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Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (90:00 bis Ende)

 

Und das macht die Sache klar und übersichtlich und einfach und überschaubar. Ich weiß, die Sektenpfarrer fangen immer an: „Wenn es stimmige, schlüssige Antworten gibt, ist ein großer Verdacht, dass es sich um eine Sekte handelt“. Aber Jesus hat stimmige, schlüssige Antworten gegeben: „Ich bin die Wahrheit, das Leben, der Weg.“

Joh 14,6a
Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben

Das war stimmig, das war schlüssig, das war eindeutlich. „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich“.

Lk 11,23
Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut!

Das war ganz klar. Jeder konnte sich positionieren, jeder wusste, woran er ist. Das ist eins dieser Zweifel-Argumente der Sektenpfarrer-Leute: „Wenn es schlüssige, stimmige Antworten gibt, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Sekte“. Gott gibt stimmige, schlüssige Antworten und Beurteilungen zu allen möglichen Fragen des Lebens inklusive unserer Sexualmoral. Weil Gott ist Gott, Er darf das. Und Er muss sich dafür nicht entschuldigen und muss sich nicht rechtfertigen vor Staatsanwälten oder vor Sektenpfarrern. Weil Gott ist Gott und kein Mensch. Und Er weiß wie wir zu leben haben.

Wenn eine Gemeinde das in die Fundamente bekommt, ist es von Anfang an eine Gemeinde, die in Konflikt ist mit dem Geist dieser Welt. Das muss uns klar sein. Aber das ist sowieso die Aufgabe – Jesus sagt: „Ich werde meine Gemeinde bauen und die Pforten des Totenreiches, des Hades, werden nicht standhalten können“.

Mt 16,18
Aber auch ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades (des Totenreiches) Pforten werden sie nicht überwältigen.

Sie werden nicht ausrichten. So, auch wenn ihr in einem Bundesland (Bremerhaven im Bundesland Bremen) seid, das vielleicht die stärksten Merkmale von antichristlicher Gesinnung hat zur Zeit – als ich gekommen bin von Bremen fuhr ich ja weiter und dann kam Bremerhaven und da stand „Bremen“. Zum ersten Mal gehört, Bremerhaven gehört zu Bremen – ich wußte das gar nicht, ja? So, herzlich Willkommen in diesem Bundesland, was so geprägt ist von einem antichristlichen Geist wie vielleicht im Moment kein anderes Bundesland. Und Gott hat etwas vor. Und Gott steuert auf einen Konflikt zu. Die Pforten des Totenreiches werden gegen die Gemeinde gehen, aber sie werden es nicht schaffen. Gegründet auf Gottes Wort ist die Gemeinde immer überwindend, immer überwindend. Vielleicht mit vielen Verlusten, mit vielen Märtyrern, aber das ist auch in Gottes Augen ein Sieg. Ein Märtyrer, jemand, der um der Wahrheit Willen Nachteile in Kauf nimmt, so dass er Leben lässt, ist für Gott ein Sieg. Weil es wird klar: Liebe zur Wahrheit ist stärker als der Selbsterhaltungstrieb. Und diesen Segen hat Jesus erworben auf Golgatha. Eine Liebe zur Wahrheit, die stärker ist als unser Selbsterhaltungstrieb.

Und ich hoffe, dass es inzwischen sich rumgesprochen hat und dass wir verstanden haben, wir steuern auf eine massive Christenverfolgung zu. Und die Fundamente werden gelegt in den Medien und im Rechtswesen. Wie kann das überhaupt sein, dass eine Politik, wo wir doch in einem Land leben, wo strikte Trennung zwischen Politik und Glaube ist, wie kann ein politisches Organ wie der Senat sich zu Glaubensfragen äußern? Wie ist das überhaupt möglich? Wie kommen die überhaupt auf diese Idee? Warum hat niemand gesagt, ihr verstößt gegen die Verfassung? Wie ist das überhaupt möglich, dass sie es wagen zu Glaubensfragen Stellung zu nehmen – das ist überhaupt nicht ihre Aufgabe. Jemand muss sie in die Schranken weisen.

Aber wir sind schon mächtig vorangeschritten auf dem Weg in die Meinungsdiktatur – mächtig vorangeschritten. Und die nächsten Jahre werden die Sache nicht einfacher machen. Und das einzige was hilft und was eine Alternative ist, ist eine Hingabe an das Wort Gottes, eine radikale Hingabe an das Wort Gottes. Und zu sagen: Jesus zu folgen heißt seinem Wort zu gehorchen – Schluss, aus, fertig. Mehr gibt es nicht zu sagen.

Das wird eine überwindende Gemeinde. Das wird eine Gemeinde sein, die ihm Ehre macht, die ihm gefällt.

Vater, wir danken Dir, dass Jesus dieses große Wort gegeben hat, ich werde meine Gemeinde bauen und die Pforten des Totenreiches werden nicht überwinden. Und Herr, hilf uns, klar zu sehen, was die Merkmale dieser Gemeinde sind, und gib uns Willigkeit da hineingenommen zu werden. Und zeig uns, was für ein Privileg das ist, dass wir in dieser wichtigen Stunde sind der Kirchengeschichte und dürfen einen gewaltigen Schritt nach vorne gehen, eine neue Form der Gemeinde, die es so im großen und ganzen in unserem Land überhaupt noch gar nicht gibt. Etwas neues, etwas klares, etwas geordneteres, etwas mehr schriftgemäßes, was Dir gefällt, danke für das Privileg, danke für die Einladung, danke, dass Du uns da hineinnimmst. Und wir wollen uns freuen über Deine Einladung und sie von Herzen annehmen und sagen, Du bist Gott, wir sind nicht Gott, und Du veränderst uns und Du hilfst uns. Hallelujah. Amen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (85:00 bis 90:00)

 

Und Gott hat massiv im Alten Testament Sein Volk gelehrt: Er hasst Vermischung. Er hasst Vermischung!

Gott ist Licht, Gott ist Wahrheit. Und Er wird es nicht zulassen, dass Wahrheit mit Lüge vermischt werden. In Ihm ist keine Finsternis.

1Joh 1,5
Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, daß Gott Licht ist und in ihm gar keine Finsternis ist.

Und Er wirkt in uns, dass auch in uns alle Finsternis verschwindet. David betet: „Du machst meine Finsternis hell“.

Ps 18,29
Ja, du zündest meine Leuchte an; der Herr, mein Gott, macht meine Finsternis licht

Du machst Licht in mir. Wenn Gott einzieht, kommt Licht, kommt Klarheit, und die Dinge werden sehr einfach und sehr übersichtlich. Theologie ist oftmals die Kunst, einfache Dinge kompliziert zu machen, dass am liebsten keiner mehr durchblickt. Wo man sich fragt, versteht der Dozent selber, was er dort erzählt? Weil das so verworren ist und weil das so durcheinander ist. Und immer ist es „sowohl als auch“. Und nie klare Kante, nie irgendwie „da geht’s lang“ und man hat hinterher mehr Fragen und ist mehr verwirrt als vorher. Das ist oftmals Theologie.

Die Lehre der Apostel ist eindeutig, ist klar, ist verstehbar, ist zu finden im Worte Gottes. Jeder kann in seiner Bibel nachschauen – und sollte auch nachschauen, ob das wirklich so ist. Wie war es bei Paulus? Er verkündet: In Beröa – die Leute nahmen das an – und dann gingen sie nach Hause – und machten was? „Woah, der Apostel Paulus, der ist ja sowas von gesalbt, das ist alles sowas von erste Sahne, was der bringt – super, super, super und die schwelgen und schwärmen und freuen sich auf die nächste Predigt“ – nein, was machen die? Sie studieren die Schriften und forschten, ob es sich so verhielte.

Apg 17,11
Diese aber waren edler als die in Thessalonich; sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf und untersuchten täglich die Schriften, ob dies sich so verhielte.

Und das gewaltigste ist, im nächsten Meeting als die wiederkamen, hat Paulus nicht gesagt: „Bevor ich mit meiner Rede fortfahre, ein ernstes Wörtchen: Ich habe vernommen, hier gibt es einige, die nehmen einfach nicht kritiklos meine Lehre an, die erdreisten sich sogar nach Hause zu gehen und zu prüfen, ob ich richtig lehre. Also wer ist hier der Apostel, hm? Wer hat euch geboten, ihr müsst auch meine Lehre prüfen? Das darf mir nie wieder vorkommen, ich fordere absoluten Gehorsam“. Nichts davon! Der Heilige Geist rühmt diese Leute. Er sagt, die sind edel, edler als die anderen. Warum waren die edel? Weil sie gesagt haben: „Wir sind bereit alles zu nehmen vom Apostel – so lange wir es in den Schriften finden. Wir sind bereit alles zu nehmen, aber es muss in der Schrift stehen!“

Was für eine Gesinnung! Und heutzutage – viele, viele Gläubige sind bereit alles zu nehmen, so lange ein bisschen „Heilig Geist Brimborium“ gemacht wird, ein bisschen Spektakel gemacht wird, ein bisschen irgendwelche übernatürlichen Manifestationen kommen, dann ist alles von Gott.

Ist das so? Nein.

Wir vergessen, es gibt auch Übernatürliches von der Finsternis. Und der Teufel kommt wie ein Engel des Lichts.

2Kor 11,14
Und das ist nicht verwunderlich, denn der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts.

Und woran prüfen wir? Nicht wie viele Heilungen da gewesen sind. Wie begeistert die Leute waren. Sondern: Ist es die Wahrheit? Ist es wirklich die Wahrheit? Ist es das, was geschrieben steht oder etwas anderes? Das ist der Maßstab. Paulus sagt: Wenn sogar ein Engel kommen würde vom Himmel, und wenn der was anderes verkündigt als das, was ich euch als Evangelium verkündigt habe, der sei verflucht.

Gal 1,8
Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Er sei verflucht!

Was für eine Aussage! „Ja, Paulus, bist du größer als die Engel?“ Nein. Er weiß, die Engel Gottes würden immer übereinstimmen mit der Wahrheit des Evangeliums, das er von Jesus bekommen hat. Weil die Engel sind nicht über Jesus. Und er hat sein Evangelium von Jesus bekommen – durch Offenbarung, nicht von Bibelschulen. Durch Offenbarung von Jesus. Und deswegen kann er so kühn sein und sagen, „ich weiß, dass ich weiß …“

Und mein Evangelium ist für alle Zeiten für alle Verkündiger und Prediger und Bibellehrer der Maßstab. Und wenn irgendein Verkündiger mit meinem Evangelium nicht übereinstimmt – der sei verflucht.

Wow, was für eine Gesinnung. Da läuft der Zeitgeist Sturm und sagt: „Wie? Können wir nicht auch mal unsere Meinung haben? Haben wir nicht auch den Heiligen Geist? Können wir nicht auch mal was bringen? Muss das alles mit Paulus übereinstimmen?“ – „Allerdings, es muss!“ Wenn du neutestamentliche Gemeinde bauen willst, muss es mit Paulus übereinstimmen. Es muss, da führt kein Weg dran vorbei. Hallelujah.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (80:00 bis 85:00)

 

Und deswegen haben wir so eine starke Betonung, einmal hier und an etlichen anderen Stellen über das Merkmal von neutestamentlicher Gemeinde: Es ist die Lehre der Apostel. Das, was die Apostel gelehrt haben, ist in der neutestamentlichen Gemeinde maßgeblich, nichts anderes. Nicht meine Meinung, nicht deine Meinung, sondern die Lehre der Apostel.

Und wieviel Verwirrung haben wir darunter? Und wie viele Menschen, die sich Christ nennen, erfüllt vom Heiligen Geist, sind sogar der Meinung, man kann überhaupt nicht klar wissen, was die Lehre des neuen Testamentes ist. Die einen sagen so, die anderen sagen so, und irgendwie kann man das nicht herausfinden. Und dann zitieren sie Paulus und sagen: „Unsere Erkenntnis ist Stückwerk“.

1 Kor 13,9
Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.

„Siehst du, nichtmal Paulus hatte den Plan“.

Paulus redet in 1. Kor 13 von Geistesgaben, vom Wort der Erkenntnis, was immer nur Bruchstücke sind der großen Weisheit Gottes. Aber er redet nicht von Lehre. Wenn er von Lehre redet, sagt er: Ich hab euch dem Bild der Lehre übergeben.

Röm 6,17
Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde wart, aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Bild der Lehre, dem ihr übergeben worden seid!

So, er hat ein klares Verständnis gehabt, die neutestamentliche Lehre ist wie ein Gemälde, wie ein Bild mit verschiedenen Elementen, und die sind alle in Harmonie miteinander und alles wird umschlossen von einem Rahmen, und da ist ganz klar: Das ist die Lehre, und irgendwas anderes, was damit nicht überstimmt, ist außerhalb.

Deswegen konnten die Apostel sagen: „Wer nicht das bringt, was wir gebracht haben … „. Jeder hat das auch verstanden, wenn eine fremde Lehre kam – okay, das ist nicht, was die Apostel gebracht haben. Was soll ich jetzt damit tun? Ein bisschen studieren, mal ein bisschen angucken, kann ja auch was wertvolles drin sein? Nein! Sich davon fernhalten! Das war die klare Anweisung der Apostel.

Röm 16,17
Ich ermahne euch aber, Brüder, dass ihr achthabt auf die, welche entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, Zwistigkeiten und Ärgernisse anrichten, und wendet euch von ihnen ab!

Nicht „aber guck mal, die lieben doch auch Jesus“ – wenn sie Jesus lieben, dann sollen sie zur Wahrheit kommen. Und wir können ihnen helfen, indem wir sie zur Buße rufen aus ihren Verwirrungen und sagen: Komm doch zurück zum Wort, komm doch zur Einfachheit und zur Klarheit des Glaubens.

Mein ganzer Lehrdienst gründet sich auf eine einzige grundlegende Idee oder Offenbarung: „Gott ist nicht verwirrt“.

Was Gott sagt, meint Er, was Er meint, sagt Er, und Er hat nicht zu einem Thema zwei oder drei Meinungen. Sondern Gott ist total klar. Er hat über Taufe eine Meinung. Er hat über Geistestaufe eine Meinung. Er hat über Sex vor der Ehe oder außerhalb der Ehe eine Meinung. Gott hat eine Meinung. Wie viele Menschen vergesen das in ihrem Meinungsstreit. Dass ja Gott auch eine Meinung hat! Eigentlich sind ja unsere Meinungen gar nicht wichtig, sondern nur was sagt denn Er überhaupt? Was hat Er denn gesagt?

Uns interessiert nur Gottes Meinung, nicht unsere Meinung, nicht die Meinung der anderen, nur Gottes Meinung. Das ist unsere Gesinnung wenn wir Freunde Jesu sein wollen. Er sagt: Ihr seid meine Freunde wenn ihr tut, was ich euch sage.

Joh 15,14
Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.

So, mit solchen einfachen Dingen haben wir diesen Geist der Toleranz, diesen Geist der Verwirrung komplett rausgeschmissen – aus unserem Leben und aus der Gemeinde. Hallelujah. Die Kämpfe finden draußen statt, aber hier haben wir eine klare Linie, die Lehre der Apostel. Alle, die dazukommen wollen, werden diesen grundlegenden Dingen zustimmen müssen. Und wer sagt, das finde ich gut, aber diesen und jenen Aspekt, das gefällt mir nicht – sei gesegnet, muss ja nicht, finde deinen Platz, wir beten für dich. Wer sucht, der findet. Aber hier wird dein Platz nicht sein. Dein Platz kann hier nur unter der Bedingung sein, dass du akzeptierst, was die Lehre der Apostel ist.

Und wenn wir diese Gesinnung einnehmen, werden wir erleben wie Gläubige Sturm laufen und sagen: „Ihr seid doch alle intolerant. Ihr habt ja keine Liebe. Wo bleibt denn da die Liebe und die Mitmenschlichkeit?“ Das ist der Geist der Welt, der im massiven Widerspruch zum Heiligen Geist ist. Und wir müssen uns entscheiden auf welche Seite wir uns stellen wollen. Wenn wir den Heiligen Geist erfreuen wollen, wenn wir ihm folgen wollen, machen wir den Geist der Welt böse auf uns. Aber wenn wir dem Geist der Welt folgen wollen, kriegen wir Probleme mit dem Heiligen Geist. Die beiden passen nicht zusammen – entweder oder. Wahrheit oder Lüge. Man kann es nicht mischen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (75:00 bis 80:00)

 

Ohne den Heiligen Geist geht es nicht! So, Paulus war intolerant! Hat sich nicht verbeugt vor ihren religiösen Meinungen, sondern hat gesagt, „da geht’s lang, liebe Freunde“.

Das ist Leiterschaft – in Fragen, die das Wort klar beantwortet, sagt die Leiterschaft, „da geht’s lang, Freunde, uns nach“. Das ist Leiterschaft.

Nicht „wir haben unsere Meinung, aber die wollen wir euch ja nicht aufdrücken, und ihr könnt selber entscheiden“ – du kannst nicht selber entscheiden! – Wie? Was? Ich kann nicht selber entscheiden?! – Es gibt viele, viele Gelegenheiten im praktischen Leben, wo du auch nicht selber entscheiden kannst. Wenn da eine 30er-Zone ist, sagst du auch nicht, „ich kann selber entscheiden“. Klar, kannst du versuchen, aber nach ein paar Versuchen zahlst du viel Geld und sammelst Punkte und irgendwann sagst du, „hm, ich muss das ändern, die Vorgehensweise, die wirkt auf eine Katastrophe zu“.

So, du kannst nicht frei entscheiden, oder? Wenn du frei entscheidest hat das Konsequenzen. Jeder versteht das im Alltagsleben, so funktioniert unsere Gesellschaft in allen Bereichen, ob das Straßenverkehr ist oder Geschäftsordnungen oder irgendetwas, überall funktioniert das. Und dann kommen wir in die Gemeinde: „Endlich bin ich frei, jetzt kann ich machen, was ich will!“ – Nein, du darfst hier machen, was Jesus will! Das ist Gemeinde.

Du darfst hier lernen, ein gehorsames Kind Gottes zu werden. Und Gott segnet deinen Gehorsam mit dem Zeugnis des Geistes, du gefällst Ihm, und Er ist erfreut über das, was du da tust, wonach du dich ausstreckst. Das ist dein Privileg.

Gemeinde ist ein Ort, wo wir lernen gemeinsam immer entschiedener und immer konsequenter Jesus nachzufolgen. Das ist Gemeinde. Nicht eine sonntägliche Veranstaltung, wo wir für zwei Stunden hinkommen und den Rest der Woche machen wir, was wir so wollen. Sondern Gemeinde besteht rund um die Uhr. Es ist auch theologisch verkehrt zu sagen, wir gehen in die Gemeinde. Ja, wir sagen das. Und wenn wir verstehen, was wir damit meinen, ist das auch okay. Aber eigentlich, wir gehen nicht in die Gemeinde, wir sind die Gemeinde. Übermorgen ist Montag, da bist du irgendwo an irgendeinem Platz in dieser Stadt, und da bist du in der Gemeinde. Wir sind Teil einer Gemeinde. Ein lebendiger Stein zusammengefügt – wir bauen ein Haus. Ein geistliches Haus, sagt Petrus.

1 Petrus 2,5a
lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus

Eph 2
21 In ihm zusammengefügt, wächst der ganze Bau zu einem heiligen Tempel im Herrn,
22 und in ihm werdet auch ihr mit aufgebaut zu einer Behausung Gottes im Geist.

Ein Haus für Gott, das ist Gemeinde.

So, Petrus legt die Bedingungen dar, die Menschen treffen eine Entscheidung. Und es heißt:

Apg 2,41
Die nun sein Wort aufnahmen (das Wort von Petrus), ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan.

Und jetzt kommt ein ganz, ganz, ganz, ganz wichtiger Vers.

Apg 2,42
Sie (die Neubekehrten) verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.

Ich glaube, dass der Heilige Geist hochintelligent ist und dass nichts zufällig geschrieben ist. Und wenn wir hier eine Aufzählung finden von verschiedenen Dingen, die das Gemeindeleben ausmachen, dann glaube ich, dass das, was zuerst genannt ist, ist das Allerwichtigste: Sie blieben in der Lehre der Apostel.

Nicht Gemeinschaft ist zuerst. Heute haben wir den Trend: Komm, „Lehre spaltet, Lehre trennt uns, Hauptsache, wir haben erstmal alle Gemeinschaft, ist mir egal, ob du deine Maria hast oder deine Heilige, Hauptsache, wir haben erstmal alle Gemeinschaft“. Die Apostel sagten: No way! Wir werden keine Gemeinschaft haben mit Götzendienern.

1Kor 10,7a
Werdet auch nicht Götzendiener wie einige von ihnen!

2 Kor 6,16a
Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein?

Weil sie das anderen klar gesagt haben, werden sie sich doch selber auch daran gehalten haben, oder? Haben sie den Gemeinden gesagt, „habt keine Gemeinschaft mit den Götzendienern“, aber sie haben das fleißig praktiziert? Nein. Sie waren Vorbilder der Herde. Sie haben zu allererst sich bemüht, zu leben, was der Herr ihnen geboten hat.

So, dieser Trend Gemeinschaft voranzustellen und Glaubensüberzeugungen und Lehren, die ganz klar aus dem Wort zu entnehmen sind – über Jesus und über die Gemeinde und über das Leben mit Jesus – diese Art funktioniert nicht. Es beginnt mit Lehre.

Warum beginnt alles mit Lehre? Weil Lehre ist der entscheidende Faktor, wenn wir sie annehmen, der uns prägt und der uns verändert. Gemeinschaft wird uns nicht verändern! Aber Lehre verändert.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (70:00 bis 75:00)

 

Und eine gesunde Leiterschaft ist sich dessen bewusst und sie hat nicht die Idee, „auf biegen und brechen wollen wir alle mitnehmen“, sondern wir wollen, dass der Herr hier regieren kann, wir wollen, dass der Heilige Geist sich wohlfühlen kann. Er ist nämlich der aktuelle Herr, er manifestiert die Herrschaft Christi. Jesus ist auf dem Thron, der Heilige Geist ist hier, „er ist Herr“, sagt Paulus.

2 Kor 3,17
Der Herr aber ist der Geist; und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.

So, wir wollen eine Gemeinde bauen nach dem Herzen Gottes, wo Er sich wohlfühlt. Und nach dem Herzen Gottes bedeutet: „nach der Schrift“. Umkehr, Taufe und dann die Gabe des Heiligen Geistes. Vielen Gläubigen ist das nicht klar, die Gemeinde, von der die Apostelgeschichte spricht, von der die Briefe handeln, ist eine geisterfüllte, in Sprachen sprechende Gemeinde. Etwas anderes gab es gar nicht. Du sagst, „das musst du beweisen!“ – „aber gern“. Die Apostel haben darauf geachtet, dass die Neubekehrten den Heiligen Geist empfingen. Hier sehen wir es bei Petrus.

Apostelgeschichte 8 – als die Apostel hörten, dass Samaria das Wort angenommen hatten, haben sie was gemacht? Sie sandten Petrus und Johannes, dass sie beteten. Wofür? Dass sie den Heiligen Geist empfingen.

Apg 8
14 Als die Apostel in Jerusalem gehört hatten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen.
15 Als diese hinabgekommen waren, beteten sie für sie, damit sie den Heiligen Geist empfangen möchten

So, die selben Apostel, die Pfingsten erlebt haben, wo der Heilige Geist mit Macht vom Himmel auf sie herabkam, haben nicht in Jerusalem gesessen und haben gesagt, „hmm, nun wollen wir mal schauen, wie der Herr das in Samaria tun wird. Vielleicht kriegen die ja auch sowas wie wir hatten. Wäre ja klasse. Vielleicht startet er auch eine evangelikale anti-charismatische Gemeinde, könnte ja auch sein“. Nein, so haben die nicht gedacht. Die haben gewusst, es gibt eine Art von Gemeinde, und das ist die erfüllt-vom-Heiligen-Geist-Gemeinde, eine andere ist nicht vorgesehen.

Jetzt überleg einmal, wie viele Gläubige oder wie viele Menschen, die sagen, ich gehöre zu Jesus, ich bin gläubig – gibt es allein in unserem Land, die sagen, mit dem Heiligen Geist will ich nichts zu tun haben?

Es ist schrecklich, diese Verwirrung. Und die einzige Alternative, der einzige Ausweg um nicht noch mehr Verwirrung zu erzeugen ist „zurück zum Wort“. Und das ist doch gewaltig, dass wir dieses Vorrecht haben, da ist kein Bund, da ist kein Präses, da ist kein Häuptling, der euch jetzt sagt, „aber darauf müsst ihr achten, und das geht auf keinen Fall, und wenn ihr bei uns mitmachen wollt, dann müsst ihr auf diese und jene Dinge Rücksicht nehmen“. Hallelujah, das habt ihr alles hinter euch gelassen und sagt, wir schauen nur noch, was das Wort sagt. Man darf nicht blind einfach gucken, was machen die anderen, und das machen wir einfach nach. Aber ihr macht nichts nach, sondern ihr schaut, was sagt das Wort Gottes.

So, die erste Gemeinde war eine geisterfüllte Gemeinde. Als Saulus von Tarsus sich bekehrt hat – Gott sandte Ananias mit ihm zu beten, dass ihm die Augen geöffnet werden. Da hat er gleich noch mitgebetet für Geistestaufe – all inclusive. Ein Paket.

Apg 9,17
Da ging Ananias hin und trat in das Haus; und er legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir erschienen ist auf der Straße, die du herkamst, damit du wieder sehend wirst und erfüllt wirst mit dem Heiligen Geist!

Als Paulus in Ephesus – Apostelgeschichte 19 – Jünger findet, er merkt sofort, irgendwas passt hier aber nicht. Und er fragt die richtige Frage: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen? Ich hab so das Gefühl hier fehlt das. Habt ihr den Heiligen Geist empfangen nachdem ich gläubig geworden wart?

Apg 19,2a
sprach er zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?

Was für eine Frage! Nach der Meinung von vielen, vielen Leuten – wenn man sich bekehrt, wenn man gläubig wird, hat man den Heiligen Geist empfangen. Paulus hatte offensichtlich nicht die Idee, sonst hätte er diese Frage nicht fragen können. Für ihn war klar, man kann gläubig werden ohne den Heiligen Geist zu empfangen, sonst machte die Frage keinen Sinn. Keiner hat gesagt: „Paulus, du weißt doch, man ist von neuem geboren, man hat so viel Heiligen Geist wie nur geht, was soll deine Frage? Bist du theologisch nicht auf dem neuesten Stand oder was?“

Er hat verstanden, wenn man von neuem geboren ist, dann soll auch folgen, dass man erfüllt wird vom Heiligen Geist. Und er hat nicht nachgegeben und hat Ruhe gegeben, hat gesagt, „na gut, wenn ihr das so anders seht und damit zufrieden seid, dann will ich euch nichts überstülpen, dann lass ich euch eure Freiheit“. Er hat gesagt, ich bin Bote Gottes, ich baue Reich Gottes, und wenn ihr dazugehören wollt, dann braucht ihr den Heiligen Geist.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (65:00 bis 70:00)

 

Nirgendwo im Neuen Testament siehst du eine Taufe bevor Menschen das Wort angenommen haben, nirgendwo. Erst müssen sie das Wort hören, das Wort annehmen, und dann kommt Taufe. Es gibt keine Taufe ohne dass das Wort angenommen wurde. Ein Baby kann das Wort nicht annehmen. Es kann es nicht verstehen. Es braucht diesen bewussten Akt: Ich kehre um, und ich unstelle mich der Herrschaft Christi.

Und das heißt, eine Gemeinde, die an dieser Stelle radikal ist, wird ganz schnell in Konflike kommen mit umliegenden Kirchengemeinden. Hallo. „Ja, aber sollen wir nicht lieb sein, sollen wir nicht nett sein, sollen wir nicht alle ehren?“ – Ja, aber nicht die Wahrheit verraten! Nicht die Wahrheit verkaufen, zur Wahrheit stehen.

„In Liebe die Wahrheit sprechen“ ist ein wichtiges Prinzip für die Gemeinde. In Liebe die Wahrheit sprechen – nicht untern Tisch kehren, nicht sagen: Ja, das ist unpopulär, das lassen wir jetzt weg. Es geht nicht darum, was populär ist, es ist geht darum, was sagt das Wort? Und was für ein Trend ist das heute, überall Menschen entgegenzukommen und auf ihre individuellen Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen. Aber wer nimmt Rücksicht auf Jesus? Er ist doch der Herr, ist doch Seine Gemeinde, Er will doch regieren.

Jemand hat mir eine Geschichte erzählt, in seiner Gemeinde ist folgendes passiert. Da ist eine Frau gewesen, die kam zum Pastor und hat gesagt, „also jedes Mal beim Abendmahl, wenn ihr diese Worte lest aus der Bibel über das Blut – jedes Mal wird mir ganz schlecht“. Und was macht der Pastor? „Kein Problem, Schwester, wir werden jetzt diese Worte weglassen, wir lesen nicht mehr aus der Bibel über das Blut Jesu, damit dir nicht mehr schlecht ist“. So, jetzt sitzt sie mit ihren religiösen Dämonen – weil was macht ihr schlecht? Was ist das in ihr, dass ihr schlecht wird wenn vom Blut Jesu geredet wird? Religiöse Geister, nichts anderes! So, jetzt darf sie mit religiösen Geistern beim Abendmahl sitzen, niemand behelligt sie, kein Geist ist mehr irritiert. Wenn das Evangelium kommt, werden religiöse Geister irritiert! Und die müssen sich manifestieren und dann schmeissen wir sie raus und dann ist fertig. So, statt dass er diese Frau freisetzt von ihren religiösen Geistern, gibt er ihr eine Möglichkeit mit dem religiösen Geist ohne eine gottgewollte, geistliche Provokation jetzt dort zu sitzen und den Gottesdienst zu genießen. Was für ein Entgegenkommen! Ist das Liebe? Menschen zu lassen wie ihre Geister? Das ist nicht Liebe, das ist total lieblos. Weil man kann nicht wachsen ohne dass man vom religiösen Geist befreit wird – man kann nicht wachsen, es ist völlig unmöglich, völlig unmöglich.

So, wir wollen nicht Menschen gefallen, wir wollen dem Herrn gefallen. Wir wollen ein Haus bauen, das attraktiv ist für Ihn, das Ihn zu einer einzigen Reaktion bringt – „da ist ein Haus nach meinem Herzen, da muss ich hin, da muss ich hin, da fühle ich mich wohl, da darf ich Gott sein“. Wo darf denn der Herr heute noch Gott sein? Überall wird Er eingeschränkt, überall gibt es menschliche Regelungen und das Gebot der Toleranz, und „wir wollen doch kein Anstoß sein“.

Ein Bekannter von mir war in einer Gemeinde – bevor er sich hinsetzte, auf jedem Stuhl war ein kleiner Zettel mit einem Hinweis: Wir bitten auf das Heben von Händen im Lobpreis zu verzichten, damit wir kein Anstoß sind für die Fremden. Ja, hallo?

Und ob das ein Anstoß für Gott ist wenn man nicht tut, was die Bibel sagt, das interessiert niemanden. Viele, viele Gemeinden sind bemüht, wir wollen die Menschen hier reinbringen. Eine gesunde Leiterschaft wird sagen, wir wollen Gott hier reinbringen. Wir wollen, dass Gott hier zu Hause ist.

Eine Leiterschaft, vom Geist dieser Welt vernebelt, die wird sagen: Alle sollen sich bei uns wohlfühlen. Eine Leiterschaft geprägt vom Heiligen Geist wird sagen, wir wollen zuerst einmal, dass Gott sich hier wohlfühlt. Und alle die, die Ihn wollen, werden sich auch wohlfühlen. Und wir wissen sehr wohl, das tut uns weh, aber wir können es nicht ändern, alle die, die noch eigene Wege gehen wollen, die sich nicht kümmern um das, was geschrieben steht, die werden sich nicht wohlfühlen und früher oder später kommen sie vor den Punkt, entweder Umkehr oder Auswandern.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (60:00 bis 65:00)

 

Da kann kein Apostel kommen und sagen: „Geh raus und wasch mir den Wagen!“ oder „Mach mir meinen Garten!“ oder so etwas. Das gibt es nicht. Die Autorität von Leiterschaft ist nur in Bezug auf die Dinge, wo Gott klar gesprochen hat. Aber in diesem Bereich ist die Autorität sehr stark und keiner von uns hat eine Wahl. Wir können nicht sagen, „ja, das will ich mir mal durch den Kopf gehen lassen, das überlege ich mir noch, bin noch nicht entschieden, ob ich das wirklich tun will“ – wenn du sagst, Jesus ist der Herr, du bist schon entschieden alles zu tun, was dieses Buch sagt. Hallo?

Und diejenigen, die mehr voll sind vom Geist der Welt als vom Heiligen Geist, werden jetzt ein ganz komisches Gefühl haben und sagen, oh, das wird eng. Aber die mehr voll sind vom Heiligen Geist und auch noch gegen Restbestände des Geistes der Welt kämpfen, die sagen: „Hallelujah! Genau das will ich!“

So gibt es jetzt hier unterschiedliche Reaktionen. Die einen sagen: „Ohwe, wo geht das alles hin? Wird das noch mein Platz hier sein?“ Und die anderen sagen: „Ja, genau das! Auf das habe ich immer gewartet, das ist, was ich ersehne und was ich mir erhofft habe. Ich will einen Platz haben, wo in Liebe ich angeleitet werde Jesus mehr zu gehorchen“.

Hallelujah. Das ist Gemeinde. Das ist Gemeinde.

Gehen wir noch einmal zurück zur Apostelgeschichte, Kapitel 2. Nach der Buße kommt die Taufe als ein sichtbares Zeichen der Identifikation mit dem Sterben, Begraben sein und Auferstanden sein mit Christus. Und jeder, der im Neuen Testament studiert hat, was dort gesagt worden ist über Taufe, ist vollkommen klar. Die Baby-Besprenkelung ist sinnlos, ist wertlos, ist ein religiöser Akt, der Gott nichts bedeutet. Und die Frage ist nicht, soll ich mich jetzt etwas wiedertaufen lassen? Einmal habe ich ein Teaching gemacht – eine Stunde habe ich über Taufe geredet in einer Gemeinde. Und nach der Lehre kommt jemand zu mir und sagt: „So, jetzt habe ich gut zugehört, aber jetzt gib mir einen Grund, warum ich mich nochmal taufen lassen soll“. Eine Stunde lehre ich über Taufe, und jemand stellt so eine Frage. Ich sage: „Deine Frage beweist, du hast überhaupt nicht zugehört. Weil dein Begriff oder deine Formulierung, dich nochmal taufen zu lassen ist schon vollkommen verkehrt. Du sollst nicht nochmal getauft werden, du sollst getauft werden. Weil das, was du da mitgebracht hast als Baby ist keine Taufe. Der Pfarrer mag es Taufe nennen, der Priester mag es Taufe nennen, deine Eltern oder deine Verwandtschaft mögen es Taufe nennen, aber wie nennt es Gott?“

Und es ist doch entscheidend, was Gott zu sagen hat. Weil Er hat Gemeinde erfunden, Er hat das Copyright, und Er darf sagen: Taufe ist das und das. Und wenn dann jemand daherkommt und macht etwas anderes und nennt das Taufe, dann kann Er sagen: Halt, stop, das ist nicht Taufe. Er ist Gott, Er ist der Herr, Er darf sagen: Nein, wir bleiben bei meinen Regeln. Darf Er das? Ja! Und wir als Leiterschaft müssen das auch. Und da werden wir uns mitten hineinbegeben in religiöse Konflikte. Und manche werden sagen: Ich liebe diese Gemeinde, ich möchte Teil dieser Gemeinde sein, aber das mit der Babytaufe, das lasse ich mir nicht nehmen!

Sorry, dann verteidigst du eine religiöse Lüge. Weil viele verstehen nicht, eine Lüge gebiert die nächste. Die Lüge der Babytaufe gebiert die falsche Gemeinde. Weil wenn durch die Babytaufe Menschen zu Kindern Gottes werden wie das die Kirche lehrt, dann besteht die Kirche auf einmal aus Unbekehrten. Falsche Taufe – falsche Kirche. Das ist untrennbar miteinander verbunden. Die erste Lüge gebiert die zweite Lüge.

Und wenn du einen Sinn hast für Wahrheit und sagst, die Wahrheit soll regieren, Jesus war ein Kämpfer für die Wahrheit, ich will ein Kämpfer sein für die Wahrheit, dann kannst du nicht mitmachen mit der Lüge der Babybesprenkelung. Du wirst dich sogar weigern, das auch Taufe zu nennen, weil es keine Taufe ist. Ich nennen es „Babybesprenkelung“ oder „Babys mit Wasser besprenkeln“ oder so etwas, aber es hat vor Gott keinerlei Wert.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (55:00 bis 60:00)

 

So, Petrus scheut sich nicht, klare Anweisungen zu geben: Tut Buße, damit beginnt es – der Eingang in das Reich Gottes ist Buße. Und leider haben wir das Problem mit Deutschen, dass der einzige Zusammenhang, wo sonst das Wort Buße vorkommt, ist Bußgeld. Und das ist das totale Gegenteil von dem, was Buße ist. Buße ist eine Herzensumstellung. Bußgeld ist: Du tust eine Leistung, du bezahlst für das, was du falsch gemacht hast – aber änderst dich nicht.

Buße ist eine neue Gesinnung – „nicht mehr wie ich will, sondern wie du willst. In allem sollst du jetzt den Vorrang haben, du bist der erste in allen Bereichen meines Lebens.“

Lasst uns einmal ein Lesezeichen reinmachen bei Apostelgeschichte 2. Wir gehen mal zu Thessalonicher. 1. Thess 1 – und hier beschreibt er, wie die Gemeinde von Thessalonich begonnen hat.

1 Thess 1,9b-10
wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten, den er aus den Toten auferweckt hat – Jesus, der uns rettet von dem kommenden Zorn.

Bekehrung ist „von den Götzen zu Gott bekehren um dem lebendingen Gott zu dienen“. Man kann nicht dem lebendigen Gott dienen wenn man noch den Götzen dient. Und eine der mächtigsten Götzen in unserer Kultur ist der Spaß-Gott: „Ich mache wozu ich Lust habe“. Das, was mir Spaß macht, was mir gefällt, das mache ich, und das mache ich sogar gerne. Dieser Götze wird durch das Evangelium bloßgestellt und gestürzt. Man kann nicht dem lebendigen Gott dienen so lange man diese Idee noch hat: „Du predige nur schön weiter, am Schluss mache ich sowieso was ich will. Ich suche mir die Dinge raus, die mir gefallen und die anderen brauche ich nicht zu machen“. Diese Gesinnung ist tödlich für eine Gemeinde. Und niemand kann zu einer Gemeinde gehören, der in dieser Gesinnung lebt – niemand. Egal, wie viele Traditionen wir mitbringen, egal, was wir früher alles gelernt haben – jetzt haben wir die Entscheidung, wenn es das Wort sagt, nehme ich es an. Wenn ich es finde in meiner Bibel, ist es für mich maßgeblich, und nicht die Tradition und nicht was andere mir erzählt haben, sondern das, was geschrieben ist. Glauben wie die Schrift sagt.

Wo wir schon bei Thessalonicher sind, können wir mal zu 2. Thessalonicher.

2 Thess 2,15
Also nun, Brüder, steht fest und haltet die Überlieferungen (Unterweisungen), die ihr gelehrt worden seid, sei es durch Wort oder durch unseren Brief.

Welche Überlieferungen sind gemeint? Das, was die Apostel ihnen vorher beigebracht hatten. Das sollen sie halten – sei es durch persönliche Lehre oder sei es durch Brief – diese Überlieferungen sollten sie festhalten.

2 Thess 2,14a
Wenn aber jemand unserem Wort durch den Brief nicht gehorcht, …

… wann hast du das letzte Mal in einer Gemeinde solche Töne gehört? Dass die Leiterschaft sagt: Hey, wir haben Dinge gesagt und wir erwarten, dass ihr gehorcht. Das ist heute nicht modern, sowas sagt man nicht, das sind alles mündige, selbstständige Menschen, die dürfen alle machen, was sie wollen – da kann niemand kommen und sagen, ihr müsst gehorchen. Die Apostel hatten kein Problem sowas zu schreiben und zu sagen.

So, die Ordnungen waren sehr, sehr einfach: Jesus ist der Herr – „wenn ihr nicht tut, was ich sage, warum sagt ihr, Herr, Herr?“

Lk 6,46
Was nennt ihr mich aber »Herr, Herr« und tut nicht, was ich sage?

Die Apostel haben gesagt, ihr müsst gehorchen, was wir euch gelehrt haben. Die Apostel haben Älteste eingesetzt und dann haben sie geschrieben, gehörcht euerm Führer.

So, Gehorsam Gott gegenüber drückt sich auch aus, Gehorsam gegenüber geistlicher Leiterschaft – in Klammern: Gesunde neutestamentliche Leiterschaft wird nur verlangen, was das Wort sagt.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (50:00 bis 55:00)

 

Petrus hat einen Plan, und er verkündet den auch ganz klar. Und er sprach:

Apg 2,38+41
Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan.

Achte auf die Formulierung „die sein Wort annahmen … “ – nicht „meldeten sich zur Mitgliedschaft an“, sondern die wurden aufgenommen! Die wurden hinzugetan. Sie wurden hinzugetan. Ja, unter diesen tausenden von Menschen können wir uns vorstellen – wissen wir nicht genau, aber könnte man sich vorstellen, gab es vielleicht welche, die sagen: „Du mit der Taufe, das sehe ich ein bisschen anders, aber ich möchte gerne mitmachen“. Was hätten die Apostel gesagt? No way! Wir setzen die Bedingungen, weil das ist, was Jesus uns gesagt hat. Wir bauen seine Gemeinde. Und er hat uns gesagt, die Gemeinde beginnt mit Buße und die Buße zeichnet sich dann aus als Gehorsamsschritt in Taufe. Und dann kommt der Empfang des Heiligen Geistes inklusive dieser so wichtigen Gabe in Sprachen zu beten.

Petrus sagt, das ist normal. So fangen wir an. „Ja, aber ne, also mit dem Heiligen Geist, du, weißt du, ich meine, früher wurden wir ja gelehrt, mit dem Heiligen Geist, da muss man ganz vorsichtig sein. Also mit Sprachen beten, das ist mir irgendwie unheimlich und überhaupt, was soll das sein? Ich rede was, was ich gar nicht verstehe. Also das macht doch gar keinen Sinn, komm, lass uns vernünftig sein“.

Petrus hätte gesagt, okay, du darfst weiter überlegen. Wenn du auf unsere Bedingungen eingehst, kannst du zurückkommen.

So, die Liebe – ganz anders als heute – ein wichtiger Slogan in der religiösen Welt: „Die Liebe schließt niemanden aus“. Ganz anders in der Realität! Die sein Wort annahmen, wurden hinzugetan. Niemand sonst, nur die sein Wort annahmen. Das heißt also, die Apostel haben gesagt, wir bestimmen wer mitmacht und wer nicht. „Oh, das klingt aber krass. Ich meine, ich will ja dazugehören, ich hab zwar meine Ideen und möchte einiges nicht so wie ihr, aber im Grunde stimme ich schon überein: Jesus ist der Herr, und alles ist gut“. Wenn Jesus der Herr ist, dann hast du die Haltung: Ich will ihm gehorchen.

Jesus sagte in Lk 6,46:
Was nennt ihr mich aber: Herr, Herr!, und tut nicht, was ich sage?

Die Herrschaft Jesu heißt, ich habe ein Gesinnung, ich will tun, was er sagt, ich will ein gehorsames Leben lernen. Aber heute kann man leichtfertig sagen: Jesus ist der Herr – und mit allergrößter Selbstverständlichkeit tut man das Gegenteil von dem, was die Bibel sagt. Das kann nicht funktionieren. Und gesunde Leiterschaft wird so etwas niemals akzeptieren. Gesunde Leiterschaft, die hingegeben ist an Jesus und frei ist von Menschenfurcht! Wie viele Leiter habe ich getroffen, die Angst haben. Die sagen: „Ja, wenn ich das verkündige, was die Bibel sagt, da laufen mir ja die Leute weg!“ Ich sag, ja und, lass sie laufen! Mit denen kannst du sowieso nichts anfangen. Lass sie laufen!

Eine Gemeinde hat mich gerufen mit ihr zu arbeiten vor ungefähr 5-6 Jahren, waren nur 30 Leute, und ich hab gesagt, „wisst ihr, was das bedeuten könnte? Wenn wir hier göttliche Ordnung aufrichten, kann sein, dass Leute gehen“ – „Ja, wir wollen, dass Jesus der Herr ist“. Und dann fangen wir an zu arbeiten, und von 30 Leuten sind 15 gegangen. Das ist die Hälfte. Und bei 30 merkst du, dass 15 fehlen. Wenn du 500 hast und 15 gehen, das merkst du gar nicht. Aber bei 30 – 15 gehen! Aber diese Leiterschaft hat ihre Lektion gelernt, hat gesagt: „Und wir sind nicht erpressbar, wir sind nicht käuflich, unser Ziel ist nicht schnell eine große Gemeinde zu haben, unser Ziel ist, dass hier Jesus in die Mitte kommt, weil er der Herr ist, und das ist unser Ziel“. Und weißt du was? Innerhalb von einem Jahr sind 15 neue Leute gekommen, die brennend waren, die gesagt haben, hier machen wir mit, hier sehen wir die wahre Linie, und Gott hat die ganze Atmosphäre radikal verändert. Das ist eine feurige, anbetende, leidenschaftliche Gemeinde. Hallelujah. Keine Stuhlwärmer, sondern Menschen, die ein brennendes Herz haben.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (45:00 bis 50:00)

 

Gemeinde kann nur mit willigen, zerbrochenen Menschen gebaut werden. Mit Menschen, die sagen, es geht nicht darum, was ich weiß, es geht um das, was ich jetzt lernen muss. Hilf mir zu lernen, hilf mir, ein anderer Mensch zu werden. Hilf mir, ein gehorsamer Jünger Jesu zu werden. Jemand, der dieses eine Ziel hat, Gott zu verherrlichen. Hilf mir dabei!

Nur mit solchen Menschen kann man neutestamentliche Gemeinde bauen. Die anderen sollen wir lieb haben, die können wir segnen, die dürfen auch gerne kommen, aber sie gehören nicht zur Gemeinde. Zur Gemeinde gehören Menschen, die sagen: Ich will ein Leben in Jüngerschaft leben. Ich will ein Leben in den Ordnungen Gottes führen. Diese Menschen, die das sagen und mit ihrem Alltagsleben beweisen, dass sie das wirklich meinen, diese Menschen können zur Gemeinde gehören. Und mit diesen Menschen bauen wir Gemeinde.

Und für alle anderen beten wir und die segnen wir und wir hoffen, dass der Heilige Geist sie überführt, dass sie auch dazukommen. Alle sind eingeladen, aber nicht alle sind aufgenommen. Da ist ein gewaltiger Unterschied. Wenn wir den nicht verstehen, und wenige Gemeinden verstehen das – dass wir alle geliebt sind von Gott, heißt nicht automatisch, dass wir alle Teil der Gemeinde sein können, die Gott baut. Das heißt es nicht. Weil auf die Liebe Gottes braucht es eine Reaktion. Wenn die Liebe Gottes angenommen wird, kommt eine Reaktion: „Herr, gib mir Licht, nicht mehr wie ich will, sondern wie Du willst“. Das ist die angemessene Reaktion auf die Liebe Gottes. Wenn die nicht da ist, müssen wir warten und weiter verkündigen: Jesus ist der Herr, kehr um, tue Buße, begib dich unter Seine Herrschaft, Seine Herrschaft ist gut, und anders als der Teufel dir erzählen will, du wirst gesegnet sein, du wirst nicht beraubt sein, sondern du wirst eine Freiheit bekommen, die du nie vorher hattest. Das ist, was wir verkündigen.

Und da ist ein Unterschied zwischen „wir sind geliebt von Gott, bejaht, gewollt“ – und „wir dürfen Teil Seiner Gemeinde sein“ – da ist ein gewaltiger Unterschied. Und je weiter die Zeit voranschreitet, um so mehr Verwirrung haben wir im christlichen Lager und um so weniger verstehen die Menschen worum es wirklich geht. Und deswegen müssen wir klar und deutlich sagen, worum es geht.

Ein Freund von mir, vor einigen Monaten war ich in einer Gemeinde, traf dort einen jungen Mann, der sagte, er ist schon lange, lange gläubig – und mein Freund, weil er sehr direkt ist, er lächelt ihn an und sagt: „Und wann möchtest du mit dem Rauchen aufhören?“ Offensichtlich gabs ein gewisses Parfüm, was von ihm ausging, ein Duft umgab ihn, und das war nicht der Wohlgeruch Christi. Und er sagt: „Und wann möchtest du aufhören mit dem Rauchen?“ Und dieser Bruder, er sagt: „Wieso? Ich bin doch auch so geliebt von Gott“.

Was für ein Missverständnis! Dieser Mensch hat nie das Evangelium verstanden. Und wenn er sich tausendmal Christ nennt, er hat das Evangelium nicht verstanden. Weil das Evangelium hat zwei Teile: Du bist geliebt von Gott und Gott nimmt dich an so wie du bist (Teil 1). Teil 2: In Seiner Güte und Gnade lässt Gott dich nicht so wie du bist. Das ist das ganze Evangelium. Und nicht nur: Du bist geliebt und alles ist gut und fertig. Sondern auf die Liebe Gottes kommt eine Reaktion: „Herr, hier bin ich, ich bin Dein, lehre mich, präge mich, erziehe mich, lass mich Dein Jünger sein, lehre mich in Deinen Ordnungen zu wandeln“.

Und nur wer diese Gesinnung hat, kann Teil einer wirklichen Gemeinde werden. Und es muss klar sein wie im Neuen Testament, wer gehört dazu und wer gehört nicht dazu. Petrus gibt eine wunderbare Antwort auf diese Frage: „Ja, was sollen wir tun?“ Er sagt nicht: „Ja, weiß ich jetzt auch nicht so, überlegt doch mal selber, ihr seid doch erwachsen, fragt doch den Herrn“. Nein – Leiterschaft leitet! Ein irrsinniger Slogan in dieser neuen Strömung, was sich nennt „Emerging Church„, sie sagen: „Ein Leiter zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht leitet“. Irrsinn!

Ein Leiter leitet! Und die Apostel haben geleitet, und die Ältesten haben geleitet. Und die Menschen waren willig sich leiten zu lassen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (40:00 bis 45:00)

 

Wenn in den allermeisten Gemeinden heute das verkündigt würde, wahrscheinlich 2/3 würden sofort nach Hause gehen und sagen, „da geh ich nicht mehr hin, die sind extrem, die wollen mich kontrollieren, die wollen mir was aufdrücken, die wollen mir was überstülpen“. So werden heute Leute reagieren, die sich gläubig nennen. Weil sie geprägt sind vom Geist der Welt. Und der Geist der Welt sagt: Individualismus ist die große Sache. Du bist ein wunderbarer Mensch, und du hast das Recht zu tun, was du tun möchtest. Und niemand hat das Recht dir zu sagen, wie du zu leben hast. Das musst du ganz alleine bestimmen. Nur du alleine weißt, was für dich gut ist. Das ist der Geist dieser Welt. Aber wie anders sehen wir das im Neuen Testament! Wie anders!

Gehen wir doch einfach mal hinein und schauen uns an, wie die erste Gemeinde entstanden ist, und was sie ausgezeichnet hat. Komm, wir gehen mal zu Apostelgeschichte. Und da schauen wir uns den Anfang an. Wie ging es los als zu Pfingsten der Heilige Geist ausgegossen wurde und jetzt Jesus begann mit seinen Jüngern die Gemeinde zu bauen?

Der Heilige Geist wirkte mächtig, hat Aufmerksamkeit erregt – und die Leute waren da, tausende von Leuten, Petrus steht auf und er predigt. Und er predigt eine interessante Botschaft, die Tiefenwirkung hatte. Er redet über Jesus und über den Plan Gottes mit Jesus. Und in Apg 2,36 sagt er:

Apg 2,36
Das ganze Haus Israel wisse nun zuverlässig, dass Gott ihn (nämlich Jesus von Nazareth) sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.

Ich denke, du weißt, für Israel war dieser Begriff „Messias“ – das war der Mittelpunkt ihres religiösen Lebens. Es ging alles um die Erwartung, der Messias muss kommen – und wenn der Messias kommt, er wird das Reich wiederherstellen. So, jeder wusste, was ist der Messias, für jeden war klar, wir warten auf den Messias. Und Petrus sagt: Der Messias ist gekommen, Jesus von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt. Er ist der Gesalbte, der Christus, der Messias. Und deswegen sehen wir dann im nächten Vers:

Apg 2,37
Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder?

Warum drang es ihnen durchs Herz? Weil durch das Schwert des Geistes, das tief eindrang in ihre Herzen, wurden alle Illusionen, alle Täuschungen, alle guten Ideen, die sie von sich hatten, von ihrem Glaubensleben zunicht gemacht. Und in einem Augenblick haben sie verstanden, Tausende von Menschen, durch die Kraft des Heiligen Geistes haben sie verstanden: Unsere ganze Religion funktioniert nicht. Wir sagen, wir lieben Gott, wir sagen, wir warten auf den Messias, aber der Messias ist gekommen, und wir haben ihn nicht nur verworfen, wir haben dafür gesorgt, dass er gekreuzigt wurde! Erinnere dich, die Massen haben geschrien: „Kreuzigt ihn! Kreuzigt ihn!“

So, ihnen wurde klar, ihr ganzer Glaube war nur Theorie. Das hatte mit der Realität ihres Lebens nichts zu tun. Sie warten auf den Messias. Der Messias stand vor ihnen, und sie haben gesagt: Weg mit diesem! Und deswegen waren sie so bestürzt, deswegen waren sie so schockiert, weil ihr ganzes Fundament war auf einmal durch und in Scherben gegangen, und sie waren völlig hilflos und sie sagen: „Ja, was sollen wir jetzt machen?! Was sollen wir denn jetzt tun?!“

Und hier ist die erste Lektion: Gemeinde wird gebaut mit Menschen, die zerbrochen sind. Gemeinde wird gebaut mit Menschen, die in dieser Haltung sind: Ich hab keine Ahnung, ich hab keinen Plan, bitte sag mir, wo es lang geht.

Wieviel Ärger hat man in Gemeinden, mit den Leuten, die schon drei Gemeinden hinter sich haben und die kommen: Bei uns haben wirs immer so gemacht, und ihr solltet das auch so machen. Und sie kommen und wollen uns beglücken mit ihrem Wissen, aber nicht mit einem gehorsamen Herzen.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (35:00 bis 40:00)

 

Und das ist Gottes Plan: Das Wesen Jesu, Christus, soll offenbart werden in der Gemeinde. Gott offenbart sich selber durch die Gemeinde, nicht durch die Leiterschaft – durch die Gemeinde. Die Gemeinde soll Christus repräsentieren. Die ganze Fülle von Ihm.

So, das ist einer der wesentlichen Gründe, warum die One-Man-Show nicht funktionieren kann. Und sie hat auch nicht funktioniert. Und nicht nur, dass sie nicht funktioniert hat, sondern sie hat viele, viele Probleme hervorgebracht. Und wer ein bisschen Erfahrung hat, der weiß, was alles für ein Elend und für eine Not sich verbirgt hinter diesem Schlagwort „Geistlicher Missbrauch“.

Weil das verrückte am Pastorensystem ist, wenn es einen Konflikt in der Gemeinde gibt, wenn jemand mit irgendwas nicht einverstanden ist, dann ist der Pastor in einer wunderbaren oder seltsamen, merkwürdigen Personalunion – zwischen Angeklagtem, Richter, Zeuge und Staatsanwalt. Alles in allem ist der Pastor selber. Und deswegen gehen diese Konflikte immer schief und schaffen neue Konflikte und neue Verletzungen und neue Verwundungen und neue Spaltungen.

Wie anders im Neuen Testament! Weil da haben wir nicht nur ein Ältestenteam, sondern da haben wir etwas, was Gott wiederherstellen möchte. Wir müssen eine Sicht dafür bekommen und verstehen wie notwendig das ist und dann anfangen dafür zu beten. Und Gott wird es wiederherstellen – den Dienst der Apostel.

Was haben die Apostel gemacht? Die haben nicht nur für die gesunde Lehre gesorgt in allen Gemeinden, sondern die haben dafür gesorgt, dass die Ältesten auf Spur blieben. Und wenn ein Konflikt war zwischen der Gemeinde oder einzelnen und einem Ältesten, dann hat nicht der Älteste das selber geregelt, sondern dann kam der apostolische Dienst und hat sich das angeschaut und hat mit der Weisheit Gottes reingesprochen und hat ein gerechtes Urteil gefällt und die Sache war erledigt. So, wir sehen, da ist eine Weisheit Gottes da drin. Ein Weisheit Gottes.

Und wie ich schon sagte, wenn du einmal das Neue Testament studiert hast und gefragt hast, was hatten die damals, was wir heute nicht mehr haben? Und was haben wir heute, was die damals nicht hatten? Wenn du nach diesen einfachen Fragen mal anschaust, was das Neue Testament uns gibt, du sagst, „ja, da sind ja Welten zwischen unserem heutigen Gemeindeverständnis und was sie damals gehabt haben.“ Da sind Welten dazwischen!

Eins der wesentlichen Elemente, was die neutestamentliche Gemeinde unterscheidet von einer herkömmlichen pfingstlich-charismatisch-evangelikalen Gemeinde, das ist, was wir heute bezeichen würden mit den Worten „Verbindlichkeit“. Dort wurde Jüngerschaft praktiziert. Da wurden die Jungbekehrten an die Hand genommen und ihnen wurde ein Trainingsprogramm gegeben und sie wurden gelehrt in den Ordnungen Gottes zu leben in allen Bereichen ihres Lebens.

Heute in den allermeisten Gemeinden, die Leute kommen am Sonntag, vielleicht noch am Mittwoch oder noch an irgendeinem anderen Tag, und sie kommen für ein Programm, das vorne geboten wird, und sie lassen sich unterhalten. Aber niemand fragt, wie lebst du eigentlich? Wie setzt du das um, was hier verkündigt wird? Was bewirkt das in deinem Leben? Zeig mir die Veränderung!

Paulus hat Anweisungen gegeben für Sklaven, wie und in welcher Haltung die arbeiten sollen.

Tit 2,9
Den Sklaven sage, dass sie sich ihren Herren in allen Dingen unterordnen, ihnen gefällig seien, nicht widersprechen

1Tim 6,1
Alle, die als Sklaven unter dem Joch sind, sollen ihre Herren aller Ehre wert halten, damit nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde.

Kol 3,22
Ihr Sklaven, seid gehorsam in allen Dingen euren irdischen Herren, nicht mit Dienst vor Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern in Einfalt des Herzens und in der Furcht des Herrn.

Eph 6,5
Ihr Sklaven, seid gehorsam euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfalt eures Herzens als dem Herrn Christus

Wie viele Gemeinden kennst du, wo die Leiterschaft sich dafür interessiert, wie du arbeitest? Und was dein Chef sagt über deine Arbeitsleistung? Wie viele Gemeinden kennst du? Ich kenne in Deutschland 2 1/2. Gut, ich kenne natürlich nicht alle Gemeinde, ich kenne nur einen Teil, aber seit 19 Jahren reise ich durch die Lande. So, ich habe schon einiges gesehen. Und 2 1/2 Gemeinden, die eine ist noch ganz am Anfang, aber sie hat sich das auf die Fahnen geschrieben, wir wollen wirklich Jüngerschaft leben – wenige Gemeinden, die wirklich dieses Verständnis haben, wir prägen die Neubekehrten, wir prägen ihren Lebensstil und dadurch prägen wir ihren Charakter.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (30:00 bis 35:00)

 

Mit einem habe ich gesprochen, er war so schockiert über diese Aussage, fing sofort an zu blättern in der Bibel. Ich sagte: Du brauchst nicht suchen – das gibts nicht. Es gibt keine Gemeinde im Neuen Testament, die von einem Pastor geleitet wird. Und mit aller Selbstverständlichkeit lernst du auf jedem Pastorenseminar, so ist das – so wird das gemacht – das ist normal. Wo kommt das her? Tradition! Und was sagt Jesus? „Durch eure Traditionen habt ihr das Wort Gottes kraftlos gemacht.“

Mt 15,6b
und ihr habt so das Wort Gottes ungültig gemacht um eurer Überlieferung willen.

Mk 7,13
und so hebt ihr mit eurer Überlieferung, die ihr weitergegeben habt, das Wort Gottes auf; und viele ähnliche Dinge tut ihr.

Unwirksam gemacht! Und wir müssen uns entscheiden: Folgen wir Traditionen oder folgen wir dem Worte Gottes? Wenn wir mehr sehen wollen von der Kraft Gottes, dann müssen wir uns verabschieden von gewissen traditionellen Vorstellungen.

Wir müssen sagen: Egal – und wenns noch niemand probiert hat, wir tun, was das Wort sagt. Wir tun was das Wort sagt.

Und so sind viele heute im Lande unterwegs, viele neue Gruppen entstehen, viele neue Gemeinden entstehen, und die sagen: Wir wollen weitergehen – wir wollen nicht stehen bleiben in pfingstlich-charismatischen Traditionen, sondern wir wollen weitergehen. Und wir wollen genauer hinschauen, und wir wollen gelehrt werden vom Heiligen Geist. Wir wollen tun, was das Wort Gottes sagt.

Du siehst Paulus, in jeder Versammlung – Apg 14,23 – hat er Älteste eingesetzt.

Apg 14,23
Nachdem sie ihnen aber in jeder Gemeinde Älteste bestimmt hatten, befahlen sie sie unter Gebet und Fasten dem Herrn an, an den sie gläubig geworden waren.

In jeder Versammlung! Das heißt nicht: In manchen – und in manchen hat er auch eine Pastorin eingesetzt oder irgendwas anderes sich ausgedacht. In jeder Versammlung! Dann sehen wir später in seinem Brief an Titus – das war ja ein Mitarbeiter von ihm, er gibt ihm einen klaren Auftrag in Tit 1,5: „In jeder Stadt sollst du Älteste einsetzen“.

Tit 1,5
und in jeder Stadt Älteste einsetzt, so wie ich dir die Anweisung gegeben habe

Er sagt nicht: „Titus, du bist ein Mann Gottes, du bist reif, du bist geleitet vom Heiligen Geist. Geh in die verschiedenen Städte und dann lass dich leiten vom Heiligen Geist und so wie der Heilige Geist dich führt, so machst du das – vielleicht eine Versammlung, die nur auf demokratischer Basis alles irgendwie entscheidet, vielleicht mit einem Pastor oder Pastorin oder wie auch immer – lass dich einfach leiten“. Nein, was sagt er? „Du setzt in jeder Stadt Älteste an!“ Das heißt, Titus hatte gar keine Wahl. Und er musste überhaupt nicht beten in diesem Punkt, er musste nicht fragen, ja, was soll ich jetzt hier machen? Paulus hat ihm klare Order gegeben, du setzt Älteste ein! Immer Plural. Immer mehrere. Plural ist mindestens zwei.

Warum ist das so wichtig? Du sagst, ja, ob sie jetzt einen Pastor haben oder Älteste haben – das ist doch egal, Hauptsache es gibt irgendeine Form von Leitung und irgendwer sagt, wo es langgeht. Nein, das ist nicht egal! Denn wenn du einen Pastor hast als Leiter – sagen wir, er ist Evangelist, wird die ganze Gemeinde evangelistisch ausgerichtet. Aber Jesus ist auch der gute Hirte, Jesus ist auch der größte Prophet, Jesus ist auch der größte Lehrer. Jesus ist alles. Und Menschen haben nur einen Teil. Und wenn wir ein Team haben, dann stellen wir sicher, die Gemeinde wächst gleichmäßig und alle Aspekte des Wesens Jesus werden hervorkommen.

Und die jungen Lehrer in der Gemeinde werden inspiriert und herausgefordert und geprägt und gefördert und entwickelt durch die Lehrer im Ältesten-Team. Und die, die eine hirtenmäßige Berufung haben, für Seelsorge und sich um Menschen und ihre Nöte zu kümmern, die werden herausgefordert, herausgerufen und gesegnet und gefördert und eingesetzt in Dienste durch den Hirten im Ältesten-Team. Weil alles bringt hervor nach seiner Art.

1Mo 1,12
Und die Erde brachte Gras und Gewächs hervor, das Samen trägt nach seiner Art, und Bäume, die Früchte bringen, in denen ihr Same ist nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es gut war.

Hirten können keine Lehrer hervorbringen – zwischen Hirten und Lehrer sind riesige Unterschiede.

Und wenn da ein prophetischer Typ ist, der klar, scharf schauen kann und der Dinge sehen kann, die andere nicht sehen können – er wird die befruchten und berühren und fördern und herausfordern und segnen und entwickeln, die in der Gemeinde eine solche Berufung haben. Und so kann Christus hervorkommen mit all seinen Aspekten, nicht nur die Evangelisten oder nicht nur der Lehrer, nicht nur der Hirte, sondern sein ganzes Wesen findet Ausdruck in der Gemeinde.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (25:00 bis 30:00)

 

Und die Aufgabe der Gemeinde ist den König zurückzubringen. Das ist die Aufgabe der Gemeinde. Das ist die oberste Aufgabe der Gemeinde, den König zurückzubringen. Alle anderen Aktivitäten sind dem untergeordnet und dienen diesem Hauptziel. Das ist, was Jesus gesagt hat: „Wenn ihr betet, betet: Dein Reich komme!“

Lk 11,2a
Da sprach er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Unser Vater, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name! Dein Reich komme!

Wir beten für die Wiederkunft Jesu. Wir beten, dass Jesus wiederkommt. Hallelujah. Hallelujah.

So, der Herr ist sehr, sehr stark in dieser Betonung: Ich bin Gott, und ich werde nicht tolerieren, dass irgendjemand versucht, meinen Plan zu ändern. Ich werde es nicht tolerieren.

Wenn wir einen Aufsatz schreiben würden mit so vielen Wiederholungen. Was würde der Lehrer sagen? Schlechter Stil! Zu viele Wiederholungen. Aber Gott will hier kein literarisches Meisterwerk abliefern, was irgendwelchen Menschen gefällt, sondern Er will sagen: Ich bin der Herr, ich bin Gott.

Wie heißt es so schön: Sei stille und erkenne, dass ich Gott bin.

Ps 46,11
Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin! Ich will der Höchste sein unter den Heiden, der Höchste auf Erden.

Die wichtigste Offenbarung, die wichtigste geistliche Realität, die wir brauchen in unserem Herzen: Gott ist Gott, und wir sind nicht Gott.

Das ist die allerwichtigste Offenbarung, die wir brauchen. Und sag nicht: Das haben wir schon verstanden. Du hast einen kleinen Bruchteil davon verstanden, aber das bedeutet noch so viel mehr. Das bedeutet so viel mehr. Und wir wollen da hinein in diese Realität, Er ist Gott, und Er darf regieren in allen Bereichen unseres Lebens. Er ist der Herr, und die Gemeinde ist ein Ort, wo Seine Herrschaft offenbar wird, wo Sein Wesen sich zeigt, wo es leicht ist, wo der Himmel auf ist, und wo man Ihn erkennen kann, und wo man von Ihm geprägt wird, und wo wir alle zusammen lernen, immer entschiedener, immer konsequenter unter Seiner Herrschaft zu leben und Sein Reich zu bauen. Das ist Gemeinde.

Und die menschlichen Vorstellungen von Gemeinde sind so, so, so weit weg von diesen Dingen. Und viele Gläubige haben auch die Idee und zeigen das auch mit ihrem Leben, sie haben die Idee, ja, wir haben das Evangelium, das sollen wir verkündigen, aber die Gestalt der Gemeinde, die Struktur, die Art, wie die Gemeinde halt im Alltag lebt, das ist uns überlassen, da können wir machen, was wir wollen.

Aber das ist nicht, was das Wort Gottes sagt. Wenn Gott so darauf beharrt bei dem ersten Heiligtum: „Ihr müsst es so machen wie ich es gesagt habe, wie ich es offenbart habe“ – meinst du, wenn das neue Heiligtum gebaut wird, die Gemeinde, dass da Gott auf einmal großzügig geworden ist und auf einmal sagt Er: „Ist mir alles egal, hauptsache ihr baut irgendwas und nennt das Gemeinde, und dann ist gut“. Warum soll Gott sich geändert haben?

Und was meint Paulus wenn er sagt: „Ich bin ein weiser Baumeister“?

1Kor 3,10a
Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt

Er hat einen Plan, und das ist nicht sein eigener Plan, sondern das ist der Plan Gottes. Nach der Auferstehung hat Jesus 40 Tage lang mit den Jüngern geredet über die Dinge des Reiches Gottes – 40 Tage! Und dann gings erst los nachdem sie die Fülle, die Kraft des Heiligen Geistes empfangen haben. Dann gings erst los. 40 Tage waren sie unterwiesen. So, wir können davon ausgehen, wenn wir dann die Apostel in der Arbeit sehen, die haben nicht irgendwas gemacht, die haben genau gewusst, wir tun jetzt das, was der Meister uns geboten hat.

So, wenn du wissen willst, was Jesus in diesen 40 Tagen gelehrt hat – es steht ja nicht in der Bibel, da steht nur: „über die Dinge des Reiches Gottes“ – keine Details!

Apg 1,3
Diesen hat er sich auch nach seinem Leiden in vielen sicheren Kennzeichen lebendig dargestellt, indem er sich vierzig Tage hindurch von ihnen sehen ließ und über die Dinge redete, die das Reich Gottes betreffen.

Du kannst es trotzdem rausfinden, was Jesus gelehrt hat: Schau die Arbeitsweise der Apostel an! Das ist, was Jesus ihnen beigebracht hat. Das ist, was er ihnen aufgetragen hat. Das war die Anweisung, so baut man Gemeinde. Und das war so anders, als wie wir heute Gemeinde verstehen. Nehmen wir nur so einen ganz fundamentalen Irrtum: Die allermeisten Gemeinden heute, auch in der pfingstlich-charismatischen Bewegung, werden von einem Pastor geleitet. Wie viele interessante Szenen habe ich erlebt in verschiedenen Pastoren-Treffen, indem ich mal darauf hingewiesen habe: „Brüder, ist euch schon mal aufgefallen, dass in dem ganzen Neuen Testament keine Gemeinde gibt, die von einem Pastor geleitet wird?“

Da gibt es interessante Reaktionen! Von Erstaunen bis Unmut bis zum fast aufgeklappten Messer in der Hosentasche.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (20:00 bis 25:00)

 

Weil es ist Sein Haus! Die Gemeinde ist Sein Haus, Er ist der Herr, und Er darf bestimmen wie es aussieht. Und wir sind Ihm untergeordnet und wir sind nur dafür da, Seinen Willen zu tun. Nichts anders ist von uns verlangt, keine eigene Kreativität, kein Befolgen von Traditionen, kein Anpassen an den Zeitgeist, nichts ist notwendig außer „was hat der Herr geboten?“ Wie soll Sein Haus aussehen?

Das ist die große Botschaft, die wir entnehmen aus dem Bau des Heiligtums: Er ist Gott. Und mögen wir Furcht des Herrn haben, dass wir nicht wagen von irgendetwas, was klar definiert und festgelegt ist abzuweichen, nur um nicht aufzufallen, nur um nicht den Ärger der umliegenden Gläubigen und umliegenden Gemeinden auf uns zu ziehen. Jede neue Welle in der Kirchengeschichte wurde von großem Unmut und Ärger und manchmal schlimmerem begleitet, der vorigen Generation.

Und die neue Gemeinde, die neutestamentlich-apostolische Gemeinde, die der Herr bauen wird, wird auch wieder unter Anfeindungen stehen. Aber 30 Jahre später wird das normal sein. Was heute pionierhaft ist, wird 30 Jahre später normal sein, und man schaut zurück und sagt, wie konnten die damals Gemeinde mit diesen und jenen Elementen bauen, das ist doch gar nicht in der Schrift – das Gegenteil davon finden wir in der Schrift! Aber jetzt sind wir Pioniere, und jetzt schauen wir in das Wort Gottes, und wir haben diese Entscheidung getroffen, was immer wir dort finden, das werden wir annehmen, was immer wir dort finden, werden wir befolgen. Möge das fremd sein, möge uns das komisch vorkommen, möge das irgendwie uns unmöglich erscheinen, so dass wir sagen, das geht doch gar nicht, das gibt es doch gar nicht, sowas kann doch gar nicht funktionieren – es spielt keine Rolle wenn Gott es so sagt in Seinem Wort, dann ist es so. Und dann wird es auch funktionieren, weil Gott steht hinter Seinen Plänen, und Er segnet Seine Gemeinde – wenn sie sich ausrichtet nach Ihm.

Und jeder der einmal schon das neue Testament studiert hat – Apostelgeschichte und die Briefe – und sich gefragt hat, ja, was war das für eine Gemeinde, wie sah die denn aus, was hatten die damals? Und das vergleicht mit dem, was wir heute haben – wird sagen: „Meine Güte, wie weit sind wir heute weg von dem, was die damals hatten?“ Und der Trend ist, zurück zum Anfang, zurück zum Bauplan, zurück zu den Ursprüngen, zurück zu den eigentlichen Ideen Gottes. Hallelujah. Hallelujah.

Und dann wird Er auch kommen, und dann wird Er Sein Haus bewohnen. Und wir sehen, dass Paulus erfüllt ist von dieser Vision, von dieser Sehnsucht: Am Ende bevor Jesus wiederkommt, es wird eine herrliche Gemeinde geben, es wird eine Gemeinde geben, in der der Heilige Geist die führende, leitende, richtungsgebende Kraft ist. Und diese Gemeinde wird in Übereinstimmung sein mit dem Heiligen Geist. Und das, was Ihm wichtig ist, wird der Gemeinde wichtig sein und umgekehrt. Da wird eine solche Einheit sein. Davon sind wir heute weit, weit, weit entfernt!

Nimm nur diese eine Sache – die erste Gemeinde, studiere das bitte einmal wenn du das noch nie gemacht hast – war erfüllt – die Briefe sind voll von Hinweisen davon, war erfüllt von der Sehnsucht, Jesus soll wiederkommen.

Das war ein Merkmal der ersten Gemeinde. Und das wird ein Merkmal der letzten Gemeinde sein. Dieses Verlangen, diese Sehnsucht nach der Wiederkunft Jesu ist fast nicht zu spüren.

Seit 19 Jahren reise ich in Deutschland, Schweiz, Österreich und in einigen Ländern der ehemaligen Sowjetunion und Albanien – reise ich durch die Lande und besuche Gemeinden. Ich kenne fast keine Gemeinde, in der auch nur ansatzweise der Schrei ist: „Komm, Herr Jesus, komm! Komm wieder, nimm Deinen Platz ein, sei König, regiere! Vollende Dein Reich. Lass Dein Reich kommen!“ Fast keine Gemeinde kenne ich, in der auf eine spürbare Art und Weise – in der Verkündigung, in den Gebeten, in den Gesprächen es überhaupt darum geht um die Wiederkunft Jesu.

Das zeigt wie weit wir weg sind vom Herzen Gottes. Das, was auf dem Herzen Gottes ist, interessiert uns gar nicht. Aber der Vater will Jesus zurückbringen als König, will Ihn vor den Augen der ungläubigen Welt rehabilitieren. Und alle Lügen, die ausgesprochen worden sind, auch oft im Namen der Kirche, all die Lügen über Seinen Sohn will Er als dummes Zeug darstellen und offenbaren und zeigen, Sein Sohn hat das Recht zu regieren, und Er wird regieren in Gerechtigkeit. Hallelujah.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (15:00 bis 20:00)

 

Und jedes Mal wenn neues Licht kommt, gibt es Protest der vorigen Generation. Die sagen: „Nein, das könnt ihr nicht machen, das geht nicht, und das wird nicht funktionieren, warum? Waren wir denn etwa verkehrt?“ Es geht nicht darum, wer verkehrt war. Es geht darum, dass wir heute in die Pläne Gottes kommen. Wir schauen nicht auf die anderen, wir schauen auf uns, auf unsere Verantwortung und sagen: „Herr, was willst Du und was betonst Du heute, was sind die Wahrheiten, die Dein Heiliger Geist heute betont?“

Lasst uns eine ganze Reihe von Schriftstellen anschauen, und nachdem ich fünf oder sechs gelesen habe, du wirst sagen, es wird langweilig. Aber es wird nicht langweilig! Im selben Kapitel 25, Vers 40.

2 Mo 25,40
Und sieh zu, dass du alles nach ihrem Urbild machst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!

2 Mo 26,30
So errichte denn die Wohnung nach ihrem Bauplan, wie er dir auf dem Berg gezeigt worden ist!

2 Mo 27,8b
Wie es dir auf dem Berg gezeigt worden ist, so soll man ihn machen.

Dann heißt es über einen führenden Bauarbeiter …

2 Mo 31,6b
Dazu habe ich jedem, der ein weises Herz hat, Weisheit ins Herz gelegt, damit sie alles machen, was ich dir geboten habe

2 Mo 39,7b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

2 Mo 39,21b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

2 Mo 39,26b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

2 Mo 39,31b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

2 Mo 39,32
So wurde die ganze Arbeit der Wohnung des Zeltes der Begegnung vollendet: Die Söhne Israel machten es ganz so, wie der HERR dem Mose geboten hatte, so machten sie es.

2 Mo 39,42-43a
Genau wie der HERR dem Mose geboten hatte, so hatten die Söhne Israel die ganze Arbeit gemacht. Und Mose sah sich das ganze Werk an – und siehe, sie hatten es ausgeführt; wie der HERR geboten hatte, so hatten sie es ausgeführt.

2 Mo 40,19b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

2 Mo 40,21b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

2 Mo 40,23b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

2 Mo 40,27b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

2 Mo 40,29b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

Ich habe gesagt, die Gefahr ist, dass dir langweilig wird. Aber Gott hat hier eine Botschaft.

2 Mo 40,32b
(…) – wie der HERR dem Mose geboten hatte.

Und Vers 33 am Ende:

2 Mo 40,33b
So vollendete Mose das Werk.

Jetzt ist es fertig. So wie es der Herr haben wollte, wie Er es geboten hat. Und jetzt der nächste Vers:

2 Mo 40,34
Da bedeckte die Wolke das Zelt der Begegnung, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte die Wohnung.

Auch wenn es hier nicht steht, es ist vollkommen klar: Wenn sie nach Modetrends gegangen wären und hätten gesagt, ne, die Farben, das passt heute nicht und wir haben heute andere Trends, und überhaupt, irgendwie möchten wir andere Materialien, die viel billiger sind, verwenden oder irgendetwas – wenn sie nicht so gemacht hätten wie der Herr geboten hätte, würde Vers 34 anders lauten: „Und der Herr zog es vor, nicht zu kommen“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (10:00 bis 15:00)

 

Weil wir müssen von Ihm selber gelehrt werden, wir müssen von Ihm die Augen geöffnet bekommen, um zu verstehen, worum geht es Ihm, wer ist Er eigentlich, wie ist Sein Wesen? Gott kann nur durch Offenbarung erkannt werden! Er kann auf keine andere Art und Weise erkannt werden – nicht durch Theologiestudium oder indem wir selber ein bisschen Gehirnakrobatik betreiben – Gott kann nur erkannt werden, wenn Er selber kommt und sich zeigt. Jesus sagt: Niemand hat den Vater gesehen, nur der Sohn, und der, den der Sohn ihn offenbaren will.

Lk 10,22b
niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater, und wer der Vater ist, als nur der Sohn und wem der Sohn ihn offenbaren will.

Jesus will Offenbarung geben über das Wesen des Vaters. Jesus will uns lehren. Offenbarung bedeutet „Heilig Geist gewirkte Gewissheit in unserem Herzen“, die nicht auf menschliche Art, durch Studium und Bücher lesen zustande kommt, sondern durch Begegnung – persönliche Begegnungen mit Ihm. Darum geht es Ihm.

Und das ist jetzt das Ziel dieses Heiligtums – Er will wohnen, Er will sich zeigen, Er will sich offenbaren, Er will zu uns reden, Er will uns prägen und verändern. „Baut mir ein Heiligtum, damit ich in eurer Mitte wohne“.

2Mo 25,8
Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne.

Ist das nicht interessant, der große allmächtige Gott ist darauf angewiesen, dass wir Ihm etwas bauen? Du sagst: Komm, wenn Du Dich offenbaren willst, bitte dann tu das – Er sagt: Nein, ihr müsst mir erst etwas bauen. Ihr müsst mir etwas bauen. Ein Heiligtum, wo ich wohnen kann.

Die Gemeinde ist die Wohnung Gottes. Eph 2,22 – eine Behausung Gottes im Geist.

Eph 2,22
und in ihm werdet auch ihr mit aufgebaut zu einer Behausung Gottes im Geist.

Das ist die Gemeinde. Und wir bauen Gemeinde. Aber nach Seinen Vorgaben, nach Seinen Ideen, nach Seinen Plänen. Das sind nicht nette Vorschläge, die wir beliebig abändern können. Das werden wir gleich sehen im Wort Gottes. Da ist so eine massive Betonung im Wort Gottes, die man so beschreiben könnte: „Ich bin Gott – es ist mein Haus. Und wenn ihr mir ein Haus baut, dann müsst ihr es so bauen, wie ich es euch sage. Eigene Ideen sind nicht erlaubt. Ich brauche nicht eure Kreativität, ich suche keine Ratgeber, ich möchte gehorsame Menschen haben, die im Gehorsam das tun, was ich sage. Und etwas bauen, was von mir kommt, was mir entspricht, was meinen Ideen entspricht“.

Jeder Architekt versteht das. Da ist ein Bauherr, der sagt, ich möchte ein Haus haben. Und dann sagt er dem Architekten, so und so sind meine Ideen. Und dann macht der Architekt einen Plan nach den Ideen von dem Bauherrn. Der sagt nicht, oh, heute ist dieses modern in der Architektur und da bauen wir noch ein paar Elemente mit rein, das muss ja schick sein – nein, er muss es so machen wie der Bauherr das haben will. Der Bauherr ist der, der nachher einzieht. Er will dort wohnen und er will sich wohlfühlen, nicht der Architekt. Und nicht die Maurer. Und die Klempner und all die anderen Handwerker, die da gewirkt haben. Er will dort wohnen. Und darum hat auch alles Recht – der Bauherr hat das Recht zu bestimmen wie das Haus aussehen soll. Und die Betonung sehen wir im Worte Gottes.

Vers 9 haben wir schon gelesen:

2Mo 25,9a
Nach allem, was ich dir zeige …

Mose hatte eine Begegnung mit dem Herrn und der Herr hat ihm etwas gezeigt. Er hat ihm den Plan gezeigt …

2Mo 25,9b
nämlich dem Urbild der Wohnung und dem Urbild all ihrer Geräte, danach sollt ihr es machen.

Ps 127,1
Wenn der HERR das Haus nicht baut, arbeiten seine Erbauer vergebens daran.

Sie arbeiten umsonst! Sie mögen alle sehr fleißig sein, sehr pünktlich sein, sehr engagiert sein, willig sein für Überstunden. Aber wenn sie nicht nach Seinen Vorgaben bauen, wenn Er nicht der Erste ist, nach dem alles sich richtet, wenn Er nicht bauen darf – dann sind alle unsere Bemühungen umsonst.

Und wir sind an einer Schwelle in der Kirchengeschichte, wo Gott neues Licht scheinen lässt und wo wir sagen: Natürlich, klar, hier ist es im Wort – und wir schauen zurück und sagen, warum haben wir das früher nicht gesehen? Warum haben das unsere Väter nicht gesehen? Warum haben das vorangegangene Generationen nicht gesehen? Aber wie auch immer – heute müssen wir gehen mit dem, was Gott heute betont. Und das Licht, das heute scheint, ist dafür da, dass wir da in diesem Licht wandeln und dass wir nach diesem Licht arbeiten und handeln.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (05:00 bis 10:00)

 

Lass uns einmal gehen zu 2. Mose 25 – das ist unmittelbar nachdem Israel diese mächtige Befreiung erlebt – über 400 Jahre Knechtschaft in Ägypten – und dann wurden sie herausgerettet durch die starke Hand Gottes. Und dann waren sie in der Wüste auf dem Weg zum gelobten Land, aber ihr neues Leben sollte nicht erst anfangen im gelobten Land, sondern schon hier in der Wüste. Und der Herr spricht zu Mose, und Er sagt in Vers 8:

2 Mose 25
8 Und sie (das Volk Israel) sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne.
9 Nach allem, was ich dir zeige, nämlich dem Urbild der Wohnung und dem Urbild all ihrer Geräte, danach sollt ihr es machen.

Gott gibt hier den Auftrag: „Baut mir ein Heiligtum“. Für was? Für was braucht Gott ein Heiligtum? Er sagt es selbst: „Damit ich in ihrer Mitte wohne“. Gottes große Sehnsucht ist mitten unter Seinem Volk zu sein und sich zu zeigen, sich zu erweisen, zu wirken, und dort wirklich unser Gott zu sein in allen Aspekten. Die Gegenwart Gottes ist Sein größter Wunsch – die Gegenwart Gottes bei Seinem Volk. Und Er sagt: „Baut mir ein Heiligtum, damit ich wohnen kann in ihrer Mitte“.

Gott ist ein Gott von Gemeinschaft. Das siehst du schon ganz am Anfang, noch weiter vorne – im Garten. Er kam und hatte Gemeinschaft mit Adam und Eva. Und wie endet das Buch? Das himmlische Jerusalem kommt herab, siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen. Und Er wird bei ihnen wohnen, Er wird ihr Gott sein und sie werden Sein Volk sein.

Offb 21,3
Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt/die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.

So endet das Buch. Gottes Sehnsucht ist unter Seinem Volk zu wohnen, dass sie Ihn erleben, dass sie Ihn erfahren, dass sie von Ihm angerührt werden, dass sie von Ihm geprägt werden, dass sie von Ihm verändert, dass sie von Ihm her alles bekommen, was sie brauchen. Das ist Seine Sehnsucht. Die Bibel macht das so, so, so deutlich und so viele Leute haben das nie wahrgenommen und für sich in Anspruch genommen: Gott ist erfahrbar. Er ist spürbar.

Paulus sagt zu den Philosophen: Das ist die Bestimmung der Menschen, darum hat Gott Menschen gemacht, dass sie ihn tastend fühlen, dass sie ihn suchen, ob sie ihn finden möchten und tastend fühlen.

Apg 17,27
dass sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja nicht fern ist von jedem von uns.

Man soll Gott spüren, man soll Gott erleben, keine Angst, das heißt nicht, wir werden abhängig von Gefühlen – ganz im Gegenteil, wir werden abhängig von Ihm. Aber wenn wir Ihn suchen, und wenn wir glauben, dass Er mit uns so umgeht wie die Bibel das beschreibt, dann werden wir Ihn erleben. Immer wieder Ihn spüren. Der Friede Gottes ist doch ein Gefühl! Ein wunderbares Gefühl, das uns solche Geborgenheit gibt, solche Entspannung, solche Sicherheit gibt. Er ist wirklich da, Er ist bei uns, Er meint mich, Er liebt nicht nur alle, Er liebt mich. Er ist für mich da.

Gottes Sehnsucht ist, dass wir Ihn wirklich erleben. Und dass wir vom Geist geleitet und gelehrt werden über Sein Wesen, über Seine Absichten, und dass wir verstehen wie Er ist und wie Er zu uns ist und was Er tun will. Dass wir erfüllt sind von der Erkenntnis Seines Willens. Dass unser Herz wirklich glauben kann, dass unser Herz davon erfüllt ist: Er ist mein Gott, und Er ist ein treuer Gott, und Er ist mit mir, und Er wird nicht von meiner Seite gehen, und Er hilft mir, und Er hat Glauben, dass ich verändert werden kann, Er hat Glauben, dass mein Charakter verändert werden kann.

Wir haben keinen Glauben aus uns heraus, aber Gott sagt: Ich mache alles neu.

Offb 21,5
Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er sprach zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß!

Ich mache alles neu. Und Er verändet und wir werden verwandelt von Herrlichkeit zu Herrlichkeit.

2Kor 3,18
Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn.

Wir werden verändert wenn wir Begegnungen haben mit Jesus. Diese Veränderung kommt zustande durch das Sehen Seiner Herrlichkeit, sagt Paulus. Wir alle schauen mit aufgedecktem Angesicht Seine Herrlichkeit an und werden so verwandelt – auf diese Art und Weise. Verwandlung geschieht nicht durch treue Gottesdienstbesuche. Verwandlung geschieht nicht, indem wir ein paar gute christliche Werke tun. Verwandlung geschieht, indem wir Ihn erleben, und nicht nur ein Mal in unserem Leben, sondern immer wieder, immer wieder. Vielleicht nicht jeden Tag in einer tiefen, dramatischen Weise, aber immer wieder, immer wieder. Gott sehnt sich danach, dass wir mit Ihm Gemeinschaft haben, wo Er sich offenbaren kann.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan” Teil 1 (00:00 bis 05:00)

 

Dieses Seminar, das wir haben werden, ist über den Plan Gottes für die Gemeinde. Gott hat einen Plan. Und dieser Plan ist wunderbar, und dieser Plan wird funktionieren, weil er von Gott ist und weil Gott ihn unterstützt und segnet. Und Gott segnet immer Seine Pläne. Hallelujah.

So, schön, dass ihr euch Zeit genommen habt an diesem wunderschönen Tag. Wer schon mal einen kurzen Blick in die Kirchengeschichte geworfen hat, der hat schon ein Prinzip erkannt, dass schrittweise Wahrheiten wiederhergestellt werden. Dass immer mehr Licht kommt – seit diesem furchtbaren Tiefpunkt, was wir das finstere Mittelalter nennen – und das was wirklich finster, wo das Licht Gottes weggenommen war, wo keine Klarheit mehr war über wer ist Jesus, was hat Jesus getan, was bedeutet es, ein Kind Gottes zu sein, was heißt es mit dem Herrn zu leben, was ist das Evangelium – völlige Finsternis! Die Leute wurden zugemüllt mit lateinischen Sprüchen, kein Mensch hat das verstanden, und die Priester haben irgendwelche Zeremonien abgehalten, die völlig sinnlos waren, die niemand verstanden hat, die auch niemandem erklärt wurden, und das Niveau des Lebens der Menschen war so, so, so verfinstert.

Und das Licht brach ein, und es gab eine neue Offenbarung. Und das nennen wir die Reformation. Und das begannt mit: „Der Gerechte wird aus Glauben leben.“

Röm 1,17
Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): »Der Gerechte wird aus Glauben leben.«

Wir können annehmen, was Jesus für uns getan hat. Wir müssen nicht Werke tun, wir müssen nicht an Rom bezahlen, sondern wir glauben an das, was Jesus am Kreuz getan hat, und wir sind angenommen, wir sind gerechtfertigt, wir sind frei von der Sünde. Wir sind jetzt frei für ihn zu leben.

Das war eine solche Offenbarung, mit solch einer Durchschlagskraft, das hat die geistliche und dann auch die politische Landschaft in Europa total verändert, und weitere Offenbarungen sind gekommen. Und so lief das weiter und weiter, nicht immer geradlinig, manchmal zwei Schritte vor, anderthalb wieder zurück, aber im Grunde genommen doch, es geht vorwärts. Und wir sind noch mittendrin in diesem Prozess, und wir sind jetzt an einer Stelle, wo gerade etwas neues beginnt in unserem Land. Ihr wisst das, dass wir vielleicht seit den Siebziger Jahren etwas hatten, was wir charismatische Bewegung nannten, charismatische Erneuerung, und Lobpreis wurde wiederhergestellt. Können wir uns das noch vorstellen? Vor 50 Jahren hat man aus einem Liederbuch gesungen. Heute singen wir zu einem Gott, von dem wir glauben, dass Er da ist, dass Er uns hört und dass Er uns sieht, und wir heben die Hände hoch – wir wedeln Ihm zu, weil wir wissen, Er schaut auf uns. Und was wir da tun hat wirklich Bedeutung. Hallelujah. Die Gegenwart Gottes fängt an sich zu zeigen.

Und viele wunderbare Dinge wurden wiederhergestellt durch diese Bewegung. Aber das ist 40-50 Jahre her. Und die Verschleisserscheinungen sind sichtbar, und die Kompromisse und die Anpassung an den Geist der Welt werden immer deutlicher. Und Gott tut etwas neues, und Er gibt neues Licht, und Er gibt neue Offenbarung. Nicht neue – sondern uralte, die schon in diesem Wort geschrieben sind, werden auf einmal neu beleuchtet, und wir sehen Dinge und sagen: „Ja, meine Güte, warum haben wir das vorher nie gesehen? Wer hat uns erzählt, dass wir das nach dieser Art machen sollen, das ist ja gar nicht in diesem Buch?!“

Und darum geht es in diesem Seminar: Gottes Plan für Gemeinde. Wir versuchen vom Worte Gottes her zu beschreiben, wie sieht die Gemeinde aus, die Jesus bauen will? Er sagt: Ich werde meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches werden nicht standhalten können.

Mt 16,18
Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen.

Sie haben keine Kraft zu widerstehen, sondern die Gemeinde ist geistlich gesehen in der Offensive, und sie überwindet die Mächte der Finsternis. Das ist, was Jesus gesehen hat, das ist, was Jesus baut, und das ist, woran wir auch teilhaben können, wozu wir eingeladen sind. Und wir müssen verstehen, was der Plan Gottes ist, damit wir nicht irgendetwas machen, was uns so irgendwie gut aussieht oder was wir von anderen irgendwie gehört haben, sondern dass wir das tun, was wirklich von Ihm kommt, was Er segnen will.

Und wenn wir in Seinem Plan uns bewegen, dann haben wir alle Gewissheit und alle Sicherheit: Er wird das unterstützen – egal wieviel Widerstände da sind, egal wie unmöglich das ist, egal ob andere das schon getan haben, das spielt alles keine Rolle. Sondern eine Rolle spielt nur, was sagt das Wort?

Und da werden wir hineingehen, und wir beginnen jetzt ganz zu Beginn, wo zum ersten Mal diese Geschichte der Gemeinde beschrieben wird. Und du weißt schon, immer wenn ein neues Thema in der Bibel auftaucht, dort haben wir ganz, ganz wesentliche Aspekte, die nachher dann immer weiter entfaltet werden.