeht er diesen grandiosen Fehler und begrüßt nicht den Pastor?

Schon mal darüber nachgedacht? „Das macht man doch nicht!“ Weil die keinen Pastor hatten – Punkt, fertig, aus.

Am Ende seines Dienstes, er will in Ephesus vorbei und will nochmal ein letztes Treffen haben mit der Leiterschaft, er möchte nicht in die Versammlung gehen, aber er möchte sie privat nochmal treffen, die Leiterschaft. Und er ruft die Ältesten zu sich.

Apg 20,17
Von Milet aber sandte er nach Ephesus und rief die Ältesten der Gemeinde herüber.

Ja, bitte, warum schon wieder den Pastor vergessen?

Und so könnten wir weiter und weiter und weiter gehen. Wo kommt die Idee her, eine Gemeinde wird von einem Pastor geleitet? Wo kommt die her?

Ich weiß es nicht so genau, aber eines weiß ich: Nicht aus diesem Buch.

Ich nehme das nur als ein Beispiel, um uns zu zeigen, mit welcher Selbstverständlichkeit wir uns an der Ordnung Gottes vergreifen und wir machen irgendetwas, was Gott uns nicht geboten hat.

Ich bin nicht der Meinung, Ihr Lieben, das will ich gleich mal in Klammern dazu sagen, ich bin nicht der Meinung, dass eine Gemeinde, die sich jetzt entscheidet, wir wollen in neutestamentliches Fahrwasser, dass sie als erstes damit beginnt, den Pastor rauszuschmeissen. Ich bin nicht der Meinung. Um nur drei Hanseln aufzustellen, die wir jetzt Älteste nennen, ohne dass die die Kriterien von Ältesten erfüllen, bringt uns keinen Schritt weiter, sondern drei Schritte zurück.

So, ich bin nicht der Meinung, da fängt es an – bitte! Da möchte ich nicht falsch verstanden werden.

Ich nehme das nur als ein Beispiel: Mit aller Selbstverständlichkeit, seit Luther, wiederholen wir, was Menschen uns vorgemacht haben und es kommt niemand auf den Gedanken: Ja, aber was sagt das Wort eigentlich? Was steht denn in der Schrift?

Und die Begründung, warum wir das so machen, ist ganz einfach, ganz einfach: Team, Ältesten-Team, wo sie offen sind, transparent sind, wo sie Freunde sind, wo sie miteinander im Licht leben, wo sie voreinander die Sünde bekennen, wo sie gemeinsam auf Augenhöhe miteinander gehen, funktioniert nur im Heiligen Geist.

Die One-Man-Show funktioniert auch im Fleisch. Aber das Team, wie Gott sich das vorgestellt hat, funktioniert nur im Heiligen Geist. Und wir sind immer darauf aus, Lösungen zu schaffen, die funktionieren. Ob Geist oder ohne Geist – Hauptsache, der Laden läuft. The Show must go on. Das ist unsere Idee.

Und man könnte noch manche andere Beispiele anführen.

PS 127,1
Wenn der HERR das Haus nicht baut, arbeiten seine Erbauer vergebens daran.

So, wir sehen hier: Die Arbeiter müssen arbeiten, ja. Es ist nicht: Der Herr macht das alles schon und wir legen die Hände in den Schoß oder gehen unseren privaten Dingen nach und irgendwann kommen wir: „Ach, das Haus ist fertig“. Nein, wir bauen das Haus. Aber unter Seiner Führung, unter Seiner Leiterschaft. Und wenn Er nicht das Haus baut, dann arbeiten wir vergebens. Egal wie wir uns bemühen und egal wieviel wir investieren an Zeit und Kraft und Geld, wir arbeiten dann umsonst. Die Arbeiter arbeiten vergeblich.

#01:00:00-8#

Und „vergeblich“ ist ein schlimmes Wort. Vergeblich heißt, am Ende zählt es alles nichts. Am Ende war alles umsonst.

Und wir müssen ein Schaudern bekommen und wir müssen sagen: Gott, das darf nicht über meinem Leben und das darf nicht über unserer Gemeinde am Schluss gesagt werden.

Eine Möglichkeit wie man vergeblich arbeitet, finden wir in der Lehre von Jesus. Mt 15 – hier spricht Jesus zu den Frommen.

Mt 15,3
Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet auch ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen?

Das heißt also, um die Überlieferung zu halten, hochzuhalten, ihr weiterhin den ersten Platz zu geben, übertreten sie das Gebot Gottes. Und jetzt beschreibt er, was er meint:

Mt 15,4
Denn Gott hat gesagt: „Ehre den Vater und die Mutter!“, und: „Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben.“

Das ist das Wort Gottes, ja? Also, die Kinder haben Verantwortung für das Wohlergehen der Eltern im Alter.

Mt 15,5-6a
Ihr aber sagt: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: Eine Opfergabe sei das, was du von mir an Nutzen haben würdest,
der braucht seinen Vater oder seine Mutter nicht zu ehren

Also, was gemeint ist, ist: Jemand hat Geld, hat Vermögen, die Eltern sind jetzt nicht mehr in der Lage für sich selber zu sorgen, der Sohn sollte jetzt sein Geld, was er erarbeitet hat, benutzen, um die Eltern zu tragen. Da gab es ja noch kein Sozialamt. Aber wenn jetzt der Sohn sagt: Ja, diesen Geldbetrag, den habe ich schon versprochen zum Opfer für den Tempel – dann ist das blockiert, dann braucht er dieses Geld nicht zu nehmen, um die Eltern zu unterstützen.

Das ist eine Regel, den die frommen Leiter sich ausgedacht haben, die dem Wort Gottes widerspricht. Ob der nachher tatsächlich das Geld dann dem Tempel zur Verfügung stellt oder nicht, ist dann uninteressant, aber in dem Moment, wo er sagt: Opfer! – ist es blockiert, und er ist frei von seiner Verantwortung gegenüber seinen Eltern.

Zurecht kritisiert Jesus das. Und er sagt: Ihr stellt eure Überlieferungen über das Wort Gottes.

Mt 15,6b
und ihr habt so (auf diese Art und Weise) das Wort/Gebot Gottes ungültig gemacht/aufgehoben um eurer Überlieferung willen.

Mt 15
7 Heuchler! Treffend hat Jesaja über euch geweissagt, indem er spricht:
8 „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir.

Und jetzt kommt dieses schreckliche Wort.

Mt 15,9
Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als Lehren Menschengebote lehren.“

Jesus sagt, es ist alles umsonst. Er könnte doch sagen: Okay, hier habt ihr ein paar Punkte, da habt ihr das Wort Gottes außer Kraft gesetzt, habt eure Überlieferungen darüber gestellt, also, statt 100 Punkte gibt es nur 80 Punkte. Immerhin habt ihr euch bemüht und ein paar Dinge waren auch richtig.

Nein, was sagt Jesus? ALLES, was ihr gemacht habt, ist unbedeutend und zählt nicht. Es ist alles umsonst.

Glauben wir an einen Gott, der am Ende über ein Leben, am Ende über einer Gemeinde solche Worte sprechen kann? Glauben wir an den oder ist das einfach ein Bibeltext, „der ist auch mal interessant“? Oder gibt es diesen Gott wirklich? Ist Gott so wie Er hier beschrieben wird? Kann er solche Worte sprechen – „vergeblich“?

Paulus sagt: Ich warne euch, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangt.

2Kor 6,1
Als Mitarbeiter aber ermahnen wir auch, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangt.

Die Gnade ist umsonst, aber es kostet uns etwas, ihr Raum zu geben, es kostet uns etwas, mit der Gnade zu kooperieren und der Gnade den Vorrang zu geben und der Gnade zu erlauben, dass sie in uns ihr Werk tun kann. Und man kann aus der Sicht des Herrn tatsächlich Gnade vergeblich empfangen, d.h. sie hat dann doch keine Möglichkeit, ihr Werk zu tun.

Wenn es so etwas wirklich gibt, ihr Lieben, sollte uns sowas nicht beunruhigen?

#01:05:10-6#

Sollte uns das nicht zu dem Punkt bringen: „Gott, hilf mir, so zu leben, dass sowas niemals eintritt in meinem Leben“. Und die Gemeindeleitung betet: „Gott, hilf uns, dass wir nicht am Ende so ein Wort hören müssen: Ihr habt euch mächtig bemüht, und ihr habt eure Statuten und eure Ideen und eure Traditionen hochgehalten, aber ihr habt das Wort Gottes außer Kraft gesetzt!“

Müsste das nicht uns beunruhigen?

Wo kommt diese Leichtigkeit her? Diese Sicherheit her? „Ach, wir machen das so, das passt schon!“

Wie viele Pastoren habe ich reden hören: Gott hat uns das Evangelium gegeben, aber wie jetzt die Gemeinde aussehen soll, das ist uns überlassen.

Wo kommt das her?

Sollten wir da nicht fragen, ob es vielleicht auch bei uns Menschengebote gibt, die höher stehen als die Ordnung Gottes? Sollte das uns nicht nachdenklich machen und beunruhigen im Heiligen Geist, dass wir sagen: Wir müssen ganz dicht an diesem Wort sein und wir können uns in Bezug auf die Gemeinde und wie die Gemeinde gebaut wird, wir können uns nicht erlauben, an irgendeiner Stelle vom Modell, vom Muster, das uns gezeigt ist, abzuweichen.

Lasst mich einige Beispiele geben, wo wir mit Lockerheit, mit Selbstsicherheit, mit Selbstvertrauen das tun und das Wort Gottes außer Kraft setzen:

Jesus hat es ganz klar beschrieben, vorgemacht und geboten, dass wir Jünger machen sollen.

Die allermeinsten pfingstlich-charismatischen Gemeinden, die ich kenne, erlauben sich den Luxus, ohne Jüngerschaft zu leben.

Weil sie Rücksicht nehmen auf die Befindlichkeiten der Leute. Weil sie sagen: Wenn wir diese Standards, die wir im Wort finden in Bezug auf Jüngerschaft – wenn wir das hier ansetzen würden, da ist am nächsten Sonntag die Hälfte verschwunden. „Ja, und wer wird dann das Gebäude bezahlen und mein Gehalt?!“

Siehst du, was uns wichtig ist?

Menschliche Dinge, die für Gott entweder an 15ter Stelle stehen oder überhaupt keine Bedeutung haben, die stehen bei uns ganz oben, aber die Dinge, die Gott haben will, die ignorieren wir mit einer Lässigkeit, die absolut erschreckend ist.

Mache ein Bibelstudium und du wirst feststellen, eine neutestamentliche Gemeinde besteht aus Jüngern. Die waren lange Zeit „Jünger“ genannt, weil sie Jünger waren und erst später dann hat man die Jünger Christen genannt.

Apg 11,26
und als er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochia. Es geschah ihnen aber, dass sie ein ganzes Jahr in der Gemeinde zusammenkamen und eine zahlreiche Menge lehrten und dass die Jünger zuerst in Antiochia Christen genannt wurden.

Und das müssen wir wieder umkehren. Die Christen müssen wieder Jünger werden.

Und wenn wir verstehen, was Jüngerschaft ist, und morgen werde ich mir Zeit nehmen, das zu erklären: Wie sieht Jüngerschaft aus? Was heißt das? Wie machen wir Jünger? Und überhaupt die Idee: Wir machen Jünger. Macht das nicht Gott?!

Jesus hat gesagt: Macht Jünger.

Mt 28,19
Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Na klar, es hilft der Heilige Geist, aber erstmal brauchen wir ein Verständnis, worum es überhaupt geht. Und wir brauchen eine Leitung, die frei ist von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit.

Denn nur eine solche Leitung kann den Standard von Jüngerschaft in einer Gemeinde einführen. Nur eine solche Leitung. Eine andere Leitung wird es niemals schaffen. Nicht einmal sich vornehmen ernsthaft jetzt wirklich Jüngerschaft hineinzubringen.

Aber das nenne ich jetzt nur als einen Punkt. Der allergrößte Teil, ich würde denken, vielleicht 98% der pfingstlich-charismatischen Gemeinden, erlauben sich den Luxus oder ich würde es anders sagen – die Frechheit – keine Jünger zu machen. Mit all den Begleiterscheinungen und Folgen, die sich daraus ergeben für das Gemeindeleben.

Ich nehme das jetzt nur als ein Beispiel, zu zeigen, dass Menschengebote an vielen Stellen immer noch über dem Wort Gottes stehen und dass wir das Wort Gottes locker und lässig und selbstverständlich außer Kraft setzen.

Paulus macht es unmissverständlich klar. Jeder, der lesen kann, kann zu keinem anderen Schluss kommen: Es ist die Aufgabe der Gläubigen, gegen Mächte, gegen Geister in der Himmelswelt zu kämpfen.

Eph 6,12
Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut4, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen5 Mächte der Bosheit in der Himmelswelt6.

#01:10:01-3#

Wir haben zu kämpfen! Wie viele Gemeinden kennst du, die das wirklich glauben und die sich bemühen, auf der Grundlage der Schrift, da vom Heiligen Geist hineingeleitet zu werden und die das praktizieren?

Ich kenne sehr, sehr, sehr wenige.

Wir ignorieren Epheser 6. Wir erwähnen das einfach nicht. Wir beunruhigen die Gemeinde nicht.

Weil uns ein religiöser Scheinfriede wichtiger ist als wahrer Friede mit Gott, der kommt wenn wir wirklich uns danach ausstrecken, Sein Wort zu TUN.

Nehmen wir einen anderen Punkt: Nach dem Neuen Testament spielt die Erwartung der Wiederkunft Jesu eine ganz zentrale Rolle. Geh einmal durch das Neue Testament und sammel all die Schriftstellen, die von dem Kommen des Herrn sprechen und dann siehst du, das war für die Gläubigen ein ganz, ganz, ganz großes Thema.

Und sie haben verstanden, nicht nur geht es um die Wiederkunft des Herrn, sondern es geht darum, dass wir – wie Petrus das sagt – die Wiederkunft des Herrn beschleunigen.

2Petr 3,12
indem ihr die Ankunft des Tages Gottes erwartet und beschleunigt, um dessentwillen die Himmel in Feuer geraten und aufgelöst und die Elemente im Brand zerschmelzen werden!

Ja, wie? Beschleunigen? Gott ist doch souverän, und Gott macht wie Er will und was hat das mit uns zu tun?

Ja, dann hat Petrus wohl irgendwas falsch verstanden. Oder wir haben was falsch verstanden!

Einer von beiden muss jetzt irgendwie daneben sein.

Indem wir eine brennende Sehnsucht nach der Wiederkunft des Herrn entwickeln – durch das Wort und durch den Heiligen Geist – beschleunigen wir seine Wiederkunft. Das ist nach der Bibel die Aufgabe der Gläubigen.

In den allermeisten Gemeinden, in den Predigten, in den Liedern, in den Gebeten, in den Gesprächen hörst du nichts von der Wiederkunft des Herrn. Warum ist das so?

Weil wir es uns hier gemütlich eingerichtet haben, weil wir keine Wiederkunft Jesu brauchen, die würde uns nur stören, die würde uns irritieren, die würde uns vor Augen führen, dass unsere Prioritäten vollkommen falsch sind – also wir ignorieren das.

Menschengebote über Gottes Wort.

Und wenn man lange sucht, würde man noch viele, viele andere Dinge finden.

Nach dem Neuen Testament ist es absolut klar: Die neutestamentliche Gemeinde besteht aus geisterfüllten Gläubigen. Und „geisterfüllt“ bedeutet, sie sind imstande in neuen Sprachen zu beten. Nicht wahr?

Ich nehme mir jetzt nicht die Zeit, durch die Bibelstellen zu gehen. Ich denke, das sollte jedem klar sein: Die Bibel, oder das Neue Testament, ist geschrieben von geisterfüllten, in Zungen sprechenden, geistlichen Leitern an geisterfüllte, in Zungen sprechende Gläubige. Punkt, fertig, aus.

Das war normal, das ist Standard. Deswegen sagt Paulus an die ganze Ephesus: Betet im Heiligen Geist.

Eph 6,18
Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist, und wachet hierzu in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen

Er sagt nicht: Die, die das geschenkt bekommen haben. Die anderen natürlich können nicht, verstehen wir.

Nein, er sagt zu der ganzen Gemeinde: Betet im Heiligen Geist.

Das ist übrigens was am Anfang der Pfingstbewegung alle Pfingstler geglaubt haben.

Vor einiger Zeit hatte ich eine Unterhaltung mit einem Ältesten aus einer Pfingstgemeinde, die sehr wächst und die ein Modell ist, ein Vorzeigebeispiel von wie man Gemeinde baut, wie man Erfolg hat, wie das Haus voll wird. Und ich fragte ihn: Sag einmal, was schätzt du, wie viele eurer Leute sind erfüllt vom Heiligen Geist und sprechen in neuen Zungen – wie viele?

Und er sagt: Hm, weiß nicht so genau, wir führen da ja nicht Buch drüber, aber ich würde mal so denken, vielleicht 60%.

Ich sage: Und wie viele waren das im Neuen Testament?

Da macht er ein langes Gesicht.

Ich sage: Ich sehe in der Bibel die Aufgabe der Ältestenschaft – eine von vielen, vielen Aufgaben – ist dafür zu sorgen, dass die Neubekehrten so schnell wie möglich erfüllt werden mit dem Heiligen Geist.

Wo hole ich das her? Apostelgeschichte 6. Philippus war da, Samaria hat das Wort angenommen, wurden getauft, und jetzt sandten sie Petrus und Johannes, dass sie hingehen und mit ihnen beten, damit sie den Heiligen Geist empfingen. Die blieben nicht in Jerusalem und haben gesagt: Ach, toll, Samaria hat Erweckung, die Leute sind gläubig geworden, sind getauft, sind unsere Brüder und Schwestern, und jetzt sind wir gespannt, was Gott tun wird. Vielleicht startet da jetzt eine evangelikale Denomination, um da ein bisschen mehr Vielfalt reinzubringen.

#01:15:11-6#

Haben die so gedacht? Die haben genau verstanden: Pfingsten war souverän. Wer sollte denn kommen und ihnen die Hände auflegen? Pfingsten war vom Himmel, bumms, fertig, aus.

Aber von da an sind sie verantwortlich dafür zu sorgen, dass die Neubekehrten den Heiligen Geist empfangen. Das wusste jeder Jünger, da musste man nicht mal Leiter sein. Hananias wird gerufen zu Saulus, der gerade sich bekehrt hat. Und was macht der? Der betet mit ihm, legt die Hände auf, damit er den Heiligen Geist empfängt.

Apg 9,17
Hananias aber ging hin und kam in das Haus; und er legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt durch Jesus – der dir erschienen ist auf dem Weg, den du kamst -, damit du wieder sehend und mit Heiligem Geist erfüllt werdest.

So, da hat man nicht gesagt wie heute: Leute, kommt alle in den Gottesdienst, kommt nach vorne, Bruder, hier habe ich Schwester XY oder Bruder Ernst, der hat sich gerade bekehrt – jetzt bete mal mit ihm, kannst du mit ihm beten, dass er den Heiligen Geist empfängt?

Ich sage: Ja, kann ich – aber kannst du auch! Das ist die Frage.

Wir denken, ja, das muss die Leiterschaft machen. Ja, und wenn’s die Leiterschaft nicht macht? Dann macht’s keiner. Und dann hast du eine große Gemeinde, und die ist in aller Munde und boah, guck mal, was für ein Vorbild. Und der Älteste selber sagt 60%. Was ist mit den 40%, die sich bemühen, ein Christenleben zu führen ohne die Kraft?!

Apg 1,8
Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.

So, die sollen ihr Christenleben führen, ob sie Kraft haben oder nicht. Hauptsache, sie tun es jetzt. Was ist denn das für eine Leiterschaft? Was ist denn das für ein Verständnis?

Und ich weiß aus eigener Erfahrung: Wenn man eine Gemeinde mit gesunder, neutestamentlicher Lehre erfüllt, dann hast du 100% der Gemeindemitglieder, die erfüllt sind vom Heiligen Geist und in neuen Sprachen sprechen.

Aber es ist ein Unterschied, ob ich sage: „Das ist der Wille Gottes“ oder „Du, hast du schon mal gedacht, könntest du dir vielleicht auch vorstellen, in Sprachen – ach, ich seh schon, das ist nichts für dich, okay, entschuldigung, dass ich überhaupt dir auf die Zehen getreten bin“. Leisetreterei! Wir bieten es an wie Angebote, wie Schnäppchen!

Petrus BEFAHL, dass sie getauft werden sollen.

Apg 10,48
Und er befahl, dass sie getauft würden im Namen Jesu Christi. Dann baten sie ihn, einige Tage zu bleiben.

Paulus kommt zu einer Gruppe von Jüngern, die ganz offensichtlich wirklich bekehrt waren, auch wenn Theologen das Wort verdrehen wollen – wie sie es oftmals so gerne tun und wollen sagen: Das waren Jünger von Johannes, die waren noch gar nicht bekehrt, die waren nicht wiedergeboren.

Die waren wiedergeboren! Und der Heilige Geist wusste ganz genau, dass diese Füchse eines Tages auf diese List kommen werden und sagen: Weil sie von Johannes das Evangelium gehört haben, deswegen waren das noch keine Christen, sondern das waren Jünger von Johannes.

Ein Kapitel vorher sagt der Heilige Geist: Apollos lehrte richtig von Jesus.

Apg 18,25
Dieser war unterwiesen im Weg des Herrn und redete brennend im Geist und lehrte richtig von Jesus, wusste aber nur von der Taufe des Johannes.

Wenn man richtig von Jesus lehrt, dann kommen nicht Johannes-Jünger am Schluss dabei raus, sondern dann kommen Christus-Jünger dabei raus.

Macht das Sinn?

Aber: Apollos wusste noch nichts vom Heiligen Geist. Das hat er dann erst später mitgekriegt. Du musst dir vorstellen – damals gab es noch nicht Youtube und jede neue Lehre war sofort verfügbar für alle. Und das hat gedauert bis sich dann dieser Standard überall durchgesetzt hat. Und Apollos hat es dann bekommen von Aquila und Priszilla.

Apg 18,26
Und dieser fing an, freimütig in der Synagoge zu reden. Als aber Priszilla und Aquila ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes genauer aus.

So, Gottes Standard muss aufgerichtet sein und das ist in erster Linie die Aufgabe der Leiterschaft. Und es hat etwas mit Lehre zu tun. Es hat etwas mit Autorität zu tun. Es hat etwas damit zu tun, den Willen Gottes als verbindlich zu deklarieren und nicht als ein Angebot oder eine Möglichkeit und vornehm und ganz sensibel zurückzutreten wenn man merkt, da ist einer, der ist dafür nicht offen.

Wenn jemand sich bekehrt hat, sich wirklich bekehrt hat, und Jesus gesehen hat und erkannt hat, das ist jetzt mein Herr und ich bin dafür da, Seinen Willen zu tun, wenn du dem sagst: So, nach diesem grandiosen Erlebnis gibt es ein weiteres Geschenk, und das hat der Herr für dich.

Wird der sagen: Ahh, neee. Also damit lass mich in Ruhe!

Der wird sagen: Her damit!

Das ist normal. Wenn jemand Bedenken und Vorbehalte hat gegen den Heiligen Geist und gegen Reden in Zungen, dann ist es ein klarer Beweis dafür, dass da noch handfeste Prägungen aus der Vergangenheit, aus der Kultur und religiöse Prägung ein Wörtchen mitzureden haben in seinem Leben. Und diese Bollwerke müssen angesprochen werden, diese Bollwerke müssen niedergerissen werden. Paulus redet von Höhen, die sich erheben gegen die Erkenntnis Gottes und die reissen wir runter.

2 Kor 10
4 denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig für Gott zur Zerstörung von Festungen; so zerstören wir überspitzte Gedankengebäude
5 und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi

Wenn jemand nicht offen ist für den Heiligen Geist, dann ist sein geistliches Leben krank. Und durch gesunde Lehre wird er gesund, weil er nämlich durch kranke Lehre krank geworden ist.

#01:20:06-6#

Und deswegen macht Paulus so eine Betonung auf „gesunde Lehre“. Gesunde Lehre! Und was ist das Merkmal von gesunder Lehre? Gesunde Lehre ist gemäß der Gottesfurcht, das ist gesunde Lehre. Es vermehrt das Verlangen, Gott muss geehrt werden, Gott muss verherrlicht werden in meinem Leben, weil Gott ist Gott und ich lebe jetzt für Ihn und für Seine Ehre.

So, das waren einige Beispiele, die zeigen, dass es durchaus das heute auch gibt – dass wir Menschengebote über Gottes Gebote stellen und damit die einfach außer Kraft setzen, Gottes Wort außer Kraft setzen.

Paulus macht so eine starke Betonung auf den Unterschied – nicht nur Paulus, auch Jakobus und andere – auf den Unterschied zwischen menschlicher Weisheit und Gottes Weisheit. Und es ist nicht so, die menschliche Weisheit ist unvollkommen, die schafft vielleicht nur 60-70% dessen, was die göttliche Weisheit tun kann. Nein, die göttliche Weisheit steht alleine und jede Ergänzung und jede Beimischung von Menschenweisheit macht die Weisheit Gottes zunichte. Und darum diese starke Warnung.

Paulus sagt: Ich will nicht, dass euer Glaube auf Menschenweisheit beruht, sondern auf der Kraft Gottes.

1 Kor 2,5
damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft beruhe.

Und dann erklärt er, warum Menschenweisheit so gefährlich ist: Menschenweisheit macht das Kreuz zunichte.

1 Kor 2,2
Denn ich nahm mir vor, nichts anderes unter euch zu wissen als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt.

1Kor 1,17
Denn Christus hat mich nicht ausgesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen: nicht in Redeweisheit, damit nicht das Kreuz Christi zunichte gemacht werde.

Und da siehst du, wo die Menschenweisheit herkommt. Paulus sagt: Weisheit von der Erde, aus der Seele, vom Teufel, von Dämonen.

Jak 3,15
Dies ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern eine irdische, sinnliche12, teuflische13.

Irdisch, seelisch, teuflisch – da kommt Menschenweisheit her. Und Menschenweisheit in christlichem Gewande mit christlicher Sprache ist das gefährlichste, was wir haben in unserer Mitte. Und die einzige Chance das auszukehren, auszufegen ist, dass wir unter der Leitung des Heiligen Geistes sind, dass wir dieses Herz haben, „Gott bewahre uns davor, dass wir nicht mit Menschengeboten deine Gebote außer Kraft setzen, bewahre uns davor. Hilf uns, öffne uns die Augen“.

Selbstgefälligkeit – „ach, das passiert bei der Gemeinde um die Ecke! Ja, Die haben Menschenweisheit, aber wir nicht!“ – Menschengefälligkeit ist eine Form von Stolz und damit ist schon Tor und Tür auf für den Feind. Da muss diese Vorsicht sein, dieses „Gott, bitte, pass du auf, bewahre du mich, hilf mir, dein Wort zu verstehen. Und wenn ich abweiche, sende meinen Bruder, sende meine Schwester, das sie frei von Menschenfurcht mich konfrontieren und mir helfen, geöffnete Augen zu bekommen, wo ich mir selber was in die Tasche lüge, wo ich mir wieder meinen Glauben zurechtbiege und mir so eine Light-Version irgendwie zusammen schustere – die sich auch gut anhört, aber die nicht die richtigen Resultate hervorbringt“.

Menschenweisheit macht das Kreuz zunichte. Was ist Christsein ohne Kreuz? Nichts, gar nichts!

Das Kreuz setzt uns frei von der Welt, durch das Kreuz sind wir frei von dem Zwang sündigen zu müssen. Wenn kein Kreuz da ist, können wir einpacken. Wir haben null Chance auf eigene wirkliche Wesensveränderungen in unserem eigenen Leben und null Chance andere zu beeinflussen und ihnen zu helfen mit Gott in Kontakt zu kommen, wir haben null Chance. Nur das Kreuz trennt uns von dieser Welt.

Wir brauchen das Kreuz! Und Menschenweisheit macht das Kreuz zunichte.

Kol 2,8
Seht zu, dass niemand euch einfange/beraube durch die Philosophie und leeren Betrug nach der Überlieferung der Menschen, nach den Elementen der Welt und nicht Christus gemäß!

Er warnt davor! Heute holen wir Philosophie, Psychologie, Marketing-Strategien, Management-Ideen – alles mögliche aus der Welt borgen wir uns, um eine erfolgreiche Gemeinde zu bauen. Und die Psychologie in die Seelsorge und alles wird gut.

Und dann wundern wir uns, warum es nicht vorwärts kommt. Wir wundern uns, warum Gott nicht in unserer Mitte sich mächtig erweist. Wir wundern uns, wo die Geistesgaben geblieben sind. Wir wundern uns, wo all das ist, wovon wir lesen in diesem Buch.

#01:25:03-4#

Wir brauchen uns nicht zu wundern. Wir müssen zurückkommen zur Echtheit, zur Hingabe. Und wo ich morgen weitermachen will – ich glaube, ich habe jetzt schon ein halbes Stündchen gesprochen, nicht wahr – ist, dass wir uns Gedanken machen, wie ist unser Verhältnis zur Wahrheit.

Jesus ist DIE Wahrheit. Der Heilige Geist ist uns gegeben, er ist der Geist der Wahrheit, er ist uns gegeben, uns in alle Wahrheit zu führen. In einige Wahrheiten? In alle Wahrheiten!

Heute sind Leute so postmodern angehaucht und verdreht und die kennen ihre Bibel nicht mehr und sagen: Wahrheit – das kann man ja gar nicht finden, du hast deine Wahrheit, ich hab meine Wahrheit und wir haben alle so ein bisschen Wahrheit, aber keiner kann wirklich sagen, er hat die Wahrheit, das geht ja gar nicht.

Ist das die Sicht, die die Apostel gehabt haben? Ist das die Sicht, die Jesus gehabt hat? Welchen Platz hat Wahrheit?

Wenn wir fragen würden: Ist die Bibel Gottes Wort? – Oh, alle würden die Hände heben, alle sagen, na klar, natürlich!

Aber wie sieht’s denn in der Praxis aus? Ich gebe euch mal ein kleines Beispiel aus dem Alltag. Es gibt ein Forum, da dürfen sich die Pastoren, Pfingstpastoren austauschen, da kann man Artikel posten, da kann man seine Meinung schreiben oder Dinge fragen und dann können andere das lesen und dazu antworten. Da gab es vor einigen Wochen etwas, das nannte sich: „Endlich mal eine gute Nachricht“ oder irgendwie so. In dieser Welt passieren viele schreckliche Dinge, also zur Ermutigung mal eine gute Nachricht.

Da denkt man: ja, super – gute Nachrichten wollen wir immer hören.

Und dann schreibt er: „Ein katholischer Bischof predigt in einer Pfingstgemeinde“. Und das war die gute Nachricht! Ich dachte, mich tritt ein Pferd. Und ich dachte, okay, mal sehen, was jetzt passiert. Jetzt werden hunderte von Pastoren aufstehen und sagen, „bist du von Sinnen? Welcher religiöse Teufel hat dich geritten, wie kommst du auf diese Idee, das eine gute Nachricht zu nennen? Das ist eine schreckliche Nachricht!“

Und ich wartete und wartete und wartete und nichts passiert. Und keiner reagiert auf diese „gute Nachricht“. Dann habe ich empfunden, okay, dann werde ich reagieren. Und dann habe ich einen kurzen Text geschrieben, davon will ich euch einen Teil vorlesen – oder vielleicht sogar alles.

Ich schreibe dort: Wäre Paulus ebenfalls erfreut über die Nachricht, dass in einer von ihm gegründeten Gemeinde ein hochrangiger Vertreter einer Glaubensgemeinschaft predigt, die sein Evangelium mit Füßen tritt?

Das ist eine einfache Frage, nicht wahr? Ist nicht kompliert, die ist nicht „theologisch“, da muss man nicht 10 Jahre Theologie studieren, um diese Frage zu beantworten. Ja, man muss einfach seine Bibel kennen.

Wäre Paulus erfreut, dass er hört in einer von den Gemeinden, die er gegründet hat und auf das Evangelium gegründet hat, dass da jemand predigt, der seine Evangelium mit Füßen tritt? Wäre Paulus begeistert?

Natürlich nicht. Und er würde schnellstens dafür sorgen, dass die Ältesten wieder auf Kurs kommen und dass so etwas nie wieder vorkommt. Weil das war die Verantwortung des Apostels: Aufzupassen auf die Ältesten, dass die kein dummes Zeug machen. Dafür war der apostolische Dienst da.

Hätte er sich von einem Irrlehrer segnen lassen oder ihn gesegnet – wie das jetzt in der Limburger Gemeinde geschehen ist. Also am Ende dieses „wunderbaren Gottesdienstes“, jemand hat geschrieben: Das war der schönste Tag in seinem Leben. Am Ende hat der Bischof den Pfingstpastor gesegnet und der Pfingstpastor durfte dann den Bischof segnen. Und alle waren von Tränen gerührt über diese wunderbare Einheit und das war so wunderbar alles.

11.3.2018
http://www.nnp.de/lokales/limburg_und_umgebung/Bischof-Baetzing-predigt-in-Freikirche;art680,2933923

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An deiner inneren Reaktion auf diese Information kannst du sehr viel ablesen über deinen geistlichen Zustand. Du sagst: „Hej, was hat der Mann überhaupt? Was regt der sich auf?“ Oder sagst du: „In mir regt sich auch was auf! Wie kann so etwas sein?“ Das ist ein kleiner Test, dass du feststellen kannst, auf welcher Seite du stehst.

Hätte er diesen Tag auch als den schönsten Tag in seinem Leben bezeichnet?

#01:30:00-5#

Brüder und Schwestern, wacht auf, wir brauchen in dieser gefährlichen Zeit der religiösen Verführung und Verwirrung den Heiligen Geist, der anhand der Heiligen Schrift uns in alle Wahrheit führen will. Jeder, der unvoreingenommen die Lehren des neuen Testamentes mit den Lehren der katholischen Kirche vergleicht, muss zu dem Schluss kommen, dass beide nicht miteinander vereinbar sind. Wenn Christus wirklich der Herr ist und im Mittelpunkt steht, dann zeigt sich das zu allererst an unserer Treue zu seinem Wort. Wer Wahrheit mit Lüge vermischen will, verwirrt die Gläubigen und macht sich vor Gott schuldig.

„Bitte lest einmal selbst im Katechismus der katholischen Kirchen“ – das schreibe ich den Pfingstpastoren – „was die zu glauben verbindlich vorschreibt. Ich wünsche euch ein nachdenkliches Wochenende“.

Das habe ich geschrieben. Und dann kamen zwei Antworten, und diese Antworten haben mich noch mehr desillusioniert. Und ich denke, Hilfe! Hilfe!

Einer schrieb dann: Ich stimm ja dir zu …

Klingt immer gut, ne? Das ist so Psychologie. Ich bin erstmal auf deiner Seite, aber dann, was er dann schreibt, zeigt, er hat überhaupt nicht verstanden, was ich wollte. Und redet davon wie wichtig Verständigung ist und herzliche Beziehung und Kommunikation und Einheit und lauter so ein Gesülze. Und der nächste kommt dann gleich mit dem Splitter und dem Balken und was schreibt er dann: Wir dürfen nicht verurteilen und so tun als wenn wir den richtigen Glauben hätten. Sich hinzustellen, sich selbst als das wahre Christentum zu wägen, dabei andere hart zu verurteilen in ihrem Glaubensverständnis, bezweifel ich, ob dies im Sinne unseres Herrn ist.

Sorry, aber das ist religiöses Geschwafel ohne irgendeine biblische Wahrheit.

Und wenn du das „hart“ findest, dann beweist du damit nur, dass du auch deine Bibel nicht kennst.

Jesus sagt: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt, noch die Kraft Gottes.

Mt 22,29
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes;

Hat Jesus herzliches Verständnis, herzliche Gemeinschaft gesucht mit denen, die ihm am meisten zugesetzt haben und die seiner Verkündigung entgegen gestanden haben?

Er hat sie hart gegeisselt!

Mt 23 – lies einmal das Kapitel – was Jesus für Gedanken hat über die Pharisäer und Schriftgelehrten. In keinem Falle hat er gesagt: Die sind noch nicht so weit, aber die arbeiten für das selbe und die meinen es gut und was die tun, ist auch wertvoll und das hilft auch dem Reich Gottes.

Ist das die Sicht von Jesus? Die haben nur noch nicht mich erkannt, aber im Prinzip ist alles schon auf der richtigen Schiene und die müssen aber nur noch ein bisschen wachsen.

Ist das, was Jesus sagt?

Er verurteilt ihren Dienst aufs schärfste! Und er sagt: Was ihr macht, ihr geht hin und sucht die ganze Welt nach einem Menschen. Und wenn ihr den habt, macht ihr aus ihm ein Kind der Hölle.

Mt 23,15
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr durchzieht das Meer und das trockene Land, um einen Proselyten10 zu machen; und wenn er es geworden ist, so macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, doppelt so schlimm wie ihr.

So viel Wertschätzung hatte Jesus für den Dienst der Pharisäer und Schriftgelehrten!

So, Jesus hat sich klar abgegrenzt. Hat nicht gesagt: Die haben auch ihren Glauben, die meinen das auch gut, bei ihnen steht auch Gottes Wort im Mittelpunkt.

Das war nur Wort Gottes mit den Pharisäern und Schriftgelehrten, aber aus einer falschen Motivation heraus und alles, was dabei rausgekommen ist, war etwas, was Jesus total verurteilt hat.

Paulus redet von den falschen Aposteln. Und wie nennt er sie?

2 Kor 11
13 Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die die Gestalt von Aposteln Christi annehmen.
14 Und kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt die Gestalt eines Engels des Lichts an;
15 es ist daher nichts Großes, wenn auch seine Diener die Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit annehmen; und ihr Ende wird ihren Werken entsprechen.

#01:35:03-2#

War das „herzliches Einverständnis“ und Bemühen einander zu verstehen und Kommunikation und miteinander irgendwie zusammen wachsen? War das so eine Idee? Glaubst du, der hat sich Zeit genommen mit Leuten, die er „Diener Satans“ nennt, sich hinzusetzen beim Tee und auszutauschen über ihre theologischen Gesichtspunkte? Glaubst du, der hat das gemacht?

Wenn er so einen getroffen hat, hat er ihm ins Gewissen geredet und gesagt: Du musst umkehren, du bist total verkehrt, du bist von einem religiösen Geist aufgrund deines Stolzes völlig irre geleitet und du musst umkehren. Und dann noch „einen schönen Tag“.

Aber einen Dialog oder einen Austausch, kollegial auf Augenhöhe – undenkbar für Jesus, undenkbar für Paulus – und warum ist das heute für Pfingstpastoren denkbar? Warum?

Weil wir Gott nicht kennen und Sein Wort.

Weil wir sagen: Das steht hier, aber das darf man ja nicht so wörtlich nehmen. Und vorhin hab ich gefragt: „Glauben wir, dass die Bibel Gottes Wort ist?“ – „Ja, Bibel Gottes Wort!“

Aber wenn wir dann mal auf den Zahn fühlen – wie sieht’s dann aus? Hallo?

Paulus redet von der Gefahr, wenn man einem falschen Jesus nachfolgt, eine Verkündigung eines falsches Jesus annimmt und inhaliert – gibt es sowas? Gibt es falsche Jesusse? Gibt es Verkündigungen über falsche Jesusse? Oh, ja! Denkt nur an die Welle, die im pfingstlich-charismatischen Kreis vor einigen Jahren, das Buch, und jetzt nochmal der Film „Die Hütte“ gemacht hat. Ein falscher Jesus, nicht der Jesus der Bibel. Und die Gläubigen sind begeistert und Pastoren machen Seminare und empfehlen das.

Jesus sagt: Ihr irrt, weil ihr die Schrift nicht kennt, noch die Kraft Gottes.

Mt 22,29
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes;

Und jeder der wagt, etwas dagegen zu sagen, „du bist intolerant! Du bist eng, und du denkst, du hast nur die Wahrheit!“

Weil wir in einer Denke sind, Wahrheit gibt es nicht, die über allem steht. Du hast deine Wahrheit, ich hab meine Wahrheit – Frieden. Ich lass dich stehen, lass du mich auch stehen, und alles ist gut und wir haben Frieden und Einheit. Und sie denken, das ist christus-gemäß. Hör nochmal diesen Satz hier – also ich frage mich, welche Bibel der liest oder wo sein Bild von Jesus herkommt:

„Sich hinzustellen und sich selbst als das wahre Christentum zu wägen …“

Hat Paulus sich verstanden als Vertreter des wahren Christentums? Aber ja! Hat er die, die von seinen Lehren abgewichen sind, verurteilt und gesagt, das ist Irrlehre, hütet euch davor, habt nichts damit zu tun, nehmt diese Leute nicht auf, hört ihnen nicht zu. Hat er das getan? Ja! So – was schreibt dieser Mann?

„Sich hinzustellen und sich selbst als das wahre Christentum zu wägen, dabei andere hart zu verurteilen in ihrem Glaubensverständnis – bezweifel ich, ob dies im Sinne unseres Herrn ist“

Sorry, aber dieser Pastor kennt nicht Jesus. Sorry. Tut mir leid, das sagen zu müssen, aber das ist der Fakt. Und hunderte von Pastoren lesen das und kein einziger zieht die Fahne hoch und sagt: Lieber Bruder, pass mal auf, ich komme mal zum Tee und wir machen mal ein Bibelstudium über das Evangelium und über die heilige Einseitigkeit der Wahrheit, die in Christus ist, die mit nichts anderem verbunden und ergänzt werden kann.

Hunderte winken das durch!

Abgesehen davon, in meinem Text habe ich niemanden hart verurteilt. Und ich habe überhaupt nicht von einzelnen katholischen Gläubigen gesprochen, ich habe von der Lehre der katholischen Kirche gesprochen. Und jeder, der des Lesens kundig ist, kann den Katechismus lesen und wenn er seine Bibel kennt, dann sieht er auf Schritt und Tritt, dass diese beiden Dinge völlig inkompatibel sind. Entweder KKK (Katechismus der Katholischen Kirche) oder das Neue Testament, aber das miteinander zu verbinden, macht überhaupt keinen Sinn. Das ist ein Fakt, das ist keine Verurteilung von irgendwelchen wohlmeinenden Leuten – es ist religiöses System, das Gott verurteilt und das ich auch verurteile. Aber dann kommen gleich die Leute: Wir dürfen nicht richten.

Und dann sage ich: Und hast du schon mal gelesen, dass Jesus geboten hat, dass wir richten.

Wie? Die Bibel sagt doch:

Mt 7,1
Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!

Ich sage: Ja, das ist, was Jesus gesagt hat. Und in Johannes 7 gibt er uns ein Gebot zu richen.

Joh 7,24
Richtet nicht nach dem äußeren Anschein, sondern richtet das gerechte Gericht5.

#01:40:03-2#

Komischerweise dieser Vers, den kennen diese ganzen Humanismus-Apostel nicht, die ihre selbstgemachte Form von Liebe haben. Diesen Vers kennen die nicht. Jesus hat uns geboten zu richten, und da geht’s im Zusammenhang um seinen Dienst geistlich zu beurteilen.

So, Jesus hat Richten verboten – und Jesus hat Richten geboten. Ja, was machen wir denn jetzt? Ganz einfach – es gibt zwei Lösungen für dieses theologische Problem. Entweder Jesus ist verwirrt und er verbietet an einer Stelle, was er an einer anderen Stelle gebietet. Oder aber es gibt ein verbotenes Richten und es gibt ein gebotenes Richten. Das sind die einzigen Möglichkeiten, die mir einfallen, wie man mit diesem Text umgehen kann.

Und mein ganzer Lehrdienst, den ich seit Jahrzehnten durchführe, ruht auf einer einzigen Prämisse oder einem Grundsatz: Gott ist nicht verwirrt.

Gott hat nicht zu einem Thema zwei Meinungen. Er kommt nicht zu einem landeskirchlichen Pfarrer und sagt: Was du denkst über Babybesprenkelung ist in Ordnung, ich segne dich.

Und dann kommt er zum Baptisten und sagt: Und was du denkst über Taufe, ist richtig und ich segne dich.

Gott ist nicht verwirrt, Gott ist Gott und Gott hat eine Meinung. Nicht nur über Taufe, auch über den Heiligen Geist und auch über Gemeinde und über jedes andere Thema, was unser Leben betrifft. Gott ist Gott und wir sind nicht Gott. Wenn du nichts verstehst heute abend, dann verstehe diese eine Botschaft: Gott ist Gott, und wir sind nicht Gott. Und wir sind gut beraten zu sagen: Herr, hilf mir vom hohen Ross runterzukommen – wer gibt mir die Erlaubnis, dein Wort mit meiner Weisheit, mit meinem Humanismus, mit meiner Psychologie, mit meinen Marketing-Strategien, mit meinen Management-Ideen und mit all diesen Dingen irgendwie außer Kraft zu setzen? Wer gibt mir das Recht dazu?

Gott ist Gott.

Und noch einmal:

Mt 22,29
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes;

Und wenn ich dann sehe wie Pfingst-Pastoren ihre ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland) und ihre Gemeinschaft mit den katholischen Priestern als segensreich und als hilfreich und als schön feiern und empfinden – sage ich nur: Herr, erbarme dich über diese Blindheit, erbarme dich!

Und wenn Pfarrer und Pastoren in diese Richtung gehen – wo geht dann die Gemeinde hin? In dieselbe Richtung. Und es wird Zeit, dass wir unsere Verantwortung verstehen, jeder einzelne. Du kannst nicht eines Tages vor Jesus stehen und sagen: Mein Pfarrer war für die ACK, mein Pfingstpastor fand das auch wunderbar – wer war denn ich, dass ich etwas dagegen sagen könnte?!

Du bist Kind Gottes und du hast das Wort und du hast den Heiligen Geist und du hast Verantwortung für die Wahrheit! Und wenn du nicht für die Wahrheit stehst, dann machst du dich schuldig durch Mitwissertum und durch Mitläufertum. Du machst dich schuldig.

Und da wird nicht Jesus sagen: Ja, klar, dein Pastor, der war dafür – verstehe ich, da konntest du ja nicht anders. Da musstest du das auch gut finden. Da hättest du ja sonst als Außenseiter in der Gemeinde gestanden.

Lieber bist du Außenseiter in einer korrupten Gemeinde und stehst mit Jesus auf der richtigen Seite!

Viele vergessen die einfache Tatsache: Eines Tages ist Schluss mit lustig, eines Tages kannst du dich nicht mehr hinter anderen Leuten verstecken, hinter deiner Denomination. „Die hat das nun mal entschieden, was kann ich dagegen tun?“ Hinter deinen Pastor, hinter deinen Ehemann, hinter irgendwen. Eines Tages stehst du vor Jesus. Und dann musst du Rechenschaft geben für dein Leben. Und all die Entschuldigungen und Ausreden, die uns heute so leicht über die Lippen gehen, garantiere ich dir, nicht eine einzige davon wirst du wagen auch nur in den Mund zu nehmen. Du wirst sagen: „Herr, erbarme dich, vergib mir, dass ich dein Wort so mit Füßen getreten habe. Dass ich so ein unaufrichtiger Zeuge der Wahrheit war. Dass ich so menschenfürchtig war, und so versucht habe, immer mich durchs Leben zu schlängeln. Hilf du mir“.

Und wenn dieser Tag kommt, wenn du diese Verabredung hast, und Paulus nennt das den Richterstuhl Christi, wo wir Rechenschaft geben müssen für unser Leben, wenn dieser Tag kommt, und du da deinen Pastor nicht mitnehmen kannst und dich hinter dem verstecken kannst und alle Lügen und alle Täuschungen und alles, was du dir nett vorgemacht hast und der ganze Humanismus, alles zerbröselt und du stehst im Licht und du siehst nur noch: „Was habe ich getan mit dem heiligen, kostbaren Wort Gottes?!“

#01:45:05-4#

Wenn es diesen Tag wirklich gibt, wenn du daran glaubst, dann ist nur eine Konsequenz logisch und vernünftig: Ich höre jetzt auf mit meinen Kompromissen. Ich höre jetzt auf, mir etwas in die Tasche zu lügen. Ich höre jetzt auf zu versuchen Menschen zu beeindrucken und auf meine Seite zu ziehen. Ich will Gott auf meiner Seite haben. Und wenn alle gegen mich wären …

Wir haben Luther-Reformation gefeiert, 500 Jahre, wenn doch nur das hochgehoben würde, wo er gesagt: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“.

Wenn man nur das betont hätte! Aber da hat man dann alle möglichen Schmühs erzählt, aber das, was wirklich die Reformation …

Wie kann die evangelische Kirche zusammen mit der katholischen Kirche die Reformation, das Jubiläum feiern? Wie geht das? Das ist doch Irrsinn!

Das macht doch keinen Sinn?! Die glauben bis heute, dass das alles falsch war. Die glauben bis heute an ihre Flüche von Trient. Bis heute! Hast du die mal gelesen, die Flüche von Trient? Ne, die Pastoren lesen sowas nicht.

http://www.eaec-de.org/Konzil_von_Trient.html

Ja, hast du mal KKK gelesen?

http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_INDEX.HTM

Neee!

Aber du triffst dich mit dem katholischen Pastor und du weißt nicht mal, was der zu glauben verpflichtet ist?

Soviel ist dir wert an seiner Seele!

Die Flüche von Trient, die ausgesprochen worden sind als Antwort auf die Reformation – wurden im zweiten vatikanischen Konzil 1967 noch einmal neu bekräftigt und sind seitdem nie widerrufen worden, die sind bis zum heutigen Tage in Kraft.

Einer dieser Flüche ist: Verflucht ist, wer sich seines Heils gewiss ist.

Bist du dir deines Heils gewiss? Wunderbar! Dann bist du in den Augen der katholischen Kirche verflucht!

Das macht nichts wenn du in der Hingabe an Gott bist. Ein unverdienter Fluch trifft nicht ein.

Spr 26,1
Wie der Sperling hin und her flattert, wie die Schwalbe wegfliegt, so ein unverdienter Fluch: er trifft nicht ein.

Aber das zeigt einfach nur: Wie können dann diese Leute sagen: Komm, lass uns mal zusammen sitzen, lass uns mal zusammen Tee trinken. Lass uns gemeinsam das Reich Gottes bauen.

Was für ein Irrsinn.

Und all die Pastoren, die von diesen Dingen wissen, sprechen das nie an. Du sagst: Wie ist das mit den Flüchen – glaubst du an diese Flüche? Dann können wir keine Gemeinschaft haben!

Wie kann ich Gemeinschaft haben mit jemand, der glaubt, ich bin verflucht, weil ich an mein Heil glaube? Ich bin verflucht, weil ich sage: „Kleine Kinder soll man nicht taufen“.

Das ist ein Fluch von Trient. „Verflucht ist, wer sagt, die kleinen Kinder soll man nicht taufen“.

Wie kann da eine Gemeinschaft passieren? Wie soll das funktionieren?

Aber indem man alle Fakten ausblendet und religiöse Sprüche schwafelt von „Jetzt werden die Gräben zugeschüttet – 500 Jahre Trennung sind genug“.

Wenn man von Trennung redet, ob das jetzt zwischen Kirchen ist oder zwischen Menschen: Die erste Frage ist nicht, wieviel Zeit ist vergangen und ist jetzt gut? Die erste Frage ist: Was waren die Gründe für die Trennung? Zweite Frage: Bestehen diese Gründe heute noch?

Und daraus kommt die Schlussfolgerung, wenn diese Gründe heute noch bestehen, dann wird es wohl die nächsten 500 Jahre so weitergehen. Weil es gibt keinen Anlass, zu tun als seien die Verhältnisse jetzt anders. Aber Leute wollen nicht klar denken, wollen nicht konsequent sein, sie wollen lieber unlogisches, seelisches, gefühlsmäßiges Zeug schwafeln, um ja nicht sich zu profilieren, um ja nicht eins auf die Jacke zu kriegen. Das sind die wirklichen Gründe. Es sind keine theologischen Gründe. Es ist einfach nur erbärmliche Menschenfurcht und Menschengefälligkeit.

Und durch Menschenfurcht und Menschengefälligkeit kommt der religiöse Geist in eine Gemeinde.

Das ist die Tür. Nicht die schlimme Sünde, dass da jemand nachts heimlich zu den Prostituierten schleicht. Was nicht in Ordnung wäre.

Menschenfurcht und Menschengefälligkeit öffnen die Tür für den religiösen Geist. Und dieser religiöse Geist ist nie zufrieden und er wird wie ein Sauerteig immer weiter arbeiten und immer weiter arbeiten und immer mehr die Kontrolle übernehmen. Zu allererst über deinen Verstand, über deine Werte, über was ist richtig, was ist gesund, was ist normal. Und dann über dein Verhalten. Und er wird Schritt für Schritt das Werk des Heiligen Geistes in deinem Leben zurückdrängen.

#01:49:58-6#

Und zum Schluss bist du so verwirrt, dass du das alles glaubst. Dass du überzeugt bist, mit dem ganzen Zeugs, dienst du Gott. Möge das nicht passieren! Für mich eine der erschreckendsten Wahrheiten. Das ist jetzt wirklich meine letzte Aussage für heute. Eine der erschreckendsten Wahrheiten in der Bibel: Dass es möglich ist von neuem geboren zu sein, erfüllt zu sein vom Heiligen Geist und dann einem religiösen Geist anheim zu fallen. 2 Kor 11,2-4 – schau dir das an, und da siehst du, was muss man tun, um sich einem religiösen Geist zu öffnen.

2 Kor 11
2 Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau vor den Christus hinzustellen.
3 Ich fürchte aber, dass, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, so vielleicht euer Sinn1 von der Einfalt und Lauterkeit2 Christus gegenüber abgewandt und verdorben wird.
4 Denn wenn der, welcher kommt, einen anderen Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen anderen3 Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertragt ihr das recht gut.

Und wenn wir das wirklich glauben, dann werden wir sagen: Das Wort und nur das Wort! Und der Jesus der Bibel und nicht der Jesus der Katholiken und nicht der Jesus der evangelischen Kirche, nicht der Jesus von Herrn William Young aus seinem Roman „Die Hütte“ – Jesus der Bibel und sonst gar nichts.

Und damit werden wir viel Freude auslösen beim Vater im Himmel. Weil er sieht, dass wir seinen Sohn ehren. Und wir werden viel, viel Ärgernis bei den humanistisch-verseuchten Frommen auslösen.

Ich weiß nicht, wofür du lebst, ich lebe für einen Satz, den ich hören möchte – dafür lebe ich. Ein Satz aus dem Mund von Jesus. Und dieser Satz ist: „Gut gemacht, du frommer, treuer Knecht. Komm in die Freude deines Herrn“.

Mt 25,21
Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; geh hinein in die Freude deines Herrn.

Für diesen Satz lebe ich. Und ich habe vor langer Zeit verstanden und akzeptiert, um diesen Satz einmal aus dem Mund von Jesus zu hören, muss ich mir viele, schreckliche Sätze von religiösen, irre geleiteten Menschen, die das Wort nicht kennen, die den Herrn nicht kennen, anhören. Verleumdungen, Verfluchungen, Verwünschungen, hässliche, unter der Gürtellinie Kritik, die nichts mit Kritik zu tun hat, sondern einfach zum abschießen der Person irgendwie geeignet ist. Diese Dinge muss man hören von Menschen, und das aushalten, und darauf mit Vergebung und mit Segnen reagieren und aufpassen, dass man nicht bitter wird.

Um diesen einen Satz zu hören. Und ich glaube, das gilt nicht nur für mich, ich glaube, das gilt für jeden einzelnen Gläubigen.

So, der Fokus, der Schluss ist: Wenn wir Gemeinde nach dem Bild Gottes haben wollen, dann muss ich ein Herz für Gott haben. Und Er und Sein Wort muss über allem stehen, was hier geglaubt und gedacht und gemacht wird und was pfingstlich ist und was BfP ist und was der und was der – das Wort steht dadrüber! Und das Wort im Zweifelsfalle wenn etwas von diesen Ideen von Menschen dagegen spricht, das Wort ist die Wahrheit und dazu stehe ich.

Das ist der Anfang wie wir in neue Dimensionen der neutestamentlichen Gemeinde hineinkommen. Wir haben da noch viel, viel, viel zu lernen, aber das ist der Anfang. Dass wir uns entschieden haben, das Wort. Die Reformatoren nannten das „Sola Scriptura“. Das heißt, „nur die Schrift ist maßgeblich“. Keine Konzile, keine Beschlüsse. Weder von Rom noch von Beröa. Sondern nur das Wort Gottes ist maßgeblich.

Gott segne euch.

Vater, ich bete, dass Du uns in vermehrter Weise den Geist der Furcht des Herrn gibst, dass wir verstehen, dass wir verantwortlich sind vor dir, dass unsere Treue zu deinem Sohn Jesus nur ausgelebt werden kann durch unbedingten Festhalten an deinem Wort. Gib uns ein solches Herz. Gib uns Glauben, dass die Belohnung, die uns erwartet, so viel größer ist und so viel mehr zählt als alle Schmähungen und Ausgrenzungen und mitleidigen Blicke oder zornige Blicke von Menschen. Hilf uns, dass es um Deine Ehre geht, um Deinen Namen, um Dein Herz, um die Wahrheit. Gib uns ein solches Herz. Und danke, dass du das – wenn wir da dranbleiben, dass nicht nur so beten, sondern das zu unserem Programm machen – Du wirst es uns schenken und wir vertrauen dir und deiner Güte und Deiner Gnade, die noch keine Ende hat in unserem Leben. Amen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (60:00 bis 65:00)

 

Wir bekennen! Der Hebräerbrief redet davon an drei Stellen, die sozusagen eine gewisse Steigerung haben, dass unser Leben und hier und das, was wir erleben mit Gott, etwas zu tun hat mit Bekennen.

Heb 3,1 – Jesus wird genannt der Hoheprieser unseres Bekenntnisses.

Heb 3,1
Daher, heilige Brüder, Teilhaber der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Jesus,

Der Hohepriester unseres Bekenntnisses! Dann in Heb 4 wird gesagt, wir sollen das Bekenntnis festhalten, weil er der Hohepriester ist.

Heb 4,14
Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten!

Wir sollen das Bekenntnis festhalten. Was heisst das? Da ist nicht die Rede vom „Sünden bekennen“. Natürlich – wenn wir gesündigt haben, sollen wir Sünde bekennen. Aber dann sollen wir nicht immer wieder die alte Sünde bekennen, sondern weil ja uns Gott gereinigt hat, macht das wiederholte, mehrfache Bekennen von einer bestimmten Sünde, die einmal gewesen ist, macht überhaupt keinen Sinn. Das macht überhaupt keinen Sinn. Wenn Gott uns wirklich vergeben hat, uns gereinigt hat, und wir fühlen uns noch schuldig und wir kommen mit derselben Sünde wieder, weil wir denken, ah, Gott hat mir nicht vergeben, weil ich nicht ernsthaft genug Buße getan habe. Schon mal so gefühlt, ja?

Ja, das war zu leichtfertig! Einfach nur gesagt: Gott, es tut mir leid, es war echt daneben, wissen wir beide – vergessen wir es. Herr, gehen wir weiter – und du fühlst dich schuldig: Ja, ist ja klar, wenn man das so locker nur so aus der Hüfte nebenbei macht. Da muss schon mal richtig ein Tränchen vergossen werden. Und dann kneift man sich da eins raus und dann kommt keins. Und dann tut man Buße, dass man nicht so richtig Buße tun kann.

Man kann sich einen totalen Stress machen! „Bekennen“ hat überhaupt nichts mit Gefühlen zu tun. Das Wort „Bekennen“ heißt einfach nur „übereinstimmen“.

„Homo-logeo“ – „das selbe sagen wie …“

Gott sagt: Das war Zorn. Und ich sage: Ja, Herr, du hast Recht, es war Zorn. Punkt. Aus.

Und nicht: Äh, entschuldigung, ich bin ein bisschen aus der Haut gefahren. Oder irgendwas anderes, was wir so halb entschuldigend dann irgendwie sagen.

Sondern „Sünde bekennen“ heisst einfach, sie so zu nennen wie Gott sie nennt. Das hat überhaupt keine gefühlsmäßige Dimension. Wobei ich schon glaube, je mehr wir dem Herrn nahe kommen und ihn lieben, dass wir uns wirklich das leid tut und dass wir beschämt sind über das, was wir Ihm angetan haben. Das glaube ich schon. Aber das ist nicht primär der Inhalt von „Sünden bekennen“. Wir nennen die Sünde und wir verurteilen sie damit so wie Gott sie nennt.

Jemand hat mal gesagt, damit du dir keine Selbstrechtfertigungen erlaubst: „Nenn die Sünde bei dir so wie du sie bei deinem Bruder nennen würdest“. Ein sehr weiser Satz. „Nenn deine Sünde so, wie du sie bei deinem Bruder oder deiner Schwester nennen würdest“.

Da haben wir ein messerscharfes Auge, nur bei uns irgendwie ist die Optik ein bisschen getrübt. Und wir möchten dann lieber sagen: Nein, das war jetzt irgendwie ein „heiliger Zorn“ oder irgendwie sagen wir, dass ist „Sparsamkeit“. Gott sagt: Nein, das ist Geiz.

Und wir haben immer geschickte Dinge irgendwie das abzumildern und ein bisschen anders zu machen.

Also bei diesem Bekennen im Hebräerbrief ist nicht die Rede vom Bekennen unserer Sünde, sondern Bekennen dessen, wer der Herr ist, was er getan hat, was die Grundlage meiner Beziehung zu Gott ist: Ich komme zu Gott auf der Grundlage von Golgatha, ich komme, weil das Blut mich gereinigt hat, mein Vertrauen ist an das Blut gerichtet und nicht an meine Werke.

So komme ich zu Gott. Und oftmals unsere Gebete haben so wenig Power, so wenig Durchschlagskraft, weil wir viel zu sehr auf einer subjektiven Gefühlsebene rumrühren, anstatt auf biblischen Tatsachen uns zu stellen und zu sagen: Von da aus gehe ich aus. Und dann werden wir erleben wie der Geist des Gebetes kommt und wie da eine Power ist und wie da etwas ist, was wir merken, das uns wirklich durchträgt und dass wir wirklich ankommen beim Thron der Gnade. Oftmals wir beten – aber irgendwie weit weg vom Thron. Bevor wir mit konkreten Bitten kommen, lasst uns erstmal Zugang suchen und finden zum Thron.

Okay, also da haben wir den Hohenpriester unseres Bekenntnisses. Dann in Hebräer 4 – wir sollen festhalten das Bekenntnis.

Hebräer 10 wiederum hier gleich bei dieser Stelle, die ich auch schon zitiert habe:

Heb 10,23
Lasst uns das Bekenntnis der Hoffnung unwandelbar festhalten – denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat

Lasst uns das Bekenntnis unwandelbar festhalten. Das ist ein sehr, sehr starkes Wort. Warum sollen wir ermutigt sein, das Bekenntnis unwandelbar festzuhalten? Weil wir offensichtlich so in Versuchung sind, unser Bekenntnis nach den Umständen und vorallendingen unseren Gefühlen immer wieder zu ändern.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (55:00 bis 60:00)

 

Und es ist nicht so wie manche sich das vorstellen, dass Gott zwischen Maleachi und Matthäus irgendwie eine wundersame Wandlung vollzogen hätte. Und auf einmal ist aus dem zornigen Gott des Alten Testamentes ein gnädiger Gott des Neuen Testamentes geworden. Viele Gläubige haben so einen Sprung in der Schüssel und sie denken sich so etwas. Aber Gott hat sich nicht geändert. Auch Gottes Gedanken und Gottes Haltung, Gottes Empfinden über Sünde hat sich nicht geändert. Und der Zorn Gottes ist immer noch eine Realität und der Teufel wird ihn eines Tages sehr empfindlich zu spüren bekommen.

Was sich geändert hat, ist unser Zugang zu Gott. Unsere Möglichkeit eben Gnade zu empfangen und bewahrt zu werden vor dem Zorn, der immer noch da ist. Der Zorn Gottes ist immer noch da und wir werden durch das Blut Jesu bewahrt.

Also bei diesem Ausdruck „bewahrt durch sein Blut“ – ich denke immer sofort an Exodus als Israel sich fertigmachte in der letzten Nacht und rauskam aus Ägypten. Jede Familie musste ein Lamm schlachten, ein fehlerloses Lamm und sie mussten das Blut des Lammes nehmen und mussten das an die Türpfosten streichen. Und dann ging dieser Würgeengel, dieser Todesengel durch das Land und es heisst dann: „wo er das Blut sah, ging er vorüber“.

2 Mose 12,13b
Und wenn ich das Blut sehe, dann werde ich an euch vorübergehen: So wird keine Plage, die Verderben bringt7, unter euch sein, wenn ich das Land Ägypten schlage.

Also wo das Blut an den Häusern war, konnte der Tod nicht zuschlagen, das Gericht konnte nicht zuschlagen, dort, wo das Blut war.

Und ich glaube, dass Juden, die in dieser Tradition aufgewachsen sind, das viel besser wertschätzen können als wir heute. Wenn wir lesen „wir werden bewahrt durch sein Blut“.

Röm 5,9
Um wie viel mehr werden wir nun durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind!

Jesus hat das Blut gegeben, er ist das wahre Opferlamm. Und so wie damals das Blut angewandt werden musste, genauso müssen auch wir das Blut anwenden. Es muss angewandt werden. Es wirkt im Himmel dadurch, dass Jesus es als unser Hohepriester im Himmel anwendet. Aber die Probleme sind nicht nur im Himmel, die Probleme sind auch auf der Erde.

In Off 12,10 wird von dem Verkläger der Brüder gesprochen, der die Brüder Tag und Nacht verklagt.

Off 12,10b
denn hinabgeworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte.

Als ganz junger Gläubiger habe ich gedacht, naja, das ist was, was nur den Himmel betrifft. Aber nach kurzer Zeit habe ich festgestellt, wenn er da oben mich verklagt, kommt auch davon was auf mich, und ich fühle mich verklagt und angeklagt und dann ist eben die dicke Wolke der Verdammnis über mir.

Jesus sorgt für die Anwendung des Blutes im Himmel. Und du sorgst für die Anwendung des Blutes hier auf der Erde!

Du nimmst das Blut und wendest es an. Und so kannst du durch das Blut rein sein in deinem Gewissen. Besprenkt. Gereinigt von all dem Negativen wie wir das eben gelesen haben.

Ich glaube wenn in dieser Nacht des Auszuges, wenn Gott da durch Mose diese Anweisung gegeben hat: Das Blut soll überall an die Türpfosten gestrichen werden – jeder hat das getan. Da war nicht einer da, der gesagt hat: Also, ihhh, mit dem Blut, das finde ich nicht so appetitlich und überhaupt, unsere schöne Tür. Wer wird das nachher wieder sauber machen? Und das finden wir irgendwie nicht so gut. Das reicht doch auch wenn wir die Schüssel hier in die Nähe der Tür stellen oder so.

Sie haben es genauso gemacht wie die Anweisung war! Ein Büschel von diesem Ysop oder was das da war und dann da reingetaucht und dann hier haben sie die Türpfosten richtig schön eingestrichen, weil sie wollten, dass der Würgeengel richtig schön vorüberzieht.

Deswegen haben sie genau die Anweisung befolgt. Und die Bibel redet davon, dass wir auch das Blut Jesu heute anwenden müssen. Das ist nicht eine Sache, die mit deiner Bekehrung alleine zu tun hat. Es hat etwas zu tun mit deiner Gewissensfreiheit. Es hat etwas zu tun mit der Reinheit, die du erleben kannst in dir. Dieser Bibelvers in der Offenbarung geht weiter …

Off 12,11
Und sie haben ihn überwunden wegen des Blutes des Lammes und wegen des Wortes ihres Zeugnisses, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tod!

Drei Dinge, die sie als Waffen sozusagen benutzt haben gegen den Dienst des Teufels zu verklagen.

Das Wort ihres Zeugnisses, das Blut des Lammes und ihr Leben nicht geliebt bis an den Tod. Drei Dinge.

Und eines davon ist das Blut, das wir anzuwenden haben. Und ich glaube, dass das kombiniert ist mit dem Wort unseres Zeugnisses. Und dass das so zu verstehen ist, dass wir bezeugen vor Gott, vor uns selbst und vor der Finsternis, was das Blut für uns getan hat und heute tut.

Wir bekennen. Wir setzen die rettende, bewahrende, heilende Kraft des Blutes frei durch unser Bekenntnis.