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Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (35:00 bis Ende)

Und die einen sagen: Hallelujah. Und die anderen sagen: Ohwe.

In diesen Zeiten leben wir, ihr Lieben.

Paulus sagt, dass der Teufel mit List hinter einer Sache her ist: Hinter der Aufrichtigkeit unseres Herzens.

2 Kor 11
2 Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau vor den Christus hinzustellen.
3 Ich fürchte aber, dass, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, so vielleicht euer Sinn1 von der Einfalt und Lauterkeit2 Christus gegenüber abgewandt und verdorben wird.
4 Denn wenn der, welcher kommt, einen anderen Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen anderen3 Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertragt ihr das recht gut.

Das ist sein Ziel: Die Aufrichtigkeit des Herzen des Gläubigen zu stehlen. Wenn er das gestohlen hat, dann lässt er ihn in Ruhe. Das muss nicht dazu führen, dass man sagt: „Ich glaube nicht mehr, ich gehe nicht mehr zur Gemeinde. Ich bin nicht mehr hingegeben an dieses Buch“. Einfach nur ein Herz voller Kompromisse: „Sicher, das steht hier, klar, hier gibt es Verse, die sehen so aus als wenn Gott Homosexualität hasst, aber weißt du, man muss das ein bisschen differenzierter betrachten und kulturell gesehen …“ und bla bla bla bla bla. Und am Ende kommt das Gegenteil davon raus, was das Wort sagt.

Das ist ein korruptes Herz. Das ist ein Herz, das nicht aufrichtig aus. Ein aufrichtiges Herz sagt: Jesus ist die Wahrheit, und er sagt, und er lässt schreiben, was er meint. Und was er meint, steht in den Zeilen. Und wir müssen nicht versuchen, zu raten, was könnte zwischen den Zeilen vielleicht stehen, was den Sinn um 180 Grad dreht.

Gott ist klar. Gott ist nicht verworren. Jedes Kind kann ihn verstehen – aber Theologen haben Schwierigkeiten.

Gottes Wort ist klar und eindeutig und wahr und unveränderlich. Und Jesus betet: „Heilige sie in der Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit“.

Joh 17,17
Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.

Ein Freisetzung, eine Absonderung für Gott, eine Veränderung in unserem Herzen und dann in unserem ganzen Charakter kommt nur zustande, indem wir das Schwert des Geistes zulassen und das mitten durch uns hindurch geht. Und die verborgenen Motive – so sagt es Hebräer 4 – das Sinnen des Herzens wird offenbar gemacht.

Heb 4,12
Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens.

Und dann werden wir entdecken, dass nicht alles so ordentlich und sauber und so schön ist wie es scheint. Sondern da sind Motive: Wir wollen groß sein, wir wollen anerkannt sein, wir wollen gemocht werden, wir wollen keinen Konflikt haben, wir wollen mit allen gut haben.

Wenn du Christ bist, brich mit dieser Lüge: Du möchtest, dass alle mit dir gut sind.

Jesus hat versprochen: Verfolgung.

Joh 15,20b
Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten.

Und alle, die wirklich auf seiner Seite sind, werden verfolgt werden.

2 Tim 3,12
Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden.

Ist das wahr, was Paulus gesagt hat? Ist das so? Dann warum haben wir keine Verfolgung? Ich sag dir warum: Weil wir so angepasst sind an diese Kultur und mehr dem Zeitgeist glauben als dem Worte Gottes glauben. Wir glauben, dass wir glauben! Wir wollen uns einreden, dass wir glauben. Aber in Realität sieht es alles ganz anders aus.

Und ich könnte viele, viele Beispiele aus dem Alltag von Christen nehmen um zu zeigen, dass das nicht so ist: Es gibt lügende Christen, es gibt verleumdende Christen, es gibt betrügerische Christen, es gibt ehebrecherische Christen. Wo kommt das alles her? Weil sie glauben, dass sie glauben. Aber sie glauben nicht.

Wer Jesus glaubt, kann kein Ehebrecher sein, kann kein Lügner sein, kann kein Betrüger sein, kann nicht das Finanzamt mit der Steuererklärung betrügen, das geht überhaupt gar nicht. Weil die Furcht des Herrn da ist und weil er weiß, ich werde einmal zur Rechenschaft gezogen für das, was ich tue.

Das heißt, mein Betrug, den ich hier begehe, der kommt sowieso raus, also warum sollte ich das überhaupt tun? Um jetzt für kurze Zeit ein kleinen Vorteil zu haben und am Ende habe ich einen Riesen-Nachteil? Das ist ja dumm, das ist dumm!

Ich weiß, ihr seid nett, ihr seid lieb, ihr seid nicht gewohnt, dass man euch so anspricht, aber es ist höchste Zeit, dass man euch mal rüttelt und euch zum Nachdenken bringt. Und ihr überlegt, in welcher Zeit leben wir? Was ist mit unserem Verband eigentlich los? Was haben die da oben beschlossen? Was ist eigentlich da hinter? Was ist eigentlich „Ökumene“?

Ich sag dir, was meine Definition von Ökumene ist: Ökumene ist ein teuflisch-inspirierter Plan der Umerziehung von Gläubigen, dass sie Lüge und Wahrheit auf gleiche Weise anerkennen.

Das ist Ökumene: Wo Lüge und Wahrheit gleichberechtigt anerkannt werden nebeneinander. Es ist ein Prozess der Gehirnwäsche. Es ist ein Prozess der Verwirrung, es ist ein teuflischer Plan. Und wenn du Jesus nachfolgen willst, du musst dich positionieren, ob du Leiter bist oder nicht. Du musst dich positionieren. Und du musst deinen Platz einnehmen.

Und hier breche ich einfach ab.

Und Vater, ich bete, dass du ein heiliges Aufrütteln bringst in diese Gemeinde, ein heiliges Erschrecken, und dass die Menschen durch deine Gnade in der Lage sind, jenseits dessen zu gucken, was „ja, also sooo wird bei uns nicht gepredigt“ und das möchten mir nicht, so wollen wir nicht angesprochen werden. Sondern dahinter schauen, was der Eifer des Herrn ist. Dahinter schauen, was die Wahrheit, was die Warnung ist und was der Inhalt der Message ist.

Und ich segne diese Gemeinde mit großer Wahrhaftigkeit, mit großer Aufrichtigkeit. Und ich bete, dass der Geist der Wahrheit hier jede Lüge aufdeckt und auskehrt und Reinheit und Klarheit und Mut und Liebe zur Wahrheit entsteht.

Und ich danke Dir für dein Werk. Und ich danke dir für die Gelegenheit, die ich hier kurz haben konnte, einfach dein Bote zu sein. Hallelujah. Amen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (30:00 bis 35:00)

Und der Tag wird kommen, und es wird euren Verband zerreissen. Es wird euren Verband zerreissen, weil es da viele Menschen gibt, ich will Jesus treu sein.

Und ich habe verstanden, treu sein zu Jesus, heißt treu sein zu seinem Wort. Wenn ich zu seinem Wort nicht treu bin: „Ihr habt meinen Namen nicht verleugnet“, sagt Jesus, „und habt mein Wort bewahrt“.

Off 3,8b
denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.

Wie verleugnet man nicht den Namen Jesu? Indem man das Wort bewahrt.

Und ich prophezeie einen riesigen unheilbaren Riss, der mitten durch euren Verband gehen wird. Zwischen denen, die sich anpassen, die sich ducken, die ihre Menschenfurcht verbergen mit „Weisheit“, mit „Liebe“ und zwischen denen, die sagen: Nein! Ich gehe auf der Seite Jesu, ich gehe mit Paulus.

Dieser Riss wird kommen und das dauert nicht mehr viele Jahre, glaubt es mir. Und es gärt schon.

Und das muss so sein, weil Gott baut seine Gemeinde, Gott macht eine reine Gemeinde, die ihn ehrt, die auf seiner Seite ist, die lieber blutet und leidet, aber nicht die Wahrheit verdreht.

Und auf der anderen Seite: Der Teufel baut die Hure. Und das geht jetzt auseinander, wir sind jetzt an der Weggabelung und jede Gemeinde, jeder Verband, und jeder einzelne Gläubige muss sich entscheiden, in welche Richtung gehe ich: Die Hure, die ein korruptes Herz hat, die viel von Liebe redet, von Einheit redet, die von Brüderlichkeit, von Versöhnung redet und von all diesen schönen Dingen. Aber sie meint etwas anderes als was Jesus gemeint hat und was die Apostel gemeint haben.

Und zwischen denen, die sagen: Gott ist Gott, und ich bin nicht Gott. Und ich hab das nicht geschrieben, aber ich bin verantwortlich, mit meinen Gedanken, mit meinen Worten, mit meinem Lebensstil, diesem Wort zu entsprechen.

Wir gehen sehr, sehr, sehr konfrontativen Zeiten entgegen, und darum ist es so notwendig, dass wir uns Gedanken machen über unseren Glauben. Haben wir den Glauben der Apostel? Oder haben wir einen selbstgemachten, netten, harmlosen, unverfänglichen Glauben, mit dem auch die, die dem Wort Gottes widersprechen und das Wort Gottes mit Füßen treten auch noch gut leben können?

Oder ist unser Evangelium immer noch ein Skandal, ein Anstoß? Wie es das am Anfang gewesen ist. Warum war das ein Skandal? Weil es jede Philosophie und jede Religiösität und jeden Kult und jede andere Glaubensrichtung ausgeschlossen hat. Darum war es ein Skandal. Und die Leute empören sich, sind trunken von dem Zeitgeist und wenn jemand sagt: „*Das* ist die Wahrheit“ – dann bäumt sich alles auf und sagt: Das kann nicht sein.

Wenn du sagst, Jesus hat Wahrheit – Okay – Jesus ist *eine* Wahrheit – okay – Jesus ist *ein* Weg zu Gott – wie das in diesem schrecklichen Roman „Die Hütte“ da dann steht. Okay, das können wir schlucken, das können sogar die Esoteriker noch akzeptieren.

Aber wenn du sagst: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben und niemand kommt zum Vater als durch mich“ …

Joh 14,6
Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

… dann geht die Granate hoch. Dann gibt’s den Konflikt. Dann auf einmal wird offenbar, wo die Herzen sind. Entweder in Hingabe zu Jesus oder in Feindschaft zu Jesus.

Und wie Paulus sagt: Es gibt unter den Gläubigen Feinde des Kreuzes.

Phil 3,18
Denn viele wandeln, von denen ich euch oft gesagt habe, nun aber auch mit Weinen sage, dass sie die Feinde des Kreuzes Christi sind;

So gibt es auch heute Feinde des Kreuzes. Und das wird nicht so bleiben. In der Brautgemeinde gibt es keine Feinde des Kreuzes mehr. Es wird sich sortieren, es wird klar werden, wer wo steht. Und das Schwert des Geistes wird kommen früher oder später und wird mitten durch euren Verband und eure Versammlung gehen und die Herzen werden offenbar werden. Das verspreche ich euch.

Woher weiß ich das? Weil ich Gottes Plan studiert habe. Und eine reine Gemeinde kann nur entstehen wenn die Unreinen zur Buße gerufen werden – und wenn sie nicht Buße tun wollen, dann werden sie die Gemeinde verlassen. Weil sie die heilige Gegenwart Gottes nicht ertragen können, und sie fliehen vor dem Licht. Wie die Kakerlaken im Keller – wenn du die Kellertür aufmachst und das Licht scheint – pfummm – dann sind sie alle weg. Sie scheuen das Licht.

Und die, die korrupt sind, die nicht wahrhaftig sind, die nicht gerade sind, die scheuen das Licht.

Wer Böses im Herzen hat, kommt nicht zum Licht, auf dass seine Werke offenbar werden.

Joh 3,20
Denn jeder, der Arges tut, hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt werden;

Und Jesus ist das Licht der Welt, das alle Menschen erleuchtet.

Joh 1,9
Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet.

Und dieses Licht wird scheinen. Und es hat ein bisschen angefangen zu scheinen, aber es wird mehr und mehr und mehr scheinen. Die Dunkelheit nimmt zu, aber die Klarheit des Evangelium nimmt auch zu.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (25:00 bis 30:00)

Wenn das Wort Gottes wahr ist, dann ist das, was Gott über Ehe sagt, wahr. Dann ist auch das wahr, was Gott über Homosexualität sagt. Dann ist auch das wahr, was Gott über die Irrlehrer sagt. Dann ist das wahr, was Gott über die Hure sagt, die die Braut verfolgen wird. Dann sind all diese Dinge wahr. Und das hat Konsequenzen für dein persönliches Leben.

Und Gottes Wort warnt uns: Die Feiglinge werden nicht das Reich Gottes ererben.

Off 21,8
Aber den Feigen und Ungläubigen7 und mit Gräueln Befleckten und Mördern und Unzüchtigen8 und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern ist ihr Teil in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.

Er ermahnt uns, stark zu sein, mutig zu sein, zur Wahrheit zu stehen, die Wahrheit in Liebe zu sprechen.

So, für die Apostel war die Schrift der Maßstab, der unveränderliche Maßstab. Und die Schrift sagt, dass der Glaube ein für allemal überliefert ist.

Jud 3
Geliebte, da ich allen Fleiß anwandte, euch über unser gemeinsames Heil zu schreiben, war ich genötigt, euch zu schreiben und zu ermahnen, für den ein für alle Mal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen.

Als der Kanon fertig war, war er fertig. Da wurde nichts mehr hinzugefügt. Und nichts kam nachträglich noch als Offenbarung, als Ergänzung.

Und deswegen ist das eine riesige Unverschämtheit und ein Betrug an den Gläubigen, wenn Johannes Hartl so etwas schreibt wie: „Ja, das mit der Maria, da muss nicht in der Bibel stehen, das hat der Heilige Geist später gezeigt“.

Was für eine Idee vom Heiligen Geist! Erst verbietet er Götzendienst, dann ist das Buch fertig. Und später auf einmal dann zeigt er uns, wir dürfen doch die „Königin des Alls“ anrufen. Wir dürfen zu ihr beten, wir dürfen bei ihr Schutz suchen. Hallo? Ist Gott verwirrt oder was?

Aber wenn du solche Dinge ansprichst, dann bist du gleich ein „Katholikenhasser“. Nein, ich liebe Katholiken und ich weiß, dass nur die Wahrheit sie frei macht und deswegen konfrontiere ich sie mit der Wahrheit. Aber ich hasse ihr System, ihr Lügensystem, in das der Teufel sie versklavt hat. Und jeder Bote Gottes sollte diesen Hass in sich spüren, weil Gott hasst die Lüge. Gott hasst das Böse. Gott ist nicht so friedfertig wie wir uns das vorstellen. Jesus hat gesagt: Ich bin gekommen, das Schwert zu bringen, nicht Frieden – das Schwert!

Mt 10,34
Meint nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.

Und da gibt es Trennung, mitten in der Familie, mitten in der Ehe, mitten in der Gemeinde. Es gibt Trennung zwischen Lüge und Wahrheit. Zwischen Heuchelei und Echtheit. Diese Dinge passen nicht zusammen. Und es gibt keine Heuchler im Himmel. Das gibt es nicht.

Und wenn wir da hin kommen wollen, dann besser werden wir hier echt und werden wir wahr und fangen an, Respekt zu suchen vor einem heiligen Gott und zu verstehen, wir werden an diesem Wort einmal gerichtet werden. Wir werden einmal zur Verantwortung gezogen werden mit diesem Wort.

Und dann können wir nicht sagen: Ja, das habe ich nicht gewusst, dass das so ernst ist.

Doch! Du hast es gelesen. Paulus hat gesagt: Das ist der Maßstab, und alles, was davon abweicht …

Und es gibt viele, viele, viele gravierende Punkte, wo die katholische Kirche von der Bibel abweicht. Und dann stellen wir uns da hin und dann bei der letzten oder vorletzten BuKo (= Bundeskonferenz des BFP) – einer eurer Leute macht einen Lobpreis auf den Papst. Er erzählt von seiner tollen Gemeinschaft mit dem [Thomas] Schirrmacher und der Schirrmacher ist ganz eng am Papst, hat ja auch ein Buch darüber geschrieben:

„Kaffeepausen mit dem Papst: Meine Begegnungen mit Franziskus“

Und dann fragt der Sprecher den Schirrmacher: „Und sag mal, der Franziskus, wie ist der denn so?“

Und dieser Pfingstpastor hat die geistliche Naivität – oder Bosheit, weiß ich nicht genau – zu behaupten: „Genauso wie du und wie ich. Das ist unser Bruder und alles ist gut“.

Ich nehme mir jetzt nicht die Zeit, all die Lügen Roms hier – kann ich auch gar nicht – aber es gibt genügend Literatur, die das klar zeigt und du kannst es in er Bibel selber studieren. Und studier den KKK (= Katechismus der Katholischen Kirche).

Wie kann das sein, dass auf einer großen Konferenz, wo hunderte von Pastoren sind, nicht ein Buhhh-Rufen und ein Pfeiff-Konzert entsteht, wenn er so etwas sagt: „Der Papst, das ist einer wie du, das ist unser Bruder, und alles ist gut“.

Warum gibt es da keinen Protest? Wir sind Protestanten – wir legen Zeugnis ab für die Wahrheit. Und wenn du das nicht tust, bist du kein Protestant und wenn dein Pastor, den du da zur BuKo schickst, wenn er das nicht tut – dann, warum stellst du ihn nicht zur Rede und sagst: Horch einmal, auf welcher Seite stehst du? Auf welcher Seite stehst du?

Aber wir sind ja untergeordnet und wir sind ja nett, wir schlucken ja jeden Mist, der uns erzählt wird. Und können und wollen nicht an der Schrift prüfen.

Ihr Lieben, es ist Zeit, dass wir aufwachen!

Huiuiui, ich wusste nicht, dass das so scharf wird. Nach dem Konzept sah das alles viel netter aus.

Aber so ist wie der Heilige Geist mich leitet, und ich fordere euch heraus, und ihr müsst Stellung beziehen, ihr müsst eine Antwort geben: Ist das, was die Bibel uns sagt, ist das Gottes Wort? Dann hat das Konsequenzen! Dann muss es Briefe geben, dann muss es Proteste geben und Worte wie: Wir sind mit dieser Kumpanei mit der Lüge nicht einverstanden. Und jeder, der schweigt, sagt damit, er ist doch einverstanden.

Eine heimliche Opposition, das gibt es nicht. Du musst sagen, was du glaubst.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (20:00 bis 25:00)

Und jeder ist verantwortlich. Und nicht nur Prediger. Auch wenn du mit deinem Bruder, deiner Schwester dich unterhältst und irgendwelche Sachen erzählst, du bist genau so verantwortlich.

Und weil er so schwarz-weiß war, deswegen haben die Leute sich an ihm gestoßen. Und die einen haben ihn geliebt und die anderen haben ihn gehasst. Da war nicht einer da, der gesagt hat: „Ja, doch, das ist auch ein Standpunkt, das finde ich auch irgendwie interessant, das sollte man mal bedenken. Ja, doch, wertvoller Beitrag in dem Blumenstrauß der vielen verschiedenen Möglichkeiten des Glaubens“, und dieses ganze ökumenische Geschwafel – kennst du das?

Das hängt mir zum Halse raus!

Wo Leute, die das Wort mit Füßen treten von uns anerkannt werden als unsere Brüder und Schwestern, die genau so mit Jesus unterwegs sind wie das im Wort geschrieben ist. Und sie verdrehen das Wort und sie erzählen Dinge wie: Die Babies werden besprenkelt und dadurch werden sie Kinder Gottes.

Und dann sollen wir das anerkennen.

Wenn du an Jesus glaubst, wenn du Paulus nachfolgen willst, du kannst niemals solchen Lügen zustimmen. Eine der größten religiösen Lügen in unserem Land, den Gläubige wie du und ich noch unterstützen, ist die Tauflüge: Dass man Kind Gottes wird durch die Wasserbesprenkelung.

Das ist nicht, was die Bibel sagt. Man wird Kind Gottes durch eine Geburt von oben. Und die Geburt von oben kommt nur für den, der Buße tut. Ohne Buße kein Glauben. Ohne Umkehr und sich unter die Herrschaft Christi stellen, gibt es keinen Glauben.

Und wo ist der Protest eurer Leiter, wenn sie in den ACK-Sitzungen („Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“) sind und sagen: Du, Priester, ich hab dich ja lieb als Mensch, aber was du da erzählst, ist eine Lüge und du verdummst die Lüge und du bist vor Gott verantwortlich. Wo sind die Leute, die „Hintern in der Hose“ haben, so etwas zu sagen?

Warum sich mit solchen Leuten treffen wenn man ihnen nicht die Wahrheit sagt? Um nett Kaffee zu trinken, Einheit zu feiern – für was? Der Kompromiss ist so tief drin und wenn ihr nicht aufwacht, werdet ihr in den Sog mit runtergezogen werden, das verspreche ich euch.

Wir sind verantwortlich – wenn wir schweigen bei religiösen Lügen über Jesus und über das Evangelium – wir sind verantwortlich.

Das Wort Gottes sagt: Wenn du deinen Bruder sündigen siehst, dann geh hin und bringe ihn zurecht im Geist der Sanftmut.

Mt 18,15
Wenn aber dein Bruder sündigt, so geh hin, überführe ihn zwischen dir und ihm allein! Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen.

Gal 6,1
Brüder, wenn auch ein Mensch von einem Fehltritt übereilt wird, so bringt ihr, die Geistlichen, einen solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht. Und dabei gib auf dich selbst acht, dass nicht auch du versucht wirst!

Das ist, was die Bibel sagt.

Warum passiert das nicht in der ACK? Weil wir möchten anerkannt werden, wir wollen nur nett sein, wir wollen nur eine gute Presse haben, wir wollen verhindern, dass wir verfolgt werden.

Weißt du, dass hinter den Kulissen die Pastoren genau gewusst haben, als sie die Entscheidung getroffen haben, in die ACK zu gehen – der wahre Grund ist nicht ein theologischer Grund. Der wahre Grund ist: Wir möchten verhindern, dass wir verfolgt werden und als Sekte angesehen werden.

Ein erbärmlicher Kompromiss!

Womit wir zeigen, wir vertrauen nicht Gott. Dass Gott die Gemeinde bewahren kann in allen Stürmen. Nein, wir müssen selber uns den Feinden anbiedern, um davon dann Schutz oder Hilfe oder Anerkennung zu bekommen. Das ist erbärmlich. Schau mal, was passiert mit Israel wenn sie bei Assur Hilfe gesucht haben statt sich auf Gott zu verlassen. Jedes Mal kam der Fluch.

Und wenn ihr nicht aufwacht und anfangt, das Wort Gottes ernst zu nehmen – ihr werdet es miterleben, wie – es hat schon begonnen – wie der Fluch über euren Verband kommt. Der Fluch Gottes kommt über euren Verband.

Ich weiß, das möchtet ihr nicht hören, ich möchtet etwas Auferbauendes, etwas Nettes, aber wenn man das ernst nimmt und glaubt, ist das sehr auferbauend. Weil mir nämlich dem Fluch entkommen und im Segen uns gründen.

Gott hat sich nicht geändert – wir ändern uns, aber für Gott ist Lüge nicht zu ertragen. Er ist der Gott der Wahrheit. Und Er will, dass wir wahr sind und dass wir die Wahrheit in Liebe SPRECHEN. Das ist ein Befehl.

Eph 4,15
Lasst uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus.

Und nicht: Lass den reden, ich sehe das anders, aber ich werde mich nicht äußern, damit es hier keinen Stress gibt.

Erbärmliche Anpassung aus niederträchtigen selbstsüchtigen ekelhaften Motiven – und wir werden dafür zur Verantwortung gezogen werden – wir werden! Du wirst es sehen.

So, das alles steht nicht in meinem Konzept, aber das war auf dem Herzen Gottes.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (15:00 bis 20:00)

Und das hat Konsequenzen: Dann gibt es keinen Sex vor Ehe. Dann gibt es keine Drogen, dann gibt es keine Pornografie. Dann gibt es einen Haufen Dinge, die für viele Gläubige normal sind, nicht mehr.

Das hat Konsequenzen. Das ist nicht ein privater Glaube, der mit deinem Lebensstil und mit dem, was die anderen sagen in dein Leben hinein dann nichts zu tun hat – nein, dann auf einmal bist du im Licht. Und dann bist du bereit, Korrektur anzunehmen. Dann bist du bereit, mit den Heimlichkeiten aufzuhören und ans Licht zu kommen und dadurch frei zu werden.

Weil das Wort Gottes inspiriert ist von Gott selbst hat es Seine Natur. Deswegen ist es wahr.

Und deswegen ist es unveränderlich. Und deswegen ist es der gültige Maßstab heute.

Und dann hört man Christen sagen: „Ja, aber das ist ein altes Buch und wir haben heute eine andere Kultur und eine andere Zeit“. Sünde ist immer noch dasselbe Problem. Und Gottes Antwort auf Sünde ist immer noch die selbe: Und das ist das Blut Jesu und das ist Vergebung und das ist die Kraft des Heiligen Geistes, die uns befähigt zu überwinden und frei zu werden von der Sünde.

Hallelujah. Hallelujah.

Lasst uns zu Gal 1 gehen. Paulus war ein sehr extremer Mann und die Leute haben sich an ihm gestoßen. Und alle, die versuchen, ein bisschen ähnlich ihm zu werden, erleben dasselbe. Und sie polarisieren. Das ist, was Jesus getan hat. Und das haben die getan, die von ihm inspiriert waren.

Gal 1,11
Ich tue euch aber kund, Brüder, dass das von mir verkündigte Evangelium […]

… überhaupt – was meint er mit „Evangelium“? Manche Leute sagen: Ja, Joh 3,16 – das ist das Evangelium.

Joh 3,16
Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen11 Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

Das Evangelium ist die Botschaft: Wer ist Jesus? Was hat er getan? Warum ist er gekommen? Was ist sein Werk der Erlösung? Was sind die Konsequenzen? Wie sollen wir darauf reagieren? Wie sieht jetzt unser Lebensstil nach dem Plan und nach dem Willen Gottes aus? All das gehört zum Evangelium. Nicht einfach nur: „Gott hat die Welt geliebt und fertig, aus.“

Das Evangelium ist der Plan, der Wille Gottes.

Gal 1
11 Ich tue euch aber kund, Brüder, dass das von mir verkündigte Evangelium nicht von menschlicher Art ist.
12 Ich habe es nämlich weder von einem Menschen empfangen noch erlernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi.

So, und jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du glaubst ihm das, entweder du nimmst ihm das ab. Dann hat das weitreichende Konsequenzen für dein Glaubensleben. Oder du sagst: Was bildet der sich ein? Wie kommt der dazu zu sagen, ja, er hat das vom Herrn und er redet die Wahrheit? Wie kann er so etwas sagen?

Entweder Paulus ist größenwahnsinnig, entweder Paulus kann sich nicht einschätzen und er redet ein Zeug, was er selber nicht überblicken und verstehen kann – oder er redet die Wahrheit und du musst dich entscheiden.

Und wenn er die Wahrheit redet, dann hat das Konsequenzen für deine Fantasien, für deine Wünsche, für deine Lebensziele, für deinen Lebensstil, für deine Art wie du mit dem Internet umgehst, für deine Art wie du mit Filmen umgehst und mit Musik und mit allen möglichen anderen Dingen.

Wenn das wirklich wahr ist, hat das Konsequenzen.

Wir können nicht einfach nur zustimmen. Das ist nicht einfach irgendwie eine Idee und die nicken wir ab und sagen: Ja, die finde ich nett. Nein – das ist nicht Glaube.

Sondern Glaube ist Gehorchen – wie ich das versucht habe, die Tage hier aus der Bibel zu beschreiben. Glaube ist gehorchen. Der Wahrheit zu gehorchen, das ist Glaube.

Und er sagt, er hat bekommen vom Herrn. Das heißt, es ist 1:1 das, was Jesus gesagt haben wollte. Und deswegen, das ist die nachgeschobene Erklärung für etwas ganz, ganz Provokantes, was er am Anfang sagt dieses Briefes. Ich les einmal vor:

Gal 1
6 Ich wundere mich, dass ihr euch so schnell von dem, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, abwendet zu einem anderen Evangelium,
7 wo es doch kein anderes gibt; einige verwirren euch nur und wollen das Evangelium des Christus (das ist, was er verkündigt hat) umkehren.
8 Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Er sei verflucht!

Was sagt Paulus hier? Ich setze den Maßstab im Auftrag Gottes und ALLE Predigergenerationen aller kommenden Jahrhunderte werden alle an dem Maßstab, den ich gesetzt habe, gemessen werden. Das ist, was Paulus hier sagt. Das ist ganz schön scharf.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 5 (0:00 bis 15:00)

Ich habe versucht, ein paar Highlights zu setzen die Tage – über die Gemeinde nach dem Plan Gottes. Und ich habe versucht, einige Dinge aufzuzeigen, wo wir mit aller Selbstverständlichkeit Dinge tun, die völlig neben und außerhalb oder gegen den Plan Gottes sind. Und dann war meine Betonung „Jüngerschaft“. Im Neuen Testament, eine Gemeinde ist eine Gemeinde, die Jünger macht. Die nicht irgendwie einfach Gläubige sammelt und irgendwie die betreut oder unterhält oder irgendwas, sondern es ist eine Gemeinde, die ein klares Ziel hat: Jesus will Jünger.

Jesus will nicht Christen, Jesus will nicht Gläubige, Jesus will Jünger haben. Das ist das einzige, was ihn interessiert. Und ein Jünger ist sehr, sehr anders als ein Christ. Sehr, sehr anders. Ein Jünger hat eine belehrbare Haltung. Er sagt: „Ich bin dafür da, für die Ehre Gottes zu leben, ich will den Willen Gottes tun und ich brauche Hilfe. Ich brauche Menschen, die weiter sind im Glauben, die mich anleiten“.

Er macht das nicht alles alleine, sondern er lässt sich etwas sagen. Er lässt sich korrigieren, er lässt in sein Leben hineinsprechen. Und er nimmt Ermutigung und Ermahnung an und ist nicht beleidigt und zieht gleich das erste Mal von dannen wenn ihm irgendwas gesagt wird, was nicht so angenehm ist.

Und nur Jüngerschaft garantiert, dass Menschen in den Plan Gottes hineinkommen. Nur Jüngerschaft ist der Weg wie Menschen frei werden. Und das ist Ziel von Jesus: Er ist gekommen, die Werke der Finsternis zu zerstören.

1 Joh 3,8b
Hierzu ist der Sohn Gottes offenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte.

Wie kann das sein, dass Gläubige jahrelang gläubig sind und sind immer noch gebunden – an Pornografie, an Rauchen, an Drogen, an Fresssucht, an sinnlos Geld ausgeben und ich weiß nicht, was es noch alles gibt. Das kann nicht sein, das macht Jesus keine Ehre.

Jesus bekommt Ehre wenn wir zeigen, wir sind ein Beispiel von dem, was er an Golgatha getan hat für uns. Wir verherrlichen ihn mit Freiheit, wir verherrlichen ihn mit Liebe, mit Wahrhaftigkeit, mit einem Lebensstil, der sehr, sehr anders ist als in dieser Welt.

Und ein solcher Lebensstil kommt nicht über Nacht, der kommt auch nicht mit Hände auflegen, sondern der kommt durch einen Prozess des Trainings. Und das nennt die Bibel „Jünger machen“. Jesus hat gesagt, wir sollen Jünger machen.

Mt 28,19a
Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern

Und gestern war mein Schwerpunkt, die Einstellung und die Haltung des Jüngers zum Worte Gottes.

Und da will ich heute weitermachen, und ich spreche heute über den Glauben der Apostel.

Es gibt viele verschiedene Glaubensrichtungen. Baptistisch, pfingstlich, charismatisch, adventistisch, was weiß ich – lutherisch. Ja, was ist jetzt der richtige? Der richtige Glaube ist der Glaube, den die Apostel gelehrt haben. Denn sie haben ihn von Jesus bekommen aus erster Hand. Das ist der Glaube, der maßgeblich ist. Und jeder, der sich erlaubt, anders zu glauben, ist immer noch in Rebellion gegen Gott. Zwar auf fromme Art und Weise, aber er ist in Rebellion. Nicht agressiv, nicht aufbrausend, sondern einfach nur ganz ruhig: „Ne, das sehe ich nicht so, das mache ich anders, und das mache ich so, wie mir das gefällt“.

Wenn du Christ bist, dann tust du nicht mehr Dinge wie sie dir gefallen, dann tust du die Dinge wie sie Gott gefallen. Das ist ein Christ. Das ist jemand, der gesagt hat: Ich lebe für den Willen Gottes.

Und wie kannst du den Willen Gottes tun, wenn du dich überhaupt nicht damit beschäftigst? Also – es geht um das Wort.

Lasst uns Apg 24 aufschlagen, und da sehen wir ein wunderbares Bekenntnis von Paulus. Und er ist ja unser Vorbild. Er sagt: Seid meine Nachahmer.

1Kor 4,16
Ich bitte euch nun, seid meine Nachahmer!

1Kor 11,1
Seid meine Nachahmer, wie auch ich Christi Nachahmer bin!

Phil 3,17
Seid miteinander meine Nachahmer, Brüder, und seht auf die, welche so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt!

Das ist, was Paulus sagt. Er sagt einmal zu einer Gemeinde: Alles, was ihr an mir gesehen habt und was ihr von mir gehört habt – das tut, und Gott wird mit euch sein.

Phil 4,9
Was ihr auch gelernt und empfangen und gehört und an mir gesehen habt, das tut! Und der Gott des Friedens wird mit euch sein.

Was für eine Aussage! Entweder dieser Mann war größenwahnsinnig oder er war in der Wahrheit und Gott hat ein mächtiges Werk in ihm getan. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, auf so etwas zu reagieren.

Ich kann mich nicht hinstellen und sagen: „Alles, was ihr an mir seht, das müsst ihr tun, und Gott ist mit euch“. Das kann ich nicht. Und ich weiß nicht, ob es irgendjemanden hier gibt, der das könnte.

Aber Paulus sagt: Alles, was ihr an mir gesehen habt – und von mir gehört habt – das tut. Und Gott wird euch segnen, Gott wird mit euch sein.

Was für ein Mann, was für ein Werk hat Christus in ihm getan? Und hier ist ein Bekenntnis in Apg 24,14 – da steht er vor dem Felix.

Apg 24,14
Aber dies bekenne ich dir, dass ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, so dem Gott meiner Väter diene, indem ich allem glaube, was in dem Gesetz und in den Propheten geschrieben steht,

Wie hat er Gott gedient? Indem er allem glaubt, was geschrieben steht.

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Und darum habe ich gesagt: Die Haltung des Jüngers zur Heiligen Schrift ist der Schlüssel. Und entweder die Haltung stimmt – dann wird sein Leben sich in die richtige Richtung entwickeln – oder seine Haltung stimmt nicht. Und je länger er Christ ist, um so religiöser wird er werden. Und wird den Plan Gottes verpassen und wird statt ein Teil von Gottes Antwort immer noch ein Teil bleiben von Gottes Problem.

Und das kann nicht sein, und das ist nicht der Wille Gottes. In der Gemeinde sollen alle danach streben, dass der Wille Gottes geschieht. Und dann werden wir ausgesandt und ausgestattet und bevollmächtigt, draußen Menschen zu dienen in der Kraft Gottes. Das ist unser Auftrag.

Ich glaube allem, was geschrieben steht.

Die heilige Schrift war für die Apostel die Grundlage ihres Glaubens. Das nennt man in der theologischen Fachsprache „sola scriptura“. Aber der Ausdruck ist unwichtig, aber wichtig ist, dass du verstehst, was das bedeutet: „Sola Scriptura“ bedeutet nicht, dass du dahergehst und sagst, also nur das, was in der Bibel ist. Also z.B. dann kommt jemand daher und sagt: Computer – du hast einen Computer? Das ist nicht biblisch – wo ist das in der Bibel?

„Sola scriptura“ bedeutet, das Wort Gottes setzt den Maßstab und regelt alle Fragen deines Glaubens – wer ist Jesus? Wie liebt man Jesus? Wie lebt man mit Jesus? Was ist Sünde? Was ist nicht Sünde? Wie ist Heiligung? All die Fragen des Glaubens werden durch die Schrift und nicht durch menschliche Weisheit und Philosophie bestimmt und beantwortet. Das ist „sola scriptura“.

Und das haben die Apostel gehabt, auch wenn du diesen Audruck nirgendwo in der Bibel findest. Und wo haben sie das her gehabt? Sie haben verstanden – 2 Tim 3 – ich muss ein bisschen schnell gehen heute, weil ich einige wichtige Dinge sagen will und die Zeit rennt. 2 Tim 3 – hier spricht Paulus zu seinem geistlichen Sohn.

2 Tim 3
14 Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du überzeugt bist7, da du weißt, von wem du gelernt hast,
15 und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die Kraft haben, dich weise zu machen zur Rettung8 durch den Glauben, der in Christus Jesus ist9.

Das ist die Kraft der Heiligen Schrift. Die heilige Schrift, wenn du sie benutzt – zusammen in Freundschaft und Unterordnung unter den Heiligen Geist – dann ist das die Quelle deiner Kraft. Und da kommt alles her, was du brauchst in diesem Leben. Du brauchst nichts anderes als das.

2 Tim 3
16 Alle Schrift ist von Gott eingegeben (ausgehaucht von Gott) und nützlich (und man könnte sagen: und DESHALB nützlich) zur Lehre

Christliche Lehre muss aus der Schrift kommen. Christliche Lehre, die nicht aus der Schrift kommt, ist ein dämonisches Imitat und wird dir Schaden bringen und denen Schaden bringen, denen du versuchst, das weiterzugeben.

Das ist so, so, so, so wichtig. Christus ist der Herr. Und er war das Vorbild für die Apostel und er glaubte an die Inspiration der heiligen Schrift. Er glaubt, dass die Schrift wahr ist, dass sie ewig ist, dass sie unveränderlich ist. Dass sie gültig ist, dass sie gegeben ist durch den Heiligen Geist. Und daher haben die Apostel das bekommen. Und die Apostel haben das an die anderen weitergegeben. Wie Paulus hier an seinen geistlichen Sohn.

In Vers 10 liest du …

2 Tim 3
10 Du aber bist meiner Lehre gefolgt, meinem Lebenswandel, meinem Vorsatz, meinem Glauben, meiner Langmut, meiner Liebe, meinem Ausharren,
11 meinen Verfolgungen, meinen Leiden

Was ist das erste in dieser Reihenfolge? Lehre. Du bist meiner Lehre gefolgt.

Und was meint er mit „seiner Lehre“? Damit meint er das Evangelium, das er von Christus bekommen hat. Das meint er damit. Aber er nennt es manchmal „seine Lehre“ oder „sein Evangelium“. Und sie haben verstanden, das Wort Gottes ist der Maßstab. Das Wort Gottes ist unsere verlässliche Quelle, aus der wir alle Informationen – aber nicht nur Informationen, auch Inspirationen, auch Überführung, auch Kraft, auch Motivation, Belebung, Erfrischung – alles kommt aus dem Wort Gottes.

Und wenn ein Jünger nicht diese – oder ein Christ nicht diese Haltung hat, das ist die einzige Quelle, aus der ich meinen Glauben schöpfe. Und wenn er nicht allen Ideologien und Philosophien und Prägungen seiner Zeit und seiner Kultur entsagt hat, dann wird er in Verwirrung bleiben. Und es wird keine Kraft in seinem Leben wirksam sein.

Woher weiß ich das? Weil Paulus das genau so gesagt hat.

1 Thess 2,13
13 Und darum danken auch wir Gott unablässig, dass, als ihr von uns das Wort der Kunde (was meint er? Das Evangelium! Das Wort Gottes!) von Gott empfingt, ihr es nicht als Menschenwort aufnahmt, sondern, wie es wahrhaftig ist, als Gottes Wort, das in euch, den Glaubenden, auch wirkt.

#00:10:24-0#

Warum wirkte das Wort Gottes in den Gläubigen von Thessaloniki und tat sein Werk? Weil sie es nicht genommen haben als „ach, da ist ja ein Prediger, der Paulus – na, hören wir mal, was der zu sagen hat? Ach, ja, ganz interessant, doch, nett, find ich gut, stimme ich zu“. Nein, sondern sie haben gesagt: Der Mann redet, aber was er redet, ist das Wort Gottes und es kommt von Gott und das hat er sich nicht selber ausgedacht.

Deswegen konnte das Wort Gottes in ihnen wirken, weil sie es als von Gott genommen haben.

Und so viele Gläubige erlauben sich die Haltung und sie hören nicht Gott in der Stimme des Predigers, sie hören nicht Gott wenn sie ihre Bibel lesen, sie hören nur einen Menschen und eine Menschenmeinung, und sie gehen dabei an dem Wichtigsten vorbei und empfangen nicht die Hilfe, die Gott ihnen geben will.

Alles, was wir brauchen, kommt durch das Wort. Der Heilige Geist benutzt das Wort. Es ist sein Instrument, es ist sein Schwert, das er benutzt an uns zu arbeiten. Und um dieses Werk zu tun, unsere Seele zu reinigen durch Gehorsam gegenüber der Wahrheit – unsere Seele an den rechtmäßigen Platz zu bringen und diese notwendige Trennung von Seele und Geist zu bringen.

Wir haben so viel seelisches Imitat, so viele seelisches Christsein, und deswegen haben wir so viele seelische Beziehungen. Und seelische Beziehungen bedeutet nicht „besonders emotional“. Seelische Beziehungen bedeuten, da ist keine Wahrheit.

Da ist ein Ältester, der glaubt, dass Sex vor Ehe nicht in Ordnung ist, aber auf einmal betrifft es seine Tochter, und auf einmal sieht alles ganz anders aus. Das ist eine seelische Beziehung, eine Beziehung, wo nicht die Wahrheit regiert. Es gibt seelische Beziehungen in Ehen, in Freundschaften, in Leitungskreisen, in Hauskreisen, und seelischen Beziehungen sind ein Riesenproblem, weil sie ein Einfallstor sind für den religiösen Geist.

Und wenn wir keinen religiösen Geist in der Gemeinde haben wollen, dann müssen wir darauf achten, dass wir glauben wie die Schrift sagt.

Das ist der einzige Schutz, den wir haben. Glauben wie die Schrift sagt. Nicht wie du das denkst. Nicht wie der das denkt. Nicht wie Herr Bulkmann das denkt oder irgendwer anders. Sondern so wie es die Schrift sagt. So hat Jesus geglaubt, so hat Jesus den Aposteln das beigebracht. Und so haben die Apostel gesagt, müsst ihr auch glauben. Und das ist ein Jünger, der sagt: Die Schrift ist von Gott. Fertig. Punkt. Aus.

Und er ist sich dessen wohl bewusst, dass er damit schwimmt gegen den Strom, gegen den Zeitgeist, gegen die Kultur. Jesus glaubte an die Schöpfung. Wie kann es Christen geben, die an Evolution glauben? Wie kann das sein? Sie sind verwirrt. Sie haben nicht den Glauben der Apostel, sie haben einen menschen-gemachten Glauben, ein Imitat, wovor Paulus viele Male ernstlich gewarnt hat.

Jesus glaubte an die Ehe als eine von Gott geschaffene Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau. Wenn wir das glauben, werden wir in den nächsten Jahren – und wenn wir das verkündigen – wir werden heftigst Probleme bekommen. Und es ist hohe Zeit, dass wir Gott kennenlernen als unsere Quelle, als unseren Trost und dass wir von ihm gestärkt werden, damit wir ohne zu kneifen, ohne uns wegzuducken, ohne Kompromisse zu machen, aushalten können den Widerstand, den wir erleiden werden.

Ihr Lieben, Verfolgung ist um die Ecke. Es wird nicht mehr lange dauern und dann ist mit unserer schönen Freiheit für uns als Gläubige hier vorbei. Und wir werden Feinde der Demokratie sein. Wir werden Feinde der Einheit sein. Wir werden Feinde gegen Multikulti. Wir werden Feinde sein. Von allen Ecken werden wir angefeindet werden. Woher weiß ich das? Das ist, was die Bibel sagt: „Ihr werdet gehasst werden von allen Völkern“.

Mt 24,9
Dann werden sie euch in Bedrängnis überliefern und euch töten; und ihr werdet von allen Nationen/Völkern gehasst werden um meines Namens willen.

Und wir sind nicht vorbereitet. Wir sind nicht frei von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit und wir sind wie ein Blatt im Wind und wir haben keinen Plan und keine Orientierung und wir werden hin und her geworfen, weil wir unmündige Kinder sind. Und jeder geistliche Betrag trifft uns und wir haben keinen Plan.

Das einzige, was uns hilft, ist, dass wir jetzt anfangen, unseren Glauben zu gründen in der heiligen Schrift und mit der Spielerei aufhören, mit der Harmlosigkeit aufhören, mit dem so-tun-als-ob aufhören und sagen: Nein, wir wollen diese Art von Glauben.

Das Wort Gottes kann nur wirken in mir und in dir unter einer Bedingung: Dass du es annimmst als Gottes Wort.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 1

Ja, einen schönen guten Abend, herzlich Willkommen zu dieser kleinen Lehrreihe über die Gemeinde, über Gottes Plan für die Gemeinde. Wie Gott Gemeinde sieht, wie Gemeinde gewollt ist von Ihm und was das mit uns zu tun hat. Ich denke, es könnte hilfreich sein, dass ich ein, zwei Sätze über mich sage, weil ihr kennt mich nicht, ich kenne euch auch nicht, und das hilft euch dann vielleicht auch das, was ich sage und vielleicht auch WIE ich es sage, das irgendwie ein bisschen besser einzutüten.

Ich komme aus einem nicht-christlichen Hintergrund und habe auf eine sehr dramatische Art und Weise als ich 21 Jahre alt war, Jesus erlebt – und er kam mit Macht in mein Leben und hat mich herausgerissen aus einem Leben voller Schmutz und Bosheit und vielen, vielen hässlichen und teuflischen Dingen. Und in der Nacht vom 23. zum 24. November bin ich Kind Gottes geworden. So, ich weiß nicht genau, war es noch am 23. oder war es am 24.? Ich hatte keine Gelegenheit auf die Uhr zu schauen. Die Stunde war zu dramatisch, aber auf jeden Fall weiß ich, am 24. November, das war ein Sonntag, 1974, falls du das noch nicht weißt oder nicht auf dem Schirm hast.

Da war ich schon Kind Gottes und bin zum ersten Mal in meinem Leben in eine Gemeinde gegangen und habe meinen Schwur, meinen heiligen Eid, den ich bei der Konfirmation geschworen habe, ja? Konfirmation ist ja ein herausragendes Ereignis im Leben eines jungen Menschen. Und ich habe einen heiligen Schwur getan und ich habe geschworen, ich werde nie wieder meinen Fuß über die Schwelle einer Kirche setzen. Das war meine Konfirmation.

Aber dann kam Jesus in mein Leben und den ersten Morgen als ich Kind Gottes war, bin ich in eine Gemeinde gegangen und der heilige Schwur war nicht mehr heilig, sondern war Schnee von gestern und war Teil des ganzen Lügenprogramms des Teufels.

Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, ich bin nie auf einem theologischen Seminar oder Ausbildungsstätte gewesen, ich habe nie ein Seminar über Homiletik – wie man predigen soll und was man tun soll und was man nicht tun soll – gemacht, weil es einfach nicht dran war. So. Also wenn ich nicht immer ganz „korrekt“ bin, so wie Christen angesprochen werden möchten oder wie es halt normal ist wie Christen angesprochen werden, dann verzeiht mir das, ich bin da völlig unwissend.

Ja, ich war 12 Jahre in meinem Leben ein Pastor in einer größeren charismatischen Gemeinde und danach und seitdem bin ich seit 22 Jahren in einem Reisedienst und ich reise durch Deutschland, Österreich, Schweiz und dann auch ziemlicher Schwerpunkt im Osten. Und Osten ist für mich nicht Sachsen, sondern Osten ist für mich Russland, Kirgistan, Zentralasien – so diese Ecke, aber auch ein bisschen Albanien. Und was mich vielleicht kennzeichnet, außer, dass ich eine wunderbare Frau habe, mit der ich seit 39 Jahren verheiratet bin. Wir haben drei erwachsene Kinder, die alle drei erfüllt sind mit dem Heiligen Geist, seitdem sie im Kindergarten waren und sie lieben Jesus und sie leben mit Jesus.

Ich habe eine kleine Ahnung von dem, was Paulus sagt, wenn er sagt: Ich eifere um euch mit Gottes Eifer.

2Kor 11,2a
Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer

Ich habe eine Last für Gemeinde, für die Wiederherstellung der Gemeinde. Die Gemeinde ist in einem Prozess der Veränderung, sie ist sehr, sehr, sehr weit weg von dem, was Gott sich vorgestellt hat, aber Gott ist dabei, die Gemeinde zu rufen, herauszufordern und zu prägen und ist dabei, die Gemeinde hineinzubringen. Und ich habe in meiner Bibel gelesen, bevor Jesus wiederkommt, gibt es eine herrliche, eine siegreiche, eine geeinte Gemeinde, die auf dem Herzen das hat, was Gott auf Seinem Herzen hat – nämlich den Sohn zurückzubringen als König auf diesen Planeten. Davon ist die Gemeinde erfüllt in der Zeit bevor Jesus wiederkommt.

Wir sind davon sehr weit entfernt, das hat seine Gründe, aber Gott hat einen Plan, Gott ist nicht frustriert, Gott ist nicht einverstanden mit dem, was wir machen – mit vielem, was wir machen – aber Er ist nicht frustriert und Er ist nicht ärgerlich, und Er ist hoch motiviert und Er hat Mittel und Wege uns hineinzubringen in Seine Pläne und in Seine Ideen und Seine Konzepte. Und Er hat Mittel und Wege uns zu überführen von unseren eigenen Ideen und uns zu helfen, Seine Ideen als besser oder als die besten zu erkennen und unser eigenes, eigen gemachtes Zeugs irgendwie zu verlassen und in das hineinzukommen was Gott hat für uns. Okay, soviel zu mir.

#00:05:17-5#

Es geht um Gemeinde. Es geht um die Gemeinde nach dem Plan Gottes. Vor einigen Wochen ist etwas interessantes passiert in meinem Dienst, was absolut neu war. Wie gesagt, seit 22 Jahren reise ich durch Gemeinden und tue das, was ich jetzt hier mache: Ich lehre. Und nebenbei, das habe ich noch vergessen zu sagen, habe ich noch eine andere Funktion. Und zusammen mit meiner wunderbaren Frau dienen wir einer Reihe von Gemeinden, nicht zu vielen Gemeinden, aber einer Reihe von Gemeinden apostolisch und begleiten sie, betreuen sie und helfen ihnen einfach voranzukommen.

Und vor einigen Wochen ist etwas Interessantes passiert. Eine Gemeinde hat mich eingeladen und der erste Abend sollte ein Abend sein nur mit dem Trägerkreis der Gemeinde. Und sie haben mir ausdrücklich den Auftrag gegeben, ich soll sprechen über: „Was ist Gemeinde?“

Und das war für mich eine Revolution, weil in 22 Jahren, und ich habe viele Gemeinden gesehen und viele haben mich eingeladen und viele haben auch mir gesagt, das soll das Thema sein. Das war zum allerersten Mal, dass eine Gemeindeleitung gesagt hat, wir wollen etwas hören, was eigentlich Gemeinde ist.

Ich war erstaunt, weil die allermeisten Gemeinden, die ich kenne – wie gesagt, in 22 Jahren in zig Gemeinden war das zum allerersten Mal – die allermeisten gehen stillschweigend davon aus, wir wissen ja, was Gemeinde ist, wir haben ja Gemeinde, wir machen ja Gemeinde. Und merken nicht, wie an ganz wichtigen Stellen sie so weit weg sind von den Plänen Gottes.

So, das ist ein Thema, was mir sehr, sehr auf dem Herzen liegt. Und heute abend beginne ich mit einer ganz grundlegenden Wahrheit über Gemeinde, die wir ganz am Anfang finden, wo es zum ersten Mal darum geht, dass Gott Sein Haus bauen will, Seine Wohnstätte bauen will hier auf der Erde. Und das ist ja auch, was die Bestimmung der Gemeinde ist. So, lasst uns einmal gehen zu 2. Mose 25. Das ist die Situation: Das Volk Gottes war herausgenommen aus der Knechtschaft, in der sie über 400 Jahre gewesen sind in Ägypten. Sie kommen heraus, sind in der Wüste, sind auf dem Weg in das gelobte Land. Und jetzt kommt der Auftrag des Herrn in Kapitel 25 – ich lese einmal hier nur Vers 8.

2 Mose 25
8 Und sie sollen mir […]

Also Gott spricht zu Mose, und sagt: Mose, das musst du dem Volk jetzt sagen.

2 Mose 25
8 Sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne.

Ein interessanter Gedanke. Das Volk Gottes muss etwas bauen, damit Gott kommen kann und wohnen kann. Und das ist genau unsere Situation als Leute, die jetzt Gemeinde bauen wollen. Die Gemeinde ist der Ort, wo Gott wohnen will. Das ist der einzige Ort. Wo kann denn Gott wohnen? Nur in der Mitte der Gläubigen, nirgendwo anders. Gott kann nicht nach Lübeck auf den Marktplatz kommen oder irgendwo anders hin, Gott muss in die Gemeinde kommen.

Und wenn Er in der Gemeinde Freiraum hat und wenn Er dort sein Werk tut, dann kann Er mit der Gemeinde dann rausgehen auf den Marktplatz oder irgendwoanders hin oder in andere Nationen oder so und kann Dinge tun. Aber es beginnt mit der Gemeinde.

Und das, was in der Gemeinde nicht vorhanden ist, können wir auch nicht exportieren nach draußen oder in andere Länder. Das funktioniert einfach nicht. Was wir nicht haben, können wir nicht geben. Das ist ja einfach und verständlich.

So, Paulus sagt, die Gemeinde – Eph 2,22 – ist eine Behausung Gottes im Geist.

Eph 2,22
in dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.

Es ist kein Gebäude, es geht nicht um Stein, um Glas, um Stahl – es geht um ein Gebäude. Petrus erklärt es: Es ist ein geistliches Gebäude und es besteht aus Menschen. Und die Menschen sind die Bausteine.

1 Petrus 2,5
lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott hochwillkommen durch Jesus Christus!

Und das Ziel ist, einen Tempel Gottes zu bauen, eine Stätte zu bauen, wo Gott wohnen kann.

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Das ist Seine Sehnsucht von Anfang an, dass Seine Gegenwart einen Platz findet, wo sie sich ausbreiten kann, wo sie sich zeigen kann, wo sie wirken kann. Gott will einen Platz haben, wo Er wohnen kann. Die Gemeinde ist Sein Haus.

Es gibt eine moderne Bestrebung, da geht es sehr viel um Wachstum, und man bemüht sich andauernd irgendwie zu fragen, ja, wie kriegen wir jetzt noch mehr Leute hier in den Saal?

Unsere Fragestellung muss ganz anders lauten: Wie bekommen wir Gott hier rein? Wie kommt die Gegenwart Gottes hier in einer stärkeren Weise unter uns? Das muss die Frage sein.

Und Gott hat beliebig viele Mittel und Wege sich Gläubigen und Ungläubigen zu offenbaren wenn erstmal seine Gegenwart sich machtvoll erweisen darf und nicht gehindert wird – wie ich das gleich zeigen werde, durch unsere guten Absichten, aber die in einer völligen Blindheit und Ignoranz des Wortes gegenüber einfach das Beste verhindern und verpassen lassen.

Was will Gott tun? Er will sich offenbaren.

In Vers 22 heißt es: Dort werde ich dir begegnen und mit dir reden, was ich dir für die Söhne Israels auftragen werde.

2 Mose 25,22
Und dort werde ich dir begegnen und von der Deckplatte18 herab, zwischen den beiden Cherubim hervor, die auf der Lade des Zeugnisses19 sind, alles zu dir reden, was ich dir für die Söhne Israel auftragen werde.

Gott will sich offenbaren, Gott will sich zeigen, weil Gott weiß viel mehr als wir, was wir brauchen, ist wirkliche Original geistgewirkte vom Himmel geschenkte Offenbarung über wer Er ist – und nicht religiöse Gedanken von Menschen, die Gott nicht kennen und die sich irgendwas nettes religiöses ausgedacht haben über Gott. Gott selber muss sich zeigen, Gott selber muss uns zeigen, wie sein Wesen ist, was all die wunderbaren Eigenschaften bedeuten, wirklich bedeuten, und dass wir den Unterschied sehen zwischen dem Original und unseren religiösen Klischees.

Weil wenn wir Gott lieben sollen, und das ist unser Auftrag, Ihn zu lieben von ganzem Herzen, mit aller Kraft, mit unserer ganzen Seele und mit unserem Verstand, dann wird das nur möglich sein, wenn wir Ihn erkennen wie Er wirklich ist.

Mt 22,37
Jesus aber sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« (5. Mose 6,5).

Und nicht von Menschen uns hören und erzählen lassen, die Ihn selber noch nicht getroffen haben, die selber keine Erste-Hand-Erfahrung haben, sondern auch wieder nur von anderen übernommen haben und von anderen irgendwie abgekupfert haben. Gott will sich offenbaren, weil alles in unserem Leben hängt davon ab, ob und wie weit wir Ihn erkennen.

Unsere ganze Veränderung, unsere ganze Motivation, der ganze Prozess der Heiligung, die schrittweise Veränderung in das Wesen Jesu, all das beginnt damit, dass wir Gott im Geist sehen und erkennen. Und wenn das nicht geschieht, dann können wir Gemeinde machen, dann können wir predigen, dann können wir alle möglichen Aktivitäten entfalten, aber wir werden nicht in die Tiefe wachsen, wir werden nicht verändert werden und es wird nicht Raum gemacht für Gott, sondern stattdessen Raum gemacht für irgendetwas anderes, was oftmals sogar in Feindschaft ist zu Gott.

Wir brauchen Ihn, Er muss sich offenbaren. Ich bin so dankbar für den Bibelabschnitt, den Sebastian uns vorgelesen hat – in Eph 1,17.

Eph 1,17
dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch [den] Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis seiner selbst

Okay, so Gott hat ein großes Verlangen, unter uns zu wohnen. Wenn du siehst durch die Bibel, am Anfang, Adam und Eva, Gott kam, und Er hatte mit ihnen Gemeinschaft am Abend.

1 Mose 3,8
Und sie hörten die Stimme2 Gottes, des HERRN, der im Garten wandelte bei der Kühle des Tages3.

Und dann hier ein Heiligtum, damit Gott wohnen kann. Und das Ende – wie endet das Buch? Gott selber kommt und Er nimmt seine Wohnung hier unter den Menschen. So endet das Buch.

Off 21,3
Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: Siehe, die Wohnung Gottes bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird mit ihnen sein, ihr Gott.

Gott hat Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach Beziehung zu uns. Er sehnt sich danach.

Und der interessante Punkt ist: Menschen sollen im Auftrag Gottes etwas bauen, damit Er kommen kann und wohnen kann.

„Ja, warum kann Er denn nicht von alleine kommen? Wenn Er kommen möchte, dann soll Er doch kommen.“

Dahinter ist die ganze Idee, dass Gott nicht unmittelbar und direkt hier herrscht über diesen Planeten, sondern Satan ist der Gott dieser Welt.

Joh 12,31
Jetzt ist das Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden.

Eph 2,2
in denen ihr einst wandeltet gemäß dem Zeitlauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten der Macht der Luft, des Geistes, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt.

#00:15:00-3#

Und wenn Gott etwas tun möchte, dann braucht er Menschen – wie Abraham – mit denen Er einen Bund eingehen kann und die Ihm sozusagen die Tür aufmachen als Repräsentanten der Menschheit, die Ihm die Tür aufmachen und Ihm erlauben. Das klingt vielleicht für einige sehr seltsam – Gott etwas erlauben – ja, die Bibel redet davon, dass wir entweder Gott erlauben zu wirken oder durch unseren Unglauben – wie bei Jesus: Wir verhindern, dass Er etwas tun kann.

Von Nazareth heißt es: Wegen ihres Unglaubens konnte er nicht wirken.

Mk 6,6
Und er verwunderte sich wegen ihres Unglaubens. Und er zog durch die Dörfer ringsumher und lehrte.

Schon mal darüber nachgedacht, dass Gott begrenzt werden könnte durch uns? Mit unseren besten Absichten, mit unseren guten Ideen, Gott könnte begrenzt werden. Und möge das nie geschehen! Und mögen wir diese heilige Furcht haben: „Gott, hilf mir, Dir nicht im Wege zu stehen, was Dein Wirken in meinem Leben angeht, in meiner Familie angeht, was Dein Wirken angeht in meiner Gemeinde. Hilf mir, dass ich nicht ein Bremsklotz bin, sondern einer, der Türen aufmacht, einer, der Hindernisse und Anstöße und Barrikaden und Bollwerke niederreißt, damit Du kommen kannst und damit du dein Werk tun kannst“.

Das ist das Herz Gottes. Er möchte so gerne kommen. Und Er möchte, dass wir etwas tun. So wie Er hier zu Mose sagt: Ihr sollt mir ein Heiligtum machen.

2 Mose 25,8
Sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne.

Und jetzt kommt der entscheidende Punkt. Vers 9.

2 Mose 25,9

Nach allem, was ich dir zeige, nämlich dem Urbild der Wohnung und dem Urbild all ihrer Geräte, danach sollt ihr es machen.

So, Gott wird dem Mose etwas zeigen und Er sagt: So wie ich dir gezeigt habe, so müsst ihr bauen.

Und wenn du dann die folgenden Kapitel liest, dann hast du immer und immer und immer wieder diese selbe Formulierung – ich lese nur einige wenige vor.

2 Mose 25,40
Und sieh zu, dass du alles nach ihrem Urbild machst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!

2 Mose 26,30
So errichte denn die Wohnung nach ihrem Bauplan, wie er dir auf dem Berg gezeigt worden ist!

Bitte achte auf das Wort „Bauplan“!

2 Mose 27,8
Aus Brettern sollst du ihn anfertigen – innen hohl. Wie es dir auf dem Berg gezeigt worden ist, so soll man ihn machen.

Und so geht das weiter und weiter und weiter und viele, viele Male kommt diese Ermahnung: Mose, sieh zu, du musst es so machen, wie ich es dir gezeigt habe!

Da war keinerlei Spielraum für kreative Ergänzungen oder kreative Hilfestellungen für Gott. Gott sucht keine Ratgeber.

Gott sucht keine, die Ihm erzählen, wie man Gemeinde baut. Was Gott sucht, sind Menschen, die sagen: Hier bin ich, was immer du von mir willst, hilf mir, ein gehorsames Herz zu haben, hilf mir, meinen Platz einzunehmen und deinen wunderbaren Heiligen Geist nicht zu dämpfen und nicht zu betrüben. Das ist mein Gebet.

Eph 4,30
Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung hin!

1Thess 5,19
Den Geist dämpft nicht!

Gott sucht keine Ratgeber! Und so viele Leute treten auf und geben uns Strategien und Konferenzen über wie man Gemeinde baut und wenn du dir die Inhalte anschaust, vieles ist so weit weg von der Bibel. Und vieles widerspricht der Bibel. Und doch rennen die Pastoren dahin, weil sie möchten endlich mal eine große Gemeinde haben, sie möchten nicht mehr die dummen Hanseln sein im Pastorentreffen und bemitleidet werden: „Was, du hast nur eine kleine Gemeinde von 30? Schau an, ich habe 150!“

Und sie sind motiviert, große Gemeinde zu bauen. Und ich sage dir, ich war auf vielen Pastorentreffen, und ich weiß, wie Pastoren ticken. Und sie sind motiviert, ich will endlich mal auch wer sein. Und das ist eine völlig verkehrte Motivation für Gemeindebau und Gemeindeleitung.

Gemeinde ist nicht dazu da, dass wir uns ein Denkmal bauen – so wie Saul.

1 Sam 15,12
Und am frühen Morgen machte Samuel sich auf, um Saul zu begegnen8. Da wurde Samuel berichtet: Saul ist nach Karmel9 gekommen. Und siehe, er hat sich ein Siegeszeichen errichtet, und er hat sich gewandt und ist weitergegangen und nach Gilgal hinabgekommen.

Das war sein ganzes Bestreben: Er wollte scheinen, er wollte im Mittelpunkt stehen, er wollte Anerkennung haben. Sogar als er tief gefallen war und im Ungehorsam gesündigt hat gegen Gott – alles, was er will, ist, dass der Prophet kommt und ihn ehrt vor der Gemeinde.

Er hat nicht gesagt, „Komm mit, Prophet, und steh mir bei, ich muss jetzt Buße tun vor der Gemeinde und ich brauche jemanden, der mich stärkt und der mir Händchen hält, weil das fällt mir nicht leicht, zu sagen wie jämmerlich ich versagt habe und wieviel selbstsüchtige Motive in meinem Herzen waren, hilf mir, dass ich das gut über die Bühne kriege und vor der Gemeinde mich demütige“.

Nein! „Komm du, und ehre mich vor den Leuten!“

1 Sam 15,30
Und er sprach: Ich habe gesündigt! Aber ehre mich doch vor den Ältesten meines Volkes und vor Israel und kehre mit mir um, dass ich den HERRN, deinen Gott, anbete!

Das war nachdem Saul gesündigt hatte in seinem Herzen.

#00:20:14-6#

„Ehre mich vor den Leuten!“. Sein ganzer Dienst war auf einem falschen Fundament, auf dem Fundament, er wollte Ehre haben, er wollte gesehen werden. Und wenn du die Lehre von Apostel Paulus kennst über Dienst, dann weißt du, das disqualifiziert einen Menschen vom wirklichen Dienst!

Und wenn er auch ordiniert ist und wenn er auch alle möglichen Papiere vorzuweisen hat – aus Gottes Sicht disqualifiziert ein Herz, das sich darstellen will, das sich zeigen will, das Ehre haben will von Menschen, disqualifiziert vom Dienst.

Und es ist eine traurige Wahrheit, dass wir heute viele ordinierte Leute haben im geistlichen Dienst, die den Gott, der Herzen erforscht, wie Paulus das sagt, noch nie getroffen haben.

Röm 8,27
Der aber die Herzen erforscht, weiß, was der Sinn des Geistes ist, denn er verwendet sich für Heilige Gott gemäß.

Der noch nie in das Gesicht, in das Angesicht von Jesus, der Augen wie eine Feuerflamme hat, wo die Eifersucht Gottes einfach brennend ist und sagt: „Ich will dich und ich will nicht, dass du in irgendeiner Weise dich den Götzen dieser Welt an den Hals wirfst, ich will dich ganz für mich haben“.

Und wer diesen Jesus nicht gekannt hat und getroffen hat, den mit den Augen wie Feuerflammen und ein Schwert aus seinem Munde – der wird zwangsläufig mit gemischten und vermischten und unreinen Motiven seinen Dienst tun. Und sucht Ehre von Menschen und disqualifiziert sich von einer wirklichen Begleitung und Unterstützung und Salbung des Heiligen Geistes.

So, Gottes Gebot ist hier sehr, sehr eindeutig. „Mose, ich will nicht, dass du irgendwas dazu beiträgst, ich will nicht, dass du die Leute fragst, was sind denn jetzt so die Trendfarben?“ Bis in die Farben, bis in die Materialien, bis in die Maße, bis in das kleinste Seil und Nagel hat Gott jedes Detail beschrieben, wie der Tempel auszusehen hat. Und da hat nie irgendjemand gesagt: Mose, frag die Leute, was sind heute so die Trendfarben und was hätten sie denn gerne? Niemand wurde gefragt!

Weil es Gottes Haus ist und Gott mit alles Selbstverständlichkeit sagt: Es ist mein Haus und ich will dort wohnen und deswegen muss es so sein, wie es mir gefällt. Was ihr dazu zu sagen habt, interessiert mich überhaupt gar nicht.

Ist das Liebe? Ja! Das ist die Liebe Gottes!

Er ist Gott. Und es geht um Seine Ehre, es geht um Ihn. Und Er hat uns geschaffen für Ihn. An einer Stelle in Jesaja redet es von den Menschen, „die ich geschaffen habe zu meiner Ehre“.

Jes 43,7
jeden, der mit meinem Namen genannt ist und den ich zu meiner Ehre geschaffen, den ich gebildet, ja, gemacht habe!

Es geht um die Ehre Gottes! Und das ist eins der Dinge, die Er niemals mit irgendjemandem teilen will. Er ist nicht bereit, Seine Ehre zu teilen. „Meine Ehre werde ich niemandem geben“, sagt Er.

Jes 42,8
Ich bin Jahwe, das ist mein Name. Und meine Ehre gebe ich keinem anderen noch meinen Ruhm den Götterbildern.

Und wer das krass findet, der muss einfach anerkennen, dass er diesen Gott mit diesem Verlangen, Er will alleine Gott sein – weil Er ist alleine Gott – und alles andere würde einfach Lüge sein und Täuschung sein und kann nicht bestehen. Diesen Gott müssen wir kennenlernen.

So, viele Male, viele Male haben wir diese Ermahnung, wo Gott dem Mose sagt: Mach es so wie ich dir gesagt habe. Über 10 Mal steht es da. Also wenn das ein Deutsch-Aufsatz wäre, der Lehrer hätte schon längst die Krise gekriegt und gesagt: Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung, schlechter Stil. Was ist das für ein Stück Literatur, wo immer wieder dasselbe gesagt wird?

Aber Gott will nicht einen Preis gewinnen in Literatur, sondern Gott will zeigen, wer Er ist und worum es ihm geht.

Und er verlangt von Mose und durch Mose dann vom ganzen Volk, Gehorsam und Akzeptanz der Tatsache, Er ist Gott. Und Er sucht keine Ratgeber, Er sucht willige Leute, die bereit sind zu tun, was Er schon beschlossen hat.

Und dann siehst du ganz zum Schluss, als alles so gemacht wurde, Kapitel 40 – alleine in diesem Kapitel kommt es mehrere Male vor: „wie der HERR dem Mose geboten hatte“. Fünf, sechs, sieben Mal kommt es vor. „wie der HERR dem Mose geboten hatte“. Sie machten es so wie der Herr dem Mose geboten hatte.

#00:25:05-9#

Und dann heißt es in Vers 33.

2 Mose 40,33b
So vollendete Mose das Werk.

Und jetzt kommt diese fantastische Aussage.

2 Mose 40,34
Da bedeckte die Wolke das Zelt der Begegnung, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte die Wohnung.

Die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnung. Wann ist das letzte Mal gewesen, dass du in einer Versammlung warst, wo du sagst: Hier haben wir einen kleinen, aber doch schon so tiefen und beeindruckenden Vorgeschmack von was es heißt, „die Herrlichkeit des Herrn erfüllt das Haus“?

1 Könige 8,11b
denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus des HERRN.

Wir haben keine Vorstellung, wir haben keinen Hunger, wir haben kein Verlangen, wir schaffen unsere Gottesdienste ohne die Gegenwart Gottes. Und das ist unser Problem. Wir vertrauen auf das, was wir können. Und ob Gott kommt oder nicht, ist uns völlig wurscht, und wir verlassen uns darauf, wir haben gebetet: „Wo zwei oder drei zusammen sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ und dann ist das jetzt mal so.

Ob wir da wirklich mit reinem Herzen, mit Eifer und mit Sehnsucht und mit Hunger für Gott gekommen sind und Ihm dienen wollen wie ein Gottesdienst eigentlich sein soll – es ist ja Dienst für Gott! Wir dienen Ihm!

Und wo hat Gott gesagt: Aber bitte mit 15 Minuten muss Schluss sein!

Will nicht vielleicht der Heilige Geist mal etwas anderes tun? Will er nicht mal uns aus unserer Form und unserer Prägung herausholen und etwas Neues, etwas Kreatives machen, etwas Schönes machen, uns hineinbringen in den Fluss des Heiligen Geistes?

Stattdessen erlebe ich einen Trend in den letzten Jahren, es wird immer schlimmer – viele, viele Gemeinden haben das Singen im Geist schon längst abgeschafft.

Entweder weil sie sich nicht trauen oder aber aus Rücksicht auf die Fremden. „Die verstehen ja nicht, was wir tun“.

Gottesdienst heißt Gottesdienst, weil man dort Gott dient. Und Dank sei Gott wenn da Fremde kommen, aber wir machen keinen Zirkus für die!

Ein Freund von mir ist in einer Gemeinde gewesen, die beansprucht auch eine Gemeinde des Heiligen Geistes zu sein. Und auf jedem Stuhl war ein Zettel: „Wir bitten während des Gottesdienstes/Lobpreises vom Hände heben abzusehen, weil das die Fremden verschrecken könnte“.

Weil die Fremden das nicht nachvollziehen können. Wie tief sind wir gesunken, dass so etwas überhaupt möglich ist?! Was für eine Schande! Die Bibel sagt: Die Männer sollen an allen Orten heilige Hände heben.

1Tim 2,8
So will ich nun, dass die Männer beten an allen Orten und aufheben heilige Hände ohne Zorn und Zweifel.

Und dann kommt die Leitung und sagt: Aber bitte nicht im Gottesdienst! Das könnte die Fremden irritieren.

Was gehen uns die Fremden an?! Wir wollen Gott erfreuen! Wer hat uns gesagt, wir sollen ein schönes Programm machen für die Fremden?! Kurzen Lobpreis, kurze Predigt, hinterher Sushi und alle sind herzlich eingeladen zur Gemeinschaft. Die Aschenbecher stehen auch schon bereit.

Hallo!?

Wer sind wir? Für was sind wir da? Was ist unser Auftrag? Worum geht es?

Wir sind gerufen, ein heiliges Volk, eine Priesterschaft, ein Königtum von Priestern zu sein, und wir sind gerufen, Gott zu dienen und zwar weil Gott Gott ist, auf die Weise, die ER beschlossen hat. Nicht, die wir uns ausgedacht haben und die wir nett finden oder kulturell angepasst oder akzeptabel oder politisch korrekt.

Wen interessieren denn alle diese Begriffe wenn wir ein Herz haben für Gott? Dann gibt es nur noch eins: Was will Gott? Punkt, fertig aus.

Und wir sind entschieden für Ihn da zu sein. Und das Lobpreisteam hat die Freiheit und hat es gelernt, sich der Führung des Heiligen Geistes unterzuordnen und sie fließt mit dem Heiligen Geist. Und die Leiterschaft hat gesagt: Geht mit dem Heiligen Geist bis wir durch sind.

Und nicht: Achtet auf die Uhr, nach 17 Minuten muss fertig sein.

Gottesdienst heißt Gottesdienst, weil man Gott dort dient.

Aus diesen vielen Wiederholungen: „Sieh zu, dass du es so machst, wie ich dir geboten habe“ kommt dieser Eifer Gottes: Es ist mein Haus. Und ich will mich dort wohlfühlen. Und ich alleine will und darf und werde bestimmen, was da abläuft und wie es abläuft – und niemand sonst kommt dazwischen.

#00:30:04-9#

Das ist Gott. Und wo eine Gemeindeleitung dieses Herz hat und alles danach ausrichtet, wir sind hier zusammen, um Gott zu erheben. Wir sind hier zusammen, um Ihn zu ehren. Wir wollen Ihn erfreuen, wir wollen in der Gesinnung Jesu leben, der alles getan hat, um den Vater zu erfreuen — da kommt der Heilige Geist.

Und da berührt er. Da bricht er Gefängnisse auf, da überführt er von Sünde und bringt Menschen zu einer tiefen, geistgewirkten Buße, die man nicht machen kann.

Eines der ehrfurchtgebietendsten und heiligsten Momente, die ich je erlebt habe, war eine Versammlung, wo der Heilige Geist gewirkt hat und Menschen gezogen hat, vor die Versammlung zu treten – das war nicht ein Beschluss, das war nicht Programm, das hat der Heilige Geist so arrangiert. Und Menschen kamen und haben Sünde bekannt.

Und da sind viele Tränen geflossen, und das war so eine heilige Atmosphäre, aber dann – nach einer Weile, wo einige Leute vorne waren, ist etwas passiert, was ich niemals in meinem Leben vergessen werde. Von ganz hinten kam ein junger Mann nach vorne. Und er hatte offensichtlich Mühe überhaupt irgendwie sich nach vorne zu schleppen, so konnte man das an seinem Gang schon sehen. Und dann war er vorne. Und dann unter Tränen hat er bekannt, dass er einmal vor vielen, vielen Monaten als der Opferkorb durch die Reihen ging einen größeren Betrag – ich glaub, es war 1000 Euro, ich weiß nicht mehr genau, das war ein großer Betrag, aber ich will mich jetzt nicht festlegen, aber es war ein großer Betrag – er hat aus diesem Korb genommen.

Und niemand hat ihn deswegen angesprochen, niemand hat es gesehen, und als er das bekannt hatte – erstmal konnte er kaum vor Rührung sprechen – und als er damit endlich raus war, der brauch zusammen, schmolz in den Teppich ein und hat geschluchzt und geheult wie ein kleines Kind. Und in dem Moment als er erzählt hat, was er getan hat, war so die Heiligkeit Gottes gegenwärtig, dass ganz spontan und unabgesprochen schrille, spitze Schreie aus den verschiedensten Ecken der großen Versammlung kam.

Und da habe ich zum ersten Mal verstanden: Das ist der Schrecken des Herrn. Das ist die Furcht Gottes. Schon mal gelesen? Gott sagt: Ich werde kommen in meinen Tempel, wer wird mein Kommen ertragen?

Mal 3,1b-2a
Und plötzlich kommt zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr herbeiwünscht1, siehe, er kommt, spricht der HERR der Heerscharen. Wer aber kann den Tag seines Kommens ertragen?

Er wird kommen und wird wie ein „Wäscher“ sein.

Mal 3,2
Wer aber kann den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen bei seinem Erscheinen? Denn er wird wie das Feuer eines Schmelzers und wie das Laugensalz von Wäschern sein.

Wie einer, der Herzen läutert wie Silber.

Mal 3,3
Und er wird sitzen und das Silber schmelzen und reinigen, und er wird die Söhne Levi reinigen und sie läutern wie Gold und wie Silber, so dass sie Männer werden, die dem HERRN Opfergaben in Gerechtigkeit darbringen.

Das ist nicht angenehm, aber es ist notwendig.

Und jeder im Saal hat gewusst, das ist ein heiliger Gott, der Sünde in seinem Haus nicht tolerieren will und wird, hat dieses arme Bürschlein von hinten am Kragen gepackt und gesagt, „du kommst jetzt nach vorne und du bekennst, was niemand weiß“. Jeder hat verstanden, das ist nicht ein Programmpunk, den man vorher arrangiert hat: „Ach, Bruder, wär doch nett, wenn du auch noch ein Zeugnis geben würdest“. Jeder hat verstanden, der einzige Grund, warum er nach Monaten das bekennt, ist, die Furcht des Herrn hat ihn gepackt.

Und nach seinem Bericht, nach seinem Sündenbekenntnis, war die heilige Furcht Gottes mit Händen zu greifen. Und der Abend war schon spät, und wir haben noch eine kurze Weile, ich weiß nicht wie lange, aber es war nicht lange, den Herrn gepriesen als alles vorüber war.

Und ich weiß es wie heute, das war eines der heiligsten und reinsten und herrlichsten und schönsten Anbetungszeiten, die ich in meinen 42 Jahren als Christ jemals miterlebt habe. Die Luft des Himmels war zum Greifen. Und das war alles so klar und so rein und so hell und so durchsichtig und so ergreifend, und das war so eine Mischung aus unbändiger Freude – und Ehrfurcht und Schrecken zugleich.

Ich weiß nicht, ob du dir diese Mischung vorstellen kannst, aber so war es.

Und da habe ich einen Vorgeschmack bekommen wie es ist wenn Gott wirklich unter uns wohnt.

#00:35:14-4#

Paulus sagt: Wie ist es wenn ihr zusammenkommt? Jemand weissagt und das Verborgene des Herzens eines Ungläubigen wird offenbar. Und er fällt auf sein Angesicht und bekennt: Gott ist wirklich unter euch!

1 Kor 14,25
das Verborgene seines Herzens wird offenbar, und so wird er auf sein Angesicht fallen und wird Gott anbeten und verkündigen, dass Gott wirklich unter euch ist.

Das vermag die Gegenwart Gottes. Und wenn du einmal Berichte gelesen hast von Zeiten, wo der Heilige Geist mächtig gewirkt hat – und ich persönlich glaube, dass das alles nur Beispiele sind, punktuelle Beispiele in der Kirchengeschichte, wo Gott zeigen kann, wer Er ist und was Er kann und was uns ermutigen soll zu sagen: „Gott, komm noch einmal und zeige dich und bewege dich und gib uns Hunger nach deiner Herrlichkeit, gib uns ein Verlangen, gib uns das Verständnis, dass ohne deine Gegenwart können wir gar nichts tun“.

Joh 15,5b
denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Wir denken uns eine Menge aus, eine Menge Spaß, eine Menge Unterhaltung und alles Mögliche, und der Gottesdienst wird immer „perfekter“ und es wird immer mehr gestylt und alles irgendwie so, dass wir versuchen, dass das Level von Unterhaltung in der Welt irgendwie zu treffen.

Aber wo ist die Gegenwart Gottes?

Mose sagt, „dass Du mit uns bist, das ist, was uns unterscheidet von allen anderen Völkern!“

2 Mose 33,16
Denn woran soll denn erkannt werden, dass ich Gnade gefunden habe vor deinen Augen, ich und dein Volk, als daran, dass du mit uns gehst, sodass ich und dein Volk ausgezeichnet werden vor jedem Volk, das auf dem Erdboden ist?

Man kann viel nachmachen, man kann die Shows dieser Welt nachmachen mit allen möglichen Dingen und Effekten und man kann versuchen irgendwie mit dem Mischpult da sowas wie Salbung hinzumischen – man kann eine Nebelmaschine anwerfen, man kann Blitze durch die Halle zucken lassen und kann irgendwie eine verrückte Disco und Konferenz und sonstwelche Atmosphäre machen. Aber etwas, was wir nicht können, ist die Gegenwart Gottes imitieren. Das können wir nicht.

Und jeder Versuch, das zu tun, wird von Gott früher oder später bestraft werden. Denkt an die Jungs, die fremdes Feuer gebracht haben, die eigenen Lobpreisdienst gemacht haben. Was ist passiert? Gott hat sie gerichtet.

Kennen wir diesen Gott? Finden wir das gut wenn wir das lesen? Sagen wir, „super, da ist ein Statement!“ – Ich bin heilig und die, die sich mir nahen, müssen sich heiligen.

3Mo 11,44a
Denn ich bin der HERR, euer Gott. Darum sollt ihr euch heiligen, sodass ihr heilig werdet, denn ich bin heilig;

Als das passierte, da hat Mose gesagt, das ist, was Gott gemeint hat: „Die sich mir nahen, die müssen geheiligt sein.“

Kennen wir diesen Gott? Gibt’s den noch im Neuen Testament oder hat Er sich gewandelt und heute ist alles nett und kuschelig und man kann mit den schlimmsten Kompromissen und Sünden immer noch von Intimität mit dem Vater reden? Und von der wunderbaren Gegenwart Gottes?

Hat Gott sich geändert? Hat Gottes Hass auf die Sünde sich geändert? Hat Gottes Meinung sich geändert? Hat Gott sich dem Zeitgeist angepasst? Was ist los?

Wie kommen wir auf diese Ideen? Wie kommen wir darauf, so leichtfertig umzugehen mit der Gegenwart Gottes und mit den heiligen Dingen, die in diesem Buch beschrieben sind? Wie kommen wir dazu? Wer hat uns dazu ermutigt.

[Lasst euch nicht ablenken von Reaktionen, die nicht aus dem Heiligen Geist sind. Hört auf das Wort, bleibt dran.]

Nach diesem Heiligtum, lange Zeit später, dann hat David dieses Verlangen von Gott ins Herz gelegt bekommen, ein Haus für Gott zu bauen, aber er durfte es dann selber nicht tun, weil er ein Krieger war und Blut an seinen Händen war, aber sein Sohn durfte es tun. Und er hat seinen Sohn instruiert und lasst uns sehen, was er dort seinem Sohn sagt. Und wir sehen etwas sehr, sehr Interessantes.

1 Chr 28,11-12a
11 Und David gab seinem Sohn Salomo den Plan der Vorhalle des Tempels und seiner Gebäude7 und seiner Schatzkammern und seiner Obergemächer und seiner Innenräume und des Raumes8 der Deckplatte9;
12a und den Plan/Vorbild von allem, was durch den Geist in ihm war.

Siehst du hier dasselbe Muster? Mose hat es vom Herrn bekommen und Mose hat im Geist von Gott etwas gesehen. Und Gott hat gesagt: So wie du es gesehen hast, so musst du es bauen.

Jetzt – ein Tempel wird gebaut – und wieder genau das Gleiche. „Ein Vorbild alles dessen, was in seinem Geiste war.“

Siehst du die Parallele? Nick doch mal wenn du meine Frage verstanden hast.

#00:40:11-7#

So, wenn das so eine starke Betonung ist im Alten Testament auf Gottes unbedingte Führerschaft und Herrschaft in Bezug auf Sein Haus und Er nich möchte, dass man irgendwas baut, was zweckmäßig ist und irgendwas, was gerade einem so in den Sinn passt oder was den Trends entspricht, sondern sagt: Es muss so gemacht werden wie ich es gezeigt habe — wäre es da nicht naheliegend davon auszugehen, wenn jetzt wir im neuen Bund wieder ein Haus bauen sollen, einen Ort für die Gegenwart Gottes, dass Gott genauso unerbittlich ist, genauso klar ist, genauso entschieden ist?

Und würden wir das im Worte finden? Ist das im Wort Gottes? Oder hat Gott gesagt, „im neuen Bund, ihr seid alle frei, macht, was ihr wollt. Baut mir etwas, das könnt ihr Gemeinde nennen, ob das dann so ist, wie ich das haben will, ist eigentlich wurscht, Hauptsache, ihr macht irgendwas“.

Ist Gott auf einmal lax geworden? Auf einmal beliebig geworden? Auf einmal geht er auf unsere Geschmäcker ein, auf unsere Vorstellungen?

Gott hat sich nicht geändert. Er ist immer noch der gleiche. Und es ist Sein Haus. Und Jesus sagt: Ich werde meine Gemeinde bauen.

Mt 16,18
Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen.

Nicht: Macht doch eine Gemeinde wie ihr gerade so lustig seid. — Ich werde meine Gemeinde bauen.

Von Paulus heißt es als Aposel, und die anderen Apostel haben sicherlich die gleiche Gesinnung gehabt: Er war ein Baumeister.

1Kor 3,10
Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf. Jeder aber gebe acht, wie er darauf aufbaut.

Gibt es einen Baumeister ohne einen Plan? Dann ist er kein Baumeister, dann ist er ein Hobby-Werkler, aber nicht ein Baumeister. Ein Baumeister weiß, bevor er anfängt, was er will.

Und wo kommt der Plan Gottes her, den Paulus hatte? Er war ein Apostel Jesu Christi und Jesus hat ihm genau gezeigt, wie den anderen Aposteln auch, was macht Gemeinde aus, wie muss Gemeinde aussehen, was muss für Elemente da sein, dass es wirklich ein Haus ist für Seine Ehre.

So, wo ist der Plan, den die Apostel hatten? Was hat Gott ihnen, der Herr ihnen gegeben als Anweisung für die Gemeinde?

Nun, die Schrift sagt: Nach der Auferstehung – Jesus war 40 Tage mit den Aposteln.

Apg 1,3
Diesen hat er sich auch nach seinem Leiden in vielen sicheren Kennzeichen lebendig dargestellt, indem er sich vierzig Tage hindurch von ihnen sehen ließ und über die Dinge redete, die das Reich2 Gottes betreffen.

Nach der Auferstehung! Und lehrte sie die Dinge, die das Reich Gottes betreffen. Da hat er ihnen erklärt, was er will. In den drei Jahren, wo er seine Apostel ausgebildet hat, hat Jesus zwei Mal das Wort Gemeinde in den Mund genommen nach dem, was wir in der Bibel finden. Das eine ist Mt 16, wo er die Gemeinde beschreibt mit dem einen Merkmal — stell dir mal vor, was würdest du für Merkmale nehmen, wenn du Gemeinde beschreibst. Jesus nimmt ein Merkmal. Und das ist Autorität über die Mächte der Finsternis. Das beschreibt er als er von Gemeinde redet.

Mt 16,18
Aber auch ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.

Und in Mt 18 redet er nochmal von Gemeinde, und wovon redet er da? Vom richtigen, Gott gemäßen Umgang mit Sünde in der Gemeinde.

Mt 18,17 Wenn er aber nicht auf sie hören wird, so sage es der Gemeinde; wenn er aber auch auf die Gemeinde nicht hören wird, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner!

Und was ist der Zusammenhang zwischen Autorität über die Mächte der Finsternis und der Umgang mit Sünde in der Gemeinde? Eine interessante Frage!

An der Art und Weise wie wir mit Sünde, die in der Gemeinde auftritt, umgehen, entscheidet sich, ob und wieviel Vollmacht wir wirklich ausüben dürfen und können über die Mächte der Finsternis. Weil die Bibel sagt: Gebt dem Teufel keinen Raum!

Eph 4,27
und gebt dem Teufel keinen Raum!

Achan im Alten Testament hat gesündigt. Gott hat gesagt, wenn die Schlacht vorbei ist, alles, was vom Feind erbeutet wurde, muss vernichtet werden.

Jos 7,1
Doch die Söhne Israel übten Untreue an dem Gebannten. Und Achan, der Sohn des Karmi, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serachs, vom Stamm Juda, nahm etwas von dem Gebannten. Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen die Söhne Israel.

Und Achan vergreift sich an dem Silberbarren. Und sagt: Ach, guck mal hier, das ist ja genau die Summe, für die ich gebetet habe für mein neues Auto. Das ist Gott. Gott gibt mir das hier. Das kann doch kein Zufall sein — und steckt’s in die Tasche und sagt: Damit ist mein Kauf von meinem neuen Dingsbums, was immer der sich kaufen wollte, ist geregelt und denkt noch, es ist von Gott und hat total vergessen, was Gott gesagt hat: Alles Gebannte muss vernichtet werden, nichts vom Feind darf behalten werden. Ob das in euren Augen wertvoll ist oder wertlos ist, es muss alles vernichtet werden.

#00:45:06-5#

Und Achan hat’s genommen. Und was passiert? Weil ein Mann gesündigt hat, verliert Israel, die Armee des Herrn, die Autorität hat über alle Feinde, sie verliert die nächste Schlacht. Und dann sind sie alle völlig schockiert – wie kann das sein? Gott hat doch gesagt, er will mit uns sein. Gott hat uns doch gesagt, er wird alle Feinde vor uns her vertreiben. Gott hat doch gesagt, Er ist der, der den Sieg bringt in der Schlacht – wie kann das sein?! Dass wir verloren haben und so viel Verluste erleiden mussten, wie kann das sein?

Und dann kommt die Antwort: Israel hat sich versündigt.

Jos 7,11a
Israel hat sich versündigt

Ja, wie, Israel? Das war doch der Achan! Was haben wir denn mit Achan zu tun! Wieso müssen denn wir darunter leiden, weil der Achan was gemacht hat, was wir natürlich nie gemacht hätten?! — Wir hätten es auch gerne gemacht, aber uns nicht getraut.

Ist das nicht unfair? Alle leiden wegen eines Mannes?! Hier gibt Gott eine Lektion: Er sieht sein Volk, und er sieht auch eine Gemeinde, wie EINE Person.

Einer leidet – alle leiden. Einer gibt dem Teufel Raum, alle leiden darunter.

„Ja, was haben denn wir mit dem Achan zu tun?!“ — wenn wir biblische Ordnung anschauen für Beziehungen, dann sehen wir, dass wir Verantwortung haben. Vielleicht kommt es so weit in dieser Lehrreihe, am Ende mache ich eine Einheit über Gottes Ordnung in den Beziehungen in der Gemeinde. Wäre das mal interessant? Oder „Och, das kennen wir schon. Abgehakt! Beziehungen? Das ist alles ganz easy“.

Ich rede nach den Ordnungen Gottes! Davon rede ich.

Und dann sehen wir, dass wir sehr wohl Verantwortung haben für die Sünde des Bruders und der Schwester. Und dass wir nicht sagen können: „Was geht mich seine Sünde an? Das ist seine Privatsache. Da soll er selber zusehen wie er damit klar kommt“.

Das ist nicht die biblische Ordnung, ihr Lieben.

Aber weil wir alle getrieben sind von dieser Idee: „Wir müssen nett sein“. Als wenn das Evangelium lauten würde: „Seid nett zueinander“. Das ist ADAC! Das ist nicht Bibel!

„Redet die Wahrheit in Liebe“ – das ist Evangelium. Aber später mehr zu dem Thema, wie wir da umgehen sollen.

Aber der Punkt ist einfach: Da ist ein Zusammenhang zwischen der Autorität, die eine Gemeinde über die Mächte der Finsternis ausüben darf. Theoretisch haben wir alle Macht, über alle Macht des Feindes, weil das hat Jesus erworben und uns gegeben.

Lk 10,19
Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und Vollmacht über alle Gewalt des Feindes, und nichts wird euch schaden.

Mt 28,18-19a
Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker …

Warum sollen wir hingehen? Weil diese Macht, die er erworben hat, uns gegeben ist natürlich.

Aber das ist die Theorie. Wieviel wir davon praktisch wirklich ausüben können, ist eine ganz andere Geschichte. Und da ist offensichtlich eine nicht zu übersehende Kluft zwischen dem, was uns zusteht und was wirklich funktioniert, oder? Warum schicken wir dann unsere psychisch Kranken in die Klinik statt die Geist auszutreiben? Warum tun wir das? Hallo?

Aber mein Punkt war, die Apostel haben klare Instruktionen bekommen. Du sagst: Ja, kann ich mir vorstellen – Jesus hat sie 40 Tage gelehrt über das Reich Gottes, also wie man jetzt Reich Gottes baut. Aber leider steht da ja nicht, *was* er ihnen beigebracht hat. Schade! Das wäre doch so interessant zu wissen, was er ihnen dort gesagt hat über wie baut man denn jetzt Gemeinde.

Es steht in der Bibel, was Jesus ihnen gesagt hat!

Ja, wo?

Schau dir den Dienst der Apostel an! Das, was sie getan haben, das ist die Umsetzung, die Ausführung dessen, was Jesus ihnen beigebracht hat. Und Paulus betont es so viele Male und das trifft sicherlich für die anderen Apostel genauso zu. Die tun nicht irgendwie ihre Ideen, die machen nicht das, was sie nett finden. Sie machen nicht irgendetwas. Sie verkündigen nicht irgendetwas – sie tun das im Gehorsam Gott gegenüber, sie tun das, das Er ihnen geboten hat. Sie sind Diener, sie sind Sklaven Christi.

Was den Dienst angeht, sie haben keinen eigenen Willen!

So, das heißt, wenn wir den Dienst der Apostel anschauen, dann wissen wir, was Jesus ihnen geboten hat. Macht das Sinn? Sag „ja“.

#00:50:17-5#

Jetzt schau dir mal so einen Punkt an, ich meine, es ist jetzt nicht ein wesentlicher Punkt, auf dem ich herumreiten will, aber nur einfach mal so als kleiner „Augenöffner“, mit welcher Selbstverständlichkeit und mit welcher frechen Großzügigkeit wir über die Ordnung Gottes hinweggehen: In Apostelgeschichte kannst du lesen – Apg 14 – Paulus und sein Team, was machen sie?

Apg 14,23
Als sie ihnen aber in jeder Gemeinde/Versammlung Älteste gewählt hatten

Bitte achte genau darauf, was der Text sagt. Nicht die Versammlungen haben sich Älteste gewählt, sondern die Apostel haben für jede Versammlung – das waren also schon Gläubige, jetzt Älteste eingesetzt. Die Apostel haben gewählt. Nicht die Gemeinde hat gewählt. Und sie haben Älteste eingesetzt. Nirgendwo siehst du, die haben einen Pastor eingesetzt oder eine Pastorin oder haben gesagt, ach, wir machen es irgendwie, Gemeinde bestimmt. Du findest das nicht.

In jeder Versammlung haben sie Älteste eingesetzt. Und deswegen konsequenterweise wenn nachher das Werk wächst und Paulus hat Mitarbeiter und er kann sie senden so wie Timotheus oder wie Titus, auch in apostolischer Sendung und Vollmacht, ja? Was gibt er dann dem Titus mit?

Tit 1,5a
Deswegen ließ ich dich in Kreta zurück, damit du das Versäumte nachholen –

also etwas fehlte da noch, das sollst du jetzt nachholen, und was soll der nachholen?

Tit 1,5b
in jeder Stadt Älteste einsetzen möchtest wie ich dir befohlen habe.

Das war ein reifer Mann Gottes, der hatte die Leitung des Heiligen Geistes. Und Paulus hat nicht gesagt: Geht und bete und lass dich führen vom Heiligen Geist, was in dieser Stadt dran ist, weil Gott ist ja vielfältig, und der macht nicht immer dasselbe, er wiederholt sich ja nicht, also überleg doch mal und bete und finde heraus, was möchte Gott in dieser Stadt tun? Was möchte Gott in jener Stadt tun? Was möchte Gott in der nächsten Stadt tun?

Er hat Titus überhaupt keine Wahl gegeben, hat ihm nur einen Befehl gegeben. Titus, du setzt Älteste ein!

Da musste er nicht beten: Herr, ist hier eine Pastorin dran? Ist hier ein Pastor dran? Wie hättest du es gerne?

Er musste darüber nicht beten, er durfte darüber gar nicht beten. Er hatte gar keine Wahl. Er musste einfach den Befehl ausführen. Das ist übrigens ein Wort, was wenig gängig ist in unserem christlichen Vokabular: Gehorsam und Befehl. Schon mal gemerkt, dass das ein Begriff ist, den gibt es noch bei der Armee oder bei der Polizei, aber in der Gemeinde – Gehorsam und Befehle? Du, also, wir sind doch alle … nicht wahr?

Sie wurden, heißt es in der Bibel, dem Glauben gehorsam.

Apg 6,7
Und das Wort Gottes wuchs, und die Zahl der Jünger in Jerusalem mehrte sich sehr; und eine große Menge der Priester wurde dem Glauben gehorsam.

Petrus befahl, dass man sie taufen lasse.

Apg 10,48
Und er befahl, sie zu taufen in dem Namen Jesu Christi. Da baten sie ihn, dass er noch einige Tage dabliebe.

Was machen wir heute? Wir überreden die jungen Leute wenn sie im Konfirmationsalter sind, damit sie endlich sich taufen lassen und alles seine Ordnung hat. Wir überreden Leute! Aber Petrus hat niemanden überredet, aber als Leute sich wirklich bekehrt haben, hat er gesagt: Das ist jetzt, was dran ist.

Wie sollten die Gläubigen das auch wissen, die neuen Gläubigen? Er war der Apostel, er hat ihnen gesagt, was jetzt dran ist. „Ihr habt euch bekehrt und jetzt lasst ihr euch taufen!“

Er befahl das. Er hat nicht einen Vorschlag: Du Schätzchen, überleg doch mal. Wäre das nicht was Tolles? Dann machen wir auch eine Feier, so wie bei der Kirche so, Konfirmation mit ganz vielen Geschenken, und das wird dir bestimmt Spaß machen, möchtest du dich nicht taufen lassen?

Lesen wir sowas in der Bibel?

Christus ist der Herr und Christus hat beschlossen und er verkündigt, auf welche Art und Weise er geliebt werden möchte. Und er hat das Recht dazu. Und er fragt nicht an irgendeiner Stelle: Würde euch das Spaß machen, würde euch das gefallen? Denkt ihr, das wäre ein coole Sache? Was meint denn ihr darüber?

Gott ist Gott. Und es ist Seine Gemeinde. Und Er will Seine Gemeinde bauen – nicht eine Pfingstgemeinde, nicht eine Ecclesia-Gemeinde, nicht eine Baptisten-Gemeinde, nicht eine charismatische Gemeinde – Er will Seine Gemeinde bauen. Und wie Seine Gemeinde aussieht, steht in diesem Buch und nirgendwo sonst.

Und nicht in den Statuten irgendeiner Organisation – wie alt sie auch sein mag.

#00:55:08-3#

Gott ist Gott, es ist Sein Haus. Und wenn du das Neue Testament studierst, und ich habe manches Mal für gewisses Prickeln in Pastorentreffen gesorgt mit so einer kleinen Bemerkung: Ihr lieben Brüder, ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass es im ganzen neuen Testament keine Gemeinde gibt, die von einem Pastor geleitet wird?

Du, da sind die erbaut!

Da hörst du förmlich die Klappmesser in der Tasche schon aufspringen. So erbaut sind sie von so einer Bemerkung.

Paulus schreibt einen Brief an die Philipper. Und er grüßt die Heiligen, er grüßt die Aufseher, das sind die Ältesten, ja? Aufseher und Älteste, das ist das gleiche – ein austauschbarer Begriff. Und die Diener, die Diakone. Die Heiligen, die Ältesten und die Diakone begrüßt er am Anfang des Briefes.

Phil 1,1
Paulus und Timotheus, Knechte1 Christi Jesu, allen Heiligen in Christus Jesus, die in Philippi sind, samt den Aufsehern und Dienern

Ja, warum in aller Welt begeht er diesen grandiosen Fehler und begrüßt nicht den Pastor?

Schon mal darüber nachgedacht? „Das macht man doch nicht!“ Weil die keinen Pastor hatten – Punkt, fertig, aus.

Am Ende seines Dienstes, er will in Ephesus vorbei und will nochmal ein letztes Treffen haben mit der Leiterschaft, er möchte nicht in die Versammlung gehen, aber er möchte sie privat nochmal treffen, die Leiterschaft. Und er ruft die Ältesten zu sich.

Apg 20,17
Von Milet aber sandte er nach Ephesus und rief die Ältesten der Gemeinde herüber.

Ja, bitte, warum schon wieder den Pastor vergessen?

Und so könnten wir weiter und weiter und weiter gehen. Wo kommt die Idee her, eine Gemeinde wird von einem Pastor geleitet? Wo kommt die her?

Ich weiß es nicht so genau, aber eines weiß ich: Nicht aus diesem Buch.

Ich nehme das nur als ein Beispiel, um uns zu zeigen, mit welcher Selbstverständlichkeit wir uns an der Ordnung Gottes vergreifen und wir machen irgendetwas, was Gott uns nicht geboten hat.

Ich bin nicht der Meinung, Ihr Lieben, das will ich gleich mal in Klammern dazu sagen, ich bin nicht der Meinung, dass eine Gemeinde, die sich jetzt entscheidet, wir wollen in neutestamentliches Fahrwasser, dass sie als erstes damit beginnt, den Pastor rauszuschmeissen. Ich bin nicht der Meinung. Um nur drei Hanseln aufzustellen, die wir jetzt Älteste nennen, ohne dass die die Kriterien von Ältesten erfüllen, bringt uns keinen Schritt weiter, sondern drei Schritte zurück.

So, ich bin nicht der Meinung, da fängt es an – bitte! Da möchte ich nicht falsch verstanden werden.

Ich nehme das nur als ein Beispiel: Mit aller Selbstverständlichkeit, seit Luther, wiederholen wir, was Menschen uns vorgemacht haben und es kommt niemand auf den Gedanken: Ja, aber was sagt das Wort eigentlich? Was steht denn in der Schrift?

Und die Begründung, warum wir das so machen, ist ganz einfach, ganz einfach: Team, Ältesten-Team, wo sie offen sind, transparent sind, wo sie Freunde sind, wo sie miteinander im Licht leben, wo sie voreinander die Sünde bekennen, wo sie gemeinsam auf Augenhöhe miteinander gehen, funktioniert nur im Heiligen Geist.

Die One-Man-Show funktioniert auch im Fleisch. Aber das Team, wie Gott sich das vorgestellt hat, funktioniert nur im Heiligen Geist. Und wir sind immer darauf aus, Lösungen zu schaffen, die funktionieren. Ob Geist oder ohne Geist – Hauptsache, der Laden läuft. The Show must go on. Das ist unsere Idee.

Und man könnte noch manche andere Beispiele anführen.

PS 127,1
Wenn der HERR das Haus nicht baut, arbeiten seine Erbauer vergebens daran.

So, wir sehen hier: Die Arbeiter müssen arbeiten, ja. Es ist nicht: Der Herr macht das alles schon und wir legen die Hände in den Schoß oder gehen unseren privaten Dingen nach und irgendwann kommen wir: „Ach, das Haus ist fertig“. Nein, wir bauen das Haus. Aber unter Seiner Führung, unter Seiner Leiterschaft. Und wenn Er nicht das Haus baut, dann arbeiten wir vergebens. Egal wie wir uns bemühen und egal wieviel wir investieren an Zeit und Kraft und Geld, wir arbeiten dann umsonst. Die Arbeiter arbeiten vergeblich.

#01:00:00-8#

Und „vergeblich“ ist ein schlimmes Wort. Vergeblich heißt, am Ende zählt es alles nichts. Am Ende war alles umsonst.

Und wir müssen ein Schaudern bekommen und wir müssen sagen: Gott, das darf nicht über meinem Leben und das darf nicht über unserer Gemeinde am Schluss gesagt werden.

Eine Möglichkeit wie man vergeblich arbeitet, finden wir in der Lehre von Jesus. Mt 15 – hier spricht Jesus zu den Frommen.

Mt 15,3
Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet auch ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen?

Das heißt also, um die Überlieferung zu halten, hochzuhalten, ihr weiterhin den ersten Platz zu geben, übertreten sie das Gebot Gottes. Und jetzt beschreibt er, was er meint:

Mt 15,4
Denn Gott hat gesagt: „Ehre den Vater und die Mutter!“, und: „Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben.“

Das ist das Wort Gottes, ja? Also, die Kinder haben Verantwortung für das Wohlergehen der Eltern im Alter.

Mt 15,5-6a
Ihr aber sagt: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: Eine Opfergabe sei das, was du von mir an Nutzen haben würdest,
der braucht seinen Vater oder seine Mutter nicht zu ehren

Also, was gemeint ist, ist: Jemand hat Geld, hat Vermögen, die Eltern sind jetzt nicht mehr in der Lage für sich selber zu sorgen, der Sohn sollte jetzt sein Geld, was er erarbeitet hat, benutzen, um die Eltern zu tragen. Da gab es ja noch kein Sozialamt. Aber wenn jetzt der Sohn sagt: Ja, diesen Geldbetrag, den habe ich schon versprochen zum Opfer für den Tempel – dann ist das blockiert, dann braucht er dieses Geld nicht zu nehmen, um die Eltern zu unterstützen.

Das ist eine Regel, den die frommen Leiter sich ausgedacht haben, die dem Wort Gottes widerspricht. Ob der nachher tatsächlich das Geld dann dem Tempel zur Verfügung stellt oder nicht, ist dann uninteressant, aber in dem Moment, wo er sagt: Opfer! – ist es blockiert, und er ist frei von seiner Verantwortung gegenüber seinen Eltern.

Zurecht kritisiert Jesus das. Und er sagt: Ihr stellt eure Überlieferungen über das Wort Gottes.

Mt 15,6b
und ihr habt so (auf diese Art und Weise) das Wort/Gebot Gottes ungültig gemacht/aufgehoben um eurer Überlieferung willen.

Mt 15
7 Heuchler! Treffend hat Jesaja über euch geweissagt, indem er spricht:
8 „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir.

Und jetzt kommt dieses schreckliche Wort.

Mt 15,9
Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als Lehren Menschengebote lehren.“

Jesus sagt, es ist alles umsonst. Er könnte doch sagen: Okay, hier habt ihr ein paar Punkte, da habt ihr das Wort Gottes außer Kraft gesetzt, habt eure Überlieferungen darüber gestellt, also, statt 100 Punkte gibt es nur 80 Punkte. Immerhin habt ihr euch bemüht und ein paar Dinge waren auch richtig.

Nein, was sagt Jesus? ALLES, was ihr gemacht habt, ist unbedeutend und zählt nicht. Es ist alles umsonst.

Glauben wir an einen Gott, der am Ende über ein Leben, am Ende über einer Gemeinde solche Worte sprechen kann? Glauben wir an den oder ist das einfach ein Bibeltext, „der ist auch mal interessant“? Oder gibt es diesen Gott wirklich? Ist Gott so wie Er hier beschrieben wird? Kann er solche Worte sprechen – „vergeblich“?

Paulus sagt: Ich warne euch, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangt.

2Kor 6,1
Als Mitarbeiter aber ermahnen wir auch, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangt.

Die Gnade ist umsonst, aber es kostet uns etwas, ihr Raum zu geben, es kostet uns etwas, mit der Gnade zu kooperieren und der Gnade den Vorrang zu geben und der Gnade zu erlauben, dass sie in uns ihr Werk tun kann. Und man kann aus der Sicht des Herrn tatsächlich Gnade vergeblich empfangen, d.h. sie hat dann doch keine Möglichkeit, ihr Werk zu tun.

Wenn es so etwas wirklich gibt, ihr Lieben, sollte uns sowas nicht beunruhigen?

#01:05:10-6#

Sollte uns das nicht zu dem Punkt bringen: „Gott, hilf mir, so zu leben, dass sowas niemals eintritt in meinem Leben“. Und die Gemeindeleitung betet: „Gott, hilf uns, dass wir nicht am Ende so ein Wort hören müssen: Ihr habt euch mächtig bemüht, und ihr habt eure Statuten und eure Ideen und eure Traditionen hochgehalten, aber ihr habt das Wort Gottes außer Kraft gesetzt!“

Müsste das nicht uns beunruhigen?

Wo kommt diese Leichtigkeit her? Diese Sicherheit her? „Ach, wir machen das so, das passt schon!“

Wie viele Pastoren habe ich reden hören: Gott hat uns das Evangelium gegeben, aber wie jetzt die Gemeinde aussehen soll, das ist uns überlassen.

Wo kommt das her?

Sollten wir da nicht fragen, ob es vielleicht auch bei uns Menschengebote gibt, die höher stehen als die Ordnung Gottes? Sollte das uns nicht nachdenklich machen und beunruhigen im Heiligen Geist, dass wir sagen: Wir müssen ganz dicht an diesem Wort sein und wir können uns in Bezug auf die Gemeinde und wie die Gemeinde gebaut wird, wir können uns nicht erlauben, an irgendeiner Stelle vom Modell, vom Muster, das uns gezeigt ist, abzuweichen.

Lasst mich einige Beispiele geben, wo wir mit Lockerheit, mit Selbstsicherheit, mit Selbstvertrauen das tun und das Wort Gottes außer Kraft setzen:

Jesus hat es ganz klar beschrieben, vorgemacht und geboten, dass wir Jünger machen sollen.

Die allermeinsten pfingstlich-charismatischen Gemeinden, die ich kenne, erlauben sich den Luxus, ohne Jüngerschaft zu leben.

Weil sie Rücksicht nehmen auf die Befindlichkeiten der Leute. Weil sie sagen: Wenn wir diese Standards, die wir im Wort finden in Bezug auf Jüngerschaft – wenn wir das hier ansetzen würden, da ist am nächsten Sonntag die Hälfte verschwunden. „Ja, und wer wird dann das Gebäude bezahlen und mein Gehalt?!“

Siehst du, was uns wichtig ist?

Menschliche Dinge, die für Gott entweder an 15ter Stelle stehen oder überhaupt keine Bedeutung haben, die stehen bei uns ganz oben, aber die Dinge, die Gott haben will, die ignorieren wir mit einer Lässigkeit, die absolut erschreckend ist.

Mache ein Bibelstudium und du wirst feststellen, eine neutestamentliche Gemeinde besteht aus Jüngern. Die waren lange Zeit „Jünger“ genannt, weil sie Jünger waren und erst später dann hat man die Jünger Christen genannt.

Apg 11,26
und als er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochia. Es geschah ihnen aber, dass sie ein ganzes Jahr in der Gemeinde zusammenkamen und eine zahlreiche Menge lehrten und dass die Jünger zuerst in Antiochia Christen genannt wurden.

Und das müssen wir wieder umkehren. Die Christen müssen wieder Jünger werden.

Und wenn wir verstehen, was Jüngerschaft ist, und morgen werde ich mir Zeit nehmen, das zu erklären: Wie sieht Jüngerschaft aus? Was heißt das? Wie machen wir Jünger? Und überhaupt die Idee: Wir machen Jünger. Macht das nicht Gott?!

Jesus hat gesagt: Macht Jünger.

Mt 28,19
Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Na klar, es hilft der Heilige Geist, aber erstmal brauchen wir ein Verständnis, worum es überhaupt geht. Und wir brauchen eine Leitung, die frei ist von Menschenfurcht und Menschengefälligkeit.

Denn nur eine solche Leitung kann den Standard von Jüngerschaft in einer Gemeinde einführen. Nur eine solche Leitung. Eine andere Leitung wird es niemals schaffen. Nicht einmal sich vornehmen ernsthaft jetzt wirklich Jüngerschaft hineinzubringen.

Aber das nenne ich jetzt nur als einen Punkt. Der allergrößte Teil, ich würde denken, vielleicht 98% der pfingstlich-charismatischen Gemeinden, erlauben sich den Luxus oder ich würde es anders sagen – die Frechheit – keine Jünger zu machen. Mit all den Begleiterscheinungen und Folgen, die sich daraus ergeben für das Gemeindeleben.

Ich nehme das jetzt nur als ein Beispiel, zu zeigen, dass Menschengebote an vielen Stellen immer noch über dem Wort Gottes stehen und dass wir das Wort Gottes locker und lässig und selbstverständlich außer Kraft setzen.

Paulus macht es unmissverständlich klar. Jeder, der lesen kann, kann zu keinem anderen Schluss kommen: Es ist die Aufgabe der Gläubigen, gegen Mächte, gegen Geister in der Himmelswelt zu kämpfen.

Eph 6,12
Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut4, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen5 Mächte der Bosheit in der Himmelswelt6.

#01:10:01-3#

Wir haben zu kämpfen! Wie viele Gemeinden kennst du, die das wirklich glauben und die sich bemühen, auf der Grundlage der Schrift, da vom Heiligen Geist hineingeleitet zu werden und die das praktizieren?

Ich kenne sehr, sehr, sehr wenige.

Wir ignorieren Epheser 6. Wir erwähnen das einfach nicht. Wir beunruhigen die Gemeinde nicht.

Weil uns ein religiöser Scheinfriede wichtiger ist als wahrer Friede mit Gott, der kommt wenn wir wirklich uns danach ausstrecken, Sein Wort zu TUN.

Nehmen wir einen anderen Punkt: Nach dem Neuen Testament spielt die Erwartung der Wiederkunft Jesu eine ganz zentrale Rolle. Geh einmal durch das Neue Testament und sammel all die Schriftstellen, die von dem Kommen des Herrn sprechen und dann siehst du, das war für die Gläubigen ein ganz, ganz, ganz großes Thema.

Und sie haben verstanden, nicht nur geht es um die Wiederkunft des Herrn, sondern es geht darum, dass wir – wie Petrus das sagt – die Wiederkunft des Herrn beschleunigen.

2Petr 3,12
indem ihr die Ankunft des Tages Gottes erwartet und beschleunigt, um dessentwillen die Himmel in Feuer geraten und aufgelöst und die Elemente im Brand zerschmelzen werden!

Ja, wie? Beschleunigen? Gott ist doch souverän, und Gott macht wie Er will und was hat das mit uns zu tun?

Ja, dann hat Petrus wohl irgendwas falsch verstanden. Oder wir haben was falsch verstanden!

Einer von beiden muss jetzt irgendwie daneben sein.

Indem wir eine brennende Sehnsucht nach der Wiederkunft des Herrn entwickeln – durch das Wort und durch den Heiligen Geist – beschleunigen wir seine Wiederkunft. Das ist nach der Bibel die Aufgabe der Gläubigen.

In den allermeisten Gemeinden, in den Predigten, in den Liedern, in den Gebeten, in den Gesprächen hörst du nichts von der Wiederkunft des Herrn. Warum ist das so?

Weil wir es uns hier gemütlich eingerichtet haben, weil wir keine Wiederkunft Jesu brauchen, die würde uns nur stören, die würde uns irritieren, die würde uns vor Augen führen, dass unsere Prioritäten vollkommen falsch sind – also wir ignorieren das.

Menschengebote über Gottes Wort.

Und wenn man lange sucht, würde man noch viele, viele andere Dinge finden.

Nach dem Neuen Testament ist es absolut klar: Die neutestamentliche Gemeinde besteht aus geisterfüllten Gläubigen. Und „geisterfüllt“ bedeutet, sie sind imstande in neuen Sprachen zu beten. Nicht wahr?

Ich nehme mir jetzt nicht die Zeit, durch die Bibelstellen zu gehen. Ich denke, das sollte jedem klar sein: Die Bibel, oder das Neue Testament, ist geschrieben von geisterfüllten, in Zungen sprechenden, geistlichen Leitern an geisterfüllte, in Zungen sprechende Gläubige. Punkt, fertig, aus.

Das war normal, das ist Standard. Deswegen sagt Paulus an die ganze Ephesus: Betet im Heiligen Geist.

Eph 6,18
Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist, und wachet hierzu in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen

Er sagt nicht: Die, die das geschenkt bekommen haben. Die anderen natürlich können nicht, verstehen wir.

Nein, er sagt zu der ganzen Gemeinde: Betet im Heiligen Geist.

Das ist übrigens was am Anfang der Pfingstbewegung alle Pfingstler geglaubt haben.

Vor einiger Zeit hatte ich eine Unterhaltung mit einem Ältesten aus einer Pfingstgemeinde, die sehr wächst und die ein Modell ist, ein Vorzeigebeispiel von wie man Gemeinde baut, wie man Erfolg hat, wie das Haus voll wird. Und ich fragte ihn: Sag einmal, was schätzt du, wie viele eurer Leute sind erfüllt vom Heiligen Geist und sprechen in neuen Zungen – wie viele?

Und er sagt: Hm, weiß nicht so genau, wir führen da ja nicht Buch drüber, aber ich würde mal so denken, vielleicht 60%.

Ich sage: Und wie viele waren das im Neuen Testament?

Da macht er ein langes Gesicht.

Ich sage: Ich sehe in der Bibel die Aufgabe der Ältestenschaft – eine von vielen, vielen Aufgaben – ist dafür zu sorgen, dass die Neubekehrten so schnell wie möglich erfüllt werden mit dem Heiligen Geist.

Wo hole ich das her? Apostelgeschichte 6. Philippus war da, Samaria hat das Wort angenommen, wurden getauft, und jetzt sandten sie Petrus und Johannes, dass sie hingehen und mit ihnen beten, damit sie den Heiligen Geist empfingen. Die blieben nicht in Jerusalem und haben gesagt: Ach, toll, Samaria hat Erweckung, die Leute sind gläubig geworden, sind getauft, sind unsere Brüder und Schwestern, und jetzt sind wir gespannt, was Gott tun wird. Vielleicht startet da jetzt eine evangelikale Denomination, um da ein bisschen mehr Vielfalt reinzubringen.

#01:15:11-6#

Haben die so gedacht? Die haben genau verstanden: Pfingsten war souverän. Wer sollte denn kommen und ihnen die Hände auflegen? Pfingsten war vom Himmel, bumms, fertig, aus.

Aber von da an sind sie verantwortlich dafür zu sorgen, dass die Neubekehrten den Heiligen Geist empfangen. Das wusste jeder Jünger, da musste man nicht mal Leiter sein. Hananias wird gerufen zu Saulus, der gerade sich bekehrt hat. Und was macht der? Der betet mit ihm, legt die Hände auf, damit er den Heiligen Geist empfängt.

Apg 9,17
Hananias aber ging hin und kam in das Haus; und er legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt durch Jesus – der dir erschienen ist auf dem Weg, den du kamst -, damit du wieder sehend und mit Heiligem Geist erfüllt werdest.

So, da hat man nicht gesagt wie heute: Leute, kommt alle in den Gottesdienst, kommt nach vorne, Bruder, hier habe ich Schwester XY oder Bruder Ernst, der hat sich gerade bekehrt – jetzt bete mal mit ihm, kannst du mit ihm beten, dass er den Heiligen Geist empfängt?

Ich sage: Ja, kann ich – aber kannst du auch! Das ist die Frage.

Wir denken, ja, das muss die Leiterschaft machen. Ja, und wenn’s die Leiterschaft nicht macht? Dann macht’s keiner. Und dann hast du eine große Gemeinde, und die ist in aller Munde und boah, guck mal, was für ein Vorbild. Und der Älteste selber sagt 60%. Was ist mit den 40%, die sich bemühen, ein Christenleben zu führen ohne die Kraft?!

Apg 1,8
Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.

So, die sollen ihr Christenleben führen, ob sie Kraft haben oder nicht. Hauptsache, sie tun es jetzt. Was ist denn das für eine Leiterschaft? Was ist denn das für ein Verständnis?

Und ich weiß aus eigener Erfahrung: Wenn man eine Gemeinde mit gesunder, neutestamentlicher Lehre erfüllt, dann hast du 100% der Gemeindemitglieder, die erfüllt sind vom Heiligen Geist und in neuen Sprachen sprechen.

Aber es ist ein Unterschied, ob ich sage: „Das ist der Wille Gottes“ oder „Du, hast du schon mal gedacht, könntest du dir vielleicht auch vorstellen, in Sprachen – ach, ich seh schon, das ist nichts für dich, okay, entschuldigung, dass ich überhaupt dir auf die Zehen getreten bin“. Leisetreterei! Wir bieten es an wie Angebote, wie Schnäppchen!

Petrus BEFAHL, dass sie getauft werden sollen.

Apg 10,48
Und er befahl, dass sie getauft würden im Namen Jesu Christi. Dann baten sie ihn, einige Tage zu bleiben.

Paulus kommt zu einer Gruppe von Jüngern, die ganz offensichtlich wirklich bekehrt waren, auch wenn Theologen das Wort verdrehen wollen – wie sie es oftmals so gerne tun und wollen sagen: Das waren Jünger von Johannes, die waren noch gar nicht bekehrt, die waren nicht wiedergeboren.

Die waren wiedergeboren! Und der Heilige Geist wusste ganz genau, dass diese Füchse eines Tages auf diese List kommen werden und sagen: Weil sie von Johannes das Evangelium gehört haben, deswegen waren das noch keine Christen, sondern das waren Jünger von Johannes.

Ein Kapitel vorher sagt der Heilige Geist: Apollos lehrte richtig von Jesus.

Apg 18,25
Dieser war unterwiesen im Weg des Herrn und redete brennend im Geist und lehrte richtig von Jesus, wusste aber nur von der Taufe des Johannes.

Wenn man richtig von Jesus lehrt, dann kommen nicht Johannes-Jünger am Schluss dabei raus, sondern dann kommen Christus-Jünger dabei raus.

Macht das Sinn?

Aber: Apollos wusste noch nichts vom Heiligen Geist. Das hat er dann erst später mitgekriegt. Du musst dir vorstellen – damals gab es noch nicht Youtube und jede neue Lehre war sofort verfügbar für alle. Und das hat gedauert bis sich dann dieser Standard überall durchgesetzt hat. Und Apollos hat es dann bekommen von Aquila und Priszilla.

Apg 18,26
Und dieser fing an, freimütig in der Synagoge zu reden. Als aber Priszilla und Aquila ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes genauer aus.

So, Gottes Standard muss aufgerichtet sein und das ist in erster Linie die Aufgabe der Leiterschaft. Und es hat etwas mit Lehre zu tun. Es hat etwas mit Autorität zu tun. Es hat etwas damit zu tun, den Willen Gottes als verbindlich zu deklarieren und nicht als ein Angebot oder eine Möglichkeit und vornehm und ganz sensibel zurückzutreten wenn man merkt, da ist einer, der ist dafür nicht offen.

Wenn jemand sich bekehrt hat, sich wirklich bekehrt hat, und Jesus gesehen hat und erkannt hat, das ist jetzt mein Herr und ich bin dafür da, Seinen Willen zu tun, wenn du dem sagst: So, nach diesem grandiosen Erlebnis gibt es ein weiteres Geschenk, und das hat der Herr für dich.

Wird der sagen: Ahh, neee. Also damit lass mich in Ruhe!

Der wird sagen: Her damit!

Das ist normal. Wenn jemand Bedenken und Vorbehalte hat gegen den Heiligen Geist und gegen Reden in Zungen, dann ist es ein klarer Beweis dafür, dass da noch handfeste Prägungen aus der Vergangenheit, aus der Kultur und religiöse Prägung ein Wörtchen mitzureden haben in seinem Leben. Und diese Bollwerke müssen angesprochen werden, diese Bollwerke müssen niedergerissen werden. Paulus redet von Höhen, die sich erheben gegen die Erkenntnis Gottes und die reissen wir runter.

2 Kor 10
4 denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig für Gott zur Zerstörung von Festungen; so zerstören wir überspitzte Gedankengebäude
5 und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi

Wenn jemand nicht offen ist für den Heiligen Geist, dann ist sein geistliches Leben krank. Und durch gesunde Lehre wird er gesund, weil er nämlich durch kranke Lehre krank geworden ist.

#01:20:06-6#

Und deswegen macht Paulus so eine Betonung auf „gesunde Lehre“. Gesunde Lehre! Und was ist das Merkmal von gesunder Lehre? Gesunde Lehre ist gemäß der Gottesfurcht, das ist gesunde Lehre. Es vermehrt das Verlangen, Gott muss geehrt werden, Gott muss verherrlicht werden in meinem Leben, weil Gott ist Gott und ich lebe jetzt für Ihn und für Seine Ehre.

So, das waren einige Beispiele, die zeigen, dass es durchaus das heute auch gibt – dass wir Menschengebote über Gottes Gebote stellen und damit die einfach außer Kraft setzen, Gottes Wort außer Kraft setzen.

Paulus macht so eine starke Betonung auf den Unterschied – nicht nur Paulus, auch Jakobus und andere – auf den Unterschied zwischen menschlicher Weisheit und Gottes Weisheit. Und es ist nicht so, die menschliche Weisheit ist unvollkommen, die schafft vielleicht nur 60-70% dessen, was die göttliche Weisheit tun kann. Nein, die göttliche Weisheit steht alleine und jede Ergänzung und jede Beimischung von Menschenweisheit macht die Weisheit Gottes zunichte. Und darum diese starke Warnung.

Paulus sagt: Ich will nicht, dass euer Glaube auf Menschenweisheit beruht, sondern auf der Kraft Gottes.

1 Kor 2,5
damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft beruhe.

Und dann erklärt er, warum Menschenweisheit so gefährlich ist: Menschenweisheit macht das Kreuz zunichte.

1 Kor 2,2
Denn ich nahm mir vor, nichts anderes unter euch zu wissen als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt.

1Kor 1,17
Denn Christus hat mich nicht ausgesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen: nicht in Redeweisheit, damit nicht das Kreuz Christi zunichte gemacht werde.

Und da siehst du, wo die Menschenweisheit herkommt. Paulus sagt: Weisheit von der Erde, aus der Seele, vom Teufel, von Dämonen.

Jak 3,15
Dies ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern eine irdische, sinnliche12, teuflische13.

Irdisch, seelisch, teuflisch – da kommt Menschenweisheit her. Und Menschenweisheit in christlichem Gewande mit christlicher Sprache ist das gefährlichste, was wir haben in unserer Mitte. Und die einzige Chance das auszukehren, auszufegen ist, dass wir unter der Leitung des Heiligen Geistes sind, dass wir dieses Herz haben, „Gott bewahre uns davor, dass wir nicht mit Menschengeboten deine Gebote außer Kraft setzen, bewahre uns davor. Hilf uns, öffne uns die Augen“.

Selbstgefälligkeit – „ach, das passiert bei der Gemeinde um die Ecke! Ja, Die haben Menschenweisheit, aber wir nicht!“ – Menschengefälligkeit ist eine Form von Stolz und damit ist schon Tor und Tür auf für den Feind. Da muss diese Vorsicht sein, dieses „Gott, bitte, pass du auf, bewahre du mich, hilf mir, dein Wort zu verstehen. Und wenn ich abweiche, sende meinen Bruder, sende meine Schwester, das sie frei von Menschenfurcht mich konfrontieren und mir helfen, geöffnete Augen zu bekommen, wo ich mir selber was in die Tasche lüge, wo ich mir wieder meinen Glauben zurechtbiege und mir so eine Light-Version irgendwie zusammen schustere – die sich auch gut anhört, aber die nicht die richtigen Resultate hervorbringt“.

Menschenweisheit macht das Kreuz zunichte. Was ist Christsein ohne Kreuz? Nichts, gar nichts!

Das Kreuz setzt uns frei von der Welt, durch das Kreuz sind wir frei von dem Zwang sündigen zu müssen. Wenn kein Kreuz da ist, können wir einpacken. Wir haben null Chance auf eigene wirkliche Wesensveränderungen in unserem eigenen Leben und null Chance andere zu beeinflussen und ihnen zu helfen mit Gott in Kontakt zu kommen, wir haben null Chance. Nur das Kreuz trennt uns von dieser Welt.

Wir brauchen das Kreuz! Und Menschenweisheit macht das Kreuz zunichte.

Kol 2,8
Seht zu, dass niemand euch einfange/beraube durch die Philosophie und leeren Betrug nach der Überlieferung der Menschen, nach den Elementen der Welt und nicht Christus gemäß!

Er warnt davor! Heute holen wir Philosophie, Psychologie, Marketing-Strategien, Management-Ideen – alles mögliche aus der Welt borgen wir uns, um eine erfolgreiche Gemeinde zu bauen. Und die Psychologie in die Seelsorge und alles wird gut.

Und dann wundern wir uns, warum es nicht vorwärts kommt. Wir wundern uns, warum Gott nicht in unserer Mitte sich mächtig erweist. Wir wundern uns, wo die Geistesgaben geblieben sind. Wir wundern uns, wo all das ist, wovon wir lesen in diesem Buch.

#01:25:03-4#

Wir brauchen uns nicht zu wundern. Wir müssen zurückkommen zur Echtheit, zur Hingabe. Und wo ich morgen weitermachen will – ich glaube, ich habe jetzt schon ein halbes Stündchen gesprochen, nicht wahr – ist, dass wir uns Gedanken machen, wie ist unser Verhältnis zur Wahrheit.

Jesus ist DIE Wahrheit. Der Heilige Geist ist uns gegeben, er ist der Geist der Wahrheit, er ist uns gegeben, uns in alle Wahrheit zu führen. In einige Wahrheiten? In alle Wahrheiten!

Heute sind Leute so postmodern angehaucht und verdreht und die kennen ihre Bibel nicht mehr und sagen: Wahrheit – das kann man ja gar nicht finden, du hast deine Wahrheit, ich hab meine Wahrheit und wir haben alle so ein bisschen Wahrheit, aber keiner kann wirklich sagen, er hat die Wahrheit, das geht ja gar nicht.

Ist das die Sicht, die die Apostel gehabt haben? Ist das die Sicht, die Jesus gehabt hat? Welchen Platz hat Wahrheit?

Wenn wir fragen würden: Ist die Bibel Gottes Wort? – Oh, alle würden die Hände heben, alle sagen, na klar, natürlich!

Aber wie sieht’s denn in der Praxis aus? Ich gebe euch mal ein kleines Beispiel aus dem Alltag. Es gibt ein Forum, da dürfen sich die Pastoren, Pfingstpastoren austauschen, da kann man Artikel posten, da kann man seine Meinung schreiben oder Dinge fragen und dann können andere das lesen und dazu antworten. Da gab es vor einigen Wochen etwas, das nannte sich: „Endlich mal eine gute Nachricht“ oder irgendwie so. In dieser Welt passieren viele schreckliche Dinge, also zur Ermutigung mal eine gute Nachricht.

Da denkt man: ja, super – gute Nachrichten wollen wir immer hören.

Und dann schreibt er: „Ein katholischer Bischof predigt in einer Pfingstgemeinde“. Und das war die gute Nachricht! Ich dachte, mich tritt ein Pferd. Und ich dachte, okay, mal sehen, was jetzt passiert. Jetzt werden hunderte von Pastoren aufstehen und sagen, „bist du von Sinnen? Welcher religiöse Teufel hat dich geritten, wie kommst du auf diese Idee, das eine gute Nachricht zu nennen? Das ist eine schreckliche Nachricht!“

Und ich wartete und wartete und wartete und nichts passiert. Und keiner reagiert auf diese „gute Nachricht“. Dann habe ich empfunden, okay, dann werde ich reagieren. Und dann habe ich einen kurzen Text geschrieben, davon will ich euch einen Teil vorlesen – oder vielleicht sogar alles.

Ich schreibe dort: Wäre Paulus ebenfalls erfreut über die Nachricht, dass in einer von ihm gegründeten Gemeinde ein hochrangiger Vertreter einer Glaubensgemeinschaft predigt, die sein Evangelium mit Füßen tritt?

Das ist eine einfache Frage, nicht wahr? Ist nicht kompliert, die ist nicht „theologisch“, da muss man nicht 10 Jahre Theologie studieren, um diese Frage zu beantworten. Ja, man muss einfach seine Bibel kennen.

Wäre Paulus erfreut, dass er hört in einer von den Gemeinden, die er gegründet hat und auf das Evangelium gegründet hat, dass da jemand predigt, der seine Evangelium mit Füßen tritt? Wäre Paulus begeistert?

Natürlich nicht. Und er würde schnellstens dafür sorgen, dass die Ältesten wieder auf Kurs kommen und dass so etwas nie wieder vorkommt. Weil das war die Verantwortung des Apostels: Aufzupassen auf die Ältesten, dass die kein dummes Zeug machen. Dafür war der apostolische Dienst da.

Hätte er sich von einem Irrlehrer segnen lassen oder ihn gesegnet – wie das jetzt in der Limburger Gemeinde geschehen ist. Also am Ende dieses „wunderbaren Gottesdienstes“, jemand hat geschrieben: Das war der schönste Tag in seinem Leben. Am Ende hat der Bischof den Pfingstpastor gesegnet und der Pfingstpastor durfte dann den Bischof segnen. Und alle waren von Tränen gerührt über diese wunderbare Einheit und das war so wunderbar alles.

11.3.2018
http://www.nnp.de/lokales/limburg_und_umgebung/Bischof-Baetzing-predigt-in-Freikirche;art680,2933923

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An deiner inneren Reaktion auf diese Information kannst du sehr viel ablesen über deinen geistlichen Zustand. Du sagst: „Hej, was hat der Mann überhaupt? Was regt der sich auf?“ Oder sagst du: „In mir regt sich auch was auf! Wie kann so etwas sein?“ Das ist ein kleiner Test, dass du feststellen kannst, auf welcher Seite du stehst.

Hätte er diesen Tag auch als den schönsten Tag in seinem Leben bezeichnet?

#01:30:00-5#

Brüder und Schwestern, wacht auf, wir brauchen in dieser gefährlichen Zeit der religiösen Verführung und Verwirrung den Heiligen Geist, der anhand der Heiligen Schrift uns in alle Wahrheit führen will. Jeder, der unvoreingenommen die Lehren des neuen Testamentes mit den Lehren der katholischen Kirche vergleicht, muss zu dem Schluss kommen, dass beide nicht miteinander vereinbar sind. Wenn Christus wirklich der Herr ist und im Mittelpunkt steht, dann zeigt sich das zu allererst an unserer Treue zu seinem Wort. Wer Wahrheit mit Lüge vermischen will, verwirrt die Gläubigen und macht sich vor Gott schuldig.

„Bitte lest einmal selbst im Katechismus der katholischen Kirchen“ – das schreibe ich den Pfingstpastoren – „was die zu glauben verbindlich vorschreibt. Ich wünsche euch ein nachdenkliches Wochenende“.

Das habe ich geschrieben. Und dann kamen zwei Antworten, und diese Antworten haben mich noch mehr desillusioniert. Und ich denke, Hilfe! Hilfe!

Einer schrieb dann: Ich stimm ja dir zu …

Klingt immer gut, ne? Das ist so Psychologie. Ich bin erstmal auf deiner Seite, aber dann, was er dann schreibt, zeigt, er hat überhaupt nicht verstanden, was ich wollte. Und redet davon wie wichtig Verständigung ist und herzliche Beziehung und Kommunikation und Einheit und lauter so ein Gesülze. Und der nächste kommt dann gleich mit dem Splitter und dem Balken und was schreibt er dann: Wir dürfen nicht verurteilen und so tun als wenn wir den richtigen Glauben hätten. Sich hinzustellen, sich selbst als das wahre Christentum zu wägen, dabei andere hart zu verurteilen in ihrem Glaubensverständnis, bezweifel ich, ob dies im Sinne unseres Herrn ist.

Sorry, aber das ist religiöses Geschwafel ohne irgendeine biblische Wahrheit.

Und wenn du das „hart“ findest, dann beweist du damit nur, dass du auch deine Bibel nicht kennst.

Jesus sagt: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt, noch die Kraft Gottes.

Mt 22,29
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes;

Hat Jesus herzliches Verständnis, herzliche Gemeinschaft gesucht mit denen, die ihm am meisten zugesetzt haben und die seiner Verkündigung entgegen gestanden haben?

Er hat sie hart gegeisselt!

Mt 23 – lies einmal das Kapitel – was Jesus für Gedanken hat über die Pharisäer und Schriftgelehrten. In keinem Falle hat er gesagt: Die sind noch nicht so weit, aber die arbeiten für das selbe und die meinen es gut und was die tun, ist auch wertvoll und das hilft auch dem Reich Gottes.

Ist das die Sicht von Jesus? Die haben nur noch nicht mich erkannt, aber im Prinzip ist alles schon auf der richtigen Schiene und die müssen aber nur noch ein bisschen wachsen.

Ist das, was Jesus sagt?

Er verurteilt ihren Dienst aufs schärfste! Und er sagt: Was ihr macht, ihr geht hin und sucht die ganze Welt nach einem Menschen. Und wenn ihr den habt, macht ihr aus ihm ein Kind der Hölle.

Mt 23,15
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr durchzieht das Meer und das trockene Land, um einen Proselyten10 zu machen; und wenn er es geworden ist, so macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, doppelt so schlimm wie ihr.

So viel Wertschätzung hatte Jesus für den Dienst der Pharisäer und Schriftgelehrten!

So, Jesus hat sich klar abgegrenzt. Hat nicht gesagt: Die haben auch ihren Glauben, die meinen das auch gut, bei ihnen steht auch Gottes Wort im Mittelpunkt.

Das war nur Wort Gottes mit den Pharisäern und Schriftgelehrten, aber aus einer falschen Motivation heraus und alles, was dabei rausgekommen ist, war etwas, was Jesus total verurteilt hat.

Paulus redet von den falschen Aposteln. Und wie nennt er sie?

2 Kor 11
13 Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die die Gestalt von Aposteln Christi annehmen.
14 Und kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt die Gestalt eines Engels des Lichts an;
15 es ist daher nichts Großes, wenn auch seine Diener die Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit annehmen; und ihr Ende wird ihren Werken entsprechen.

#01:35:03-2#

War das „herzliches Einverständnis“ und Bemühen einander zu verstehen und Kommunikation und miteinander irgendwie zusammen wachsen? War das so eine Idee? Glaubst du, der hat sich Zeit genommen mit Leuten, die er „Diener Satans“ nennt, sich hinzusetzen beim Tee und auszutauschen über ihre theologischen Gesichtspunkte? Glaubst du, der hat das gemacht?

Wenn er so einen getroffen hat, hat er ihm ins Gewissen geredet und gesagt: Du musst umkehren, du bist total verkehrt, du bist von einem religiösen Geist aufgrund deines Stolzes völlig irre geleitet und du musst umkehren. Und dann noch „einen schönen Tag“.

Aber einen Dialog oder einen Austausch, kollegial auf Augenhöhe – undenkbar für Jesus, undenkbar für Paulus – und warum ist das heute für Pfingstpastoren denkbar? Warum?

Weil wir Gott nicht kennen und Sein Wort.

Weil wir sagen: Das steht hier, aber das darf man ja nicht so wörtlich nehmen. Und vorhin hab ich gefragt: „Glauben wir, dass die Bibel Gottes Wort ist?“ – „Ja, Bibel Gottes Wort!“

Aber wenn wir dann mal auf den Zahn fühlen – wie sieht’s dann aus? Hallo?

Paulus redet von der Gefahr, wenn man einem falschen Jesus nachfolgt, eine Verkündigung eines falsches Jesus annimmt und inhaliert – gibt es sowas? Gibt es falsche Jesusse? Gibt es Verkündigungen über falsche Jesusse? Oh, ja! Denkt nur an die Welle, die im pfingstlich-charismatischen Kreis vor einigen Jahren, das Buch, und jetzt nochmal der Film „Die Hütte“ gemacht hat. Ein falscher Jesus, nicht der Jesus der Bibel. Und die Gläubigen sind begeistert und Pastoren machen Seminare und empfehlen das.

Jesus sagt: Ihr irrt, weil ihr die Schrift nicht kennt, noch die Kraft Gottes.

Mt 22,29
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes;

Und jeder der wagt, etwas dagegen zu sagen, „du bist intolerant! Du bist eng, und du denkst, du hast nur die Wahrheit!“

Weil wir in einer Denke sind, Wahrheit gibt es nicht, die über allem steht. Du hast deine Wahrheit, ich hab meine Wahrheit – Frieden. Ich lass dich stehen, lass du mich auch stehen, und alles ist gut und wir haben Frieden und Einheit. Und sie denken, das ist christus-gemäß. Hör nochmal diesen Satz hier – also ich frage mich, welche Bibel der liest oder wo sein Bild von Jesus herkommt:

„Sich hinzustellen und sich selbst als das wahre Christentum zu wägen …“

Hat Paulus sich verstanden als Vertreter des wahren Christentums? Aber ja! Hat er die, die von seinen Lehren abgewichen sind, verurteilt und gesagt, das ist Irrlehre, hütet euch davor, habt nichts damit zu tun, nehmt diese Leute nicht auf, hört ihnen nicht zu. Hat er das getan? Ja! So – was schreibt dieser Mann?

„Sich hinzustellen und sich selbst als das wahre Christentum zu wägen, dabei andere hart zu verurteilen in ihrem Glaubensverständnis – bezweifel ich, ob dies im Sinne unseres Herrn ist“

Sorry, aber dieser Pastor kennt nicht Jesus. Sorry. Tut mir leid, das sagen zu müssen, aber das ist der Fakt. Und hunderte von Pastoren lesen das und kein einziger zieht die Fahne hoch und sagt: Lieber Bruder, pass mal auf, ich komme mal zum Tee und wir machen mal ein Bibelstudium über das Evangelium und über die heilige Einseitigkeit der Wahrheit, die in Christus ist, die mit nichts anderem verbunden und ergänzt werden kann.

Hunderte winken das durch!

Abgesehen davon, in meinem Text habe ich niemanden hart verurteilt. Und ich habe überhaupt nicht von einzelnen katholischen Gläubigen gesprochen, ich habe von der Lehre der katholischen Kirche gesprochen. Und jeder, der des Lesens kundig ist, kann den Katechismus lesen und wenn er seine Bibel kennt, dann sieht er auf Schritt und Tritt, dass diese beiden Dinge völlig inkompatibel sind. Entweder KKK (Katechismus der Katholischen Kirche) oder das Neue Testament, aber das miteinander zu verbinden, macht überhaupt keinen Sinn. Das ist ein Fakt, das ist keine Verurteilung von irgendwelchen wohlmeinenden Leuten – es ist religiöses System, das Gott verurteilt und das ich auch verurteile. Aber dann kommen gleich die Leute: Wir dürfen nicht richten.

Und dann sage ich: Und hast du schon mal gelesen, dass Jesus geboten hat, dass wir richten.

Wie? Die Bibel sagt doch:

Mt 7,1
Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!

Ich sage: Ja, das ist, was Jesus gesagt hat. Und in Johannes 7 gibt er uns ein Gebot zu richen.

Joh 7,24
Richtet nicht nach dem äußeren Anschein, sondern richtet das gerechte Gericht5.

#01:40:03-2#

Komischerweise dieser Vers, den kennen diese ganzen Humanismus-Apostel nicht, die ihre selbstgemachte Form von Liebe haben. Diesen Vers kennen die nicht. Jesus hat uns geboten zu richten, und da geht’s im Zusammenhang um seinen Dienst geistlich zu beurteilen.

So, Jesus hat Richten verboten – und Jesus hat Richten geboten. Ja, was machen wir denn jetzt? Ganz einfach – es gibt zwei Lösungen für dieses theologische Problem. Entweder Jesus ist verwirrt und er verbietet an einer Stelle, was er an einer anderen Stelle gebietet. Oder aber es gibt ein verbotenes Richten und es gibt ein gebotenes Richten. Das sind die einzigen Möglichkeiten, die mir einfallen, wie man mit diesem Text umgehen kann.

Und mein ganzer Lehrdienst, den ich seit Jahrzehnten durchführe, ruht auf einer einzigen Prämisse oder einem Grundsatz: Gott ist nicht verwirrt.

Gott hat nicht zu einem Thema zwei Meinungen. Er kommt nicht zu einem landeskirchlichen Pfarrer und sagt: Was du denkst über Babybesprenkelung ist in Ordnung, ich segne dich.

Und dann kommt er zum Baptisten und sagt: Und was du denkst über Taufe, ist richtig und ich segne dich.

Gott ist nicht verwirrt, Gott ist Gott und Gott hat eine Meinung. Nicht nur über Taufe, auch über den Heiligen Geist und auch über Gemeinde und über jedes andere Thema, was unser Leben betrifft. Gott ist Gott und wir sind nicht Gott. Wenn du nichts verstehst heute abend, dann verstehe diese eine Botschaft: Gott ist Gott, und wir sind nicht Gott. Und wir sind gut beraten zu sagen: Herr, hilf mir vom hohen Ross runterzukommen – wer gibt mir die Erlaubnis, dein Wort mit meiner Weisheit, mit meinem Humanismus, mit meiner Psychologie, mit meinen Marketing-Strategien, mit meinen Management-Ideen und mit all diesen Dingen irgendwie außer Kraft zu setzen? Wer gibt mir das Recht dazu?

Gott ist Gott.

Und noch einmal:

Mt 22,29
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes;

Und wenn ich dann sehe wie Pfingst-Pastoren ihre ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland) und ihre Gemeinschaft mit den katholischen Priestern als segensreich und als hilfreich und als schön feiern und empfinden – sage ich nur: Herr, erbarme dich über diese Blindheit, erbarme dich!

Und wenn Pfarrer und Pastoren in diese Richtung gehen – wo geht dann die Gemeinde hin? In dieselbe Richtung. Und es wird Zeit, dass wir unsere Verantwortung verstehen, jeder einzelne. Du kannst nicht eines Tages vor Jesus stehen und sagen: Mein Pfarrer war für die ACK, mein Pfingstpastor fand das auch wunderbar – wer war denn ich, dass ich etwas dagegen sagen könnte?!

Du bist Kind Gottes und du hast das Wort und du hast den Heiligen Geist und du hast Verantwortung für die Wahrheit! Und wenn du nicht für die Wahrheit stehst, dann machst du dich schuldig durch Mitwissertum und durch Mitläufertum. Du machst dich schuldig.

Und da wird nicht Jesus sagen: Ja, klar, dein Pastor, der war dafür – verstehe ich, da konntest du ja nicht anders. Da musstest du das auch gut finden. Da hättest du ja sonst als Außenseiter in der Gemeinde gestanden.

Lieber bist du Außenseiter in einer korrupten Gemeinde und stehst mit Jesus auf der richtigen Seite!

Viele vergessen die einfache Tatsache: Eines Tages ist Schluss mit lustig, eines Tages kannst du dich nicht mehr hinter anderen Leuten verstecken, hinter deiner Denomination. „Die hat das nun mal entschieden, was kann ich dagegen tun?“ Hinter deinen Pastor, hinter deinen Ehemann, hinter irgendwen. Eines Tages stehst du vor Jesus. Und dann musst du Rechenschaft geben für dein Leben. Und all die Entschuldigungen und Ausreden, die uns heute so leicht über die Lippen gehen, garantiere ich dir, nicht eine einzige davon wirst du wagen auch nur in den Mund zu nehmen. Du wirst sagen: „Herr, erbarme dich, vergib mir, dass ich dein Wort so mit Füßen getreten habe. Dass ich so ein unaufrichtiger Zeuge der Wahrheit war. Dass ich so menschenfürchtig war, und so versucht habe, immer mich durchs Leben zu schlängeln. Hilf du mir“.

Und wenn dieser Tag kommt, wenn du diese Verabredung hast, und Paulus nennt das den Richterstuhl Christi, wo wir Rechenschaft geben müssen für unser Leben, wenn dieser Tag kommt, und du da deinen Pastor nicht mitnehmen kannst und dich hinter dem verstecken kannst und alle Lügen und alle Täuschungen und alles, was du dir nett vorgemacht hast und der ganze Humanismus, alles zerbröselt und du stehst im Licht und du siehst nur noch: „Was habe ich getan mit dem heiligen, kostbaren Wort Gottes?!“

#01:45:05-4#

Wenn es diesen Tag wirklich gibt, wenn du daran glaubst, dann ist nur eine Konsequenz logisch und vernünftig: Ich höre jetzt auf mit meinen Kompromissen. Ich höre jetzt auf, mir etwas in die Tasche zu lügen. Ich höre jetzt auf zu versuchen Menschen zu beeindrucken und auf meine Seite zu ziehen. Ich will Gott auf meiner Seite haben. Und wenn alle gegen mich wären …

Wir haben Luther-Reformation gefeiert, 500 Jahre, wenn doch nur das hochgehoben würde, wo er gesagt: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“.

Wenn man nur das betont hätte! Aber da hat man dann alle möglichen Schmühs erzählt, aber das, was wirklich die Reformation …

Wie kann die evangelische Kirche zusammen mit der katholischen Kirche die Reformation, das Jubiläum feiern? Wie geht das? Das ist doch Irrsinn!

Das macht doch keinen Sinn?! Die glauben bis heute, dass das alles falsch war. Die glauben bis heute an ihre Flüche von Trient. Bis heute! Hast du die mal gelesen, die Flüche von Trient? Ne, die Pastoren lesen sowas nicht.

http://www.eaec-de.org/Konzil_von_Trient.html

Ja, hast du mal KKK gelesen?

http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_INDEX.HTM

Neee!

Aber du triffst dich mit dem katholischen Pastor und du weißt nicht mal, was der zu glauben verpflichtet ist?

Soviel ist dir wert an seiner Seele!

Die Flüche von Trient, die ausgesprochen worden sind als Antwort auf die Reformation – wurden im zweiten vatikanischen Konzil 1967 noch einmal neu bekräftigt und sind seitdem nie widerrufen worden, die sind bis zum heutigen Tage in Kraft.

Einer dieser Flüche ist: Verflucht ist, wer sich seines Heils gewiss ist.

Bist du dir deines Heils gewiss? Wunderbar! Dann bist du in den Augen der katholischen Kirche verflucht!

Das macht nichts wenn du in der Hingabe an Gott bist. Ein unverdienter Fluch trifft nicht ein.

Spr 26,1
Wie der Sperling hin und her flattert, wie die Schwalbe wegfliegt, so ein unverdienter Fluch: er trifft nicht ein.

Aber das zeigt einfach nur: Wie können dann diese Leute sagen: Komm, lass uns mal zusammen sitzen, lass uns mal zusammen Tee trinken. Lass uns gemeinsam das Reich Gottes bauen.

Was für ein Irrsinn.

Und all die Pastoren, die von diesen Dingen wissen, sprechen das nie an. Du sagst: Wie ist das mit den Flüchen – glaubst du an diese Flüche? Dann können wir keine Gemeinschaft haben!

Wie kann ich Gemeinschaft haben mit jemand, der glaubt, ich bin verflucht, weil ich an mein Heil glaube? Ich bin verflucht, weil ich sage: „Kleine Kinder soll man nicht taufen“.

Das ist ein Fluch von Trient. „Verflucht ist, wer sagt, die kleinen Kinder soll man nicht taufen“.

Wie kann da eine Gemeinschaft passieren? Wie soll das funktionieren?

Aber indem man alle Fakten ausblendet und religiöse Sprüche schwafelt von „Jetzt werden die Gräben zugeschüttet – 500 Jahre Trennung sind genug“.

Wenn man von Trennung redet, ob das jetzt zwischen Kirchen ist oder zwischen Menschen: Die erste Frage ist nicht, wieviel Zeit ist vergangen und ist jetzt gut? Die erste Frage ist: Was waren die Gründe für die Trennung? Zweite Frage: Bestehen diese Gründe heute noch?

Und daraus kommt die Schlussfolgerung, wenn diese Gründe heute noch bestehen, dann wird es wohl die nächsten 500 Jahre so weitergehen. Weil es gibt keinen Anlass, zu tun als seien die Verhältnisse jetzt anders. Aber Leute wollen nicht klar denken, wollen nicht konsequent sein, sie wollen lieber unlogisches, seelisches, gefühlsmäßiges Zeug schwafeln, um ja nicht sich zu profilieren, um ja nicht eins auf die Jacke zu kriegen. Das sind die wirklichen Gründe. Es sind keine theologischen Gründe. Es ist einfach nur erbärmliche Menschenfurcht und Menschengefälligkeit.

Und durch Menschenfurcht und Menschengefälligkeit kommt der religiöse Geist in eine Gemeinde.

Das ist die Tür. Nicht die schlimme Sünde, dass da jemand nachts heimlich zu den Prostituierten schleicht. Was nicht in Ordnung wäre.

Menschenfurcht und Menschengefälligkeit öffnen die Tür für den religiösen Geist. Und dieser religiöse Geist ist nie zufrieden und er wird wie ein Sauerteig immer weiter arbeiten und immer weiter arbeiten und immer mehr die Kontrolle übernehmen. Zu allererst über deinen Verstand, über deine Werte, über was ist richtig, was ist gesund, was ist normal. Und dann über dein Verhalten. Und er wird Schritt für Schritt das Werk des Heiligen Geistes in deinem Leben zurückdrängen.

#01:49:58-6#

Und zum Schluss bist du so verwirrt, dass du das alles glaubst. Dass du überzeugt bist, mit dem ganzen Zeugs, dienst du Gott. Möge das nicht passieren! Für mich eine der erschreckendsten Wahrheiten. Das ist jetzt wirklich meine letzte Aussage für heute. Eine der erschreckendsten Wahrheiten in der Bibel: Dass es möglich ist von neuem geboren zu sein, erfüllt zu sein vom Heiligen Geist und dann einem religiösen Geist anheim zu fallen. 2 Kor 11,2-4 – schau dir das an, und da siehst du, was muss man tun, um sich einem religiösen Geist zu öffnen.

2 Kor 11
2 Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau vor den Christus hinzustellen.
3 Ich fürchte aber, dass, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, so vielleicht euer Sinn1 von der Einfalt und Lauterkeit2 Christus gegenüber abgewandt und verdorben wird.
4 Denn wenn der, welcher kommt, einen anderen Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen anderen3 Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertragt ihr das recht gut.

Und wenn wir das wirklich glauben, dann werden wir sagen: Das Wort und nur das Wort! Und der Jesus der Bibel und nicht der Jesus der Katholiken und nicht der Jesus der evangelischen Kirche, nicht der Jesus von Herrn William Young aus seinem Roman „Die Hütte“ – Jesus der Bibel und sonst gar nichts.

Und damit werden wir viel Freude auslösen beim Vater im Himmel. Weil er sieht, dass wir seinen Sohn ehren. Und wir werden viel, viel Ärgernis bei den humanistisch-verseuchten Frommen auslösen.

Ich weiß nicht, wofür du lebst, ich lebe für einen Satz, den ich hören möchte – dafür lebe ich. Ein Satz aus dem Mund von Jesus. Und dieser Satz ist: „Gut gemacht, du frommer, treuer Knecht. Komm in die Freude deines Herrn“.

Mt 25,21
Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; geh hinein in die Freude deines Herrn.

Für diesen Satz lebe ich. Und ich habe vor langer Zeit verstanden und akzeptiert, um diesen Satz einmal aus dem Mund von Jesus zu hören, muss ich mir viele, schreckliche Sätze von religiösen, irre geleiteten Menschen, die das Wort nicht kennen, die den Herrn nicht kennen, anhören. Verleumdungen, Verfluchungen, Verwünschungen, hässliche, unter der Gürtellinie Kritik, die nichts mit Kritik zu tun hat, sondern einfach zum abschießen der Person irgendwie geeignet ist. Diese Dinge muss man hören von Menschen, und das aushalten, und darauf mit Vergebung und mit Segnen reagieren und aufpassen, dass man nicht bitter wird.

Um diesen einen Satz zu hören. Und ich glaube, das gilt nicht nur für mich, ich glaube, das gilt für jeden einzelnen Gläubigen.

So, der Fokus, der Schluss ist: Wenn wir Gemeinde nach dem Bild Gottes haben wollen, dann muss ich ein Herz für Gott haben. Und Er und Sein Wort muss über allem stehen, was hier geglaubt und gedacht und gemacht wird und was pfingstlich ist und was BfP ist und was der und was der – das Wort steht dadrüber! Und das Wort im Zweifelsfalle wenn etwas von diesen Ideen von Menschen dagegen spricht, das Wort ist die Wahrheit und dazu stehe ich.

Das ist der Anfang wie wir in neue Dimensionen der neutestamentlichen Gemeinde hineinkommen. Wir haben da noch viel, viel, viel zu lernen, aber das ist der Anfang. Dass wir uns entschieden haben, das Wort. Die Reformatoren nannten das „Sola Scriptura“. Das heißt, „nur die Schrift ist maßgeblich“. Keine Konzile, keine Beschlüsse. Weder von Rom noch von Beröa. Sondern nur das Wort Gottes ist maßgeblich.

Gott segne euch.

Vater, ich bete, dass Du uns in vermehrter Weise den Geist der Furcht des Herrn gibst, dass wir verstehen, dass wir verantwortlich sind vor dir, dass unsere Treue zu deinem Sohn Jesus nur ausgelebt werden kann durch unbedingten Festhalten an deinem Wort. Gib uns ein solches Herz. Gib uns Glauben, dass die Belohnung, die uns erwartet, so viel größer ist und so viel mehr zählt als alle Schmähungen und Ausgrenzungen und mitleidigen Blicke oder zornige Blicke von Menschen. Hilf uns, dass es um Deine Ehre geht, um Deinen Namen, um Dein Herz, um die Wahrheit. Gib uns ein solches Herz. Und danke, dass du das – wenn wir da dranbleiben, dass nicht nur so beten, sondern das zu unserem Programm machen – Du wirst es uns schenken und wir vertrauen dir und deiner Güte und Deiner Gnade, die noch keine Ende hat in unserem Leben. Amen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (60:00 bis 65:00)

 

Wir bekennen! Der Hebräerbrief redet davon an drei Stellen, die sozusagen eine gewisse Steigerung haben, dass unser Leben und hier und das, was wir erleben mit Gott, etwas zu tun hat mit Bekennen.

Heb 3,1 – Jesus wird genannt der Hoheprieser unseres Bekenntnisses.

Heb 3,1
Daher, heilige Brüder, Teilhaber der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Jesus,

Der Hohepriester unseres Bekenntnisses! Dann in Heb 4 wird gesagt, wir sollen das Bekenntnis festhalten, weil er der Hohepriester ist.

Heb 4,14
Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten!

Wir sollen das Bekenntnis festhalten. Was heisst das? Da ist nicht die Rede vom „Sünden bekennen“. Natürlich – wenn wir gesündigt haben, sollen wir Sünde bekennen. Aber dann sollen wir nicht immer wieder die alte Sünde bekennen, sondern weil ja uns Gott gereinigt hat, macht das wiederholte, mehrfache Bekennen von einer bestimmten Sünde, die einmal gewesen ist, macht überhaupt keinen Sinn. Das macht überhaupt keinen Sinn. Wenn Gott uns wirklich vergeben hat, uns gereinigt hat, und wir fühlen uns noch schuldig und wir kommen mit derselben Sünde wieder, weil wir denken, ah, Gott hat mir nicht vergeben, weil ich nicht ernsthaft genug Buße getan habe. Schon mal so gefühlt, ja?

Ja, das war zu leichtfertig! Einfach nur gesagt: Gott, es tut mir leid, es war echt daneben, wissen wir beide – vergessen wir es. Herr, gehen wir weiter – und du fühlst dich schuldig: Ja, ist ja klar, wenn man das so locker nur so aus der Hüfte nebenbei macht. Da muss schon mal richtig ein Tränchen vergossen werden. Und dann kneift man sich da eins raus und dann kommt keins. Und dann tut man Buße, dass man nicht so richtig Buße tun kann.

Man kann sich einen totalen Stress machen! „Bekennen“ hat überhaupt nichts mit Gefühlen zu tun. Das Wort „Bekennen“ heißt einfach nur „übereinstimmen“.

„Homo-logeo“ – „das selbe sagen wie …“

Gott sagt: Das war Zorn. Und ich sage: Ja, Herr, du hast Recht, es war Zorn. Punkt. Aus.

Und nicht: Äh, entschuldigung, ich bin ein bisschen aus der Haut gefahren. Oder irgendwas anderes, was wir so halb entschuldigend dann irgendwie sagen.

Sondern „Sünde bekennen“ heisst einfach, sie so zu nennen wie Gott sie nennt. Das hat überhaupt keine gefühlsmäßige Dimension. Wobei ich schon glaube, je mehr wir dem Herrn nahe kommen und ihn lieben, dass wir uns wirklich das leid tut und dass wir beschämt sind über das, was wir Ihm angetan haben. Das glaube ich schon. Aber das ist nicht primär der Inhalt von „Sünden bekennen“. Wir nennen die Sünde und wir verurteilen sie damit so wie Gott sie nennt.

Jemand hat mal gesagt, damit du dir keine Selbstrechtfertigungen erlaubst: „Nenn die Sünde bei dir so wie du sie bei deinem Bruder nennen würdest“. Ein sehr weiser Satz. „Nenn deine Sünde so, wie du sie bei deinem Bruder oder deiner Schwester nennen würdest“.

Da haben wir ein messerscharfes Auge, nur bei uns irgendwie ist die Optik ein bisschen getrübt. Und wir möchten dann lieber sagen: Nein, das war jetzt irgendwie ein „heiliger Zorn“ oder irgendwie sagen wir, dass ist „Sparsamkeit“. Gott sagt: Nein, das ist Geiz.

Und wir haben immer geschickte Dinge irgendwie das abzumildern und ein bisschen anders zu machen.

Also bei diesem Bekennen im Hebräerbrief ist nicht die Rede vom Bekennen unserer Sünde, sondern Bekennen dessen, wer der Herr ist, was er getan hat, was die Grundlage meiner Beziehung zu Gott ist: Ich komme zu Gott auf der Grundlage von Golgatha, ich komme, weil das Blut mich gereinigt hat, mein Vertrauen ist an das Blut gerichtet und nicht an meine Werke.

So komme ich zu Gott. Und oftmals unsere Gebete haben so wenig Power, so wenig Durchschlagskraft, weil wir viel zu sehr auf einer subjektiven Gefühlsebene rumrühren, anstatt auf biblischen Tatsachen uns zu stellen und zu sagen: Von da aus gehe ich aus. Und dann werden wir erleben wie der Geist des Gebetes kommt und wie da eine Power ist und wie da etwas ist, was wir merken, das uns wirklich durchträgt und dass wir wirklich ankommen beim Thron der Gnade. Oftmals wir beten – aber irgendwie weit weg vom Thron. Bevor wir mit konkreten Bitten kommen, lasst uns erstmal Zugang suchen und finden zum Thron.

Okay, also da haben wir den Hohenpriester unseres Bekenntnisses. Dann in Hebräer 4 – wir sollen festhalten das Bekenntnis.

Hebräer 10 wiederum hier gleich bei dieser Stelle, die ich auch schon zitiert habe:

Heb 10,23
Lasst uns das Bekenntnis der Hoffnung unwandelbar festhalten – denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat

Lasst uns das Bekenntnis unwandelbar festhalten. Das ist ein sehr, sehr starkes Wort. Warum sollen wir ermutigt sein, das Bekenntnis unwandelbar festzuhalten? Weil wir offensichtlich so in Versuchung sind, unser Bekenntnis nach den Umständen und vorallendingen unseren Gefühlen immer wieder zu ändern.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (55:00 bis 60:00)

 

Und es ist nicht so wie manche sich das vorstellen, dass Gott zwischen Maleachi und Matthäus irgendwie eine wundersame Wandlung vollzogen hätte. Und auf einmal ist aus dem zornigen Gott des Alten Testamentes ein gnädiger Gott des Neuen Testamentes geworden. Viele Gläubige haben so einen Sprung in der Schüssel und sie denken sich so etwas. Aber Gott hat sich nicht geändert. Auch Gottes Gedanken und Gottes Haltung, Gottes Empfinden über Sünde hat sich nicht geändert. Und der Zorn Gottes ist immer noch eine Realität und der Teufel wird ihn eines Tages sehr empfindlich zu spüren bekommen.

Was sich geändert hat, ist unser Zugang zu Gott. Unsere Möglichkeit eben Gnade zu empfangen und bewahrt zu werden vor dem Zorn, der immer noch da ist. Der Zorn Gottes ist immer noch da und wir werden durch das Blut Jesu bewahrt.

Also bei diesem Ausdruck „bewahrt durch sein Blut“ – ich denke immer sofort an Exodus als Israel sich fertigmachte in der letzten Nacht und rauskam aus Ägypten. Jede Familie musste ein Lamm schlachten, ein fehlerloses Lamm und sie mussten das Blut des Lammes nehmen und mussten das an die Türpfosten streichen. Und dann ging dieser Würgeengel, dieser Todesengel durch das Land und es heisst dann: „wo er das Blut sah, ging er vorüber“.

2 Mose 12,13b
Und wenn ich das Blut sehe, dann werde ich an euch vorübergehen: So wird keine Plage, die Verderben bringt7, unter euch sein, wenn ich das Land Ägypten schlage.

Also wo das Blut an den Häusern war, konnte der Tod nicht zuschlagen, das Gericht konnte nicht zuschlagen, dort, wo das Blut war.

Und ich glaube, dass Juden, die in dieser Tradition aufgewachsen sind, das viel besser wertschätzen können als wir heute. Wenn wir lesen „wir werden bewahrt durch sein Blut“.

Röm 5,9
Um wie viel mehr werden wir nun durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind!

Jesus hat das Blut gegeben, er ist das wahre Opferlamm. Und so wie damals das Blut angewandt werden musste, genauso müssen auch wir das Blut anwenden. Es muss angewandt werden. Es wirkt im Himmel dadurch, dass Jesus es als unser Hohepriester im Himmel anwendet. Aber die Probleme sind nicht nur im Himmel, die Probleme sind auch auf der Erde.

In Off 12,10 wird von dem Verkläger der Brüder gesprochen, der die Brüder Tag und Nacht verklagt.

Off 12,10b
denn hinabgeworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte.

Als ganz junger Gläubiger habe ich gedacht, naja, das ist was, was nur den Himmel betrifft. Aber nach kurzer Zeit habe ich festgestellt, wenn er da oben mich verklagt, kommt auch davon was auf mich, und ich fühle mich verklagt und angeklagt und dann ist eben die dicke Wolke der Verdammnis über mir.

Jesus sorgt für die Anwendung des Blutes im Himmel. Und du sorgst für die Anwendung des Blutes hier auf der Erde!

Du nimmst das Blut und wendest es an. Und so kannst du durch das Blut rein sein in deinem Gewissen. Besprenkt. Gereinigt von all dem Negativen wie wir das eben gelesen haben.

Ich glaube wenn in dieser Nacht des Auszuges, wenn Gott da durch Mose diese Anweisung gegeben hat: Das Blut soll überall an die Türpfosten gestrichen werden – jeder hat das getan. Da war nicht einer da, der gesagt hat: Also, ihhh, mit dem Blut, das finde ich nicht so appetitlich und überhaupt, unsere schöne Tür. Wer wird das nachher wieder sauber machen? Und das finden wir irgendwie nicht so gut. Das reicht doch auch wenn wir die Schüssel hier in die Nähe der Tür stellen oder so.

Sie haben es genauso gemacht wie die Anweisung war! Ein Büschel von diesem Ysop oder was das da war und dann da reingetaucht und dann hier haben sie die Türpfosten richtig schön eingestrichen, weil sie wollten, dass der Würgeengel richtig schön vorüberzieht.

Deswegen haben sie genau die Anweisung befolgt. Und die Bibel redet davon, dass wir auch das Blut Jesu heute anwenden müssen. Das ist nicht eine Sache, die mit deiner Bekehrung alleine zu tun hat. Es hat etwas zu tun mit deiner Gewissensfreiheit. Es hat etwas zu tun mit der Reinheit, die du erleben kannst in dir. Dieser Bibelvers in der Offenbarung geht weiter …

Off 12,11
Und sie haben ihn überwunden wegen des Blutes des Lammes und wegen des Wortes ihres Zeugnisses, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tod!

Drei Dinge, die sie als Waffen sozusagen benutzt haben gegen den Dienst des Teufels zu verklagen.

Das Wort ihres Zeugnisses, das Blut des Lammes und ihr Leben nicht geliebt bis an den Tod. Drei Dinge.

Und eines davon ist das Blut, das wir anzuwenden haben. Und ich glaube, dass das kombiniert ist mit dem Wort unseres Zeugnisses. Und dass das so zu verstehen ist, dass wir bezeugen vor Gott, vor uns selbst und vor der Finsternis, was das Blut für uns getan hat und heute tut.

Wir bekennen. Wir setzen die rettende, bewahrende, heilende Kraft des Blutes frei durch unser Bekenntnis.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (50:00 bis 55:00)

 

Und deswegen redet die Bibel davon, dass unser Gewissen gereinigt wird.

Heb 9,14
wie viel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als Opfer ohne Fehler Gott dargebracht hat, euer11 Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott dient12!

Unser Gewissen soll von den toten Werken gereinigt werden. Und Hebräer 10 redet ebenfalls davon.

Heb 10
19 Da wir nun, Brüder, durch das Blut Jesu Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum,
20 den er uns eröffnet6 hat als einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang – das ist durch sein Fleisch -,
21 und einen großen Priester über das Haus Gottes,
22 so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewissheit …

… das ist das genaue Gegenteil von Angst vor Strafe, Angst vor Gericht, Angst, dass Gott mit mir nicht zufrieden ist und nicht einverstanden ist und mich verwirft und sagt: „Okay, gut, jetzt bist du reingekommen, aber denk ja nicht, dass du heute meine Liebe kriegst – bei dem, was vorgefallen ist, das kannst du vergessen! Nächste Woche können wir nochmal drüber reden.“

Das Gegenteil davon wird hier beschrieben!

Heb 10,22b
in voller Gewissheit des Glaubens, die Herzen besprengt und damit gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.

Womit werden die Herzen besprengt? Mit dem Blut! Das Blut reinigt uns. Das Blut Jesu hat Kraft zu reinigen. Das ist eine starke Betonung im Neuen Testament: Entweder drückt Paulus aus: Wir sind gerecht durch Glauben – oder an anderen Stellen sagt er: Wir sind gerecht durch sein Blut. Und dann lasst uns nicht verwirrt werden und sagen: Ja, was meint er nun? Gerecht durch Glauben oder gerecht durch das Blut?! Nein, kombiniere beides! Wir sind gerecht durch Glauben an sein Blut.

Das Blut Jesu ist eine lebendige Realität heute. Der Hebräerbrief hat sehr viel darüber zu sagen, und er redet davon, dass das Blut Jesu redet. Es redet lauter als das Blut von Abel. Das Blut von Abel redet also auch!

Heb 12,24
und zu Jesus, dem Mittler eines neuen Bundes; und zum Blut der Besprengung, das besser redet als das Blut Abels.

Was redet das Blut von Abel? Nun, das war ein Mordfall! „Schuldig, schuldig, schuldig!“ Das ist, was das Blut von Abel redet in Bezug auf den Kain. Und das Blut Jesu redet auch. Und es redet besser. Was redet das Blut Jesu? „Gerecht, gerecht, gerecht!“

Das Blut ist eine Realität. Die Bibel sagt, dass Jesus nach der Himmelfahrt sein Blut mitgenommen hat. Frag mich nicht wie er das gemacht hat und wie man sich das vorstellen soll. Aber die Bibel sagt: Er hat die himmlischen Heiligtümer gereinigt durch sein Blut.

Das sagt übrigens, dass die Sünde solche katastrophalen Auswirkungen hat, dass sogar der Himmel davon was abgekriegt hat. Der Himmel ist durch die Sünde beschmutzt worden. Und Jesus musste da oben für uns sauber machen. Durch sein Blut. Und dieses Blut ist im Himmel, dieses Blut ist vor dem Thron und dieses Blut ist real und es wirkt und es soll auch auf der Erde wirken. Und dazu ist notwendig, dass wir etwas hören über das Blut.

Und gemessen daran wieviel – gerade im Hebräerbrief, diesem Brief über die Gnade, diesem Brief über den neuen Weg zu Gott und Befreiung vom Gesetz – in diesem wunderbaren Brief ist sehr, sehr viel die Rede von dem Blut. Von dem Blut der Tiere im Opfersystem des Alten Bundes und dann eben dem Blut des Lammes, das so viel besser ist. Das eben unser eigentliches Opfer ist. Es ist sehr, sehr viel davon zu reden.

Und manchmal hat man den Eindruck, dass wir Christen irgendwie gar nicht so gerne von dem Blut reden. Dass wir vielleicht sogar irgendwie denken, was sollen die Fremden denken, wenn wir hier von dem Blut reden? Und wir glauben an das Blut Jesu und so etwas?! Ist das jetzt irgendwie so ein Blut-Kult oder was ist das hier überhaupt oder ist es irgendwie so eine Schlächter-Mentalität oder warum wird da andauernd von dem Blut geredet?

Aber in der Bibel, bei Paulus im Hebräerbrief, ich sehe diese Probleme nicht. Da wird von dem Blut geredet als eine ganz powervolle Angelegenheit. Das Blut ist im Himmel eine Realität und wenn dort die schlechten Nachrichten über uns ankommen, dann weist Jesus einfach nur auf das Blut hin, was ebenfalls da ist. Und so werden wir durch sein Blut – Röm 5,9 – wir werden durch sein Blut bewahrt vor dem Zorn.

Röm 5,9
Vielmehr nun, da wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt sind, werden wir durch ihn vom Zorn gerettet werden.

Bitte, es ist wichtig, dass wir hier klar sind: Der Zorn Gottes ist eine Realität!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (45:00 bis 50:00)

 

Verstehst Du? Wenn wir da angeklopft hätten: „Darf ich auch mal rein?“ – Die Engel hätten dir eins gehustet. Du wärst da nie reingekommen, du kommst in Christus rein! Wer wird begrüßt an der Tür? Christus! Nicht du.

Viele stellen sich den Himmel vor wie beim Karneval. Da stehen die dann an der Tür und dann klopft der arme Sünder an. Und dann wie beim Karneval: „Sollen wir ihn reinlassen?“

Aber das ist nicht der Fall. Wir kommen nicht rein aufgrund unserer Werke, wir würden nie hineinkommen. Wir kommen hinein aufgrund der Werke, die Christus getan hat. Und unser Vertrauen ruht auf seiner Tat und fertig, aus. Und so kommen wir hinein. In ihm haben wir die Erlösung.

Eph 1,7
In ihm haben wir die Erlösung1 durch sein Blut, die Vergebung der Übertretungen nach dem Reichtum seiner Gnade,

In Christus(!) sind wir zur Errettung gekommen, zum Erbteil gekommen, in ihm – nicht in uns. Es hat überhaupt nichts mit dir zu tun.

Jemand könnte ein Unmensch sein wie Adolf Hitler oder Stalin oder irgendwer, wenn er in den letzten Sekunden seines Lebens sagt: Jesus, es war alles Mist, bitte vergib mir, nimm mich an – wir würden ihn heute dann finden im Himmel wenn wir kommen.

Es ist nicht das Leben, es sind nicht die Werke, sondern es ist das, was Jesus für uns getan hat. Stellvertretend. Okay.

Röm 5,17 sagt dasselbe, es spricht von dem Geschenk, von der Gabe der Gerechtigkeit.

Röm 5,17
Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod durch den einen geherrscht hat, so werden viel mehr die, welche den Überfluss der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.

Das ist die Gabe der Gerechtigkeit, die wir empfangen. Seine Gerechtigkeit. Und wenn wir davon hören, dass es die gibt – vielleicht hörst du, lieber Hörer hier auf Kassette zum ersten Mal, dass es ein Geschenk der Gerechtigkeit gibt – dann nimmst du das an. „Herr, ich danke dir für die Gerechtigkeit, ich nehme sie jetzt“. Nicht: Bitte, bitte, ach, es wär so schön wenn ich sie auch hätte. Ich nehme sie jetzt.

Und danach – im Glauben – haben wir sie empfangen und wir sind rein vor Gott. Wir sind rein, so rein als hätten wir nicht gesündigt.

Und dann geht Gott mit uns, und dann trainiert Er uns, und dann lehrt er uns, und wir werden viele, viele Male fallen. Und da, wo Gott uns überführt, sollen wir einfach nur ehrlich sein und sagen: „Du hast Recht, das war nicht der neue Mensch, das war der alte.“

Und es gibt dutzende und dutzende von anderen Dingen, bei denen Gott uns nicht überführt, weil Er sagt: Ich will ihn nicht überfordern, nicht zu viel auf einmal. Jetzt trainieren wir erstmal diese Geschichte, und wenn wir damit fertig sind, schlagen wir ein neues Kapitel auf. Wenn Gott uns über alles überführen würde, was nicht in Ordnung ist, wir würden das gar nicht aushalten. Aber Gott in seiner Gnade deckt erstmal eine Menge Dinge zu. Und du hast vielleicht schon gemerkt, wenn du ein paar Jahre mit dem Herrn gehst, heute kommst du mit Sachen nicht mehr durch, wo du als Neubekehrter mit Leichtigkeit beim Herrn durchgekommen wärst. Weil im Laufe der Zeit Gott dich gelehrt hat und weil Er erwartet, dass du jetzt in Bereichen aufpasst, die du früher noch relativ unbeachtet irgendwie einfach hast links liegen lassen und wo allerhand Fehltritte du dir erlaubt hast, weil du noch gar nicht geschärft warst in deinem Gewissen, in deinem Bewusstsein für diese Dinge.

Und wir brauchen nichts anderes zu tun als eben heute mit Gott zu gehen und ehrlich zu sein und mit dem uns zu beschäftigen – auch nicht zu viel uns zu beschäftigen – sondern einfach nur zu bekennen.

1 Joh 1,9
Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.

Wir nehmen oftmals nur den ersten Teil – Gott vergibt. Aber Gott reinigt auch. Und nachdem Gott uns gereinigt hat von irgendeiner konkreten Sünde, die wir ihm gebracht haben. Was ist danach? Wir sind rein? Und zwar richtig rein. Keiner wäscht reiner. Aprilfrisch. Lenor. Duftend mit himmlischem Parfüm behandelt. Wir sind richtig rein.

Wenn die Unreinheit weg ist, bleibt nur noch die Reinheit übrig, ist doch logisch.

Und das soll eine Reinheit sein, die wir auch in unserem Gewissen erleben können. Nicht nur die wir theoretisch haben, „ja, irgendwie muss ich jetzt annehmen aufgrund des Sachverhaltes des Wortes, dass Gott mich jetzt wohl irgendwie angenommen hat und gereinigt hat. Ich fühle mich zwar noch total unrein und mein Gewissen klagt mich an, noch und nöcher, aber irgendwie muss ich es jetzt so irgendwie annehmen“.

Das reicht nicht aus!

Sondern diese geistliche Ebene, unser Status vor Gott: „Ich bin rein, weil Er meine Sünde vergeben hat und weil Jesus für alle meine Schuld schon bezahlt hat“ – diese Reinheit soll auch gefühlt werden von mir in meinem Gewissen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (40:00 bis 45:00)

 

Also viele Gläubige auf der einen Seite haben Mühe, das wirklich zu glauben, dass Gott über sie begeistert ist und dass Gott sie gerne empfängt – in Klammern: und es wird kein gesundes geistliches Wachstum geben, wenn wir diesen Punkt irgendwie versuchen zu umschiffen und sagen: Naja, ist nicht so wichtig. Wir brauchen wie ein Baby, dass das Gefühl hat, dass es da zur Familie gehört und dass es versorgt wird und dass es bejaht wird, brauchen wir für gesundes Wachstum diese Erfahrung, Gott ist für mich trotz meiner Schwäche. Klammer zu. Das brauchen wir! Unbedingt.

Und auf der anderen Seite habe ich noch nie einen Gläubigen gesehen, der zu mir in die Seelsorge kam oder irgendwo anders hin und sagt: „Pastor, ich hab ein totales Problem: Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass Jesus, als er von der Erde kam und hier eben das Werk des stellvertretenden Leidens und Sterbens für die Menschheit vollzogen hat und hier auf dieser sündigen Erde gewandelt ist – als er zurückkam zum Vater, dass er einfach so bedingungslos und vorbehaltlos von Gott angenommen wurde. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass Gott, der Vater, Jesus wirklich so total liebt“.

Ich habe noch nie jemanden gehabt, der mit solchen Problemen in die Seelsorge kommt. Alle glauben spontan, dass Gott, der Vater, Jesus total vorbehaltlos, bedingungslos liebt. Da gibt es keine Probleme. Die Probleme liegen eben auf der Seite: „Ja, wie steht Er zu mir?“ Da sind die Probleme.

Und da ist eben die Lösung: Wir, wie ich das schon gelehrt habe, wir sind verborgen in Christus. Wir sind in Christus.

Kol 3,3
Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott.

Und unsere Erlösung kann man sich in einer Weise etwas kindlich vielleicht, aber irgendwie auch so vorstellen: Wir wissen, der Himmel ist ein heiliger Ort. Und dann lesen wir manchmal so Schriftstellen, die bringen uns dann echt irgendwie leicht unter Druck, ja? Da wird dann gesagt: Kein Unreiner, kein Lüstling, kein Trunkenbold usw. werden das Himmelreich ererben.

1 Kor 6
9 Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Lustknaben noch Knabenschänder
10 noch Diebe noch Habgierige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes ererben.

Gal 5
19 Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung,
20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen,
21 Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen. Von diesen sage ich euch im Voraus, so wie ich vorher sagte, dass die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden.

Und dann denken wir, naja, gut, also mit Trinken haben wir keine Probleme, aber dann lesen wir weiter und dann kommen sogar noch die Feiglinge.

Offb 21,8
Die Feiglinge aber und die Ungläubigen und mit Gräueln Befleckten und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner — ihr Teil wird in dem See sein, der von Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.

Dann werden sogar noch die Feiglinge aufgezählt – auch die werden nicht das Himmelreich ererben. Und dann denken wir, au weiha. Also wenn ich daran denke, wo ich neulich da mal jemanden was vom Herrn erzählen sollte und wo ich dann elegant gekniffen habe und mich aus der Affäre geschlichen habe – also da bin ich mir jetzt doch nicht mehr so sicher, ob nicht möglicherweise ich doch unter die Feiglinge noch einzuordnen bin.

Und dann kriegen wir echte Probleme mit solchen Schriftstellen. In Klammern: Diese Schriftstelle redet nicht von „Errettung“, sondern redet von dem Empfangen der Erbschaft hier jetzt. Aber es gibt z.B. Gemeinden, die glauben, dass wenn ein Trinker sich bekehrt und er ist noch nicht am ersten Tag seines Bekehrtseins frei von Trinken – und dann auf einmal stirbt er – dass er dann verloren geht. Das gibt es tatsächlich! Kannst dir vorstellen, dass wenig Freude in einer solchen Gemeinde ist, wo so etwas verkündigt wird. Da ist enormer Druck da. Weil es bleibt ja dann nicht beim Trinken, sondern dann kommen noch alle möglichen anderen Dinge auch hinzu und die Leute unbewusst leben unter diesem Druck, vollkommen sein zu müssen.

Okay, ich glaube, um errettet zu sein, um in den Himmel zu kommen, ist nichts anderes nötig als zu akzeptieren und das für sich in Anspruch zu nehmen: Jesus ist für meine Sünden gestorben. Punkt. Fertig. Aus.

Und Errettung hat nichts damit zu tun, wieviel diese Errettung schon sichtbar geworden ist. Natürlich kann bei einem Trinker, der einen Tag nach seiner Bekehrung verstorben ist, noch nicht viel an Frucht des Geistes gewachsen sein. Das ist ja ganz logisch. Wie will man das bemessen dann, ob der dann noch in den Himmel kommt oder nicht? Da hätte man ja sogar als Gott noch Probleme.

Also die Grundlage ist, hat er Jesus angenommen oder nicht? Punkt. Fertig. Aus. Alle, die den Namen des Herrn anrufen, werden errettet werden.

Apg 2,21
Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird gerettet werden.“ (Joel 3,5)

Das ist die Grundlage für Errettung wie ich sie verstehe.

Also jetzt nochmal zum Himmel: Offensichtlich, wahrscheinlich von Engeln, scharf bewacht, die Eingänge. Dass also die Unreinen da nicht hineinkommen, ja? Nun stell dir vor, Jesus hat seine irdische Mission beendet, Golgatha liegt hinter ihm, strahlender Ostermorgen war das große Freudenfest. Jesus kommt zurück dann zu Himmelfahrt, kommt zurück wieder zum Vater. Da stehen die Engel am Tor, die Wache halten.

Das sind seine Angestellten! Er ist der Chef, er kommt nach Hause. Die stehen da nicht und sagen: Moment mal, Chef, wir haben hier strenge Order, wir dürfen niemanden Unreinen einlassen, wir müssen jetzt erstmal eine strikte Untersuchung hier vornehmen. Er ist ihr Chef, er kennt sie mit Vornamen, er grüßt sie und sie sagen: Schön, dass du wieder da bist – und er geht durch.

Und egal wie viele Wachen da sind vor dem Thronsaal Gottes, Jesus hat freien Zugang.

Und dann, wenn er beim Vater ist, der Vater hat totales Vertrauen in ihn und er nimmt ihn an und er liebt ihn, und sie freuen sich, dass sie wieder zusammen sind.

Und dann sagt Jesus: „Ich habe dir was mitgebracht“. Und aus seinem weiten Mantel dann holt er dann dich heraus. Und stellt dich vor den Vater. Und dann mich. Und dann noch einen, und dann noch ein paar Millionen. So sind wir in den Himmel gekommen – reingeschmuggelt. „In Christus“ ist unsere Errettung.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (35:00 bis 40:00)

 

Da wird ein hoher Standard vorgelegt, dann wird uns gesagt, dass wir den Standard nicht erreicht haben, uns wird kein Wort gesagt, wie wir diesen Standard erreichen sollen und wir gehen mit dem Gefühl nach Hause, irgendwie sind wir keine richtigen Christen.

Viele, viele Gemeinden habe ich besucht, wo so etwas stattfindet, wo die Leute nicht aufgebaut werden, wo sie nichts von heilsamer Gnade schmecken, wo sie nichts davon wissen, dass Gott, der Vater uns mit ganz anderen Augen ansieht, sondern wo die Gläubigen bedrückt sind und geknechtet sind.

Und wenn wir nicht als Kinder Gottes aufwachsen mit dem richtigen Bild von Gott, dem Vater, wie Er uns sieht, dann werden wir uns schief entwickeln, wir werden Wachstumsstörungen haben oder irgendwie werden wir seelisch/geistlich verkrüppelt werden und wir werden eine Menge von Problemen haben, die wir dann auch an andere weitergeben – eine Menge von Problemen.

Und die allererste Botschaft, die auch damals ja so bei den Juden schockierend war, die Jesus gebracht hat: Gott will euer Vater sein. Gott will euer Vater sein!

Einen Gott mit lauter Regeln und Gesetzen und Verordnungen, den hatten sie schon. Einen heiligen Gott. Aber das war ein Skandal für sie: Gott ist ein Vater. Und Er will eine persönliche Beziehung haben zu dir und er ist voller Verständnis. Und Er weiß, wo du jetzt bist und Er kann das verstehen. Und Er erwartet nicht von dir heute etwas, was erst in ein paar Jahren für dich dran ist, sondern er kommt dir auf deinem Niveau entgegen – sogar wenn du 20 Jahre auf der Stelle getreten bist und irgendwie geistlich dich kaum bewegt hast und schon geistlich schontot warst – Gott kommt immer auf die Ebene, wo wir jetzt sind, und von da dient er uns – nicht mit Anweisungen, nicht mit Aufgaben, nicht mit Regeln, die er über uns so ausschüttet – sondern Er kommt mit Liebe.

Und Gott hat eben diesen Weg gefunden durch Jesus, durch den Opfertod und durch das vergossene Blut, dass wir glauben können an seine Liebe wiewohl wir unvollkommen sind. Das ist der entscheidende Punkt, der geleistet wird von der Lehre „Gerechtigkeit aus Glauben“. Wir können glauben an die Liebe Gottes wiewohl wir wissen und das auch deutlich erlebt haben, dass wir noch nicht vollkommen sind.

Jesus ist unser Zugang zum Vater. Wir kommen nicht zum Vater aufgrund unserer eigenen Leistungen. Das ist, was Jesus meinte als er sagte, die „enge Pforte“, durch die wir eingehen sollen. Wenn wir solche Worte lesen und wir verstehen nicht wie das mit Gnade zusammenhängt – wir kriegen Ängste. „Na, wer weiß, ob das nicht alles irgendwie viel zu einfach ist wie wir uns das machen. Jetzt haben wir schöne happy clappy charismatische Gottesdienste, aber eines Tages kommt dann der entscheidende Test, und dann kommt die enge Pforte und ich hoffe, dass ich da noch durchpasse oder ob ich nicht geistlich irgendwie viel zu fett und behebig geworden bin“.

Die enge Pforte ist so eng, dass nur einer da durchpasst und der heißt Jesus. Und wir kommen entweder durch Jesus zum Vater oder wir kommen überhaupt nicht zum Vater. Wir kommen nicht zum Vater mit unserer Leistung, mit unseren Werken, mit unserer Anstrengung.

Und es ist schon interessant, dass auf der einen Seite so viele Gläubige Mühe haben zu glauben, wenn sie anfangen zu beten, dass Gott anfängt zu strahlen und sich zu freuen und begeistert ist wenn da sein liebes Kind in Seine Nähe kommen will. Viele haben Mühe das zu glauben. Und weil sie das nicht glauben können, deswegen haben sie auch gar keine Freude an ihrem Gebet. Es ist eine Qual zu beten zu einem Gott, von dem man nicht weiß, ob man bei Ihm hochwillkommen ist. Das ist eine Qual. Es ist eine Leistung. Es ist eine fromme Sache, da kannst du auch eine tibetanische Gebetsmühle drehen, das ist genau so Knochenarbeit.

Die Grundlage von Beziehung und von Gebet ist, dass ich wirklich glauben kann im Herzen, Gott liebt mich, Gott ist für mich und Er bejaht mich. Und wenn ich komme, Er stößt mich nicht ab, Er sagt nicht: Ja, mein Lieber, du willst in meine Nähe kommen? Jetzt will ich dir erstmal sagen, was alles nicht gelaufen ist: Das hast du nicht gemacht, und hier warst du nicht in Ordnung und das ist verkehrt gelaufen und hier! Und überhaupt da! Und was denkst du dir darüber?! Und jetzt ab – geh mal wieder zurück und bring das alles in Ordnung, und wenn alles fertig ist, dann trau dich wieder her, aber komm ja nicht vorher, bevor du alles gemacht hast, was ich dir gesagt habe!

So ein unbewusstes Bild von Gott haben wir – wenn wir nicht geheilt sind durch diese befreiende Lehre von der Gnade und von der Stellvertretung unseres Herrn.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (30:00 bis 35:00)

 

Luther hat dort – oder die dann später das irgendwie revidiert haben – hat es nicht fertiggebracht das irgendwie so klar auszudrücken wie es da steht. Da findest du dann in Luther-Übersetzungen „die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt“. Aber einfach im Griechischen steht dort: Die Gerechtigkeit Gottes.

Und das kannst du verstehen, diesen Ausdruck bei Luther, das ist noch eine Stufe darunter. Das ist nicht die Gerechtigkeit Gottes, aber naja gut, „lassen wir gelten“. So ungefähr, ja? So „4-„. Mit Ach und Krach irgendwie so gerade noch so.

Aber das ist nicht, was da steht. Sondern was dir übertragen wird durch Gottes Gnade ist eben der Stand von Jesus vor dem Vater. Das ist, was dir übertragen wird. Das ist ja auch alles beinhaltet in dieser Tatsache, dass wir durch Christus Zugang haben sollen zum Vater. Dass wir in seinem Namen kommen sollen wenn es darum geht, konkrete Bitten zu äußern. Wir sollen nicht in unserem Namen kommen, nicht mit unseren Werken, nicht mit dem, was wir können und haben, sondern wir sollen kommen in seinem Namen.

Und da hat Gott uns sozusagen eine Brücke gebaut irgendwie, dass wir glauben können, dass wir geliebt sind, obwohl wir unvollkommen sind. Das ist das Problem. Das ist der entscheidende Punkt, ja, worum es geht eben und wo die Gefahr ist zu Knechtschaft und sich selbst zu unterdrücken und anzuklagen, wenn man einen solchen hohen Standard, wie er im Neuen Testament uns beschrieben wird, eben für sich übernimmt. Dann ist da so gefühlsmäßig halt immer das miteinander verbunden: Liebe als Bezahlung sozusagen für Gehorsam. Oder Liebesentzug, Bestrafung als Folge für Ungehorsam oder für Unvollkommenheit.

Und darum müssen wir aufpassen für uns selbst und die Gemeinde, in der wir sind, dass wir in einer Balance sind. Dass wir einen klaren göttlichen Standard haben und den kombinieren mit Gnade. Dass nicht irgendwie eine Atmosphäre von Leistung und von eigener Anstrengung und Verdammnis usw. kommt.

Eine Gemeinde, die unter dem Gesetz ist, kannst du mit Leichtigkeit daran erkennen, dass es keine freudevoll Begegnung mit Gott in der Anbetung gibt. Weder im Leben des Einzelnen noch im Gottesdienst.

Niemand, der unter dem Gesetz versucht, Gott zu gefallen, kann sich mit offenem Herzen so in seine Gegenwart hineinwagen und einfach seine Liebe unbeschwert wie ein Kind ausdrücken. Niemand kann das. Sondern man muss sich schützen, man muss schauen, wieviel hat man an sozusagen Glaubensgrundlage um jetzt den Segen Gottes zu bekommen. Man ist auf sich fixiert und man wird diese Schuldgefühle, die sich automatisch einstellen, niemals wirklich abschütteln können – niemals wirklich überwinden können.

Und so gibt es also paradoxerweise viele neutestamentliche Gemeinden, die Gott dienen in alttestamentlicher Weise. Es ist paradox, aber es ist wirklich so. Und wo wir nicht einen freien Zugang haben zu Gott und wo die Liebe Gottes das Therapeutikum Nummer 1 ist, sondern die Knute des Gesetzes: „Du hast nicht, und du solltest, und warum hast du nicht? Und du musst doch endlich mal“ usw. Und so wird dann eine ganze Gemeinde gegängelt, gequält, gepeinigt: „Ihr müsst evangelisieren, ihr müsst beten, ihr müsst das …“ usw.

Beten, Evangelisieren – all das sind gute Dinge. Aber wenn sie eine Geißel werden, uns ein schlechtes Gewissen einzuhämmern und wir danach uns dann wieder als Versager fühlen und wenn es sogar so ist, dass also dann eine Predigt im Sonntag nicht zu einem Genuss wird, sondern zu einer Belastung wird – wie ich das in frühreren Zeiten erlebt habe. Und man brauchte drei Tage um wieder auf Normalverfassung zu kommen – also am Mittwoch ungefähr, in der Mitte der Woche hat man dann den Sonntag so einigermaßen innerlich irgendwie so wieder verarbeitet und verkraftet und konnte dann ein bisschen Kraft sammeln im anstrengenden Alltag, um sich zu wappnen für den nächsten Sonntag.

Das ist nicht das biblische Maß. Die Bibel sagt, dass Gemeinde ein Ort der Freiheit und der Freude ist und wo wir Gott feiern und wo wir Gott begegnen, wo wir aufgeladen werden sollen mit Kraft, um dann rauszugehen, um für Gott die Woche zu arbeiten. Und dann kommen wir zurück und wir feiern wieder. Das ist, was Gemeinde ist eigentlich. Es ist nicht, wo wir dann noch zusätzlich: „Ja, das habt ihr alles nicht gemacht, schaut mal, das und das und das“.

Viele Predigten, die ich kennengelernt habe, gehen noch folgendem Muster: „Das ist, was Gott sagt, was ihr sein solltet, aber das da unten seid ihr, und jetzt geht nach Hause. Amen“.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (25:00 bis 30:00)

 

Und nur auf dieser Grundlage, wenn wir uns so Gott nahen, können wir frei empfangen und fühlen nicht mehr diese Mauer, diese Distanz, diese Barrikaden zwischen uns und Gott und fühlen nicht mehr dieses „zu kurz kommen“.

Und das ist eben die Gerechtigkeit, die wir nicht erarbeiten können, die wir auch nicht erarbeiten dürfen. Wenn wir etwas dafür tun, verlieren wir sie automatisch, sofort. Etwas dafür zu tun, heißt, wir verlieren sofort. Das ist eine Gerechtigkeit, die ist eben fix und fertig durch Jesus erworben. Und sie wird dir geschenkt oder übergeben und übereignet und dir angeboten als Geschenk. Und wenn du mehr tust als nur „Danke“ sagen, verlierst du sie. Wenn du sie nimmst und gleichzeitig weiter auf dich selber achtest und versuchst jetzt aus eigener Kraft dem entsprechend würdig zu wandeln und wieder auf dich schaust und auf deine Werke baust, verlierst du sofort, was du bekommen hast. Das ist etwas sehr paradoxes.

Es ist Geschenk – und wenn du etwas versuchst dazu zu tun, um es zu verdienen, verlierst du es. Entweder als Geschenk oder gar nicht.

Und es gibt sehr wohl die Möglichkeit – wie das das Neue Testament beschreibt, dass Menschen aus der Gnade fallen können, was nicht bedeutet, dass wenn sie dann sterben würden, im nächsten Moment, dass sie nicht beim Herrn sind, ja? Sondern das ist die Gnade, die sich eben hier auswirkt in unserer Beziehung zu Gott, und dann auch in unserem Lebensstil. Darum geht es – nicht um Kindschaft – ja oder nein. Sondern um: Ist der Weg zum Vater frei und kann ich von Ihm empfangen? Darum geht es.

Phil 3,9 – da bringt Paulus auch nochmal in einem Vers diesen Unterschied. Er sagt dort:

Phil 3,9
indem ich nicht *meine* Gerechtigkeit habe [und das erklärt er jetzt …], die aus dem Gesetz ist, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens

Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens! Das heißt also, seine Leistung wird mir total überschrieben. Und danach betrachtet mich Gott als hätte ich diese Leistung des Gehorsams vollbracht. Das ist gewaltig. Das einzige, was mir einfällt, um das irgendwie zu illustrieren, ist wie ich es in der Schule in Mathe gemacht habe. Da war ich sehr, sehr schlecht, aber ich hatte das Vorrecht hinter dem zu sitzen, der der Beste war. Und zwar um es genauer zu sagen: Schräg hinter dem zu sitzen.

Denn genau dahinter zu sitzen ist auch nicht so vorteilhaft. Wie gesagt: Ich rede jetzt menschlich, und ich weiß, dass Abschreiben nicht göttlich und geistlich ist, das war aus meiner vorchristlichen Zeit. Aber was passiert ist: Ich saß und kaute intelligent auf meinem Stift rum und versuchte, einen angestrengten Eindruck zu machen. Und ich wartete nur, bis er endlich die ersten Aufgaben fertig gerechnet hatte, dann auf verabredetes Zeichen und Klopfen ans Stuhlbein, hat er das Heft mehr in die Mitte gelegt und dann habe ich einen langen Hals gekriegt und habe also die Leistung von ihm übernommen.

Wenn ich wirklich gut gewesen wäre im Abschreiben, was ich nicht so sehr war, dann hätte praktisch der Lehrer mit der Zensur seine Leistung bewertet – nicht meine Leistung. Ich bekam eine Zensur für etwas, was ich nicht geleistet habe. Und eben – das klappte dann alles nicht so, weil ich auch nicht so gut war mit Abschreiben und dann lag ich trotzdem immer noch weit unter seinen Einsen, aber immerhin.

Und mit der Gerechtigkeit aus Glauben ist es so: Das, was Jesus getan hat – indem du an ihn glaubst – wird dir übertragen. Es wird dir angerechnet. Du kriegst eine gute Note für das, was ein anderer getan hat. Und wenn wir das wirklich glauben, dann haben wir den Durchbruch in eine wirkliche freie Beziehung zu Gott, dem Vater, wo nicht mehr Schuldgefühle und Angst vor Strafe, Angst vor dem Zornesgericht Gottes, Angst vor irgendwelchen negativen Konsequenzen uns lähmen und unseren Glauben sozusagen zusammenschrumpfen lassen und am Ende fast nichts mehr übrigbleibt an der Erfahrung von Liebe und Güte Gottes.

Er ist unser Stellvertreter im Tod – und genauso auch im Leben. Christus ist unser Leben. Christus ist unser Leben, und er hat für uns das Gesetz erfüllt. Und sein Stand vor Gott wird uns angerechnet. Wir haben die Gerechtigkeit aus Gott.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (20:00 bis 25:00)

 

Und unser Negatives hat er getragen, damit wir sein Positives haben können: Unsere Gottesferne hat er genommen, damit wir seine Gottesnähe haben können. Unsere Ungerechtigkeit oder unsere Sünde – wie es hier heißt – hat er genommen, damit wir seine Gerechtigkeit haben können.

Und wenn wir an Jesus glauben, dann wird auf wundersame Weise sein Gehorsam, das Ergebnis seines Gehorsams, mir oder dir gutgeschrieben. Und dann stehst du vor Gott nicht mit deinen Werken – und dein ganzes Vertrauen ist auch nicht mehr gegründet auf deinen Werken, sondern ist gegründet auf das, was er getan hat.

Und hier ist ein gewaltiger Unterschied. Wenn wir nämlich Menschen sind, die immer meinen mit guten Werken vor Gott stehen zu müssen und Gott sozusagen zufriedenstellen zu müssen mit guten Werken, dann wird eines mit Sicherheit eintreten: Wir werden sehr verkrampft sein.

Wir werden sehr in Stress sein, wir werden immer auf uns selber schauen und immer gucken, wo wir gerade stehen und ob alles richtig ist, ob wir alles gemacht haben – und wir werden bestimmte Merkmale des neutestamentlichen Lebens, nämlich Friede und Freude nicht haben, mit Sicherheit nicht haben. Du kannst nicht Frieden haben mit Gott wenn du das Gefühl hast, er wollte, dass ich gestern missioniere und ich hab’s nicht gemacht und ich lag am Strandbad und hab mir die Sonne auf den Pelz scheinen lassen und jetzt habe ich fürchterlich versagt.

Du kannst nicht mit diesem Gefühl „ich hätte das tun sollen, aber ich hab’s nicht gemacht“ dann die Gegenwart Gottes genießen. Das nächste Mal wenn du in die Gegenwart Gottes kommst, du wirst nicht seine Freundlichkeit genießen, sondern du wirst den Kopf einziehen und Angst haben, was jetzt für ein Donnerwetter oder Gericht oder Gewitter da runterkommt. Es ist unweigerlich dein Vertrauen an deine Werke verbunden mit Erwartung von Strafe – unweigerlich. Rechnest du mit deinen Werken, mit deinem Einsatz, mit deinem Engagement, setzt du dein Vertrauen in das, was du tust, dann wirst du unweigerlich eben in dieses Problem hineinlaufen: Angst vor Strafe, Angst vor Zurücksetzung, Angst vor Liebesentzug. Weil du einfach dieses Gefühl hast, du warst ein unartiges Kind, du hast nicht getan, was du tun solltest. Versteht ihr, wovon ich hier spreche? Leuchtet euch das ein?

Das ist einer der deutlichsten Unterschiede hier, den wir haben, zwischen dem Evangelium und irgendeiner Form von Religion. Auch von tradition christlicher Religion. Da ist es immer: Der Mensch muss sich seinen Weg machen zum Himmel. Jede Religion ist darauf angelegt: Du musst Punkte sammeln – ob du beim Wachtturm bist oder bei irgendwas anderem, du musst Punkte sammeln, du musst dich anstrengen und so steigst du langsam auf der religiösen Leiter gen Himmel Richtung Erlösung. Und das ist ein harter, steiniger, schwerer Weg. Und deswegen sind alle die, die das versuchen, so gefrustet. Und sind geknechtet. Und sie sind sich nie sicher und sie wissen nie, woran sie sind. Religion ist: Der Mensch bahnt sich einen Weg zum Himmel – und Evangelium ist: Der Himmel kommt zum Menschen. Das ist der Unterschied.

Du siehst am Ende in der Bibel: Die himmlische Stadt kommt herab.

Off 21
1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.

Nicht wir kraxeln hoch, sondern die himmlische Stadt kommt herab. Nicht wir strengen uns an, sondern Gott vom Himmel kommt zu den Menschen. Das ist der wichtigste Punkt, wo Religion, auch christliche Religion, unterschieden werden kann von der froh machenden Botschaft des Evangelium. Es kommt nicht auf unsere Werke an, was unsere Beziehung zu Gott angeht.

Du sagst: Ja, aber die Werke sind doch wichtig! Schreibt doch auch Jakobus.

Jak 2,26
Denn wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.

Ja, aber die Frage ist: Was ist das Motiv für meine Werke? Ist das Motiv, Gott gnädig zu stimmen, in Gottes Nähe zu kommen, seine Liebe zu spüren? Dann ist es Gesetz! Und dann ist es Tod und dann wird es sehr, sehr krampfig und eng werden.

Das Gesetz hab ich eben so kurz definiert: Das Gesetz ist: Tu all diese Dinge, und dann wirst du leben.

Röm 10,5
Denn Mose beschreibt die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz ist: „Der Mensch, der diese Dinge getan hat, wird durch sie leben.“ (3. Mose 18,5)

Und die Gnade ist die genaue Umkehrung. Die Gnade ist genau das Gegenteil: Lebe – und dann wirst du als Folge davon alle diese Dinge tun.

Die Taten sind nicht ein Mittel zum Zweck, Gott gnädig zu stimmen, von Gott etwas zu bekommen oder Gottes Zorn zu besänftigen, sondern sie sind ein Ausfluss unserer Liebe und unserer Dankbarkeit und dessen, was wir von Gott empfangen haben. Verstehst du den Unterschied?

Lebe – und du wirst diese Dinge tun.

Das ist, was die Gnade sagen würde, das genaue Gegenteil!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (15:00 bis 20:00)

 

Aber die Schrift redet auch davon – z.B., dass er unser Stellvertreter ist JETZT. Nach der Auferstehung im Himmel. Er ist unser Fürsprecher. Er ist also beim Vater und spricht für uns. Er spricht für uns. Warum brauchen wir einen Fürsprecher? Weil es einige Dinge gibt, die da oben ankommen, die gegen uns sprechen. Deswegen brauchen wir einen Fürsprecher. Und Jesus ist unser Fürsprecher vor dem Vater. Sozusagen: Jesus erinnert ununterbrochen den Vater daran, wenn da bei ihm also die Bad News über uns ankommen, dann erinnert Jesus den Vater daran, was er für uns getan hat und dass er die Strafe bezahlt hat. Und Jesus hat nicht nur die Strafe unserer vergangenen vorchristlichen schlechten Taten irgendwie bezahlt, sondern Jesus hat auch eine Sühne erwirkt für die Dinge, die wir seitdem als Christ uns geleistet haben oder wo wir zu kurz gekommen sind.

Manche lehren dort, ja, du hast jetzt Sündenvergebung für alles, was du in der Vergangenheit getan hast, aber jetzt pass auf. Ab jetzt wird mitgezählt. Ab jetzt werden die Punkte gemacht.

Und das ist wohl nicht das, was ich lese im Neuen Testament. Jesus ist auch die Sühne für die Dinge, die danach passiert sind. Das ist ganz, ganz wichtig. Und wir brauchen keine Angst zu haben wie manche Leute, die meinen: Ja, wenn man das verkündigen würde, dann ist ja Tor und Tür auf für die Sünde. Und dann ist sowieso alles egal – wir haben ja eine Erlösung und wir haben eine grenzenlose Vergebung und die Gnade deckt dann irgendwie alles zu.

Wir brauchen keine Angst zu haben, dass wir strenger sein wollen als der liebe Gott. Wenn Er diese Gnade gegeben hat und wenn Er sagt, das ist, was wir wirklich brauchen, diesen Vorschuss an Vertrauen und an Entgegenkommen und dass uns das gut tut und dass uns das motivieren wird, dann brauchen wir keine Angst zu haben, das wird Leuten eine Entschuldigung geben zur Sünde. Die würden auch ohne unsere Entschuldigung sündigen! Sowieso. Wer so sagt: Mir ist alles wurscht jetzt und der die Gnade verdreht und sagt, es kommt auf gar nichts an irgendwie – dann ist sowieso ein ganz grobes Missverständnis da.

Glaube ist der Ersatz für die Werke. Und es ist der Glaube an den, der den Gottlosen rechtfertigt.

Röm 4,5
Dem dagegen, der nicht Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet,

Und das ist eben Gott. Gott selbst rechtfertigt den Gottlosen und Er kann das tun im Hinblick auf das Kreuz. Im Hinblick darauf, dass Jesus für uns alles bezahlt hat.

So kann man also sagen, dass durch den Glauben an Gott mir das angerechnet wird, was Jesus für mich getan hat.

Ich glaube an Gott, der den Gottlosen rechtfertigt und damit wird das, was Jesus für mich am Kreuz erworben hat – und nicht nur am Kreuz, sondern auch in seinem Leben – auch indem er als Mensch das Gesetz erfüllt hat. Er war sozusagen nicht nur in der Strafe mein Stellvertreter, er war auch im Leben mein Stellvertreter. Und sein Leben – da können wir mit Leichtigkeit irgendwie dem zustimmen und das glauben – sein Leben hat total den Vater zufriedengestellt. Da gibt es keine Vorbehalte, keine Distanz, keine Skepsis, kein „man muss nochmal genau nachschauen“, also wir wissen noch nicht genau, was ist jetzt? Sondern da ist eine totale Akzeptanz. Jesus hat in jeder Hinsicht den Vater zufrieden gestellt.

Und wenn ich an Gott glaube, der die Gottlosen rechtfertigt, dann wird eben der perfekte Gehorsam von Jesus sozusagen auf mein Konto mir gutgeschrieben. Und nachdem ich glaube an Jesus, wird mir sein Stand vor Gott übertragen. Sein Stand, den er hat vor Gott, wird mir übertragen.

2 Kor 5,21a
Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, –

… das ist der negative Anteil des Kreuzes. Aber wozu?

2 Kor 5,21b
damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.

Das Kreuz ist der totale Ort des Austausches. Jesus hat den Fluch genommen, damit wir den Segen haben können. Welcher Fluch? Das war unser Fluch. Welchen Segen sollen wir bekommen? Den Segen, den er sowieso schon hatte in seiner Beziehung zu Gott.

Jesus hat unsere Krankheit getragen, damit wir Heilung haben können. Welche Heilung? Die, die er sowieso hat. Er ist Heilung und göttliche Gesundheit.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (10:00 bis 15:00)

 

Aber erstmal, das ist, was da geschieht: Wir kommen in die Gegenwart Gottes – und bei niemandem läuft das so bewusst ab, ja? Aber wer nicht frei ist vom Gesetz und wirklich in diese Gnadenfreiheit entlassen ist, ist unter dem Gesetz. Davon muss man wirklich ausgehen. Und man kommt dann mit einer totalen Konzentration auf sich selbst, weil ja der Lohn, den wir erwarten, in direkter Proportion ist zu dem „brav sein“, zu dem „gehorsam sein“, zu den Dingen, die wir getan haben.

Und da ist das Problem: Wir sind auf uns bezogen, wir schauen auf uns. Unser ganzes Vertrauen sind ja auch unsere Werke und jetzt kommen wir in die Gegenwart Gottes, und je näher wir kommen, Gott ist Wahrheit und da ist Licht, sehen wir erstens dass das, was wir an Gutem da vorbringen wollen, gar nicht so viel ist. Das vermindert unsere Erwartung schon beträchtlich. Dann ein zweites Problem: Wir sehen auf einmal nicht nur die Dinge, die wir getan haben und die wir auch tun sollten, sondern weil wir ins Licht kommen, wir sehen die vielen Dinge, die wir hätten tun sollen und nicht getan haben.

Und das vermindert unsere Erwartung an Gott noch mal ganz dramatisch. Und am Ende kann dann dabei herauskommen, dass es überhaupt keine Freude gibt, in die Gegenwart Gottes zu kommen. Weil da so viel Dinge sind, die auf einmal uns bewusst werden an Versäumnissen, an Sachen, die wir nicht getan haben, die uns anklagen. Eben dieses Problem der Verdammnis, der Schuldgefühle – wir fühlen uns angeklagt, dass am Schluss dann kaum noch etwas wirklich übrig bleibt, was wir tatsächlich erwarten können.

Im Alten Tesament wird diese Gerechtigkeit so ausgedrückt – bzw. Paulus zitiert es dann in Röm 10,5.

Röm 10,5
Denn Mose beschreibt die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz ist: „Der Mensch, der diese Dinge getan hat, wird durch sie leben.“ (3. Mose 18,5)

Der Mensch, der das Gesetz erfüllt, wird durch die Erfüllung des Gesetzes leben. Mit anderen Worten: Die Kurzformel des Gesetzes ist die: Tu all das, und dann wirst du leben.

Und das Problem ist, wir kommen nie zu diesem schönen Punkt, wie er in der Werbung beschrieben wird: „wenn alles getan ist“. Und wenn sie dann so ganz entspannt so nach Hause gehen. Wir kommen nie zu dem Punkt, wo wir ehrlich sagen können: Okay, wir haben wirklich getan, was wir hätten tun sollen. Wir kommen niemals zu diesem Punkt. Und stattdessen kommen wir dann zu Verdammnis, zu diesem Gefühl zu kurz gegriffen zu haben, nicht das gebracht zu haben, was wir hätten bringen sollen. Und das bringt dann diese Schuldgefühle, diese Minderwertigkeit und diese Unsicherheit in unsere Beziehung zu Gott.

Wer die Dinge des Gesetzes getan hat, der wird durch sie leben. Aber wir kommen nie zu dem Punkt, dass wir alles getan haben. Das ist das Problem des Gesetzes. Und darum hat Gott eine bessere Lösung dann geschaffen, eine Alternative zur Gerechtigkeit aus dem Gesetz.

Und das ist die Gerechtigkeit eben aus der Gnade, wo es nicht um unsere Werke geht, sondern wo es eine Alternative für die Werke gibt. Röm 4,5 redet dann davon.

Röm 4,5
Dem dagegen, der nicht Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet

Dem einen – also nochmal Röm 4,4 – werden die Werke zur Gerechtigkeit gerechnet – und dem anderen wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet. Der Glaube ist also die Alternative oder der Ersatz für die Werke.

Und es ist der Glaube an den, der den Gottlosen rechtfertigt, das ist unser Herr. Und unser Glaube wird uns angerechnet als hätten wir die Gerechtigkeit erfüllt. Der Glaube wird uns angerechnet als hätten wir die Gerechtigkeit erfüllt. Und der an den wir glauben, das ist eben Jesus, unser Stellvertreter, der der erste und der einzige Mensch war, der in tadelloser Weise das Gesetz erfüllt hat. Jesus hat das Gesetz erfüllt und er ist unser Stellvertreter. Nicht nur, wie manche meinen, am Kreuz – natürlich, das ist das zentrale – er ist unser Stellvertreter am Kreuz, er hat unsere Strafe, unsere Schuld auf sich genommen und deswegen sind wir dann frei vor Gott von Strafe und von Schuld.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (5:00 bis 10:00)

 

Aber im Neuen Testament – Gerechtigkeit – wenn Paulus diesen Begriff gebraucht, dann fast immer redet er von unserem Status vor Gott, von unserer Beziehung vor Gott oder von der Grundlage unserer Beziehung vor Gott. Wenn jemand vor Gott gerecht ist, dann ist er unanschuldbar, unanklagbar und eben rein vor Gott. Und er hat einen Stand, dass er Gott gefällt. Das ist so vielleicht mit meinen Worten dieser Punkt von „Gerechtigkeit“.

Und es gibt beschrieben im Worte Gottes und dann hauptsächlich wird das eben hervorgehoben im Neuen Testament, nur zwei Wege wie man zu diesem Punkt der Gerechtigkeit vor Gott kommt. Nur zwei. Und entweder wir beschreiten den einen oder den anderen, es gibt nur zwei Wege zu einem gerechten Stand vor Gott zu kommen, wo Gott uns akzeptiert und total bejaht und wo wir sozusagen nicht anklagbar sind und nicht angeklagt werden und demzufolge eben auch Frieden haben mit Gott. Und nur wer Frieden hat mit Gott kann auch die Liebe Gottes erleben. Und das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, dass wir tatsächlich dahin kommen, was für viele Gläubige ein echtes Problem ist: Die Liebe Gottes wirklich zu fühlen und zu erleben und zu genießen. Das ist ein Bereich, der sehr große Bedeutung hat und an dem sehr, sehr viele Gläubige echten Mangel haben. Sie wissen das theoretisch und sie wissen, sie sollten das glauben – sie glauben das auch irgendwie, aber sie erleben relativ wenig in diesem Bereich, was also die persönliche Zuwendung von Gott angeht. Und ich glaube, dass das zusammenhängt eben mit dem, was ich hier heute lehren will über die Gerechtigkeit und unseren Weg zur Gerechtigkeit.

Wenn wir uns Römer 4 anschauen, dann ist da der erste Weg zur Gerechtigkeit beschrieben. Ich les einmal den Text dort vor.

Röm 4,4
Dem aber, der Werke tut1, wird der Lohn nicht angerechnet nach Gnade, sondern nach Schuldigkeit.

Das klingt ein bisschen theoretisch, aber was damit gemeint ist, ist, jemand tut bestimmte Werke, die er auch tun soll, die in sich auch richtig sind, aber er setzt sein Vertrauen auf die Werke und deswegen ist das, was er an Lohn bekommt, wirklich ein Lohn im Sinne von einer Bezahlung für das, was er getan hat. Und das ist eben nicht Gnade. Das heißt, mit den Werken, die er dann sozusagen vor Gott bringt, klagt er sein Recht ein, jetzt eben entsprechende Belohnung zu bekommen.

Diesen Weg der eigenen Werke nennt die Bibel eben die Gerechtigkeit aus dem Gesetz – eben als Gegensatz von Gnade. Gesetz oder Gnade – wir sind entweder unter dem Gesetz oder unter der Gnade. Entweder haben wir unsere eigene Gerechtigkeit oder wir haben eben die Gerechtigkeit, die Gott hat für uns.

Aber lasst mich noch ein bisschen bei der bleiben, dass wir die ein bisschen besser verstehen. Es wäre töricht zu meinen, ja, im Alten Testament, das war die Gerechtigkeit, die sie hatten, heute leben wir im Neuen Testament und jetzt automatisch hätten wir die Gerechtigkeit aus Gnade. Das wäre schön wenn es so wäre, aber leider ist es so, dass viele mit neutestamentlichen Geboten und sogar mit Verheißungen und Verhaltensmaßregeln versuchen, eine Gerechtigkeit sich selber zu schaffen, die eigentlich wenn man sie anschaut total alttestamentlich ist, die total eben nach der Art und Weise des Gesetzes ist.

Das Problem beim Gesetz oder bei den Werken aus dem Gesetz ist eben dieses, dass man den Lohn, sagen wir mal jetzt eben dieses „Angenommen sein“ von Gott, die Liebe Gottes, den Segen – dass wir das bekommen aufgrund unserer Werke. Da liegt das Hauptproblem. Das bedeutet nämlich, dass wir ständig mit uns selbst beschäftigt sind, dass wir ständig auf uns schauen. Wenn wir in die Gegenwart Gottes kommen, wir erwarten ja Lohn gemäß dem Maß unserer Werke.

Das klingt noch alles ein bisschen theoretisch, schaut mich nicht so ratlos an, das kommt alles noch, ja? Es wird noch ein bisschen griffiger werden.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (0:00 bis 5:00)

 

So, jetzt möchte ich euch ganz herzlich begrüßen hier zur Fortsetzung von Grundlagen. Das letzte Mal haben wir gesprochen über Wandel im Geist. Ich müsste noch so viel dazu sagen, aber wenigstens zur Wiederholung oder zur Abrundung dessen, was ich da gesagt hab, will ich noch ein paar Sätze dazu sagen. Der Hauptpunkt bei Wandel im Geist ist der, dass wir lernen dem Heiligen Geist so Raum zu geben durch bestimmte Verhaltensweisen, durch bestimmte Reaktionsweisen auf unserer Seite, dass er ungehindert uns dienen kann und dass er eben all das, was wir brauchen für den Bedarf unserer Seele uns wirklich zukommen lassen kann an Gutem. Und einer der Hauptpunkte dabei war dann zum Schluss, der etwas zu kurz gekommen ist, deswegen erwähne ich es lieber nochmal: Dieser Lebensstil der Anbetung.

Der entscheidende Punkt dabei ist der, dass wir es vom Wort her sehen und dass wir uns selber dazu festlegen. Egal wie wir uns fühlen, egal wie es uns geht, egal wie die Umstände sind, wir wollen allzeit wirklich den Herrn preisen.

Und diese Festlegung, die wir auch bei David sehen können. An einer Stelle sagt er sogar, dass er ein Gelübde gemacht hat.

Ps 61,9
So werde ich deinen Namen besingen immerdar; um damit meine Gelübde zu erfüllen Tag für Tag.

Ein Gelübde, jeden Tag diesen Namen des Herrn zu preisen. Und manche andere Schriftstellen bei ihm auch betonen das sehr stark, diese Konstanz. Und nur wenn wir zu diesem Punkt der Hingabe kommen, dann lernen wir den alten Verhaltensmustern von Auflehnung, Aufbegehren, Rebellion, Schmollen, uns ungerecht behandelt fühlen, undankbar sein, negativ sein, traurig sein, entmutigt sein usw., was dir noch alles einfällt, dem zu entfliehen. Nur auf diese Art und Weise, indem wir uns festlegen, wir preisen den Herrn egal was los ist. So kommt der Strom des Heiligen Geistes und wir lernen uns nicht diesen heillosen, unguten Gefühlen zu überlassen.

Und das hat gewaltige Segnungen dann für uns. Und die Seele kommt unter den Einfluss des Wortes und unter den Einfluss des Heiligen Geistes und unseres Geistes und da kommt viel, viel Stabilität dann hinein.

Und ein Sonderpunkt, eigentlich von Wandel im Geist ein Unterpunkt will ich dann heute noch bringen, indem ich also hier über etwas spreche, was ich schon kurz erwähnt habe in der vorigen Lektion. Und zwar geht es um diesen Punkt der Sündenvergebung und des Lebens in ständiger Sündenvergebung. Wahrscheinlich dieser Bereich von Schuldgefühle, sich minderwertig fühlen vor Gott, Angst haben vor Gott, Angst vor Gottes Gericht, Angst vor Strafe, das ist wahrscheinlich so der Hauptpunkt, der uns hindert, die Liebe Gottes wirklich regelmäßig zu empfangen. Das ist eines der größten Probleme, die wir haben, die auch im Worte Gottes, im Neuen Testament sehr stark vorkommen und behandelt werden. Und die Antwort eben auf diese Blockade – Angst, Minderwertigkeit, Angst vor Strafe usw. – die finden wir also in der sogenannten Lehre von der Gerechtigkeit.

Das ist ein so wichtiges Thema, dass du – ich hab’s nicht genau gezählt – aber vielleicht sogar mehr darüber findest in den Schriften von Paulus als über das Thema Sünde. Ein sehr, sehr wichtiges Thema für den neutestamentlichen Christen. Und zwar geht es da um die Grundlage unserer Beziehung zu Gott. Gerechtigkeit hat zwei verschiedene Ebenen: Im Alten Testament sehen wir überwiegend Gerechtigkeit definiert im Sinne von gerechter Lebensstil, Dinge, die sichtbar sind nach außen, die ein anderer sehen kann. Und das ist eine sehr, sehr wichtige Ebene.

Aber im Neuen Testament sehen wir eine vorgeschaltete andere Ebene, die zunächst einmal dran ist. Und nur wenn die wirklich geklärt ist, dann wird auch diese Frage des Lebensstils , des gerechten Lebensstils mit seinen Früchten, wie er beschrieben wird, dann auch richtig gelöst werden können.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (85:00 bis Ende)

 

Das wäre total unecht und krampfig. Lasst uns sagen: Heiliger Geist, wo habe ich versagt? Wo bin ich gefallen, wo habe ich dich betrübt?

Die richtige Frage zu stellen, heisst auch von ihm die richtige Antwort zu bekommen. Und er wird dir sagen: Du erinnerst dich eben noch vor 10 Minuten wie du Schwester Bertha angeschaut hast? Da war Gift und Galle in deinen Blicken und du hast das ausgedrückt: Das, was du letzten Sonntag mir angetan hast, werde ich dir nie vergessen. Und drehst dich um, und da ist Anklage und Bestrafung und Bitterkeit und alles zusammen drin und damit hast du den Heiligen Geist betrübt.

Und wenn wir Abstürze haben, eben noch sind wir ganz mächtig drauf und geistlich gesalbt und dann auf einmal sind wir total unten und mies drauf – dann lasst uns den Heiligen Geist fragen: Was ist los? Was haben wir gemacht?

Wir können mehr oder weniger voll Geistes sein. Mehr oder weniger. Und Paulus rät uns immer wieder voll des Geistes zu sein. Voll ist voll – nicht halb voll. Und dann kommt dieses schöne Wort hier: „indem“.

Eph 5
19 indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen13 singt und spielt!
20 Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus!

Ein Lebensstil der Anbetung, ununterbrochen, egal wie wir uns fühlen, egal, was passiert ist, egal, in welch tiefes Loch wir gefallen sind, wird uns helfen. Und wir können dort lernen von David, der sich festgelegt hat: Ich will den Herrn allezeit preisen.

Ps 34,2
Den HERRN will ich preisen allezeit, beständig soll sein Lob in meinem Munde sein.

Jeden Tag. Und er sagt: Damit will ich meine Gelübde erfüllen.

Ps 61,9
So werde ich deinen Namen besingen immerdar; um damit meine Gelübde zu erfüllen Tag für Tag.

Er hat offensichtlich ein Gelübde getan, immer und fortwährend den Namen des Herrn zu erheben.

Und wenn wir solche, aus Einsicht, weil wir verstehen, wie wichtig das ist für uns und wieviel Gelegenheit Gott das gibt uns zu segnen, wenn wir uns entscheiden, einen Lebensstil der Anbetung zu führen, dann ist da ein Kanal für Gott zu kommen, uns zu dienen, uns zu überführen, uns zu verändern, zu uns zu reden, weil Anbetung und Dankbarkeit ist Abschied von Rebellion und all diesen anderen Selbsthilfemaßnahmen. Wir können nicht Gott preisen und in der Rebellion bleiben. Entweder wir bleiben in der Rebellion, dann werden wir nicht Gott preisen oder wir preisen Gott und wir werden die Rebellion verabschieden.

Und so hat Gott also Handlungsanweisungen gegeben, die uns helfen, aus den Verstrickungen und den Verwundungen und Turbulenzen unserer Seele immer wieder herauszukommen und so zu lernen unsere Seele durch einen Strom des Heiligen Geistes in der Anbetung, in der Dankbarkeit zu stabilisieren. Und von da an dann, wenn wir das gelernt haben, fangen Charakterveränderungen an.

Ich glaube, hier ist jetzt die Zeit zuende, okay, also danke schön.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (80:00 bis 85:00)

 

Und diese Schwester sagt: Lass uns jetzt den Herrn preisen.

Ich dachte, sie tröstet mich.

Das war eines der schrecklichsten Momente meines Lebens, aber auch einer der gesegnetsten, wie ich später festgestellt habe. Ich wusste, sie hat total recht, ich wusste, dies ist die Stunde anzuwenden, was ich immer so großspurig gelehrt hatte und doch in mir war alles auf Rebellion oder „ich kann jetzt nicht“ oder „das kann man von mir nicht erwarten“ oder „das wäre jetzt nicht echt“.

Ja, so kann man auch reagieren. „Ich könnte jetzt den Herrn preisen, aber das wäre nicht von Herzen, das wäre nicht echt“. Wir haben überhaupt keine Ahnung, was unser Herz ist!

Nun, ich wusste, ich will das nicht, was sie jetzt von mir will und was das Wort Gottes von mir will. Das wusste ich ganz genau. Und ich wusste aber auch, und das war eine schreckliche Erkenntnis für mich, wenn ich mich hier verweigere, diesen geschwisterlichen weisen Rat zu folgen und wenn ich jetzt nicht tue, was ich selber gelehrt habe, Gott entzieht mir das Mandat vor dieser Gruppe oder überhaupt irgendwo anders jemals wieder das Wort Gottes zu lehren.

Und das war genauso schrecklich, weil ich wusste, ich habe ein Berufung, das Wort zu bringen. Und so dachte ich, die Lösung besteht darin, gar nichts zu tun.

Aber sich zu verweigern, auch ohne Worte, ist ein klares „Nein“. Sich zu verweigern, dem Gehorsam, ist ein klares „Nein“. Ob du das mit Worten ausdrückst oder nicht. Und ich wollte weggehen und ich dachte, wenn ich jetzt weggehe habe ich das Problem gelöst, aber dann dachte ich: Halt, doch nicht wirklich. Dann habe ich meine Berufung kaputt gemacht und verfehlt.

Und irgendwann hab ich gedacht, es hilft alles nichts, sie hat recht, ich weiß, dass sie recht hat, ich weiss, dass ich diese Gefühle nicht haben sollte, ich werde sie nicht los, ich hab gesagt: Herr, nimm mir doch diese schreckliche Wut weg und nimm mir doch das alles weg – und Er sagt: „Ja, preise mich“.

Alles wollte ich – nur das nicht! Und das ist das typische Verhaltensmuster vom Bruder Rebellus. Er will nicht den Herrn preisen. Warum? Weil wir wissen ganz genau, wir können nicht festhalten an Schmollen, uns ungerecht behandelt fühlen und Wut und Zorn und all dem Rest von diesen negativen Dingen – wir können nicht daran festhalten und gleichzeitig beginnen, den Herrn zu preisen. Entweder das eine oder das andere. Rebellion ist eine Verweigerung wie Paulus das sagt im Römerbrief, die Verweigerung, Gott die Ehre zu geben.

Röm 1,21
Denn obwohl sie Gott erkannten, haben sie ihm nicht die Ehre gegeben, die Gott gebührt, noch ihm Dank gesagt, sondern sie verfielen mit ihren Gedanken dem Nichtigen, und ihr unverständiges Herz verfinsterte sich.

Und also ist auch Gott die Ehre zu geben die Therapie und die Lösung für Rebellion. Und wir haben niemals eine solche Situation der Verwundung, der Verletztheit, der Enttäuschung, der Bitterkeit, die so tief wäre, dass wir nicht uns abwenden könnten und könnten beginnen, Gott zu preisen.

Und das ist, wovon Paulus hier spricht in diesen Versen.

Eph 5,15
Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise!

Jetzt Vers 18.

Eph 5,18
Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist

Die griechische Konstruktion ist dort: Werdet immer wieder, ununterbrochen, immer wieder neu voll Geistes.

Das ist eine interessante Formulierung: Also wiewohl der Heilige Geist natürlich sich nicht ändert – das Maß dessen, was wir von ihm erleben, kann sich sehr wohl ändern. Man kann eine Zeit haben zu Hause mit Gott und ist wunderbar ermutigt und dann kommt man in die Gemeinde und plötzlich nach 10 Minuten stellt man fest, man ist irgendwie total mies drauf.

Und dann gebe ich den guten Rat: Finde mit dem Heiligen Geist heraus, was passiert ist, irgendwo zwischen Zuhause und der Gemeinde ist etwas passiert, du hast auf eine Art und Weise reagiert wie du nicht hättest reagieren brauchen und sollen und du hast eine Talfahrt gemacht.

Wie groß muss das Loch im Fahrradreifen sein bis alle Luft rausgeht? Ein ganz kleines Loch genügt! Eine Reisszwecke genügt.

Und geistlich denken wir, naja, was kann schon eine Reisszwecke machen? Zugegeben, da hab ich eben Schwester Bertha getroffen und die mag ich nun überhaupt nicht und dann hab ich provokativ – püh – ihr den Rücken zugedreht und hab mich dann auf meinen Platz gesetzt, aber was kann eine kleine Reisszwecke denn schon bei einem so mächtig voll Geistes Menschen irgendwie wie bei mir ausrichten?!

Nun, genau das selbe wie bei einem Fahrradschlauch! Eine kleine Reisszwecke – pffffffff – und die Luft ist draussen.

Und wenn wir einen gefühlsmäßigen Absturz haben, lasst uns nicht einfach nur den Deckel drauftun und sagen: „Ich widerstehe dem im Namen Jesu, ich bin jetzt wieder gut drauf, ich bin gut drauf und Gott ist mit mir, allezeit Sieg“ oder so etwas.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (75:00 bis 80:00)

 

Und es ging mir gut, es ging mir blendend. Tagelang, manchmal wochenlang. Und dann innerhalb von einer halben Stunde, von dieser herrlichen Höhe stürzte ich ab, und war ganz unten, wusste nicht mehr, ob ich errettet bin und ob Gott mich überhaupt mit Namen kennt und ob das alles nicht eine Einbildung gewesen ist usw.

Und das Dumme war, wenn ich unten war, ich wusste nicht, warum bin ich von diesen herrlichen Höhen heruntergefallen und was könnte ich tun, um wieder nach oben zu kommen. Ich wusste das nicht.

Also hab ich gedacht, das ist so wie auf der Wetterkarte. Ein Hoch wird von einem Tief abgelöst und jetzt hab ich ein geistliches Tief. Hast du schon mal gehört, diesen Audruck? Ein geistliches Tief?

Was für ein Unsinn, wo steht das im Wort? Sowas gibt es überhaupt nicht. Allezeit Sieg in Christus.

2 Kor 2,14
Gott aber sei Dank, der uns allezeit im Triumphzug umherführt in Christus und den Geruch seiner Erkenntnis an jedem Ort durch uns offenbart!

1Kor 15,57
Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!

Gott verordert dir nicht ein Tief. „Ja, Gott möchte, dass ich jetzt durchs tiefe Tal gehe“ oder irgend so einen Schrott. Das ist Unsinn. Vielleicht gibt es eine Zeit, wo du äußere Schwierigkeiten hast, aber dann mach es wie Paulus: Inmitten der Drangsal überreich an Freude.

2Kor 7,4b
Ich bin überreich an Freude bei all unserer Bedrängnis.

Dann macht es auch Spaß da durchzugehen. Ich weiß, dass das nicht so ganz einfach ist, aber das ist der Standard des Wortes Gottes.

Und wenn ich ein Tief hatte, und das war besonders in jener Zeit, da habe ich dann angefangen vor einem kleinen Hauskreis zu lehren. Und hab gelehrt aus den Psalmen: Wir können siegreich sein, und wir haben allezeit Sieg über unsere Feinde und wir können Gott loben und Ihn zu loben ist der Schlüssel aufzusteigen und in die luftigen Höhen des Sieges getragen zu werden.

Oh, hab ich da wunderbare Dinge gepredigt. Da kam eine Schwester zu mir und sagte: „Oh, das ist alles so gut, was du predigst. Und dir fehlt eigentlich nur noch eines“, sagt sie, „dass du jetzt das lebst, was du lehrst“.

Ich dachte, ich könnte sie würgen. Ich hatte wirkliche Gelüste irgendwie ihren Hals ein bisschen länger zu machen oder so etwas. Wie kann sie soetwas sagen! Ich lehre so gesalbt und so gut. Der ganze Hauskreis hat „Amen“ gesagt und genickt. Und das war eine biblische Botschaft. Und dann kommt sie und sagt zu mir! Da war ich schon 2 Jahre Christ! Wenn sie das zu einem jungen Christen gesagt hätte, aber nicht zu einem gereiften Mann Gottes?! Sagt sie zu mir: Jetzt fehlt dir nur noch, dass du lebst, was du lehrst.

Ich dachte, na, die muss aber reichlich verblendet sein! Das war meine Analyse für so eine Unverschämtheit.

Dann kam etwas Interessantes: Dann kam eine Zeit der Bedrängnis, der Mini-Verfolgung und der Schwierigkeiten. Und nach kurzer Zeit war ich total entmutigt, frustriert und bedrückt und ärgerlich und verletzt und wütend über die Gemeinde. Nicht diese – da war ich in einer anderen Gemeinde. Und über die Geschwister da – und wie können sie so etwas tun. Und sie nennen sich Christen – Pfui Teufel. Und solche Gefühle hatte ich da in mir drin. Wie können sie so lügen über mich und sowas mir antun usw.

Und ich war total frustriert. Total frustriert! Und nichts mehr war mit „Sieg“. Vorher hatte ich auch so mal zwei Tage oder so zwischendurch alle paar Monate, wo ich so hingestreckt war auf meiner Matratze, dass ich irgendwie geistlich abgetaucht war. Aber das waren nur vorübergehende Tiefs, nach drei Tagen stand ich wieder auf und war wieder der siegreiche Mann Gottes und predigte wieder „Sieg allezeit“ und keiner wusste, was ich drei Tage auf meiner Matratze gemacht hatte.

Aber jetzt war es nicht drei Tage auf der Matte, sondern ich war innerlich total fix und fertig. Und da ging ich zu einer Schwester – nicht zu der, eine andere aber. Die war nicht weniger weise. Und ich wollte, weil sie immer so gute Worte hatte und so viel Verständnis hatte, ich wollte, dass sie mich ein bisschen aufpeppelt. Weil mir so übel mitgespielt wurde, weil man mir so böse Dinge getan hat, weil man mich so entmutigt hat und mir so böse Sache gesagt hat, die wirklich objektiv echt der Gipfel waren dessen, was man so einem Bruder so ungefähr antun könnte oder nah am Gipfel – sagen wir mal so.

Und ich dachte, ja, sie hätte jetzt Verständnis und sie würde sagen, oh, das ist ja alles furchtbar, was da die Gemeinde mit dir macht. Und ich dachte, sie würde so richtig mich wieder trösten. Und ich ging zu ihr und ich sagte: Was soll ich nur machen?

Und da sagt sie: Weißt du was, lass uns jetzt den Herrn preisen.

Ich dachte, mir fallen die Ohren ab! Sie hat nicht verstanden, was mein Problem ist. Ich bin verletzt, ich bin verwundet, mir geht es total schlecht. Ich bin down, ich möchte am liebsten alles hinschmeissen. Und sie sagt: Lass uns den Herrn preisen.

Und mir fiel ein, das ist, was ich immer gepredigt habe: Egal, wie schlecht es dir geht – preise den Herrn und Gott holt dich wieder heraus. Es gibt keine Grube, die so tief ist, dass du da hineinfallen könntest, aus der Gott dich nicht wieder herausholen könnte. Wenn du ihm deine Liebe und deinen Gehorsam zeigst durch Anbetung. Preist den Herrn allezeit ohne Rücksicht auf Gefühle – das war meine starke Botschaft.

Und mir dämmerte, dass die andere Schwester wohl irgendwie recht hatte, mit dem, was sie gesagt hatte, dass ich das noch gar noch lebe, was ich da gelehrt habe.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (70:00 bis 75:00)

 

Okay, dann der nächste Punkt: Der Heilige Geist ist ein Geist der Gnade. Und wenn wir ihn erleben wollen, wenn wir ihm erlauben wollen, uns zu dienen, dann ist es wichtig, dass wir Menschen der Gnade werden. Und das heißt, dass wir immer da, wo es notwendig ist für uns selbst – wo wir gefallen sind, dass wir eben Gnade nehmen.

Die Antwort auf Sünde und auf Versagen ist Gnade. Und wir nehmen Gnade. Und zwar immer dann wenn es notwendig ist. Wenn wir unsere Sünde bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns vergibt und reinigt von aller Schuld.

1 Joh 1,9
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.

Das geht dann sehr zusammen auch mit dieser Botschaft über die Gerechtigkeit Gottes, und darüber dann später mehr. Aber ich muss es einfach der Vollständigkeit halber hier erwähnen.

Und natürlich gehört Gnade auch in unsere Beziehung mit Mitmenschen. Also unsere Reaktion auf die Fehler und Sünden und Schwächen von anderen. Wir können nicht für uns Gnade nehmen und dann uns weigern, Gnade weiterzugeben. Weil die Schrift uns dann sagt: Dann hört dieser Strom von Gnade einfach auf.

Und dann können wir uns beklagen und können sagen, das kann doch nicht sein, Gott hat doch gesagt, seine Gnade ist umsonst – ja, sie ist auch umsonst, und du kannst sie nicht verdienen – aber du kannst sie sehr wohl verhindern.

Sie ist umsonst, aber du kannst sie verhindern. Paulus sagt zu den Galatern: Wenn ihr das Gesetz beachtet, ihr seid aus der Gnade gefallen.

Gal 5,4
Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen!

Nicht die Gnade ist unwirksam geworden, sondern sie sind aus der Gnade herausgefallen. Und wenn wir anderen Menschen, die uns wehgetan haben nicht vergeben – auch das ist eine eigene Lektion, weil es so, so wichtig ist, werden wir eine ganze Einheit nur darüber sprechen dann – „Bitterkeit und Vergebung“. Wenn wir nicht vergeben, dann hört die Gnade Gottes auf zu fließen, weil wir sie zum Stillstand gebracht haben.

Und diese Bitterkeit kann unser ganzes Leben zerstören. Und das möchte Gott nicht. Okay, der Heilige Geist kommt und er lehrt uns, was Gnade ist und wie wir sie anwenden. Gut.

Und jetzt der Hauptpunkt eigentlich hier zu diesem Bereich jetzt hier: Der Heilige Geist hat auch ein großes Verlangen, ein großes Ziel: Er möchte Jesus verherrlichen. Das ist, warum er gekommen ist. Er möchte Jesus verherrlichen.

Und wenn wir uns entscheiden, wir wollen Jesus verherrlichen, wir wollen Menschen werden der Anbetung, dann sagt der Heilige Geist: „Oh, da wird mir Raum gemacht, da kann ich kommen, da ist jemand, der wirklich Platz macht für mich“. Und dann kommt er. Ein Leben der Anbetung ist ein Leben, das dem Heiligen Geist Raum gibt. Und wenn er eben kommt, dann bringt er all das Herrliche mit, was wir vorhin schon beschrieben haben: Die Liebe, die Ermutigung, die Zuversicht und das Wertgefühl und die Freude und noch vieles, vieles andere Gute. Das wirkt der Heilige Geist wenn wir ihm Raum geben.

Eph 5,18 – dort wird also dann das beschrieben, wie das konkret aussieht. Und hier werden wir dann ganz praktisch sehen, warum ich vorhin so stark betont habe, dass Wandel im Geist etwas mit Reaktionen zu tun hat.

Okay, lasst uns einmal hier ab Vers 15 lesen ruhig.

Eph 5
15 Seht nun genau zu, wie ihr wandelt […]

Und das ist genau das Gegenteil von dem, was ich früher getan habe. Ich habe immer genau zugesehen wie ich mich *gefühlt* habe. Und ich habe immer genau zugesehen, was die anderen wieder Böses gegen mich getan haben. Darauf war mein Augenmerk gerichtet. Und du kannst nicht siegreich leben wenn du dich auf diese Bereiche konzentrierst: auf deine Gefühle und was andere gegen dich tun. Du kannst nicht siegreich sein.

Und das ist, was Paulus hier sagt: Achtet nicht darauf! Achte darauf, was du TUST.

Nicht, was du fühlst, nicht, was von außen gegen dich kommt, sondern was du tust, wie du reagierst. Das ist das Entscheidende, was bestimmen wird, ob du ein siegreiches Leben führst in Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist oder ob du in eigener Weise für dich getrennt von Gott leidest und schmollst und vor dich hin sumpfst und irgendwie so ein Leben der Niederlage führst.

Ich weiß nicht, ob du hier überhaupt weißt, wovon ich spreche, aber ich kenne Zeiten aus meinem Leben – als ich keine Lehre hatte, damals konnte ich noch nicht in ein Grundlagenseminar gehen, das gab es da nicht. Ich war ein junger Christ vor 20 Jahren oder 18 Jahren ungefähr. Und ich hab Zeiten gehabt, wo ich mich bärenstark gefühlt habe, wo ich gedacht habe, ich bin der kommende Mann Gottes und wenn doch alle nur so wären wie ich und wieso haben denn diese Schwächlinge Probleme? Ich kann das gar nicht verstehen – als Christ hat man doch keine Probleme.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (65:00 bis 70:00)

 

Okay, also jetzt einige konkrete Punkte, wie wir denn diesem wunderbaren Heiligen Geist Raum geben können, wie wir Gemeinschaft haben können mit ihm.

Er ist zuallererst der Geist der Wahrheit. Ich habe das eigentlich vorhin schon indirekt angesprochen als ich über die Eigenschaften der neuen Natur gesprochen habe – wenn wir den Heiligen Geist erleben wollen und wenn er nun mal ein Geist der Wahrheit ist, dann bedeutet das, ich treffe eine Entscheidung: Ich will ein Leben führen gegründet in Wahrheit.

Ich will mein Leben ausrichten nach der Wahrheit des Wortes Gottes. Dann habe ich eine Entscheidung getroffen, die ihm ein Signal gibt, und er sagt, oh, das, was mir wichtig ist, ist auch ihm wichtig – und da kann er kommen, da kann er sich wohlfühlen. Er ist der Geist der Wahrheit.

Natürlich nicht in einem destruktiven, zerstörerischen oder asketischen Sinne irgendwie, „jawoll, was jetzt dran ist, ist die knallharte Wahrheit, jetzt setzen wir uns mal im Kreis, so wie so ein paar Psychogruppen, und dann werden wir uns knallhart einmal die Wahrheit sagen, was wir schon immer so gefühlt haben über den Bruder und die Schwester, und am Ende sind alle total verzweifelt und liegen alle am Boden und keiner traut mehr dem anderen und keiner weiß noch, ob er sich selber trauen kann.

Das ist nicht die Art und Weise, wie Gott therapiert. Die Therapie der Welt ist: Zerstöre die Persönlichkeit, und dann aus den Trümmern soll dann etwas neues geschaffen werden. Das ist nicht, wie Gott arbeitet.

Das allererste, wenn ich sage „Leben in Wahrheit“, ist, dass wir übernehmen, was Gott über uns sagt: Wir sind wunderbar. Wir sind seine geliebten Kinder. Wir sind wertvoll. Und das ist eine der härtesten Botschaften, habe ich empfunden über die letzten Jahre, die man nur predigen kann. „Wir sind wertvoll in Gottes Augen“.

Jes 43,4a
Weil du kostbar bist in meinen Augen, wertvoll für mich, und ich dich liebgewonnen habe

Und manches Mal in der Seelsorge, da habe ich gesagt: Weißt du, ich glaube, hier hilft nur noch eines: Du musst selbst Vater werden, ein paar Kinder in die Welt setzen, dann verstehst du, wovon ich hier rede.

Ein Vater hat einfach das in sich, eine große Liebe zu seinem Kind. Und diese Liebe ist nicht gekoppelt an was das Kind getan hat oder gelassen hat, sondern das ist einfach in seinem Vaterherz drin. Der Vater freut sich über seine Kinder. Und das ist eines der schwierigsten Dinge für manche Christen zu glauben – wenn sie zu Gott kommen, Ihn zu sehen als den, der mit offenen Armen steht: „Oh, mein Kind kommt zu mir, jawohl, komm, lass uns eine gute Zeit haben“.

Es gibt ganze Gemeinden, da sagt der Pastor, „lasst uns beten“ – und alle gehen in Deckung. „Hilfe, jetzt könnte Gott sich nahen“. Man verkriecht sich, man versteckt sich, man wird irgendwie förmlich, man zupft sich irgendwie innerlich zurecht. Man denkt, man muss jetzt irgendwas beeindruckendes tun.

Das ist ein total verkehrtes Konzept: Gott ist ein Vater. Und das beinhaltet, Er liebt mich – nicht, weil ich was getan oder gelassen habe, sondern weil Er der Vater ist. Das hat mit mir gar nichts zu tun – glücklicherweise.

Aber da ist diese Verbindung da bei uns zwischen Liebe und Werken. Und das muss durchbrochen werden, und das kann nur durch Wahrheit und das Wirken des Heiligen Geistes durchbrochen werden.

Dass wir die Erwartung an Gottes Liebe haben gemäß unserer Taten – und weil wir sehr genau Bescheid wissen über unsere Taten und unser Gewissen uns auch anklagt – deswegen ist das Maß unserer Erwartung wenn wir in die Gegenwart Gottes kommen nicht besonders groß.

Darüber werden wir später hören dann wenn wir über die Gerechtigkeit Gottes dann hören – das ist eigentlich ein Thema, was dann hier hineingehört. Okay, jetzt kann ich das nur nennen.

Also wir übernehmen, was Gott über uns sagt. Und nur wenn wir zu dieser Erkenntnis kommen, wir sind wirklich angenommen *für immer* – wegen Golgatha, wegen dessen, was Jesus getan hat, dann kommt dieses Vertrauen und dann kommt auch noch später ein zweiter Aspekt von Wahrheit dazu: Dass der Heilige Geist beginnt, uns einige Dinge zu zeigen aus unserem aktuellen Verhalten, unseren Haltungen usw. Aber er tut das niemals verdammend, sondern er tut das mit sehr viel Gnade und Freundlichkeit, und er macht uns klar: Wir sind angenommen, wir sind geliebt. Und dann teilt er uns mit und sagt: „Und an dieser Stelle werden wir jetzt arbeiten, mein Sohn/meine Tochter, und ich verspreche dir eines, wir werden dieses hässliche Ding herausbekommen aus deinem Leben“.

Und Gott ist konsequent und entschieden, aber nicht bedrohlich und bestrafend und ablehnend. Und das ist etwas, was wir verstehen müssen. Und was uns hindert, wirklich Gott voll zu akzeptieren als unseren Vater.

Also das allererste: Die Wahrheit des Wortes Gottes. Jesus sagt: Wir werden die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird uns frei machen.

Joh 8,32
und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Hallelujah. Die Wahrheit – die Wahrheit macht frei!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (60:00 bis 65:00)

 

Und die Freude am Herrn ist unser Schutz oder unsere Bergfeste. Und lass es dir zu einer geistlichen Regel werden: Freude ist nicht etwas, was Gott sporadisch dir hin und wieder auf besonderen Konferenzen oder anderen geistlichen Höhepunkten irgendwie so gewähren will und du sollst das ganze Jahr über dann darauf hin leben, „oh, bald kommt wieder eine große Konferenz und dann wieder werde ich ein bisschen ermutigt werden und das gibt mir genügend Kraft wieder mich das ganze Jahr so durch zu schleppen“.

Das ist ein total verkehrtes Konzept! Sei da nicht so anspruchslos. Freude soll etwas sein, was uns kennzeichnet, was absolut notwendig ist und wenn wir unsere Freude verlieren, hat das Gründe! Jesus sagt: Niemand kann eure Freude von euch nehmen.

Joh 16,22
Auch ihr nun habt jetzt zwar Traurigkeit; aber ich werde euch wiedersehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Freude nimmt niemand von euch.

Nur einer: Du selbst.

Und wenn wir unsere Freude verloren haben und merken, alles wird schwer und zäh und wir quälen uns nur noch zu den Versammlungen, dann sollten wir unbedingt die Notbremse ziehen und ein bisschen Fasten und Beten einschieben und sagen: Wo bin ich abgeirrt vom Weg? Wo habe ich angefangen, irgendwas eigenes zu machen, aber nicht mehr das, was Gott von mir wollte?

Diese Freude, die einfach Gott in uns hineinlegt, ist etwas, was konstant da sein soll um uns zu motivieren. Und es kommt durch den Heiligen Geist. Der Heilige Geist bringt diese Freude. Der Heilige Geist bringt die Liebe. Der Heilige Geist bringt das Wertgefühl. Niemand kann glücklich leben, der nicht ganz tief in sich drin weiß, ich bin wertvoll – egal, was mein Lehrer sagt – ich bin wertvoll. Ich weiß das! Und das ist schön für mich, und das wirft etwas ab.

All diese verschiedenen Segnungen sollen in unser Leben hineinkommen. Und sie kommen durch den Heiligen Geist zustande. Wir müssen ihn nicht überreden, das zu tun. Er tut das von dem Moment an, wo wir ihm das erlauben. Denn das schöne ist: Er liebt uns mehr als wir uns lieben. Das ist das schöne. Er liebt uns mehr als wir uns selbst lieben.

Wir müssen nicht den Heiligen Geist überreden, uns ein bisschen wohl zu tun. Wir müssen nur lernen, wie wir ihm Raum geben können und dann aufhören, ihn zu behindern. Die Bibel redet sehr wohl davon, dass wir ihn behindern können. Z.B. Eph 4,30 – später kommen wir noch dazu.

Eph 4,30a
Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes

Aller Zorn, Grimm, Bitterkeit, Wut und Lästerung sei ferne von euch, samt aller Bosheit.

Eph 4,31
Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan, samt aller Bosheit!

Das sind Verhaltensweisen, die betrüben den Heiligen Geist. Und „betrüben“, das habe ich früher nie verstanden, ehe ich ein bisschen mehr persönlich den Heiligen Geist kennengelernt habe, „betrüben“ bedeutet nicht, dass er sagt, du hast das gegen mich getan, jetzt mag ich nicht mehr – und dann dreht er sich um und schmollt und sitzt in der Ecke und sagt, ich spiel nicht mehr mit dir – oder so etwas.

Sondern ich betrübe den Heiligen Geist durch bestimmte negative Verhaltensweisen. Interessanterweise gar nicht mal ihm gegenüber, sondern Menschen meiner Umgebung gegenüber.

Hast du schon mal gemerkt, die meisten Gläubigen haben mit Gott gar keine Probleme – sie haben nur Probleme mit den anderen Gläubigen? Und unsere Probleme mit den anderen haben sehr viel zu tun mit unserer Beziehung zu Gott, sehr viel! Da ist eine Verbindung.

Und Gott sagt manches mal: Willst du näher zu mir, dann ändere bestimmte Dinge in deiner Ehe, ändere bestimmte Dinge in deinem Leben, wie du mit deinen Geschwistern umgehst. Und dann kann Gott sich auch mehr uns nahen.

Wir betrüben den Heiligen Geist wenn wir durch bestimmte Verhaltensweisen ihn hindern uns zu segnen. Und weil er uns so lieb hat, weil er so gerne uns erfüllen möchte, erfrischen möchte, segnen möchte – gestern waren wir als Gemeindeleitung zusammen und wir haben eine schöne Zeit gehabt im Heiligen Geist. Und wir waren nicht sehr amtlich und sehr würdevoll, sondern wir haben hier teilweise auf dem Boden rumgekullert und wir haben gelacht und uns gefreut und es war wirklich sehr erfrischend und sehr glaubensstärkend.

Der Heilige Geist will uns dienen, er will uns wirklich erfrischen.

Und wenn er das nicht kann, wenn wir Mauern aufbauen, wenn er von uns gehindert wird, eben durch Zorn, Bitterkeit, Grimm usw. – dann ist er traurig darüber, dass er seinem Verlangen, uns Gutes zu tun nicht Ausdruck geben kann. Das betrübt ihn, und er muss sich zurückziehen bis wir das einsehen, bis wir eben erkennen, was da schiefgelaufen ist und das wieder zurücknehmen, um Vergebung bitten und dann ihm wieder Gelegenheit geben.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (55:00 bis 60:00)

 

Und ich will einfach anhand von einigen Eigenschaften des Heiligen Geistes das zeigen, wie wir dem Heiligen Geist Raum geben können. Und sobald wir ihm Raum geben, fängt er an, uns zu segnen, fängt er an, uns zu dienen, fängt er an, einfach uns das zu geben, was wir uns selber nicht geben können.

Was gibt uns der Heilige Geist? Er gibt uns, wie eben schon gesagt, die Kraft, aber auch andere wichtige Dinge. Er bringt uns Liebe.

Das ist die Aufgabe des Heiligen Geistes, uns die Liebe Gottes zu bringen. Röm 5,5 – die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.

Röm 5,5
die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.

Der Heilige Geist will uns die Liebe Gottes bringen. Und wenn wir die Liebe Gottes nicht auf einer regelmäßigen Basis erleben, dann bleibt uns nur eines übrig: Uns zu zwingen, uns anzustrengen, um mir eigener Kraft dann eisern den Menschen von Disziplin und von eisernem Willen und Durchhalteparolen irgendwie und Pflichtbewusstsein uns irgendwie durchs christliche Leben zu schleppen. Das mag vielleicht auch gehen, aber etwas wirst du nicht haben: Wirkliche Erfüllung und wirkliche Freude. Das wirst du dabei nicht haben.

Und das wäre ganz, ganz schade, weil das ist ausgemachter Wille Gottes, dass du die Freude Gottes erleben sollst.

Neh 8,10b
Die Freude am Herrn ist eure Stärke.

Oder „euer Schutz“. Und in der Fußnote kannst du sogar lesen, jedenfalls wenn du eine Elberfelder Bibel hast, „ist eine Bergfeste“. Die Freude am Herrn ist eine Bergfeste. Was für ein starkes Wort. Eine Bergfeste. Ich weiß nicht, ob du früher auch gerne so Ritterfilme gesehen hast oder so, ja? Aber wenn du das mal gesehen hast, dann weißt du, eine Festung, die in den Bergen ist, kann gegen Feinde, die notwendigerweise von unten kommen müssen – von oben können sie ja nicht kommen – leicht verteidigt werden. Es ist leicht, eine Festung oben auf dem Berg zu verteidigen. Weil der Feind muss von unten kommen und du bist oben. Und du bist von vornherein überlegen. Und ihr Lieben, das ist ein Bild für den Kampf des Glaubens, den wir haben. Viele Christen versuchen zu kämpfen, um Sieg zu haben. Und das wird niemals funktionieren, weil das nicht der Kampf des Glaubens ist. Der Kampf des Glaubens ist: Gott gibt uns den Sieg, und jetzt stehen wir in dem Sieg.

Wir halten gegen alle Bedrängnis einfach diesen Sieg fest – das ist der Kampf des Glaubens. Es ist ein Kampf, den wir kämpfen, um den Sieg aufrecht zu erhalten. Und jedes Nachgeben in Entmutigung, in Enttäuschtsein, in Wut, in Zorn, in Rebellion, in Schmollen, in „ich mag nicht mehr“, „ach, mir ist alles egal, lasst mich in Ruhe“ und dergleichen mehr – all dieses Nachgeben auf diese Art von negativen Gefühlen, die dein Nachbar so wenig schätzt an dir, all diese Dinge bedeuten, dass wir den Kampf aufgeben.

Entmutigung, „sich hängen lassen“, „sich gehen lassen“ ist Aufgeben dieses Kampfes. Der Kampf ist ein Kampf um den Sieg, den wir schon haben, festzuhalten. Deswegen passt das so schön zu diesem Bild, dass die Freude am Herrn eine Bergfeste ist. Und dann kommen die Feinde von unten, und wir sind sehr locker. Wir wissen, die Mauer unserer Festung ist sehr, sehr, sehr hoch. Und wir haben viele Möglichkeiten, uns vor den herannahenden Feinden zu wehren. Und wir können gelassen von der Mauer herabschauen wenn sie kommen. Vielleicht kommen sie in der Nacht und legen eine Leiter an und krabbeln dann hoch – das macht weiter nichts, weil wenn sie erstmal nur auf der Hälfte der Leiter sind, dann nehmen wir nur unseren kleinen Hacken und dann geben wir der Leiter eine kleine Bewegung nach hinten und dann fällt die Leiter um. Das ist nicht eine riesige Kraftanstrengung, wo du sagst: „Oh, meine Güte, müssen wir heute wieder die Feinde abwehren“. Jedes kleine Kind kann das tun!

Oder das nächste Mal hältst du ein paar Eimer mit heißem Wasser oder heißem Pech oder anderen Utensilien – große Steine, hältst du parat auf deiner Mauer, die kannst du auch schon auf die Zinnen legen. Dann kommt der Feind, und dann wiederum mit deinem bewährten Hacken – eine kleine Bewegung nach vorne und dann rollt dein Steinchen nach unten und das war’s. Also eine Festung in den Bergen ist leicht zu verteidigen, das will ich damit sagen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (50:00 bis 55:00)

 

Nehmen wir ein Beispiel. Eine Haltung von „ich bin nichts wert“ wird nach kurzer Zeit ein Gefühl eben von „unglücklich sein“ und von „unzufrieden sein“ produzieren.

Aber nichts das Gefühl „unglücklich sein“ ist dein Problem, sondern dein Problem ist die Haltung und diese Einstellung, die du hast dir selber gegenüber. Meistens haben wir das übernommen und das wurde uns sozusagen auferlegt und antrainiert und dann fühlen wir uns halt leer, unmotiviert, gelangweilt und uninspiriert, und das Leben hat irgendwie nichts farbiges und erfrischendes an uns.

So sind Gefühle nichts anderes als Folgen von bestimmten Verhaltensweisen und Denkweisen und Haltungen. Und willst du deine Gefühle verändern, nun, dann ändere deine Denkweise, ändere dein Haltung, ändere deine Verhaltensweisen – ganz einfach.

Willst du deine Gefühle verändern, ändere deinen Lebensstil. Und du wirst von alleine dann sehen, weil du an der Wurzel arbeitest und nicht versuchst, das Symptom irgendwie zu verändern, dass neue Gefühle in dein Leben kommen.

Und zu diesem ganzen Konzept „Erlösung“ bedeutet es auch, wir sind wieder zu dem gekommen, was am Anfang die Menschen sein sollten nach Gottes Plan: Menschen, die herrschen. 1 Mose 1: „Lasst uns Menschen machen, die herrschen“.

1 Mose 1,28
Und Gott segnete sie; und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde!

Und Röm 5,17 sagt, wenn wir die Fülle der Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit empfangen, dann werden wir herrschen durch Jesus Christus.

Röm 5,17
Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod durch den einen geherrscht hat, so werden viel mehr die, welche den Überfluss der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.

Erlösung bedeutet, wir kommen wieder zurück in den ursprünglichen Plan. Und Gottes Plan ist, dass wir Menschen sein sollen, die herrschen. Nicht über Menschen, sondern die herrschen im Leben über die Umstände. Und wir können niemals lernen, über die Umstände zu herrschen, wenn wir nicht über unsere Gedanken und unsere Gefühle beginnen zu herrschen. Herrschaft beginnt innen.

Und können wir nicht unsere Gedanken, unsere Gefühle und unsere Haltungen unter Kontrolle nehmen, wir werden niemals Menschen werden, die ein siegreiches Überwinder-Leben führen können, es ist total ausgeschlossen. Weil das, was uns runterreißt – oder sozusagen das Wesen von Niederlage ist, dass wir überrollt werden von negativen Gefühlen: Entmutigung, Hoffnungslosigkeit, Enttäuschung, Abgelehnt sein, Missverstanden sein, und und und … Das sind alles Gefühle, die überwältigen uns, und die Folge davon ist, du wirst lustlos oder sogar böse und bösartig.

Von diesen Dingen überrollt zu sein, wird immer dazu führen, du hast keine Lust mehr, das Wort zu studieren. Du hast auch gar keine Lust in die Versammlung zu gehen, du hast keine Lust, anderen Menschen etwas von Jesus zu sagen. Von diesen negativen Dingen überrollt zu sein, heißt, dass dein geistliches Leben – hoffentlich nur für ganz kurze Zeit – zu einem echten Stillstand gekommen ist.

Und Herrschaft beginnt damit, dass wir lernen zu verstehen, was passiert da in uns und wie können wir diese Dinge herausbekommen aus unserem Leben.

Und das eben hat zu tun mit dem Heiligen Geist, dem wir Raum geben.

2 Kor 13,13b
… die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

Das ist nicht die theoretische oder dogmatische Wahrheit irgendwie – ja, der Heilige Geist wohnt in mir – sondern „Gemeinschaft“.

Wie Menschen in der Ehe – sie können miteinander verheiratet sein, aber sie haben keine Gemeinschaft. Sie sind legal dem Status nach verheiratet, aber sie haben keine Gemeinschaft. So können wir auch den Heiligen Geist in uns haben, aber wir kennen ihn gar nicht. Wir haben keine Gemeinschaft und wir geben ihm keinen Raum und er kann dann uns nicht dienen. Er kann uns nicht dienen und damit ist diese Zufuhr von Kraft einfach nicht da, und das ist gleichbedeutend damit, wir werden keine echte Veränderung erleben. Weil die Änderung kommt durch den Heiligen Geist zustande.

Apg 1,8
sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde!

Die Veränderung kommt durch den Heiligen Geist. Also wir brauchen ihn ganz, ganz, ganz dringend.

Und dann ist es notwendig, dass wir verstehen, wie haben wir mit ihm Gemeinschaft und wie können wir ihm Raum geben in unserem Leben.

Und wenn wir etwas verstehen über sein Wesen – und sicherlich Gemeinschaft fängt damit an, dass wir studieren im Worte Gottes, die Person, das Wesen des Heiligen Geistes – dann werden wir entdecken, dass er bestimmte Vorlieben hat, dass er bestimmte Dinge mag und andere Dinge nicht mag.

Und Gemeinschaft ist nichts anderes als mich darauf einzustellen, was ihm gefällt und eine Entscheidung zu treffen – viel mehr können wir kaum tun – eine Entscheidung zu treffen: Das sollen die Dinge sein, nach denen ich mich jetzt ausrichte im Leben, danach werde ich mein Leben neu orientieren.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (45:00 bis 50:00)

 

1 Joh 5,3b
und seine Gebote sind nicht schwer.

Sie Gebote sind nicht schwer! Und wir möchten aufbegehren und sagen, „Mann, hast Du ne Ahnung?! Wenn das Wort Gottes sagt, ich soll immer wieder vergeben, immer wieder vergeben – willst du mal bei mir wohnen, bei meiner Alten? Dann wirst du merken, das Gebot Gottes ist schwer! Immer wieder vergeben – jeden Tag, jeden Tag – es ist schwer!“

Nein! Wir müssen aufpassen mit Gott überein zu stimmen. Sein Gebot ist nicht schwer. Dann geht es weiter. „Denn … “

1 Joh 5,4a
Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt;

Hier ist wieder der Zusammenhang: Wir können nach Gottes Standard leben, weil wir eine Natur in uns haben. Und die neue Natur ist sozusagen danach geschaffen und so gebaut, dass sie diesem Standard entsprechen kann. Das ist unsere Natur. Gehorsam ist unsere Natur. Im Willen Gottes zu leben, das ist unsere Natur. Und darin geht es uns gut. Versuchen zu wollen etwas anderes zu leben, nämlich nach der Art der Welt, im Ungehorsam, in der Unabhänhigkeit von Gott, wird nichts anderes als Unglück produzieren.

Du bist Kind Gottes und du bist geschaffen nach dem Willen Gottes zu leben, und das wird dir die größte Erfüllung und die größte Zufriedenheit geben und den größten Genuss im Leben. Du bist geschaffen danach und du kannst das, du bist ausgerüstet.

Und wichtig ist, dass wir lernen, wie können wir dieser neuen Natur Raum geben.

Nun, erste war, ich wiederhole noch einmal: Dieses zu verstehen, was Gott uns gegeben hat. Und einige, wenige Aspekte habe ich genannt. Aber sehr grundlegende. Wir sind nach dem Willen Gottes geschaffen, wir sind von unserem Inneren her – wir sind gehorsam geworden von Herzen.

Und dann kommt das nächste dazu, dass wir einen Lebensstil lernen, wo die Kraft des Heiligen Geistes anfängt, zur Verfügung zu stehen oder uns zu dienen.

Wenn Paulus das betont, dass wir im Geist wandeln sollen, dann bezieht sich das doch nicht alleine – wie ich das bis jetzt betont habe – auf die neue Geburt, auf den Geist in uns, sondern eben auch auf den Heiligen Geist. Weil die miteinander kommunizieren.

Der Heilige Geist, wenn er uns begegnet, wenn er uns dient, wenn er wirkt in unserem Leben – er wirkt in unserem Geist. Und nur das, was dort als bewirkt wird und im Übermaß vorhanden ist, wirkt sich aus in unserer Seele, wirkt sich aus in unserem Körper. Gott begegnet uns in unserem Geist. Nicht in unseren Gedanken und auch nicht in erster Linie in unseren Gefühlen. Gefühle gehören zum seelischen Bereich, aber wenn genügend und auf richtige Art und Weise wir gelernt haben, dem Heiligen Geist Raum zu geben, wird das auch eine gefühlsmäßige Dimension annehmen, aber das ist nicht das erste. Es ist nicht das erste.

Und da gehen viele, viele Christen irre, sie suchen Gefühle. Und alle Welt sucht Gefühle und Gott will auch, dass es uns gut geht und damit ist unbedingt auch diese Gefühlsdimension eingeschlossen: Liebe, Freude, Friede – das sind Gefühle, die das neue Leben hervorbringen soll. Aber anders als die Welt – wenn wir Gefühle haben wollen, wir suchen nicht Gefühle, sondern der Weg, Gefühle zu bekommen, ist Gehorsam.

Gefühle kommen von alleine. Suche nicht Gefühle, suche Gehorsam und die Gefühle kommen von alleine, glaubt mir das.

Und wir schauen immer auf Gefühle. Oh, wie fühle ich mich heute? Wir sind immer nur beschäftigt damit, zu sehen wie wir uns fühlen. Ich bin ein Mensch gewesen, der eben einen solchen total selbstbezogenen Lebensstil geführt hat wie das jeder Drogenabhängige auch tut. Und das ganze Denken und alles dreht sich nur um Gefühle. Es geht immer nur darum, wie fühle ich mich heute? Und wieviel muss ich heute mir reinpfeifen damit ich mich wieder gut fühle?

Und man ist so in einer Routine, immer nur auf sich zu schauen. Und auch wenn man kein Drogenabhängiger war, kann man dieser Gefahr erliegen, und man schaut immer nur auf sich. Und es ist immer nur wichtig, wie fühle ich mich?

Aber wenn ich verstehe, was Gefühle sind, dann weiß ich, das macht überhaupt keinen Sinn, auf Gefühle zu warten oder auf Gefühle zu starren, ob sie nun kommen oder ob die schlechten nun endlich gehen. Wenn ich verstehe, Gefühle sind nichts anderes als Folgen oder Reaktionen oder Produkte von bestimmten Denkweisen und Haltungen und Verhaltensweisen – ich sag’s noch einmal, weil das so gewichtig ist:

Gefühle sind nichts anderes als Produkte von bestimmten Denkweisen, von bestimmten Verhaltensweisen und bestimmten Haltungen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (40:00 bis 45:00)

 

Und so, und das ist nichts anderes als „Glauben“ – Glauben heißt, nicht auf das Sichtbare zu sehen, sondern das Unsichtbare in Betracht zu ziehen und damit zu rechnen.

Okay, soviel also zu einigen grundsätzlichen Dingen. Jetzt lasst uns ein bisschen präziser werden, wie können wir jetzt tatsächlich Schritte gehen, die diese Kraft Gottes anfangen lassen zu fließen. Und nur wenn Kraft fließt, sind wir imstande, aus alten Verhaltensweisen heraus zu kommen. Ich weiß nicht, ob du schon mal, das gibt’s ja heute kaum noch, auf dem Lande ist ja jetzt jeder Feldweg geteert, aber früher, da gab’s noch so richtige Feldwege und wenn dann Matschwetter war, dann fuhr man dann mit dem Trecker solche tiefen Rillen da hinein. Und ich weiß nicht, ob du das noch kennst, ja? Wenn diese Rillen tief genug sind, du kannst mit dem Trecker da durch fahren, du brauchst gar nicht mehr zu lenken, das fährt von alleine. Du brauchst gar nicht zu lenken, weil die Rillen sind so, dass die Reifen gerade hineinpassen, und das fährt einfach. Du kannst sogar um die Kurve fahren. Du brauchst gar nicht zu lenken, die Rillen machen das alleine.

Und so ist auch unser Charakter. Und es braucht einen Aufwand von Kraft aus dieser eingefahrenen Rille herauszukommen und dagegen zu steuern und einen anderen Weg einzuschlagen. Unser Charakter – das hat sich alles so verselbstständigt, weil wir so hart dran gearbeitet haben – über so viele Jahre uns Dinge hier irgendwie haben erlaubt zu reagieren nach einer Weile, dass es automatisch geworden ist. Wir müssen nichts mehr tun. Und dann kommen die Menschen und sagen: Ich weiß gar nicht, wie das kommt, also ich will es auf jeden Fall nicht, aber in mir kommt dieser Zorn hoch und dann passieren irgendwelche Vulkanausbrüche – also ich bin das jedenfalls nicht.

Doch – wir sind das! Das ist nur schon so eine Automatik geworden, dass wir nichts mehr tun müssen um es auszulösen. Das ist so eine Hingabe an das Äußere, das von alleine der nötige Reiz von draußen die entsprechende Reaktion von innen bewirkt. Und Wandel im Geist hat auch sehr viel damit zu tun, dass wir Verantwortung übernehmen für unser Leben, dass wir Verantwortung übernehmen für unsere Reaktionen.

Es hilft uns kein bisschen weiter, das auf irgendeinen Automatismus in uns zu stellen und zu sagen: Das muss wohl ein Dämon sein, und ich vermute, in meinem Falle ein besonders kräftiger irgendwie, der das bewirkt. Oder wir verlagern das Problem nach außen und sagen: Also, DU bist das Problem. Ja? Diese übliche Redeweise: „DU bringst mich zu Weißglut, DU nervst mich, DU machst mich wahnsinnig. Oder irgendwie so etwas.

Und wir müssen da sehr genau exegetisch arbeiten und dann stellen wir fest, das ist nicht eine Betrachtungsweise, wie sie dem Neuen Testament entspringt. Denn wenn ich sage: Du machst mich wahnsinnig – dann heißt das: Du musst dich ein bisschen ändern, damit du nicht mehr solche Reaktionen bei mir hervorrufst. Du bist schuld.

Aber die biblische Betrachtungsweise ist: Ich habe Verantwortung für meine Worte, für meine Gedanken, für meine Gefühle inkl. meiner Zornesausbrüche.

Ich bin verantwortlich – niemand sonst! Und das ist das uralte Spiel, was eben gespielt wird im Bereich Sünde, dass man immer jemand anders verantwortlich macht. Dass die Schuld verschoben wird und verlagert wird. Keiner will sie haben, keiner will verantwortlich sein. Und man schiebt es immer auf andere.

Also, da muss Kraft hineinkommen, damit wir überhaupt herauskommen aus diesen eingefahrenen Rillen und dass wir lernen können, anders zu reagieren. Diese Kraft ist natürlich der Heilige Geist. Apg 1,8 – Ihr werdet Kraft empfangen wenn der Heilige Geist auf euch kommt und ihr werdet meine Zeugen sein.

Apg 1,8
Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.

Da haben wir diese Reihenfolge: Kraft, Veränderung – und diese Veränderung führt dann dazu, dass wir glaubwürdige Zeugen sind. Und ich denke, so wichtig diese Betonung ist – Zeichen und Wunder und Erweckung und all das – wir müssen eine klare Reihenfolge der Prioritäten haben. Gott ist wichtiger die Frucht des Charakters in meinem Leben als Zeichen und Wunder.

Im Himmel werde ich keine Zeichen und Wunder brauchen, aber ich brauche einen ordentlichen Charakter, sonst bin ich in Gefahr, den Himmel nicht mehr Himmel sein zu lassen. Und Gott muss sicherstellen, dass ich dem Himmel keine Gewalt antue in dem Sinne, dass ich den Himmel irgendwie beschmutze.

Und Gott wird uns lehren einfach dort Veränderung zu suchen, zu begehren, sie nicht zu fliehen, keine Angst zu haben davor und eben zu sehen: Es ist leicht! Es ist leicht!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (35:00 bis 40:00)

 

Es kann total aussichtslos aussehen – wie Paulus das sagt, als er dort sein Leben beschreibt. Da sagt er:

2 Kor 4,8-9
8 In allem sind wir bedrängt, aber nicht erdrückt; keinen Ausweg sehend, aber nicht ohne Ausweg;
9 verfolgt, aber nicht verlassen; niedergeworfen, aber nicht vernichtet;

Gerade heute morgen habe ich es noch gelesen, das hat mich so ermutigt und ich dachte: Mensch, das ist es!

Okay, er beschreibt dort seinen apostolischen Lebensstil. Und dann sagt er:

2 Kor 4,17
Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Bedrängnis bewirkt uns ein über die Maßen überreiches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit

Und das ist der Gipfel der Frustration des Teufels. Die Drangsal, also die Schwierigkeiten, die Probleme, die Herausforderungen, sagt Paulus, bewirkt ein Maß, ein großes Maß von Herrlichkeit.

Und an der Stelle müssen wir aufpassen, dass wir nicht zu schnell irgendwie sagen: „Ja, bei mir aber nicht, bei mir wirkt zu viel Drangsal auf einmal Enttäuschung oder Depression oder irgendwie so etwas“, sondern Paulus erklärt ganz genau, warum das so ist. Und das hat alles mit „Wandel im Geist“ zu tun. Er erklärt, das Entscheidende in Drangsal-Situationen, Bedrängnissen, Angriffen, Bedrückungen, Herausforderungen, Schwierigkeiten – das Entscheidende ist die Art und Weise wie man reagiert.

2 Kor 4,17b,-18
[…] ein ewiges Gewicht von Herrlichkeit, da wir nicht das Sichtbare anschauen, sondern das Unsichtbare; denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ewig.

An der Stelle hat die Tradition einfach irgendwie das verkürzt und damit total entstellt und hat gesagt: Ja, Leiden ist gut und wir Christen müssen leiden, und das Leiden wirkt irgendwie etwas Gutes. Und das ist Quatsch! Leiden bewirkt nichts Gutes. Leiden wird dich fertig machen.

Viele Leute glauben an den tieferen Sinn von Krankheit, dass es uns „edelt“ und dass es unseren Charakter irgendwie demütig macht usw. Ich habe viele Jahre im Krankenhaus gearbeitet und habe gesehen, Menschen werden immer verbitterter. Immer verbitterter je mehr sie leiden. Nicht das Leiden hat die Kraft etwas Herrliches in uns hervorzubringen. Das würde ja bedeuten, dass der Teufel an unserer Heiligung arbeitet. Das ist nicht der Fall. Er hat nichts das geringste Interesse daran. Er hat nur ein Interesse: Uns fertigzumachen, uns so zu entmutigen, dass wir irgendwann sagen, okay, also das mit dem Glauben hab ich auch mal probiert, das lassen wir jetzt sein, es bringt einfach keine Früchte.

Nicht das Leiden, nicht die Drangsal bewirkt etwas automatisch, sondern die Reaktion, unsere Reaktion auf die Drangsal. Und wir können entweder eben wieder in der Art und Weise der Welt reagieren mit Empörung – „warum ausgerechnet ich?“. Typische Reaktion wenn was schief geht. „Herr, warum ich?“ Mit anderen Worten: „Warum hast du dieses Unheil nicht meinem Nachbarn geschenkt?“ Wie freundlich! Wie christlich! Wie liebevoll!

„Warum ausgerechnet ich?“ Dahinter ist eine solche Selbstgerechtigkeit! Ich, der ich doch jeden Sonntag zur Kirche gehe, der ich doch so einigermaßen regelmäßig meine Bibel lese und auch sogar ab und zu ein paar Groschen in den Kollektenteller lege, ausgerechnet ich, warum gerade ich. Warum nicht den Sünder von nebenan?

Selbstgerechtigkeit! Und im übrigen verkennen wir total die Tatsache, dass all das Übel dieser Welt, dass es nicht von Gott kommt, sondern dass es vom Teufel kommt – wir haben die völlig verkehrte Adresse gewählt für unsere Anklagen. Dass Übel dieser Welt kommt nicht von Gott – es kommt vom Teufel.

Aber „Wandel im Geist“ ist ein genialer Weg, aus dem, was der Teufel macht, um uns kaputt zu machen, etwas Gutes zu erleben – nämlich den Segen Gottes, dass das Böse überwunden wird und etwas Gutes daraus kommt.

Und Paulus sagt: Die Herrlichkeit kommt, indem wir eben nicht auf das Sichtbare schauen, sondern auf das Unsichtbare.

2 Kor 4,18a
da wir nicht das Sichtbare anschauen, sondern das Unsichtbare

Und was ist das Unsichtbare? Das ist der Geist, der Bereich des Geistes, die neue Natur, der Heilige Geist, das Wort Gottes, Hilfe, die Engel und all das. Die wunderbaren Verheißungen – das ist das Unsichtbare, auf das wir schauen sollen und schauen können.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (30:00 bis 35:00)

 

Wenn du das verstehst, wenn du das weißt, was das bedeutet, und das kommt nur zustande, indem der Heilige Geist uns Offenbarung gibt. Und wenn du die Schriften des Paulus studierst, dann wirst du sehen, dass er sich sehr, sehr große Mühe darum macht, dass Gläubige das verstehen. Das geht über Intellekt, über Information weit hinaus. Wir brauchen eine echte Offenbarung.

Und deswegen z.B. solche Gebete – Epheser 1,15-22 oder manche andere. Oder eben, was ich vorhin sagte, Philemon 6 – „Erkenntnis all dessen, was in uns ist“.

Wir brauchen eine echte lebendige Offenbarung, das muss irgendwie uns wie Schuppen von den Augen fallen – diese Art von Leben, diese Art von Eigenschaften hat Gott in mich hineingelegt. Nur das, was du erkennst und was du glaubst, wirst du auch erleben.

Vor „Erleben“, und wir sind alle scharf auf „Erleben“ und Gott will, dass wir etwas erleben, vor „Erleben“ kommt Erkennen und Glauben. Das ist das Problem von so vielen, die die Liebe Gottes suchen und nicht kennen und seelisch schier verhungern und sie sagen: „Ich hab das nie erlebt, dass Gott mich lieb hat“ und sie suchen Liebe.

Aber lasst uns verstehen, Liebe ist nicht ein abstraktes Dingsbums, in das man so hineinrennt oder was man irgendwie plötzlich wie so einen schweren Zementsack einfach auf den Kopf gedonnert kriegt und dann ist es halt da – spürbar. Liebe durchläuft verschiedene Phasen – Erkennen und Glauben und dann Erfahren. Deswegen sagt 1. Joh 4,16: Ihr habt erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu euch hat.

1Joh 4,16
Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.

Erst erkennen, dann glauben. Und Glaube führt zur Erfahrung.

Und deswegen mein guter Rat für die, die sich also ausstrecken nach der Liebe Gottes: Suche nicht ein Gefühl, sondern gründe dich in Wahrheiten und erlaube den Wahrheiten in dir ein Vertrauen – und das ist ja Glaube – in deinem Herzen hervorzubringen. Erst nach dem Glauben kommt die Erfahrung. Nach dem Glauben kommt die Erfahrung.

Und wir sollen diese neue Natur erkennen, das, was Gott in uns hineingelegt hat, was eben ein Akt des Glaubens ist – wir sehen das ja nicht. Wir erleben das ja noch nicht, aber wir glauben Ihm, dass es so ist wie Sein Wort das sagt. Und dadurch ist eine der ersten Grundlagen oder Stufen gelegt, dass wir diese neue Natur in Aktion auch sehen wollen.

Und diese neue Natur in Aktion bedeutet Sieg. Bedeutet eben Überwinden. Bedeutet in Schwierigkeiten ermutigt bleiben.

Auf einer schönen herrlichen „Heilig-Geist Konferenz“ ermutigt zu sein ist keine große Geschichte, aber dann wenn es von allen Seiten knüppeldicke kommt, dann sind doch die Probleme da, dass wir zu schnell das Handtuch werfen, die Flinte ins Korn oder irgendwo anders hin werfen. Versteht ihr? Da ist doch die Situation, ja? Wo wir etwas brauchen, um in Anbetracht von lauter Schwierigkeiten – und das ist doch unsere Erfahrung – das Hässliche an Schwierigkeiten ist: Meistens kommen sie scharenweise. Wenn sie kommen, dann gleich im Rudel. Und nicht fein verteilt übers Jahr so wie die Feiertage oder so. Mit großen Abständen. Sondern sie kommen hordenweise unangemeldet und sie überfallen uns. Das ist doch das Hässliche an den kleinen vielen Schwierigkeiten des Lebens.

Und dieses Leben aus Gott, das wir in uns haben, diese neue Natur, ist ein Leben, das in keiner Weise Unterstützung oder Inspiration aus der sichtbaren Welt braucht. Sondern es ist ein Leben aus dem Himmel und es bekommt seinen Nachschub aus dem Himmel. Nachschub aus dem Himmel!

Und wenn du durch die Glaubenshelden gehst in der Bibel – Altes und Neues Testament – dann siehst du, etwas hat sie ausgezeichnet: Sie konnten ermutigt sein und zuversichtlich sein, dankbar sein, begeistert sein in der Mitte von ungeheuren Problemen. Wenn wir das Leben von Paulus uns anschauen, durch was für Schwierigkeiten er gegangen ist, und er sagt: Wir sind doch überreich an Freude inmitten allen unserer Trübsale.

2 Kor 7,4
Ich spreche mich mit voller Offenheit euch gegenüber aus, ich bin voll Rühmens über euch, habe Trost in Fülle und bin überreich an Freude bei aller meiner Trübsal.

Und wir denken, das gibt’s doch gar nicht, also entweder, der hat gelogen oder das ist halt die Spezialausstattung des Apostels. Aber um dieses zu erfahren – er hat nichts anderes genutzt als was du und ich haben – seine neue Natur. Dieses Leben, das wir haben, ist ein Leben aus Gott und es braucht nicht die Unterstützung des Sichtbares, es braucht nicht ein paar Probleme, die erstmal wieder ein bisschen abrücken, damit dieses neue Leben sich wieder erholen kann.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (25:00 bis 30:00)

 

Da sagt Paulus: Dank sei Gott, der uns allezeit Sieg gibt in Christus.

1Kor 15,57
Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!

2 Kor 2,14
Gott aber sei Dank, der uns allezeit im Triumphzug umherführt in Christus und den Geruch seiner Erkenntnis an jedem Ort durch uns offenbart!

Du sagst: Ja, schön, wann komme ich dahin, dass ich das auch einmal über mich sagen kann? Das kann der große Paulus von sich sagen, aber das kann nicht ich von mir sagen.

Doch! In Christus hast du genau wie Paulus allezeit Sieg. Er redet nicht von seinen ehrwürdigen Verdiensten als langjähriger bewährter Apostel, sondern er redet von Segnungen in Christus. Dank aber sei Gott, der uns allezeit Sieg gibt IN CHRISTUS. Nicht aufgrund unserer apostolischen Reife und Erfahrung, sondern in Christus.

Und deswegen also ein Bibelstudium, wer wir sind im Herrn, in ihm, durch die neue Geburt, was der Geist Gottes in uns hineingelegt hat. Und das, was wir da finden, haben wir anzuerkennen, zu bejahen, und anzuerkennen.

Phlm 6 redet von einem wirksamen Glauben, den wir haben können, in der Erkenntnis all des Guten in uns, das wir haben im Hinblick auf Christus.

Phlm 6
dass die Gemeinschaft deines Glaubens wirksam werde in der Erkenntnis alles Guten, das in uns im Hinblick auf Christus ist.

„Wandel im Geist“ heißt, der neuen Natur Raum zu geben. Die neue Natur ist ein Teil von dir, der anfängt herauszukommen oder sich zu zeigen oder aktiv zu werden, wenn du dem, was in dir drin ist, vertraust. „Wandel im Geist“ hat sehr viel mit Vertrauen zu tun. Vertrauen gegenüber den Segnungen Gottes und auch – wie wir nachher noch sehen werden noch viel mehr – Vertrauen gegenüber dem Geist Gottes. Es hat etwas mit unserem Vertrauen zu tun.

Und wenn wir erkennen, wie Gott uns gesegnet hat, dann natürlich ist die Grundlage das Wort Gottes. Gott beschreibt, was Er uns gegeben hat, und wir als gehorsame Kinder – wir stimmen mit Ihm überein. Wir übernehmen Seine Sicht von uns, wir übernehmen die Art und Weise, wie Er uns beschreibt und was Er in uns hineingelegt hat – ohne Rücksicht darauf, ob wir das jemals erlebt haben, gefühlt haben oder erfahren oder nicht.

Wichtig ist, sagt Gott, dass es mir gehört? Und wenn es so ist, dann stimm du damit überein und krieg nicht irgendwie einen traurigen Augenausdruck und dann irgendwie sagst du: Ja, ich wünschte, ich könnte das von mir auch sagen – allezeit Sieg in Christus.

Dann hast du die ganze Sache nicht verstanden! Du hast – wie jeder andere auch – Sieg in Christus. Da ist keine Niederlage in Christus, weil der Gott, der uns erlöst hat und der uns berufen hat und für den wir leben eben in sich ein erfolgreicher Gott ist. Hallelujah.

Und dieses Leben ist in uns hineingelegt. Ein Leben, das eine einzigartige Qualität hat. Die Bibel redet von zwei verschiedenen Arten von Leben:

Es ist das normale, natürliche, irdische Leben, was eigentlich nur eine Degeneration des göttlichen Lebens ist, das ist das teuflische Leben, und das wir eben im Fleisch ausleben.

Und es ist das Leben aus Gott. Wir nennen das auch „ewiges Leben“, aber wenn wir „ewiges Leben“ sagen, wir denken immer in Zeitkategorien. Und natürlich haben wir in diesem Sinne auch ewiges Leben, dass wir in alle Ewigkeit mit Gott zusammen sein werden. Natürlich! Aber das ewige Leben in Zeitkategorien hat der Sünder auch. Er wird auch ewig in diesem Feuersee sein – wie der Teufel. Das ist nicht das wesentliche von ewigem Leben. „Ewiges Leben“ wäre vielleicht besser übersetzt mit „göttlichem Leben“. Das ist eine göttliche Art von Leben, das wir bekommen haben und diese Art von Leben ist sehr interessant. Es ist ein Leben, das den größten Widerstand, den das Reich der Finsternis auf dieser Welt bieten kann – oder überhaupt bieten kann – den größten Widerstand, den größten Druck, die größte Herausforderung, den größten Angriff, den das Leben überhaupt erfahren kann, nämlich den Tod. Diesen Angriff hat das Leben aus Gott erlebt und überlebt.

Es ist Auferstehungsleben, das durch den Tod gegangen ist und der Tod konnte es nicht unter Kontrolle behalten. Das ist deswegen so wichtig für uns, weil dieses selbe Leben jetzt in uns ist. Und das heißt: Wenn die stärkste Waffe des Teufels zuschanden geworden ist und nicht sich als mächtig genug erwiesen hat eben dieses Leben einzufangen, einzugrenzen, zu unterdrücken, zu ersticken, zuende zu bringen – wenn das dem Teufel nicht gelungen ist durch den Tod eben an Jesus – dann heißt das: ALLE seine Waffen sind schwach, sind hilflos und sind total nicht ausgerüstet für das, was wir jetzt heute haben.

Es gibt in dieser Welt, aus dem Reich der Finsternis nichts stärkeres als Tod, es gibt nichts stärkeres. Und das Leben in uns ist das Auferstehungsleben und es ist durch den Tod gegangen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (20:00 bis 25:00)

 

Der sich als Opfer sieht, sagt: „Ich bin ganz alleine, niemand hilft mir, alles ist zu schwer, alles ist mir zu viel, alles irgendwie ist gegen mich und niemand hilft mir“.

Das ist diese Haltung, die eben das Opfer hat. Eine Haltung voller Selbstmitleid und wenn du es genau analysierst, eine Haltung voller Lüge! Voller Lüge. Weil wir damit faktisch ja ausdrücken, all die schönen Verheißungen, die wir lesen: Gott sagt, Er ist mit mir und wenn die Fluten kommen, sie werden mich nicht ersäufen, wenn ich durchs Feuer gehe, es wird mich nicht verbrennen.

Jes 43,2
Wenn du durchs Wasser gehst, ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden, und die Flamme wird dich nicht verbrennen.

Das ist alles schön, das sind schöne Bibelverse, die sind gut für die Stille Zeit, aber sie nützen nichts, sie bewirken nichts im Alltag. Ich entmachte das Wort Gottes mit meinem Festhalten an der Lüge. Ich sage: Ja, schön und gut, Gott hat versprochen, Er ist mit mir, aber bitte – wo ist Er denn?! Ich sehe ja, Er ist nicht mit mir. Alles ist genau wie vorher! Meine lieben Geschwister, so lieb sie sind, sind immer noch genauso gegen mich und keiner liebt mich, alle lehnen mich ab usw.

Wir entmachten das Wort Gottes gleich von Anfang an, weil wir etwas wichtiges versäumt haben: Zu achten auf unsere Reaktion, die wir haben oder die wir eben verändern können.

Und „Wandel im Geist“ hat sehr viel damit zu tun, unsere Verhaltensweisen und unsere Reaktionen zu verändern.

Aber das ist ein bisschen vorgegriffen, gehen wir ein bisschen der Reihenfolge nach vor. Ich komme dann noch dann dazu.

Wandel im Geist heißt also, dass wir einen Lebensstil lernen, wo wir die neue Natur aktivieren oder der neuen Natur Raum geben in uns. Und das muss unbedingt damit beginnen, dass wir ein ziemlich klares Konzept haben, wer wir überhaupt sind, jetzt dem Geiste nach. Wer wir jetzt dem Geiste nach sind.

Und es gibt eine Fülle von Aussagen im Worte Gottes, die eben beschreiben, was wir haben, was in uns hineingelegt wurde, was da ist. Und Wandel im Geist beginnt damit, wenn wir dieser neuen Natur Raum geben wollen, wir müssen sie kennen, wir müssen ein Vertrauen entwickeln zu dem, was Gott in uns hineingelegt hat.

Also auf geht eine Reise – nicht jetzt hier, sondern zu Hause als Hausaufgabe – durch die Briefe des Neuen Testamentes. Und dann machen wir ein Bibelstudium, was sagt Gott denn über den neutestamentlichen Gläubigen, der er dem Status nach ist. Also nicht dessen, was er aktuell tut und was man äußerlich sieht, sondern was Gott unsichtbar in ihn hineingelegt hat. Wir brauchen ein klares Konzept: Wer sind wir?

Und eins der Dinge, da war ich jetzt eben so ein bisschen vom Wege abgekommen, ist, wir sind gehorsam gemacht worden von Herzen.

Wenn ihr das wissen wollt, wo das steht, das steht im Römerbrief.

Röm 6,17-18
17 Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde gewesen, nun aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Vorbild der Lehre, das euch überliefert worden ist.
18 Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.

Und hier ist es wichtig und genauso auch bei vielen anderen Schriftstellen, die etwas sagen über uns: Dies redet nicht von dem, was man von außen bei dir beobachten kann, was dein Bruder gerade an dir erlebt oder erlitten hat, sondern das redet von dem, was Gott bei der neuen Geburt in dir getan hat. Und wir könnten schnell irgendwie mit einem verkehrten Hang zu gründlicher Ehrlichkeit irgendwie sagen: Ja, also das kann ich ja nun wirklich nicht von mir sagen, „Sklaven der Sünde wart“ – was heißt hier „wart“? Ich bin es immer noch! Mein ganzer Lebenswandel Tag für Tag, nicht gerade jetzt auf dem Höhepunkt eben von einem schönen Seminar, aber ansonsten irgendwie – legt davon Zeugnis ab, dass von einer Befreiung von der Macht der Sünde gar nicht die Rede sein kann.

Und dann müssen wir aufpassen, dass wir hier verstehen, wovon Gott redet: Gott redet von dem, was wir sind, dem Geiste nach. Was wir bekommen haben, was Er in uns investiert hat. Und das neue werden wir niemals sehen wenn wir es nicht zuvor anerkennen. Es beginnt damit, dass neue anzuerkennen, was wir haben. Und wir können mit einem verkehrten Hang zur gründlichen deutschen Ehrlichkeit, wir können das totschlagen und sagen: „Nein, das darf ich nicht sagen“.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (15:00 bis 20:00)

 

Wir sind gehorsam gemacht worden! Der neue Mensch ist nach Gott geschaffen. So wie der alte Mensch nach dem Teufel geschaffen ist, mit einem eingebauten Verlagen, immer das Verkehrte zu tun, immer das zu tun, was dem Lebensstil des Teufels entspricht und was dessen Resultate hervorbringt: Zerstörung und Selbstzerstörung. Das ist ja auch das Schicksal des Teufels – er richtet Zerstörung an, aber letzten Endes – er zerstört sich selbst. Das ist die Frucht einfach eines solchen Lebensstils.

Und jetzt umgekehrt – Leben im Geist ist Heilung für uns und Heilung und Hilfe, Lösung, Auferbauung, Ermutigung für andere. Wenn wir anfangen, im Geist zu wandeln, dann zum ersten Mal sind wir nicht mehr Teil des Problems, sondern Teil der Lösung. Wir sind nicht mehr Teil des Problems dieser Welt, sondern wir fangen an, Stück für Stück, mehr und mehr Teil von Gottes Antwort zu sein.

Dieses Problem in der Welt ist die Sünde, und die Sünde hat eben einen Mechanismus, sich selber aufrecht zu erhalten oder sogar sich selber zu multiplizieren. Die Sünde des einen bewirkt – wenn ich im Fleisch wandle – dass ich darauf wiederum mit Sünde reagiere. Entweder indem ich total protzig, patzig irgendwie zurückschlage und sage, sowas kannst du mit mir nicht machen und bin böse, hasserfüllt oder voller Rache oder irgendsoetwas. Das ist Sünde, ja? Das wisst ihr, ja? Okay.

Oder aber vielleicht scheingeistlich a la Pharisäer-Natur: „Wie kann man nur? Wie kann man nur so etwas primitives tun wie ich das da gerade bei meinem Bruder sehe?“ Ich entrüste mich und das Entrüsten ist genauso sündig wie das, was der Bruder tut!

So, seine Sünde, wenn ich im Fleisch wandle, produziert auf meiner Seite wieder Sünde. Und dann ist er vielleicht darüber beleidigt oder schockiert oder gefrustet darüber, dass ich entrüstet bin – und so spielt man also Ping-Pong. So richtet man eine Ehe zugrunde, so zerstört man eine Atmosphäre in der Wohngemeinschaft, so geht es am Arbeitsplatz, so geht es in der Welt – die Sünde hat eine Kraft in sich, sich selber zu multiplizieren und zu vervielfältigen und das Leid in alle Ecken dieser Erde zu streuen.

Und wenn wir im Geist wandeln, dann durchbrechen wir dieses Ping-Pong Spiel, wir hören damit auf. Sondern wir werden jetzt welche, die Böses mit Gutem überwinden. Alle Welt kann nur Böses mit Bösem überwinden, und wenn sie noch so guten Einsatz dabei bringt – alles Getrennte von Gott, wenn es auch noch so schön sich anfühlt oder anschaut oder beeindruckend ist, ist letzten Endes ein Versuch der Selbsterlösung, wird wieder zu Stolz führen und zu noch schrecklicheren Dingen und es ist ein Versuch, das Böse mit Bösem zu überwinden.

Und nur wenn wir eben vom Geist geleitet werden und anfangen, anders zu reagieren, dann können wir wirklich zum allerersten Mal Teil von Gottes Antwort sein. Und wir lernen, das Böse mit Gutem zu überwinden. Damit habe ich gleich gesagt, dass „Wandel im Geist“ sehr, sehr viel mit Reaktionen zu tun hat.

Wir werden lernen, auf eine andere Art und Weise zu reagieren auf alle möglichen negativen Herausforderungen und Angriffe und Bedrängnisse usw., die das Leben in Hülle und Fülle bietet.

Und wenn wir verstehen, wie die Kraft Gottes in unser Leben kommt und wie wir dann spezifisch anders reagieren können, dann geschieht etwas ganz interessantes: Dann entdecken wir, dass aus den Schwierigkeiten, den Problemen, den negativen Dingen dieses Lebens sogar noch etwas Gutes kommen kann, weil wir daraus lernen.

Und das ist wichtig, dass wir eine solche positive Haltung haben: Ich kann aus allem, was da vorkommt und was in meinem Leben an Negativem da sich ereignet, ich kann mit Gottes Hilfe daraus etwas Gutes machen. Ich bin nicht ein Opfer der Umstände, das ist eines der schrecklichsten Lügen überhaupt: Wenn man sich so als ein hilfloses, kleines Opfer des Lebens so sieht. Das gebiehrt nichts anderes als Selbstmitleid und Depression und Traurigkeit und das wird keineswegs dazu führen, dass wir Menschen werden, die überwinden können. Wir können nicht überwinden, weil wir schon überwunden sind. Wir sind kein Opfer!

Und ich habe viele Menschen gesehen in der Seelsorge, die eine solche „Opfer-Mentalität“ haben. Und dahinter steht eine Haltung, die eben mit den Wahrheiten des Wortes Gottes eigentlich gar nicht vereinbar ist.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (10:00 bis 15:00)

 

„Wandel im Geist“ ist also das, was uns hier beschäftigen soll und weil Sünde oder das Fleisch „Lust bringt“, deswegen kann man schon sagen, Wandel im Geist muss einfach, weil es typisch ist für Gott, das Böse wird mit dem Guten überwunden und nicht, indem man das Böse bekämpft.

Viele, viele Christen haben eine Vorstellung, sie sind negativ fixiert und sie versuchen, das Böse zu bekämpfen, indem sie sich auf das Böse konzentrieren. Und das ist nicht die neutestamentliche Art und Weise. Du siehst viele Male: „Tut nicht mehr das“, aber dann geht’s weiter: „Sondern stattdessen …“.

Weil wir alle so angelegt sind, wir können nur das eine tun, und während wir das eine tun, können wir nicht automatisch das Gegenteil tun. Und wir versuchen manchmal etwas negatives abzustellen, indem wir uns konzentrieren auf das negative und versuchen, das Negative zu verhindern oder zu unterdrücken. Das ist nicht die Art wie Gott uns anleiten möchte, mit negativen Verhaltensweisen umzugehen. Sondern immer das Gegenteil suchen und uns dann darauf ausrichten, die positive Alternative zur Geltung zu bringen.

Okay, Paulus redet also von diesem großen Gegensatz hier – in diesem Galterbrief, aber auch an anderen Stellen – Fleisch und Geist.

Fleisch, sagte ich schon, ist das, was wir sind ohne den Herrn. Und das ist nicht sehr viel und das ist nicht sehr beeindruckend. Und unsere Umgebung stöhnt manchmal und sagt: „Herr, verändere ihn“. Und dann sitzen wir hier und hören „Wandel im Geist“. Hallelujah. Das ist die Antwort von Fürbitte von vielen. Preis dem Herrn.

Und „Geist“, damit ist nicht der Heilige Geist gemeint, sondern unser Geist. Das ist das, was wir sind aufgrund des stellvertretenden Leidens und Sterbens und der Auferstehung des Herrn. Geist ist das, was wir sind als neue Menschen, dem Geist nach, weil wir von neuem geboren sind.

Und das ist hat einen Konflikt miteinander, sagt uns der Galaterbrief. Fleisch ist gegen den Geist, aus einem Grunde: Um uns in einen Kampf zu verwickeln, damit wir nicht tun, sagt dort Paulus interessanterweise, was wir wollen.

Gal 5,17
Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt.

Dieses Aufbegehren, dieses Stör-Manöver, dieses Behindern des Fleisches hat eigentlich nur ein Ziel: Uns abzuhalten zu tun, was wir wollen. Und das ist eine gewaltige Aussage. Das sagt nämlich, dass wir als Kinder Gottes so frei sein sollen, dass wir tun und lassen können, was wir wollen.

Das klingt sehr gefährlich, aber wenn wir verstehen, dass Gott vorher etwas in uns tut an Veränderung und unsere Wünsche, unser Verlangen, unsere Ziele usw. erneuert und verändert, dann ist das nicht gefährlich. Aber diese Freiheit ist für uns da! Dass wir tun können, das, was wir wollen. Und was uns daran hindert, ist das Fleisch.

Denkt an, was Jesus sagte: Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach.

Mt 26,41b
Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Und oftmals betonen wir das in der verkehrten Weise: Der Geist ist willig, aber *das Fleisch (!) ist schwach(!)*.

Aber lasst uns das doch in einer anderen Weise betonen: Wir haben einen willigen Geist von Gott bekommen! Das ist einer der größten Offenbarungen, die du bekommen kannst über dich nach dem, was du jetzt im Geist bist. Paulus sagt: Wir kennen niemand mehr dem Fleische nach.

2Kor 5,16a
So kennen wir denn von nun an niemand mehr nach dem Fleisch

Und das ist das Problem: Wir kennen uns zu sehr „dem Fleische nach“. Und Fortschritte werden wir nur machen, wenn wir uns dem Geiste nach kennen.

Und wir brauchen Offenbarung: Wer sind wir? Was hat Gott uns gegeben? Wozu hat er uns befreit? Wozu hat er uns ausgestattet? Was ist eigentlich schon in uns hineingelegt?

Denn Wandel im Geist bedeutet nichts anderes, weil es ja das Gegenteil ist von „Wandel im Fleisch“ – es bedeutet nichts anderes als der neuen Natur, die wir ja geschenkt bekommen haben, fix und fertig, serienmäßig schon eingebaut, dieser neuen Natur in uns Raum zu geben. Wandel im Fleisch ist der alten Natur Raum zu geben, Wandel im Geist ist der neuen Natur Raum zu geben.

Und ohne dass ich jetzt zu sehr irgendwie das aufgreife, aber da gibt es ja eine ganze Reihe von Aussagen im Worte Gottes, die uns beschreiben, wer wir sind dem Geiste nach. Und eines der wichtigsten Aussagen, die uns ein neues Selbstbild geben können und die uns helfen können, aus dieser Verzweiflung über uns selbst auszusteigen – eine der wichtigsten Aussagen ist die: Wir sind durch Gottes Gnade gehorsam gemacht worden.

Röm 6,17
Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde gewesen, nun aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Vorbild der Lehre, das euch überliefert worden ist.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (5:00 bis 10:00)

 

Denn Werke des Fleisches – Zorn, Eifersucht, Neid, Streit, Unreinheit usw. – und all diese Verhaltensweisen kann man mit Leichtigkeit sich vorstellen, produzieren nichts anderes als Unglück. Sie produzieren nichts anderes als Unglück – für uns und vielleicht eher noch für den, der das zu erleiden hat – langfristig aber eben auch für uns.

Und vielleicht noch ein Gedanke dazu. Wir alle haben das, was eben die Bibel „Fleisch“ nennt, und das ist recht hoch entwickelt und sehr in Form und man muss sich nicht anstrengen, um diese Dinge zu produzieren – diese Werke des Fleisches. Man muss einfach nur sich gehen lassen, und der Rest kommt ganz von alleine.

Das ist deswegen wichtig, weil die Schrift sagt: So wie die Sünde geherrscht hat zum Tode, so soll auch die Gnade herrschen.

Röm 5,21a
damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche …

Also wir haben nicht ein Leben vor uns in totaler Anstrengung und Zähne zusammenbeissen und ja nicht irgendwie locker sein und ja nicht irgendwie mal ein bisschen sich öffnen oder irgendwie sich nicht immer ständig kontrollieren. Sondern wir haben ein Leben in der Freiheit – ein Leben, wo in derselben überwältigenden Weise wie früher die Sünde geherrscht hat, so kann und soll jetzt auch die Gnade herrschen.

Genau so flächendeckend, genau so einfach unser Leben bestimmen. So kann die Gnade wirklich herrschen in unserem Leben, das ist möglich! Und viele Menschen haben bei diesem Thema „Charakterveränderung“ und Gehorsam, sie haben ein total verkehrtes Konzept und sie sehen lauter Verbote oder Gebote und sie sehen, also wenn ich mich nicht total zusammenreisse, wenn ich mich nicht ganz mächtig anstrenge, dann auf jeden Fall würde ich es nie schaffen.

Und hier kommt die gute Botschaft: Dieser Lebensstil, wo wir Gott gefallen, indem wir lernen nach dem Standard des Neuen Testamentes zu leben, dieser Lebensstil hat nichts mit Anstrengung zu tun – er hat nichts mit Anstrengung zu tun! Wir überwinden unsere alten Schwachstellen nicht durch krampfartige Einsätze unserer eigenen Kraft, das ist nicht die Art und Weise, wie wir in die Freiheit hineinkommen.

Sondern wie wir sehen werden, es ist ein Werk Gottes in uns. Gott motiviert uns und Gott befähigt uns und Gott selbst hilft uns, das allerwichtigste zu tun, es hat nichts mit Kraftanstrengung zu tun, aber auch gar nichts.

Okay, dann der nächste Punkte zum Thema „Fleisch“.

Galater 5,16 spricht von der „Lust des Fleisches“.

Gal 5,16
Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.

Sünde ist deswegen ein Problem, weil sie ein gewisses Maß von Lust produziert. Und Menschen sündigen, Menschen geben dem Fleisch Raum, weil eben auf die Impulse des Fleisches einzugehen oder das Fleisch zum Einsatz zu bringen, dem Fleisch Raum zu geben eben „Lust abwirft“. Das ist das große Problem. Denn mit Leichtigkeit kann man sich vorstellen, dass man ja sündige Verhaltensweisen durchschauen kann und verstehen kann. Aber es ist kein Problem von mangelndem Verständnis, sondern Sünde ist ein Problem von mangelnder Motivation.

Und Paulus redet von der „Lust des Fleisches“ und er sagt, es gibt einen Lebensstil, der uns hilft, dass wir die Lust des Fleisches nicht erfüllen. Und eben nicht, indem wir sagen: „Naja, das bisschen Lust, was wir haben – typisch Gott – das müssen wir jetzt auch noch opfern, damit wir dann total frustriert und leer und erschöpft uns durch dieses Leben quälen“. Das ist nicht die Art und Weise, wie Gott uns entgegenkommt und wie Er uns motiviert zu dem neuen Lebensstil. Sondern Er tut es, indem Er uns bessere, schönere und größere Lust gibt!

Und das alles ist enthalten, und das werden wir entfalten in dieser Lektion hier, in diesem Begriff, in diesem Thema „Wandel im Geist“. Das ist ein Lebensstil, wo wir neue Lustquellen erschlossen bekommen, wo eine neue Inspiration in unser Leben kommt, wo wir motiviert werden durch Gottes Liebe, durch Gottes Güte, durch Gottes Bestätigung und Seine Kraft. Und das ist so stark, dass wir freiwillig, ohne dass wir uns dazu zwingen und dahinprügeln müssen oder uns etwas abkneifen müssen, befähigt werden, in neuer Weise Verhaltensweisen einzuüben und zu lernen und so eben auf lange Sicht gesehen einen anderen Charakter bekommen, einen wesentlich besseren – Preis dem Herrn!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 6 – Wandel im Geist (0:00 bis 5:00)

 

Dann möchte ich euch ganz herzlich begrüßen hier bei „Grundlagen“. „Wandel im Geist“ soll also heute drankommen. Das ist die erste wichtige Lektion, die also den Alltag beschreibt oder bzw. unser Verhalten im Alltag. Nachdem wir durch diese einzelnen Stationen gegangen sind – Bekehrung ganz am Anfang in der ersten Lektion. Und die Wassertaufe nach der Ordnung des neuen Testamentes. Und dann die Erfüllung oder die Taufe in den Heiligen Geist oder das Getauft werden in den Heiligen Geist. Jetzt sind wir also bestens ausgerüstet um praktische Schritte zu gehen und an das heranzugehen, worauf es wirklich ankommt – das ist unser Alltagslebensstil. Und dazu hat die Bibel eine Menge zu sagen. Und zwar gibt sie sehr, sehr praktische schöne Anweisungen und Hilfen, wie wir also einen total anderen neuen schönen Lebensstil einüben können, der ein Segen ist – sowohl für uns als auch für unsere Umgebung. Das ist ja das schöne, Gott ruft uns zwar, ein Segen zu sein für andere, aber Er sagt nicht: „Ja, und du wirst dabei drauf gehen“ oder „du wirst irgendwie zu kurz kommen, aber tröste dich, dann irgendwann im Himmel wird alles wieder gut und ich werde dann dir alles wieder erstatten“. Sondern das, was Gott von uns will, sind eigentlich keine Opfer, sondern es ist ein Lebensstil, der heilsam ist für uns und eben für unsere Umgebung. Sei es deine Familie oder WG-Mitbewohner oder Nachbarn oder Hauskreis-Teilnehmer oder wen auch immer.

Wir wollen uns heute anschauen, wie wir das, was wir bekommen haben, diese Erfahrung des Heiligen Geistes, wie wir die jetzt nutzen können zu Kraft-Erfahrungen, die uns dann helfen werden, wirklich einen neuen Lebensstil einzuüben. Und „Lebensstil“ ist deswegen so interessant und so wichtig, weil Charakterveränderung auf keine andere Art und Weise zustande kommt außer durch eben einen neuen, anderen Lebensstil.

Ein Charakter ist nichts anderes als sich verfestigte oder über lange Zeit beibehaltene, eingeübte Haltungen, Gedanken und Verhaltensweisen.

Und wenn wir jetzt, was wir, glaube ich, alle dringend wünschen, unseren Charakter verändern wollen – oder mindestens unsere Ehefrau wünscht sich das, und von daher sind wir dann über ihre Tränen motiviert, daran auch zu arbeiten – dann kommt die Veränderung des Charakters auf dem Wege eines neuen Lebensstils.

Es kommt nicht über dem Wege der Handauflegung! Ja, so gerne wir das wünschten. Und wir sehnen uns danach, dass der vollmächtige Mann Gottes endlich mal in unsere Stadt kommt, uns die Hände auflegt und alle unsere Probleme gelöst sind – aber das wird nicht stattfinden. Und es ist einfach illusorisch, darauf zu warten.

So wie wir viele Jahre oder Jahrzehnte gebraucht haben, einen so verkorksten Charakter zu haben wie wir inn nur haben, so müssen wir auch realistisch sein – es wird ein paar Jahre dauern bis wirklich in den grundlegenden Fragen erkennbare Fortschritte oder Durchbrüche und eben neue Verhaltensweisen, neue Eigenschaften usw. sichtbar werden. Das ist ganz, ganz wichtig, dass wir da realistisch sind und nicht irgendwie verkehrte Vorstellungen haben – ein paar Gehorsamsschritte und das war’s dann. Sondern es ist wirklich ein Lebensstil, den wir einüben – und der wird genannt im Neuen Testament „Wandel im Geist“.

Wir beginnen mit Gal 5,16 – das ist so eine ganz grundlegende Stelle in Bezug auf unsere Alltagsverhaltensweisen.

Gal 5,16
Wandelt im Geist und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht erfüllen.

Das sagt hier Paulus. Das ist ein Satz, in dem also gewaltige Dinge enthalten sind. Zunächst einmal – vielleicht kurz, nicht zu lange, aber doch deutlich genug – ein Augenmerk auf die „Lust des Fleisches“. Da haben wir also zwei wichtige Begriffe hier oder zwei wichtige Aussagen. Erst einmal das „Fleisch“: Im Neuen Testament, in der Sprache des Neuen Testamentes ist das „Fleisch“ die Summe all dessen, was wir sind ohne den Herrn, ohne die neue Geburt, ohne die Kraft Gottes, ohne dass wir erneuert worden sind. Und dieses Fleisch, so wird es beschrieben in Gal 5,19-21 produziert eine Menge von hässlichen Dingen.

Gal 5,19-21
19 Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit;
20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen;
21 Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.

Diese Dinge haben unterm Strich immer zwei Resultate: Nämlich Beeinträchtigung der Lebensqualität auf unserer Seite – wenn wir also jetzt die Täter sind, die die Werke des Fleisches vollbringen – Beeinträchtigung, Verminderung der Lebensqualität bei uns und bei anderen!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (85:00 bis Ende)

 

Nehmen wir ein gutes Beispiel, ja? Allen bekannt. „Der Herr ist mein Hirte“. (Psalm 23,1a)

Sag nicht: Naja, hab ich schon mal gehört …

Nein, jetzt wirst du damit richtig umgehen:

Der HERR ist mein Hirte.

Und dann denkst du über den Herrn nach, was für ein powervollen Gott du hast. Nicht irgendsoeinen abgewrackten Guru in Indien, der deine Spendengelder in goldene Rolls-Royce umsetzt und sagt: Der Junge hat doch ne Meise, aber mach mal immer nur weiter.

Du hast den Herrn, den ewig treuen gütigen, wunderbaren Gott, mit dem du zusammen sein kannst alle Ewigkeit, der nicht korrupt ist, der nicht bestechlich ist, der dich nie ausnutzen wird, der immer nur gut ist und freundlich ist und nur gute Gedanken hat. Der HERR ist dein Hirte!

So. Okay, da hast du erstmal schon eine halbe Stunde dir das gepredigt.

Der Herr IST mein Hirte.

Wir haben nicht einen Gott von gestern oder irgendwann wird er es sein. Von jetzt! Von jetzt! Oh jetzt! Gott ist immer jetzt. Immer jetzt! Was nützt dir ein Gott von gestern oder irgendwann später kommt die Erweckung. Ist doch quatsch. Jetzt musst du leben. Jetzt. Der Herr IST mein Hirte.

So, nächster Punkt. Da hast du schon eine Dreiviertelstunde rumgebracht. Jetzt kommt der nächste Punkt.

Der Herr ist MEIN Hirte.

Dann kratzt du deine letzte Deutschkenntnisse zusammen. „Mein“ ist ein besitztanzeigendes Fürwort oder lateinisch „Possessivpronomen“. MEIN Hirte. Der gehört mir! Wow. Der gehört mir. Der ist für mich da, den lass ich nie wieder los. Es ist MEIN Gott, nicht nur der Gott der Christen, er ist MEIN Gott, MEINER.

Und wenn du anfängst, so über Wahrheit nachzusinnen, ich sage dir, ohne dass du dich anstrengst, du kommst in Anbetung. Und sagst: Boah, ist das nicht wunderbar!

Der Herr ist mein HIRTE.

Hallelujah, du gehst vielleicht manchmal in die Irre, aber er hat ein Hirtenstäbchen. Und er angelt dich und sagt: Mein Lieber, das ist der falsche Weg. Und er hat eine mächtige Keule. Wenn die Wölfe kommen, sagt er: Freundchen, pass auf, hier ist die Keule.

Pa 23,4b
dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich.

Der Stecken ist dazu da, dem bösen Wolf eins draufzugeben und der Stab ist dazu da, dich wieder auf den richtigen Weg zu leiten. So, dir kann gar nichts passieren! Wenn du in die Irre gehst, er wird dich korrigieren. Wenn der böse Wolf kommt, er wird ihm einen überbraten.

Sein Stecken und Stab trösten mich. Er ist wirklich der gute Hirte.

So, da kannst du einen Bibelvers nehmen und predigst dich total glücklich damit. Und das ist nur einer von tausenden von Versen.

Und du lernst, die Kraft zu nehmen, die in diesem Wort enthalten ist. „Nachsinnen über dem Wort Gottes“.

Jos 1,8
Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, nach alledem zu handeln, was darin geschrieben ist; denn dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, und dann wirst du Erfolg haben.

Psalm 1,1-2
1 Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt,
2 sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht!

Und vieles, vieles andere, was darüber redet, wie wir so mit dem Wort leben können und wie wir Liebe bekommen können zum Worte Gottes.

Wenn wir verstehen, was Gottes Wort alles beinhaltet und welche wunderbaren Dienste es uns bringt, wir bekommen Liebe zum Wort. Wir bekommen Verlangen, uns mit dem Wort zu beschäftigen, wir bekommen Eifer zu studieren und es aufzunehmen und uns damit immer wieder zu waschen und zu baden und das aufzunehmen. Und wir werden mehr und mehr und mehr entdecken. Das ist eine Reise, ein Abenteuer. Und das wird immer schöner werden und immer besser. Und das, was du einmal bekommen hast, das bleibt für immer dein. Das bleibt für immer dein. Der Heilige Geist wird immer wieder, wann du willst, dir das lebendig und real machen. Das Problem für uns ist, dass wir das geschrieben lesen im Worte Gottes, aber das es nicht ein „Aha-Erlebnis“ ist in unserem Herzen. Das ist das Problem. Und durch Nachsinnen kann das lebendig gemacht werden. Der Heilige Geist wird uns helfen. Amen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (80:00 bis 85:00)

 

Darüber werden wir dann später noch mehr sprechen, aber weil das Wort die Wahrheit ist, muss dieser Vers unbedingt hier einmal gesagt werden. Es ist eine Kraft, die in uns wirkt.

Dann, ganz wichtig: Das Wort Gottes wird uns als Nahrung beschrieben. Wir leben von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes hervorgeht.

Mt 4,4
Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.“

Wir leben nicht von jedem Wort in der Bibel, sondern von dem *lebendigen* Wort – also was der Heilige Geist lebendig macht. Von dem Wort, das aus dem Munde Gottes hervorgeht.

Und wenn du die Kraft des Lebens entdeckst in einem Bibelvers, wenn du einmal Zugang bekommen hast zu einem Wort, du kannst jeden Tag zurückkehren und dieselbe Kraft kommt wieder hervor. Es gibt keinen Mangel an Energie und an Leben. Und nur weil du und Millionen von anderen Christen dieses Wort schon ausgelutscht haben, heißt das nicht, das nächste Mal ist nichts mehr drin für dich. Es gibt keine Energiekrise, keine Knappheit, kein Mangel, sondern es ist voller Vitalität. Und ein Wort, das dich einmal inspiriert hatte, getröstet hat, ansgesprochen hat – du kannst immer wieder dahin zurückgehen mit deinem Freund, dem Heiligen Geist.

2Kor 3,6b
Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.

Sag: „Komm, Heiliger Geist, mach es mir lebendig“, und dann sinne nach über dem Wort.

Jetzt muss ich unbedingt zu dem letzten Teil hier noch etwas sagen: Wenn wir erleben wollen, dass das Wort eine Waffe ist, dass das Wort Nahrung ist, dass das Wort Kraft ist, dass das Wort wirksam ist, dass es uns reinigt – hab ich auch noch ganz vergessen – und vieles, vieles andere mehr – wenn wir erleben wollen, dass das Wort diese Qualitäten entfaltet in unserem Leben, und überleg dir, wie du leben wirst, wenn du Waffen hast – wenn du Kraft hast, wenn du Leben hast, wenn du Reinigung hast, wenn du Heilung hast – überleg dir, wie wird dein Leben anders sein …

Du wirst anders leben, glaub es mir. Jeden Herbst kam die Depression, wenn die letzten Blätter runterkamen, in meinem Leben, dann kam die Depression. Ich konnte das genau verfolgen, ich wusste, jetzt ist es wieder soweit – Ende Oktober. Noch ein Herbststürmchen und dann sind die letzten Blätter runter. Und dann kam eine furchtbare Depression.

Durch das Wort können wir frei sein! Wir haben da drin ein neues Klima, lass draussen die Blätter fallen oder irgendetwas anderes machen, wir sind frei, wir sind frei!

Und wir können unsere Seele füllen, im Winter und im Sommer und im Frühjahr und im Alter und im Midlife und in irgendetwas. Und lass die Welt Midlife-Crisis haben, Burnout-Syndrom oder irgendetwas. Was immer sie möchten – aber wir haben Leben. Die Bibel sagt: Wer im Wort ist, der hat Saft und Kraft und er wird grünen, auch im Alter.

Ps 1,2-3
2 sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht.
3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl.

Auch wenn du jenseits der 30 bist, du wirst noch Power in deinen Knochen spüren, Dynamik haben und Ziele haben. Einmal habe ich einen jungen Mann getroffen und er war so wie ein Opa – er schlurfte so und war so betrübt. Ich sage: „Weißt du was, das gute ist, du kannst noch einmal total von neuem anfangen!“. Er sagt: „Mann, was denkst du, ich bin schon 30!“

Ja! Er war fertig mit seinem Leben. Alles, was er meinte, was man erleben kann, hat er schon erlebt. Er war total fertig, er hat schon abgeschlossen mit seinem Leben. Frührentner.

Das wird uns nicht passieren. Psalm 1. Wenn wir gegründet sind, im Worte Gottes, wenn wir nachsinnen über Sein Wort – Tag und Nacht. Nachsinnen – dann sind wir wie ein Baum gepflanzt an den Wasserbächen und dann werden wir Frucht bringen, ununterbrochen Frucht bringen.

Und das ist eine Kunst, die wir lernen müssen: Nachzusinnen.

Das heißt: Nicht wie ein Weltmeister durch die Bibel zu jagen, sondern wir nehmen uns ein, zwei, drei gute Verse, von denen wir meinen, oh, die können uns gut tun. Und dann sinnen wir nach. Wir füllen unser Denken damit. Wir fangen an, das Wort zu sprechen, wir fangen an, das Wort in unsere Gedanken, in unsere Fantasie zu nehmen, wir fangen an, mit dem Heiligen Geist uns vorzustellen, was bedeutet das, ein solches Leben zu führen, diese Qualitäten zu haben? Wie wird das aussehen? Der Heilige Geist inspiriert uns, und er macht uns lebendig, und er füllt uns. Das ist eine Kunst, die wir lernen müssen. Erst sprechen wir das Wort, dann nehmen wir es in unsere Fantasie hinein, und dann nehmen wir uns Zeit, wirklich darüber nachzudenken.

Nachzudenken! Du kannst so viel Leben bekommen aus einem Wort. Ein einziges Wort, ja? Und du wirst die Kunst lernen, dir selber zu predigen. Es reicht doch nicht bis zum nächsten Sonntag, bis die nächste Predigt dich aufbaut. Oder Hauskreis. Das sind doch nur zwei, drei Ereignisse pro Woche. Predige dir selbst das Wort! Bau dich auf!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (75:00 bis 80:00)

 

Du kannst sie aussäen! Schade, dass ich jetzt nicht die ganze Zeit habe, aber geht in dieses Lukas 8 Kapitel hinein und seht dort, wo der Boden ist und wie der Boden beschaffen sein muss und welche Qualitäten er haben muss und wie man sät – und dann kannst du wirklich Landwirtschaft betreiben. Geistliche Landwirtschaft. Pflüg deinen Acker, rotte das Unkraut aus und dann fang an zu säen, bewache die Samen, bewässere sie und siehe da – es fängt an, etwas neues zu wachsen in deinem Leben.

Lukas 8, 4-15
4 Als sich aber eine große Volksmenge versammelte und sie aus jeder Stadt zu ihm hinkamen, sprach er in einem Gleichnis:
5 Der Sämann ging hinaus, seinen Samen zu säen; und indem er säte, fiel einiges an den Weg, und es wurde zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es auf.
6 Und anderes fiel auf den Felsen; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte.
7 Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und indem die Dornen mit aufwuchsen, erstickten sie es.
8 Und anderes fiel in die gute Erde und ging auf und brachte hundertfache Frucht. Als er dies sagte, rief er aus: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
9 Seine Jünger aber fragten ihn, was dieses Gleichnis bedeute.
10 Er aber sprach: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu wissen, den Übrigen aber in Gleichnissen, damit sie sehend nicht sehen und hörend nicht verstehen.
11 Dies aber ist die Bedeutung des Gleichnisses: Der Same ist das Wort Gottes.
12 Die aber an dem Weg sind die, welche hören; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen weg, damit sie nicht glauben und gerettet werden.
13 Die aber auf dem Felsen sind die, welche, wenn sie hören, das Wort mit Freuden aufnehmen; und diese haben keine Wurzel; für eine Zeit glauben sie, und in der Zeit der Versuchung fallen sie ab.
14 Das aber unter die Dornen fiel, sind die, welche gehört haben und hingehen und durch Sorgen und Reichtum und Vergnügungen des Lebens erstickt werden und nichts zur Reife bringen.
15 Das in der guten Erde aber sind die, welche in einem redlichen und guten Herzen das Wort, nachdem sie es gehört haben, bewahren und Frucht bringen mit Ausharren.

Du bestimmst deine Zukunft! Das ist die Botschaft, die enthalten ist in: Der Same ist das Wort Gottes.

Wenn dir nicht gefällt, was du heute erntest – dein Gehalt, deine Freundschaft, deine Wohnung, deine Lebensumstände – wenn dir das nicht gefällt, ich mache dir einen Vorschlag: Säe etwas neues.

Was willst du sehen in ein paar Jahren, wie soll dein Leben aussehen? Wirst du schwach sein, wirst du stark sein? Wirst du vital sein, voller Ideen, voller Tatkraft oder wirst du weiter irgendwie so mittelmäßig vor dir hinkrepeln wie alle anderen auch? Dazu bist du nicht geschaffen, du hättest nicht Christ werden sollen. Du bist gerufen, dynamisch zu sein und tatkräftig zu sein.

Ich gehe jetzt hier in Affentempo durch, hört mal:

Das Wort Gottes ist eine Waffe.

Eph 6,17
Nehmt […] das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort!

Das Wort ist eine Waffe. So wie Jesus bedrängt wurde in der Wüste mit dem Teufel, und er hat nicht gesagt: Teufel, geh weg, ich bin der Sohn Gottes! Sondern wie ist er ihm begegnet? Mit der einzigen Waffe, die auch uns zur Verfügung steht. „Es steht geschrieben“. Der Haken ist: Du musst wirklich wissen, was geschrieben steht.

Du kannst nur dem Teufel widerstehen wenn du kommst und sagst „es steht geschrieben“ – „Ja, ähm, wie war es nochmal? So ähnlich. Na, Teufel du weißt schon“.

So wird’s nicht funktionieren! Du musst ihn festnageln, du musst sagen: So steht es geschrieben. Und dann wirst du erleben, dem Teufel fällt nichts mehr ein. Wenn du ihm kommst mit dem Wort, wenn du sagst: „Oh, warum passiert mir das alles? Ich bin doch so ein liebes, nettes Kind Gottes – warum passieren so schreckliche Dinge in meinem Leben?“ Der Teufel wird dir keine Antwort geben, er wird dir noch eine drüber braten.

Setz dich zur Wehr. Sag doch nicht, „och, ich war doch schonmal im Grundlagenseminar. Ich gehöre doch hier zur Gemeinde?!“ Das wird dir alles nichts helfen, das wird den Teufel nicht beeindrucken. Sag: Es steht geschrieben! Was steht geschrieben?

Jak 4,7b
Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch.

Röm 8,31b
Wenn Gott für uns ist – wer kann gegen uns sein?

Das steht geschrieben! Die Pläne des Teufels müssen zunichte werden. Der Teufel wollte etwas tun in meinem Leben, und ich habe das Wort genommen – Jesaja 8 – „schmiedet einen Plan, er geht in die Brüche, berede die Sache, sie wird nicht zustande kommen, denn Gott ist mit uns“.

Jes 8,10
Plant einen Plan, er geht in die Brüche! Beschließt einen Beschluss, er wird nicht zustande kommen! Denn Gott ist mit uns.

Und der Teufel musste sich kehrt drehen und das war’s und alles ist zusammengefallen, was er versucht hatte gegen mich zu tun. Preis dem Herrn.

Das Wort Gottes ist eine Waffe. Und wenn wir sie wissen zu gebrauchen, können wir siegreich jede Bedrückung, jeden Angriff, jede Macht der Finsternis, die uns entgegenkommt wirklich in die Flucht schlagen. Wir können erleben wie wir siegreich sind. Und zwar bevor sich die Außenumstände verändert haben – erst innen drin – das ist die göttliche Reihenfolge. Und das ist, was das Wort tut. Es verändert uns. Es ist eine Waffe gegen die Mächte der Finsternis. Hallelujah.

Das Wort Gottes ist voller Heilungskraft.

Ps 107,20
Er sandte sein Wort und heilte sie, er rettete sie aus ihren Gruben.

Lk 7,7b
sprich ein Wort, und mein Diener wird gesund werden.

Dann wird beschrieben: Das Wort arbeitet in uns. Es ist ein wirksames, lebendiges Wort. Es wirkt in uns.

1 Thess 2,13b
Gottes Wort, das in euch, den Glaubenden, auch wirkt.

Jak 1,21
nehmt mit Sanftmut das [euch] eingepflanzte Wort auf, das die Kraft hat, eure Seelen zu erretten!

Das Wort Gottes kann deine Seele erretten.

Du sagst: Ich bin doch schon gerettet.

Ja, du bist gerettet in dem Sinne, wenn du Jesus angenommen hast, du bist Kind Gottes und du weißt heute schon, du darfst es heute schon wissen, dass du einmal in Ewigkeit mit Christus im Himmel sein wirst. Aber „die Seele erretten“ ist etwas anderes. Die „Seele erretten“ heißt, die Seele in den Genuss führen all der Erfahrungen und all der schönen Dinge, die Jesus für dich erworben hat. Sie freizusetzen von dem Zwang der Selbstzerstörung, von dem negativen, von dem bedrückenden, von dem traurigen, von all diesen negativen Stimmungen. Das ist, was das Wort Gottes in dir tun kann.

Und Gott gibt dir die Möglichkeit, dass du anfangen kannst, das Klima in dir zu verändern.

Joh 8,32
und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (70:00 bis 75:00)

 

Und dann bringt Jesus diese wunderbare Lehre auch für uns als Christen: Das ist nicht nur, wie Gott gehandelt hat, sondern auch wie wir leben sollen!

In Lukas 8 bringt er dieses Gleichnis vom vierfältigen Ackerfeld und dort sagt er:

Lukas 8,11
Dies aber ist die Bedeutung des Gleichnisses: Der Same ist das Wort Gottes.

Und als ich studierte – ich habe alles aufgeschrieben aus der Bibel: Was sagt die Bibel über das Wort Gottes? Und dann hab ich gefunden: Das Wort Gottes ist schöpferisch. Und dann das mit dem Samen.

Und dann habe ich angefangen darüber nachzudenken – das ist der zweite Teil dann: Wie werden Wahrheiten real, wie werden Wahrheiten etwas lebendiges? Wie werfen sie wirklich Licht und Leben ab? Das ist, indem wir uns wirklich einlassen auf das Wort Gottes und es hineinnehmen in unser Denken und darüber nachsinnen. Und das war für mich eine Bombe: Das Wort Gottes ist ein Same.

Mensch, stell dir das einmal vor! Was ist ein Same? Meistens ein sehr unscheinbares kleines Ding. Und doch, wenn es ein lebendiger, echter Same ist, und nicht ein Plastik-Imitat, dann hat es alle Informationen in sich, die es braucht, um die fertige Pflanze, meinetwegen den Baum oder so, zu bauen. Das ist schon gewaltig. Und man sagt, man bräuchte mehrere Bibliotheken, um einen mitteldeutschen Laubbaum in allen Einzelheiten so zu definieren, dass du ihn nicht mit irgendetwas anderes verwechselst. Du brauchst Bibliotheken voll Büchern voll Informationen, um eine Pflanze exakt zu beschreiben.

Und das alles ist in einem kleinen Samen drin. Damals habe ich gerade gewohnt da neben im dritten Stock und da war eine Birke und jeden Herbst oder August oder wann das war, wehte das diese Birkensamen. Und ich hab mich so geärgert, mit einem Kehrblech hab ich das Zeug geschaufelt. Und dann entdeckte ich, der Same ist das Wort Gottes und dann dachte ich: Wow! Da habe ich mit Respekt geschaufelt.

Da dachte ich, in diesem kleinen Samen ist die Power einen solchen Baum zu bauen. Nicht nur die Information, auch die Kraft einen solchen Baum zu bauen. Der braucht zwar einige Jahre bis er soweit ist, aber wenn er soweit ist – dann spuckt der jedes Jahr säckeweise diese Samen aus, und das reicht aus um den ganzen Erdball, wo immer das Klima günstig ist für Birken, mit Birken zu bepflanzen. Da ist Multiplikationskraft drin in den Samen.

Und Gott, weil Er ein sehr ökonomisch, rationeller Gott ist, Er gibt nicht alle Segnungen auf einmal. Das wäre ja furchtbar. Wenn du in Urlaub fahren würdest, stell dir vor, du bräuchtest Riesensonderzüge. Alle Segnungen, die du die nächsten Jahre und Jahrzehnte bräuchtest im Leben, die würden immer dich begleiten. Das wäre sehr umständlich, du würdest mit keiner Airline mitfliegen dürfen, weil du immer Übergepäck hast. Aber so nimmst du die Bibel, und alles ist in Samenform.

Sehr handlich, sehr kompakt, und wann immer du es brauchst, säst du die Samen aus. Und du weißt ja, aus dem Samen, der sieht zwar unscheinbar aus, das ist nur Druckerschwärze, sogar auf den ersten Blick – die Buchstaben sehen aus wie in deiner Bildzeitung. Aber täusche dich nicht. Da ist Lebenspower drin. Das „B“ sieht aus wie in deiner „BZ“, aber es ist etwas anderes.

Wenn du entdeckst, diese Kraft zu nutzen. Und du kannst Samen säen in dein Leben. Wie macht man das? Jeder Same, sagt die Schrift – am Anfang – 1. Mose – bringt hervor, alles trug Samen und vermehrte sich nach seiner Art.

1Mo 1,12
Und die Erde brachte Gras hervor, Kraut, das Samen hervorbringt nach seiner Art, und Bäume, die Früchte tragen, in denen ihr Same ist nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war.

Aus einem Birkensamen kommt ein Birkenbaum. Jeder Bauer rechnet damit. Er sät Mais aus oder weiß ich nicht, irgendetwas anderes, Roggen – und dann geht er nicht nach Hause und sagt: Liebe Frau, heute war ich fleißig, ich hab das ganze Feld bestellt und wir haben Roggen ausgesät, und jetzt lass uns gespannt warten, was wir ernten werden. Die Landwirtschaft ist so ein spannendes Gewerbe.

Nein! Er hat Roggen ausgesät, weil er gehört hat, im nächsten Jahr Roggen wird interessant und kann man gut verkaufen – meinetwegen jetzt als Beispiel, ja? Oder irgendetwas anderes.

Er weiß vorher, was er ernten wird. Deswegen hat er das ausgesät. Oder jetzt meinetwegen Raps ist der neueste Hit in Norddeutschland oder irgendwie sowas – wegen Diesel oder was weiß ich.

Und du sagst, ja, was brauche ich denn?

Oh, ich brauche mehr die Erfahrung „Gott ist mein Vater“. Ja, dann nimmst du ein paar Samenkörner – und die säst du aus. „Gott ist der barmherzige, gütige, freundliche Vater“. Du säst die Samen aus – und nach einiger Zeit werden die Samen aufgehen und du fängst an zu erfahren, Gott ist dir nahe und ist ein gütiger Vater.

Und du säst Hoffnung aus. Du säst Tatkraft aus. Du säst – was immer du brauchst – das weißt du doch besser als ich! Überleg dir, was du brauchst, finde die richtigen Samen – und dann säe sie aus.

Wenn du Samen kaufst in der Samenhandlung, da steht drauf, wenns die guten „Pabst-Samen“ sind, „garantiert keimfähig“. Ich weiß nicht, wie die das rausgefunden haben, dass diese Samen keimfähig sind. Ich kenne nur eine Methode, und danach sind sie nicht mehr keimfähig. Aber sie garantieren dir das, die sind keimfähig.

Und das Wort Gottes ist garantiert keimfähig. Aus den alten Pyramiden hat man irgendwelche Getreidekörner rausgeholt. Die seit Jahrtausenden drinnen waren hat man rausgeholt und hat sie ausgesät und siehe da – das Zeug wächst immer noch. Das ist nur natürlich. Aber im Übernatürlichen ist es noch viel mehr Power – die Worte sind noch älter und sie funktionieren heute immer noch.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (65:00 bis 70:00)

 

„Mein Chaos ist undurchdringlich“. Und ich sage immer: „Gib mir Kapitel und Vers für so etwas“. Wo steht in der Bibel, dass Gott über dein Chaos verzweifelt ist? Wo steht in der Bibel, dass er sich die Haare rauft über deine Probleme und sagt, ja, so etwas ist mir ja noch nie untergekommen! Und dass er die ganzen Seelsorge-Bibliotheken nachwälzt, um herauszufinden, ob es in deinem Falle irgendeine Lösung gibt.

Gott ist nicht ratlos und Gott ist nicht verwirrt, sondern er hat Leben in seine Worte hineingetan. Das ist so gewaltig – am Anfang, stilistisch, jeder Deutschlehrer hätte gesagt: „Wiederholung, schlechter Ausdruck“. Acht Mal: „Und Gott sprach“, „Und Gott sprach“, „Und Gott sprach“ …

Warum steht das da gleich vorne in den ersten zwei Kapiteln? Damit wir verstehen, damit wir hier was merken: Gott hat Dinge, die nicht da waren, in Existenz gesprochen durch Sein machtvolles Wort. Er hat gesprochen und da war die ganze Schar der Sterne und Galaxien – das nenne ich Power. Er sprach: Licht sei! Stell dir mal vor, was für eine Dynamik, was für eine Kraft in seinem Wort! Und das Licht, das gar nicht da war, gehorchte und kam.

Es rief nicht vom anderen Ende des Universum: Ich bin doch gar nicht da, wie kann man mich rufen? Mich gibt’s doch gar nicht!

Sondern das Licht, das nicht da war, kam. Und breitet sich seitdem bis zum heutigen Tag mit affenartiger Geschwindigkeit oder Lichtgeschwindigkeit aus.

Das funktioniert immer noch! Ein Wort – „Licht sei“ – und tschummm…. Ab geht die Post. Das ist Dynamik, das ist Power, oder? Ich meine, wo gibt es einen anderen Gott, ja, der kein Universum hat und dann macht er sich eins? Wo findest du das? Das ist einzigartig. Er spricht, er gebot, und da wurden sie geschaffen.

Geh mal so das nächste Mal durch den Park oder durch deinen Garten und sag: all diese wunderschönen Dinge hat Gott geschaffen durch Sein Wort. All die Pflanzen, all die Tiere. Gott hat es geschaffen durch Sein Wort. Schau dir die Sterne an heute nacht und sag: Wow, das hat Gott geschaffen. Und wir sind nur am Rand von einer Galaxie und dahinter geht’s erst richtig los! Und das alles hat Gott geschaffen durch Sein Wort.

Das ist gewaltig. Und du bist jetzt Kind Gottes. Und wie ist das zustande gekommen? Du hast das Wort Gottes empfangen. Du bist wiedergeboren, sagt Petrus, von neuem geboren, von oben geboren durch den Samen des lebendigen Wortes.

1 Petrus 1,23
Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes.

Du warst getrennt von Gott und du hast das Wort Gottes irgendwann gehört, du hast es angenommen, darauf gehandelt und Bäm, ist etwas in dir passiert, eine Explosion von Leben und Licht und eine Verbindung zu Gott, die du vorher nicht hattest und die keine Universität der Welt dir verschaffen kann. Kein Studium, kein Hochschul-Absolvieren oder irgendetwas anderes kann dir das vermitteln – die neue Geburt, das geht nur durch das schöpferische Wort Gottes. Indem du es irgendwann angenommen hast und Bäm! Etwas total neues.

Und jetzt kannst du, ohne dass du dir Mühe gibst oder irgendwie einen besonderen sakralen Dom oder Silbermann Orgelklänge irgendwie hören musst – auf dem Klo weißt du, ich bin mit Gott verbunden. Es gibt so viele Leute, die versuchen sich eine Beziehung mit Gott zu denken. Und das ist so schwierig. Und deswegen muss man in dieser Art von Kirchen so leise sein, weil alle beschäftigt sind: Wir wollen uns jetzt vorstellen, wir kommen in die Gegenwart Gottes.

Und wenn du dann dahinkommst, dynamisch wie du bist – „Hallelujah!“ – „psssst!“.

Ruhe! Das stört!

Aber du kannst bei Aldi dein Wägele fahren und sagen: „Hallelujah, der Herr ist mit mir“. Und bist überhaupt nicht religiös und du musst nicht irgendwie einen Walkman mit den Orgelklängen haben oder irgendwas. Du weißt, dass du weißt!

Du weißt nicht, wieso du das weißt. Aber du weißt es: Gott ist mit mir.

Ich bin mit ihm, er ist mit mir. Wir sind im Reinen. Es ist alles gut. Seine Gegenwart ist da, und Er erfreut mich.

Einmal schob ich bei Aldi so und pfiff so mein Liedchen vor mich hin, sagt die: „Nanu, junger Mann, so fröhlich?“ – Ich sage: „Gott ist mit mir!“

Ich habe gar nicht überlegt, was soll ich jetzt sagen? Oh, die spricht mich jetzt an. Ich hab gar nicht überlegt. Ich sage: „Ja, ich bin so fröhlich, weil Gott mit mir ist, Hallelujah, schönen Tag! Gott segne Sie“.

Jes 55,11
so wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt, und ausführen, wozu ich es gesandt habe.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (60:00 bis 65:00)

 

Gott hat Sein Wort gegeben, und das Wort ist wahr und Er steht dahinter, und Er ist willig, Sein Wort wahr zu machen. Er steht mit seiner ganzen Person dahinter. Gott kann nicht lügen, sagt die Bibel.

Heb 6,18
damit wir durch zwei unveränderliche Dinge, bei denen Gott doch unmöglich lügen kann, einen starken Trost hätten, die wir unsere Zuflucht dazu genommen haben, die vorhandene Hoffnung zu ergreifen.

4 Mose 23,19
Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind, dass ihn etwas gereuen würde. Was er gesagt hat, sollte er es nicht tun? Was er geredet hat, sollte er es nicht ausführen?

1Sam 15,29
Auch lügt der nicht, der Israels Ruhm ist, und es gereut ihn nicht. Denn nicht ein Mensch ist er, dass ihn etwas gereuen könnte.

Es ist einfach die Wahrheit.

Und deswegen muss Er es nicht ändern. Und deswegen werden wir nicht irgendwelche bösen Überraschungen erleben wenn wir eines Tages vor Jesus stehen und er sagt: „Ja, du hast nach dem Buch gehandelt, aber weisst du, du musst wissen, eigentlich habe ich mir das alles ganz anders in deinem Leben vorgestellt“.

Nein! Gott ist klar. Gott ist gerade heraus. Er sagt, was er meint, und er meint, was er sagt. Punkt. Aus. Ganz einfach.

Deswegen können wir Ihm vertrauen! Du kannst niemandem vertrauen, wo du sagst, „ja, das hat er gesagt, aber jetzt müssen wir mal herausfinden, was er gemeint hat“.

Und diese Gespräche mit Christen sind so frustrierend. Man sagt, „ja, das ist, was die Bibel sagt“ – „Ja, aber Bruder, das musst du so vertehen“, und dann drehen sie alles so um, dass auf einmal das Gegenteil dabei herauskommt. Ich sage: „Entschuldigung bitte, dazu reicht meine Intelligenz nicht aus. Ich habe nur Abitur und ein paar Jahre an der Universität, das reicht bei mir nicht, dass ich einfach das jetzt irgendwie so umdeuten kann – ich bin so primitiv, es tut mir leid, aber so steht es geschrieben, und Jesus hat zu mir gesagt, das ist sein Buch, und wenn ich das nicht nehme, wird er nicht mehr zu mir reden, und das möchte ich nie verlieren“.

Und deswegen nehme ich es so wie es da steht. – „Ja, aber das ist ja fundamentalistisch!“

Ist mir egal, wie du das denkst! Ich nenne das Gehorsam.

Sein Wort ist unveränderlich. Hallelujah.

Und wenn Gott einmal vor 2000 Jahren gesagt hat, das ist rein – dann ist das heute noch rein. Und wenn Gott gesagt hat, das ist unrein und das missfällt ihm, dann missfällt ihm das heute immer noch. Gott ist nicht verwirrt, Gott passt sich nicht irgendwelchen Modeströmungen an, Gott sagt nicht: Achja, ich hatte vergessen, das 20ste Jahrhundert wird besonders pervers sein, da muss ich doch ein bisschen herunter mit meinem Maßstab.

Gott ist Gott, und wir messen uns an Seinem Maßstab!

Jemand hat mal gesagt, die einzige Bibelkritik, die erlaubt ist, ist, dass die Bibel UNS kritisiert. Das ist die einzige Bibelkritik.

Weißt du, heute in der Uni, da sagen sie: „Ja, das ist nicht mehr für heute – das ist mythologisch zu verstehen. Damals war man so primitiv und hat an Dämonen geglaubt, heute wissen wir ….“ Blablabla.

Und sie sagen: „Nein, das ist nicht wirklich das Wort Gottes und das hat nicht Er gesagt, das haben andere gesagt, dass Er es gesagt hätte“. Woher wissen die das eigentlich alles? Du kannst ganze Bücher lesen, die sagen dir, dass die 5 Bücher Mose nicht von Mose kommen. Und Jesaja war angeblich drei. Ich weiß, was das bedeutet, wenn man persönlichkeitsgespalten ist, das ist furchtbar, das ist die Hölle. Jesaja war ein Mann Gottes. Er war rein, er war integer. Er war nicht drei! Er war einer! Amen!

Mk 13,31
Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen.

Preis dem Herrn! Lasst die Philosophien, die Theologien kommen und gehen – das Wort Gottes bleibt so wie es ist.

Jes 46,9b-10
Es gibt keinen sonst, keinen Gott gleich mir, der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist, – der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, führe ich aus.

Jer 1,12
Da sprach der HERR zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich werde über meinem Wort wachen, um es auszuführen!

Gott wacht über Seinem Wort! Er ist eine Verpflichtung eingegangen zu Seinem Wort.

Okay – nächster Punkt. Das Wort Gottes hat schöpferische Kraft. Das ist ganz, ganz wichtig. Wenn wir begreifen, wir sind die Nachfolger Gottes und wir sollen lernen zu handeln in unserem Leben wie Er handelt. Wir sind seine Nachahmer.

Eph 5,1
Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder

Und Gott handelt, indem Er schöpferische Worte spricht. Am Anfang war das Chaos, und Er sprach Worte, und aus dem Chaos wurde Ordnung.

Und dasselbe können wir tun. Wenn wir zum Herrn kommen, ich weiß nicht, wie es bei dir war – mein Leben war ein totales Chaos. Und Gott hat mich gelehrt: Sprich Worte! Sprich Worte! Nimm mein Wort. Sprich Worte über deine Gefühle, über deine Seele, sprich Worte über deine Beziehungsfähigkeit, über den Charakter.

Du sagst, „ja, du hast nicht genug gesprochen“ – „Okay, ich bin immer noch dabei“.

Aber ich habe Veränderungen gesehen! Preis dem Herrn. Das Wort Gottes ist schöpferisch und kraftvoll und es kann dich wirklich mit voller Gewissheit und Dynamik erfüllen. Es ist undenkbar, dass jemand sich füllt mit dem Wort Gottes und Trübsal bläst. Dass jemand depressiv ist, der seine Gedanken erneuert nach dem Worte Gottes. Dass jemand ohne Hoffnung lebt und ohne Ziele lebt, ohne Freude lebt, der wirklich im Wort verankert ist. Das gibt es nicht! Du kriegst es nicht fertig, dich zu füllen mit dem Wort Gottes und mit Gott übereinzustimmen und sein Wort wirklich auf diese Art und Weise in Ehren zu halten und stumpfsinnig, voller Langeweile und Monotonie und Depression zu leben – das ist nicht möglich!

Es ist Lebenskraft im Worte Gottes. Und diese entfaltet sich wenn du lernst mit diesem Wort umzugehen.

Du sagst: „Ja, meine Probleme sind zu groß“ – „Das Wort ist größer“.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (55:00 bis 60:00)

 

Krankheit in den Augen Gottes ist ein Fluch!

Und das ist nicht so, dass Gott den verflucht, der krank ist – das habe ich nicht gesagt, aber Kranksein ist Fluch und Gesundheit ist Segen. Und lasst uns mit Gott übereinstimmen.

Und es gibt so viele ungläubige Gläubige, die alles verdrehen irgendwie. Die sagen: Armut ist ein Segen von Gott und es macht mich schön demütig. Und die Bibel sagt, dass Geld die Wurzel von allen Problem ist.

Das sagt die Bibel überhaupt nicht! Sondern Gier nach Reichtum!

1Tim 6,10
Denn die Geldgier ist eine Wurzel alles Bösen; etliche, die sich ihr hingegeben haben, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich selbst viel Schmerzen verursacht.

Und du kannst keinen Pfennig in der Tasche haben und hast große Gier nach Reichtum.

Also wollen wir da sehr genau sein, wollen wir sehr klar sein! Ich war in christlichen Kreisen, und ich habe angefangen, das Wort zu lehren und man hat gesagt: Ja, was ist denn das? Willst du aus uns eine Pfingstgemeinde machen?

Ich sage: Nein, nur schauen, was die Bibel sagt! – Ja, aber so haben die Väter uns das nicht gelehrt. – Ja, ich weiß nicht, was die Väter gelehrt haben, aber wir haben doch jetzt eine Bibel und wir können doch jetzt hineinschauen, was jetzt Gottes Wort zu uns sagt. Das ist doch entscheidend. Und die Väter in allen Ehren! Aber Gottes Licht nimmt zu und wir sehen heute Dinge, die wir vor 20 Jahren nicht gesehen haben. Und wir müssen mitgehen mit dem, was der Heilige Geist jetzt an Wahrheit offenbart.

Und wenn wir damit konsequent vorangehen, werden wir mehr entdecken. Und wenn wir sagen: Nein, das war früher nicht so und das soll auch heute nicht so sein – wir werden in Finsternis zurückfallen, wir werden in Unglaube zurückfallen. Wir müssen mitgehen mit Gottes Geist: Was sagt der Herr? Und dann – wenn wir etwas entdeckt haben, es übernehmen!

Also, das war Röm 12,2 – unser Denken erneuern! Und Paulus sagt, wir werden verwandelt, indem wir das tun.

Röm 12,2
Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.

Wir werden verändert, indem wir unser Denken erneuern.

Du kannst – nehmen wir ein Beispiel – nicht frei werden von Minderwertigkeit, wenn du so negativ über dich denkst wie du denkst. Und du meinst, das wäre große Demut.

Du kannst nicht frei werden, wenn du nicht anerkennst, du bist wertvoll in Gottes Augen, du bist geschätzt, Gott liebt dich, Gott ist für dich, und Er hat Freude an dir.

Du sagt: An mir Freude? Das kann doch gar nicht sein, ich bin der Letzte hier!

Gottes Freude kommt nicht wegen der Dinge, die du tust, sondern wegen dem, was du bist. Und du bist sein Kind. Und da kommt die Freude her.

Wir sind geliebt, wir sind angenommen, wir sind geschätzt.

Du sagst: Ja, aber ich fühle mich so abgelehnt.

Ja, deswegen sollst du das Wort nehmen, dass du angenommen bist, damit deine Gefühle sich ändern.

Ich sage immer so gerne: Wenn deine Gefühle dich stören und wenn sie dir keinen Spaß machen, dann schaffe dir doch ein paar neue an.

Du kannst durch das Wort Gottes deine Gefühle verändern! Indem du anfängst mit Gott übereinzustimmen, indem du anfängst, das zu denken, was Gott denkt, und dann später anfängst zu sprechen, das, was Gott spricht. Und dann anfängst zu handeln nach dem wie Gott will, dass du nach Seinem Wort handelst.

Okay, gut, wir müssen einfach weitermachen. Das ist ein Thema, da könnte ich mich sehr, sehr lange drin aufhalten – diese Wahrheit und die Kraft, die in der Wahrheit ist. Das ist eine ungeheure, heilsame Kraft in Wahrheit. Und es ist eine bindende und runterziehende, negative Kraft in Lüge.

Und wenn du sehen willst, wie Menschen verändert werden, dann geht es nicht anders, als dass du durch das Wort Gottes sie lehrst, ihr Denken zu verändern. Wenn du dein Denken nicht veränderst, du kannst nicht verändert werden. Weil du bist das, was du denkst! Und du kannst dich anstrengen und versuchen, äußerlich etwas zu tun – dein Rauchen zu überwinden oder irgendetwas – wenn innen die Veränderung nicht anfängt, dann kannst du äußerlich versuchen und machen und tun und dich anstrengen – es wird nichts gelingen.

Sieg ist eine Sache, die von innen kommt, vom Herzen, vom Glauben. Und glaubensfähig werden wir, wenn wir anfangen, uns nicht mehr gegen Gott zu stellen, sondern mit Ihm übereinstimmen. Und deswegen also diese Anweisung:

Werdet verändert durch Erneuerung eures Sinnes (nach Röm 12,2).

Okay, zu diesem Aspekt von Wahrheit gehört eben auch – das ist ja gerade Kennzeichen von Wahrheit, aber ich will es hier besonders herausstellen, dass Gottes Wort unveränderlich ist. Weil es eben wahr ist, deswegen muss es nicht alle paar Jahre wieder umgeändert werden. Du wirst nie eine Weissagung hören, hier oder in irgendeiner anderen Heilig-Geist-geleiteten Gemeinde: „Liebe Gemeinde, ich muss eine betrübliche Mitteilung machen, ich hatte mich doch geirrt als ich geschrieben habe, Jesus hat allen Fluch auf sich genommen – ich entdecke, dass da doch noch einiges an Fluch da ist, was er nicht getragen hat, ich bitte im Entschuldigung. Ich werde demnächst eine neue Ausgabe rausbringen. Euer Gott“.

Das wird nicht stattfinden! Gott sagt: „Ich werde nicht ändern, was aus meinem Munde gekommen ist“.

Ps 89,35
Ich will meinen Bund nicht entheiligen und nicht ändern, was aus meinem Munde gegangen ist.

Warum wird Er es nicht ändern? Weil Er stur ist und weil Er unbelehrbar ist? Weil Er die Fakten nicht zur Kenntnis genommen hat? Nein! Weil Er – bevor Er gesprochen hat – überlegt hat – manchmal im Gegensatz zu uns.

Und das Wort Gottes ist total geprüft bevor es herausgelassen wurde.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (50:00 bis 55:00)

 

Und viele denken, „oh, ja, also das ist mir alles sehr peinlich, und ich weiß nicht, ja, lieber Gott, also heute abend wieder – meine Frau und ich – könntest du bitte irgendwie vielleicht mal ausgehen heute abend und nicht bei uns irgendwie …?“

Wir sind frei! Wir brauchen keine Schuldgefühle zu haben. Das hat Gott sich ausgedacht. Das ist eine wunderbare Angelegenheit, es ist total gesund, erfrischend und normal und natürlich. Und Luther hat gesagt: „Zwei Mal die Woche“. Ja, da waren die Lutheraner noch was! Preis dem Herrn. Oder hat er „drei Mal“ gesagt? Ne, zwei Mal, ne?

In Klammern muss ich dazufügen: Mit dem Partner, mit dem du verheiratet bist, ja? Es reicht nicht aus, dass ihr beide verheiratet seid, ihr müsst miteinander verheiratet sein. Das ist wichtig. Da gibt es manchmal Missverständnisse.

Okay, also es muss alles ganz klar und biblisch und ordentlich und richtig gesund sein.

Was sagt Gottes Wort über Kindererziehung? Ist das, was ich denke über Erziehung – ist das in Übereinstimmung mit Gott? Was sagt Gott über meine Arbeit? Was sagt Gott über meine Hingabe an meine Geschwister, an die Gemeinde? Und wie soll ich mit Geld umgehen und geben usw.?

Mache einmal Inventur und lege dich fest: Was Gott denkt, will ich auch denken. Das ist der Anfang von Sieg. Dass du hier oben entrümpelst, deine religiösen, philosophischen Vorstellungen. Manche haben mehr Philosophie von Brigitte im Kopf – oder „Für Sie“ – als wirklich biblisches Fundament für Eheleben. Ja, das ist wirklich so.

Das ist die Sonntagsschule des Teufels! „Bravo“ oder „Popcorn“ oder wie das alles heißt. Aber die richtigen Anweisungen für ein gesundes Leben, die finden wir im Worte Gottes. Und als Nachfolger Gottes oder wie es Epheser 5 sagt: „Nachahmer Gottes“ beginnt unsere Nachfolge damit: Nicht, dass wir anfangen irgendetwas zu tun für Gott, sondern dass wir anfangen, etwas zu sein für Gott. Dass wir anfangen einfach Partner zu sein, die belehrbar sind und die ihre Gedanken mit seinen Gedanken in Übereinstimmung bringen.

Eph 5,1
Seid nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder!

Und wir machen einmal Inventur und gehen durch alle Bereiche unseres Lebens durch.

Was sagt Gott über den Teufel? Was sagt Gott über Dämonen? Was sagt Gott über dieses, über jenes Thema?

Natürlich ist es manchmal schwer, weil du kannst nicht im Inhaltsverzeichnis nachschlagen und sagen, wo steht jetzt das Kapitel über Sex? Sondern du musst hindurchgehen, du musst das studieren. Du brauchst vielleicht eine Konkordanz oder einen Computer. Und du musst wissen, dass in der Bibel nicht alles mit unserer Alltagssprache geschrieben ist. Da wird das alles sehr orientalisch und blumig interessant irgendwie ausgeschmückt, ja? Und wenn du da in deiner Computerkonkordanz unter „Sex“ guckst, dann sagst du: Hab ich ja gleich gewusst, darüber steht nix drin.

Also – wir müssen schon irgendwie uns da hineingraben in das Wort und wir finden hier etwas, und wir finden da etwas, wir finden da etwas, und wir müssen suchen und forschen. Das steht nicht irgendwie so, dass wir gleich darüber fallen und schnell so auf dem Weg zur Arbeit schnell irgendwie das so zu uns nehmen können, sondern das erfordert wirklich Studium.

Okay, und wenn wir herausgefunden haben: Das sagt Gottes Wort über dieses Thema meines Lebens, dann bin ich gewillt, alles andere, was damit nicht übereinstimmt, herauszutun. Jesus sagt zu den Schriftgelehrten: Sie machen das Wort ungültig, kraftlos um ihrer Überlieferungen willen.

Mt 15,6b
und ihr habt so das Wort Gottes ungültig gemacht um eurer Überlieferung willen.

Und ich habe so viele Gläubige getroffen: Ich lehre etwas und dann sagen sie, „ja, aber das ist nicht, was meine Gemeinde lehrt“. Ich sage: Ja, aber das ist, was Jesus lehrt. – „Ja, aber mein Pastor glaubt das nicht“. – Ich sage: Okay, aber was wirst du glauben? Was wirst du glauben? Willst du Jesus folgen oder willst du deinem Pastor folgen? Ist für dich das Wort Gottes der Maßstab? – „Ja, aber das ist mir fremd“ – Ich sage: „Dann werde vertraut damit“.

Sicher ist uns manches fremd. Wir sind ja alle am Lernen – logisch. Aber wenn da etwas kommt, was uns fremd ist und was uns neu ist und wir finden heraus, das ist, was Gott sagt. Und du kannst herausfinden, was Gott „Fluch“ nennt und was Gott „Segen“ nennt. Und dann komm du nicht daher und sage: Ja, aber meine Krankheit war ein großer Segen, weil als ich im Krankenhaus war und ganz alleine war und Langeweile hatte und alle Zeitungen durchgelesen hatte und nicht mehr wusste, was ich tun sollte – da habe ich gebetet, und da fing Gott an zu mir zu sprechen.

Das hättest du schon längst haben können, dazu musst du nicht ins Krankenhaus gehen. Du brauchst nur zu Hause einmal den Kasten auszuschalten, die Illustrierten beiseite legen und anfangen ins Wort zu gehen und zu sagen: Herr, was willst du mir sagen? Und Er wird zu Hause reden.

Ach, der „Segen der Krankheit“ … nenne du doch nicht Segen, was Gott Fluch nennt!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (45:00 bis 50:00)

 

Gott sagt: Der Mensch besteht aus Seele und Geist. Du kannst forschen und forschen und forschen und alles, was du finden wirst in der empirischen Forschung ist die Seele. Und das ist das große Problem der Menschen. Sie versuchen, den Menschen in der Seele zu therapieren und sie verstehen gar nicht, sein Problem ist ein geistliches Problem.

Nur Gottes Wort kann uns offenbaren, dass wir einen Geist haben und dieser Geist muss erneuert werden und muss mit Leben aus Gott angefüllt werden. Und aus diesem Leben aus dem Geist heraus kommt dann heilende Kraft hinein in die Seele und so kann ein Mensch neu werden und verändert werden.

Aber wenn nicht das Wort Gottes hätten, wir würden alle nicht wissen, dass wir einen Geist haben. Und nachdem wir das Wort annehmen und anfangen, Schritte zu gehen, die das Wort Gottes sagt, wie man im Geist wandelt – siehe da, wir fangen an zu entdecken: Mann! Wir haben wirklich einen Geist!

Und das ist sehr, sehr gut. Und wir können anfangen, damit Gott kennenzulernen, wir können anfangen, damit Dinge zu verstehen, die man mit dem menschlichen Verstand nicht verstehen kann. Wir können anfangen, Dinge zu wissen, die man nicht wissen kann.

Vor einiger Zeit erzählte mir jemand etwas über ein bestimmtes Land und über eine bestimmte Stadt und während er davon erzählte – und ich kenne dieses Land, ich habe viel schon darüber gelesen usw., aber hatte nie irgendwie ein so tiefes Interesse. Und er redete mit mir über dieses Land und während er mir von dieser Stadt auch noch Fotos zeigte, ich wusste in meinem Inneren – da werde ich hinfahren. In dieses Land, in diese Stadt, werde ich hinfahren.

Und eine Woche später habe ich gebetet und Gott hat zu mir gesprochen und hat gesagt, ich werde in diese Stadt gehen. Und noch eine Woche später, ich kriege einen Brief aus dieser Stadt und die Pastoren dieser Stadt laden mich ein und ich soll kommen und ich soll ein Seminar halten. Ich wusste das schon. „Du wirst dich freuen – es wird Äthiopien sein“. Ja. Hallelujah.

Wir können Dinge wissen, die man nicht wissen kann. Weil Gottes Geist in unserem Geist wohnt und weil er anfängt, uns Dinge mitzuteilen. Weil er uns etwas zeigt über unser Leben, was man woanders nirgends bekommen kann.

Das Wort Gottes ist wahr! Wir können uns darauf einlassen. Und wir können auf dieser Grundlage von Gottes Wahrheit unser Leben total neu aufbauen. Das Schöne ist, das, was du da aufbaust, ist unveränderlich. Du musst nicht alle paar Wochen wieder vorne anfangen, sondern du gründest dein Leben auf Tatsachen. Und nicht auf Dingen, die aus irgendwelchen Lexika kommen, die alle paar Jahre wieder neu geschrieben werden müssen oder irgendwelchen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die dann auf einmal plötzlich nicht mehr gelten. Nichts gegen wissenschaftlichen Erkenntnisse! Wenn sie wirklich solide sind und wenn sie echt sind, aber es gibt so viel gerade im Bereich der Geisteswissenschaften und Psychologie und Pädagogik usw., was sich als wissenschaftlich ausgibt und was wirklich nicht haltbar und nicht tragbar ist.

Gottes Wort beschreibt uns die Realität! Beschreibt uns die Ursache von Problemen. Beschreibt uns, wer der Teufel ist und warum das und das geschieht in dieser Welt. Nur das Wort Gottes gibt uns solche Antworten. Und es beschreibt uns, wie wir uns schützen können vor den Angriffen der Finsternis. Es beschreibt uns, wie wir im Schutz Gottes wirklich Sieg haben über die bedrängenden Mächte der Finsternis. Das findest du nirgendwo anders, das findest du nur in der Bibel – nirgendwo anders.

Gottes Wort bringt uns Tatsachen, Gottes Wort bringt uns Realität. Und wir bekommen festen Grund unter die Füße. Hallelujah.

Und ich möchte euch sehr, sehr ermutigen, sehr genau hinzuschauen und einmal Inventur zu machen. Die Bibel redet von der Erneuerung unseres Denkens.

Röm 12,1-2
1 Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer, was euer vernünftiger Gottesdienst ist.
2 Und seid nicht gleichförmig dieser Welt1, sondern werdet verwandelt2 durch die Erneuerung des Sinnes3, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Jetzt greife ich eigentlich schon vor, wie wir mit dem Wort umgehen sollen, aber es bietet sich einfach bei diesem Punkt so sehr an. Die Bibel sagt: Wenn wir Christ geworden sind, wir sollen uns ihm geben, unseren Körper als Opfer geben – als lebendiges Opfer – und danach sollen wir etwas tun: Wir sollen unsere Gedanken erneuern. Wir sollen unsere Gedanken erneuern!

Und bitte sei nicht damit zufrieden, dass du sagst, ich bin ja Christ und ich glaube an die Bibel! Mach einmal Inventur hier oben, wo deine Gedanken sind. Bist du sicher, dass das, was du denkst, über dich selbst, übereinstimmt mit dem, was Gott über dich denkt? Bist du sicher, dass das, was du denkst über Geld auch das ist, was Gott denkt? Bist du sicher, dass das, was du denkst über Krankheit das ist, was Gott denkt? Das was du denkst über Sex – ist es das, was Gott darüber denkt?

Ohhooo – bloss nicht dieses Thema anrühren, Hilfe, ich dachte, wir sind hier in der Kirche.

Ich bin in Ländern gewesen, wenn du da von der Kanzel das Wort „Sex“ in den Mund nimmst, da erstarrt die ganze Gemeinde und denkt, jetzt kommt ein Blitz vom Himmel und den Pastor pustet’s weg und das war’s. Wirklich!

Und ich sage: Lasst uns doch nicht vergessen, das war alles Gottes Idee, die Sache mit dem Sex! Hallelujah! Das war Gottes Idee, und Er hat sich das ausgedacht um uns zu erfreuen. Amen!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (40:00 bis 45:00)

 

Und das ist, worum es überhaupt letzten Endes geht: Wir sind hier, um den Segen Gottes zu erleben und ein Segen zu sein.

1Mo 12,2
Und ich will dich zu einem großen Volk machen und dich segnen und deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein.

Auch wenn ich darüber nicht jetzt ausführlich irgendwie lehre, aber mach dir das klar: Du bist hier – viele Christen wissen nicht, warum sie hier sind! Und ich habe mich einmal die Frage gefragt, ja, warum hat eigentlich Gott mich nicht entrückt nachdem ich mich bekehrt habe? Ich meine, man bekehrt sich und es wäre doch – wenn der Himmel so ein schöner Ort ist – es wäre doch das sinnvollste, man bekehrt sich und dann wird man hier eben abgeholt und kann keine dummen Sachen mehr machen, ist im Himmel, kann nicht mehr rückfällig werden, und alles ist in Ordnung. Ich meine, das wäre doch das cleverste für Gott.

Gott hat etwas vor mit meinem Leben, mit deinem Leben. Wir sind hier, um seinen Segen zu erleben, um anderen zu zeigen, Er lebt. Um andere zu motivieren, um andere eben mit Ihm bekannt zu machen. Das ist, wofür wir hier sind. Und ohne das Wort Gottes, dass es sich wirklich in unserem Leben erweist, ist das einfach nicht möglich.

Okay, einige Eigenschaften des Wortes Gottes: Und zwar, die wir von Gott selbst holen. Die holen wir jetzt nicht von den Aussagen von Theologen oder von unserer Erfahrung oder von irgendwelchen anderen menschlichen Quellen, sondern direkt von Gott. Was sagt Er selbst über Sein Wort? Ich meine, Er muss es ja wissen!

Und das Allererste, was ich hier betonen möchte, was eine riesige Chance ist oder eine offene Tür ist zur Veränderung und was gewaltig ist und unvergleich ist gegenüber allen anderen Angeboten: Gottes Wort ist die Wahrheit.

Gott ist die Wahrheit. Sein Wort ist wahr.

Du sagst, naja, das haut mich nicht sehr vom Hocker. Doch! Wenn du überlegst, was mit all den anderen sogenannten modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist. Du weißt vielleicht, dass zu jeder Zeit solange es Wissenschaft gegeben hat, sie immer dachten, sie sind die modernen aufgeklärten Menschen und sie wissen schon alles und haben ein Weltbild zusammen usw. Und dann auf einmal gibt es Entdeckungen, die geben eine totale Veränderung des ganzen Weltbildes. Das ging wie ein Schock in den 20er Jahren durch die westliche Welt als man auf einmal ganz neue Entdeckungen gemacht hat in der Astrophysik und in anderen Bereichen und auf einmal das ganze Weltbild sich total umgeändert hat. Lasst uns nicht denken, ja, „die Wissenschaft hat festgestellt, …“

Es gibt so viele Dinge, die die Wissenschaft meinte festgestellt zu haben, und die hinterher sich als größten Blödsinn aller Zeiten herausgestellt haben. Es gab einmal einen Menschen, der wurde als ein sehr fortschrittlicher Wissenschaftler gepriesen – Ernst Haeckel hieß der – und der hat angeblich herausgefunden, dass das Embryo eines Menschen oder auch bei den Tieren eben während der Zeit der Schwangerschaft all die stammesgeschichtlichen Entwicklungsphasen, also vom Urlurch oder der Kaulquappe oder irgendwas dann durchmacht bis zum fertigen Mensch („Biogenetische Grundregel“).

Das hat man wirklich geglaubt, das war wirklich eine wissenschaftliche Tatsache, das haben die wirklich geglaubt.

Heute wirst du Wissenschaftler nicht mehr hören, sich so töricht zu äußern, weil sie wissen, das ist der größte Schrott überhaupt, das ist nicht haltbar. Du findest noch manches dummes Zeug in den Schulbüchern, aber du musst nicht denken, die Schulbücher sind voll von wissenschaftlicher Weisheit. Da ist man längst schon woanders.

Gottes Wort ist die Wahrheit.

Joh 17,17b
Dein Wort ist Wahrheit.

Wahrheit im Sinne von Realität. Realität! Das heißt, was aus dem Munde Gottes hervorkommt und wie die Sache wirklich ist, das ist total 1:1. Gott sagt, die Sache ist so, und die Sache ist wirklich so.

Wenn wir das begreifen, dass Gottes Wort die Wahrheit ist, dann kommt etwas interessantes zustande: Wir werden fest, wir werden sicher.

Ich hab mich früher mit sehr vielen Philosophien beschäftigt, von Japan und anderen fernöstlichen Dingen bis nachher dann zu Johann Gottlieb Fichte und Ludwig Feuerbach und Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Karl Marx und lauter solche Geschichten. Und du kannst feststellen, wenn du dich mit irgendwelchen Philosophien beschäftigst, irgendwann kommst du an den Punkt, wo dein Weltbild zusammenbricht. Weil du auf einmal neue Gedanken denkst, die passen in dein bisheriges Schema nicht rein und du stehst da, wenn du so philosophisch veranlagt bist wie total nackt.

Und ein Philosoph fühlt sich nicht wohl wenn er nicht irgendwie ein Bild hat, in das er das ganze Leben so einordnen kann. Aber selbst wenn du nicht philosophisch veranlagt bist oder so, sondern sehr, sehr praktisch, ist das eine Riesenmöglichkeit für uns, uns darauf einzulassen: Gottes Wort ist wahr. Die Dinge sind so wie Er sie uns sagt. Und das heißt, wir können Ihm vertrauen. Das heißt, wir können etwas nehmen von Ihm, was wir noch nicht erfahren haben, aber wir nehmen es, wir glauben es und siehe da – danach können wir es erfahren.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (35:00 bis 40:00)

 

Und dann denke ich ist auch noch ein anderer Punkt sehr, sehr wichtig, jedenfalls für uns persönlich: Wenn wir uns einlassen auf das Wort Gottes, wenn wir Schritte gehen, wenn wir tun, was das Wort sagt, dann können wir *erfahren*, was das Wort sagt. Und das ist eine starke Bestätigung!

Wenn du ein Telefonbuch hast und da steht eine Nummer von deinem Bekannten und du rufst den an und Tatsache, der Bekannte ist dran und das passiert dir hunderte von Malen mit verschiedenen Bekannten und Leuten usw. – dann sagst du, das Telefonbuch ist in Ordnung. Ist dir doch egal, wie alt das ist! Solange du alle deine Leute noch erreichen kannst und die Nummer und die Adresse, das alles stimmt, ist doch gut!

Und die Leute sagen: Die Bibel! Die ist doch sooo alt!

Es kommt nicht drauf an wie alt sie ist, sondern ist sie noch gut? Funktioniert sie noch? Und da steht geschrieben: Wenn wir Jesus unser Leben geben, dass göttlicher Friede unser Herz erfüllt, wir werden freigesetzt von unserer Vergangenheit, freigesetzt von Schuldgefühlen.

Phil 4,7
Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus!

Joh 14,27
Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!

Da steht geschrieben: Wenn wir bitten um den Heiligen Geist, dann bekommen wir den Heiligen Geist.

Lk 11,13
Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel gibt, den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Und das haben wir getan, und siehe da, es ist genau so wie die Bibel es sagt. Wenn du ein Buch hast, diese Autoreparatur-Bücher gab es früher immer, ne? „Jetzt helfe ich mir selbst“. Wenn du nach dieser Anleitung vorgehst und dein Auto fährt wieder, dann sagst du, das Buch ist gut. Das ist in Ordnung, es ist gut.

Oder du hast ein Kochbuch und du gehst genau nach Rezept vor und am Ende hast du dann eine köstliche Soße à la sonstwas. Und du kochst nach dem Kochbuch und dann sagst du: „Pfui, was ist denn das für ein Zeug?“ Und du weißt, du hast es genau nach dem Kochbuch gemacht, dann sagst du: Das Buch ist nicht in Ordnung.

Aber wenn du denn am Ende das Ergebnis hast, wovon das Buch spricht, sagst du, das Buch ist in Ordnung, das ist gut!

Und Gottes Buch ist gut! Da steht drin, wir können ihn bitten, und er gibt uns. Wir können um Heilung bitten und Gott ist der Heiler. Wir können ihn bitten, uns zu verändern, wir können ihn bitten, uns freizumachen und er tut es wirklich. Da sind so viele wunderbare Aussagen und Verheißungen in seinem Wort geschrieben, auf die wir uns stellen können, die gültig sind für heute.

Okay, gut, das einfach nur so als erste Anregung, dass es durchaus sinnvoll ist! Ja, manche Leute sagen: Meine Güte! Wie kannst du an die Bibel glauben? Ich dachte, du bist ein moderner, aufgeklärter Mensch.

Als wenn das ein Widerspruch wäre! Gott hat nirgendwo irgendwelche intellektuellen Zumutungen für mich da drin. Als Jesus zu mir sprach: Das ist mein Buch, das soll ich glauben – hab ich es genommen. Und wenn ich dann hinterher gelesen hätte, Jona hätte den Wal verschluckt – ich hätte das auch genommen, weil Jesus mir das gesagt hat! Aber das steht ja nicht da drin, es gibt keine intellektuellen Zumutungen. Wenn du erst einmal anerkannt hast, es gibt einen Gott, der in Zeit und Raum eingreift, dann sind doch Wunder etwas, was man sogar erwarten müsste.

Leute sagen: Wie kannst du an Wunder glauben? – Ja, dein Problem ist, du glaubst nicht an einen Gott, der Wunder tut. Deswegen glaubst du nicht an Wunder. Wenn es wirklich einen Gott gibt, der die Erde geschaffen hat und der uns immer noch liebt und der immer noch eingreifen kann und Naturgesetze, die er geschaffen hat, außer Kraft setzen kann – dann was ist das Besondere an Wundern? Das einzige, worüber man sich wundern kann, ist, dass so wenige Wunder passieren!

Gott kann eingreifen und Er will es auch. Und Er gibt uns sein Wort um uns da zu ermutigen.

Okay, und jetzt als nächsten Schritt wollen wir einmal ein bisschen genauer das Wort Gottes anschauen. Und ich möchte mit euch einige wenige – nicht alle, aber einige wenige wichtige Eigenschaften so besprechen und welche Konsequenzen die haben für unser Leben. Eigeschaften über das Wort Gottes. Dies ist ein Bibelstudium, das ich unternommen habe auf eine Anregung des Heiligen Geistes. Da war ich schon viele, viele Jahre Christ. Und ich muss sagen, je länger ich Christ war, um so langweiliger wurde es. Und ich sehnte mich nach etwas anderem, und ich sehnte mich einfach nach Veränderung und nach mehr Kraft. Und dann hat Gott mich ermutigt zu diesem Bibelstudium und ich war geisterfüllter Christ, viele Jahre, und Gott hat mich ermutigt zu studieren, was sagt Er selbst über Sein Wort. Und dann das zweite: Was sagt Er darüber wie ich mit seinem Wort umgehen soll?

Und dieses simple eine Bibelstudium hat mein Leben revolutioniert. Und ich habe in den darauffolgenden drei, vier, fünf Monaten mehr erlebt und erfahren an Gottes Kraft, an Veränderung, an Wirken Gottes durch mich für andere – in den nächsten drei, vier Monaten hab ich mehr erlebt als in den sechs Jahren davor.

Es kam wirklich Schwung wieder in mein Leben und Dinge fingen an irgendwie interessant zu werden und vieles, vieles war in Bewegung und ich stelle fest, es ist immer noch in Bewegung. Das ist das schöne mit Gott: Wir wachsen und wir wachsen und wir wachsen. Und wir kommen immer weiter hinein in wunderbare Entdeckungen und Geheimnisse und Gott bekommt mehr Raum auch durch uns zu wirken für andere.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (30:00 bis 35:00)

 

Eines fällt mit gerade ein, ich hoffe, dass ich das irgendwie zusammen kriege: Also, die Wahrscheinlichkeit, dass solche biblischen Prophetien sich tatsächlich so ereignen wie sie aufgeschrieben sind, sind zu vergleichen mit – und jetzt bringt er ein sehr interessantes Bild – und zwar sagte er: Der Fixstern Sirius, der ist ziemlich weit weg von der Erde, ich weiß jetzt nicht genau, wieviel, aber er rechnet aus wie viele Jahre man fliegen müsste wenn man ununterbrochen da hinfliegen müsste. Und man spannt eine Schnur von der Erde bis zum Sirius. Und auf dieser Schnur laufen Ameisen. Und er rechnet dann aus, wie viele Ameisen das sind. Das sind genau 64 Cheops-Pyramiden voll Ameisen. Ja, du kennst diese große ägyptische Cheops-Pyramide? Und 64 Pyramiden voller Ameisen sind also auf diesem Seil unterwegs.

Also, ich würde sagen, schon eine ganze Menge.

So, jetzt wird eine Ameise farbig markiert. Da ist also die Schnur, und da laufen die Ameisen und eine Ameise wird farbig markiert. Und jetzt darfst du mit verschlossenen Augen einmal tippen. Und die Wahrscheinlichkeit, die farblich markierte Ameise zu treffen ist größer als dass die 30 oder 60 verschiedenen Verheissungen sich erfüllen würden so wie es aufgeschrieben ist.

Ein hochinteressantes köstliches Buch, heißt „So steht’s geschrieben“ – eine einzige wunderbare Verteidigung der Autorität und der Kompetenz und der Glaubwürdigkeit des Wortes Gottes.

http://clv-server.de/pdf/255982.pdf

Und ich nehme mal an, ehe ein Wissenschaftlicher sich so weit aus dem Fenster lehnt und solche Dinge irgendwie behauptet, muss er sich ganz schön warm anziehen und muss sicher gehen, dass er nicht den größten Müll schreibt und der nächste Atheist ihn dann total auseinander nimmt. Da muss man schon wissen, was man da schreibt, ja?

Also, da gibt es Leute, die sehr schöne Dinge geschrieben haben. Prof. Wilder Smith hat da auch interessante Dinge geschrieben, ihr kennt das Beispiel mit den Karten, die man oben aus dem Flugzeug wirft, von mehreren tausend Meter Höhe. Und wie viele Male musst du werfen, dass dann wirklich den Farben gemäß sortiert dann 10 – Bube – Dame – König – As usw. in der richtigen Reihenfolge unten sortiert ist?

Oder die blinden Affen, die auf der Schreibmaschine herumhacken – wie viele Jahre müssen sie ununterbrochen tippen bis endlich mal ein vernünftiger Satz mit korrekter deutscher Grammatik herauskommt?

Und das sind alles so Vergleiche, die zeigen, dass es keine Zufälle gibt. Und da ist Gottes Plan hinter der Schöpfung und da ist Gottes Plan auch in seinem Wort. Und natürlich all das, was geschrieben ist über das Kommen von Jesus, über sein Leben, über seinen Dienst, über die Art und Weise wie er sterben würde. Ihr wisst, Psalm 22 beschreibt die Kreuzigung Jesu zu einer Zeit als es die Kreuzigung als Hinrichtungsmethode überhaupt nicht gab.

Ja, wie kann einer das beschreiben? Die jüdische Methode jemanden ins Jenseit zu befördern, war steinigen. Erst die Römer haben die Kreuzigung dann mitgebracht, und es ist dort beschrieben – Psalm 22.

Ps 22,17
Denn Hunde haben mich umgeben, eine Rotte von Übeltätern hat mich umzingelt. Sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben.

Und was Jesus am Kreuz sagt: Mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Ps 2,2
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Mt 27,46
Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani, das heißt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«

All diese Dinge sind aufgeschrieben. Mit welcher Summe Geld der Judas gekauft wurde um Jesus zu verraten.

Mt 26,15
und sprach: Was wollt ihr mir geben, und ich werde ihn euch überliefern? Sie aber setzten ihm dreißig Silberlinge fest.

Mt 27,9-10
Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia geredet ist, der spricht: „Und sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Preis des Geschätzten, den man geschätzt hatte seitens der Söhne Israels, und gaben sie für den Acker des Töpfers, wie mir der Herr befohlen hat.“

Sacharja 11,12-13
12 Und ich sagte zu ihnen: Wenn es recht ist in euren Augen, gebt mir meinen Lohn, wenn aber nicht, lasst es bleiben! Und sie wogen meinen Lohn ab: dreißig Silberschekel.
13 Da sprach der HERR zu mir: Wirf ihn dem Töpfer hin, den herrlichen Wert, den ich ihnen wert bin! Und ich nahm die dreißig Silberschekel und warf sie in das Haus des HERRN dem Töpfer hin.

https://bruderhand.de/gott-kennenlernen/antworten-auf-skeptische-fragen/zu-schwierigen-bibelstellen/1291-wie-kann-matthaeus-eine-prophezeiung-jeremia-zuschreiben-wenn-sie-von-sacharja-getroffen-wurde

Und lauter solche Dinge sind beschrieben!

Oder dann bei der Kreuzigung – die Soldaten dort, sie losen dann um das Gewand. Sie teilen die Kleider auf und dann losen sie um das Gewand.

Ps 22,19
Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los über mein Gewand.

Joh 19,24
Da sprachen sie zueinander: Lasst es uns nicht zerreißen, sondern darum losen, wessen es sein soll! Damit die Schrift erfüllt würde, die spricht: „Sie haben meine Kleider unter sich verteilt, und über mein Gewand haben sie das Los geworfen.“ Die Soldaten nun haben dies getan.

Und Leute, die das gerne leugnen möchten, sie sprechen von „self-fulfilling prophecy“. Also das heißt, jemand liest in der Bibel und sagt: Oh, wir müssen unbedingt darauf achten, dass die Bibel auch wirklich als gültiges Buch irgendwie bestehen bleibt, also müssen wir jetzt das und das tun, damit das übereinstimmt mit der Prophetie, die vorher gegeben ist.

Wie lächerlich kann man sich eigentlich machen wenn man sich gegen die Wahrheit stellt? Glaubst du, diese römischen Henker dort hätten irgendein Interesse zu beweisen, dass die Religion der Juden irgendwie die richtige ist? „Oh, lasst uns nicht vergessen, der Prophet Jesaja schreibt, wenn wir den Messias umgebracht haben, dann müssen wir die Kleider teilen und dann müssen wir das Gewand verlosen damit die Schrift erfüllt wird!“

Hatten die irgendein Interesse an der jüdischen Religion? Das war ihnen doch total egal! Die waren Henker, die waren Profis, die haben ihre Arbeit gemacht und das war’s.

Und so gibt es so viele Worte, die wir anschauen können und wir sagen: Da haben wir’s, da haben wir wunderbare, schöne Beweise. Und Gott benutzt das.

Jesus sagt:

Joh 13,19
Von jetzt an sage ich es euch, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, glaubt, dass ich es bin.

Er sagt ihnen Dinge, damit wenn sie hinterher geschehen, sie wissen, er war’s. Er hat ihnen das gesagt. Seine Göttlichkeit wird sozusagen unter Beweis gestellt durch die Prophetien.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (25:00 bis 30:00)

 

Also, da könnt ihr euch selber dann beschäftigen, da gibt es so viele wunderbare Dinge im Worte Gottes. Auch interessante Aussagen aus dem Bereich der Naturwissenschaft, wiewohl die Bibel natürlich kein naturwissenschaftliches Lehrbuch ist. Das ist klar. Aber es gibt Aussagen in der Bibel, die alles andere sind als „altertümlich“. Z.B. gibt es eine Schriftstelle in Jeremia, wo gesagt wird, dass man die Sterne nicht zählen kann.

Jer 33,22a
Wie das Heer des Himmels nicht gezählt und der Sand des Meeres nicht gemessen werden kann

Und wenn du etwas über Astronomie weißt, dann weißt du, im Altertum – man hat sehr wohl die Sterne gezählt. Ptolemäus – er kannte ungefähr 1600 Sterne, und er war der größte Crack seiner Zeit. 1600 und ein bisschen Sterne kannte er! Wenn er die Bibel gelesen hätte, er hätte sich gesagt: „Naja, das hat ein Religiöser geschrieben, das sollte jetzt nicht irgendwie eine wissenschaftliche Aussage sein, ich zähle die Sterne, ich weiß, wie viele das sind“.

Und Jeremia schrieb schon zu der damaligen Zeit also, dass die Sterne nicht zu zählen sind.

Man hatte sich im Altertum die Erde gedacht als eine flache Scheibe, deswegen haben sie so aufgepasst bei Kolumbus wenn die nach Westen segeln. Die Leute haben gesagt: Pass auf, dass du nicht zu dicht an den Rand kommst, dann blopp, fällst du hinten runter.

Und in der Bibel liest du: Gott hat die Erde nicht auf Säulen gestellt, sondern über dem Nichts im Raum aufgehängt. Die Erde ist eine Kugel im Raum.

Hiob 26,7
Er spannt den Norden aus über der Leere, hängt die Erde auf über dem Nichts.

Das ist etwas, was du nicht im altertümlichen Weltbild findest. Das findest du in irgendwelchen Religionen, aber nicht im Worte Gottes.

Da gibt es eine Menge von interessanten Dingen. Einmal hat sich einer aufgeregt und hat gesagt: Da haben wir’s! Der Hase wird zu den Wiederkäuern gerechnet.

3 Mose 11,6
den Hasen, denn er käut wieder, aber er hat keine gespaltenen Hufe: unrein soll er euch sein

Da haben wir’s! Da ist endlich der Beweis, was man von der Bibel zu halten hat. Ja, aber dann kannst du in „Brehms Tierleben“ nachlesen, dass der Hase, zwar auf eine etwas andere Art und Weise als die Kuh, sehr wohl ein Wiederkäuer ist. Der Hase ist ein Wiederkäuer interessanterweise. Ja, das ist eine wissenschaftliche Tatsache.

Aber Leute, die von Biologie keine Ahnung haben, stürzen sich darauf und sagen: Boah, da haben wir’s.

Wie viele Leute haben sich schon aufgelehnt gegen die Bibel?! Vor 50-60 Jahren oder so wusste man in der Völkerkunde nichts über das Volk der Hetiter. Und die Bibel sagt sehr viel über die Hetiter und das war eine sehr hoch entwickelte Kultur. Und in der ganzen Archäologie und Geschichte usw. gab es nichts über die Hetiter. Und da hat man also die Tatsache, dass die Bibel von den Hetitern schreibt, hat man gesagt: Da haben wir’s! Wenn die Hetiter so mächtig gewesen wären und so entwickelt wie das die Bibel beschreibt, dann wüssten wir heute von den Hetitern. Aber was wissen wir? Nichts! Also es hat sie gar nicht gegeben, also: Die Bibel ist ein Märchenbuch.

Oh – das war aber spannend, als auf einmal die ersten archäologischen Funde kamen über die Hetiter! Und man hat herausgefunden, dass sie eine sehr hoch entwickelte Kultur hatten. Dass sie riesige Bibliotheken hatten, dass sie in ihrer Zeit sehr, sehr fortschrittliche Leute waren. Und heute gilt die Tatsache eben, dass die Hetiter in der Bibel beschrieben werden, ist eines der sichersten Argumente für die Glaubwürdigkeit der Bibel! Und dafür gibt es sehr, sehr viele andere ähnliche Beispiele.

Übrigens zu diesen Prophetien ist noch zu sagen: Ich möchte euch da wirklich ein köstliches Buch empfehlen, was sich damit beschäfigt von einem Wissenschaftler, Prof. Dr. Werner Gitt, das ist der Leiter der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Also ich nehme mal an, dass er nicht so ein ganz unterbelichtetes Kerlchen ist, sonst würde die Bundesregierung ihm nicht einen solch wichtigen Posten anvertrauen. Und er ist Informatiker und er hat also ausgerechnet, die Wahrscheinlichkeit – wie groß die Wahrscheinlichkeit, dass also eine oder mehrere Prophetien sich erfüllen würden. Man kann also Ereignisse mit bestimmten Formeln ausrechnen. Das braucht z.B. die Münchner Rückversicherung, ja? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit. dass dein Haus von einem Hurricane verwüstet wird? Das muss man ausrechnen können damit man weiß wie viele Beiträge du bezahlen musst, damit hinterher die nicht im Miesen dastehen. Das muss man ganz genau berechnen können.

Und also dann hat er ausgerechnet die Wahrscheinlichkeit. Und er kommt zu solchen interessanten Ergebnissen, die wirklich amüsant sind. Wobei er die Tatsache, dass viele Prophetien auch noch in einer bestimmten Reihenfolge hintereinander sich erfüllen müssen und nicht nur einfach so wahllos – da kommt er also zu ganz herrlichen Dingen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (20:00 bis 25:00)

 

Aber Gott hat Dinge gegeben. Z.B. was wir in unserem Jahrhundert hier sehen, eine der gewaltigsten Ereignisse so in der Geschichte der Nationen – die Wiederstehung des Staates Israel.

Fast 2000 Jahre hat es sie als Staat nicht gegeben und Gott hatte gesagt: Wegen ihrer Ablehung des Messias, ich werde sie zerstreuen unter alle Nationen, und am Ende der Zeiten werde ich sie wieder sammeln aus allen Nationen und werde sie wieder zurückbringen in ihr Land.

Und Gott hat viele, viele Dinge gesagt, die diese Rückkehr der Juden betreffen würden. Und wir haben’s gesehen: 1948, der Staat Israel, vielleicht noch 2 Jahre vorher – niemand hätte geglaubt wenn du 1946 jemanden gefragt hättest: Wird es einen Staat Israel geben? Niemand hätte dafür 5 Mark gewettet.

Das ist ein Ereignis gewesen, wo Gott die Weltgeschichte schlagartig herumgedreht hat. Und als es diesen Staat gegeben hat, 1948, alle Welt hätte gesagt: Der macht das kein Jahr. Weil zig Millionen Araber in dem Moment als der Staat Israel entstanden ist, sofort gesagt haben, wir werden sie ins Meer jagen. Und das haben sie viele Male versucht. Eine riesige Übermacht gegen eine Hand voll Juden sozusagen, und sie haben es viele, viele Male versucht. Und Gott hat gesagt: Am Ende der Tage werde ich sie in ihr Land bringen und dort werden sie bleiben.

Und so ist es bis heute. Und die Araber mussten sich sehr wundern, dass alle ihre Waffen und all das, diese militärische Übermacht, nichts bewirkt hat.

Und Gott hat so viele schöne Dinge gegeben, die ich jetzt alle gar nicht so ausführen kann, aber es gibt Literatur darüber, und ihr könnt euch da selber irgendwie mit beschäftigen, aber z.B. sagt er dann: Wenn sie zurückkommen dann am Ende – die Wüste wird blühen.

Jes 35,1
Freuen werden sich die Wüste und das dürre Land, jauchzen wird die Steppe und aufblühen wie eine Narzisse.

Und das war total karges, unfruchtbares Wüstenland und sie kamen zurück und brachten die Wüste buchstäblich zum Blühen.

Und Gott hat gesagt: Sie werden den Erdkreis füllen mit ihren Früchten.

Jes 27,6
Es wird einst dazu kommen, dass Jakob wurzeln und Israel blühen und grünen wird, dass sie den Erdkreis mit Früchten erfüllen.

Eine Verheißung von Gottes Volk wenn es zurückkommt nach Israel! Und heute – Obst ist eines der Exportgüter Nummer 1 von Israel. Aus einem Wüstenland wird Obst exportiert, buchstäblich in alle Welt.

So, du solltest mit sehr viel Respekt das nächste Mal zum Supermarkt gehen und dann am Obststand – dann kaufst du nicht Marokk oder Espania oder wie die da heißen – du kaufst natürlich „Jaffa“. Und du nimmst die Jaffa-Apfelsine und sagst „Hallelujah“. Hier haben wir den Beweis, Gott lebt. Gott ist ein Gott, der Sein Wort hält, denn das steht geschrieben in Jes 27,6: Sie werden den Erdkreis mit ihren Früchten füllen.

Und es gibt auch eine andere Verheißung noch mit „Blumen“. Dass Blumen ein Kennzeichen sein wird. Blumen und Früchte sind Exportartikel Nummer 1 von Israel. Du kannst in einen normalen Blumenladen um die Ecke gehen und du kannst israelische Blumen kaufen. Frisch gepflückt. Von einem Land, das vor 50 Jahren total karges Wüstenland war. Wenn du da gesagt hättest, demnächst wird von da Blumen exportiert – alle hätten gesagt: Naja, der Glaube hat ihn leider den Verstand gekostet.

Und es gab auch in früheren Zeiten Menschen, die diese Haltung an das Wort Gottes hatten – der alte Preußenkönig Fritz, und er hatte einen gläubigen General oder Heerführer, und er hat sich darüber aufgeregt und hat gesagt: Gib mir einen Beweis, warum du meinst, dass die Bibel Gottes Wort ist?

Und da hat er gesagt: Euer Majestät, die Juden! Die Geschichte der Juden. Und das war vor dem Ereignis, 17xx, und er hat gesagt, die Geschichte der Juden in sich ist der Beweis dafür, dass Gott real ist und dass die Bibel ernst zu nehmen ist.

Und es gab schon viele Leute, die haben versucht, die Bibel auseinanderzunehmen und ad absurdum zu führen. Irgendein christlicher Millionär hat einmal vor langer Zeit einen großen Betrag Geld ausgesetzt und hat gesagt: Wer beweist, dass die Bibel Unfug ist, der soll diesen Betrag von 1 Million sich abholen. Und diese Million, die liegt da bis heute noch.

Und der Voltaire, der große Spötter der Aufklärung hat gesagt: In wenigen Jahrzehnten, niemand wird mehr die Bibel lesen. In wenigen Jahrzehnten, ja? Weil die moderne Aufklärung so weit fortschreitet, dass die Leute die Mythen abstreifen werden und nur noch das Vernünftige und das Real und Realistische gelten lassen werden. Und witzigerweise, 100 Jahre nach seinem Tod, in dem Haus, wo er gestorben ist, hat die Genfer Bibelgesellschaft ihr Hauptquartier eingerichtet. Hundert Jahre nach seinem Tod, exakt in dem Haus! Gott hat Humor, ja?

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (15:00 bis 20:00)

 

Etwas Einzigartiges kennzeichnet das Wort Gottes und das hebt es heraus von jeder anderen Art von Literatur, die es gibt. Und Gott hat das hineingetan, um eben uns zu helfen, zu diesem Punkt zu kommen: Jawohl, es macht Sinn! Es ist nicht einfach blödsinnig und frivol und ich muss dabei meinen Intellekt opfern, sondern es ist sehr, sehr vernünftig zu glauben, dass die Bibel, die Heilige Schrift, das Wort Gottes ist. Nämlich: Es gibt in der Bibel – und das ist wunderbar und einzigartig, und viele haben sich damit schon beschäftigt, ich geb nur ein paar Anregungen – es gibt Prophetien.

Die Bibel ist ein Buch, das Prophetien enthält. Und die Bedeutung von Prophetien ist zu beweisen, dass es nicht irgendein x-beliebiges Buch ist, sondern dass es das Buch Gottes ist.

Weil wenn man präzise historische Ereignisse vorhersagt, die vielleicht Jahrhunderte später sich erst einstellen, dann heißt das, man hat eine Quelle von Einsicht, die nicht von dieser Welt kommt. Wenn wir heute hier jemanden hätten, der würde heute hier einen Zeitungsartikel veröffentlichen und sagen wie in 20 Jahren der Bundeskanzler heißen würde, und wir würden uns das aufheben. Und in 20 Jahren kommt ein Bundeskanzler, und der heißt wirklich genau so wie der das heute in der Zeitung veröffentlicht hat – wir würden denken: Wow! Der hat aber Durchblick, der weiß aber was!

Das ist doch lächerlich! Das ist doch gar nichts! Gott hat Dinge vorhergesagt, die Jahrhunderte später sich ereignet haben. Er hat Namen von politischen Leitern gegeben, die natürlich zu der Zeit überhaupt noch nicht gelebt haben. Denkt an diesen König Kyrus. Das ist ein solches Beispiel. Und das ist eben so frappant (= überraschend, verblüffend) und so unübersehbar, dass die moderne Theologie daraus nur eins machen konnte: Aha, das ist der Beweis, dass Jesaja erst nach der Herrschaft oder während der Herrschaft von Kyrus geschrieben sein konnte. Denn er konnte das ja nicht wissen!

Weil du musst eben wissen, die Grundlage von moderner Theologie ist erst einmal: Gott – wenn es ihn denn gäbe – Er greift nicht in Zeit und Raum ein. Das ist ihre Grundlage, davon gehen sie aus, darüber lehren sie zwar nie, aber das ist die Grundlage ihrer Lehre. Ich weiß das, weil ich Jahre an der Uni gesessen habe und habe das mir anhören müssen.

Und wenn es eben übernatürliche Ereignisse gibt, dann muss es dafür andere Erklärungen geben. Und wenn eine Prophetie dort steht, dann sagt man: Ja, ist doch ganz klar, die Prophetie wurde erst nach dem Ereignis geschrieben. Das ist die Erklärung. Und damit hat man natürlich sehr, sehr viele Probleme, weil es auch in unserer Zeit Prophetien gibt, die nachweislich uralt sind und die sich jetzt erfüllen. Und diese Bücher gab es eben schon vor Urzeiten, und wir sehen einfach, das ist einfach Unsinn – so kann man nicht mit dem Worte Gottes umgehen. Es gibt eine ganze Fülle von Ereignissen im Worte Gottes – vielleicht ein, zwei Beispiele gleich mal. Aber zunächst einmal hier, wo Gott sagt: Das sind die Prophetien, die er gegeben hat um uns festzumachen und zu binden an Ihn und an Sein Wort. Jesaja 44 – das ist ein starkes Wort, 6 bis 8.

Jes 44,6-8
6 So spricht der HERR, der König Israels und sein Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.

Boah, ist das stark!

7a Und wer ist wie ich?

Gott sagt: Wo ist die Konkurrenz? Wollen wir uns messen!

7b Er – also der so meint, er wäre so wie Gott – rufe und verkünde es und lege es mir dar! – Wer hat von Urzeiten her das Kommende hören lassen?

Also damit meint er: Ich hab’s getan, und wenn jemand anders es auch getan hat, okay, dann müssen wir schauen …

7c Und was eintreten wird, sollen sie uns verkünden!

Mit anderen Worten: Ich habe Prophetien gegeben, und wenn da jemand anders sich anmaßt, er sei auch Gott in dieser Welt, dann soll er erstmal tun, was ich getan habe! Das ist, was Gott sagt. Die Prophetien, die Vorhersage von historischen Ereignissen in Zeit und Raum ist Gottes Ausweis „Seht her, ich bin Gott“. Schaut im Islam, schaut im Hinduismus, schaut im Buddhismus, schaut in irgendetwas hinein – gibt es etwas vergleichbares irgendwo? Nein, das gibt es nicht. Gott sagt: Bitte schön! Dann zieh daraus deine Schlüsse, wer der wahre Gott ist. Weil er der Anfang und das Ende ist und Er schaut das Ende schon von Anfang an und deswegen hat Er es aufgeschrieben und hat Dinge gesagt. Und er sagt: Ist jemand anderes der wahre Gott, dann möge er kommen und er möge einmal lehren, was kommen wird. Er soll es uns verkünden.

8 Erschreckt nicht und zittert nicht! Habe ich es dich nicht schon längst hören lassen und es dir verkündet? Und ihr seid meine Zeugen: Gibt es einen Gott außer mir? Es gibt keinen Fels, ich kenne keinen.

Das gefällt mir so! Gott ist nicht einer, der sich versteckt und sagt: Entschuldigung, es tut mir ja so leid, dass ich diesen Absolutheitsanspruch habe, den werde ich auch demnächst abschaffen, das passt in diese Zeit nicht mehr hinein. Sondern Gott sagt: Ich bin Gott und ich beweise das und wenn irgendeiner meint, er sei auch Gott, dann soll er jetzt antreten und dann soll er den selben Beweis vollführen, den ich vollführt habe. Und dann kommt großes Schweigen seit Jahrhunderten und seit Jahrtausenden – niemand war da, der aufgetreten ist und hat – natürlich zum Silvester jedes Jahr gibt’s irgendwelche Prophezeiungen – im letzten Jahr hat man gesagt, Steffi Graf würde heiraten – sie ist immer noch nicht verheiratet – und lauter solche Scharlatane. Man weiß schon, das ist alles Quatsch, das wird natürlich nie passieren.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (10:00 bis 15:00)

 

Das geschriebene Wort Gottes ist unser Maßstab. Nicht, was Menschen sagen, nicht, was Menschen lehren, nicht, was die „Gemeinde auf dem Weg“ lehrt oder was dieses oder jenes Buch dort sagt, sondern entscheidend ist: Was sagt die Schrift? Das ist das Entscheidende!

Es geht nicht um Modeströmungen und um persönliche Vorlieben oder irgendetwas, sondern darum, was die Schrift sagt. Und Gott möchte – er verlangt nicht irgendwie einen blinden, tollkühnen Glauben, „ja, okay, gut, wenn’s so sein muss, dann opfern wir unseren Verstand und jetzt machen wir einen Sprung ins Ungewisse und jetzt erklären wir einfach tollkühn, die Bibel ist jetzt unser Maßstab, auch wenn unser Verstand dabei baden geht, aber wir machen das jetzt irgendwie“.

Das erwartet Gott nicht von uns, und Gott gibt uns Hilfe, um zu erkennen und auch zu prüfen und dann wirklich zu dem Schluss zu kommen: Jawohl, es macht sehr viel Sinn, die Schrift wirklich als gültige, verbindliche Grundlage unseres Lebens zu haben. Es macht sehr viel Sinn! Und wenn wir durch diese Beschäftigung und diese Prüfung hindurchgegangen sind, dann kommen wir zu diesem Punkt, wie Jesus einfach gelebt hat mit der Schrift.

Und auch wenn ich jetzt nicht weiter darauf eingehe, ich möchte euch sehr ermutigen, dass ihr das studiert: Jesus, der selbst das Wort war, hat in allen wichtigen Abschnitten seines Lebens und besonderen Situationen und Entscheidungen, er hat immer gehandelt nach einem Maßstab: Was sagt die Schrift?

So viele Male findest du: Er tat das und das, damit die Schrift erfüllt würde. Damit erfüllt würde, was über ihn geschrieben steht. Er, der das lebendige Wort war, hat sich an das geschriebene Wort gebunden.

Und das ist unsere einzige Chance, wir sind Nachfolger Christi, wenn wir siegreich sein wollen und wenn wir standhalten wollen gegen die Mächte der Finsternis und sie überwinden wollen, es wird nicht gehen ohne eine Auslieferung und eine Hingabe an das Wort Gottes, die ich also heute hier beschreiben möchte.

Okay, um uns da ein bisschen Hilfe zu geben, am Anfang hier drei Punkte, die uns helfen können, das alles zu bedenken und zu sagen, ja, ist das wirklich sinnvoll?

Zunächst einmal gibt es dort das Selbstzeugnis der Schrift Gottes, der Heiligen Schrift.

2 Tim 3,16
Alle Schrift ist von Gott eingegeben.

Die Schrift ist von Gott eingegeben. Das sagt Gott selbst über sein Wort. Und war eingegeben durch den Heiligen Geist. Viele Male findest du Zitate, z.B. im Neuen Testament aus dem Alten Testament, und dann wird gesagt – hier ist nur ein Beispiel:

Heb 3,7
Deshalb, wie der Heilige Geist spricht: …

Es war vielleicht der Prophet Jeremia, der zitiert wird, aber der Schreiber des Hebräer-Briefes sagte nicht: „Ja, Jeremia sagte folgendes: …“, sondern „Der Heilige Geist sagte folgendes: …“

Und wenn wir das anschauen, dann sehen wir, dass die Apostel, die mit Jesus gegangen waren, eine hohe Achtung vor dem Wort hatten, eine hohe Achtung! Und sie versuchten immer herauszufinden, was sagt die Schrift? Denkt an Pfingsten. Es kam der Heilige Geist, und sie haben nicht gesagt: „Ja, das herrliche Gefühl und das Prickeln auf unserem Rücken und alle Nackenhaare stehen hoch wenn der Heilige Geist auf uns kommt“ – sie haben nicht von den Erfahrungen geredet, sondern sie haben gesagt, dies ist, was der Prophet Joel schon gesagt hat.

Apg 2,15-17
15 Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, denn es ist die dritte Stunde des Tages;
16 sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist (Joel 3,1-5):
17 „Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott …

Sie wussten, wo ihre Erfahrung im Wort vorkam und sie wussten, wie man das Wort anzuwenden hatte, um Situationen zu erklären. Viele, viele Male findest du das, dass sie sich beziehen auf die Schrift.

Okay, übrigens ist es auch sehr sinnvoll, wenn du dir vorstellst mal einen Augenblick, du wärst Gott und du weißt, wie Menschen so veranlagt sind – es macht sehr viel Sinn, um so wenig wie möglich Verwirrung überhaupt oder Raum für Verwirrung zu geben – du würdest das Ganze, was du haben willst, schriftlich hinterlassen.

Du würdest dich nicht darauf verlassen: Naja, der eine wird’s dem anderen sagen, das wird schon irgendwie gut gehen. Du wirst sagen: Nein, nein, ich kenne die Menschen. Hier geht’s in das eine Ohr rein und aus dem anderen wieder raus und man erzählt nicht das, was man gehört hat, sondern man erzählt das, was man meint, was man gehört hat.

So viele Male lehre ich das Wort Gottes und Leute kommen nach vorne und sagen: „Du hast vorhin gesagt, das und das …“ und sie sagen genau das Gegenteil von dem, was ich gesagt habe. Sie haben gar nicht zugehört, sie haben etwas total anderes verstanden. Und viele, viele Male – wir haben Überzeugungen und wir denken, wir glauben an irgendetwas, was die Bibel sagt, aber wir glauben nur, dass wir das glauben, was die Bibel sagt. Und die Bibel sagt das überhaupt nicht.

Und es ist so notwendig, dass wir genau hinschauen und dass wir lernen wirklich uns damit sehr präzise auseinander zu setzen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (80:00 bis Ende)

 

Ist auch kein Wunder – Markus 16 – Jesus hat gesagt: Diese Zeichen werden denen folgen, die glauben:

Mk 16,17
Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen/Zungen reden

Als Jesus schaut in die Zukunft, wo es die Gemeinde noch gar nicht gibt, er sieht eine Gemeinde, die in Sprachen spricht. Das ist total normal. Das ist das normale vom Neuen Testament.

Okay, die Zeit rennt wieder mal davon. Ich weiß nicht wie das kommen konnte, ich hab doch heute nur dieses kleine Thema.

Lasst mich ganz schnell, das machen wir im Galopp jetzt, ganz schnell die Schritte gehen, die wir jemandem zeigen können vom Worte Gottes – wie wir jemandem helfen können, hineinzukommen in diese Erfahrung.

1)
Das erste – die Belehrung – ist das Allererste. Der Geist wird empfangen durch Glauben.

Gal 3,2
Nur dies will ich von euch wissen: Habt ihr den Geist aus Gesetzeswerken empfangen oder aus der Kunde des Glaubens?

Deswegen muss der Glaube aufgebaut werden durch das Wort Gottes. Es braucht Belehrung. Die Belehrung muss zwei Punkte erreichen: 1. Derjenige muss wissen, es ist der Segen Gottes für mich und 2. Er muss wissen, dass er empfangen soll.

Viele Christen, die nicht viel Lehre haben, sie beten um Gott und sie denken, ihr Gebet dient dazu, Gott weichzubeten. Und Er soll jetzt geben. Aber es kommt nicht auf das Geben an in dieser Situation, es kommt auf das Empfangen an.

Okay, das muss kommen. Ich bete nur für Menschen, die vor dem Beten schon wissen, wenn wir jetzt beten, sie bekommen den Heiligen Geist und sie reden in Sprachen. Alles andere macht gar keinen Sinn. Das ist kein Glaube. Ich habe so viele Leute gehabt, die irgendwie religiös sind: „Ja, wir wollen mal sehen“ oder „Vielleicht klappt’s ja“ oder „Schwester Berta hats auch bekommen“ oder irgendwie so.

Das ist keine Grundlage! Die Grundlage ist: Ich sehe es im Worte Gottes. Das ist für mich da. Und wenn wir jetzt beten, ich bekomme das auch.

Deswegen frage ich: Wenn wir jetzt beten, wirst du das bekommen – ja oder nein? „Ja, ich weiß nicht“ – dieses „ich weiß nicht“ wird nicht beantwortet durch „mal sehen, was passiert“. Dann weiß ich schon, was passiert – es passiert nichts.

Sondern durch Lehre, die Glauben hervorbringt. Das ist das erste, was geschehen soll.

2)
Dann kommt das eigentliche Bitten. Bitten kommt erst wenn der Glaube da ist. Und manche, die auch irgendwie durch bestimmte Traditionen geprägt sind, brauchen wirklich ein sehr intensives Bibelstudium und das soll man ihnen auch dann gönnen. Es bringt nichts – auf das Handauflegen kommt es nicht an! Da kann man nicht viel verkehrt machen. Das ist nicht das entscheidende. Das entscheidende ist, dass derjenige weiß, wie wird der Heilige Geist mir gegeben und vorallendingen wie soll ich darauf reagieren.

Wir bitten im Glauben. Lk 11,9-13 – das Gebet des Glaubens.

Lk 11,9,13
9 Und ich sage euch: Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden!
10 Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird geöffnet werden.
11 Wen von euch, der Vater ist, wird der Sohn um einen Fisch bitten – und wird er ihm statt des Fisches etwa eine Schlange geben?
12 Oder auch, wenn er um ein Ei bäte – er wird ihm doch nicht einen Skorpion geben?
13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel gibt, den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Wir bitten und wir gehen davon aus, dass wir bekommen. Okay, Gebet des Glaubens wird abgeschlossen …

3)
… mit Danken. Man dankt dafür! Man dankt, dass Gott sein Wort gehört hat und dass wir bekommen haben ohne Rücksicht darauf, ob wir irgendwelche Beweise jetzt in uns haben, etwas fühlen, heilige Schauer oder irgendetwas anderes. Gott hat sein Wort gehalten, Jesus hat gesagt am Schluss von Lukas 11,13: „wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel gibt, den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!“

Jesus hat gesagt: Der Vater gibt denen, die ihn bitten.

Ich meine, klarer kann man es doch nicht sagen! Jesus hat es versprochen.

Und ich sage manchmal: Wenn jetzt der Vater nicht gibt, obwohl Jesus versprochen hat, der Vater würde geben, weißt du was? Dann klappen wir die Bibel zu und dann vergessen wir das ganze, gehen einen saufen und das war’s dann. Das war’s dann.

Wenn Gott sich nicht an sein Wort hält, dann können wir es gleich sein lassen. Dann was soll die Grundlage unseres Vertrauens sein zu Ihm?

Das ist ein bisschen provokativ, aber hat einen tieferen Sinn.

Okay, dann vierter Punkt.

4)
Glaube ohne Werke ist tot, sagt Jakobus uns.

Jak 2,26b
so ist auch der Glaube ohne Werke tot.

Es müssen Taten folgen, die mit unserem Glauben korrespondieren, die auf der Ebene unseres Glaubens sind und das ist in diesem Falle eben der zweite Schritt des Glaubens: Dass wir ins Sprachen sprechen. Das Grundmuster – Apg 2,4 – sie wurden alle erfüllt mit Heiligem Geist und fingen an in anderen Sprachen zu reden wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Apg 2,4
Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Da haben wir den Fahrplan, was auch wir zu tun haben. Wenn wir das Wesen des Heiligen Geistes kennen, dass er unseren Willen total respektiert, dass er nichts gegen unseren Willen tun will und tun kann, dann ist es völlig klar: Wir sind diejenigen, die in Sprachen sprechen, das sagt das auch das Wort Gottes eindeutig. Ja, nirgendwo steht, dass der Heilige Geist in Sprachen spricht. Wir sprechen in Sprachen.

Und wir haben zu Wollen. Niemand wird in Sprachen sprechen, der nicht in Sprachen sprechen will. Das ist unmöglich.

Wenn du sagst: Ich will nicht, aber etwas zwingt mich, in Sprachen zu sprechen – ich würde sagen: Komm mal in die Seelsorge, lass mich das mal hören – wir werden es austreiben. Das ist nicht der Heilige Geist!

Der Heilige Geist überfährt uns nicht und er zwingt uns nicht und es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir initiieren das Sprachenreden oder er.

Und die biblische Reihenfolge hier ist: *Sie* fingen an. Nachdem sie erfüllt wurden.

Das ist, was ich dann sage: Wir haben gebetet im Glauben um den Heiligen Geist – hast du bekommen? Jawoll, hast du schon gedankt? Artig, jawoll! Alles klar. Dann bist du jetzt dran! Du hast jetzt in Sprachen zu sprechen.

Dann kommt die berühmte Frage: Ja, aber wie soll ich das tun?

Ganz einfach – überlass dich diesem Heiligen Geist, öffne dich für ihn, fließe mit ihm, es kommt nicht aus deinem Verstand. Dein Verstand kann die Frage bedenken, ja, fange ich mit „ohh“ an oder mit „ihh“ oder mit „p“ oder mit irgendetwas? Es kommt nicht aus deinem Verstand! Aber eines weiss ich, wenn du dich ihm überlässt im Vertrauen – du fällst hinein in diese Sprache und du kannst gar nicht herausfallen. Es ist ein „sich überlassen“, das ist ein Schritt des Vertrauens. Gott hat gesagt: Der Heilige Geist ist bei uns und er wird uns leiten und jetzt übergeben wir uns ihm und Glaube ist immer – wenn Gott nicht mitmacht, dann wird’s eine Pleite.

Und so ist es auch mit dem Sprachenreden. Es ist ein Akt des Glaubens, der Hingabe, wo wir uns Ihm anvertrauen und wo wir dann sehen, wenn wir uns an dieses biblische Muster halten – „sie wurden erfüllt mit Heiligem Geist und sie fingen an in anderen Sprachen zu reden wie der Geist gab auszusprechen“ – dass es wirklich auch funktioniert.

Wir fangen an in neuen Sprachen zu sprechen. Du redest so lange nicht in neuen Sprachen wie du noch in deiner Muttersprache redest. Manche Leute sagen dann: „Hallelujah, Hallelujah, Glory, Glory, Glory“ – oder so etwas. Ich sage: Solange du so weiterredest – ist nicht schlecht, Hallelujah zu sagen – aber wenn du jetzt in Sprachen reden willst, dann musst du aufhören, Hallelujah und Glory zu sagen.

Du kannst nicht in deinem verständlichen Sinn sprechen und in Sprachen denken. Weil unser Mund ist so gebaut, man kann nur eine Sprache zu einer Zeit sprechen. Du kannst nur entweder in verständlicher Sprache, Muttersprache sprechen oder in Zungen. Eins von beiden geht nur. Und viele halten sich so krampfhaft an der Muttersprache fest, weil sie Angst haben vor dem Moment was passiert wenn sie loslassen.

Das kann ich auch gut verstehen, aber wir sollten wirklich uns da Mut machen vom Worte Gottes und hineinspringen und mit dem Heiligen Geist dann hineinkommen und sehen dann, es ist eine herrliche Sprache, die voll ausgebildet ist, die muss man nicht üben. Manche haben so diese „Drei-Silben-Theorie“, ja, sei treu, in den nächsten 20 Jahren gibt Gott dir mehr oder irgendwie so etwas. Das ist alles Unsinn. Du hast eine komplette Sprache, eine komplette Sprache, die einen eigenen Satzbau, einen Rhythmus, eine Melodie hat, die sehr schön ist, die kreativ ist, die Spaß macht. Paulus sagt: Wer in Sprachen betet, erbaut sich selbst.

1Kor 14,4
Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst

Judas 20
Ihr aber, Geliebte, erbaut euch auf eurem heiligsten Glauben, betet im Heiligen Geist

Ich nehme an, dass wir nur noch wenige Sekunden Zeit haben und dann schließen wir einfach hier und ihr könnt dann anhand dieses Studienheftes, wo viele, viele Schriftstellen drin sind, die ich jetzt nicht bringen konnte aufgrund von Zeitmangel, noch nachschauen und dann macht euch darauf gefasst: Der Herr will euch gebrauchen, andere in diese Erfahrung hineinzuführen. Bringt die Neubekehrten nicht zum Pastor und sagt, hier, bete, dass er jetzt erfüllt wird mit dem Heiligen Geist. Das ist deine Aufgabe, deswegen hast du dieses Teaching bekommen. Amen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (75:00 bis 80:00)

 

1 Kor 14 – Paulus sagt dort den Korinthern, von denen manche glauben, dass ihr Problem wäre, die hätten zu viel in Sprachen gesprochen. Das war nicht ihr Problem. Sie wussten nicht über die saubere Ausführung der Geistesgaben im Gottesdienst, aber dass sie zuviel in Sprachen gesprochen haben, davon hat Paulus nie etwas gesagt. Er übetrifft sie ja noch indem er sagt: Ich bete ja viel mehr in Sprachen als ihr.

Und er sagt dort : „Ich will“ oder „Ich möchte“ – so sagt es die Elberfelder Übersetzung, aber eigentlich vom Griechischen ist es noch stärker – „ich will, dass ihr alle in Sprachen sprecht“.

1Kor 14,5a
Ich möchte aber, dass ihr alle in Sprachen redet

Ich will, dass ihr das alle tut! Die ganze Gemeinde!

Dann hat er nicht gesagt in Klammern: Für die, denen Gott diese Gabe gegeben hat. Sondern: Ich will, dass ihr alle in Sprachen sprecht.

An der Stelle muss man sehr aufpassen, dass man eben nicht nur eine Bibel hat und zumal wenn’s eine Luther ist, da kommt’s dann völlig verkehrt raus, weil die Übersetzer eben dann da zucken und ihre Theologie dann da einfließen lassen und dort heißt es dann: „Ich wollte, ihr könntet alle in Sprachen sprechen“.

Das ist grammatikalisch ein sogenannter „irrealer Konjunktiv“. Ich wollte, ihr könntet. Damit sagt der, der diese Aussage macht, schon, dass er weiß, dass es natürlich nicht geht. Das ist genau das Gegenteil von dem, was da steht!

Also, ich möchte dich ermutigen, behalte deine Luther, die manchmal sehr knackig ist und sehr auf den Punkt, aber schaff dir ne Elberfelder an, die die genauste deutsche Bibelübersetzung ist, die dicht dran ist am Griechischen und in Zweifelsfällen schau auch dann da hinein.

Ich will / Ich möchte, dass ihr alle in Sprachen sprecht!

Paulus gibt auch eine Definition, er sagt: „In Sprachen beten“ ist „im Geist beten“.

1 Kor 14,14
Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet mein Geist

Das ist eine gewaltige Aussage, die mir erst viele Jahre später nachdem ich diese Erfahrung schon hatte, deutlich wurde. Ich war Christ geworden auf sehr dramatische Art und Weise, aber kam dann unter der Führung des Herrn in eine Gemeinde, wo diese Gemeinde überhaupt nicht bekannt waren und nicht gelehrt waren und dann merkte ich wie irgendwie die Dynamik nachließ und wie mein Gebetsleben mich gelangweilt hat und wie ich mich nach mehr geseht habe. Und dann hörte man so – das waren die damaligen Zeiten, musst du dir mal vorstellen, so hinter vorgehaltener Hand wurde dann getuschelt: Dieser oder jener, der rede angeblich in Sprachen.

Das waren so ganz seltene Insider-Geheimnisse, die man so irgendwo mal aufpicken konnte oder so. Ja, natürlich, davon war im Gottesdienst nie was zu sehen oder zu hören oder so, ja, es war alles so ganz hinter vorgehaltener Hand. Und dann hat man sich mal an die rangepirscht und die wollten auch nichts so richtig sagen und so, also es war total irgendwie unterm Teppich alles.

Und jedenfalls durch besondere Umstände, die ich jetzt nicht hier erzählen will dann ein halbes Jahr nach meiner Bekehrung, dann hat der Herr mich erfüllt mit dem Heiligen Geist. Aber dann hab ich gemerkt: Es ist eine Sache, ob du mit dem Heiligen Geist erfüllt bist und in Sprachen redest oder ob du ein biblisches Verständnis hast und weißt, was da passiert und weißt, warum du das tust und was das eigentlich bedeutet.

Alles, was wir tun, sollen wir Glauben tun.

Röm 14,23b
Alles aber, was nicht aus Glauben ist, ist Sünde.

Und ungefähr dann nochmal 6 Jahre später gab Gott mir richtig eine Offenbarung – 1 Kor 14,14 – wenn ich in Sprachen bete, dann betet mein Geist.

Das ist mein neugeborener Geist! Das Wesentliche, was Gott mir gegeben hat, womit ich mit Ihm in Verbindung kommen kann, das in mir wird inspiriert vom Heiligen Geist und das betet in mir und durch mich. Und es ist ein Durchbruch wenn jemand in Sprachen betet, weil aus dem übernatürlichen Bereich zum ersten Mal etwas in das Sichtbare hinein anfängt zu fließen von himmlischem Material – wenn du so willst.

Wenn wir wirklich verstehen, was Sprachenreden ist, wir würden eine Ehrfurcht haben, wir würden eine neue Liebe dazu haben, wir würden einen Respekt haben, eine Begeisterung, eine Hochachtung, eine Wertschätzung haben. Und wir würden erleben, dass wirklich das sehr, sehr aufbauend ist. Wenn wir gelernt haben, so in Sprachen zu beten wie Paulus das sagt, nämlich dass während des Sprachenredens auch unser Verstand zur Ruhe gekommen ist.

1 Kor 14,14
Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet mein Geist, aber mein Verstand ist fruchtleer.

Das ist der entscheidende Punkt, hierauf kann ich jetzt nicht weiter eingehen. Das findest du dann wieder in dem Seminar: „Praxis Geistesgaben“ oder so ähnlich. Da gehe ich dann auf diese Sachen dann ein, kann man auch hier an dieser Adresse erhalten.

Okay, noch schnell ein paar Hinweise.

Eph 6,18 – Paulus sagt der ganzen Gemeinde: „Betet im Geist!“

Eph 6,18a
Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist

Die ganze Gemeinde wird aufgefordert im Geist, das heißt also in Sprachen zu beten. Also, da sind nicht nur die Korinther, die das sollen und die das können, das sind auch die Epheser. Wiederum sagt er nicht in Klammern: Ja, das gilt nur für die, denen Gott diese Gabe gegeben hat, das war für die ganze Gemeinde.

Die erste Gemeinde war eine „Heilig-Geist“-erfüllte in Sprachen sprechende Gemeinde!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (70:00 bis 75:00)

 

Hör mal, wie es dann weitergeht:

Apg 11,1-3a
1 Die Apostel aber und die Brüder, die in Judäa waren, hörten, dass auch die Nationen das Wort Gottes angenommen hatten.
2 Und als Petrus nach Jerusalem hinaufkam, stritten die aus der Beschneidung mit ihm
3a und sagten: Du bist bei unbeschnittenen Männern eingekehrt

Also mit anderen Worten: Sie halten ihm das Gesetz vor und sagen, das darfst du doch nicht, das ist doch nicht richtig, warum hast du das gemacht? Du bist doch ein Apostel?!

Und jetzt war Petrus fein raus.

Apg 11,4
Petrus aber fing an und setzte es ihnen der Reihe nach auseinander

Die ganze Initiative kam ja nicht von ihm, er hat ja nicht gesagt, oh, ich werde mal zu den Heiden gehen, sondern Gott hat durch den Engel bei Kornelius und dann durch die Vision bei ihm und indem der Heilige Geist gesprochen hat, das alles selbst initiiert. Und er erzählt dann die Vision, die er gehabt hat und was Gott gesagt hat, dass er die nicht unrein nennen soll. Und dass der Heilige Geist zu ihm gesprochen hat, das sind alles seine Argumente, auf die er sich jetzt verlassen kann. Und dann sagt er:

Apg 11,15-17
15 Während ich aber zu reden begann, fiel der Heilige Geist auf sie, so wie auch auf uns im Anfang.
16 Ich gedachte aber an das Wort des Herrn, wie er sagte: Johannes taufte zwar mit Wasser, ihr aber werdet mit2 Heiligem Geist getauft werden.
17 Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe gegeben hat wie auch uns, die wir an den Herrn Jesus Christus geglaubt haben, wer war ich, dass ich hätte Gott wehren können?

Das ist seine Argumentation. Er sagt, das hat Gott getan und Gott hat sie zur Bekehrung gebracht, Gott hat sie erfüllt mit dem Heiligen Geist und wenn es unsere Brüder und Schwestern sind, dann müssen sie getauft werden – ganz eindeutig!

Vers 18 – noch ein amüsanter Schluss.

Apg 11,18a
Als sie aber dies gehört hatten, beruhigten sie sich.

Beruhigen kann sich nur der, der zuvor nicht ruhig ist. Ich kann hier nicht eine Stunde sitzen und keinen Mucks von mir geben und dann sagst du: Ah, na, eine Stunde, jetzt langsam beruhigt er sich.

Nein! Beruhigen kann sich nur einer, der ein bisschen echauffiert ist und offensichtlich will das sehr dezent hier der Heilige Geist mit einem gewissen Schmunzeln andeuten, dass die Apostel da schon so ihre Turbolenzen gehabt haben.

Okay, worauf es ankommt, ist, dass für Petrus der Erweis des Sprachenredens dieser neuen Gläubigen genug war um zu sagen: Jawohl, die haben dieselbe Erfahrung gemacht wie wir. Die haben den Heiligen Geist bekommen genau wie auch wir.

Und somit komme ich also zu der – denke ich nicht sehr kühnen Schlussfolgerung, dass was der Zauberer Simon gesehen hat in Apg 8 – wenn der Heilige Geist gegeben wurde, war das Reden in neuen Sprachen.

Apg 8,18a
Als aber Simon sah, dass durch das Auflegen der Hände der Apostel der Geist gegeben wurde

Übrigens: Hier kann uns die Kirchengeschichte noch einen kleinen Hinweis geben, was aber kein biblisches Argument wäre – man hat also, die Kirchenväter haben bestätigt, in Samarien hat man in Zungen geredet. Dann ist da noch der Fall von Saulus, Paulus wie er sich bekehrt hat – auch er erlebt die Taufe in den Heiligen Geist und es wird doch nicht ausdrücklich beschrieben, dass er in Sprachen gebetet hat zu der Situation, aber dann später hat er doch klar dazu Stellung genommen und hat gesagt, er redet in Sprachen, sogar mehr als die Korinther.

1 Kor 14,18
Ich danke Gott, ich rede mehr in Sprachen als ihr alle.

Und wir wissen, dass er mit Sicherheit nicht vor seiner Geistestaufe in Sprachen geredet hat, also danach ist es dann irgendwie gewesen.

Und wir haben eine ganze Reihe von eindeutigen Schriftstellen, die neben dem, was jetzt schon sehr – denke ich – schlüssig irgendwie an Material da vorliegt, die uns eben sagen: Sprachenreden ist nicht eine besondere Gabe, die Gott einigen wenigen so gibt im Sinne von Geistesgaben, die Er souverän austeilt wie Er möchte, sondern es ist einfach die Grundausstattung jedes Christen, die Gott für uns vorgesehen hat. Ich meine wenn schon Jesus sagt: Ihr werdet Kraft empfangen wenn der Heilige Geist auf uns kommt – und dann kommt er auf sie und sie fangen an in Sprachen zu sprechen – dann ist es schon von daher schwer vorzustellen, dass hinterher dann auf einmal es heißt: Ja, aber das ist nur für einige wenige.

Ja, und ich?! Brauche ich keine Kraft? Jawohl! Wir brauchen Kraft!

Und die Kraft kommt zustande durch eine Beziehung, durch ein Leben im Heiligen Geist, das ausgedrückt wird am Anfang durch diese Erfahrung des Sprachenredens.

Es gibt einige weitere Schriftstellen, die uns zeigen, dass das wirklich nicht etwas war für einige und wieder für andere nicht.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (5:00 bis 10:00)

 

Eins der vielen Titel, die Jesus hat – oder Namen, die er trägt – ist eben „das Wort“. Er ist das Wort.

Joh 1,1
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

Und in Offenbarung sehen wir Jesus und sein Name ist das Wort Gottes.

Off 19,13
und er ist bekleidet mit einem in Blut getauchten Gewand, und sein Name heißt: Das Wort Gottes.

Das Wort Gottes!

Und viele Christen sind sich dessen nicht so richtig bewusst: Wenn sie Jesus angenommen haben, dann in einer Weise haben sie auch eine Entscheidung getroffen, dass sie nicht mehr in allen Bereichen des Lebens irgendwie sich alle möglichen eigenen Freiheiten gedanklicher Art herausnehmen wollen, sondern sie haben mit der Annahme von Jesus eine Entscheidung getroffen, dass auch in den Bereichen, die Gott vorgibt, wir uns auch verpflichten wollen, mit Ihm übereinzustimmen, mit Seinen Gedanken übereinzustimmen.

Das ist nicht in allen Bereichen so. Ich sehe, ihr habt hier viele verschiedene Farben in euren Blusen und T-Shirts und Jackets und das ist in Ordnung so und das ist gut so – Gott gibt dir nicht vor und sagt: Ab jetzt alle Einheit – marineblau.

Aber es gibt andere Bereiche, wo Gott Gedanken hat und wo Er sagt: Das ist meine Norm und wenn ihr glücklich leben wollt, dann tut mir einen Gefallen und übernehmt meine Gedanken, denn außerhalb dieser Gedanken und dieser Norm gibt es keinen Frieden. Z.B. die zehn Gebote. Du kannst nicht sagen, was geht mich das an, ich bin frei, ich bin durch Christus freigemacht, und das interessiert mich alles nicht.

Gal 5,1a
Zur Freiheit hat uns Christus befreit!

Nein! Gott hat bestimmte Normen und wir sind gut beraten, die zu übernehmen. Und je mehr wir das tun, je konsequenter wir sind, um so mehr werden wir den Frieden Gottes erleben und wird die Kraft des Heiligen Geistes in unserer Seele sich entfalten.

Wo das Wort ist, wirkt auch der Heilige Geist. Oder der Heilige Geist braucht das Wort. Und deswegen muss das Wort hinein in unser Leben. Und das möchte ich euch ein bisschen beschreiben, wie das aussieht.

Und zwar meine ich jetzt nicht nur das persönlich erlebte Wort, da sollen wir natürlich auch hinkommen, aber es beginnt damit, dass wir etwas wichtiges entdecken oder beschließen, dass Gott in seiner großen Weisheit uns Sein Wort *schriftlich* hinterlassen hat.

Gott hat uns sein geschriebenes Wort gegeben.

Und ich weiß nicht, wie dir das geht. Als ich ein junger Christ war, ich habe eine sehr dramatische Bekehrung erlebt aus der Finsternis zum Licht, und Jesus war da und hat gesprochen zu mir und hat mir Dinge gezeigt, das war wirklich sehr, sehr dramatisch, was ich dort erlebt habe und ich spürte auch in den folgenden Tagen wirklich wie Jesus mich gewarnt hat, mich beraten hat, mir geholfen hat – er war da. Und dann kam ich in eine Gemeinde und dann sah ich Christen über der Bibel ganz eifrig und sie freuten sich über Bibelverse und ich habe sie so verachtet. Ich dachte, Mensch, ich habe den lebendigen Gott erlebt und sie hängen sich da an ein Buch, ja? Wer weiß, wie viele Leute daran rumübersetzt haben und geschrieben haben und wie oft das irgendwie wieder umgeschichtet wurde und wie viele Konzile darüber beraten haben, ob das nun reinkommt oder nicht – also wer weiß, ob das überhaupt noch verlässlich ist. Da mögen vielleicht gute Gedanken drin sein, aber wofür brauche ich das überhaupt? Ich habe den lebendigen Jesus erlebt, der ist da, der geht mit mir, der redet zu mir, der zeigt mir Dinge und mit der Bibel, ich weiß nicht.

Das war mein Anfang wie ich also als Christ versucht habe zu leben. Und dann dieser wunderbare Jesus, der gekommen war, der mein Retter war, mein Befreier war von diesen furchtbaren Mächten der Finsternis, kam wieder zu mir und er redete und er sagte zu mir ungefähr dem Sinn nach folgendes: „Dieses Buch ist mein Buch und wenn du nicht anfängst, dieses Buch zu lesen, werde ich nicht mehr mit dir reden“.

Ja. Das hat Jesus gesagt am Anfang. Und von diesem Tage an und das ist jetzt fast 21 Jahre her, ich habe nie eine Sekunde Probleme gehabt und intellektuelle Zweifel, „ja, kann man das so sagen – kann man das wirklich so übernehmen, ist wirklich die Bibel Gottes Wort – ich meine durch die Zeiten und die Kulturen haben sich doch verändert und die Umstände sind doch heute ganz anders und die Leute denken doch ganz anders und verdienen doch ganz anders und alles ist doch irgendwie ganz anders, kann man das denn sagen, so ein altes Buch, dass das heute noch gültig ist“?

Ich kann es sagen! Und ich habe auch gar keine andere Wahl, weil Jesus das zu mir gesagt hat.

Jesus hat – derselbe, der mich gerettet hat aus der Hand der Finsternis, hat gesagt, das ist sein Buch. Punkt.

Und wenn wir nicht zu dieser Erkenntnis, zu diesem Verständnis und zu dieser Haltung kommen, sondern rummäkeln und sagen, also hier der Paulus, der alte Chauvinist und dieses hier und das hier und das kann doch heute nicht mehr, und das ist doch nicht zeitgemäß – wir werden niemals in die Kraft des Heiligen Geistes kommen, das kann ich dir versprechen. Es ist nicht möglich ein gebrochenes Verhältnis zur Schrift zu haben und Gott aus vollem Herzen zu lieben, anzubeten, Ihm zu vertrauen und Seine Kraft in unserem Leben zu erleben. Es ist nicht möglich.

Der Glaube an Gott, den er haben möchte in unserem Leben, ist ein Glaube an das geschriebene Wort Gottes.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 8 – Das Wort Gottes (0:00 bis 5:00)

 

So, ihr Lieben, wir wollen also dann heute Fortsetzung machen. Ihr habt wohl das letzte Mal dann über „Wandel im Geist“ und Gerechtigkeit, Gottes Gerechtigkeit davon gehört, ja, ist das richtig? Okay, und in einer Weise sind das – Gerechtigkeit Gottes und auch das, was heute kommt über das Wort Gottes – sind eigentlich Unterthemen, die auch alle zu diesem herrlichen, schönen Thema gehören: „Wandel im Geist“. Ich weiß nicht, ob Benjamin euch anempfohlen hat, aber Gal 5,16 sollte ihr alle auswendig kennen. Paulus sagt dort: Ich sage, wandelt im Geist, und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbringen.

Gal 5,16
Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.

Hier sind wir also endlich angelangt bei dem, was so viele begehren, bei dem Lebensstil, bei dem Alltag des Christen. Und da haben wir diese herrliche Aussage: Man kann auf eine Art und Weise leben, die Paulus „Wandeln im Geist“ nennt. Und der Segen, den man davon hat, ist der, dass man die Lust des Fleisches nicht vollbringt. Oder sag es ein bisschen auf Hochdeutsch oder in moderner Weise: Dass man auf die alten Verhaltensweisen nicht mehr hereinfällt, dass man Kraft hat, der Sünde, den Versuchungen zu widerstehen, dass man also sich hüten kann vor jeder Form von Selbstzerstörung und Zerstörung, die wir, ob wir’s merken oder nicht oder irgendwie unbewusst anderen zufügen. Wandel im Geist ist ein wunderbarer neuer Lebensstil, wo wir durch die Begegnung mit dem Heiligen Geist, der seine Energie, seine Zuwendung, seine Liebe, seine Bejahung unserem Geist – und auch dann eben über den Geist auch der Seele mitteilt, so dass wir von dort innerlich gesättigt werden. Und weil wir gesättigt sind, von daher motiviert sind und auch ausgerütet sind eben dem trügererischen Lustangebot der Sünde zu widerstehen.

Sünde ist ein Problem einer unterernährten Seele. Und wenn die Seele nicht gesättigt ist, können wir uns anstrengen, können wir die Zähne zusammenbeißen, können wir sagen, „wir müssen jetzt unbedingt dadurch, wir müssen da einen Sieg haben“ – wir werden doch keinen wirklichen Sieg haben.

Der Sieg über die Lust des Fleisches kommt nur indem wir von Gott lernen die Original-Lust zu bekommen. Der Teufel bringt das Imitat und Gott hat das Original. Und wenn wir das Original haben, dann sind wir gefeit gegen sein Angebot, was eben wirklich nur ein Abklatsch ist. Wenn du aus einem Super-Restaurant kommst – gut abgefüllt, und danach lädt dich dein Kumpel zur Pommesbude ein – du hast keine Mühe, dem zu widerstehen. Weil du ein super erstklassiges Essen gegessen hast und hast noch den guten Geschmack vom zarten Lachs auf der Zunge, da wirst du doch nicht dir mit der Spandauer ohne Pelle irgendwie da den Geschmack im Mund verderben. Das wirst du nicht tun, weil du sagst: Das ist so edel und so gut und es hat mich so gesättigt, was soll ich mich jetzt noch mit diesem Zeug da belasten?

Und zum Wandel im Geist gehört das, was ihr auch letztes Mal gehört habt unbedingt: Wir müssen frei werden von negativen belastenden Schuldgefühlen. Niemand kann den Frieden Gottes erleben, niemand kann die Freude Gottes erleben, der von Schuldgefühlen bedrückt wird und von Vorwürfen sich selbst überhäuft oder überhäuft sieht. Das ist unmöglich.

Und um Sieg zu haben und die Prägung unserer Seele zu verändern, gibt es eben diese beiden Angebote Gottes: Das ist die Kraft des Heiligen Geistes und es ist das Wort Gottes. Und das beides muss zusammengehen. Wenn wir nur das eine haben, wenn wir nur die Erfahrung des Heiligen Geistes suchen ohne das Wort – wir werden bald in große, große Probleme kommen. Und wenn wir nur das Wort haben ohne die Erfahrung des Geistes, der eben das Wort lebendig macht, dann kommen wir auch – zwar in andere Probleme – aber eben auch in Probleme. Wir brauchen beides. Wir brauchen den Heiligen Geist und wir brauchen das Wort Gottes.

Und heute abend möchte ich also da mit euch drüber sprechen und euch ermutigen, euer Verhältnis zum Worte Gottes zu überdenken und nötigenfalls eben anzupassen an den Standard Gottes und von daher eben die Weichen zu stellen für ein Leben im Sieg. Das ist, was Gott möchte, dass wir siegreich leben können und dazu ist es unbedingt notwendig, dass wir eine richtige Beziehung haben zum Worte Gottes.

Falls ihr in diesem Studienheft hier sucht – dann ist das unser, hier in diesem Heft, das allererste Thema. Jedenfalls so lange es noch die alte Version gibt. Ich weiß nicht, wenn wir eine neue Auflage machen, die erstens besser sein wird, die erweitert sein wird, ob das dann diese Reihenfolge auch noch hat – aber hier ist das Thema ganz vorne: „Das Wort Gottes“.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (65:00 bis 70:00)

 

Und jetzt kommt diese schöne Begründung: Woran haben sie es gesehen? Nicht an der Freude, nicht an geheilten Ehen und an neuem Mut irgendwie wirtschaftlich voranzugehen, mitten in der Rezession neue Dinge zu starten oder an irgendwelchen anderen Langzeit-Wirkungen, die der Heilige Geist im Leben eines Menschen wirkt. Nein! Woran haben sie es gesehen?

Denn! Vers 46 fängt mit einem „denn“ an.

Apg 10,46a
denn sie hörten sie in Sprachen reden und Gott erheben.

Das ist die Begründung für „sie haben wahrgenommen, dass der Heilige Geist auf sie ausgegossen worden war“. Woran haben sie es wahrgenommen? An der Tatsache, dass diese Menschen dort in Sprachen Gott erhoben haben. Also für die Leute, die mit Petrus waren und auch für Petrus selbst wie wir gleich noch sehen können, war das Zeichen des Sprachenredens der Beweis, dass diese Menschen den Heiligen Geist empfangen haben.

Manche Gläubige sagen dann an dieser Stelle: Ja, aber weißt du nicht, dass die Zauberer und die Hexen, dass die auch in Sprachen reden?

Ja, das weiß ich. Und ich sage dir, wenn wir hier einen Zauberer oder eine Hexe live hätten, und die würde in Sprachen reden – jeder von euch, auch ohne die Gabe der Geisterunterscheidung würde wissen, das ist nicht der Heilige Geist. Jeder von euch würde erkennen, das ist nicht der Heilige Geist.

Es geht doch gar nicht darum, ob die anderen das auch tun. Der Teufel ist der Imitator, der nachmacht, aber Gott hat das Original, das Übernatürliche, die übernatürliche Erfahrung im Heiligen Geist. Komisch, dass die Leute immer so argumentieren, da gibt es so ganze Disziplinen: „Vergleichende Religionswissenschaft“ oder so. Jetzt äußert man sich zu diesem sogenannten „Toronto-Segen“ – dieses Wort mag ich überhaupt nicht, ja? Und da sagt man: Ja, wenn die Leute im Haschisch-Rausch sind, dann lachen sie auch unkontrolliert.

Ja, ist richtig, das stimmt. Im Haschisch-Rausch kannst du auch unkontrolliert lachen, das hab ich auch gemacht. Und am Ende drehst du durch. Es kommt nicht darauf an, was du da tust, sondern was ist die Frucht von dem ganzen. Du kannst im Haschisch-Rausch ekstatisch lachen, ja, sehr wohl. Aber die Frage ist: Was passiert mit deinem Leben und in welche Richtung entwickelt sich das ganze?

Eph 5,18
Werdet nicht voll des Weines, daraus folgt ein chaotisches Leben, sondern werdet voll des Geistes.

Mit anderen Worten: Damit bessert sich dein Leben. Das ist das entscheidende. Nicht das sichtbare Phänomen, ja? Und es geht nicht darum, ob irgendwelche Zauberer in Sprachen beten können, sondern es geht darum, ist das vom Heiligen Geist oder nicht? Und diese Leute haben das sofort gemerkt und jeder von uns würde das auch merken. Es war der Heilige Geist.

Und jetzt interessant – Petrus wie er reagiert.

Apg 10,47-48
47 Könnte wohl jemand das Wasser verwehren, dass diese nicht getauft würden, die den Heiligen Geist empfangen haben wie auch wir?
48a Und er befahl, dass sie getauft würden im Namen Jesu Christi.

Jetzt geht bei ihm das ordentliche Denken wieder los. Er sagt: Einen Moment einmal, die reden in Sprachen. Das heißt, sie haben den Heiligen Geist empfangen. Wenn es dabei bleibt, was Jesus gelehrt hat, dass nur die Gläubigen den Heiligen Geist bekommen können, dann bedeutet das, die sind jetzt gläubig geworden. Wenn sie gläubig geworden sind, dann müssen sie unbedingt getauft werden.

So baute er aufgrund von seinem Verständnis von neutestamentlicher Lehre jetzt hier einen Plan auf und hat also entgegen seinen Traditionen hier etwas getan, wofür er dann sich noch schwer rechtfertigen musste.

Und bitte achtet darauf, dass er hier sagt, dass die Menschen dort bei Kornelius den Heiligen Geist empfangen haben – „wie auch wir“. Wie auch wir! Nun, wenn du das hier vergleichst mit Apg 2 zu Pfingsten, dann siehst du deutliche Unterschiede. Zu Pfingsten war ein Brausen wie das eines gewaltigen Windes und es waren Feuerzungen und dann das Reden in Sprachen.

Apg 2,2-4
2 Und plötzlich geschah aus dem Himmel ein Brausen, als führe ein gewaltiger Wind daher, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen.
3 Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden Einzelnen von ihnen.
4 Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Und hier von diesen drei übernatürlichen Phänomenen nur das Reden in Sprachen, und Petrus sagt nicht: Ja, es war so etwas ähnliches. Es war eine heidnische Sparausgabe unserer Erfahrung. Ist ja logisch, dass Gott immer noch einen gewissen Unterschied machen muss. Die haben irgendwie so Geistestaufe light bekommen oder so etwas. Wir haben das Richtige.

Das Reden in Sprachen war für ihn der Punkt! Nein, das ist genau dasselbe. Also mit anderen Worten: Das Sprachenreden ist das Entscheidende. Wind kann sein, muss nicht sein. Feuer kann sein, muss nicht sein. Aber das Reden in Sprachen, das ist das Entscheidende. Und mit diesem Argument kommt er dann auch bei seinen genauso vernagelten Apostelkollegen durch, die in denselben Traditionen drinsteckten wie er.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (60:00 bis 65:00)

 

Also, dann geht er also da hinein, ist dort und dann sagt er: „Okay, weswegen habt ihr mich rufen lassen?“

Apg 10,29
Darum kam ich auch ohne Widerrede, als ich geholt wurde. Ich frage nun: Aus welchem Grund habt ihr mich holen lassen?

Also, ihr merkt, dieser feurige Evangelist hat hier eine totale Ladehemmung. Er kommt da in ein Haus vollgepackt mit Menschen – normalerweise, er würde sagen, egal was die wollen und warum die mich gerufen haben – hier ist eine wunderbare Gelegenheit, ich predige erstmal das Evangelium, hinterher können wir sehen, was die wollen.

Aber er stellt sich da hin und sagt: Äh, ja, was möchtet ihr denn? Weswegen habt ihr mich rufen lassen?

Okay, also dann verkündigt er ihnen dann schließlich nachdem sie ihn dazu sehr ermutigt haben die Botschaft von Jesus. Interessant ist dann hier am Schluss, Vers 43.

Apg 10,43
Diesem (Jesus) geben alle Propheten Zeugnis, dass jeder, der an ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen.

Was hat er gepredigt? Vergebung der Sünden durch den Namen Jesu. Wenn ihr euch an Philippus erinnert – Apg 8 – er hat auch den Namen Jesu gepredigt. Vergebung der Sünden durch den Namen Jesu für jeden, der an ihn glaubt.

Apg 10,44
Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten.

Nun, hier haben wir ein kleines, aber auch nicht zu großes Problem, wenn wir einfach nur konsequent durchziehen. Wir haben vorhin gelernt, Jesus sagt: Die Welt kann den Heiligen Geist nicht empfangen.

Joh 14,17
den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn nicht; ihr aber erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.

Hier sehen wir Heiden, sie sitzen dort, das Wort Gottes wird ihnen verkündigt, die Botschaft des Evangeliums, der Name Jesu, Vergebung, Glauben an Jesus – und auf einmal fällt der Heilige Geist auf sie. Jetzt gibt es, und das ist einfach eine schöne Situation – es gibt nur zwei Möglichkeiten, wie wir damit umgehen. Dass wir sagen: Ach, schau an, Jesus hat seine Meinung geändert. Hier haben wir die Welt und er fand es doch für gut und für richtig, dass die Welt den Heiligen Geist empfängt.

Das würde uns ein Bild geben von Jesus, der nicht mit dem Wort Gottes übereinstimmt. Sein Wort ist Ja und Ja und Nein und Nein.

Mt 5,37
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.

Es ist so wie er gesagt hat. Gott hat gesagt: Ich ändere nicht, was aus meinem Munde hervorgegangen ist.

PS 89,35
Ich werde meinen Bund nicht entweihen und nicht ändern, was hervorgegangen ist aus meinen Lippen.

Das ist deswegen so wichtig wie wir dann später lernen werden: Wir können nicht einem Gott, der einmal „Hü“ sagt und einmal „Hott“ sagt, irgendwie glauben und eine Liebesbeziehung aufbauen – wir werden total verwirrt sein und wir werden auf uns selbst gestellt sein. Wir werden niemals wirkliche Führung und Geborgenheit in Gott erleben können.

Nein – die zweite Möglichkeit ist einfach die, dass während sie dort sitzen und hören: „Glauben an den Namen Jesu, Vergebung der Sünden durch Jesus“ haben sie in ihrem Herzen diese Entscheidung getroffen und haben sich geöffnet für den Herrn, haben ihn in ihr Leben hineingenommen. Und deswegen kommt der Heilige Geist auf sie, weil – wie wir das gleich sehen werden – so ganz frei Petrus von den Traditionen immer noch nicht war. Nie im Leben wäre es ihm eingefallen, für diese Menschen dort jetzt zu beten für die Geistestaufe.

Weil er es immer noch nicht richtig kapiert hat, dass das gleiche Evangelium für diese Leute auch gilt. Wiewohl doch Jesus schon Jahre vorher gesagt hat: „Geht hin in alle Welt, predigt das Evangelium allen Nationen“ – nicht nur den Juden, allen Nationen!

Mk 16,15
Und er sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!

Über Jahre haben sie es nur zu den Juden gebracht, über Jahre nur zu den Juden. Und hier sagt der Heilige Geist: „Jetzt langt’s mir mit den Tradtionen, wir brauchen einen Durchbruch“ – und das war dieser herrliche Tag, wo das Evangelium zu den Heiden kam. Und deswegen sitzen wir heute hier. Deswegen sitzen wir heute hier. Hallelujah.

Apg 10,45a
Und die Gläubigen aus der Beschneidung

damit sind also jüdische Gläubige gemeint, die eben noch nach dem Gesetz leben – eben das ist mit der Beschneidung hier gemeint –

Apg 10,45b
so viele ihrer mit Petrus gekommen waren, gerieten außer sich, dass auch auf die Nationen die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen worden war;

Sie konnten das gar nicht fassen! Sie dachten, das ist doch nur für uns!? Das ist doch nur für die Juden! Jetzt bekommen das auch normale Heiden!

Also da war immer noch dieses Zwei-Klassen-Denken: Die Juden und dann der Rest der Welt. Also sie haben gemerkt, der Heilige Geist ist auf sie gekommen. Eine ähnliche Situation wie Apostelgeschichte 8: Der Zauberer sah, dass der Geist gegeben wurde.

Apg 8,18
Als aber Simon sah, dass durch das Auflegen der Hände der Apostel der Geist gegeben wurde, brachte er ihnen Geld

Hier sahen sie, dass der Heilige Geist auf sie ausgegossen worden war.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (55:00 bis 60:00)

 

Und dann am nächsten Tag – Petrus, geistlich wie er ist, er ist am Beten auf dem Dach. Und er ist hungrig. Er wurde hungrig und er verlangte zu essen.

Apg 10,10
Da wurde er sehr hungrig und wollte essen. Während man aber etwas zubereitete, kam eine Verzückung über ihn.

Also irgendwie kam der Heilige Geist über ihn.

Apg 10,11-13
11 Und er sieht den Himmel geöffnet und ein Gefäß, gleich einem großen, leinenen Tuch, herabkommen, an vier Zipfeln auf die Erde herabgelassen;
12 darin waren allerlei vierfüßige und kriechende Tiere der Erde und Vögel des Himmels.
13 Und eine Stimme erging an ihn: Steh auf, Petrus, schlachte und iss!

Das ist interessant, dass der Herr diese Lektion, die er jetzt dem Petrus geben will, ihm beibringt eben in dieser Situation, wo Petrus Hunger hat. Ganz interessant. Gott knüpft da an, wo Petrus ist. Er hat Hunger, und auf einmal sieht er etwas zu essen.

Vielleicht hast du auch schon mal gefastet und dann siehst du ein großes Steak oder so – aber das ist noch was anderes. Das ist eine Vision aus dem Fleisch, ja? Also eindeutig. Wenn nicht der Engel Gottes auch kommt und noch eine Erklärung, eine geistliche Erklärung dazu gibt, ja?

Und diese Tiere eben, das sind unreine Tiere gewesen, die also den Juden nicht erlaubt waren zu essen. Und hat Petrus hat so ein natürliches Verhältnis zum Herrn – „Keineswegs, Herr“, sagt er.

Apg 10,14
Petrus aber sprach: Keineswegs, Herr! Denn niemals habe ich irgendetwas Gemeines oder Unreines gegessen.

In Klammern: „Und so wird es auch bleiben“. Und wenn du mir 100 Mal vom Himmel her jetzt einen Befehl gibst – ich halte mich an die Ordnung der Väter!

Also wenn das nicht ein „Verhaftet-Sein“ an Traditionen ist! Und das ist doch Mut machen! Hier haben wir einen geisterfüllten Christ, und der ist traditionell blockiert. Lasst uns nicht denken, nur weil wir den Heiligen Geist empfangen haben, wären wir automatisch ohne Traditionen. Da kann noch ein ganz schöner Wust von verkehrten Vorstellungen und überbrachten Einstellungen irgendwie da sein. Wenn Petrus nach vielen Jahren – ich weiß jetzt nicht genau, wann das gewesen ist – in meiner alten Bibel waren immer schön diese Zeiteingaben geschrieben, aber in dieser neuen habe ich das nicht übertragen. Aber es war viele Jahre nach Pfingsten – vielleicht schon 10 Jahre nach Pfingsten oder so – ich weiß es nicht mehr genau, ich will lieber nix behaupten, was hier mir dann hinterher wieder Leserbriefe einhandelt. Also wenn’s jemand weiß, kann er mir schreiben, dann tu ich das in meine Bibel rein.

Aber es war auf jeden Fall Jahre nach Pfingsten – Jahre nach Pfingsten. Und er hat die jüdische Überlieferung und das jüdische Gesetz immer noch in sich und lebt danach.

Apg 10,15-20
15 Und wieder erging eine Stimme zum zweiten Mal an ihn: Was Gott gereinigt hat, mach du nicht gemein!
16 Dies aber geschah dreimal; und das Gefäß wurde sogleich hinaufgenommen in den Himmel.
17 Als aber Petrus bei sich selbst in Verlegenheit war, was wohl diese Erscheinung bedeuten möchte, die er gesehen hatte, siehe, da standen die Männer, die von Kornelius gesandt waren und Simons Haus erfragt hatten, vor dem Tor;
18 und als sie gerufen hatten, erkundigten sie sich, ob Simon mit dem Beinamen Petrus dort herberge.
19 Während aber Petrus über die Erscheinung nachsann, sprach der Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich.
20 Steh aber auf, geh hinab und zieh mit ihnen, ohne irgend zu zweifeln, weil ich sie gesandt habe!

Das ist ganz, ganz wichtig diese Vorgeschichte, weil hier nachher Petrus fein raus ist. Durch den Anfang der Geschichte hat er eine gute Position und Gott bricht hier in das Denken von Petrus ein und befreit ihn von seinen Traditionen und tut dasselbe nachher dann auch bei den Apostel-Kollegen. Jetzt kommt er da also hin in das Haus des Kornelius, und man wissen, das war für einen Juden total verboten in ein Haus von Heiden zu gehen und mit denen überhaupt zu essen – das war für ihn völlig verboten.

Und das wollte Gott ihm beibringen, Gott wollte sagen: Die Heiden habe ich auch gereinigt oder gerecht erklärt und du sollst sie nicht jetzt „unrein“ erklären. Sie haben genauso Zugang! Genauso Zugang. Das ist, was Gott hier sagen wollte.

Also er kommt dort hin, das ganze Haus ist voll und es ist auch ein bisschen amüsant wie er hier also herausstellt erst einmal – Vers 28 – er ging hinein …

Apg 10,28
Und er sprach zu ihnen: Ihr wisst, wie unerlaubt es für einen jüdischen Mann ist, sich einem Fremdling anzuschließen oder zu ihm zu kommen; und mir hat Gott gezeigt, keinen Menschen gemein oder unrein zu nennen.

Als wenn das eine Lehre wäre, die er schon seit Jahrzehnten intus hätte und die schon so sein Denken und seinen Alltag total erfüllen würde – das ist für ihn brandneu! Und er bringt gleich das neueste Teaching, die neueste Offenbarung vom Herrn bringt er hier.

Und jetzt wird’s noch amüsanter.

Apg 10,29a
Darum kam ich auch ohne Widerrede, als ich geholt wurde.

Also wir haben ja gerade gelesen wie Gott Mühe hatte ihn umzudrehen und ihm zu sagen: „Das bin jetzt ich, der redet, und ich bin immer noch der Herr, und ich sage dir – du gehst jetzt – und dein jüdisches Gesetz leg mal jetzt beiseite – ich sende dich zu diesen Menschen und du gehst jetzt!“

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (50:00 bis 55:00)

 

Und dann kam er – Apg 2,2 – wie ein gewaltiger Wind.

Apg 2,2-4
2 Und plötzlich geschah aus dem Himmel ein Brausen, als führe ein gewaltiger Wind daher, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen.
3 Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden Einzelnen von ihnen.
4 Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Und das muss eine so starke auch emotionale Erfahrung gewesen sein für sie, dass eben die Außenstehenden zu dem Schluss kamen, die sind ja betrunken.

Apg 2,13
Andere aber sagten spottend: Sie sind voll süßen Weines.

Nun, nach den Dingen, die der Heilige Geist seit knapp 2 Jahren so tut, können wir das verstehen. Als ich zum ersten Mal meine Frau trunken sah im Heiligen Geist, ich hatte schlagartig Offenbarung über diese Schriftstelle und über Epheser 5. Schlagartig in einem Augenblick wusste ich, was diese Schriftstellen zu bedeuten haben.

Eph 5,18
Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern werdet voll Geistes.

Die Parallele zwischen Wein trinken und Heiligen Geist! Einerseits Parallele, andererseits natürlich total entgegengesetzte Resultate und Wirkungen. Manche Leute sagen, ja, weil die in fremden Sprachen gesprochen haben, deswegen haben die gedacht, die sind betrunken.

Wenn wir hier einen Japaner holen, ich weiß nicht, ob’s hier jemanden gibt, der japanisch kann – gibt’s jemanden? Doch, ja. Nehmen wir chinesisch. Sieht für uns so ähnlich aus, aber ist total anders.

Also, du verstehst auch kein chinesisch? Versteht jemand chinesisch? Nein.

Wir holen einen Chinesen hier her, stellen den hier hin und lassen den 10 Sätze in Chinesisch sprechen – würde irgendjemand denken, der ist betrunken, nur weil wir das nicht verstehen? Nein.

Die Tatsache, dass jemand eine andere Sprache spricht, heißt noch lange nicht, dass wir denken würden, der wäre betrunken. Betrunken sein hat nun einmal fest definierte medizinisch erkannte und erforschte Phänomene. Und wenn die Leute dachten, die sind betrunken, dann müssen diese Phänomene irgendwie dagewesen sein.

Okay, gut, aber das ist jetzt nicht mein Punkt – das nur so am Rande, kostet auch nichts extra.

Es geht jetzt hier darum: Sie wurden erfüllt vom Heiligen Geist und sie fingen an, in anderen Sprachen zu reden wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Apg 2,4
Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Das ist eine wichtige Schriftstelle, die sehr, sehr viele wichtige Hinweise gibt. Das allererste, was mit ihnen passierte – nicht an ihnen, sondern was sie selbst sozusagen an Kundgebungen zeigten, war, dass sie anfingen, in anderen Sprachen zu reden. Und das war ihnen vom Heiligen Geist gegeben. Der Heilige Geist gab ihnen diese neue Sprache.

Nun, ich will damit natürlich nicht sagen, dass das die einzige Kundgebung des Heiligen Geistes ist – das wäre furchtbar wenn nichts weiteres hinterher an Stabilisierung, seelischer Heilung, Belastbarkeit, Beziehungs- und Arbeitsfähigkeit und Reifung und Entfaltung der Persönlichkeit – wenn das alles nicht kommen würde, das wäre furchtbar wenn das einzige, was wir hätten, das Reden in neuen Sprachen ist. Davon kann keine Rede sein – es gibt sehr, sehr viel mehr.

Aber der Beginn hier am Anfang, als der Heilige Geist zum ersten Mal auf Menschen kommt, und du weißt schon, dass dieses Reden in Sprachen eben einzigartig ist und besonders ist für die Zeit des neuen Bundes. Andere Geistesgaben – Wunder, Heilungen, Wort der Erkenntnis – die durch den Heiligen Geist gewirkt sind, gab es auch vorher. Aber das ist ganz neu. Das hängt damit zusammen, dass Menschen hier innerlich erfüllt sind mit dem Heiligen Geist. Und von innen heraus kommt was eben in ihnen ist.

Okay, wenn wir jetzt zu Apg 10 gehen, dann haben wir hier eine sehr spannende Begegnung, wo Petrus auf übernatürliche Art und Weise gerufen wird durch ein Wirken Gottes – gerufen wird zu etwas, was seine eigenen Traditionen herausgefordert hat. Das ist eine interessante Passage hier. Erst einmal beginnt es damit, dass dieser Kornelius, der offensichtlich nicht im neutestamentlichen Sinne gläubig war. Es wird dort gesagt, er war gottesfürchtig und er hat Almosen gegeben und er hat gebetet zu Gott.

Apg 10,1-2
1 Ein Mann aber in Cäsarea mit Namen Kornelius – ein Hauptmann von der sogenannten Italischen Schar,
2 fromm und gottesfürchtig mit seinem ganzen Haus, der dem Volk viele Almosen gab und allezeit zu Gott betete

Und Gott hat gehört. Das finde ich ganz stark. Gott hört die Gebete von Ungläubigen, das ist ganz, ganz, ganz stark.

Apg 10,30-31
30 Und Kornelius sprach: Vor vier Tagen betete ich in meinem Haus bis zu dieser, der neunten Stunde; und siehe, ein Mann stand vor mir in glänzendem Gewand
31 und spricht: Kornelius! *Dein Gebet ist erhört*, und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott.

Und Gott sendet einen Engel und sagt ihm Straße und Hausnummer und Namen, wen er zu holen hat.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (45:00 bis 50:00)

 

Ich frag dich: „Fährst du einen Opel oder nicht?“ – Du sagst: „Ja, also ein Auto ist es“.

Du weißt doch, was du hast und was du nicht hast. Und du weißt, ob du den Heiligen Geist hast oder nicht. Es muss klare Merkmale geben, an denen man das sehen kann. Und dazu kommen wir gleich. Es gibt klare Merkmale. Nicht nur eines, sondern mehrere, aber ein wichtiges, herausragendes gleich am Anfang.

Okay, Jesus sagt, sie sollen warten in Jerusalem und sie werden erleben, dass sie getauft werden in den Heiligen Geist.

Apg 1,5
denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.

Und sie warteten und dann kam der Heilige Geist. Und dann interessanterweise heißt es nicht: „Und alle wurden getauft in den Heiligen Geist“, sondern: „Sie wurden voll des Geistes“.

Apg 2,3-4
3 Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten und sich auf jeden von ihnen setzten.
4 Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.

Und doch wird ganz klar aus dem Zusammenhang dort und auch später wenn Paulus darauf sich wieder bezieht in Apg 10, Apg 11, dass das die Erfahrung ist, die Jesus in Apg 1,5 angekündigt hatte. Also sie wurden getauft in den Heiligen Geist zu Pfingsten. Und doch wird dort genannt: Sie wurden voll des Heiligen Geistes.

Eben haben wir bei Samaria, bei dem Beispiel, schon zwei andere Formulierungen gefunden. Dort heißt es:

Apg 8,15
Als diese hinabgekommen waren, beteten sie für sie, damit sie den Heiligen Geist empfangen möchten

Den Heiligen Geist empfangen …

Apg 8,16a
denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen

Zwei verschiedene Ausdrücke für diese gleiche Erfahrung.

Dann gibt es noch andere: Der Heilige Geist wird gegeben oder der Heilige Geist kommt auf jemanden. Auch das sind austauschbare Begriffe, die in der Apostelgeschichte benutzt werden und niemals stehen diese Ausdrücke für den Sachverhalt der Bekehrung. Niemals werden sie gebraucht für die Tatsache, jemand erkennt Jesus als seinen Herrn und Erlöser an und begibt sich unter seine Herrschaft.

Okay, wenn wir noch einmal schauen in Apostelgeschichte 8, dann sehen wir hier, dass da ein ehemaliger Zauberer war – Vers 18.

Apg 8,18-19
18 Als aber Simon sah, dass durch das Auflegen der Hände der Apostel der Geist gegeben wurde, brachte er ihnen Geld
19 und sagte: Gebt auch mir diese Macht, dass der, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfängt!

Das war natürlich nicht in Ordnung, das ist nicht mein Punkt. Mein Punkt ist der: Er *sah* – er stand irgendwie dabei und war halt eben von seiner Vergangenheit eben an allem Übernatürlichen sehr interessiert – und er schaute zu und er konnte sehen, dass durch das Auflegen der Hände der Apostel der Geist gegeben wurde.

Nun, den Heiligen Geist kann man nicht sehen, also was hat Simon gesehen, woraus er dann geschlossen hat, diese Leute hier empfangen den Heiligen Geist? Nun, das ist eine interessante Frage.

Fünf mal in der Apostelgeschichte findest du überhaupt eine solche Situation beschrieben, dass Menschen – einzelne oder eine Gruppe – erfüllt wird vom Heiligen Geist oder getauft wird in den Heiligen Geist – und bei drei Ereignissen findest du eine nähere Beschreibung, was man erleben konnte als Außenstehender. Dann wird es nicht genannt hier in Apg 8 – dort wird es nicht ausdrücklich genannt, was es gewesen ist. Und in Apg 9 bei Saulus ist es ebenfalls nicht der Fall.

Nun, was ist es gewesen, was sie dort erlebt haben? Manche sagen: „Ja, große Freude haben sie da erlebt“. Nun, der Heilige Geist ist ein Geist der Freude, und viele Male wenn der Heilige Geist kommt und wirkt – Menschen erleben große Freude. Aber das kann es nicht gewesen sein, denn du findest hier schon bei diesem gewaltigen Wundern und die Volksmenge kam zusammen und hörte einmütig auf die Predigt des Philippus – da heißt es: Es war große Freude in jener Stadt.

Apg 8,6-8
6 Die Volksmengen achteten einmütig auf das, was von Philippus geredet wurde, indem sie zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat.
7 Denn von vielen, die unreine Geister hatten, fuhren sie aus, mit lauter Stimme schreiend; und viele Gelähmte und Lahme wurden geheilt.
8 Und es war große Freude in jener Stadt.

Große Freude war in der Stadt – schon bevor der Heilige Geist da war. So, also das heißt, wenn jetzt die Apostel kommen und Hände auflegen und dann bekommen die wieder Freude, hätte niemand gesagt: „Aha, der Heilige Geist ist gekommen“, weil die Freude war schon vorher da.

Ich denke, wir fangen am Anfang an – da ist es immer am einfachsten. Immer wenn wir etwas neues, ein neues Thema im Worte Gottes entdecken, da wo es zum ersten Mal aufgeschlagen wird und behandelt wird, dort findet man die wichtigen, gültigen Hinweise, die dann durch das ganze Thema durch die Bibel hindurch dann immer wieder eine Bedeutung haben.

Und in Apostelgeschichte 2, das ist euch ja bekannt, kam der Heilige Geist.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (40:00 bis 45:00)

 

Also diese ein Schriftstelle hier alleine denke ich ist schon sehr, sehr markant und klärt eigentlich schon, was haben wir zu halten von diesem Argument: „Ja, es gibt keine zweite Erfahrung – wenn man bekehrt ist, hat man soviel Heiligen Geist als es überhaupt nur gibt“.

Noch deutlicher denke ich wird es dann eben in dieser Geschichte Paulus in Ephesus, Apg 19, dort kommt er hin und stellt diese Frage. Und diese Frage macht überhaupt nur einen einzigen Sinn dann wenn es möglich ist, gläubig zu werden ohne den Heiligen Geist dabei auch mit zu empfangen. Er fragt dort:

Apg 19,2a
sprach er zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?

Ich meine, diese Frage macht nur Sinn wenn das überhaupt möglich ist. Heute ein lieber Baptist würde sagen: Paulus, was fragst du da für eine Frage, das weiß doch jeder Mensch – wenn man gläubig geworden ist, hat man den Heiligen Geist empfangen.

Also entschuldigung jetzt, dass ich einen Namen erwähnt habe, ich habe nichts gegen die Baptisten, aber da ist einfach die Standard-Theologie doch nicht so wie wir das so sehen würden. Und da würde man eine solche Meinung vertreten.

Aber ich glaube Paulus war Profi. Er hat es von Gott das Evangelium. Er hat es per Offenbarung von Gott und er wusste, was Christsein ist. Und unser Problem oftmals besteht darin – nicht nur in dieser Frage von Geistestaufe, in vielen, vielen anderen praktischen Fragen auch – dass wir zu viel wissen. Dass wir meinen, wir hätten die Antworten. Dass wir gar nicht ins Wort hineinschauen. Dass für uns gar nicht klar ist, die Antwort, die ich finden werde im Wort, die ist für mich maßgeblich. Sondern dass wir gar nicht nachschauen, dass wir nicht fragen, sondern dass wir einfach so wie wir meinen und wie wir denken wie es richtig ist, irgendetwas tun.

Dann dürfen wir uns nicht wundern wenn es hinterher dann auch nicht biblisch am Ende als Ergebnis herauskommt.

Apg 19,2a
sprach er zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?

Und die waren ehrlich genug zu sagen: Nein, haben wir nicht, wir wissen gar nicht, dass es überhaupt einen Heiligen Geist gibt.

Warum wussten sie nicht? Weil Apollos sie gelehrt hatte und Apollos wusste nicht. Und hier hast du eine Erklärung dafür: Viele Menschen fragen mich: „Ja, wenn das so ist wie ihr das hier lehrt in dieser Gemeinde …“ Erstens möchte ich herausstellen, wir sind nicht die einzigen, sondern es gibt Hunderte von Millionen anderer Christen weltweit, die letzte Zahl habe ich gerade letzte Woche gesehen: Die geisterfüllten Christen sollen jetzt eine Größenordnung von über 400 Millionen haben und haben fast 24% der protestantischen Christenheit, was schon ein starker Anteil ist.

Und wenn du bedenkst, dass 1975 es erst 9% waren, dann siehst du, dass in den letzen 20 Jahren sehr viel passiert ist. Noch ein paar Jährchen weiter und wir haben wieder biblische Zeiten, da gab es auch nicht die Baptisten und die Pfingstler und diese und jene, da gab es nur geisterfüllte Christen. Da gab es das alles nicht, was wir heute haben. Und dahin wird das ganze wieder münden. Nicht indem man sagt, lasst uns die Denominationen abschaffen – die schaffen sich von alleine ab. Abstimmung mit den Füßen. Und das hat ja schon begonnen. Nicht, dass wir irgendeiner Gemeinde wünschen, dass sie leer wird, aber ich glaube, wer jetzt in diesen Tagen nicht klar sagt: Jesus ist der Herr der Gemeinde – ihm folgen wir nach, egal, was unsere Tradition gesagt hat, wir wollen lernen und lehren und verkündigen, was sein Wort sagt. Der wird erkennen, dass er auf die Dauer damit nicht mehr weiter kommt.

Apg 19,2a
sprach er zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?

Nein, sie hatten nicht – wegen der Erkenntnisdefizite ihres Lehrers. Die Christen in Ephesus hatten nur das, was Apollos ihnen geben konnte. Und das ist der Grund, warum manche Gemeinden, manche Christen sagen: Ja, wenn das der Wille Gottes wäre, dann würden das ja alle Christen haben.

Ja, eine Gemeinde hat das, was ein Pastor oder die dortigen Lehrer verkündigen. Das hat die Gemeinde. Und wenn es dann einige wenige doch haben, dann sicherlich nicht aus der Verkündigung, sondern indem sie dann irgendwo anders sich noch bedient haben an Kassetten oder Büchern oder Konferenzen oder irgendetwas. Eine Gemeinde in der Regel erfährt das, was dort gelehrt wird.

Und Apollos lehre über die Taufe des Johannes, das hatten sie. Er lehrte nicht über den Heiligen Geist, und das hatten sie dann auch. So einfach war das da.

Dann will ich herausstellen, dass es offensichtlich eine ganze Reihe von austauschbaren Begriffen gibt im Neuen Testament, hauptsächlich in der Apostelgeschichte, die alle von derselben Erfahrung, nämlich dieser Taufe oder dieses „Getauft-Werdens in den Heiligen Geist hinein“ berichten. Übrigens muss es eine Erfahrung sein, denn Paulus fragt sie: Habt ihr oder habt ihr nicht?

„Ja, ähm, woran kann man das wissen? Wir nehmen mal an – oder hat nicht eigentlich jeder?“

Das muss eine Erfahrung sein!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (35:00 bis 40:00)

 

Es gibt so viele wildgewordnene, abgehobene, überkandidelte (Anmerkung: sonderbar, skurril), ausgeflippte Gläubige, die haben ihren Fantasie-Jesus. Und du wirst niemals Erfolg haben, es werden niemals sich biblische Resultate einstellen wenn für dich das nicht klar ist: Christus anzunehmen heißt das Wort anzunehmen.

Und es gibt so viele Gläubige – ich habe schon so viele getroffen, das ist wirklich ein Jammer. Jahr für Jahr drehen sie in den selben Kreisen und kommen nicht von der Stelle und haben sogar immer mehr Probleme statt immer weniger. Und der Grund liegt oftmals hier drin, dass man sagt: Ja, ich glaube an Jesus – und dann hat man seine eigenen Vorstellungen wie dieser Glaube ausgelegt wird und wie das praktiziert wird.

Christus anzunehmen heißt das Wort Gottes anzunehmen. Er ist das Wort. Joh 1,1: Das Wort war Gott. Hallelujah.

Joh 1,1
Im Anfang war das Wort*, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

*»Das Wort« (gr. logos) ist ein Name des Herrn Jesus Christus (vgl. 1Joh 1,1; Offb 19,13).

Sie sandten also Petrus und Johannes zu ihnen.

Apg 8
14 Als die Apostel in Jerusalem gehört hatten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen.
15 Als diese hinabgekommen waren, beteten sie für sie, damit sie den Heiligen Geist empfangen möchten;
16 denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus.
17 Dann legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist!

Also hier haben wir sonnenklar für jeden, der einfach die Buchstaben überhaupt entziffern kann und auch die Redlichkeit besitzt, sie stehen zu lassen und ihnen erlaubt das zu sagen, was sie nun einmal hier sagen möchten:

1) Diese Menschen in Samaria waren gläubig.
2) Die Apostel in Jerusalem haben erkannt – interessant überhaupt: Woran haben sie das erkannt? – Dass die den Heiligen Geist noch nicht bekommen haben.

Also hier siehst du – und an anderen Schriftstellen auch noch – man kann gläubig sein und man hat NICHT den Heiligen Geist empfangen. Eindeutig! Ich meine, sie musste es wissen – sie waren die, nach denen wir uns richten und nicht umgekehrt.

Und 3)
Sie haben nicht gesagt: Na, nun sind wir mal gespannt, was der Herr tun wird. Bei uns kam’s ja Pfingsten ganz unerwartet von oben und mit Feuer und mit Wind und nun sind wir gespannt und sitzen mal in Jerusalem und warten ab, was passiert in Samaria – wie es diesmal der Herr tun wird.

Das war nicht ihre Reaktion! Sondern sie haben gespürt, wir, als die Leiter der Gemeinde, als die Apostel, wir haben Verantwortung für das Volk Gottes, sie zu lehren und ihnen zu sagen, wie die einzelnen Glaubens- und Gehorsamsschritte aussehen und wir senden jetzt zwei von uns hin und die werden diese Sache auf biblisches Niveau bringen.

Also sie waren keineswegs gleichgültig darüber, sie waren nicht irgendwie so lässig, naja, wenn Gott ihnen das geben will, Gott ist Gott, Er weiß schon wie Er das zu tun hat – Er wird das schon machen. Sondern sie haben verstanden, dass Pfingsten in einer Weise wirklich der Startschuss war und etwas besonderes und etwas einzigartiges war und dass es danach nicht in aller Regel in dieser Weise weitergehen würde. Gott hat viele Male im Laufe der Kirchengeschichte ähnliche Ereignisse dann gegeben wie in Pfingsten. Denkt an diese große Erweckung in den 60er Jahren in Indonesien. Die haben Pfingsten erlebt, der Heilige Geist kam. Das Feuer kam auf die Kirche. Das Feuer Gottes. Und die Feuerwehr ist ausgerückt, weil sie dachten, die Kirche steht in Flammen. Das war das Feuer Gottes, was kam:

Die „Indonesische Erweckung“ nach Berichten von Bakht Singh (Frühjahr 1968)

Solche Dinge sind geschehen in der Kirchengeschichte!

Aber in aller Regel, was mit den besonderen Eigenheiten und der Persönlichkeit des Heiligen Geistes zusammenhängt – in aller Regel wird der Heilige Geist *vermittelt* durch jemanden, der es schon erlebt hat. Und deswegen haben sie diese beiden Männer gesandt um mit ihnen zu beten.

Und schau einmal genau hin, was sie hier tun.

Apg 8,15
Als diese hinabgekommen waren, beteten sie für sie, damit sie den Heiligen Geist empfangen möchten

Wenn wir nachher die praktischen Schritte uns anschauen wie man den Heiligen Geist empfängt, dann wird das noch einmal wichtig für uns. Sie beten nicht darum, dass Gott ihn geben möchte. Mit anderen Worten: Nicht der Absender ist das Problem, sondern der Empfänger ist das Problem. Wir müssen uns mit dem Empfänger beschäftigen.

Paulus sagt an Titus: Der Heilige Geist ist reichlich ausgegossen.

Titus 3,5-6
5 rettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes.
6 Den hat er durch Jesus Christus, unseren Retter, reichlich über uns ausgegossen

Er ist reichlich ausgegossen! Er ist da. Jeder, der weiß, wie man jetzt nimmt und wie man trinkt kann haben – auf der ganzen Welt, wo auch immer. Aber in aller Regel brauchen wir Hilfe von Menschen, die uns lehren, was man zu tun hat und wie man sich öffnet für diesen wunderbaren Heiligen Geist.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (30:00 bis 35:00)

 

Die Welt kann den Heiligen Geist nicht empfangen!

Unsere Botschaft an die Welt ist nicht: „Empfange den Heiligen Geist“ – sondern „Empfange Christus“. Das ist unsere Botschaft. Und wenn einer dann Christus empfangen hat, dann ist unsere nächste Botschaft „Empfange den Heiligen Geist“. Aber die Welt kann den Heiligen Geist nicht empfangen.

Und ich hatte schon vorhin bei der Taufe diese Schriftstelle Apg 2,38 zitiert – auch hier sehen wir eine gewisse Stufung:

Apg 2,38
Da sprach Petrus zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Umkehr – Taufe – und so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Noch deutlicher glaube ich wird es, dass eine solche These oder ein solches Gegenargument nicht haltbar ist, wenn wir hineinschauen in die Apostelgeschichte. Denn dort sehen wir in der Tat Menschen, die wirklich an Jesus gläubig geworden sind und sie haben noch nicht die Erfüllung mit dem Heiligen Geist erlebt. Und auch sehr interessant: Den damaligen Leitern war das ganz, ganz wichtig, dass sie das erleben!

Hier gibt es auch so eine scheinoffene Haltung, die ich schon erlebt habe bei manchen Christen: „Wir sind ja offen für den Heiligen Geist“. Und „offen sein“ heißt dann in ihrem Verständnis passiv abzuwarten – „wenn Gott uns das geben will, dann wird es uns das geben“. So kenne ich Christen, auch sogar Pastoren, die sind seit 20 Jahren offen für den Heiligen Geist und es passiert überhaupt nichts.

Es reicht nicht aus offen zu sein für den Heiligen Geist, sondern was sagt die Schrift? Was lehrt Jesus über den Heiligen Geist? Und wie kommen wir mit ihm in Kontakt? Und wie bekommt er Raum in unserem Leben? Und was ist Gottes Teil und was ist unser Teil?

Und so eine Definition von Religion oder Religiösität ist, dass man das verwechselt und austauscht was Gottes Verantwortung ist und was unsere Verantwortung.

Das ist ein Merkmal von Religiösität, dass man das, was Gott an Verantwortung auf uns legt wieder zurück bringt und zurücklegt auch Gott. Und dann aber das irgendwie als große Ergebenheit und demütiges Warten irgendwie ausgeben möchte.

In Apostelgeschichte 8 – wenn ihr da einmal hinschauen wollt – finden wir eindeutig beschrieben, dass aufgrund der Verkündigung von Philippus die ganze Stadt erschüttert wurde. Eine starke Schriftstelle hier:

Apg 8,6
Die Volksmengen achteten einmütig auf das, was von Philippus geredet wurde, indem sie zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat.

Das ist eine sehr machtvolle Schriftstelle und ich sage dir: Es ist heute genauso – die Volksmengen achten nur deshalb nicht, weil wir noch immer keine Zeichen tun.

Das ist der einzige Grund. Wenn wir an der Stelle weiter sind und Durchbrüche haben und endlich auf einem normalen biblischen Niveau sind wie man das kennt von Afrika oder von Südamerika – wenn Zeichen und Wonder zum normalen Alltag der Gemeinde gehören, dann fangen die Massen an zu rennen. Und dann werden alle Gebäude zu klein.

Aber das ist ein anderes Thema, das findest du in „Botschafter an Christi statt“. Ist auch eine Serie von 10-12 Kassetten.

Okay, Philippus, Vers 5, er predigte ihnen Christus – eindeutig:

Apg 8,5
Philippus aber ging hinab in eine Stadt Samarias und predigte ihnen den Christus.

Und deswegen heißt es dann in Vers 12.

Apg 8,12
Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reich Gottes und dem Namen Jesu Christi verkündigte, ließen sie sich taufen, sowohl Männer als auch Frauen.

Okay, jetzt Vers 14.

Apg 8,14a
Als die Apostel in Jerusalem gehört hatten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen habe –

was eine andere Definition ist, ein anderes Wort für „gläubig werden“ – „Jesus annehmen“. Eine interessante Formulierung: Christus annehmen, darauf kommen wir dann später auch noch während eines ganzes Abends – Christus annehmen heißt das Wort anzunehmen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (25:00 bis 30:00)

 

Das ist sicherlich nicht der richtige Weg.

Es geht um das, was wir sind und wie wir leben. Und später dann werden wir über „Evangelisation im Alltag“ sprechen, aber es kommt auf die Art und Weise an wie wir leben. Wir können nur anders leben, wir können nur den eigenfahrenen Gleisen oder den ausgetrampelten Pfaden unseres Lebens entkommen, den alten Gewohnheiten, den alten Reflexen und Mustern zu reagieren, wenn eine neue Kraft in unser Leben kommt. Sonst werden wir an den Herrn glauben, aber hier in der Praxis immer noch in derselben Rille unserer alten Schallplatte immer wieder rumkratzen und werden einfach nicht vom Fleck kommen. Es ist der Heilige Geist, der der Geist der Kraft ist, der uns befähigt, anders zu werden. Der uns befähigt, verändert zu werden. Der uns befähigt, wirklich diesen Glauben an den Herrn umzusetzen und so eben an ihm wirklich festzuhalten, dass wir Siege und Durchbrüche und Forschritt und Wachstum erleben.

Okay, darum geht es bei der Taufe in den Heiligen Geist.

Und mit dieser Lektion haben wir dann sozusagen die Vorbereitung abgeschlossen und können dann frohen Mutes uns dann in die Angelegenheit des Alltags mit all seinen Widerwärtigkeiten hineinstürzen. Also nächsten Donnerstag dann geht es richtig zur Sache, dann kommen die richtigen Alltagsherausforderungen, auf die du schon immer eine Antwort haben wolltest.

Okay, ich will das so aufbauen anhand von einigen wichtigen Vorbehalten und Argumenten, die früher sehr, sehr stark waren, die heute schon sehr am bröckeln sind und nicht mehr so ein Thema sind. Aber ich denke, es ist wichtig für uns, dass wir gegründet sind in biblischen Aussagen, in biblischer Wahrheit und dass wir, auch wenn wir diese Erfahrung schon gemacht haben, im Nachhinein wissen, was haben wir erlebt und warum haben wir das erlebt und was können wir davon erwarten, wie wird sich das auswirken? Das ist wichtig! Nicht um Munition zu haben, um den nächsten evangelikalen Bruder damit irgendwie um die Ohren das zu klatschen, weil du musst aufpassen: Die Gefahr besteht darin, du hast wirklich die besseren Argumente. Wenn man die Bibel auf den Tisch legt und sagt: „Bruder, zeig mir mal“ – du hast wirklich die besseren Argumente. Hüte dich davor vor solchen Streitgesprächen. Lebe du vor! Und mache du Menschen hungrig. Und wenn sie hungrig sind und sie wollen wissen, was hast du, was sie nicht haben? Dann kannst du ihnen etwas erzählen über den Heiligen Geist.

Aber wenn ein Christ genug hat von dem, was er hat – oder nicht mehr haben will, kein Bedarf spürt nach Veränderung, nach Kraft, wenn er keinen Hunger hat – du wirst abblitzen wenn du kommst und versuchst ihn jetzt von etwas zu überzeugen, was du erlebt hast. Tu das bitte nicht. Respektiere das, lass ihn stehen, bete für diesen Betreffenden, sei lieb und sei kein streitbarer Held an dieser verkehrten Stelle. Amen? Ganz wichtig!

Besonders wenn ihr so vielleicht in einer christlichen Familie irgendwie zu Hause seid, wo dann die Ansichten auseinandergehen – haltet euch zurück. Haltet euch zurück. Theologische Streitgespräche haben in einer Familie noch niemals etwas gebracht. Noch niemals. Das ist ein Ergebnis von jahrzehnte-langer Seelsorge und versuche du nicht das Gegenteil irgendwie jetzt zu beweisen. Dass du deine Familie niederpredigen könntest und für den Herrn gewinnen könntest. Das Gegenteil wird stattfinden.

Also das ist nur für uns! Dass wir fest sind und dass wir genau wissen, was das Wort gesagt über diese wunderbare Erfahrung, die wir da machen.

Nun, das erste wichtige Gegenargument, das man immer so hört: Es wird behauptet: Es gebe gar nicht zwei verschiedene Erfahrungen, sondern wenn es eine Geistestaufe gibt, eine Erfüllung mit dem Heiligen Geist, dann erlebt man die bei seiner Bekehrung und mehr an Berührung, Erfüllung mit dem Heiligen Geist als bei der Bekehrung gibt es nicht und ist nicht nötig und sollte nicht gesucht werden.

Das ist eines der gängigen Standardargumente, die man so in bestimmten christlichen Kreisen hört. Und was sagt das Wort Gottes dazu?

Jesus sagt: Der Heilige Geist wird den Kindern Gottes gegeben.

Lukas 11,13
Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird der Vater im Himmel [den] Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten!

Er gibt seinen Kindern! Er gibt den Kindern. Der Vater im Himmel gibt.

Also, man muss erst ein Kind des Vaters sein, um überhaupt ihn bitten zu können.

Jesus hat ganz klar gelehrt, ich hab’s auch irgendwo hier – Johannes 14,17: Die Welt kann den Heiligen Geist nicht empfangen.

Joh 14,17
den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn nicht; ihr aber erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (20:00 bis 25:00)

 

Wir sollten uns klar machen, Jesus ist der Herr der Gemeinde. Und er alleine, nur er, kein Konzil, kein Bischof, kein Papst, keine Gemeinde, keine Freikirche, keine Gruppierung – niemand hat in meinen Augen das Recht den Inhalt oder die Form der Taufe zu verändern! Niemand darf das tun. Er ist der Herr der Gemeinde und er darf das anordnen wie das ist. Sonst komm ich am nächsten Sonntag und sage: „Wisst ihr was, Brot und Wein, das ist doch nicht mehr zeitgemäß, lass uns das doch ein bisschen lockerer machen, wir teilen jetzt Kaugummi und Cola aus“.

Du würdest sagen, „das ist ja ein Sakrileg (Anmerkung: ein Vergehen an einem Heiligtum). Das Brot stellt doch den Leib des Herrn dar und der Wein das Blut des Herrn.“ Jawohl, genau richtig! Und deswegen sind wir angehalten, Brot und Wein auszuteilen und das ist eine äußerlich festgeschriebene Form. Und die dürfen wir nicht verändern. Aber was ist der Unterschied zur Wassertaufe? Wenn Wassertaufe die Einheit mit dem Tod Christi und mit der Auferstehung ist und wenn die Form klar definiert ist – wer gibt uns das Recht, das in eigener Weise zu verändern? Oder einfach mit einer Tradition gedankenlos so weiterzumachen, die einfach sich so irgendwann vor vielen, vielen Jahrhunderten einstellt hat?

Okay, mit diesen provokativen, aber ich denke auch sehr wichtigen und hilfreichen Bemerkungen möchte ich jetzt diesen Punkt hier schon verlassen und komme zum nächsten Bereich. Und das ist eben wie ich da sagte, das, was heute weitaus mehr ein Thema ist über das man streitet – jetzt auch nicht mehr so sehr wie meinetwegen noch vor 20 Jahren. Ich weiß nicht wie viele von euch vor 20 Jahren schon sich in christlichen Kreisen bewegt haben, aber da ist die Taufe in den Heiligen Geist ein heißes Eisen gewesen. Da wurde heiß gekämpft und da wogten die Wogen des Kampfes hin und her. Das war eine sehr spannende Zeit.

Noch ein paar Jahre weiter, und dieses Thema wird ganz normal sein. Wir werden Verhältnisse haben wie meinetwegen in Südamerika. Dort heißt Gemeinde: Geisterfüllte Christenheit.

Der Teil, der nicht geisterfüllt ist, spielt nur noch eine kleine Randrolle – jedenfalls was das aktive Gemeindeleben angeht. Ich rede jetzt nicht von registrierten Mitgliedern, die an keinem Gemeindeleben teilnehmen, sondern ich rede davon, was in den Gemeinden wirklich stattfindet. Dort ist Gemeinde gleich geisterfülltes Christsein. Und derselbe Trend ist zu beobachten in Afrika und ich denke, er wird auch bald in Mitteleuropa sich einstellen.

Okay, bei Taufe in den Heiligen Geist geht es um etwas ganz, ganz anderes. Man könnte sogar sagen, die Wassertaufe ist sozusagen der offizielle Abschluss oder die Dokumentation der stattgehabten Bekehrung, des Herrschaftswechsels heraus aus der Welt hinein in das Reich Gottes.

Hier bei der Taufe in den Heiligen Geist – bitte achtet darauf: IN den Heiligen Geist. Wir sagen das so salopp: „Taufe im Heiligen Geist“. Aber wir sollten dabei auch wissen – ich meine, wir sollten sowieso nicht mit Christen, die das nicht so sehen können, streiten – aber du musst wissen: Dieser Begriff „Taufe im Heiligen Geist“ ist nicht neutestamentlich. Es gibt dieses Substantiv „Taufe in den Heiligen Geist“ nicht, aber es gibt „getauft werden in den Heiligen Geist“.

Das kommt z.B. bei Jesus in allen vier Evangelien vor und danach dann auch noch in der Apostelgeschichte.

Joh 1,33
Und ich kannte ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, dieser ist es, der mit Heiligem Geist tauft.

Griechisch: „baptizōn en (= IN!) Pneumati Hagiō“

Und bei dieser Taufe in den Heiligen Geist ist das Ziel, dass wir eine Erfahrung machen der Kraft.

Apg 1,8
Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.

Das entscheidende ist, die Kraft Gottes soll kommen in unser Leben, damit wir glaubwürdige Zeugen sind. Wir sollen in allererster Linie durch unseren Lebensstil, durch unsere Art und Weise wie wir sind, wie wir leben, welche Art von Beziehungen wir haben, wie wir uns verhalten in Krisen, in Problemen – dadurch soll erkennbar sein für die Menschen draußen, dass wir etwas anderes haben. Etwas, was uns hilft und was auch ihnen helfen könnte, besser durchs Leben zu gehen. Darum geht es, ja? Dieses „Zeuge sein“ hat seinen Schwerpunkt in dem Sein, nicht in „Zeugnis geben“ wie man das so als Christ sehr schnell irgendwie so verkürzt oder dann sogar unter einen frommen Leistungsdruck irgendwie kommt – Hilfe, meine Güte, ich hab ja heut noch gar kein Zeugnis gegeben oder irgendwie so einen Krampf.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (15:00 bis 20:00)

 

Erst im zweiten und dann endgültig etabliert dann im dritten Jahrhundert hat sich eben das, was man heute die Kindertaufe nennt – und das hat im Wesentlichen auch politische Gründe. Und es gibt überhaupt nur ein einziges Beispiel sozusagen in der Nahaufnahme der Taufe in der Apostelgeschichte im Neuen Testament.

Und das ist die, wo Philippus eben den Finanzminister von Äthiopien tauft. Und das ist die einzige Schriftstelle, die uns also etwas über die Taufpraxis sagt. Wenn wir jetzt nochmal für einen Moment absehen von der griechischen Wortwahl, die genommen wird für Taufe – darauf komm ich auch gleich noch, die ist auch ganz, ganz erhellend und wichtig – aber dort heißt es ausdrücklich: Sie kamen an ein Wasser und dann: sie gingen hinab ins Wasser beide.

Apg 8,38
Und er befahl, den Wagen anzuhalten. Und sie stiegen beide in das Wasser hinab, sowohl Philippus als auch der Kämmerer, und er taufte ihn.

Beide gingen sie ins Wasser! Warum? Weil der Finanzminister musste ins Wasser gehen damit er da untergetaucht werden konnte.

Wenn man da schon eine solche pluralistische und nach den persönlichen Vorlieben der Menschen irgendwie so eine Einstellung gehabt hätte: Na, Hauptsache du bist Christ, und der Rest, den kannst du dir dann so aussuchen wie du möchtest – schau mal, wir haben ein breites Spektrum von verschiedenen, da gibt es die Charismatiker und die Pfingstler und die Evangelikalen und da gibt es dies und jenes und du kannst dir jetzt so aus diesem breiten Supermarktangebot irgendetwas aussuchen.

Wenn das das Denken damals gewesen wäre, dann hätte doch sicherlich in dieser Situation der Philippus anders reagiert. Das war immerhin ein Minister. Und wer war er? Ein kleiner Diakon.

Das war ein Minister eines bedeutenden afrikanischen Staates. Und er hätte gesagt: Herr Minister, ich verstehe, dass sie jetzt diesen Schritt tun wollen, aber bedenken sie ihren wunderbaren kostbaren Reiseanzug. Also wir werden das ganz dezent erledigen. Hier finde ich noch eine alte leere Cola-Dose, ich geh gerade mal runter zum Tümpel und derweil decken sie schon mal alles ab mit einem großen Badehandtuch. Und dann komm ich wieder und dann tröpfeln wir ganz dezent ein paar Tröpchen aufs Köpfchen und ganz steril und keimfrei und ganz problemlos werden wir dann diese Sache hier vollzogen haben. Keine weitere Mühe, sie brauchen sich gar nicht zu bemühen aus dem Wagen rauszusteigen, das erledige ich alles so für sie – selbstverständlich, Herr Minister.

Nichts davon!

Wenn du dich taufen lassen willst, bitte, da unten ist das Wasser – gehen wir. Und er ließ sich dort taufen, indem er untergetaucht wurde. Das griechische Wort „baptizo“ heißt „untertauchen“.

907. baptizó – Gräz.: etw. vollständig untertauchen, versinken (von gesunkenen Schiffen)

Das ist ganz, ganz wichtig, dass wir das verstehen. Du kannst einen Griechisch-Professor von der Uni anrufen und kannst ihn fragen, ob man das griechische Wort – der braucht kein Christ zu sein – möglichst sogar nicht, damit er richtig neutral ist – und du kannst fragen, ob man einen Gegenstand, wenn man ihn mit Wasser beträufelt, ob man in diesem Falle das griechische Wort „baptizó“ verwenden dürfe. Und er wird die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und wird sagen: Nein, auf gar keinen Fall – baptizó hat eine ganz umschriebene Bedeutung, baptizó darfst du nur verwenden wenn du den Gegenstand nimmst und tauchst ihn unter Wasser.

Wie das entsprechende Wort für „besprenkeln“ heißen würde im Griechischen weiß ich nicht. Ich bin ja auch kein Griechisch-Experte. Die drei Worte, die ihr hier lernt Griechisch von mir, die habe ich alle von Stefan Tull, unserem Griechisch-Experten.

Also, da haben wir einen klaren Hinweis auch auf die Form: Untertauchen, hineintauchen. Das ist das griechische Wort „baptizó“. Und das ist ja klar, Jesus wurde total in den Tod hineingetaucht. Nicht nur mit dem kleinen Zeh, sondern total war er abgeschnitten vom Lande der Lebendigen. Er hat für uns den Tod geschmeckt, er ging in die untersten Örter für uns.

Und das soll ja zum Ausdruck gebracht werden in der Taufe. Also wenn man das sich alles bei Licht betrachtet, dann bleiben eigentlich bloß noch persönliche, familiäre Rücksichtnahmen, Ängste vor Verfolgung, Enterbung oder dem möglichen Schock eines Familienmitgliedes oder so als Argumente übrig wenn einer das sich anschaut, was das Wort darüber zu sagen hat. Und wie gesagt – ich möchte niemanden verurteilen, der sagt, „nein, also in unserer Familie, alle, wir gehören dieser und jener christlichen Richtung an und da ist es nicht üblich und das würde ein Riesenskandal geben“ – das musst du wissen und verantworten. Niemand wird hinter dir herkommen und dich zur Verantwortung ziehen und versuchen irgendwie dort dir die Leviten zu lesen. Du musst wissen, was du tust, aber du musst auch wissen, was Wort Gottes sagt und wenn die Konsequenz eines Gehorsamsschrittes die ist, dass ich ein paar Unannehmlichkeiten bekomme – nun, das ist ja, was Jesus verheißen hat! Ihm nachzufolgen bedeutet, Ablehung zu erfahren. Bedeutet, dass manchmal unsere engsten Familienmitglieder nicht mehr das auf die Reihe kriegen, was da mit uns los ist und sie einfach innerlich reagieren auf diese Umwälzung, dass wir einen neuen Chef haben, dass wir einen neuen Herrn haben, dass wir nicht mehr nach der Welt gehen, sondern dass wir jetzt unter einen neuen Ordnung leben.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (10:00 bis 15:00)

 

Das war alles. Und an dieser Stelle hat Paulus interessanterweise nicht gesagt: „Naja, wisst ihr was? Machen wir kurzen Prozess. Wollen wir es nicht zu kompliziert machen. Wollen wir die Latte nicht so hoch legen. Die äußere Form der Taufe des Johannes ist ja identisch mit der neutestamentlichen Wassertaufe – also werden wir einfach eure schon stattgefundene Taufe des Johannes umdeklarieren und einfach sagen: Schwupps, da seid ihr schon jetzt nach neutestamentlicher Art und Weise getauft“.

Wär doch eine elegante Lösung gewesen! Und vielleicht hätten Leute heutzutage gesagt: „Ja, wofür soll das gut sein? Das, was du jetzt hier mit uns machen willst, das haben wir gemacht!“ Aber in einem total anderen Kontext mit einem total anderen Hintergrund und eben mit einem anderen geistlichen Gehalt.

Die Taufe, die neutestamentliche Wassertaufe drückt aus unsere Verbindung, unsere Einheit mit Christus, mit seinem Sterben, seinem Abgeschnitten sein vom Leben und von der Welt und eben die Auferstehung. Das ist die Taufe. Und wir sind verbunden mit Christus. Und wir können nicht mit ihm herrschen wenn wir nicht an dieser Stelle uns mit ihm identifiert haben. Darüber ist das Wort Gottes sehr, sehr klar.

Und überhaupt können wir sehen, dass die Taufe eine solche Bedeutung hatte für die damaligen Christen, dass wenn Menschen sich bekehrt haben, man sozusagen die Taufe befohlen hat. Man hat ihnen gesagt: Du bist jetzt Christ geworden, jetzt sage ich dir im Namen des Herrn, was dran ist – du hast dich jetzt taufen zu lassen.

Das kannst du sehen in Apostelgeschichte 10 als Paulus bei dem Kornelius ist in dem Haus dort – er befahl, dass sie sich taufen ließen, heißt es dort.

Apg 10,48
Und er befahl, dass sie getauft würden im Namen des Herrn. Da baten sie ihn, etliche Tage zu bleiben.

Und so haben wir eine ganze Reihe von Schriftstellen, die eine solche Betonung legen. Wir haben eindeutige biblische Belege über die Reihenfolge zwischen Bekehrung und Taufe. Und da findest du jedes Mal wenn so etwas angesprochen wird: Erst glauben, dann getauft werden.

Du findest niemals im Worte Gottes: Getauft werden und im Nachhinein sozusagen im Rückgriff die schon stattgefundene Taufe dann zu aktivieren. Das findest du im Worte Gottes nicht. Ich möchte niemanden, der das so gemacht hat, der daran glaubt oder der meint, dass das so richtig ist, angreifen – ich will nur lehren, was das Wort Gottes sagt.

Manche empfinden das als eine Konfrontation gegenüber anderen Gemeinschaften oder Kirchen oder irgendwelchen anderen Gruppierungen, aber ich will einfach nur lehren und herausstellen, was das Wort Gottes darüber sagt. Und wer an dieser Stelle das für sich irgendwie meint die Freiheit zu haben anders zu sehen, der braucht nicht mit mir zu argumentieren. Wenn du darüber mit dem Herrn Frieden hast – na, das ist deine Sache. Du musst nicht mit mir darüber argumentieren, ich hab auch die Bibel nicht geschrieben, ich hab sie nicht zu verantworten, ich habe sie nur zu lehren, und da lese ich ganz klar die Reihenfolge: Erst glauben, dann getauft werden.

Jesus sagt: Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden.

Mk 16,16a
Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden

Und dann kommen dann ganz Kluge und sagen: Ja, aber er hat gesagt: Wer nicht glaubt, wird verdammt werden!

Mk 16,16b
wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.

Aha! Also möglicherweise reicht das Glauben zur Errettung auch schon aus! Meine Antwort auf diesen Vorwurf oder diesen Einwand ist immer die: Was möchtest du? Möchtest du herausfinden, was das Minimum ist dessen, was du tun sollst, was der Herr von dir erwartet um gerade noch irgendwie drin zu sein im Reiche Gottes? Ist das dein Bestreben? So viel eigenes wie möglich zu behalten und so wenig wie möglich gehorsam zu sein gegenüber dem Worte Gottes?!

Das ist doch nicht unsere Frage! Unsere Frage ist: Herr, du hast mich errettet – was kann ich noch tun? Was kann ich noch lassen, wo kann ich Veränderungen einleiten in meinem Leben? Wie kann ich auf dein Wort eingehen? Wie kann ich dir gehorchen?

Das ist doch meine Frage! Ich will doch so dicht wie möglich ran und nicht sagen: Ja, aber wenn ich nur glaube, nicht getauft werde, dann bin ich doch wohl hoffentlich auch noch akzeptiert oder was?

Wir suchen nicht den äußersten Rand des Abgrundes, wo wir gerade noch drin sind, sondern wir suchen das Zentrum des Willens Gottes. Jedenfalls ist das mein Verständnis von Christsein und deswegen lehre ich so diese Dinge ganz klar.

Also die Reihenfolge ist total festgelegt: Umkehr und Glaube vor der Taufe.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (5:00 bis 10:00)

 

Da ist zunächst einmal die Wassertaufe, die – als sie so vor 150 Jahren oder so sich allmählich durchgesetzt hat – ein Riesenspektakel war und Riesenempörung und Abwehr und Kritik und Verfolgung ausgelöst hat. Heute ist das Thema nur noch ein Randthema. Ähnliche Dinge haben wir dann so vor 20 Jahren gehabt als dann Gott so in der Entwicklung des Wiederaufbaus der herrlichen Gemeinde dann die Geistestaufe so in alle Denominationen brachte – dann gab es da nochmal ähnliche Reaktionen. Aber Wassertaufe – das Thema hat sich schon sehr beruhigt.

Und ich möchte einfach, dass ihr da mal noch einmal zurückgeht zu Römer 6. Diese Schriftstelle hatten wir das letzte Mal uns angeschaut. Römer 6, und wir haben über das Kreuz gesprochen, wir haben davon gesprochen, dass wir in eine faktische Einheit hineingekommen sind mit Christi Tod und Auferstehung und diese Einheit wird dann deutlich gemacht oder zum Ausdruck gebracht in der Taufe.

Röm 6
3 Oder wisst ihr nicht, dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
4 So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so werden auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.

Hier haben wir dieses Kreuzgeschehen eben dann zum Ausdruck gebracht bei der neutestamentlichen Wassertaufe, die Jesus gelehrt hat, die Jesus verordnet hat. Die ein klarer Bestandteil war oder eigentlich sogar nach der Umkehr, der Hinwendung eben unter die Herrschaft Gottes der erste sichtbare Schritt des Gehorsams war in der Nachfolge. Und das war so deutlich und so markant – wenn man da die Apostelgeschichte liest, dann wurde die Taufe bei Menschen, die sich bekehrt haben, sofort vollzogen. Wurde sogar schon in der missionarischen Verkündigung gelehrt! Also im Hinblick auf deine zukünftige Bekehrung hätte meinetwegen Philippus dann zu dem Kämmerer gesagt – obwohl das da nicht steht, aber dem Ablauf des Geschehens muss man das irgendwie ausmachen … Wenn du dich wirklich dem Herrn hingibst, das würde bedeuten, du wirst dich taufen lassen. Das ist das allererste.

Das ist, was Petrus gepredigt hat zu Pfingsten als er seine machtvolle Predigt dort gebracht hat. Und sie waren wirklich erschüttert – es ging ihnen durchs Herz. Und sie sagten: Was sollen wir tun? Und dann war eine ganz klare Reihenfolge, was sie tun sollten.

Apg 2
37 Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder?
38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Und hier sehen wir, dass das Verständnis der ersten Gemeinde, auchder Leiterschaft der ersten Gemeinde alles andere war als ein religiöser Pluralismus: Hauptsache, du hast den Herrn angenommen, und den Rest, den magst du dir selber so zusammensuchen und aussuchen, so wie es deinem Geschmack oder deiner religiösen Tradition so entspricht.

Sondern es war eine klare Aufforderung dort: Tut Buße – also umkehren, neue Gesinnung, eine neue Haltung annehmen, das ist Apg 2,38 – Tut Buße, lasst euch taufen und so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Eine ganz klare Reihenfolge. Das war das Programm. Das haben die geistlichen Leiter damals den Neubekehrten oder die sich bekehren wollten klar vorgelegt. Und darüber gab es keinerlei Diskussionen und auch keine verkehrte Rücksichtnahme auf menschliche Vorlieben.

Denkt so einmal an die Situation als Paulus in Apg 18 nach Ephesus kommt und dort Gläubige findet, die eben durch den Dienst des Apollos zum Glauben an Jesus gekommen waren. Und dieser Apollos war ein wunderbarer Mann und der Heilige Geist hat es für notwendig gehalten, hineinzuschreiben ins Wort Gottes: Er lehrte richtig von Jesus.

Apg 18
24 Es kam aber nach Ephesus ein Jude mit Namen Apollos, aus Alexandria gebürtig, ein beredter Mann und gelehrt in der Schrift.
25 Dieser war unterwiesen im Weg des Herrn und redete brennend im Geist und lehrte richtig von Jesus, wusste aber nur von der Taufe des Johannes.

Nun, wenn Apollos richtig von Jesus gelehrt hat – was ist das Ergebnis gewesen? Richtige Christen! Das ist doch ganz klar. Weil manche Leute wollen diese Schriftstelle aushebeln nach der berühmten Methode „das ist ein Sonderfall“ und sagen: Das waren gar keine Christen, die waren nur Jünger des Johannes.

Nein! Sie waren wirkliche Christen, das können wir ganz klar erkennen aus dem Worte Gottes und sie wussten nur eben aufgrund der beschränkten oder der fehlenden Einsicht vom Apollos – sie wussten nichts über die neutestamentliche Wassertaufe und sie waren nach der Taufe des Johannes getauft.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 5 – Wassertaufe und Geistestaufe (0:00 bis 5:00)

 

So, gut, ich möchte euch bitten am Anfang unserer Lehre hier zum Hebräerbrief zu gehen, Kapitel 5 – am Ende, und dann am Anfang in Kapitel 6 hinein. Und da sehen wir eine interessante Aufzählung von grundlegenden biblischen Wahrheiten. Und um die geht es auch hier in unserem Seminar über die Grundlagen. Ab Vers 12.

Heb 5,12
Denn während ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, habt ihr wieder nötig, dass man euch lehre, was die Anfangsgründe der Aussprüche Gottes sind; und ihr seid solche geworden, die Milch nötig haben und nicht feste Speise.

Erst einmal achtet hier darauf, dass hier der Schreiber des Hebräerbriefs – für mich ist das Paulus – dass er eine klare Vorstellung hat – wir wissen nicht, wie lange diese Christen hier schon jetzt dem Herrn nachfolgen – aber er hat eine klare Vorstellung davon: Sie sollten längst Lehrer sein, also sollten schon herangewachsen sein im Glauben und in der Lage sein, andere zu unterweisen.

Also das zeigt uns, dass es eine relativ überschaubare geistliche Entwicklung gibt. Wir brauchen nicht Jahrzehnte bis wir dahinkommen, dass wir andere unterweisen können. Und wir sollen unbedingt dieses Ziel haben – wir wollen nach vorne, wir wollen in die Reife hinein, wir wollen alles haben, was der Herr für uns vorbereitet hat, damit wir dann das auch anderen geben können.

Dann wir hier von „Anfangsgründen der Aussprüche Gottes“ gesprochen. Das wird gleichgesetzt mit Milch. Und dann in Kapitel 6 geht es weiter, wird dasselbe noch einmal mit einem anderen Wort genannt: Das Wort vom Anfang des Christus.

Heb 6
1 Deshalb wollen wir das Wort vom Anfang des Christus lassen und uns der vollen Reife zuwenden und nicht wieder einen Grund legen mit der Buße von toten Werken und dem Glauben an Gott,
2 der Lehre von Waschungen und der Handauflegung, der Totenauferstehung und dem ewigen Gericht.

Diese Elemente neutestamentlicher Lehre werden hier also genannt „das Wort vom Anfang des Christus“ oder „ein Grund wird gelegt“. Und da kommt auch dann dieser Name des Seminars her: Grundlagen. Das sind die Dinge, die ein Christ am Anfang wissen soll und wissen muss. Und das ist schon interessant wenn man einmal so herumfragt. Ich komm ja sehr viel herum in verschiedenen Kreisen, Gemeinden, Seminare und Konferenzen usw. Und ich habe manches mal so nur interessehalber so gefragt: Na, wie viele sind da, die schon einmal eine Lehreinheit gehört haben über die Lehre vom Hand auflegen.

Und nehmen wir mal so ein Beispiel, ich habe das viele, viele Male gefragt, da waren meinetwegen drei-, vier-, fünfhundert Leute. Dann sind das deutlich unter 10% gewesen, die überhaupt nur eine solche Lehre je gehört haben. Und ich habe das so gebraucht als ein Beispiel, um zu zeigen: Schau mal, so sind wir im Anfang. Wir denken, wir sind „full gospel“-Leute und wir haben das volle Evangelium, und nur ein Bruchteil von uns hat etwas gehört von diesen Elementen, die ein Babychrist hören sollte! Also wir sind noch noch einmal dem Baby-Stadium entwachsen, und wir haben da noch viel, viel vor uns.

Das ist eine sehr machtvolle Lehre vom Handauflegen, aber darum geht es heute nicht.

Es geht um etwas anderes, was auch hier aufgezählt wird: Die Lehre von den Waschungen oder Taufen. Die Lehre von den Taufen.

Wir reden heute hier über Taufen, was ich eigentlich letzte Mal schon beginnen wollte, aber dann wieder nicht geschafft habe. Heute ist es also dran. Es gibt im Neuen Testament drei Taufen, die erwähnt werden, wovon zwei für uns eine Bedeutung haben. Wir haben dort die Taufe des Johannes, die nur für das Volk Israel war als ein äußeres Zeichen der Umkehr, der Vorbereitung, der geistlichen Vorbereitung auf das Kommen des Messias, das verkündigt wurde durch Johannes, den Täufer. Und auf dass die Menschen dort in großer Breite reagiert haben bis auf die religiösen Leiter, die Pharisäer und Sadduzäer – die wollten nicht. Aber das Volk ist in Scharen gekommen und sie haben geglaubt, dass das von Gott ist. Okay. Das ist ein Sonderfall, der wie wir mit Leichtigkeit nachweisen können aus dem Worte Gottes für uns keine Bedeutung hat.

Dann gibt es die neutestamentliche Wassertaufe, die – wenn sie auch von der äußerlichen Form ähnlich oder identisch war wie die Taufe des Johannes – doch einen ganz anderen Hintergrund hat.

Und dann gibt es die Taufe in den Heiligen Geist.

Okay, und mit diesen beiden wollen wir uns dann heute beschäftigen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (80:00 bis Ende)

 

Ich kann mich erinnern wie ich unter diesen Zwängen war. Ich sitze im Bus und bete und habe eine gute Gemeinschaft mit dem Herrn und ich sage ihm, dass ich ihm dienen möchte und ehe ich noch so weiterbeten möchte – auf einmal fühle ich etwas in mir, und ich denke, das ist Gott jetzt und Er zeigt mir da eine Person gegenüber auf der anderen Reihe im Bus. „Und wenn du mir wirklich gehorchen willst, dann geh hin und sag ihm jetzt von mir“. Und ich dachte, oh Hilfe.

Und dann hab ich versucht darauf zu reagieren, hab mich dann da hingeprügelt, hab mich da hingesetzt. Und jedes Mal wenn ich unter Gesetz, unter Zwang versucht habe, Menschen das Evangelium zu sagen – es war eine Katastrophe! Der Sünder hatte die Salbung, und ich stammelte da meine Sätze runter, und ich konnte förmlich sehen wie er mich anschaute: „Ach, dieser arme Christ. Dieser arme Mensch, der muss jetzt mich bekehren, der muss mich jetzt missionieren. Naja, ich werde ein bisschen zuhören, aber so interessant scheint das nicht zu sein, was er da erzählt.“

Der Sünder hatte die Salbung und ich war wirklich ein Dummchen, ein Doofchen, es war furchtbar. Und hinterher fühlte ich mich kein bisschen besser oder so, weil ich mich zum Gehorsam durchgerungen habe.

Und Gott hat mir gezeigt: Das ist nicht Er, das ist das religiöse, das fromme, das knechtische, falsche Gewissen – das ist nicht der Heilige Geist.

Wenn der Heilige Geist uns treibt – du siehst einen Menschen – du sagst, oh Mensch, der gefällt mir, ich möchte mit dem reden, ich möchte ihm was sagen vom Herrn. Ohne dass du dich überwindest, du bist auf einmal da und ohne dass du dich anstrengst, bist du auf einmal vom Wetter auf einmal beim Herrn.

Und hinterher, du merkst, du hast die Salbung – und er hat den Mund offen und Nase, Ohren, alles offen und sagt: Wow, sowas hab ich noch nie gehört.

Und du bist kreativ, du erzählst vielleicht deinen Bericht wie du zum Herrn gekommen bist, aber es ist so interessant, dass du sagst, wow, wenn ich als Heide das hören würde, ich würde mich sofort bekehren – das klingt so interessant, so lebendig, ich bin ganz begeistert.

Da ist die Salbung! Und der Mensch wird angesprochen.

Und du hast nicht das Gefühl, dass du was besonderes getan hast. Es ist einfach das Leben aus dir heraus gekommen.

Noch ein Segen des Kreuzes: Wir sind der Welt gekreuzigt. Wir sind der Sünde gekreuzigt, der Welt – das sind eben die ganzen Einflüsse von draussen – dem sind wir gekreuzigt. Und wir sind dem Gesetz gekreuzigt. Drei wichtige Bereiche, wo das Kreuz sein ausgiebiges Werk getan hat. Und das Ergebnis davon ist, wir sind total freigesetzt in neuen Dimensionen zu leben.

Und dann hat diese ganze Geschichte des Kreuzes und des Todes und der Auferstehung hat auch noch zu tun mit der neutestamentlichen Taufe. Aber das ist unmöglich hier noch in drei Minuten hineinzubringen. Und ich hab auch schon eine gute Lösung dafür. In Hebräer 6 werden so die grundlegenden Lehren des christlichen Glaubens beschrieben, und da heißt es: Die Lehre von den Taufen.

Also man kann über Taufen lehren, Taufen im Plural, und das nächste Mal lehren wir dann über die Wassertaufe und über die Taufe in den Heiligen Geist. Die Lehre von den Taufen. Und dann haben wir so die Grundbausteine zusammen um dann wirklich endlich loszulegen, wie kann man diese Dinge anwenden: Das Kreuz, die Befreiung von der Macht der Sünde, die Wassertaufe, die Taufe in den Heiligen Geist, wie kann man das anwenden um dann wirklich mit neuem Elan und mit neuer Schubkraft, und mit neuer Sicht von uns selbst wirklich im Alltag etwas neues auch zu tun. Das ist ja das Entscheidende. Wir pirschen uns langsam ran, das muss aber sein. Und dann sind wir gut ausgestattet für den Alltag.

Wir sehen’s auch in den Briefen bei Paulus so: Zum Beispiel denkt an den Epheserbrief. Da werden diese Dinge abgehandelt in den ersten drei Kapiteln. Und früher habe ich immer gedacht, das sind so dichterische Vorspanne. Bis er dann so in Kapitel 4 langsam zum Thema kommt: Nicht mehr lügen und nicht mehr faul sein und nicht mehr stehlen und so diese Sachen und dann kommt die ganze Geschichte mit der Unterordnung und Ehe und so. Und ich dachte immer, die ersten Kapitel – mann, braucht der lange bis er zum Thema kommt! Das ist so dichterisch irgendwie ein bisschen ausgeschmückte Sätze, sehr gepackt, aber irgendwie wenig Substanz.

Und es ist genau anders! Du kannst nicht Epheser 4, Epheser 5, Epheser 6 leben wenn du nicht die ersten drei Kapitel hast. Es ist unmöglich. Das ist die Voraussetzung. Und dort geht es genau um das! Wenn ihr das mal zu Hause lesen wollt – Epheser 1, ab Vers 15: „geöffnete Augen, erleuchtete Augen des Herzens“. Und dann wird beschrieben: das Erbe, die Hoffnung unserer Berufung. Dann wird beschrieben: die gewaltige Kraft Gottes, die Christus aus den Toten geholt hat, die in uns wirksam geworden ist.

Eph 1
15 Deshalb höre auch ich, nachdem ich von eurem Glauben an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört habe, nicht auf,
16 für euch zu danken, und ich gedenke euer in meinen Gebeten,
17 dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst.
18 Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen
19 und was die überragende Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden, ist, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke.
20 Die hat er in Christus wirksam werden lassen, indem er ihn aus den Toten auferweckt und zu seiner Rechten in der Himmelswelt gesetzt hat.

All das sind diese Dinge, die wir hier behandeln. Die sind die Voraussetzung, damit wir dann ohne Krampf und ohne Anstrengung wirklich auf eine entspannte Art und Weise wirklich siegreich leben können. Das ist unbedingt die Voraussetung. Und Römer 6 ist eine Schlüsselwahrheit, die wir unbedingt kennen müssen.

Also, als Hausaufgabe: Lest doch einige dutzend Male Römer 6. Und ladet den Heiligen Geist ein und sagt: „Bitte erklär mir das! Erklär mir, was das bedeutet“. Geh Wort für Wort, Satz für Satz durch mit dem Heiligen Geist und sag: „Der Pastor hat gesagt, da ist der Hammer drin, und ich sehe es überhaupt nicht. Heiliger Geist, öffne mir die Augen!“

Und Er wird kommen und du wirst verstehen, warum ich sage, dass das eines der powerfullsten Kapitel in der ganzen Bibel überhaupt ist.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (75:00 bis 80:00)

 

Das ist die Reaktion – die doppelte Reaktion nach der Aufnahme oder der Zur-Kenntnis-Nahme dieser Wahrheiten: „So auch ihr, haltet euch der Sünde für tot“.

Röm 6,11a
So auch ihr: haltet euch der Sünde für tot

Du kannst dich der Sünde für gestorben halten, weil du der Sünde wirklich gestorben bist. Und auf dieser Grundlage kannst du dann widerstehen.

Röm 6,12
So herrsche nun nicht die Sünde

„So“ soll sie nicht herrschen. Wie? Indem du weißt, was passiert ist. Indem du weißt, dass du dem Machtbereich der Sünde entzogen bist, du bist der Sünde mit ihren Ansprüchen abgestorben. Die Sünde ist immer noch da, aber sie hat keinen Zugriff mehr. Sie hat keinen Zugriff, sie greift ins Leere. Du bist herausgenommen aus ihrem Machtbereich.

Und weil du das als Tatsache erkennst, dass es so ist – nicht: Du versuchst tot zu sein oder so etwas. Davon redet Paulus nicht. Sondern du bist tatsächlich tot! Mausetot der Sünde. Und weil das so ist, und weil du dich darauf stellst, deswegen kannst du dich „dafür halten“, dass du der Sünde gestorben bist. Und das ist eine total andere Reaktion: „Oh, da kommt wieder die Eifersucht – nein, ich darf nicht eifersüchtig sein, das Wort Gottes sagt, das ist Sünde und auf gar keinen Fall will ich mehr eifersüchtig sein, das hat mir schon genügend Probleme gebracht, ich werde nicht eifersüchtig sein, nein, ich werde nicht eifersüchtig sein, ich widerstehe der Eifersucht, weiche von mir, das kommt überhaupt nicht in Frage, ich mache nicht mit“.

Und ehe du dich versiehst – bumms, bist du drin.

Weil du versuchst zu kämpfen. Weil du die Eifersucht überwinden willst – und nirgendwo hast du dafür eine biblische Grundlage. Die Grundlage ist: Ah, da kommt die Eifersucht, interessant, mal sehen, was jetzt passiert. Jetzt ist eine neue Grundlage. Ich weiß, wer ich bin, ich weiß, was passiert ist, ich weiß, welches Leben in mir ist. Und ich sage: Hallo Eifersucht. Ich bin kein Kandidat mehr für diesen Schrott, ich kaufe nichts. Ich lebe in einem neuen Leben, das Leben der Auferstehung, das Leben der Reinheit, das Leben der Liebe, der Vergebung, des Glaubens ist in mir, und ich kann widerstehen auf der Grundlage „ich bin diesen Ansprüchen gestorben“.

Ich bin den gestorben! Das, was die in mir sucht, findet sie nicht mehr, weil der „Leib der Sünde außer Kraft gesetzt ist“.

Röm 6,6
da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen.

Das, wo die Sünde einhaken konnte, das ist nicht mehr da. Der Leib der Sünde, also dasjenige von uns, was eben immer kooperiert hat mit der Sünde. Das ist nicht mehr da.

Und wir halten uns dafür, dass wir für Gott leben.

Wenn du dieses innere Zeugnis haben willst, du gefällst Gott, dann geht das nur auf der Grundlage des Glaubens. Du hast dich ihm hingegeben. Du gehörst Ihm. Und du weißt, dass Er das weiß und Du weißst, dass Er weiß, dass Er das weiß. Das ist total klar.

Nicht als Ergebnis deiner großartigen Anstrengung, sondern du hast dein Leben Ihm gegeben und du hast geglaubt, dass Er das genommen hat und Du lebst für Ihn.

Was nicht bedeutet, dass du ab jetzt fehlerfrei ist, aber dieser Schritt ist vollzogen – ein für alle Mal. Er ist vollzogen.

Und du lebst in einer neuen Dimension mit einem neuen Leben in dir. Und so können wir der Sünde widerstehen. Es gibt noch wichtige andere Aspekte, die eigentlich hierzu gehören, zu der Befreiung von der Macht der Sünde – du siehst es gleich in Vers 14.

Röm 6,14
Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade.

Befreiung von der Macht der Sünde ist nur unter Gnade möglich. Und die Bibel redet davon in Römer 6 am Ende und vorallendingen dann in Römer 7 und auch an anderen Stellen noch des Neuen Testamentes, dass man als Christ sehr wohl unter Gesetz leben kann.

Und unter Gesetz zu leben bedeutet, dass man die Forderungen jetzt als Christ eben die biblischen, göttlichen Forderungen als sehr lebendig und real in sich erlebt und zuckt innerlich zusammen und versucht, diesen Forderungen zu entsprechen. Und man weiß, dass darf ich nicht, das soll ich nicht, da muss ich aufpassen, das nicht und das nicht. Und wer unter dem Gesetz lebt wird immer unter Verdammnis leben.

Und das Gesetz hat seine Macht auch verloren durch denselben Akt des Kreuzes. Wir sind auch durch das Kreuz dem Gesetz abgestorben.

Und des gibt Christen, und ich weiß, wie schrecklich das ist, die sind unter christlichen Zwängen. Sie haben Missionierungszwänge. Und sie versuchen, sich selbst irgendwie zu zwingen, etwas christliches zu tun. Und das ist furchtbar.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (70:00 bis 75:00)

 

Und die Kraft des Kreuzes, dass also der Leib der Sünde außer Kraft gesetzt ist, wird wirksam wenn wir reagieren so wie Paulus das hier beschreibt. Nachdem all diese Wahrheiten entfaltet sind, dann sagt er in Vers 11:

Röm 6,11a
So auch ihr: haltet euch …

… jetzt kommen zwei Dinge, die wir tun sollen. Das sind echte Handlungsanweisungen. Erst kommt die Wahrheit und dann kommt die Anweisung wie wir umgehen sollen oder was wir tun sollen, wie wir uns verhalten sollen nachdem wir Wahrheit gehört haben …

Röm 6,11a
… haltet euch der Sünde für tot …

Und das ist nur der erste Teil.

Röm 6,11b
… Gott aber lebend in Christus Jesus!

Und das ist der zweite wichtige Teil, diese wichtige Nuance geht in der Luther-Übersetzung unter. Da heisst es: „Und nun lebt für Gott“. Und das kann sehr stressig sein!

Bevor du erlebst, dass du für Gott lebst, musst du glauben, „dich dafür halten“ oder „damit rechen“ – das ist ein Wort im Griechischen, was aus der Wirtschaftssprache kommt.

3049. logizomai: sammeln, dazuzählen, etw. [und zwar Fakten] berechnen), aufgrund von Berechnung etw. oder jmdn. bewerten, erachten, ansehen als…, halten für…, jmdn. zu etw. (dazu)zählen, zählen unter…

Also: „kalkuliere messerscharf mit den Fakten“ – so ungefähr auf Hochdeutsch.

„Stelle in Rechnung, dass du der Sünde gestorben bist und zweitens, dass du für Gott lebst.“

Bevor du erlebst und erfahren kannst, dass du für Gott lebst, musst du glauben, dass du für Gott lebst.

Du sagst: „Ja, ich versuche es, ich möchte gerne für Gott leben, aber ich sehe so viele Hindernisse“. Kümmer dich nicht um die Hindernisse, kümmer dich darum, dass das Kreuz wirklich von dir klar gesehen wird, und das Kreuz hat sich ausgiebig und radikal und erschöpfend und endgültig mit den Hindernissen schon beschäftigt. Das Kreuz war sehr wirksam!

Als Christus vom Kreuz herabkam, er war mausetot. Er war mausetot. Das ist der Grund, warum einige Theologen heute dagegen protestieren und sagen: „Nein, er tat nur so! Und als er dann in diese Binden gewickelt wurde, er war zwar schwer angeschlagen, aber er tat nur so um dann das Wunder der Auferstehung vorzutäuschen. Und er war in diesen Kokon eingewickelt und dann einbalsamiert und da hat er drei Tage ausgeharrt, musste sich ein bisschen ausruhen von den Schmerzen und von all diesem Schrecklichen, aber dann hat er sich daraus befreit – halb tot, aber er hat sich daraus befreit. Und dann hat er einen 2 1/2 Tonnen Stein weggewälzt und kam siegreich aus dem Grab hervor.“

Es gibt Theologen, die einen Doktortitel haben und die wollen uns solchen Müll erzählen. Das ist wirklich wahr!

Aber die Bibel sagt um extra einen Profi von diesen römischen Soldaten, von diesem Exekutionskommando – das war ja nicht ihr erster Fall, die haben ja nicht geübt, einen zu kreuzigen, die waren Profis. Und sie waren erstaunt darüber, dass er schon tot sein sollte und sagen: „Ne ne, so einfach können wir das nicht machen, jemand sagt, der ist tot – das geht nicht“. Und sie haben ihm ein Speer reingestochen um zu testen, ob er wirklich tot ist. Und meinst du, er hätte vielleicht alle Zähne zusammengebissen, jetzt nur nicht aufschreien? Jetzt nur nicht zeigen, dass ich in Wirklichkeit noch lebendig bin? Das ist doch hirnrissig so etwas. Er war mausetot! Und das hat ein römischer Henkersprofi überprüft. Da haben nicht die Jünger in der Erwartung, dass man noch irgendwie eine Auferstehung türken könnte, gesagt: „Er ist schon tot, er ist schon tot, lasst das mal. Wir werden ihn jetzt begraben, er ist schon tot“.

Das waren Profis, die haben gesagt: Was habt ihr damit zu tun? Wir testen das. Wir wissen, wann einer tot ist.

Darum gibt die Bibel diese Details: Er war wirklich tot. Und wenn er wirklich tot war, und wenn wir in Christus, mit Christus gekreuzigt sein, dann sind auch wir tot.

Röm 6,6
da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen.

Dank sei Gott für diesen Henker, der professionelle Arbeit geleistet hat. Wir sind wirklich gekreuzigt. Wir sind wirklich gestorben. Wir sind wirklich mit Christus auferstanden zu einem neuen Leben. Das ist Realität. Wenn der Tod real ist und wenn, wie Paulus das sagt, und das ist diese herrliche Identifikation, die beschrieben wird: Wenn wir diese Einheit haben mit seinem Tode, dann ist auch eine Einheit mit der Auferstehung da.

Und diese Einheit mit dem Tode hat sehr viel damit zu tun, dass wir endlich einmal realistisch und vernünftig werden und dass wir aufhören zu denken, na, so schlechte Menschen sind wir auch nicht.

Die Strafe der Sünde ist der Tod!

Röm 6,23
Denn der Lohn der Sünde ist der Tod

So schlechte Menschen sind wir! Und wenn du sagst, „nein, das gefällt mir nicht“. Ich sage es von mir: So ein schlechter Mensch ohne den Herrn bin ich! Und das ist für mich auch gar nicht schwer das zu glauben wenn ich da mal ein bisschen hineinschaue, was ich so alles getrieben habe. Hallelujah.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (65:00 bis 70:00)

 

Er ist doch nur an meiner Stelle dahingegangen! Wenn er da nicht hingegangen wäre, dann hätte ich da gehangen! Ja? Versteht ihr?

Seine Stellvertretung anzunehmen ist eine totale Kapitulation und ein Verurteilen unserer guten Anstrengungen und unserer eigenen moralischen Kraft. Wir können uns nicht erlösen, wir können nicht anständige Menschen sein. Das, was wir getan haben – vielleicht ein Schock für den einen oder anderen – du sagst: „Wieso? Ich war ein so netter Bankangestellter und so braver und freundlicher Reihenhausbesitzer. Du kannst meine Nachbarn rechts und links fragen, ich habe mir nie etwas zu schulden kommen lassen, mein Rasen stand immer auf 2,5 DIN und es war alles bei mir in Ordnung. Top. Also, da kann mir niemand was sagen. Das hat immer alles gestimmt bei mir und ich hatte die besten Beziehungen zu den Nachbarn, zu meiner Umgebung und einmal im Jahr hab ich was für die Caritas gespendet, es war alles tiptop“.

Wenn wir anerkennen, wir sind des Kreuzestodes schuldig, dann sagen wir damit: Es ist nichts zu holen bei uns. Wir sind nicht zu veredeln. Wir sind nicht zu verbessern. Wir brauchen nicht noch ein bisschen kleinen Unterricht und ein klein bisschen christliche Benimmschule und dann ist schon alles irgendwie prächtig. Sondern wir sagen damit: Bei uns ist Hopfen und Malz verloren, wir sind ein hoffnungsloser Fall.

Das sagen wir damit. Und die Kraft der Gnade, die Kraft der Erlösung, die Kraft des Kreuzes wird nur wirksam bei dem, der sich selbst verurteilt in diesem Sinne.

Nur bei dem, der zugibt, bei mir ist nichts zu holen. Und was ich getan habe, ist so schrecklich und so furchtbar, dass es die Todesstrafe mit Recht verdient.

Das war ein schockierender Augenblick als ich verstanden habe, zwischen mir und Adolf Hitler ist kein wesensmäßiger Unterschied. Das war ein schockierender Augenblick. Ich dachte, ich war Pazifist, ich konnte doch keinem Menschen, keiner Fliege was zu leide tun. Ich war doch ein ganz netter Mensch. Love and Peace war unser Motto.

Und Jesus sagt: Aus dem Herzen des Menschen kommen Mord, Unzucht, Unreinheit, Lüge und all das.

Mk 7
21 Denn von innen aus dem Herzen der Menschen kommen die bösen Gedanken hervor: Unzucht, Dieberei, Mord,
22 Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Neid, Lästerung, Hochmut, Torheit
23 alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und verunreinigen den Menschen.

Mt 15
19 Denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken: Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen;
20 diese Dinge sind es, die den Menschen verunreinigen, aber mit ungewaschenen Händen zu essen, verunreinigt den Menschen nicht.

Und ich dachte immer, Jesus sieht so global die Menschheit – da ist der Mörder, da ist der Ehebrecher und da ist der Lügner und da ist der sonstwas – und deswegen fasst er das irgendwie so zusammen und dann sagt er eben: Aus dem Herzen des Menschen kommen eben diese bösen Dinge. Das war meine Idee.

Und als der Herr sagte: „Nein, nein, ich rede von *deinem* Herzen!“ – das war etwas Interessantes. Schockierend, aber wenn wir die andere Wahrheit dazunehmen, dann auch sehr befreiend. Und dann hört es mit der Selbstgerechtigkeit auf und dass wir uns erheben über andere – „wir sind ja nicht so wie dieser Penner“ oder wie dieser sowieso oder wie dieser – sondern wir sind doch schon irgendwie ganz nette Menschen. Wir sind nichts ohne Gott!

Und das ist vielleicht eine der schwierigsten Wahrheiten zu akzeptieren oder zu verstehen. Und die Kraft der Erlösung wird wirksam wenn wir an der Stelle in die Wahrheit kommen. Und wenn du das nicht glaubst oder sagst, „nein, also so herbe und so krass, das tritt mir doch ein bisschen auf den Schlips und das wird meiner guten Schokoladenseite nicht gerecht“ – dann bitte den Heiligen Geist als Geist der Wahrheit dich auch an der Stelle zu führen und zu belehren. Und vielleicht brauchst du noch ein paar Wochen, ein paar Monate oder auch ein paar Jahre deines anständigen Kämpfens, und irgendwann wirst du sagen: „Recht hat er gehabt – bei mir ist nichts zu holen!“

Und das ist einerseits ein bisschen frustrierend, aber andererseits ganz schnell dann leitet es über eben in die neue hoffnungsvolle Wahrheit: „Ja, wenn bei mir nichts zu holen ist, dann brauche ich auch da nicht mehr zu suchen“. Und ich kann endlich aufhören aus eigener Kraft zu versuchen das neue Leben zu produzieren, das ist doch so anstrengend! Alle sind gut drauf, und ich muss so tun als wäre ich gut drauf – das ist doch schrecklich! Das ist doch ein totaler Stress.

Wir müssen nicht so tun als wären wir etwas, wir brauchen nur Erkenntnis, was wir wirklich sind und was wir nicht sind und dann einfach nur zustimmen und diesem Leben Raum geben, diesem herrlichen Leben in uns.

Übrigens, wer diese Schriftstelle hier sucht, Paulus war da total klar:

Röm 7,18a
Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (60:00 bis 65:00)

 

Was sagt der eine? Oder: Beide waren in dieser furchtbaren Situation eben, dass sie verurteilt waren und dass sie an das Kreuz geschlagen waren. Und der eine wandte sich an den Herrn und sagte: „Bist du nicht der Christus, hilf dir selbst und hilf uns!“

Lk 23,39
Einer der gehenkten Übeltäter aber lästerte ihn: Bist du nicht der Christus? Rette dich selbst und uns!

Wir denken, na, das ist doch ein prächtiges Gebet. Ist doch wunderbar. Er wendete sich an den, der helfen kann und sagt: Hilf dir und danach hilf uns auch. Wir würden denken, na prima, ist auf einem guten Wege.

Und was sagt die Schrift? Diese Art von Gebet von Lästerung! Er lästerte Christus.

Und warum kann man erkennen wenn man die Reakton des anderes sieht. Der andere, der sicherlich genauso Schmerzen hatte, der genauso heraus wollte aus dieser schrecklichen Situation – er hat seinen Kumpel zurecht gewiesen und hat gesagt:

Lk 23
40 Der andere aber antwortete und wies ihn zurecht/fuhr ihn an und sprach: Auch du fürchtest Gott nicht, da du in demselben Gericht bist?
41 Und wir zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan.
42 Und er sprach: Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst!
43 Und er sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

Er hat zwei Dinge verstanden: Christus ist ohne Schuld und die Strafe, die ich bekomme, ist eine gerechte Strafe.

Und das ist die Grundlage, dass wir uns zu Gott nahen dürfen. Das ist die Grundlage, dass wir die Hilfe Gottes bekommen. Und nur derjenige – jetzt können wir zurückgehen zu Römer 6 – nur derjenige erfährt die Macht und die ganze Wucht des Kreuzes als ein befreiendes Mittel Gottes, uns von der Sünde und von dem Zwang der Sünde frei zu machen, der sich selbst verurteilt hat. Der gesagt hat: Das Kreuz, das ist eine gerechte Strafe.

So lange du an das Gute und an deine guten moralischen Leistungen und Fähigkeiten in dir glaubst, kann das Kreuz niemals wirksam sein, weil du im Grunde genommen nicht wirklich erlösungsbedürftig dich siehst. Sondern du glaubst, du kannst es alleine. Und so lange du es alleine kannst, brauchst du keinen Erlöser, der es für dich übernimmt und der dich erlöst.

Also hier trifft man den Humanismus im Zentrum. Und daran scheiden sich die Geister. Entweder wir haben einige Probleme, aber wir sind auch gut und wenn die anderen uns endlich mal nett behandeln würden, würde das Gute sich so richtig prächtig entfalten und alle würden sehen, was für ein wunderbarer Mensch wir sind. Unsere guten Seiten, die müssen nur ein bisschen trainiert werden und gebildet werden und ausgebildet werden, dann wird schon alles irgendwie gut. Wenn die anderen nur nicht immer so hässlich zu uns wären!

Dann sind wir in der Selbstgerechtigkeit und wir sagen: Die anderen sind das Problem. Ich bin eigentlich schon ganz weit fortgeschritten, ich bin eigentlich schon ganz prächtig. Und wenn ich noch ein bisschen daran arbeite, dann bin ich schon nahe an der Vollendung. Selbstgerechtigkeit – die Lüge der Selbstgerechtigkeit – eine der Ur-Sünden überhaupt, weil es einfach eine totale Täuschung ist. Die Wahrheit ist: Ein Mensch ohne Gott kann niemals Gott wirklich gefallen, kann niemals gemäß des Maßstabs des Wortes Gottes leben – das ist total unmöglich.

Es braucht Gott um Gott zu dienen. Es braucht die Kraft Gottes, um Gott zu dienen. Das ist, warum Gott sich bei Abraham so vorgestellt hat: Ich bin der allmächtige Gott, wandele vor mir und sei fromm.

1 Mose 17,1
Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei fromm.

Das gehört zusammen. Den allmächtigen Gott braucht man um vor ihm zu wandeln. Um Gott zu lieben wie die Bibel sagt, dass man Gott lieben soll, dazu braucht es Gott.

Und es ist totale humanistische Täuschung zu denken, wir könnten das aus uns selbst heraus. Und das Kreuz wird nur wirksam bei dem, der gesagt hat und der anerkannt hat: Die Strafe ist gerecht – was ich verdiene für mein Leben, ist das Kreuz.

Denn wenn ich glaube wirklich, das sagen wir ja so bei der Bekehrung: „Ich danke dir, dass du für mich gestorben bist“ – so dem Sinne nach. Ob man das nun jedes Mal so formuliert, das spielt keine Rolle, aber das ist ja der Inhalt: Christus ist für uns gestorben. Das bedeutet doch: Das Kreuz war eigentlich für mich!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (55:00 bis 60:00)

 

Wir sind deswegen nicht begeistert wenn wir das leben, weil wir das gar nicht verstehen! Weil wir noch gar keine Ahnung haben, was das eigentlich für unglaubliche Schätze sind, die uns da anvertraut worden sind. Paulus redet von irdenen Gefäßen, Schätze beherbergen.

2 Kor 4,7
Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit das Übermaß der Kraft von Gott sei und nicht aus uns.

Und eins der Schätze ist das Leben der Auferstehung. Und Paulus sagt, der so viel erlebt hat mit diesem Leben der Auferstehung, er sagt, er streckt sich aus und er betet dieses Auferstehungsleben zu erkennen.

Phil 3
10 um Ihn zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, indem ich seinem Tod gleichförmig werde,
11 damit ich zur Auferstehung aus den Toten gelange.
12 Nicht dass ich es schon erlangt hätte oder schon vollendet wäre; ich jage aber danach, dass ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin.
13 Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, dass ich es ergriffen habe; eines aber [tue ich]: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt

Wie viele uns beten das regelmäßig? Ich möchte die Kraft der Auferstehung kennenlernen. Ja, das ist der Grund, warum wir das so wenig unter uns haben. Weil wir alles mögliche beten, aber nicht das, was die Bibel sagt, was da gebetet wurde. Und mein Vers ist immer der, wenn wir zurückkommen zu biblischen Gebeten und um das beten, was in der Bibel gebetet wurde, werden wir auch zurückkommen zu biblischen Erfahrungen. Wir beten alles mögliche, aber nicht das, was in der Bibel gebetet wurde. Und darum erleben wir so wenig diese Dinge.

„Der Sünde gestorben“ – das ist das große Geheimnis.

Röm 6,2b
Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben?

Die Sünde ist lebendig, und wir sind durch Gottes wunderbares Eingreifen der Domäne, dem Machtbereich der Sünde entzogen.

Weil eben der, der die Sünde produziert, der Sünde, hingerichtet wurde. Unser Kampf gegen die Sünde, wenn wir nicht auf der Grundlage des Wortes sind, ist so ähnlich wie jemand, der versucht an einem Obstbaum irgendwie, den er da irgendwo sieht im Wald, der sich alleine ausgesät hat – Kirschbaum oder so – gibt’s ja, wenn man spazieren geht besonders so im Frühjahr wenn sie blühen, dann kann man sie entdecken. Und du sagst: Oh, wunderbar, ein Kirschbaum, hier mitten im Wald, das gehört niemandem, im Juni komm ich wieder und dann werde ich die Kirschen ernten.

Und dann sind sie da und schön rot, aber sie sind sehr klein und sie schmecken überhaupt nicht – total sauer. Und fast kein Fleisch – nur Kern und ein bisschen Haut drüber.

Und du sagst, aha, ich bin ein geschickter Gärtner, das kriegen wir hin, im nächsten Frühjahr werde ich all die verkehrten, kleinen, falschen Früchte abknipsen. Da kannst du auf den ganzen Baum rumsteigen und kannst alle falsche Früchte abknipsen. Das geht bei dem Baum sogar noch, aber nehmen wir das als Bild für den Kampf gegen die Sünde: Du kannst alles abknipsen – selbst wenn du erfolgreich wärst, dann hast du immer noch nicht das Gute. Du hast immer noch nicht die guten Früchte, du hast es vielleicht geschafft, dass die schlechten Früchte irgendwie verhindert worden sind, was nicht wirklich funktioniert mit der Sünde. Aber der erfahrene Gärtner sagt: Nein, hier muss was ganz anderes hin, wird müssen den Baum abhauen!

Aber nicht ganz! Sondern wir lassen den Stumpf stehen und dann pfropfen wir Zweige von einem guten Baum hinein und lassen die sich verbinden mit dem alten Baum und dann strömt das Leben da hindurch und dann kommen neue Blüten, neue Früchte und siehe da! Auf einmal hat man die wunderbarsten Piemont-Kirschen oder irgendetwas anderes.

Und das ist ein Bild für das göttliche Leben. Gott sagt, der Sünder, so lange der Sünder lebt, der wird immer diese schlechten Früchte produzieren. Und man kann versuchen noch die ganz schlechten auszulesen, aber es ist immer noch nicht das richtig gute. Und Gottes Lösung ist, den Baum abzuhacken. Der Sünder wird hingerichtet. Etwas neues wird eingepfroft und das ist das Leben aus Gott. Und das bringt diese Frucht hervor.

Wir haben schon diese Erfahrung, diese Realität gemacht. Und nur aus dem Grunde, weil wir es nicht verstehen, weil wir es nicht angenommen haben, deswegen erleben wir so wenig die Frucht davon. Deswegen erleben wir nicht die Auswirkungen davon.

Wir sind der Sünde gestorben, sagt das Wort Gottes. Der alte Mensch ist mitgekreuzigt worden.

Röm 6,6
da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen.

Als ich als junger Christ, da war ich vielleicht so 2, 2 1/2 Jahre Christ, merkte ich, irgendwelche Geheimnisse sind hinter diesen mysteriösen Worten. Dann hab ich sehr darüber nachgedacht und habe irgendwie versucht herauszufinden. Und dann sprach der Heilige Geist zu mir und hat mir einen Schlüssel gegeben das zu verstehen. Und er hat gesagt: Mit Christus mitgekreuzigt – sind nicht damals auch mit Christus buchstäblich zwei Menschen mitgekreuzigt worden?

Und ich ging hin zu dieser Schriftstelle im Lukas-Evangelium und hab mir das angeschaut von diesen beiden Verbrechern, die rechts und links von Christus mit ihm zusammen gekreuzigt wurden.

Lk 23,33
Und als sie an den Ort kamen, der Schädelstätte genannt wird, kreuzigten sie dort ihn und die Übeltäter, den einen zur Rechten, den anderen zur Linken.

Und wenn du dir das genauer anschaust, dann hast du den entscheidenden Schlüssel.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (50:00 bis 55:00)

 

Aber es drückt etwas aus, hört mal zu. Die Frage ist die, angesichts der Landung der Amerikaner auf dem Mond 1969, Aldrin, Armstrong, Collins – die waren dort oben, ja? Sind mit ihrem Ding da gelandet auf dem Mond, haben da eine Fahne in den Sand gesteckt und auch sonst ein bisschen Müll dort hinterlassen, haben ein paar Steine mitgebracht und Fußspuren hinterlassen da auf dem Mond usw. Jetzt ist die Frage: Warum hat seit diesem denkwürdigen Tage die Sonne keine Angst, dass dasselbe bei ihr auch geschehen könnte?

Das ist, was ich meine, mit den etwas primitiven Beispielen.

Aber das Beispiel, das ist gar nicht so doof. Warum hat die Sonne keine Angst? Weil sie so weit weg ist? Nein, man könnte sagen: Die Technologie schreitet vor, wir werden den Menschen einfrieren und auf die lange Reise schicken und irgendwie ihm einen Automaten mitgeben, dass, wenn er dann ankommt oder durch die Sonnenwärme, dann wird er alleine wieder wach und munter und dann startet er seine Sonnenexpedition. Warum hat die Sonne solche Ängste nicht?

Weil sie weiß, was sie ist. Weil sie weiß, was sie hat: Pure Energie. Und wenn da so ein Fahrzeug daherkäme mit ihren tollkühnen Männern in ihren fliegenden Kisten und würde auch nur dicht genug herankommen an die Sonne – sie würde immer noch nicht in Panik geraten. Sie ist pure Energie, sie ist Leben, sie ist totale Power. Sie bleibt total gelassen. Sie sagt: Lass sie kommen, lass sie noch ein bisschen dichter kommen. Ja, noch ein paar Meter, und dann wollen wir mal schauen, was passiert.

Und was passiert? Piff, macht es. Und dieses Sonnenfahrzeug ist verdampft. Vielleicht macht es dann noch einmal „Piff“ und dann ist der Dampf verdampft. Und dann ist die ganze Aktion beendet. Weil es pure Energie ist, pure Power ist.

Und ihr Lieben, das ist ein Bild für mich für Christus aus dem Tod. Er ist souverän, er sitzt nicht im Himmel und versucht morgens in seiner stillen Zeit sich fit zu machen, geistlich aufzubauen gegen die Grippe. Er hat gehört, die Hongkong-Grippe grassiert und ein paar Viren sind auch schon irgendwie ins All geflogen mit den Kosmonauten und jetzt schwirren sie da oben rum und bedrohen auch die himmlischen Thronsäle. Er ist locker! Er sagt: Lass sie kommen. Hier ist Leben, hier ist Leben aus dem Tod. Ein Krankheitskeimchen, das nur den himmlischen Pforten zu dicht kommt – Piff! Ohne dass man ein großes Abwehrprogramm starten muss, weil einfach die pure Gesundheit, pures Leben, pure Energie ist.

Gott ist souverän, er regiert. Und wir brauchen durch den Heiligen Geist, und das versucht Paulus hier zu sagen, Christus, er ist aus dem Tod gekommen. Er hat den Tod hinter sich gelassen, der Tod hat’s nicht überlebt. Seitdem Christus aus dem Grab kam, ist der Tod nicht mehr das, was er vorher war.

Und Christus hat ein solches Leben bekommen aus dem Tode, dass nie wieder dieser Vergänglichkeit unterworfen werden kann, nie wieder! Das ist total unmöglich.

Und das ist Sieg. Dieses Leben einfach in sich selbst. Das muss man nicht hervorbringen oder irgendwie hochtrainieren oder irgendwie versuchen aktiv sein zu lassen. Es ist ungeheuerlich aktiv! Und unser Leben, viele Male, oder unser Problem als Christen ist: Wir versuchen siegreiches Leben mit irgendwelchen Formeln, mit irgendwelchen Methoden, mit irgendwelchen verkürzten Theologien oder irgendetwas zu erzeugen. Und damit fallen wir schon flach auf die Nase, weil dieses Auferstehungsleben kann niemand erzeugen. Du kannst es auch nicht hervorbringen. Du kannst nur eins tun: Anerkennen, es ist in dir und Bahn machen und ihn wirken lassen und ihn hervorkommen lassen.

Das ist, was Paulus sagt und ich glaube, wir sind alle erst ganz am Anfang zu verstehen, was Paulus sagt: Christus ist mein Leben. Nicht mehr ich lebe, Christus in mir.

Gal 2,20a
und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir

Das ist eine der kraftvollsten Offenbarungen im Worte Gottes und ohne dass ich irgendwie beanspruche irgendwie ein Prophet zu sein. Ich sage dir eins: Wir werden in dieser Hinsicht, was es bedeutet, dass wir Gottes Leben in uns haben, die Kraft der Auferstehung und das Christus unser Leben ist – wir werden noch sehr dramatische Entwicklungen und Erfahrungen und Veränderungen machen durch diese Wahrheiten.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (45:00 bis 50:00)

 

Und dann kann ich sagen: Ach, Paulus, wenn du gewusst hättest, wer da hinten hinter der letzten Säule sitzt, dann hättest du diesen Brief nicht geschrieben – oder nicht so – dann hättest du geschrieben „ihr Gemeinde von Rom, ihr seid gehorsam geworden von Herzen mit Ausnahme von dem Henkel da hinten. Bei dem fehlt’s noch“.

Aber jetzt ist es so geschrieben, jetzt ist es gültig, und was aus dem Munde Gottes hervorgegangen ist, wird nicht geändert.

Mt 24,35
Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Ps 89,35
Ich werde meinen Bund nicht entweihen und nicht ändern, was hervorgegangen ist aus meinen Lippen.

Was habe ich zu tun? Ich kann nichts anderes tun als zu sagen: „Gott, dein Glaube ist groß! Ich nehme dieses Wort, ich darf mich nicht von deinem Wort distanzieren, ich danke dir, auch wenn ich es nicht begreifen kann, aber du bescheinigst mir durch diesen wunderbaren Apostel und Diener des Herrn – ich BIN schon, ich versuche es gar nicht mehr, ich bin’s ja schon – gehorsam geworden von Herzen“.

Ich habe keine andere Wahl als das Wort anzunehmen. Und jedes „ja, aber …“ muss ich zum Schweigen bringen, weil Gott ist Gott und Gott kann sagen über mein Leben, was er will. Und wenn Gott sagt, ich bin gehorsam geworden von Herzen, dann kann ich nicht alle meine Erfahrungen der letzten 24 Stunden nehmen und auffahren und sagen: Schau mal, deswegen und deswegen und deswegen und deswegen kann das doch gar nicht wahr sein. Sondern Erfahrungen sind Erfahrungen, aber Gott sagt, ich bin es geworden.

Und indem ich das annehme und mich demütige unter das Wort Gottes wird Glaube einfach zu einer Erfahrung. Die Kraft Gottes wird freigesetzt durch Glauben. Und das ist ein wichtiges Gesetz im Worte Gottes: Bevor wir etwas neues erleben auf der Grundlage des Wortes, müssen wir das Wort glauben. Bevor wir etwas neues erleben gemäß dem Wort müssen wir glauben, müssen wir das, diesen konkreten Segen wirklich glauben.

Und viele versuchen gehorsam zu sein bevor sie glauben, dass sie gehorsam schon geworden sind. Und das ist ein sehr mühsames Geschäft oder – um gleich jede Hoffnung zu nehmen – es funktioniert nicht. Es funktioniert nicht! Wenn du sagst, oh, ich werde mich sehr anstrengen damit ich auch eines Tages das über mich sagen kann, dann ist diese Befreiung von der Macht der Sünde nicht ein Gnadengeschenk, das Christus für dich erworben hat am Kreuz, sondern es ist etwas, was du erwerben möchtest. Und da muss ich dir sagen, du wirst es nicht schaffen! Du wirst es nicht schaffen. Du kannst es dir nicht verdienen. Du kannst dich nicht anstrengen, du kannst dich nicht abmühen. Es kann dir nur geschenkt werden. Und wenn es dir nicht als Geschenk – oder wenn du es nicht als Geschenk nimmst, dann wirst du es nicht erleben. Du wirst leer ausgehen.

Und hier wird davon berichtet: Wir sind der Sünde gestorben.

Röm 6,2b
Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben?

Der Sünde gestorben! Wir gegenüber der Sünde. Das ist ganz wichtig, dass wir das verstehen. Nicht die Sünde ist gestorben, sondern wir der Sünde. Und das wird verglichen mit dem Bild Christus im Tode und dann zu neuem Leben. Christus zu neuem Leben! Und so heißt es ja dann hier auch: „Christus aus den Toten auferweckt, er stirbt nicht mehr“.

Röm 6,9
da wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn.

Er stirbt nicht mehr! Warum? Weil er schon gestorben ist. Und das hat dem Tod so wenig bekommen, dass danach der Tod keine Kraft hatte ein zweites Mal zuzuschlagen. Der Tod, indem er zugeschlagen hat, bei unserem wunderbaren Herrn, hat sich übernommen und hat sich das Genick dabei gebrochen und das war’s. Und deswegen kann Christus nicht noch einmal sterben.

Und er lebt eben hoch erhoben über allen seinen Feinden und er hat ein Leben in sich, das einfach gewaltig ist. Er hat ein Leben in sich, das stärker ist als der Tod, stärker ist als die Sünde, stärker als alles Negative. Und dieses Leben in ihm fließt heraus und umgibt ihn und schützt ihn und es trägt ihn. Nicht er muss sich kümmern, dass dieses Leben aufrecht erhalten wird. Und wenn wir verstehen, dass Gnade uns trägt und wir nicht mühsam die Gnade irgendwie hochhalten müssen – dann haben wir einen wichtigen Schlüssel gefunden zu siegreichem Leben.

Christus ist in einer Dimension des Lebens, wo der Tod ihm nichts mehr anhaben kann. Nicht eine geographische Entfernung – eine qualitative Entfernung! Und an dieser Stelle gebrauche ich immer ein sehr blödsinniges Bild. Wenn wir hier weiter fortfahren im Grundlagenseminar wirst du entdecken, dass meine Beispiele immer ein sehr intellektuell niedriges Niveau haben, aber ich möchte hinzufügen, dass ich Abitur habe.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (40:00 bis 45:00)

 

Davon kann nicht die Rede sein, dass auf einmal aus der Niederlage, indem man ein neues, frommes Mäntelchen drüber macht, dann irgendwie daraus ein Sieg wird! Und wir dann sagen: Ja, die Niederlage ist mein Sieg und wenn ich schwach bin, dann bin ich stark – irgendwie so – und meine Schwäche ist dann in Gottes Augen die Stärke oder soetwas. Davon kann nicht die Rede sein!

Gott sagt: Wir sind der Sünde gestorben. Wie sind wir der Sünde gestorben? Indem wir mit Christus mitgekreuzigt worden sind.

Das macht doch überhaupt keinen Sinn für unseren Verstand! Wie können wir mit Christus, der vor 2000 Jahren gekreuzigt wurde, wie können wir mit ihm, die wir doch alle zu der Zeit noch gar nicht auf der Erde waren, mit ihm mitgekreuzigt worden sein?! Das verstehe ich nicht.

Ich auch nicht. Ich bin jetzt fast 20 Jahre Christ, das hab ich noch nie verstanden. Und ich habe aufgehört darüber nachzudenken, mir versuchen das irgendwie klarzumachen, das kann man nicht verstehen! Aber man kann das glauben, und man kann sagen: Gott, was immer du sagst. Wenn du mir demnächst im Wort offenbarst, Jona hat den Fisch verschluckt – mir ist alles egal, ich gehöre dir und du trägst die Verantwortung.

Natürlich stehen da keine naturwissenschaftlichen Blödsinnigkeiten drinne oder soetwas. Gott mutet uns das nicht zu, bitte nicht den Verstand an der Garderobe abgeben. Ganz und gar nicht. Aber es gibt einige Aussagen im Worte Gottes, die nur per demütiges Annehmen eine Realität werden. Es gibt keinen anderen Weg. Gott hat es irgendwie – und ich weiß nicht wie – fertig gekriegt, etwas zu tun in Christus vor 2000 Jahren am Kreuz, und das ist auch wirksam für uns. Und was da geschehen ist: Der alte Mensch ist mitgekreuzigt worden und so sind wir – wie das Paulus eben sagt – der Sünde abgestorben.

Röm 6,2b
Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben?

Paulus redet nicht davon, nach viel Fasten, viel Beten und Jahrzehnten des treuen Dienens ist er zu dieser wunderbaren Stufe gekommen, sondern er sagt: „Wir“. Er sagt das von einer Gemeinde, die er nie besucht hat. Das ist so tröstend. Ich hab mir das immer vorgestellt, wenn er dann solche Wahrheiten sagt, z.B. in Röm 6,17: „Ihr seid gehorsam geworden von Herzen“.

Röm 6,17
Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde wart, aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Bild der Lehre, dem ihr übergeben worden seid!

Und das ist wiederum nicht eine – das hat Paulus nicht an die Gemeinde geschrieben, nachdem er die Personalakten studiert hat und in das Leben jedes einzelnen hineingeschaut hat, sondern das hat er geschrieben auf der Grundlage seiner Offenbarung, was der neue Mensch ist, wie wir geschaffen sind von Gott, was für eine Motivation, was für ein Verlangen in uns ist, weil das Leben aus Gott in uns ist. Der neue Mensch – Epheser 4 – ist nach Gott geschaffen.

Eph 4,24
und den neuen Menschen angezogen habt, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Und diese schönen grundsätzlichen Dinge eben schreibt Paulus in Bezug auf diese Gemeinde, die er ja nicht gesehen hat, zumindestens nicht zu dem Zeitpunkt als er das geschrieben hat. Rom, ja, große Gemeinde, weiß ich nicht, 25, 30, 40 oder wieviel Tausend Christen, und dann irgendwann sonntags in den verschiedenen Versammlungsstätten, und dann wird das vorgelesen, der Brief von Paulus. Bruder Paulus hat uns wieder einen Brief geschrieben, der muss vorgelesen werden der ganzen Gemeinde von Rom. Und dann ist da irgendwie so ein Versammlungsraum von wenigen hundert Menschen, und ich natürlich als das letzte Licht der Gemeinde sitze hinten irgendwie hinter der Säule, dass ich ja nicht zu dicht irgendwie an das Adlerauge des Pastors gerate und er dann wieder den totalen Durchblick hat oder vielleicht noch verstärkt mit Geistesgaben, was mit mir alles nicht in Ordnung ist. Also stehst du da ganz hinten und denke, Mensch, ich weiß gar nicht, ob ich würdig bin überhaupt nicht in diese schöne Gemeinde zu gehen, alles so wunderbare Menschen und dann so einer wie ich dazwischen. Ja, wirklich, ein Problem nach dem anderen, mit mir selbst und ich weiß überhaupt nicht, ob ich noch jemals irgendwie klarkomme, ich weiß auch gar nicht – ich bin schon so verwirrt von meinen Niederlagen – was ich überhaupt noch will, ob ich Gott dienen will oder was eigentlich mit mir los ist.

Und dann kommt der Brief von Paulus: „Ihr seid gehorsam geworden von Herzen!“ Und da klingelts bei mir da ganz hinten hinter der letzten Säule.

Paulus, unter der Inspiration des Heiligen Geistes, sagt: „Wir“ – und damit auch ich – bin gehorsam geworden von Herzen. Und das war so inspiriert, dass der Heilige Geist gesagt hat, ist in Ordnung, kommt ins Buch, bleibt drin, ist gültig. Das ist das Wort Gottes.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (35:00 bis 40:00)

 

Röm 6,6a
da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist

Der alte Mensch – das ist der, der die Sünde produziert. Das ist das, was du bist oder was du warst ohne den Herrn. Der in seiner eigenen Art und Weise gelebt hat. Diese alte Natur, das alte in uns, wo der Sitz der negativen sündhaften Energie war, der alte Mensch ist mitgekreuzigt worden.

Bitte lasst uns hier grammatikalisch ganz genau sein – das ist schon, wie man so sagt, vollendete Vergangenheit. Es ist schon vollendete Vergangenheit, Hallelujah. Unser alter Mensch ist mitgekreuzigt worden.

Röm 6,6b
damit der Leib der Sünde abgetan sei

das ist wenn du das mal anatomisch nehmen willst, wobei das ja natürlich nichts Physisches ist – der Leib der Sünde, der Sitz, wo die Sünde halt ihr Hauptquartier hat und von wo alles ausgeht – ist abgetan oder Griechisch: „außer Kraft gesetzt“ (2673. katargeó). Und jetzt gibt’s bestimmt welche, die fühlen und sagen: „Also das scheint bei mir irgendwie nicht ganz funktioniert zu haben. Vielleicht hat man im Zuge einer Massenabfertigung bei mir nicht richtig irgendwie zugeschlagen oder die Nägel falsch eingeklopft oder irgendwie scheine ich das alles überlebt zu haben, das Ganze, denn dass der Leib der Sünde außer Kraft gesetzt ist – davon kann nun wirklich bei mir überhaupt nicht die Rede sein. Wort Gottes schön und gut, aber ich muss ja auch wahrhaftig bleiben und muss auch schon sagen, also dass der Leib der Sünde außer Kraft gesetzt ist, das mag für Apostel Paulus zutreffen und vielleicht noch für Pastor Margies, aber ansonsten denke ich, ist das doch ein bisschen zu hoch gestochen. Sicher, wir eifern dem nach, wir streben danach, dass wir mehr und mehr die Sünde überwinden und wir kämpfen auch und wir geben unser Letztes, nach der Devise „try it harder“ und wir sind sehr bemüht, aber dass wir jetzt einfach so diesen Kampf der Sünde sozusagen einstellen und die Niederlage dann für Sieg erklären, das kann es jawohl nicht sein“.

Eine Wahrheit, die Gott uns offenbart, die im Gegensatz zu unserer Erfahrung steht, muss als Wahrheit erkannt werden, im Glauben ergriffen werden, und Glaube – das Wesen von Glaube ist immer, dass es im Sichtbaren etwas gibt, was dem entgegenspricht. Immer. Das ist Glaube. Sündenvergebung ist etwas, was wir durch Glauben haben.

Die Bibel sagt: Wenn wir unsere Sünde bekennen, dann ist er treu und gerecht, dass er vergibt und reinigt.

1Joh 1,9
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.

Der Herr vergibt dir, nachdem du bekannt hast. Und wenn du noch nicht viel über Glauben weißt, am Anfang deine Seele noch sehr wenig in den Wegen Gottes diszipliniert ist, was wird passieren? Die Schuldgefühle sind immer noch da!

Und dann kannst du zwei Dinge tun. Entweder sagen: „Nein, das Wort Gottes ist wahr, Gott hat mir vergeben“ und die Schuldgefühle machen einen letzten kleinen Protest: „Aber wieso? Wir sind ja noch da. Das ist der Beweis, dass dir nicht vergeben wurde!“ Dann können wir sagen: „Ich bleibe beim Wort Gottes, und das heißt, ihr seid nicht mehr lange da! Schuldgefühle Auf Wiedersehen oder Auf Nimmer Wiedersehen“.

Ich kann das Sichtbare nehmen und mich mit dem Sichtbaren verbinden gegen das Wort oder ich kann das Wort nehmen, mich gegen das Sichtbare – und Gefühle nach biblischer Ordnung gehören zum Sichtbaren. Witzigerweise. Du sagst: „Kann ich doch nicht sehen“, aber sie gehören zur sichtbaren Welt. Du kannst dich mit der Wahrheit des Wortes gegen deine alten Stimmungen, Innenerfahrungen, seelischen Regungen stellen und kannst so erleben, dass du Veränderungen erlebst.

Also, wenn wir Sündenvergebung als Glaubensgeschenk empfangen, ist es sogar zwingend notwendig, in dem Moment, wo wir im Glauben empfangen, dass noch die Schuldgefühle da sind. Sonst brauchen wir es ja nicht mehr zu glauben.

Und wenn wir diese Wahrheit erleben wollen, dass wir mit Christus gekreuzigt sind, und wir haben aktuell in Hülle und Fülle die Erfahrung, dass die Sünde noch sehr lebendig ist, ja, dann haben wir schon die Voraussetzungen, dass wir wirklich glauben können.

Macht das Sinn, ja? Wir stellen uns auf die Wahrheit des Wortes Gottes gegen das, was wir erleben. Damit wollen wir nicht leugnen, dass das was unschön ist, was hässlich ist, was sündig ist, dass das auf einmal nicht da wäre – darum geht es überhaupt nicht. Das ist ein Glauben im Hinblick auf unsere nächsten Erfahrungen, das ist ein Glaube auf die Zukunft gerichtet, nicht ein Glaube, der sozusagen den jetzigen Mangelzustand, die jetzige Niederlage umdeklariert.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (30:00 bis 35:00)

 

Wir können nicht mit Willenskraft, mit Anstrengung, Sünde überwinden. Und wenn wir das versuchen, wir werden baden gehen. Wir werden erleben, die Sünde ist stärker. Die Sünde ist nicht etwas, was wir mit unserer Kraft überwinden können.

Und die Passage hier in Römer 6, die handelt davon, dass es eine Erlösung von der Macht der Sünde gibt. Hör mal wie es hier geschrieben ist:

Röm 6,6b
… dass wir der Sünde nicht mehr dienen.

Der Sünde nicht mehr dienen – das ist das Ergebnis dieser Lehre hier, die wir in Römer 6 uns heute anschauen – der Sünde nicht mehr dienen. Wie kommt das zustande? Es kommt zustande durch Wissen und durch Erkennen. Erkennen dessen, was der Herr für uns und mit uns schon getan hat. Die Bibel redet davon, er hat etwas an uns und in uns und mit uns getan. Und wenn wir uns anschauen – ohne Bibel, ohne Heiligen Geist – wir würden niemals darauf kommen, dass er das getan hat. Wir werden sagen, „oh Herr, erlöse mich von der Sünde, befreie mich, das ist furchtbar. Ich kämpfe hilflose Kämpfe und ich komme nicht durch, tue etwas!“

Aber hier haben wir etwas total anderes: Wir sollen erkennen, was schon geschehen ist. Rückblickend, zurückschauen zum Kreuz, zurückschauen zu unserer Bekehrung und zu dem, was dort Gott in uns hineingepflanzt hat.

In Römer 6,2 finden wir diesen interessanten Ausdruck, und den müssen wir sehr genau zur Kenntnis nehmen: Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie sollten wir noch in ihr leben?

Röm 6,2b
Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben?

Der Sünde gestorben sein! Bitte achte darauf, dass du es ganz genau mitbekommst: Hier steht nicht, dass die Sünde gestorben ist. Als ich ein junger Christ war, ich hab das alles irgendwie sehr oberflächlich so gelesen, hörte nur irgendwas von „der Sünde absterben“ oder so etwas. Und dann dachte ich, jawoll, die Sünde muss sterben. Dann hab ich gebetet, dass die Sünde stirbt. Und ich hatte den Eindruck, je mehr ich betete, um so lebendiger wurde sie. Und dann dachte ich, aha, das Gebet muss mit Fasten verstärkt werden. Da hatte ich was über Fasten gehört. Dann habe ich zu meinem Gebet dann Fasten hinzugetan. Und dachte, ja, durch Fasten und Beten, so wird also dann die Sünde irgendwie ausgerottet.

Und je mehr ich in diese Richtung gegangen bin, um so schrecklicher wurde es. Dann hörte ich noch ein paar andere Lehren über Zerbruch und „Gott will uns zerbrechen“ und lauter solche Dinge, und ich betete Horror-Gebete: „Gott, zerbrich mich!“ – und ich sage dir, du kannst solche dummen Gebete beten, der Teufel sagt: Jawoll, Amen, das wird gleich erledigt! Er steht daneben und er wird dir gerne dieses Gebet erhören. Du wirst durch die Hölle hier auf Erden gehen, bitte bete nicht so einen Quatsch.

Gott will nicht deinen Willen zerbrechen, Gott will deinen Willen aufrichten und stark machen. Nirgendwo findest du im Worte Gottes, dass Gott deinen Willen zerbrechen will. Nirgendwo.

Also, ich will das nur sagen, damit du nicht dieselben Fehler machst wie ich. Das war so schrecklich, dass ich sage, eigentlich reicht es und das muss nicht noch einmal wiederholt werden. Weil es funktioniert wirklich nicht.

Nicht unsere Aufmerksamkeit ist auf die Sünde gerichtet, dass wir versuchen, die Sünde zu bekämpfen, die Sünde auszurotten, sondern unsere Aufmerksamkeit sollte darauf bestehen, dass wir erkennen, was geschehen ist.

Gott ist ein radikaler Gott, ein erfolgreicher Gott, wie ich das schon versucht habe herauszustellen und noch mehr herausstellen werde. Und er weiß eins: Das Problem ist nicht die Sünde, sondern das Problem ist der Sünder. Das Problem ist der Sünder.

Und Gott hat eine sehr wirksame Methode mit der Sünde fertig zu werden, und das ist die Hinrichtung des Sünders. Das macht sehr viel Sinn, oder? Wenn der Sünder hingerichtet ist – es wird jetzt sehr still, weil du jetzt etwas befürchtest – aber ich werde dir gleich erklären, du musst keine Angst haben, das Evangelium bleibt auch heute das Evangelium, immer noch frohmachende Botschaft, und du hast nicht eine Hinrichtungsstätte für dich vorbereitet, sondern die Bibel redet davon, dass wir bereits gestorben sind. Wir sind der Sünde gestorben!

So lange der Sünder lebt, wird er Sünde produzieren – ganz einfach. Und Gott sagt: Machen wir kurzen Prozess, beenden wir das schreckliche Spiel, richten wir den Sünder hin und dann ist das Problem der Sünde auch erledigt. Und so hat Er es schon, und das ist die gute Botschaft – Er hat es schon mit uns getan. In Christus – als Christus hingerichtet wurde, sind auch wir mit ihm zusammen gestorben.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (25:00 bis 30:00)

 

Und interessanterweise schreibt hier Paulus über das Kreuz, der ja wie wir wissen nicht einer der Jünger Jesu war. Als Jesus gekreuzigt wurde, Paulus war nicht dabei. Aber später hat er Offenbarung als der Herr ihm begegnet ist und ihn total verwandelt hat und er von einem Christenverfolger dann zu einem Diener des Herrn geworden ist. Der Herr durch seinen Heiligen Geist hat ihm offenbart, was am Kreuz geschehen ist, was man mit den Augen nicht wahrnehmen kann. Das ist interessant, dass das allerstärkste des Kreuzes von jemandem geschrieben ist, der beim Kreuzigungsvorgang gar nicht dabei gewesen ist.

Geistliche Wahrheiten kommen per Offenbarung oder sie kommen gar nicht. Du kannst daneben stehen und es mit physischen Augen sehen und du begreifst überhaupt nichts. Es wird entweder durch den Heiligen Geist dir offenbart oder du verstehst nur Bahnhof. Das ist die Alternative. Es gibts nichts dazwischen. Du kannst es dir nicht anlernen, du kannst fünf Jahre Theologie studieren und versuchen, das zu begreifen – das ist dir mit akademischen Möglichkeiten nicht zugänglich!

Das ist das große Problem von einer Theologie, die meint, indem man historische Fakten wälzt und Texte analysiert oder so, würde man zu lebendigen fruchtbringenden Erkenntnissen kommen. Aber die Bibel ist das einzige Buch, das nur in einer Freundschaft mit dem Autor verstanden werden kann.

Nur wenn du eine Freundschaft zum Autor hast, kannst du die Bibel verstehen. Sonst liest du Buchstaben und verstehst Bahnhof oder verstehst irgendetwas, was du meinst, was es sagen könnte, aber du wirst in die Irre gehen. Und viele sind vor dir in die Irre gegangen, und du wirst nicht in die Irre gehen, weil du sagst: Ich bin doch nicht blöd. Ich demütige mich, ich halte meinen Mund.

Das ist übrigens mein Rat an viele, viele Christen: Viele junge Christen kommen daher und sie sind den zweiten Sonntag im Gottesdienst und das zweite Mal im Grundlagenseminar und sie scheinen schon alles zu wissen. Sie kommen hinterher und sagen mir, ich soll doch das predigen und warum ich nicht das mache und warum ich dies nicht anders und das so und so mache – und dann mein guter Rat ist immer der: Lieber Bruder, kauf dir eine Bibel wenn du noch keine hast. Wenn du kein Geld hast, ich werde dir eine besorgen für umsonst – so dann besorge dir einen großen Notizblock, einen scharfen Bleistift oder einen Kugelschreiber mit vielen Ersatzminen. Und dann setz dich hin, halt deinen Mund, mach die Ohren auf, höre zu und schreibe wie ein Weltmeister und vergleiche, ob das alles auch in deiner Bibel steht. Und dann geh mit all dem Gelernten nach Hause und sag: Heiliger Geist, ich verstehe nichts, bitte zeige mir, bitte belehre mich.

Das ist der schnellste Weg wie du wirklich wächst. Aber wenn du meinst, du musst alle anderen vollpredigen, du wirst nichts kapieren. Wahrheit ist etwas, was Gott uns schenkt. Das können wir uns nicht erarbeiten, das schenkt uns Gott. Und Er schenkt seine Gnade dem Demütigen.

Jak 4,6
Er gibt aber desto größere Gnade. Deshalb spricht er: „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.“

Und zu sagen: Ich bin ganz neu hier und ich will erstmal lernen und gucken, wie der Hase läuft – das ist ein Beweis von Demut. Belehrbar sein! Und Menschen, die das so machen, die lernen und die wachsen und die erleben herrliche Dinge mit dem Herrn und ich kenne Leute, die einfach wirklich rasant wachsen und andere, die schon seit 10 Jahren hier sind, schon nach 1,5 Jahren überholt haben. Das hat nichts mit der Zeit zu tun, sondern mit unserer Haltung.

Also seid ermutigt. Sag: Ich werde auch so einer sein, ich werde wenig reden, viel hören und mich ausstrecken nach Verständnis.

Okay, hier sind so schöne Sachen drin hier: Die Sünde wird nicht über uns herrschen.

Röm 6,14
Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen

Du sagst: Ja, im Himmel wird es so sein. Jetzt herrscht sie ganz gewaltig.

Und hier ist die Antwort drin, wie wir befreit werden können von dem Zwang zur Sünde. Von diesem Hingezogensein zum Negativen, zum Zerstörerischen – wie wir befreit sein können. Und lass es dir gleich am Anfang gesagt sein, weil wir alle diesen Fehler machen oder gemacht haben: Wir versuchen Sünde, also all das, was wir erkennen, was nicht gut ist in unserem Leben, wir versuchen es in unserer Kraft zu überwinden.

Und jeder, der das versucht, hat schon diese frustrierende Erfahrung gemacht – je mehr man sich anstrengt, je mehr man kämpft gegen die Sünde, um so stärker scheint die Sünde zu werden. Das ist ein Kampf wie Don Quijote gegen die Windmühle – also, man kann ihn nicht gewinnen, und selbst wenn man einiges irgendwie unter seine Füße bekommen hat mit Ach und Krach, man ist sehr verkrampft und man ist sehr irgendwie konzentriert, dass ja nichts mehr passiert in diesem Bereich und während man seine ganze Aufmerksamkeit auf diesen kritischen Bereich seiner Charakters und Lebens richtet, bricht hinten die Hölle los. Und dann dreht man sich um und schlägt eine Schlacht hier und dann auf einmal – das, was man vorher schon überwunden hatte im ersten Frontabschnitt, auf einmal geht wieder los. Weiß jemand nicht, wovon ich spreche?! Bitte Hände hoch, ich werde es noch ein bisschen deutlicher erklären.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (20:00 bis 25:00)

 

Und jetzt schauen wir einmal hinein in Römer 6, aber ich schlage vor, dass wir schon den letzten Vers mitnehmen von Kapitel 5, weil der einfach zu gut ist, als dass man jetzt links liegen lassen sollte …

Also Römer 5, der letzte Satz dort.

Röm 5
20b Wo aber die Sünde überströmend geworden ist, ist die Gnade noch überschwenglicher geworden
21 damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrscht durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unserem Herrn.

Die Sünde hat den Tod gebracht, und sie hat geherrscht in unserem Leben. Und zwar hat sie, so beschreibt das jedenfalls die Bibel, sie hat flächendeckend geherrscht. Wir waren unter dem Gesetz der Sünde und ob wir das wollten oder nicht, ob wir das gesehen haben oder nicht, ob wir uns dazu besonders angestrengt haben oder nicht – meistens nämlich nicht – wir haben dieser Sünde gedient.

Und das brauchte auch nicht besondere eiserne Vorsätze, sondern wir waren einfach Sünder, wir hatten eben das niedere menschliche Leben in uns, was total anders ist als das göttliche Auferstehungsleben, und das lebten wir einfach aus. Und das nennt die Bibel „Sünde“. Sogar in unseren besten Tagen, wo wir am karitativsten waren, am sozialsten und am nettesten – waren wir, wie die Bibel das sagt, „tot in der Sünde“.

Eph 2,1b
die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden

Das ist schon ein Schlag ins Gesicht des Humanisten, der doch auch einmal seine Schokoladenseite gewürdigt wissen möchte und auf das Gute in sich verweist. Und die Bibel ist da sehr radikal und sagt, in uns wohnt nichts gutes. In uns selbst, in unserem Fleisch, also das, was wir sind ohne den Herrn, wohnt nichts Gutes.

Röm 7,18
Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht.

Und das ist eine wichtige Wahrheit. Und wenn wir die erkennen, dann können wir auch die andere Seite erkennen, dass eben durch Christus Power in uns ist, Gnade in uns ist, die machtvoll ist.

Jetzt lasst uns hineingehen nach Kapitel 6.

Röm 6
1 Was sollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit die Gnade überströme?
2 Das sei ferne! Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie sollten wir noch in ihr leben?

Ein interessanter Ausdruck hier: „der Sünde gestorben“. Ich komme gleich dazu, aber lasst uns erst Vers 3 nehmen

Röm 6,3
Oder wisst ihr nicht dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?

Wir sind auf den Tod des Herrn getauft.

Röm 6,4
So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod (wir werden auch heute dann noch etwas hören über die neutestamentliche Taufe) damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so werden auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.

Ich les einmal erstmal so noch die folgenden Verse hier und dann wollen wir da ein bisschen hineingehen.

Röm 6
5 Denn wenn wir verwachsen sind mit der Gleichheit seines Todes, so werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein;
6 da wir dies erkennen („wisst ihr nicht …“ und „erkennt“ – wir sollen „erkennen“), dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen.
7 Denn wer gestorben ist, ist freigesprochen von der Sünde.
8 Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden;
9 da wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn.
10 Denn was er gestorben ist, ist er ein für alle Mal der Sünde gestorben; was er aber lebt, lebt er Gott.
11 So auch ihr (das wird ein starke Betonung sein, das ist die Schlussfolgerung sozusagen aus diesen Wahrheiten, die hier entfaltet werden): Haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus!
12 So herrsche nun nicht die Sünde in eurem sterblichen Leib, dass er seinen Begierden/Lüsten gehorche;
13 stellt auch nicht eure Glieder der Sünde zur Verfügung als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch selbst Gott zur Verfügung als Lebende aus den Toten und eure Glieder Gott zu Werkzeugen der Gerechtigkeit!
14 Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade.

Ich möchte dich ermutigen, dich sehr viel mit dieser Passage zu beschäftigen. Das ist eine der wichtigsten Schriftstellen, die du jemals finden wirst im gesamten Neuen Testament. Eine der wichtigsten Schriftstellen, die über das Kreuz redet.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (15:00 bis 20:00)

 

Und dann können wir lernen! Aber manche Leute kommen zum Glauben und nur weil sie in einer christlichen Kinderstube großgeworden sind, meinen sie, sie wissen schon alles. Und sie vergessen dabei, dass es möglich ist, ein schein-christliches Gedankengut gepflegt zu haben, was sich nett anhört, aber mit den biblischen Realitäten wirklich manchmal gar nichts zu tun hat.

Und dann sind sie nicht offen, weil sie festhalten an dem Alten. Und sie haben dann irgendetwas gelernt von dass es ganz schwer ist und dass man leiden muss, dass man entsagen muss und das hier das dürre Tal ist, durch das wir hindurch müssen und sie haben so eine ganz schreckliche Vorstellung vom Leben hier – der Himmel ist herrlich, und die Erde ist furchtbar. Und das ist überhaupt nicht was die Bibel sagt.

Für uns, die wir uns verbunden haben mit dem Herrn, gilt, dass Seine Kraft schon jetzt in unserem Leben, in unserer Arbeit, in unserer Familie, in all dem, was wir so hier tun, wirksam werden kann und werden soll. Und die Bibel hat in Hülle und Fülle davon zu reden, dass ein gutes Leben hier auf Erden auf uns wartet.

Und dann sind wir auch überzeugte Missionare – wenn ich das mal da einfügen kann. Dann können die Leute sagen: Ja, wieso bist du sicher, dass es überhaupt einen Himmel gibt? Wieso meinst du, dass du in den Himmel kommst? – Ja, weil wir Gottes Segnungen schon hier erfahren!

Wir warten nicht ab, wir sind nicht auf dem selben Stand wie vorher und warten ab, dass es irgendwann besser wird, sondern es ist jetzt schon besser. Und es wird immer besser von Jahr zu Jahr. Es wird besser von Jahr zu Jahr! Unser Leben wird schöner, reicher und einfach erfüllender.

Okay, hier ist eine solche Beschreibung des neuen Christen, und er hat göttliches Leben in sich. Und dieses göttliche Leben überwindet die Welt.

1 Joh 5
4 Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.
5 Wer aber ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?

Was ist die Welt? Die Welt ist Feindschaft gegen Gott. Es ist Unabhängigkeit, Lüge, Verweigerung der Hingabe, des Akzeptierens von Gottes Gegenwart, von Gottes Herrschaft, von Gottes Recht in unserem Leben zu wirken. Das ist „Welt“.

Und das, was in uns ist, überwindet die Welt.

Und jetzt lasst uns das in einem konkreten Beispiel anschauen, wie diese eine Wahrheit, wie die also wirklich von uns klarer gesehen werden kann. Ich möchte euch einladen mit mir zum Römerbrief zu gehen.

Römerbrief Kapitel 6 – und hier haben wir eine von den mächtigsten Offenbarungen im gesamten Neuen Testament. Und das ist auch eine von solchen Offenbarungen – wenn wir nicht das Wort hätten, wenn nicht der Heilige Geist kommen würde und uns das lebendig machen würde, wir würden es niemals akzeptieren, weil unsere gesamte Erfahrung dagegensteht. Die gesamte Erfahrung, die wir haben in unserem Leben mit uns, steht total dagegen! Das ist Offenbarungswissen: Es kommt vom Himmel und es findet zunächst einmal keine Entsprechung hier auf der Erde – es soll geglaubt werden damit danach, wenn es geglaubt wird, es auch erfahren werden kann. So ist immer die Reihenfolge.

Und deswegen in diesem Kapitel Römer 6 – es geht hier um die Befreiung von der Macht der Sünde, Befreiung vom Zwang der Sünde. Darum geht es in diesem herrlichen Kapitel hier.

Und da gibt es zwei Worte, die also eine Schlüsselrolle dabei spielen. Und das ist Wissen und Erkennen: Wir sollen im Rückblick erkennen, was geschehen ist mit uns, was der Herr für uns getan hat, welche Position wir jetzt haben, was da in uns ist. Wir brauchen geöffnete Augen. Das ist ein ganz, ganz wichtiges Thema bei Paulus: Geöffnete Augen über das, was schon uns gegeben ist und was auch in uns ist.

Letztes Mal habe ich euch, glaube ich, auch Philemon 6 schon genannt.

Philemon 6
dass die Gemeinschaft deines Glaubens wirksam werde in der Erkenntnis alles Guten, das in uns im Hinblick auf Christus ist.

Wirksamer Glaube in der Erkenntnis all des Guten, das wir haben in uns im Hinblick auf Christus! Durch Christus, durch das Kreuz, durch sein Leiden, Sterben und die Auferstehung haben wir etwas in uns. Und wenn das, was wir in uns haben von uns erkannt wird, kommt wirksamer Glaube. Das ist ein ganz machtvolles Wort.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (10:00 bis 15:00)

 

Und dann wird es im nächsten Vers begründet, warum sind sie nicht schwer: Sie sind für den Gläubigen, der von neuem geboren ist, nicht schwer.

1 Joh 5
4 Denn alles, was aus Gott geboren ist, (… das haben wir den von neuem geborenen Christen …) überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.
5 Wer aber ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?

Da haben wir diesen schönen Zusammenhang nochmal: Glaube an Jesus, unseren Retter, an den Sohn Gottes, bringt die neue Geburt. Und die neue Geburt bedeutet Leben aus Gott. Und das bedeutet, wir haben etwas anderes in uns als was draußen in der Welt ist. Wir haben das Leben aus Gott in uns. Und dieses Leben aus Gott ist so angelegt und so in uns hineingetan, dass wir befähigt sind, nach dem Willen Gottes zu leben.

Wenn ein Christ stöhnt, er könnte nicht den Willen Gottes tun, dann liegt das in erster Linie daran, dass er schon bevor er überhaupt irgendetwas versucht zu tun schon innerlich in seinem Herzen sich entfernt hat vom Worte Gottes. Wenn wir nicht übereinstimmen mit Gottes Wort – gegen unsere Erfahrung – haben wir im Nachhinein keine Chance mehr zu erleben, was das Wort Gottes sagt. Wenn wir – positiv ausgedrückt – erleben wollen, was das Wort Gottes sagt, dann beginnt es damit, dass wir übereinstimmen mit Gottes Wort.

Wenn Gott etwas sagt, und ich habe es noch nie so erfahren, aber ich will Gott dienen, und ich will ihm gehorsam sein, und ich will ihm vertrauen, dann bedeutet das für mich, dass ich ergreife und mich eins mache mit der Wahrheit und damit mich gegen meine Erfahrung stelle.

Und wir werden noch viele, viele Male das hören, dass es hier einen Konflikt im Leben gibt zwischen der Wahrheit des Wortes Gottes und zwischen unseren Erfahrungen. Wenn du erleben möchtest, was das Wort Gottes sagt, d.h. also deine Erfahrungen verändern willst, dann ist der Weg eindeutig so, dass du dich eins machst mit dem Wort und sagst: „Meine Erfahrungen bisher – schön und gut, aber das ist nicht das Letzte! Das ist nicht der Wille Gottes, was ich bis jetzt erfahre, das stimmt nicht überein mit seinem Plan für mein Leben, ich mache mich eins mit dem Wort, mit Seinen Gedanken, mit Seinem Plan. Ich stimme mit Ihm überein!“

So viele Leute versuchen es anders herum: Sie wollen ihre Erfahrungen als Maßstab nehmen und sie wollen das Wort Gottes herunterziehen auf den Maßstab ihrer Erfahrungen. Das sollten wir auf keinen Fall tun, weil damit schreiben wir den jetzigen Zustand fest. Und wir haben keine Möglichkeit weiter darüber hinausgehende, neue Erfahrungen zu machen.

Also wenn das Wort Gottes sagt, wir sind aus Gott geboren und alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt, dann heißt das: Dieses Leben, das stärker ist als eben der Ungehorsam gegen Gott und gegen seine Gebote und seine Normen, Maßstäbe – dieses Leben ist in mir! Und weil das in mir ist, deswegen werde ich sehen, dass es normal ist und dass total leicht ist, Gott zu gefallen. Es ist leicht und normal! Es ist nicht ein fernes Ziel in späteren Sphären des Himmels, sondern es ist normal, so wie die Bibel das beschreibt, den Willen Gottes hier auf Erden schon zu tun.

Natürlich ist das ein Wachstum hinein in diese Dinge, aber es beginnt damit, dass wir anerkennen, was Gott sagt. Und Gott erwartet nicht alles auf einmal von uns! Das ist das Schöne. Es gibt bestimmte Lernschritte, bestimmte Reihenfolgen von Bereichen, in denen Er möchte, dass wir lernen mit Ihm übereinzustimmen, dass wir lernen uns von dem alten zu verabschieden, dass wir lernen neu zu denken, dass wir lernen, das Neue zu ergreifen, zu glauben und damit auch zu sehen.

Und man kann als ein junger Christ von wenigen Tagen oder Wochen, man kann siegreich leben – wiewohl es vielleicht noch eine ganze Reihe von Bereichen gibt, die man „noch nicht unter den Füßen hat“. Aber Gott hat dir das noch gar nicht gezeigt und das ist noch gar nicht dran, dass du in diesem Bereich jetzt dir irgendwelche Gedanken machst. Sondern Gott hat einen bestimmten Bereich dir offenbart und in dem möchte Er, dass du lernst. Und wenn du das absolviert hast, dann kommst du in Klasse 2. Und dort gibt es wieder ein neues Programm und dann kannst du so aufrücken.

Und es gibt Christen, die sind 50 Jahre im Glauben, sie sind immer noch in der ersten Klasse. Sie sind sitzengeblieben – jedes Jahr sitzengeblieben! Weil sie nicht gehört haben, weil sie ihre eigenen Ideen haben, weil sie festhalten an ihrem eigenen, statt einmal das alles beseite zu legen. Man tut so als wisse man schon alles. Lasst uns doch ehrlich sein: Wir waren nie Christen vorher! Wenn wir zum Herrn kommen, das ist etwas total neues für uns, wir wissen nicht, was da auf uns zu kommt. Wir kennen dieses ganze Leben überhaupt nicht, wir kennen nicht die Gesetze, wir kennen nicht all das, was dort wirklich für Gott wichtig ist, wir wissen nichts, lasst uns doch ehrlich sein, wir sind doch keine Profis!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (5:00 bis 10:00)

 

Einen Tag sind wir dem Herrn so nah, dass wir denken, noch einen halben Meter und wir sind im Himmel – und den nächsten Tag, wir fragen uns, sind wir überhaupt Christen, sind wir überhaupt von Gott angenommen? Das liegt nicht daran, dass Gott sich geändert hat, sondern das hat mit ganz anderen Dingen zu tun. Das hat damit zu tun, dass die Seele einfach noch nicht erneuert und verändert wurde oder wie die Schrift das sagt: „Unsere Seele noch nicht von uns errettet wurde“.

1Petr 1,9
wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen!

Das ist unsere Aufgabe – die Seele sollen wir erretten. Kommt mehrere Mal im Neuen Testament vor. Das bedeutet, dass die Seele in die Segnungen hineingeführen soll, die Jesus am Kreuz für uns erworben hat.

Alles ist dort für uns erworben, was notwendig ist für ein schönes, stabiles, gesundes, erfolgreiches, kraftvolles, abenteuerliches, lebendiges, fröhliches, interessantes Leben. Alles ist dort vorhanden. Alles hat er für uns erworben. Es gehört uns. Wie Jesus gesagt hat: Er überwindet den Teufel und er teilt die Beute wieder aus.

Lk 11,22
Wenn aber der, welcher stärker ist als er, über ihn kommt und ihn überwindet, so nimmt er ihm seine Waffenrüstung, auf die er sich verließ, und verteilt seine Beute.

Jes 49
24 Kann wohl einem Starken die Beute genommen werden? Und können rechtmäßig Gefangene entfliehen?
25 Ja, so spricht der HERR: Auch die Gefangenen des Starken sollen ihm genommen werden, und die Beute des Tyrannen soll entfliehen; denn nun werde ich mit dem kämpfen, der gegen dich kämpft, und ich werde deine Kinder erretten.

Das, was der Teufel uns gestohlen hat, Jesus hat es zurückgeholt und er teilt die Beute wieder aus. Die Stelle hatten wir auch einmal uns angeschaut – Lukas 11. Jesus teilt die Beute wieder aus. Das. was der Feind uns abgenommen hat, wird uns hier schon zurück erstattet. Und wir haben in Christus – auch eine solcher Stellen von „in Christus“, die beschreiben, was wir haben „in ihm“ – wir haben einen Erbteil: Wir sind in Christus zu einem Erbteil schon gekommen. Das Problem ist, dass wir nicht wissen, was unser Erbteil ist und wenn wir anfangen zu verstehen, was es ist, dann kommt der zweite Punkt: Wie fangen wir an es zu erleben?

Und genau an dieser Stelle sind wir. Der Heilige Geist möchte uns dienen und er möchte diese Schriftstellen, die wir suchen müssen und die wir entdecken sollen und die wir dann auch auf uns wirken lassen sollen, er möchte das zu einer Erfahrung werden lassen. Wir brauchen innere Offenbarung. Mit „Offenbarung“ meine ich, dass das geschriebene Wort Gottes in uns lebendig wird. Ein Aha-Erlebnis wird und seine Kraft freigeben kann, damit wir jetzt auf dieser Höhe der neuen Offenbarung tatsächlich auch leben können.

Das ist der Dienst des Heiligen Geistes. Und er kommt zu jedem einzelnen, der so klug geworden ist, dass er weiß, er braucht das und sein akademisches Wissen und seine Fähigkeiten alleine reichen nicht aus und er braucht Hilfe. Sich zu demütigen vor dem Heiligen Geist ist einer der Hauptschlüssel seinen Dienst zu empfangen.

Und er macht das Wort lebendig. Der Buchstabe tötet und der Geist macht lebendig.

2Kor 3,6
der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes; denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.

Deswegen brauchen wir das Wort und den Geist. Und wann immer du siehst in der Kirchengeschichte, wo man das Wort hatte ohne den Geist – es wurde sehr trocken. Manchmal so trocken, dass der Kalk von den Wänden rieselte. Und wo man nur den Geist hatte und sagte: Oh, wir haben den Heiligen Geist, Gott ist bei uns, das Wort ist nicht mehr so wichtig – was ist da passiert? Da wurde es sehr wild. Wild, zügellos, extrem, fanatisch und noch schlimmeres.

Und wenn wir gesund wachsen wollen, wir brauchen den Heiligen Geist und wir brauchen das Wort. Wir brauchen beides in einer Ausgeglichenheit in unserem Leben. Und darum sitzen wir hier zusammen und studieren die Grundlagen.

Okay, also der Heilige Geist will uns hineinführen in die Wahrheiten, die uns zu einem großen Teil nicht anders offenbart werden als eben durch das Wort und durch seinen Dienst. Du kannst in die Natur schauen und wenn du schon an den Herrn gläubig geworden bist, du schaust dir die Sterne an und du lernst etwas über das Weltall, dann kriegst du einen Eindruck von der Größe Gottes und von der Macht Gottes.

Aber du kannst nicht „Gnade“ in der Natur sehen. Du kannst nicht Gottes Güte und Freundlichkeit sehen. Oder du siehst so viele andere Dinge, die dem scheinbar widersprechen und das, was du da siehst in dieser gefallenen Welt, die eben nicht mehr die ursprüngliche Welt Gottes ist, daraus bekommst du die machtvollsten Einsichten über Gott eben nicht. Die kommen nur über das Wort zustande – nur über das Wort.

Und heute wollen wir uns also mit einer wichtigen Wahrheit beschäftigen, die ganz große Auswirkungen hat für unser persönliches, praktisches Leben. Lasst uns einmal zu 1. Joh 5 gehen – und hier ist wieder so ein Wort, was beschreibt die Grundaustattung des neutestamentlichen Gläubigen.

1 Joh 5,3
Denn dies ist die Liebe Gottes: dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.

Viele Christen lesen den ersten Teil und eh sie den zweiten richtig wahrgenommen haben, sind sie schon ganz traurig und enttäuscht und entmutigt. Aber diese beiden Dinge gehören zusammen: Zu dem Halten von Gottes Geboten gehört unbedingt die Erkenntnis dazu, dass Gottes Gebote nicht schwer sind.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 4 – Siegreich durch das Kreuz (0:00 bis 5:00)

 

Okay, wir haben das letzte Mal gesprochen über einige wichtige Eigenschaften, die im Neuen Testament beschrieben werden als Eigenschaften, die jeden wirklichen Christen, jeden von neuem geborenen Christen kennzeichnen. Die also nicht irgendwie andere Bedinungen noch haben oder etwas zu tun haben mit geistlichem Wachstum, mit Reife – sondern die uns einfach mitgegeben sind, die wir haben, weil Gott uns das einfach in der neuen Geburt geschenkt hat.

Und ich habe sehr stark herausgestellt – meiner Meinung nach immer noch nicht stark genug, dass es unbedingt das Wirken des Heiligen Geistes braucht, uns diese Dinge zu erklären, lebendig zu machen, real zu machen. Wir haben also die beiden Faktoren: Wir haben das Wort Gottes, was erstmal uns die Information gibt. Und wir haben den Heiligen Geist als unseren persönlichen Lehrer, der aus dem gelesenen, geschriebenen Wort dann eine lebendige Realität machen möchte und auch machen soll und machen muss, damit wir auch diese Segnungen erleben können.

Aber der Prozess der Veränderung beginnt damit, dass wir fleissig studieren und hören, was das Wort Gottes sagt über den Status des neuen Christen. Und wenn wir uns das einmal so ganz kurz vergegenwärtigen, ist das schon eine interessante Sache: Hier kommen wir in eine ganz neue Dimension des Lebens, weil eigentlich zum allerersten Mal wir Informationen auf eine andere Art und Weise bekommen wie das normalerweise der Fall ist. Normalerweise: Wir sehen etwas, wir hören etwas, wir beobachten etwas, wir bekommen über die fünf Sinne Informationen aus der sichtbaren Welt. Die speisen wir ein und versuchen dann eben daraus unsere Schlüsse zu ziehen oder zu lernen halt und Dinge eben zu verändern, zu vermeiden, wie auch immer.

Und das Problem eben bei dem ganzen, bei diesem Verfahren ist, dass die fünf Sinne nur aus der sichtbaren Welt Informationen holen können und die sichtbare Welt ist die gefallene Welt. So, wir versuchen also wenn wir auf diese Art und Weise leben und unsere Probleme lösen wollen, wir versuchen uns am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen a la Münchhausen. Und das geht gekanntlich nicht.

Wenn wir jetzt aber über das Wort Gottes Informationen und Einsichten und Wahrheiten bekommen, die in unserer sichtbaren Umgebung nirgendwo sich wiederfinden und wir aber doch dem Herrn das abnehmen und einen Schritt des Glaubens gehen, dann auf einmal haben wir eine Quelle und wir kommen aus unserer eigenen Soße heraus und bestätigen nicht immer nur und wälzen nicht immer nur das um, was wir schon sowieso zu genüge kennen, sondern es kommt frische Kraft, frische Inspiration, neuer frischer Input in unser System hinein. Dieses geschlossene System wird geöffnet und etwas von Gott fängt an hineinzukommen in unser Leben.

Das ist eine ganz, ganz wichtige Angelegenheit. Natürlich müsste eigentlich, damit das richtig funktioniert, erst einmal geklärt werden: Ist das Wort Gottes überhaupt eine zuverlässige Quelle der Offenbarung?

Aber das hat nun einmal Lehre so an sich – man muss an irgendeinem Punkt anfangen und erst in einer späteren Lektion werden wir uns dann beschäftigen mit der Gültigkeit, der Kompetenz, der Autorität des Wortes Gottes. Und dann holen wir das, was jetzt erstmal so stillschweigend sozusagen voraussetze, das holen wir dann nach. Man hätte auch damit anfangen können – in dem Büchlein habt ihr’s auch gesehen – da fängt es an mit dem Wesen und der Wirkung des Wortes Gottes.

Okay, also Gott offenbart uns Dinge, die wir nicht gesehen haben, die wir nicht gehört haben. Wie die Schrift sagt: „Was kein Auge gesehen hat, was kein Ohr gehört hat – das hat uns Gott geschenkt und offenbart es uns“.

1 Kor 2,9-10
sondern, wie geschrieben steht: »Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben«.
Uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes.

Er offenbart es uns.

1 Kor 2,12
Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind.

Das ist die wichtigste Aufgabe des Heiligen Geistes oder eine der wichtigsten Aufgaben – uns zu belehren, uns zu zeigen, was Gott uns gegeben hat. Und man kann wirklich sagen, unser Hauptproblem als junge Christen, die wir noch mit vielen Problemen, mit Aufs und Abs in unserer Seele, Gefühlsschwankungen und Beziehungsproblemen und Sünde und allen möglichen Dingen zu kämpfen haben und zu rudern haben und mal ganz oben sind und glücklich sind, aber gar nicht wissen, warum sind wir oben und dann sind wir wieder ganz unten, wissen auch nicht, warum wir unten sind und was wir tun können. Das ist typisch für einen jungen Christen, da fährt die Seele mit uns Achterbahn. Weiß jemand nicht, wovon ich spreche?

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (85:00 bis Ende)

 

Und es gibt so viele andere herrliche Dinge und ich glaube, die werden wir nicht mehr hier unterbringen heute. Ihr könnt aber in dem Studienheft dann nachschauen – dort sind noch viele, viele andere Schriftstellen. Und jede einzelne Schriftstelle ist eine Predigt. Das waren nur ein paar Gedanken zu „Gott ist unser Vater“ – und da könnte man noch ein paar Stunden weiterreden.

Aber es gibt viele andere:

  • Wir haben Autorität über den Teufel.
  • Wir sind befreit vom Zwang der Sünde.
  • Wir sind zu einem Erbteil gekommen in Christus.

Zu jeder einzelnen Stelle könnte ich stundenlang euch etwas erzählen ohne dass mir das Material ausgeht – jeder einzelne dieser Verse ist stundenlang. Das ist mein Problem hier.

Gut, es lohnt einfach nicht, dass wir hier ein neues Thema beginnen. Noch einmal zurück zu 1. Kor 2,12 – der Geist aus Gott, den haben wir bekommen, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind.

1 Kor 2,12
Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind.

Und Philemon 6 passt sehr gut dazu – das könnt ihr euch dazuschreiben, das steht nicht in diesem Heft hier drin. Dort wird von einem starken oder wirksamen Glauben gesprochen, der zustande kommt durch Erkenntnis all des Guten, das wir in uns haben im Hinblick auf Christus.

Philemon 6
dass die Gemeinschaft deines Glaubens wirksam werde in der Erkenntnis alles Guten, das in uns im Hinblick auf Christus ist.

Starker Glaube durch Erkenntnis all des Guten in uns, das wir haben im Hinblick auf Christus.

Wir haben nichts Gutes in uns selbst, aber im Hinblick auf Christus haben wir eine Menge von Reichtümern.

Röm 7,18a
Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt

Philemon ist ein ganz kleiner Brief, den findest du da bei den Paulus-Briefen, der hat nur ein Kapitel – und deswegen „Philemon 6„: Wirksamer Glaube in der Erkenntnis all des Guten, das wir haben im Hinblick auf Christus.

Das Kreuz hat eine riesige Menge von Segnungen für uns bereitgestellt. Und jetzt beginnt die Entdeckungsreise durch das Neue Testament. Herauszufinden – nicht, was sind die Bedingungen und die Verheißungen – sondern was ist uns schon geschenkt, was gehört schon uns? Und wann immer du etwas entdeckst, wovon das Wort Gottes sagt, das beschreibt den neutestamentlichen Christen – nicht besondere Erfahrungen eines besonderen Menschen – dann sag: „Das redet von mir! Das habe ich auch!“

Deine Erfahrungen sagen: Ja, wo hast du das? Haben wir ja nie gesehen?!

Sag: Ruhe! Ihr werdet sehen!

Stell dich zu den Wahrheiten des Wortes Gottes, lass dich nicht Gefühlen irritieren. Die werden sich später schon umstellen. Die werden schon merken, dass es sinnvoll ist, sich in Übereinstimmung mit dem Wort zu bringen. Es beginnt mit den Tatsachen, wer du bist, was Christus für dich getan hat, welche Position du hast, wie du dem Vater dich nähern kannst, wie du ausgestattet bist. Das alles muss eine Realität werden oder – nicht „muss“, das ist falsch – es „darf“ eine Realität werden und der Sieg einfach beginnt an dieser Stelle.

Hallelujah. Amen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (80:00 bis 85:00)

 

Er hat den totalen Durchblick, er hat dich angenommen. Er hat dich ein für allemal angenommen. Die Kindschaft ist eine rechtliche Angelegenheit. Die Kindschaft hat nicht zu tun mit wie brav oder wie ungezogen du bist. Dazu sind doch diese Bilder da: Vater und Familie und Kinder.

Ich habe drei Kinder. Und ich kann doch nicht zum Standesamt gehen nur weil mal zu Hause irgendwas nicht geklappt hat und sage: „Also, passen sie auf, der steht zwar hier in der Liste unter „Familie Henkel“, aber in letzter Zeit – das Zimmer ist überhaupt nicht mehr aufgeräumt und ich bin damit nicht einverstanden, er hört auch nicht. Ich habe schon eine kleine Taschengeldkürzung vorgenommen, das hat alles nicht gebracht.“

Ist jetzt illusorisch, mein Sohn hat seine Sachen sehr in Ordnung – die Tochter ist das Problem.

Und dann sag ich: „Also – wissen Sie, alle meine pädagogischen Maßnahmen sind fehlgeschlagen, wir machen einfach folgendes: Streichen Sie ihn aus!“

Der wird sich wundern, vielleicht tut er das. Also, bleiben wir mal bei meinem blöden Beispiel.

Nächste Woche komme ich wieder: „Ach, es tut mir doch leid, er ist wieder so lieb geworden, und es ist mein lieber Sohn, ich habe so viel Gefallen an ihm, tragen Sie ihn wieder ein“. Wenn ich drei Mal da war – dann sagt er: „Nicht Sie schon wieder – Sie machen jetzt eine Entscheidung – entweder das ist ihr Sohn, dann bleibt es ihr Sohn, oder es ist nicht ihr Sohn, dann bleibt es so. Dieses Hin und Her machen wir nicht mehr mit!“

Und Gott hat sich entscheiden: Es gibt kein Hin und Her, aber hat „ja“ gesagt zu dir, du bist Kind Gottes. Egal, was du noch alles für schiefe Dinge da laufen hast und was nicht in Ordnung ist, du bist Kind Gottes. Und Er ist dein Vater und Er steht zu dir. Und Er sorgt sich um dich. Und Er hat – und das ist eine schwere Botschaft zu glauben – Er hat Freude an dir! Ich weiß, das ist eine härtesten Botschaften in deutschen Landen zu predigen: Gott freut sich über uns.

Wir möchten so gerne leiden. Wir möchten so gerne bezahlen für unsere Sünde und Buße tun und irgendwie bedrückt sein und irgendwie etwas wiedergutmachen und so. Mit solchen Dingen, sowas nehmen wir mit offenen Armen auf, aber „Gott ist dein Vater und Er freut sich über dich“ ist eine harte Botschaft.

Ich sage immer: Die Pastoren sollten bei dieser Botschaft irgendwie Gefahrenzulage oder Erschwerniszulage bekommen. Das ist wirklich wahr.

Gott hat Gefallen an dir! Er hat nicht Gefallen an allem, was du tust. Aber Er kann – was übrigens auch jeder Vater kann – Er kann unterscheiden zwischen „Das ist mein lieber Sohn und ich hab ihn sehr, sehr lieb“ und „über diese Dinge werden wir später reden“. Gott kann dich als Person trennen von deiner Sünde und Er bejaht dich total. Und Er hat auch Seine Ziele mit dir und sagt: „Das werde ich ihm abgewöhnen, das kommt nicht mehr in Frage“.

Aber Gott kommt nicht und sagt: „Was?! Du willst zu mir? Na, dann komm mal her, mein Bürschchen, das ist ja gerade richtig! Und hier und da und da und neulich habe ich beobachtet, dass … und das und jenes“. So ist nicht Gott! Viele haben ein Mischung aus strengem Vater und Verkehrspolizist und Staatsanwalt – so eine Mischung von Gott haben sie. Und Jesus hat gesagt: Wenn ihr mich seht, dann seht ihr den Vater.

Joh 14,9
Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige uns den Vater?

Und oftmals ist es notwendig für uns, dass wir wieder hineingehen in die Evangelien und sehen wie freundlich Jesus war. Die einzigen Menschen, die eine Abfuhr bekommen haben, das sind professionellen Religiösen gewesen. Da hat er sehr herbe Worte gehabt. Aber alle, die kamen und gesagt haben: „Wir verdienen das nicht, erbarme dich unser“ – die hat er in Liebe angenommen.

Jesus demonstriert uns wie Gott wirklich ist. Und wir brauchen ein neues Bild. Wir brauchen ein Bild. Und Gott bejaht uns. Und Veränderung in unserem Charakter wird niemals stattfinden bevor nicht die Erfahrung der Annahme kommt, das wird nicht stattfinden. Erst kommt die Erfahrung, ich bin Kind Gottes. Die Reifungsstufen im Neuen Testament sind das Baby, das Kleinkind, der junge Mann und der Vater.

Und von dem Baby wird nur gesagt: Sie kennen den Vater.

1 Joh 2,13
Ich schreibe euch, ihr Väter, weil ihr den erkannt habt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch, ihr jungen Männer, weil ihr den Bösen überwunden habt. Ich schreibe euch, ihr Kinder, weil ihr den Vater erkannt habt.

Und das ist das erste, was deine Aufgabe ist: Sorge dich nicht um deinen Führerschein, um deine Reifeprüfung, deine geistliche Hochschulzulassung oder irgendwie so etwas. Sorge dich darum, dass du den Vater kennenlernt. Und die Liebe des Vaters wird dich glattbügeln. Die Liebe des Vaters wird alles rausnehmen und wird dich verändern, wird dich motivieren, wird dir helfen und wird dir Glauben geben, dass du nicht mehr verzweifelt bist über die selbst, sondern siehst, Gott hat irgendwie Glauben für mich. Gott hat Glauben für mich! Wenn Er Glauben hat, Er muss es wissen – Er ist schon länger im Geschäft! Er wird es tun, Er macht das. Nicht unsere Kraft, nicht unsere Anstrengung. Das alles ist enthalten in diesem einen kleinen Punkt: Wir sind Kinder Gottes und wir haben neues Leben aus Gott in uns.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (75:00 bis 80:00)

 

Du würdest sagen: „Liebes Kindchen, hier ist die Brust – genieße und sei still!“ Du würdest ihm nicht ein Handbuch kaufen wie man die Führerscheinprüfung macht. Das kommt später! Erstmal muss er viel Liebe bekommen, die Windeln müssen gewechselt werden, muss gebadet werden, muss geschaukelt werden, gesungen werden, gesegnet werden, geliebt werden. Und das muss man jahrelang machen. Und dann kann man immer noch nicht an den Führerschein denken. Dann hat man laufen gelernt, dann hat man sprechen gelernt, dann kann man bis 20 zählen, und so geht das nach und nach weiter.

Und viele Christen sind frühreif – kaum sind sie geboren und in den Windeln, wollen sie schon an die Führerscheinprüfung denken und fragen sich, ob sie überhaupt ehetauglich sind oder dieses oder jenes. Und Gott sagt: Immer schön langsam, das kriegen wir alles auf die Reihe.

Aber wir haben einen Herrn, der führt uns! Und das geht langsam. Manche machen sich Gedanken – oh, werde ich wirklich Gott gehorsam sein können? – Nein, wirst du nicht! Du kannst nicht Gott gehorsam sein! Wenn du das noch glaubst, dass du Gott gehorsam sein kannst, hast du vom Evangelium noch nicht viel verstanden.

Darum hast du einen neuen Geist, eine neue Kraft, ein neues Leben in dir, weil du das nicht schaffst. Du kannst es dir noch so viel vornehmen, du wirst es nicht schaffen. Und wenn du es versuchst, du wirst viele Male scheitern. Und irgendwann bist du total frustriert und sagst: „Oh, Gott, ich kann dir gar nicht dienen, ich wollte …“ – und Gott sagt: „Na endlich siehst du es ein“.

Gott sagt nicht: „Was?! Du kannst mir nicht dienen?! Du kannst mir nicht gehorsam sein?! Du kannst nicht heilig leben?! Ja, was hab ich mir denn da für einen an Land gezogen?!“

Wie hat Gott Abraham gerufen? „Ich bin der allmächtige Gott, wandle vor mir und sei fromm!“

1 Mose 17,1
Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei fromm.

Er ist der allmächtige Gott. Mit anderen Worten: Du brauchst mich um heilig zu leben. Ohne mich kannst du das nicht schaffen.

Und wir versuchen so viel, das ist alles so krampfig, was wir tun. Wir versuchen mit den alten Methoden das neue Leben hervorzubringen. Und das funktioniert nicht. Die alten Methoden sind: Stress, Druck, sich-innerlich-in-Hintern-treten oder sich Vorwürfe machen, oder sich irgendwie die Haare raufen oder sonstwie verdammen und anklagen und unter Druck bringen. So kannst du das neue Leben nicht zur Entfaltung bringen. Lass es in Ruhe, störe es nicht, Finger weg. Und tu die Dinge, die Gott dir sagt und lass die Dinge, die Er dir sagt. Und du wirst sehen, das Leben kommt hervor von ganz alleine. Du musst nicht das Leben schaffen, du musst nur Bahn machen für das Leben. Das kommt von ganz alleine heraus. Du musst nur Bahn machen für das Leben.

Und die Bahn beginnt indem wir erkennen, was sagt Gott – und wir unsere Gedanken ändern. Und wir übernehmen, was Gott sagt. Und wir eine Entscheidung getroffen haben, die wir eigentlich noch gar nicht erklärt haben: Gottes Gedanken gehen vor meine Gedanken. Später werden wir dann über die Bedeutung des Wortes Gottes reden. Und warum ist es so sinnvoll, die Bibel als das Wort Gottes anzunehmen und sein Leben auf dieser Grundlage neu zu bauen und kühn und mutig – nicht frivol und überheblich, aber kühn und entschieden alle Philosophien dieser Welt beiseite zu lassen und sich zu gründen in den Wahrheiten von Gottes Wort. Da beginnt Aufstieg, da beginnt Erfolg.

Mit Schrecken stelle ich fest, dass die Zeit schon wieder dem Ende entgegen geht. Ich wollte noch so viel hier reintun. Hört einmal, was hier noch alles herrliches drin ist:

Röm 5,9
Wir sind nicht länger unter dem Zorn Gottes

Was nicht bedeutet, dass Gottes Ansichten über die Sünde sich geändert hätte. Viele Christen sind da auch verworren im Kopf. Sie denken irgendwie mysteriöserweise, man weiß nicht wie, aber glücklicherweise ist es so: Von Maleachi zu Matthäus hat Gott auf einmal irgendwie seinen Zorn verloren. Und Gott hat sich gewandelt.

Gott hat sich nie gewandelt! Aber durch Christus, durch das Blut, das wir haben, das Blut der Bedeckung, ist der Zorn Gottes nicht mehr über uns. Aber der Zorn Gottes über die Sünde ist immer noch da!

Und Gott wird nach und nach auf eine sehr liebevolle, sehr motivierende und sehr bestimmte Art und Weise sagen: „So, jetzt werden wir uns mit diesen Dingen in deinem Leben beschäftigen. Und wenn wir das durch haben, dann kommt eine weitere Lektion – wir kriegen das hin. Ich mache das.“

Das ist Evangelium!

Nach Hes 36,26
Ich tue einen neuen Geist in euch. Ich gebe meinen Geist in euch und ich werde aus euch Menschen machen, die in meinen Geboten wandeln, meine Rechte handeln und danach tun.

Gott sagt: „Ich mache das!“ Und wir kommen dann daher: „Oh, Gott, ich bin so ungehorsam, bin so ein Fiesling, ich bin so gemein, ich bin es gar nicht wert“. Gott sagt: „Sei ruhig, ich weiß das, ich wusste das vorher als ich dich genommen habe“. Wir kriegen manchmal Offenbarungen über uns selbst und wir sind schockiert und wir denken, au weia, wenn das Gott erfährt! Wenn er das mitkriegt, was wir da für eine Sorte von Mensch sind – er würde sich das alles mit der Kindschaft nochmal überlegen.

Gott hat den totalen Durchblick. Bevor du zum ersten Mal zu Ihm gebetet hast – Gott ist nicht geschockt.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (70:00 bis 75:00)

 

Er kann widerstehen auf der Grundlage einer Identität. Und wir haben oftmals keine Identität als Christen, als Kinder Gottes, und deswegen können wir nicht widerstehen. Da kommt der Teufel und klopft an die Tür und sagt: „Das war doch immer so bei uns, um diese Jahreszeit kriegtest du deine Depression wenn die Blätter fielen“. Und du sagst: „Oh, richtig, hätte ich beinahe vergessen! Ist ja Herbst, ist ja wieder dran“.

Nur aus Routine, weil du seit 20 Jahren deine Herbstdepressionen kriegst, und du hast ganz vergessen, du bist ein neuer in Christus – der Teufel klopft und bietet sie dir an. Und aus Routine, weil du sie jedes Jahr genommen hast, nimmst du sie.

Oder du warst ein Drogenabhängiger. Und auf einmal kriegst du einen totalen Appetit wieder nach Drogen, und weil du gewohnt warst, fünfzehn Jahre, immer wenn dieser Appetit nach Drogen war, sofort – ohne weiter nachzudenken und danach zu greifen und sie dir eben reinzupfeifen … Wenn du weißt, du bist frei – das ist nur ein Gefühl! Aber die Realität ist: Du bist frei. Die Realität ist: Du bist ein neuer Mensch in Christus. – „Nein, danke! Auf wiedersehen. Bei mir nicht mehr!“

Die alten Wünsche, die alten Forderungen, die alten Schuldigkeiten sind abgetan. Es ist vorbei, du bist ein neuer. Zieh deinen Personalausweis hervor – das ist das Neue Testament. Sag: „Es steht geschrieben … ist jemand in Christus, ist er eine neue Kreatur – das alte ist vorbei“.

Auf dieser Grundlage kann man der Sünde widerstehen ohne dass krampfig wird. Ohne dass man da ein Riesenopfer bringen muss und irgendwas irgendwie so aus sich herausreissen muss. Du brauchst das nicht, weil du weißt, wer du wirklich bist, weil du weißt, was passiert ist, weil du weißt, was du hast und was du nicht hast.

Und deswegen – und das tue ich auch heute noch – immer wieder kehre ich zu diesen Wahrheiten zurück und denke darüber nach und preise Gott dafür und sage: „Das ist das, was für mich zählt. Das ist die Wahrheit über meinem Leben“. Und wann immer ich in einer Situation bin, wo die Gefühle mir etwas anderes sagen – ich will mich halten an das Wort Gottes. Ich will mich halten an das, was geschrieben steht. Und so wirst du durchkommen, so wirst du heile werden, so wirst du herauskommen aus deinen Problemen, so wirst du aufsteigen.

Tag für Tag von Entscheidung zu Entscheidung immer nach dem gehen: Was sagt das Wort? Und dem Heiligen Geist Gelegenheit geben, diese Wahrheiten immer schön lebendig in dir zu halten. Und dieses Empfinden für Wahrheit trübt die Sünde ein und verdreckt sie und staubt sie ein. Es muss in dir sauber werden damit es ganz klar für uns ist, wer wir sind.

Dies würden Psychologen so sagen ohne dass sie wissen, wie tiefgründig diese Wahrheit eigentlich ist: Dein Bild von dir selbst bestimmt dein Leben.

Dein Bild von dir selbst! Denke doch nicht – oder plane doch nicht, weiterhin dich als harmloses, kleines, armes, trauriges Mauerblümchen zu sehen, aber zu hoffen, ein siegreiches Leben zu führen. Es wird nicht klappen. Ich habe noch nie einen siegreichen Menschen gesehen, der sich als unbedeutendes Würmchen sieht. Das gibt es nicht. Das ist unmöglich.

Und da ist die herrliche Botschaft der Bibel – es beginnt nicht damit, dass Gott sagt: „Hach wie schön, jetzt hast du die Entscheidung getroffen für mich. Jetzt – erstens: Haare ab, Ohrring raus!“ Also, ich rede jetzt von den Männern, ja? Oder: „Zigaretten ab ins Klo!“ Und was weiß ich – deine hochprozentigen Getränke alle den Abfluss runter oder irgendwelchen solche Dinge.

Das ist nicht wie das christliche Leben beginnt. Viele Leute machen sich den Kopf, was sie alles tun müssen. „Oh, jetzt bin ich Christ geworden“ – und sie sehen nur noch einen Wald von lauter Verbotsschildern. „Oh, jetzt darf ich nicht mehr dieses, jetzt soll ich das tun, jetzt muss ich darauf achten, jetzt muss ich auch noch meinen Zehnten geben und dies und jenes usw.“ So beginnt nicht das christliche Leben, das wird ein Fehlstart, das kann ich dir jetzt schon sagen. Es beginnt nicht damit, dass du etwas tust – es beginnt damit, dass du erkennst, was geschehen ist. Es beginnt damit, dass du hineingeführt wirst in Realitäten, es beginnt damit, dass du Gott, den Vater kennenlernst. Das ist das Allererste, was ein Baby in Christus machen muss.

Und hier redet die Bibel wirklich von einer geistlichen Entwicklung wie ein Mensch auch. Er wird geboren. Und was ist er danach? Ein Baby. Stell dir vor, ein Baby kommt zur Welt und es ist eine Woche gerade alt und zu Hause und sagt: „Oh, meine Güte, Mami, wie ist das mit der Steuererklärung? Wie macht man das eigentlich? Und kann ich nicht schon mit dem Führerschein beginnen? Werde ich das schaffen?! Diese schwierigen Fragen!!“

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (65:00 bis 70:00)

 

Wenn die Korinther geheiligt sind, du bist auch geheiligt. Wenn sie abgewaschen worden sind, wenn sie durch das Blut Christi gereinigt sind, dann du auch. Du bist gereinigt.

Du sagst: „Ich fühle das aber nicht!“ – Ja, weil du gar nicht zuhörst wenn ich sage: Du bist gereinigt. Statt das anzunehmen und zu glauben und dich darin total einzugraben in dieser Wahrheit – „du bist geheiligt, gereinigt durch das Blut Jesu“ – starrst du nur immer auf deine Sünde!

Und viele halten die Sünde fest und meinen sogar, die Sünde hätte eine demütigende Wirkung auf sie. Und sie halten die Sünde selber fest. Und die Bibel redet von ganz anderen Dingen, darüber werden wir später reden: Von dem reinen Gewissen durch das Blut Jesu.

Also – Errettung heißt: Wir sind in einer neuen Dimension. Und das bedeutet, wir haben Schutz und wir haben Freiheit. So wie wir vorher Kinder des Teufels waren. Und mancher Theologe ist ein bisschen empört darüber, aber Jesus hat gesagt: „Ihr habt den Teufel zum Vater“.

Joh 8,44
Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.

Zu den Profi-Religiösen hat er das gesagt! „Ihr habt den Teufel zum Vater!“ Nicht, weil die besonders schlimm waren, sondern weil sie einfach noch nicht in diesem drin waren, was Christus an neuer Beziehung und Grundlage eben geschaffen hatte. Jeder Mensch, auch wenn er noch so anständig versucht zu leben, der getrennt ist von Gott, hat den Teufel zum Vater.

Das mag der Humanist nicht gerne hören – er möchte auf seine Schokoladenseite hinweisen und möchte doch irgendwie ein Wertgefühl aufgrund seiner Leistungen irgendwie haben und das auch anerkannt wissen – aber die biblische Tatsache ist, dass wenn wir nicht von neuem geboren sind, dann sind wir nur von altem geboren. Und das heißt, wir haben den Teufel zum Vater.

Und Errettung bedeutet: Wir werden herausgenommen. Und der alte Anspruch des Teufels gilt nicht mehr. Aber weil wir so gewohnt sind, in diesen alten Bahnen zu denken und zu leben und zu reagieren, brauchen wir eine Weile bis das hier oben bei uns klingelt und wir verstehen, ich muss diesen alten Wünschen, diesen alten Begierden, diesen alten Dingen, die da immer wiederkommen – ich muss denen gar nicht mehr gehorchen! Aber das Widerstehen beginnt damit, dass du weißt, du hast einen Herrn. Du lebst in einem neuen Machtbereich.

Mein Bild früher war immer das eines DDR-Bürgers, der ausgebürgert wurde. Irgendwann durch irgendwelche Umstände meinetwegen kam er dann rüber und dann war er hier. Und dann stell ich mir so vor, es ist also der Vorabend zum 1. Mai. Am 1. Mai war immer „Arbeitergroßkampftag“, also Paraden waren angesagt und alles mögliche. Und er lebt jetzt im Westen und ist wenige Wochen hier. Und am Abend des 30. April klingelt’s und da ist der alte Brigadenführer oder irgendwer und sagt: Ach, Herr Müller, gut, dass ich sie treffe, ich wollte nur nochmal dran erinnern, morgen 10:30 Uhr auf dem Platz wie immer, hier sind die Fähnchen, bitte schön sozialistisch siegreich lächeln, nicht vergessen, also wir sehen uns dann in alter Frische“.

Was wird der Mann tun? Wir er sagen: „Oh Mann, um ein Haar hätte ich den Termin vergessen, Mensch, jetzt hätte ich doch beinahe glatt vergessen. Hatte ich mir schon schön einen freien Tag irgendwie ausgedacht mit meiner Familie, habe ich doch vergessen – ist doch Parade! War doch jedes Jahr. Ist doch jedes Jahr, das gehört doch zu den Pflichten eines guten sozialisitischen Staatsbürgers. Oh Mensch, gut, dass er mich erinnert hat! Das wäre ja eine Pleite gewesen wenn ich das vergessen hätte“.

So wird er – wenn er weiß, was Ausbürgerung bedeutet und dass er nicht zu Gast in der Bundesrepublik ist, sondern dass er jetzt hier Staatsbürger ist – so wird er nicht reagieren! Sondern wie wir er reagieren? „Ach, ja schön, dass ich sie mal wiedersehe. Was ich ihnen noch alles so erzählen wollte, was damals irgendwie nicht so ganz möglich war. Aber jetzt möchte ich ihnen einiges sagen. Und im übrigen – morgen, das können sie sich aus dem Kopf schlagen!“ – Sagt er: „Wieso? Sie waren doch immer da! Das erwarte ich von ihnen. Das wird Konsequenzen haben“. Und dann zieht er seinen kleinen bundesdeutschen Plastik-Personalausweis heraus und sagt: „Schauen sie mal hier – wissen sie, was das ist? Ich bin ein neuer Staatsbürger. Ich habe eine neue Regierung! Die alten Gesetze, die alten Ordnungen, die alten Pflichten sind ein für alle mal gekündigt und gelten nicht mehr. Ich wünsche einen schönen Feiertag, eine schöne Parade da draußen morgen aber ohne mich. Ich komme morgen nicht, ich komme auch nächstes Jahr nicht, ich komme nie mehr, weil ich nicht mehr kommen muss. Weil ich eine neue Identität habe. Ich bin einer neuer Mensch, ich habe einen neuen Pass, ich habe ein neues Recht, ich habe eine neue Autorität über mir, und die alte Ordnung ist für mich zusammengebrochen. So sieht’s aus, also auf Wiedersehen“.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (60:00 bis 65:00)

 

Du gehörst zu Gottes Familie. Das musst du wissen, was das bedeutet. Das heißt: Gott übernimmt alle Verantwortung für dich! Wie früher so als kleines Kind. Ich weiß nicht, wie es dir ging, ich hatte nur eine Schwester, und mit der verstand ich mich nicht gut. Aber ich hatte Jungs in der Nachbarschaft, die mir Böses wollten. Und dann habe ich immer gesagt: „Du, wenn du mich nicht in Ruhe lässt, hole ich meinen großen Bruder“. Das hat gewirkt, aber nur so lange bis sie herausgefunden haben, ich hatte keinen großen Bruder.

Aber so lange sie das nicht gewusst haben, hat das prächtig geklappt. Ich konnte kühn da ihre Straße durchgehen ohne Angst zu haben, sie vermöbeln mich, weil ich ihnen gedroht habe mit meinem großen Bruder.

Und jetzt hast du endlich mal einen großen Bruder! Christus ist dein Bruder. Der große Bruder, der ältere Bruder, der dich beschützt. Er ist für dich da. Gott ist dein Vater, Christus ist dein Bruder. Er ist der Erstgeborene – Röm 8 – unter vielen Brüdern.

Röm 8,29
Denn die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.

Der Erstgeborene unter vielen Brüdern! Und wenn du mit dem Teufel Ärger hast, dann kannst du sagen: „Ich hole meinen großen Bruder“. Und er weiß, was du meinst, und er ist sehr beeindruckt. Weil er weiß, dass nicht jetzt du gegen ihn versuchst anzukommen, sondern du trittst ganz bescheiden zur Seite und lässt einmal den großen Bruder zwei Schritte nach vorne machen. Und da wird selbst der böseste Teufel ein bisschen blass. Er wird blass und er kriegt Probleme.

Jak 4,7b
Widersteht aber dem Teufel! Und er wird von euch fliehen.

„Widersteht dem Teufel“ – das heißt nicht, ihn anzuschreien. Manche jungen Christen sehe ich, die schreien den Teufel an. Das ist ja lächerlich. Er ist nicht beeindruckt von deiner Lautstärke. Oder dass du ihm irgendwelche Verwünschungen hinterher wirfst. Das sollten wir nicht tun. Lass den großen Bruder ran. Sag: „Moment einmal, das regeln wir gleich, ja? Augenblick …“ – einen Schritt zur Seite und sagst: „Jesus, übernimm du“. Und er in dir steht auf, er ist der Herr, alles ist ihm untertan. Der Teufel muss sich beugen. Der Teufel ist besiegt, Jesus ist Herr. Stell dir Jesus vor – er spricht ein Wort und sagt: „Lass ihn in Ruhe!“ Bäm. Und er rennt.

Er rennt! Du kleiner Winzling – indem du auf den großen Bruder verweist – kannst den Teufel zum Rennen bringen. Das ist die Grundlage von Freiheit. Das ist die Grundlage von „hier oben klare Gedanken haben“, Zwänge ablegen, reine Fantasie bekommen, von Alpträumen befreit werden. Die Grundlage ist, dass Christus überwunden hat und dass er für dich streitet. Er für dich! Das könnten wir in vielen, vielen Schriftstellen nachweisen. Das ganze Kapitel Römer 8 ist da eine sehr interessante Hausaufgabe, die ich euch hiermit so vorlegen möchte: Das einmal so betenderweise durchzulesen. Das ist so fantastisch, was für Wahrheiten dort drin sind.

Und dort heißt es: „Wenn er für uns ist, wer könnte gegen uns sein?“

Röm 8,31
Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?

Wer kann gegen dich sein? Wenn er für uns ist?! Er ist der Herr! Er ist der Höchste, der Größte. Er ist für uns! Und das müssen wir verstehen und sehen, dass das klare Aussagen sind im Worte Gottes, die gelten jedem Christen.

Kol 1,13 redet von der Errettung: Wir sind herausgenommen aus dem Machtbereich der Finsternis und versetzt in ein neues Reich.

Kol 1,13
Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe

Wir „sind“. Nicht: „Wir werden eines Tages“. Ja, du sagst, ich weiß – im Himmel. Nein! Die Bibel redet nicht davon! Sondern sie sagt: Jetzt, hier. Wir sind schon aus dem Herrschaftsbereich der Finsternis herausgenommen und sind in einem neuen Reich. Wir sind.

Viele versuchen etwas zu erleben, was sie noch nicht ergriffen haben. Und das wird nie funktionieren. Du kannst nur erleben, was du ergriffen hast. Und darum ist es wichtig, dass wir diese Aussagen wirklich bedenken, dass wir sie in uns tief hineinbauen in unseren Geist und dass wir sie durch den Heiligen Geist, durch Anbetung, durch Danken immer wieder frisch und lebendig halten.

1 Kor 1,30
Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung

Wir sind in Christus. Wir sind versetzt, wir sind jetzt „in ihm“. Paulus sagt an einer anderen Stelle: Unser Leben ist verborgen.

Kol 3,3
denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott.

Unser Leben ist verborgen – wir sind „in Christus“. Wir sind in ihm. Nicht: „wir werden sein – einige von uns haben es schon geschafft“, sondern wir! Wer ist „wir“? Wir, die Gläubigen! Paulus redet nicht von: „Ihr lieben Korinther, ich hab’s geschafft, ich bin in Christus, ihr habt noch viel vor euch, aber ich hab es schon geschafft“. Sondern er sagt: „Wir sind in Christus“.

Genauso zu den Korinthern, die viele Probleme hatten. Und ein ziemliches Durcheinander in ihren Gottesdiensten hatten. Denkt an diese Gelage, die sie da gehabt haben statt Abendmahl. Wo sie alles mögliche durcheinander irgendwie hatten.

Und Paulus sagt zu ihnen: Ihr seid geheiligt, ihr seid abgewaschen.

1Kor 6,11
Und solche sind etliche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und in dem Geist unseres Gottes!

Redet er da von dem, was er gerade aktuell bei ihnen vorfindet? Nein, er redet nicht davon, er redet von ihrem Status. Er redet von dem, was sie im Hinblick auf Christus haben. Und weil sie das nicht gewusst haben und weil sie nicht wussten, wie man das umsetzt, hatten sie im sichtbaren Leben, in ihren Beziehungen in der Gemeinde, im Gemeindealltag, hatten sie wenig davon vorzuweisen.

Und trotzdem macht Paulus klar: Sie sind geheiligt. Und ich sage dir: Wenn die Korinther geheiligt waren, dann bist du auch geheiligt.

Hier wäre jetzt ein „Amen!“ angebracht gewesen, ich habe extra eine Pause gemacht. Wäre jetzt wirklich sehr gut gewesen.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (55:00 bis 60:00)

 

Der Tod ist die stärkste Waffe des Teufels. Und der Tod hat sich die Zähne ausgebissen. Wie die Schrift sagt:

Apg 2,24
Ihn hat Gott auferweckt, indem er die Wehen des Todes auflöste, weil es ja unmöglich war, dass Er von ihm festgehalten würde.

Ein ganz starkes Wort – „festhalten“.

2902. krateó: Kraft haben, kräftig sein und daher: etw. beherrschen, sich einer Sache oder Person bemächtigen; jmdn. oder etw. ergreifen (mit oder ohne Gewaltanwendung), in Besitz nehmen. jmdn. festnehmen, gefangennehmen, an d. Hand nehmen.

Das ist also richtig mit Klammern und mit aller Kraft. Man sieht förmlich die Schweißperlen auf dem Angesicht des Todes. Er wollte noch Christus zurückhalten, aber es war so eine Power in ihm, die Herrlichkeit Gottes – pow. Hast du mal dieses herrliche Bild gesehen von Albrecht Dürer von dem auferstehenden Christus, wie er da so – wow, mit Licht und Herrlichkeit irgendwie da hervorkommt und so?

Albrecht Dürer – Christus erhebt sich von den Toten (Quelle: Wikipedia)

Es gibt da herrliche Bilder, und da denkst du, wow, der hat etwas davon verstanden. Der hat etwas davon verstanden, von dieser Dynamik, die da ist. Und dieses Leben ist uns geschenkt und wir brauchen ein Verständnis dessen, was das ist. Dass das Leben den Tod verschlungen hat. Dieses Auferstehungsleben ist in dir.

Matthias Grünewald – Auferstehung (Quelle: quatember.de)

1 Joh 5,4
Alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt.

Alles, was aus Gott geboren ist, überwinder die Welt. Was ist „Welt“? „Welt“ ist Sünde, ist Bedrückung, ist Selbstsucht, sind verkehrte, negative Verhaltensweisen, ist alles mögliche, alles nicht heilsam, nicht gut. Verkehrte Lust. Und was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt. Warum? Nicht, weil der sich so kräftig anstrengt, sondern weil er etwas in sich hat gegen das die Welt keine Chance hat. Deswegen! Und weil er gelernt hat, dieses Leben hervorkommen zu lassen.

Und alles, was wir tun sollen, ist, durch Lehre und durch glaubendes Reagieren diesem Leben in uns Raum zu geben. Das ist in einem Satz der Schlüssel von Sieg.

Durch Lehre zur Erkenntnis kommen und von der Erkenntnis zu einem glaubensvollen Reagieren auf die göttlichen Wahrheiten. Das setzt dieses Auferstehungsleben frei. Und wenn ich von „freisetzen“ spreche, dann meine ich: Immer wenn neue Herausforderungen sind, immer wenn neue Probleme da sind, immer wenn neue Schwierigkeiten und Engpässe da sind – dieses Leben ist da, aber es ist ein Leben aus Glauben, und jedes Mal neu können wir uns entscheiden zu trauern und so zu tun als wäre kein Helfer da und den Gefühlen zu glauben – oder wir können uns entscheiden: Wir sind gläubige Gläubige – im Gegensatz zu den ungläubigen „Gläubigen“.

Wir rechnen mit dem, was das Wort Gottes sagt: Christus, der Herr, ist in mir. Auferstehungsleben ist in mir. Die Probleme haben keine Chance. Nicht, weil ich so clever bin, weil ich mich so anstrenge oder weil ich Abitur habe. Nein! Weil dieses Leben aus Gott in mir ist. Und es ist ein Leben, das den Tod verschlungen hat.

Das ist die stärkste Waffe, die der Teufel hatte. So, wenn die versagt hat – ich glaube, er hat wenig Gelüste dann noch mit den anderen zu kommen. Das macht keinen großen Sinn mehr. Wenn schon seine mächtigste Waffe versagt hat. Dieser Christus lebt in uns, sagt die Bibel. Er ist in uns.

Kol 1,27
Ihnen wollte Gott zu erkennen geben, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Nationen sei, und das ist: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.

Auferstehungsleben ist in dir! Da machst du deine Jacke auf – wow! Da ist es drin. „Soll ich es noch mal herauskommen lassen, Teufel? Möchstest du nochmal erleben, das, was damals unten im Totenreich – erinnerst dich – Apostelgeschichte 2? Wo der Tod nicht festhalten konnte? Apostelgeschichte 13 – wo Christus von neuem gezeugt wurde? Möchtest du das noch einmal erleben? Wie dieses Leben hervorkommt und dich demütigt?“

Apg 13,33
dass Gott sie uns, ihren Kindern, erfüllt hat, indem er Jesus erweckte; wie auch im zweiten Psalm geschrieben steht: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“

Es kehrt sich alles um! Statt vom Teufel gejagt zu werden, werden wir solche, die den Teufel verjagen. Du sagst, das ist aber mir ein bisschen zu extrem. Wie kann man so etwas sagen? Nun, die Bibel sagt: Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch!

Jak 4,7b
Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch

Und „fliehen“, du kannst es in einem Wörterbuch der deutschen Sprache nachschlagen. „Fliehen“ bedeutet: „in Erwartung von etwas Schrecklichem sich eilends fortzubewegen“.

Das heißt „fliehen“. Und die Bibel sagt nicht: Widersteht dem Teufel, und dann schlendert er von dannen – und sagt: Okay, okay, gut, ich komme morgen nochmal vorbei.

Er flieht! Er flieht! Hallelujah. Er flieht. Du kleiner Wicht, nicht weil du so drahtig und dynamisch bist, sondern weil Christus in dir ist und weil du verstanden hast wie dieses Leben hervorkommt und wie nicht du dem Teufel entgegentrittst, sondern der Christus in dir. Du kannst den Teufel zum rennen bringen. Das ist, was die Bibel sagt.

Und das ist die Grundlage von Sieg, von Autorität, dass wir verstehen, was da in uns passiert ist, was für eine Art von Leben.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (50:00 bis 55:00)

 

Okay, und jetzt gehen wir mal einige solche wenigen Dinge durch. Und ich will noch ein bisschen bei dieser biblischen Aussage bleiben, dass – wenn Christus unser Herr geworden ist – unser Geist neu ist. Unser Geist ist aus Gott geboren.

Eph 4,24 redet von dem inneren Menschen, der nach Gott geschaffen ist.

Eph 4,24
und den neuen Menschen angezogen habt, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Der innere Mensch ist nach Gott geschaffen. Was haben wir gelernt am Anfang beim Sündenfall? Da gab es eine Transformation und der Mensch wurde verwandelt nach den Gelüsten und den Grundeinstellungen und nach den Werten des Teufels. Und das war der Anfang der Katastrophe. Und jetzt – das ist das Schöne – bei dieser neuen Schöpfung – die ist nicht nur „neu“ im Sinne von „zeitlich“, sondern qualitativ! Viele, viele Christen, wenn sie hören, sie haben ewiges Leben oder wenn sie das lesen – sie denken nur in Zeitbegriffen. Aber das Wesentliche des ewigen Lebens ist, dass es göttliches Leben ist. Der Sünder in der Hölle nachher hat auch ewiges Leben – wenn du so willst – wenn du in Zeitbegriffen denkst.

Viel wichtiger als die Zeit ist die Qualität. Was für ein Leben haben wir? Das ist göttliches Leben, Leben aus Gott, das haben wir in uns. Und Gott bekanntlich ist ein Gott, dem es sehr gut geht. Die Bibel redet davon, dass er sehr vital ist, sehr lebendig, dass es ihm gut geht, dass er totalen Überblick hat, dass er sehr kraftvoll ist, dass er herrscht und nicht beherrscht wird, dass er ein siegreicher Gott ist, dass er ein Gott ist, der sich Pläne setzt und diese Pläne erfüllt. Und dieses Leben haben wir in uns. Wir haben ein Leben in uns, dass uns zum Erfolg führen wird.

Bitte nicht „Erfolg“ im Sinne von „du hast zwei Mercedes vor der Tür und noch ein drittes als Cabrio und hast ein Verhältnis mit deiner Sekretärin und auch sonst irgendwie stehst du kurz vorm Nervenzusammenbruch“. Das ist nicht „Erfolg“!

Erfolg ist, dass du weißt, was du tun sollst in diesem Leben, dass du es gerne tust, dass die Kraft Gottes da ist und dass du erfüllen kannst, wozu Gott dich gerufen hat. Erfolg ist nicht, dass du ein zweiter Reinhard Bonnke wirst, Erfolg ist, dass du ein erster Du selbst wirst – das ist Erfolg: Den Willen Gottes zu kennen und zu tun. Du wirst nirgendwo glücklicher sein, mehr Erfüllung haben, mehr Sicherheit im Leben erleben und Geborgenheit und Spaß und Abenteuer und Freude und das alles in einer wunderbaren Mixtur als im Zentrum des Willens Gottes – nirgendwo wirst du mehr Erfüllung haben. Das ist doch eine Lüge par excellence zu glauben, da draußen mit dem Teufel hätte man mehr Spaß als mit Gott! Das ist ja schon die Lüge des Feindes: „Gott ist der Miesepeter, der macht dich heilig, aber unglücklich. Aber draußen hast du den Spaß, okay, du musst ein bisschen bezahlen, aber da hast du den großen Spaß“.

Nein, es ist genau umgekehrt: Drinnen hast du den großen Spaß ohne dass du einen Preis bezahlen musst und es geht dir gut und nachdem es dir gut geht, geht es dir besser. Und nachdem es dir besser geht, geht es dir noch besser. Du steigst auf mit Gott. Der Lebensstil des Reiches Gottes – in Wahrheit, in Liebe, in Hoffnung usw. – ist ein wunderbarer Schutz. Und wir werden sehen, wenn du diese Lektionen des Grundlagenseminars durchläufst und anwendest in deinem Leben, Traurigkeit, Langeweile, Depression werden sich für immer aus deinem Leben verabschieden. Es ist nicht möglich, im Willen Gottes zu leben und depressiv zu werden. Es ist nicht möglich, du kriegst es einfach nicht hin. Die Depression sagt: Mit dem kann ich nichts mehr anfangen, der bietet mir keinen Landeplatz mehr, ich habe keine Landerechte mehr. Es ist nicht möglich!

Sich einsam zu fühlen wenn ich eine wirkliche Beziehung mit dem lebendigen Gott habe – und bitte, es ist ein Unterschied, ob jemand alleine ist, sagen wir mal als Single lebt oder ob er sich einsam fühlt – das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Und wir denken, ja, ich bin einsam, weil ich alleine bin, mein Heim ist verlassen, die Frau ist mir durchgebrannt, ich bin so einsam! Nein! Du bist nicht deswegen einsam, weil die Frau weggerannt ist, du bist einsam, weil du die Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist nicht kennst.

Und wenn du die kennst, dann wirst du ein Mann, von dem wird nie wieder eine Frau weglaufen. Und entweder sie kommt wieder oder Gott gibt dir eine neue.

Und wir denken, ja, logisch, ich bin einsam, weil ich alleine bin. Nein, das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Es kann allerhand trauriges in deinem Leben passieren, deswegen bist du noch lange nicht traurig. Das ist das interessante: Wir schaffen jetzt, wenn wir das verstehen, wie das funktioniert, aus diesem göttlichen Leben in uns, das ein herrliches Leben ist, ein „Auferstehungsleben“! Das heißt, das war mausetot und ist zum Leben gekommen. Danach kann der Tod kratzen, rütteln, drohen, schimpfen, irgendetwas tun – der Tod grundsätzlich hat sich schon disqualifiziert als ein Faktor, der dieses Leben noch einmal dezimieren oder einengen oder einsperren oder unterdrücken könnte. Wir brauchen eine Anschauung, was ist Auferstehungsleben? Es ist Power!

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (45:00 bis 50:00)

 

Es gibt Erfahrungsberichte vom Apostel Paulus, und da sagt er: „Keineswegs! Das, was ich hab, hat jeder andere auch – keineswegs! Die Berufung, die ich habe und diese Kraftwirkungen und dies und das – das hat jeder andere auch – keineswegs!“

Aber es gibt andere Dinge, die sind, und ich sag’s noch einmal, damit du es auch verstehen kannst, serienmäßige Grundausstattung. Ohne Aufpreis. Hast du Christus, hast du das auch. Das gehört dir. Und es wird erst wirksam wenn du weißt, dass es dir gehört, und wenn du entsprechend beginnst, dich darauf einzustellen. Und das wird dann später alles dann näher entfaltet wie dann unsere Seele verändert werden kann, wie die Gedanken verändert werden können, wie unsere Worte verändert werden, unser Vokabular, die Art und Weise wie wir umgehen mit uns selbst und miteinander usw. Das sind alles Folgen von der Erkenntnis dieser Grundausstattung, und darum geht es jetzt.

Und ich werde nur einige solcher Dinge wohl nennen können in dieser Zeit jetzt hier, aber ich möchte euch ermutigen, weiterzuforschen im Worte Gottes. Und ich möchte euch ermutigen, auch gleich von Anfang an, richtig mit diesen Fakten umzugehen: Der Heilige Geist ist derjenige, der uns lehren will, der uns die Augen auftun will, dass wir verstehen, was uns von Gott gegeben ist.

1Kor 2,12
Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind.

Dazu ist der Heilige Geist da. Achte darauf, hier geht es nicht darum, dass uns Dinge von Gott geschenkt werden sollen, sondern dass wir die Dinge, die schon geschenkt wurden, von uns erkannt werden, was ein himmelweiter Unterschied ist. Du kannst etwas haben und gar nicht wissen, was für Kostbarkeiten du da hast und du wirst es nicht schätzen.

Mir hat mal jemand eine Uhr geschenkt. Naja, die sah ein bisschen futuristisch ist, und, ja, war irgendwie brauchbar natürlich – wofür man eine Uhr braucht und so. Und irgendwann war ich mal zu Besuch in der Schweiz und dann hat der Pastor sich die Uhr angeguckt und „Wow“, ich weiß nicht mehr die Marke, die er genannt hat, aber irgendwas so knapp unter Rolex oder sowas ganz extremes, ja, was ganz besonderes und wertvolles sei meine Uhr.

Das wusste ich gar nicht! Habe ich schon viele Monate gehabt, die Uhr und dachte, naja, eine Uhr braucht man halt, so Zeit und so. Und dann hat er mir gesagt, was für eine kostbare Uhr ich habe. Ich dachte, „wow, ich habe eine besondere Uhr“. Auf einmal war die Uhr mir ganz wertvoll, ja? Vorher war das für mich ein ganz normales Ding, aber als ich wusste, Mensch, das ist eine ganz teure Uhr. Er hat auch gesagt, was die ungefähr kostet, ich war sehr beeindruckt, wie jemand mir das schenken konnte. Also auf einmal wurde mir das wertvoll.

Und wir haben solche Kostbarkeiten vom Herrn geschenkt bekommen, die uns fast nichts wert sind, weil wir blind sind. Und wir brauchen den Heiligen Geist, um zu verstehen, was uns geschenkt wurde. Und das Hauptproblem des jungen Gläubigen ist nicht: „Oh Gott, gib mir mehr Kraft, gib mir mehr Liebe, gib mir mehr Reinheit, gib mir mehr das, gib mir mehr jenes“. Das Hauptproblem ist zu verstehen, was Gott mir schon gegeben hat.

Statt um alles mögliche zu bitten, was Gott uns sowieso nicht geben kann, weil er es uns schon gegeben hat – was soll er denn machen? Er hat dich heilig gemacht! Du sagst: „Gott, gib mir Heiligkeit!“ Gott sagt: „Tut mir leid, das geht nicht“ – „Gott, warum nicht? Gib mir Heiligkeit!“ – „Ja, du bist schon heilig!“

Gott kann es nicht nochmal wegnehmen, nur weil du irgendwie ein Spätzünder bist und es dir dann noch einmal geben. „Geschenkt ist geschenkt“, sagt das Sprichwort, „Wiederholen ist gestohlen“.

Gott hat es dir gegeben, und wenn du das nicht verstehst, dann wirst du das nicht genießen können. So viele wichtige Dinge sind uns gegeben. Und wir wissen das nicht. Und wir verhalten uns so wie solche, denen gerade das fehlt. Es fehlt uns gar nicht! Es fehlt uns die Einsicht, die Erkenntnis und Erkenntnis nicht in einem theoretisch, akademischen, intellektuellen Sinne, sondern wenn ich von Erkenntnis spreche, dann meine ich die geistgewirkte geistliche Erkenntnis, die sozusagen ein Aha-Erlebnis ist. Die innerliche Kraft freisetzt. Wenn wir etwas erkennen vom Worte Gottes, dann geht immer einher damit, die Befähigung, das auch zu genießen. Es geht einher die Kraft gemäß dieser Einsicht, gemäß dieser Offenbarung wirklich auch zu leben.

Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 3 – Die neue Geburt (40:00 bis 45:00)

 

Wichtig ist mir hier, bevor wir da so in Einzelheiten hineingehen, dass wir den Unterschied verstehen zwischen Verheißungen und zwischen Beschreibungen unseres Status, unseres Zustandes. Es gibt wunderbare Verheißungen im Worte Gottes und das ist sehr ermutigend, sich damit zu beschäftigen und die haben eine enorme Kraft, unser Leben zu prägen und zu verändern. Die Bibel redet davon: Wenn ich weise und vernünftig mit meiner Frau umgehe, dann behindere ich nicht meine Gebete.

1Petr 3,7
Ihr Männer ebenso, wohnt bei ihnen mit Einsicht als bei einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, und gebt ihnen Ehre als solchen, die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, damit eure Gebete nicht verhindert werden!

Also, ich kann meine eigenen Gebete behindern, dass sie nicht erhört werden. Das hat etwas damit zu tun, mit der Art und Weise wie ich mit meiner Frau umgehe. Also – mit anderen Worten: Gott schaut in meine Wohnung hinein! Und Gott sagt: Ja, mein Lieber, hier gibt es einiges zu verändern, sonst gibt es keine Gebetserhörung.

Interessant!

Oder nehmen wir eine andere Schriftstelle – Eph 6,2-3 – ist meine Lieblingsstelle für meine Kinder.

Eph 6
2 »Ehre Vater und Mutter«, das ist das erste Gebot, das eine Verheißung hat:
3 »auf dass dir’s wohlgehe und du lange lebest auf Erden« (5.Mose 5,16).

Da sag ich: Schau mal, wenn du willst, dass es dir gut geht und du ein langes und schönes Leben hast, das hat etwas zu tun mit deiner Haltung gegenüber deinen Eltern. Dann sag ich: Nun lass uns mal überlegen, was bedeutet „Ehre Vater und Mutter“, und dann kommen wir auf einige interessante Dinge. Und dann stellen wir fest, das hat etwas mit Respekt zu tun, nicht mit Unterwürfigkeit oder Sklavengeist oder so – sondern wenn ich meine Eltern ehre, dann werde ich sie nicht in den Schmutz ziehen, dann werde ich sie nicht demontieren, dann werde ich nicht irgendwie sie beschämen, sie beschimpfen oder sonst irgendwie negativ sie darstellen und mich gegen sie stellen. Sondern ich erkenne das Gute an, was da ist und ich bin dankbar für das, was Gott durch sie in mein Leben gewirkt hat. Das alles hat etwas mit Ehre zu tun.

Gut, das sind nur Beispiele. Wir kommen später zu diesen schönen Themen. Das sind nur so kleine Vorausblicke mal. Später dann im mittleren Teil kommen wir dann dazu, wie Gott wirklich therapeutisch eingreifen kann, uns freisetzen kann, Ketten zerbrechen kann usw.

Aber jetzt will ich nur sagen, es gibt Verheissungen im Worte Gottes, wo Gott sagt: Tu das und das, und dann wird das und das passieren.

Und es gibt etwas anderes, und das ist in einer Weise für uns als Leute, die erste klare Schritte gehen wollen im christlichen Leben, noch viel wichtiger: Das sind nicht die Verheissungen, sondern die Beschreibungen unseres Status. Wo Gott etwas sagt über die serienmäßige Grundausstattung eines jeden neutestamentlichen Christen. Das ist etwas anderes als Verheissung, ja? Bei einer Verheissung sagt Gott: Geh vernünftig mit deiner Ehefrau um, und dann werde ich deine Gebete erhören. Das hat eine Bedingung. Aber z.B. Johannes 1,12 ist eine Beschreibung.

Joh 1,12
so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben

Wenn ich Christus angenommen habe – gut, man könnte sagen, das ist auch die Bedingung, aber die haben wir jetzt ja erfüllt und darauf haben wir geantwortet – aber dann sagt es: Man ist von neuem geboren.

2 Kor 5,17
Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

2 Kor 5,17 – ein Neues ist geworden, eine neue Schöpfung. Wir sind aus Gott geboren, wir sind Kinder Gottes. Das hat keine weiteren Bedingungen – all diese Beschreibungen, die wir uns jetzt anschauen und die sehr, sehr wichtig sind und enorme Auswirkungen haben auf unser Lebensgefühl, auf die Art und Weise wie wir jetzt Schritte gehen können, wie wir mit Problemen umgehen können – diese Grundausstattungen haben alle nur mit einer Bedingung zu tun, nämlich, dass man zum Herrn gekommen ist, dass man sein Leben ihm übergeben hat. Das ist das einzige. Wenn wir von Bedingungen reden, dann diese, aber weiter nichts.

Du kannst männlich sein, du kannst weiblich sein, vielleicht weißt du auch nicht, was du bist, das ist egal – solange du dein Leben dem Herrn gegeben hast, trifft auf dich zu, was die Schrift sagt. Es trifft auf dich zu, du bist Kind Gottes, und du bist vieles, vieles andere mehr. Und wenn wir uns diese Liste anschauen, wir werden nicht zuende kommen, aber immerhin kann ich euch einen Vorgeschmack geben und ihr könnt dann weiterstudieren und sucht im Neuen Testament – besonders in den Briefen dann – die Beschreibungen, was hat ein Christ und was hat er nicht mehr. Nicht aufgrund seiner Leistung, aufgrund dessen, was er jetzt selber für Schritte geht, sondern was hat er bekommen als Grundausstattung vom Herrn. Und das zu kennen und darauf dann entsprechend zu reagieren, um Bahn zu machen, dass wir das auch erleben können – das ist einer der ersten Schlüssel zum Aufstieg und zu Erfolg, den du hier lernen kannst.

Was hat Gott dir gegeben „in Christus“ ist einer der ersten Schlüssel, vielleicht sogar nach der Hingabe an den Herrn, der allererste Schlüssel für Aufstieg. Also – wir werden uns solche Dinge anschauen und werden jedesmal vergewissern, trifft das auch auf uns zu oder sind das hier nur irgendwelche wunderbaren, sehr weit fortgeschrittene Apostel, die da von ihren persönlichen Erfahrungen reden und wir können nur zu ihnen aufschauen und sagen: „Ich wünschte, ich hätte das auch“?