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Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (30:00 bis 35:00)

Der Wille Gottes soll runterkommen und die Gemeinde ist eine Repräsentanz des Himmels. Und sie soll auf eine sehr, sehr sichtbare Art und Weise die Schönheit, die Harmonie, den Frieden, die Kreativität und die Freiheit des Himmels wiederspiegeln. Das ist Gemeinde. Das ist der Auftrag der Gemeinde.

So dass die Leute kommen und sagen: Das ist ja nicht möglich, wie könnt ihr so miteinander leben? Wie könnt ihr solche Ehen haben? Wie könnt ihr solche Familien haben? Wie könnt ihr so eure Kids erziehen? Wie könnt ihr so miteinander umgehen? Das ist ja fantastisch! Das ist ja traumhaft!

Wie Israel: Mit dem Segen, den Gott ihnen gegeben hat – unter der Bedingung des Gehorsams – sollen sie die Nationen eifersüchtig machen.

So dass die sagen: Jetzt guck dir das mal an wie die gesegnet sind. Jetzt guck dir an was ihr Gott für die macht alles. Und was machen unsere Götter für uns? Wäre es nicht klug, wir laufen über zu diesem Gott?

Das war die Aufgabe von Israel: Die Nationen zur Eifersucht zu reizen durch den Segen Gottes. Und wo sollte der Segen Gottes herkommen? Von den Ordnungen Gottes – sprich vom Gehorsam.

Das war der Plan Gottes. Und das ist der Plan Gottes für Gemeinde. Evangelisation ist nicht: Einmal im Monat machen wir eine Aktion und stellen uns mit Gitarre auf den Marktplatz und singen da ein paar Lieder und predigen zu Leuten, die gar nicht stehen bleiben. Aber dann haben wir es abgehakt und wieder mal waren wir draußen und haben evangelisiert.

Evangelisation ist: Wir sind Zeugen eines neuen Reiches. Wir sind Repräsentanten! Und unsere Leute auf der Arbeit, unsere Nachbarn, die sehen: Hej, die ticken anders – die leben anders!

Das ist unsere Aufgabe: Salz und Licht zu sein.

Mt 5
13 Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden.
14 Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein.

Aber wenn unser Lebensstil nicht anders ist als der des ungläubigen Nachbarn, wenn unsere Fernsehprogramm und unsere Filme und unsere Unterhaltung auf demselben Niveau sind wie die Ungläubigen, wenn die Art wie wir Konflikte miteinander austragen und wie wir miteinander umgehen – wenn das dasselbe ist wie draußen in der Welt – warum sollen die Leute kommen? Warum?

Wir sagen: Kommt zu uns! – Ich sag: Ich war mal da, ich hab gesehehn, was ihr habt, danke, das brauche ich nicht!

Das ist, was kluge Heiden sagen. „Danke, sowas brauche ich nicht – solche Streitereien, solche Unehrlichkeiten, solche Hinten-Rum-Tricks und solche Schauspielereien am Sonntagmorgen für 1 1/2 Stunden, so ein freundliches Lächeln aufsetzen und ansonsten werden die Messer gezückt – ich brauche sowas nicht, danke. Ehrlich, ich hab schon genug Stress mit meiner Verwandtschaft. Da muss ich nicht noch eine ganze Gemeinde dabei haben“.

Das ist, was die Leute da draußen sagen. Und deswegen bleiben sie weg in Massen. Weil sie genau wissen: Gemeinde – da brauchen wir gar nicht hinzugehen, die haben keine Antworten. Die haben keine Antworten auf „Ehe“, die haben keine Antworten auf „Kindererziehung“, die haben keine Antworten auf das „Schuldenproblem“, die haben überhaupt keine Antwort.

Deswegen bleiben die Leute weg.

Und Jüngerschaft ist ein Prozess, wo Menschen, die das wollen, freiwillig, in eine Umformung hineingenommen werden, und wo sie den Lebensstil des Reiches Gottes lernen dürfen, weil sie das wollen.

Und als unvermeidbares Abfallprodukt werden alle ihre Probleme, die sie durch Sünde in ihrem Leben angesammelt haben, – Ablehnung, Missbrauch, Selbstablehnung, Zwänge, Fresssucht, Bulimie, Drogen, Pornografie, nimm was du willst, oder einfach nur schlichte Profilierungssucht, was ein interessantes Wort ist, und die biblische Übersetzung wäre „Stolz“ – wo all diese Probleme gelöst werden als Folge einer Umstellung der Verhaltensweisen, der Prioriäten und dann der Herzenshaltung und Herzenseinstellung.

Man kann einen Charakter nicht verändern ohne dass man den Lebensstil verändert, das ist unmöglich.

Und deswegen geht es sehr, sehr konkret zur Sache in der Jüngerschaft. Ein Jünger ist ein Lernender. Und er lernt die Ordnungen im Reiche Gottes. Und darüber will ich sprechen. Und was die Hindernisse sein könnten – warum haben wir das eigentlich? Haben wir das überlesen? Haben wir diesen Punkt gar nicht gesehen im Neuen Testament? Oder gibt es vielleicht andere Gründe, warum wir wahrscheinlich in mehr als 95% der Gemeinde in der westlichen Welt ohne Jüngerschaft auskommen?

Warum ist das so?

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (25:00 bis 30:00)

„Ja, aber ich bin Krawattenmuffel!“ – Prima! Jetzt kannst du entscheiden: Möchtest du Krawattenmuffel bleiben, dann ist Sparkassenangestellter nicht das richtige für dich. Oder möchtest du deine alten Ideen verwerfen und möchtest du dich jetzt anfreuden mit der Tatsache, dass du von jetzt an so lange du in der Sparkasse bist, Krawatte trägst? Diese beiden Entscheidungen hast du.

So funktioniert’s. Da kannst du jeden Beruf nehmen, was immer du willst, da gibt es klare Ordnungen und da gibt es ein klares Commitment (Sich Verpflichten, Sich Bekennen): Das ist meine Hingabe, dazu bin ich bereit. Und wer dazu nicht bereit ist, kann jederzeit auschecken, sogar mitten in der Lehre kann er sagen: Jetzt gibt es neue Themen, die soll ich hier lernen, die gefallen mir überhaupt nicht, ich glaube, ich steige aus. – Okay! Kein Problem, steigst aus!

Aber was nicht geht: Pro forma drin bleiben und boykottieren und sagen: Diese Sachen nicht, und das nicht und das nicht.

Ja, verstehen wir dieses Prinzip?

Es sollte so sein. Wenn wir in dieser Gesellschaft leben, dann verstehen wir das alle.

Und genauso ist es in der Gemeinde. Jesus ist der Herr. Jesus hat Menschen gesetzt und ausgebildet und trainiert und gesalbt, und die haben die Aufgabe, jetzt die Neubekehrten – und nicht nur die Neubekehrten – wenn das wirklich durchkommt, sondern auch die alten Hasen, die 20,30 Jahre Christ sind und nie durch Jüngerschaft gegangen sind – jetzt anzuleiten in diesem Prozess der Jüngerschaft. Das ist, was Gott will.

Eine Gemeinde ohne Jüngerschaft ist keine neutestamentliche Gemeinde und wird früher oder später, und damit meine ich nicht 100 Jahre, von der Bildfläche verschwinden. Und „verschwinden“, damit meine ich, sie wird keinerlei geistliche Bedeutung mehr haben. Die katholische Kirche gibt es sein 1500 Jahren und die wird auch so weiter bestehen, die wird nicht verschwinden, aber sie ist Teil eines Systems, was gegen Gott ist. Ich rede von: Wir wollen relevant sein für Gott, wir wollen Gemeinde bauen, wir wollen die ganze Entwicklung nach vorne bringen, wir wollen Teil sein von Gottes Antwort. Und nicht Teil von Gottes Problem. Das ist doch was wir wollen als Christen. Und das ist auch was wir wollen als Gemeinde.

Und da könnt ihr machen, was ihr wollt. Früher oder später wird der Heilige Geist, nicht der Gastsprecher, der Heilige Geist den Finger drauflegen und sagen: Wie ist es jetzt? Wollt ihr jetzt mit Jüngerschaft beginnen? Selbst auf die Gefahr hin, dass 2/3 auswandern, weil ihnen das alles viel zu straff ist? Oder wollt ihr eine Gemeinde sein nach eurem Belieben und nach euren Vorstellungen und damit dann habt ihr die Weichen gestellt für etwas, womit Gott dann große Probleme hat.

Mit dieser Frage werdet ihr euch beschäftigen müssen, garantiert, das verspreche ich euch. Woher weiß ich das? Jesus baut seine Gemeinde. Und er baut sie so wie er sie haben will. Und all das, was ihm wichtig ist, das muss Element sein dieser Gemeinde. Ohne Jüngerschaft gibt es keine durchgreifenden, bleibenden Charakterveränderungen, das gibt es nicht.

Es ist nicht: „Du und deine Bibel und der Herr“ – und dann läuft schon alles. Das ist nicht so. Alles, was schwer ist im Leben, ob das Blockflöte lernen ist oder Orgel spielen oder Schreibmaschine – alles, was anspruchsvoll ist, verlangt Zeit und Disziplin.

Die anspruchsvollen Dinge kommen nicht einfach so. Und Charakterveränderung ist das Anspruchsvollste, was es gibt im ganzen Leben. Dagegen ist Orgel spielen oder schwimmen lernen oder Fahrradfahren lernen, das sind ja Peanuts. Und um das geht es! Dazu sind wir gerufen. Unsere Berufung als Christen ist: In das Bild Jesu umgestaltet zu werden. Das ist unsere Berufung. Das ist unser Vorrecht. Und wir lernen hier den Lebensstil des Reiches Gottes, den wir von dann an bis in alle Ewigkeit weiterleben werden. Das ist nicht ein kleines Kurzzeitprogramm, „das brauchen wir jetzt für die kurze Zeit auf der Erde“, sondern das, was wir da lernen, brauchen wir für die Ewigkeit.

Das ist der Lebensstil, den Gott selber lebt. Das ist der schönste, befreiendste, heilsamste, erfrischenste, glückselig machstenste Lebensstil, den man sich überhaupt vorstellen kann. Das ist, was sie im Himmel leben. Darum geht’s denen da oben so gut. Und darum sollen wir beten: „Wie im Himmel, so auch auf Erden“.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (20:00 bis 25:00)

Warum muss er den lernen? Weil der so anders ist als der Lebensstil, den er Jahrzehnte lang vorher, vor seiner Bekehrung, gelebt hat und eingeübt hat. All die Ideen, all die Werte, all die Vorstellungen, was ist „normal“, was ist „richtig“, was hat jetzt Priorität? All diese Dinge sind völlig anders im Leben eines Jüngers als vorher.

Und da war ganz klar die Idee, das muss ein zielgerichtetes Unternehmen sein, ein Programm sein, das muss ein Prozess sein, wo wir Menschen formen und ihnen diesen Lebensstil des Reiches Gottes beibringen.

Denk einmal an einen Azubi, an einen Lehrling. Wie ist das? Der möchte gerne diesen Beruf lernen, was weiß ich? Der will jetzt Bäcker werden oder KFZ-Mechatroniker oder keine Ahnung. Das ist sein Wunsch. Er möchte diesen Beruf erlernen. So, dann geht er hin, macht Vorstellunggespräch, da wird er interviewt, am Schluss dann entscheiden sie sich: Okay, wir nehmen diesen jungen Mann.

Dann was? Sagt dann der Bäckermeister: Pass auf, du musst einfach nur jeden Tag kommen und dich ein paar Stunden hier in der Backstube aufhalten. Und wenn du das treu machst, drei Jahre, dann kriegst du ein Zertifikat und dann bist du ein Bäckergeselle und dann darfst du andere ausbilden. Was du da machst in der Zeit ist eigentlich nicht so wichtig, hauptsache, du bist da, du machst dein Häkchen oder mit der Zeitkarte oder wie auch immer – du belegst deine Anwesenheit und was du da tust, ist unwichtig. Aber nach drei Jahren kriegst du dein Dokument, und dann bist du ein Geselle im Bäckerhandwerk.

Ihr guckt mich an als wie „hat der noch alle, oder wie?“. Natürlich funktioniert es nicht so! Es gibt einen Ausbildungsplan, es gibt konkrete Lernziele, und es gibt die Idee, ich Geselle – du Lehrling. Und ich bringe dir bei, was du zu tun hast. Ich bin jetzt dein Vorgesetzter und ich sage dir, was und wie du hier Dinge tust. Und der Lehrling hat das vorher verstanden und hat unterschrieben.

Wer hat ihn gezwungen dazu? Der Geselle? Nein, er hat gesagt: Ich will diesen Beruf lernen.

Und mit seiner Unterschrift hat er erklärt, ich stimme überein mit den Bedingungen des Lehrplans. Er kann nicht hinterher sagen: Ich habe mich ja jetzt angemeldet, ich hab auch unterschrieben, die Lehre läuft also jetzt, aber da gibt’s ein paar Punkte, da müssen wir nochmal drüber reden. Also, 3:30 Uhr in der Backstube stehen? Das ist ehrlichgesagt für mich ein bisschen ungewohnt und ich schlage vor: 7 Uhr, 8 Uhr – das könnte ich schaffen. Okay?

Ne – der Geselle sagt: Nicht okay! Es wird nicht nachverhandelt! Du hast vorher alles gewusst, du hast unterschrieben. Was du jetzt noch machen kannst, du kannst von deiner Unterschrift zurücktreten, kannst sagen: Ja, bei Lichte betrachtet – eigentlich ist Bäckerhandwerk doch nicht so das. Außerdem habe ich eine Mehlstauballergie. Wenn ich dann vielleicht noch sogar in Berührung kommen würde mit Mehl – das geht ja überhaupt nicht.

Und er kann zurücktreten, es ist alles freiwillig. Aber solange er nicht zurücktritt, hat er ein volles „Ja“, 100%iges „Ja“ gegeben zu den einzelnen Maßnahmen, die dort praktiziert und gelehrt werden und in die er hineingebracht werden soll.

Den Inhalt des Lehrvertrages kann er nicht verändern. Ist das so im Leben? War schon jemand mal in einer Ausbildung oder ist vielleicht Ausbilder? Ist es da so? Oder ist da so der Ausbilder und der Lehrling auf Augenhöhe und die können da nochmal verhandeln und der kann dann so seine Wünsche geben? „Also das Lehrlingsgehalt müsste erstmal um das dreifache erhöht werden und die Zeiten sollten reduziert werden“ – ist das so?

Da gibt es ein System und der Lehrling kommt dort hinein, fertig, aus. So ist es. So funktioniert es im Leben.

Und da steht nicht zigtausende von jungen Leuten auf der Straße: Wir protestieren gegen dieses ungerechte, autoritäre Ausbildungssystem! Da gibt es Gesellen, die wollen uns sagen, was wir zu machen haben und wie wir uns zu benehmen haben!

Die Sparkassenangestellten stehen auf der Straße und demonstrieren: Wir sind gegen den Schlips-Zwang.

Nein, wenn du Sparkassenangestellter werden willst, dann wird von dir verlangt, vom ersten Tag an, in der Sparkasse trägst du eine Krawatte.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (15:00 bis 20:00)

Das interessiert die Firmenleitung alles überhaupt nicht! Ist die deswegen „autoritär“? Ist die deswegen „missbrauchend“? Ist die deswegen irgendwie „gewalttätig“? Nein, die hat einfach das Ziel, wir wollen eine effektive Firma haben, und du hast „Ja“ gesagt zu dieser Firma, und wir als Chefs, wir sagen, was geht und was nicht geht.

Und jeder, der im Berufsleben ist, versteht das und hat das akzeptiert. Und warum funktioniert das nicht in der Gemeinde? Warum ist das so?

Weil du weißt, auf der Firma, wenn du da wegbleibst unentschuldigt, du hast ein Gespräch mit dem Chef und du kriegst eine Abmahnung.

Aber in der Gemeinde hat das ja keine Konsequenzen, die können ja froh sein, dass ich überhaupt ab und zu komme. Ist alles „freiwillig“.

Wenn wir sagen, es ist alles freiwillig, wir meinen: Verbindlichkeit definiere ich!

Und was ist das? Das ist eine Respektlosigkeit gegenüber 1) Gott und 2) der Gemeinde. Also, das ist ein Haltungsproblem. Das ist kein Terminproblem. Es ist ein Haltungsproblem. Dieselben Leute, die mit der Selbstverständlichkeit die Mitarbeiterschulung auf der Firma mitmachen ohne zu meckern, ohne zu murren, ohne einen Versuch sich da raus zu schleichen – können mit Selbstverständlichkeit in der Gemeinde mit Abwesenheit glänzen.

Das heißt, wir haben weniger Respekt vor Gott als vor unseren irdischen Chefs. Da stimmt etwas mit unserer Haltung Gott gegenüber nicht.

Wenn dich das jetzt alles nicht betrifft, entspann dich, ich bin hier nicht dabei, dich zu verdammen, ich will einfach nur den Status Quo erklären. Das ist mein Ziel, damit wir nachdenken, und dass wir dann sagen: Hej, das ist ja wahr. Das kann doch so nicht normal sein. Das kann so nicht weitergehen.

Apg 14,21
Und als sie jener Stadt das Evangelium verkündigt und viele zu Jüngern gemacht hatten, kehrten sie nach Lystra und Ikonion und Antiochia zurück.

So, Apostel Paulus und seine Mitarbeiter, die da reisten und von Stadt zu Stadt gingen, sie haben zwei Dinge getan: Sie haben das Evangelium verkündigt, und dann die, die darauf reagiert haben, versucht, zu Jüngern zu machen. Die waren nicht damit zufrieden, dass die jetzt bekehrt sind und haben gesagt: So, jetzt gehört ihr zur Gemeinde, und alles ist gut. Nein, das war der Anfang einer Arbeit.

Die hatten das Verständnis, wir müssen mit diesen Leuten jetzt arbeiten, und wir haben ein Ziel: Wir wollen sie zu Jüngern machen. Und bitte achte darauf, dass hier steht: Paulus und seine Mitarbeiter, sie haben die Menschen zu Jüngern gemacht.

Die haben nicht gebetet: Herr, jetzt haben wir diese wunderbaren Bekehrten, jetzt wirke du doch und mache du aus ihnen jetzt Jünger.

Nein, die haben verstanden, das ist unser Job. Das müssen wir tun! In der Weisheit Gottes, in der Liebe Gottes, in der Geduld Gottes, in der Klarheit Gottes – aber wir müssen diese Menschen jetzt zu Jüngern machen. Wieso haben die das gewusst? Ich sagte schon am Anfang: Die Instruktionen für den Gemeindebau haben die Apostel von Jesus bekommen. Und was hat Jesus gesagt: Geht hin, predigt das Evangelium, macht zu Jüngern.

Mt 28,19a
Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern

Ihr macht zu Jüngern! Und dann wird das sehr deutlich definiert im Worte Gottes, was Jünger sind: Jünger sind nicht nur Gottesdienstbesucher, Jünger sind nicht einfach Gemeindemitglieder, sondern Jünger kennzeichnen sich durch eine bestimmte Haltung, durch eine bestimmte Einstellung. Es ist eine Sache des Herzens.

Dieses Wort „Jünger“ vom Griechischen bedeutet „ein Schüler“ („disciple“, 3101. mathétés), ein Lernender, ein Lehrling.

Strongs Lexikon:
ein Lehrling, der von seinem Meister durch Zusschauen und Nachmachen lernt

Das bedeutet „Jünger“. Er ist ein Lehrling. Was lernt er? Er lernt den Lebensstil im Reiche Gottes.

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (10:00 bis 15:00)

Und sagt, hej, wir müssen alles noch einmal auf den Prüfstand stellen. Wir noch einmal genau überlegen, welche Art von Gemeinde bauen wir eigentlich? Was wollen wir eigentlich? Wollen wir so einen Kuschel-Club, so einen sozialen Treffpunkt oder wollen wir wirklich entschieden und klar Jesus nachfolgen?

Jeder, der mit offenen Augen und der Fähigkeit zu lesen die Bibel studiert und mit dieser einen Frage sich beschäftigt „Was ist der Unterschied zwischen den Gemeinden heute und den Gemeinden im Neuen Testament?“ entdeckt viele, viele Dinge, die sie damals hatten, die wir heute nicht mehr haben. Oder wir entdecken viele Dinge, die wir heute haben, die sie damals nicht gehabt haben. Da ist eine große Diskrepanz zwischen der apostolischen neutestamentlichen Gemeinde wie sie in der Heiligen Schrift beschrieben wird und zwischen dem, was wir uns heute erlauben. Ein großer Unterschied.

Und über einen wesentlichen Unterschied, vielleicht den grundlegenden Unterschied, möchte ich jetzt sprechen. Und wahrscheinlich werde ich den ganzen Tag bei diesem einen Punkt bleiben: Und das ist das ganze Konzept aus dem Neuen Testament über Jüngerschaft.

Wie viele Gespräche habe ich gehabt mit Pastoren. Und sie alle singen dasselbe Lied: „Wir haben Mitarbeiter-Mangel, wir haben Probleme. Und sogar die Mitarbeiter, die da sind, die sind nicht zuverlässig. Mal kommen sie, mal kommen sie nicht, wir wissen nie – und die machen das irgendwie so wie nebenbei und halbherzig. Und wir haben Riesen-Probleme, wir haben ein Mitarbeiter-Problem“.

Und ich sage: Weißt du, ihr habt kein Mitarbeiter-Problem, ihr habt ein Jüngerschaftsproblem. Wenn ihr eure Leute durch Jüngerschaft genommen hättet für drei, vier, fünf Jahre, dann hättet ihr diese Probleme nicht, weil Jünger haben gelernt, zuverlässig zu sein, haben gelernt, treu zu sein, haben gelernt zu dienen für Gott und nicht für die Ehre von Menschen und für Ansehen. Und man kann sich auf sie verlassen. Und sie sind stabil. Und sie haben gelernt zu herrschen. Und sie haben nicht diese Geistlichen Aufs und Abs und Tiefs – und wenn sie einen Tief haben, dann sind sie für Wochen nicht zu gebrauchen und sind nicht da und sind irgendwie „außer Dienst“ und man weiß nicht, was mit ihnen überhaupt ist.

Jünger haben ein Fundament. Und wer durch Jüngerschaft gegangen ist, der kann dann wirklich Mitarbeiter werden. Und wer über Jahre durch Mitarbeiterschaft gegangen ist, der kann dann in Leiterschaft gehen. Das ist die Reihenfolge im Worte Gottes. Aber wir machen das heute alles anders. Wir haben das Ziel, wir möchten Menschen, dass sie sich wohlfühlen in der Gemeinde. Wir möchten, dass Menschen irgendwie schnell ihren Platz finden in der Gemeinde. Bevor jemand seinen Platz findet in der Gemeinde, muss er seinen Platz finden in Christus, muss er eine neue Identität bekommen, muss er eine neue Gesinnung bekommen. Und nur dann kann er wirklich ein produktives Mitglied der Gemeinde sein. Heute ist diese Gesinnung da und das siehst du an allen Ecken und Enden: „Gemeindemitarbeit – das ist ja alles freiwillig“.

Na klar ist die freiwillig – natürlich! Niemand hat dich gezwungen, Teil einer Gemeinde zu sein, niemand hat dich gezwungen, da mitzumachen. Aber was wir meinen, wenn wir sagen, es ist ja alles freiwillig, dann meinen wir: Ich darf auch die Bedingungen bestimmen.

Ich war in einer Gemeinde, habe ein Mitarbeiterseminar gemacht, und es war klar angesagt von der Leitung: Das ist ein Seminar für alle Mitarbeiter. Also Hauskreisleiter, Lobpreis, Kinderdienst, Verwaltung, aus allen Bereichen alle Mitarbeiter sollten kommen. Bestimmt über ein gutes Drittel der Mitarbeiter war gar nicht da. Und ich habe die Leitung gefragt: Haben die sich abgemeldet mit triftigen Gründen? – Nö.

Ich sage: Gibt es so etwas auf deiner Firma?

Da sagt die Firmenleitung: Wir haben ein Fortbildungsseminar für alle Abteilungsleiter und das findet dann und dann statt von … bis … und wir erwarten vollständige Anwesenheit.

Wieviel von den Mitarbeitern sind da?

Die Hälfte? 2/3? Wie viele? Alle! Und warum sind die alle da? Weil die wissen, dass es anders nicht geht und weil sie wissen, das ist mein Platz und ich habe „Ja“ gesagt zu Teil dieser Firma und ich habe meine Verantwortung wahrzunehmen und da gibt’s überhaupt keine Überlegungen: Ja, aber wie ist das jetzt mit Onkel Willis Geburtstag und das Wetter ist so schön, und wir wollen endlich mal wieder Grillsaison starten …

Hartwig Henkel – “Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, Teil 2 (0:00 bis 10:00)

Ja, guten Morgen. Es sieht aus als wenn ich schon den Saal gestern halb leer gepredigt habe. Aber die ganz Taffen haben sich doch nochmal hergewagt – super.

Wir sind ja beim Thema Gemeinde, Gottes Plan für Gemeinde. Ich habe ein sehr eindrückliches Erlebnis gehabt. Vor über 20 Jahren war ich auf einer großen Konferenz. Und da gab es ein prophetisches Wort. Und durch dieses Wort sprach der Herr. Und er sagte einen sehr, sehr prägnanten Satz, der mir nie wieder aus dem Sinn gegangen ist. Und der Herr sagte dort: Gebt mir meine Gemeinde zurück.

Und gestern habe ich versucht zu zeigen wie leichtfertig wir umgehen mit der Tatsache, dass er der Herr ist, dass es sein Haus ist und dass es gebaut werden soll nach seiner Ordnung. Und dass wir sagen, ja, wir lieben dich, wir ehren dich, aber wir machen das ganze so wie es uns besser passt und wie wir meinen wie es doch richtig ist.

Wir brauchen Offenbarung darüber, dass Gott Gott ist und dass wir nicht Gott sind.

Und dass es eine Unverschämtheit ist, sich einfach jovial über sein Wort hinwegzusetzen und zu sagen: Ja, aus diesen und jenen Gründen müssen wir das heute eben anders machen.

Nein, wir müssen gar nicht! Wir müssen hören und gehorchen. Das ist, was er von uns verlangt als einzelne, und das ist, was er von uns verlangt als Gemeinde.

Und er will große Dinge tun mit der Gemeinde. Und die Gemeinde hat gewaltige Verheißungen und da sind gewaltige Absichten und Pläne Gottes mit der Gemeinde in der Endzeit. Aber wenn die Gemeinde nicht eine Gemeinde nach seinem Plan wird, dann kann es sehr gut sein, dass am Ende wir auf der falschen Seite landen. Und statt dass wir zur Braut gehören, gehören wir auf einmal zur Hure.

Weil wir über Jahre und Jahrzehnte uns erlaubt haben, nicht in dieser Furcht Gottes zu leben, nicht in dieser Ehrfurcht: „Was muss passieren, damit wir es nicht vergeblich alles tun?“

Gottes Wort ist der Standard, und in Seinem Wort wird die Gemeinde beschrieben wie Er sie haben will. Und wie Er sie geplant hat und wie sie auch am Anfang begonnen hat, sich in seine Ordnung hineinzubewegen. Und wir wissen dann von der Kirchengeschichte, schon ab dem zweiten Jahrhundert, drittes und dann ab dem vierten immer mehr kam etwas anderes hinein, was da nicht hineingehörte: Der Geist der Welt. Und die uralten babylonischen Religionen kamen wieder zurück. Und dann wurde das daraus, was wir heute Katholische Kirche nennen. Und es wurde schlimmer und schlimmer und schlimmer. Bis zum Schluss überhaupt kein Verständnis mehr vom Evangelium da war. Und Leute für Geld sich Sündenvergebung kaufen mussten. Und der Klerus in Saus und Braus gelebt hat und die Gläubigen missbraucht hat und ausgebeutet hat.

Und als es nicht mehr perverser und korrupter ging, da kam Gott. Und das Licht schien und das Licht brach durch die Finsternis. Und auf einmal war Offenbarung da für etwas, was schon immer in der Bibel ist: Der Gerechte wird aus Glauben leben.

Hab 2,4b
Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.

Röm 1,17b
Der Gerechte aber wird aus Glauben leben.

Nicht durch seine Anstrengung, nicht durch Werke, nicht durch fromme Werke, die er tut. Man soll sich sein Heil erarbeiten und mühsam irgendwie sichern – sondern es ist ein Gnadengeschenk.

Und diese eine Wahrheit, die den Reformatoren geschenkt wurde, hat so eine Kraft gehabt, dass sie die geistliche und dann auch die politische Landschaft in Europa radikal verändert hat. Eine einzige Wahrheit, die durchbrach und eine Tür wurde aufgetan, und der Prozess der Wiederherstellung begann.

Und dieser Prozess ist noch lange nicht zuende. Wer ein bisschen das studiert hat, weiß, dass der gute Luther, den ich sehr, sehr schätze für seinen Mut, für seine Bereitschaft, sein Leben aufs Spiel zu setzen um der Wahrheit willen. Das ist, was er wirklich getan hat auf dem Reichstag zu Worms. Er hat gewusst, wenn er hier sich stellt gegen die päpstliche Obrigkeit, dann ist er ein toter Mann, das hat er gewusst.

Und trotzdem hat er gesagt, er ist der Wahrheit verpflichtet. Aber dieser gute Mann hat gut begonnen und dann aber auch viele Dinge dann im Fleisch gemacht und hat nur den Anfang gelegt.

Und seitdem geht es weiter und weiter. Und der Heilige Geist bringt Wahrheiten. Und jedes Mal wenn neue Wahrheiten kommen, gibt es Krieg in der Gemeinde. Und die Widerständler toben und sagen: „Wir haben doch alles so gemacht, ist doch alles richtig und so haben wir es von den Vätern, und so muss das weitergehen“. Und so geht das von einer Wahrheit zur nächsten. Und wir sind noch lange nicht am Ende in dieser Prozess der Wiederherstellung.

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Und dieser Prozess wird zuende geführt werden. Woher weiß ich das? Weil ich dieses Buch bis zu Ende gelesen habe. Und da lesen wir von einer herrlichen, überwindenden Gemeinde. In der tatsächlich Jesus den Glauben vollendet hat. Er ist der Anfänger und Vollender.

Hebr 12,2
indem wir dabei hinblicken auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens

Phil 1,6
ich hege eben deshalb auch die feste Zuversicht, daß der, welcher ein gutes Werk in euch angefangen hat, es auch bis zum Tage Jesu Christi vollenden wird.

Und so wie es am Anfang war, so wird es am Ende sein. Dass die Gemeinde hingegeben ist an Christus und an Sein Wort. Und dass sie lieber bereit ist zu sterben als sein Wort zu ignorieren oder zu verleugnen.

Und das ist, was ich lese in diesem Buch. Und dieser Traum, diese Vision von Paulus, einer herrlichen, reinen, einen Gemeinde wird erfüllt werden, weil Gott Gott ist. Und im Moment ist alles durcheinander, und im Moment sind wir in einem Prozess. Und die einen gehen mit, mit dem, was der Heilige Geist aktuell beleuchtet und die anderen treten auf die Bremse und leisten Widerstand und haben sich damit, wenn sie nicht mehr umkehren, entschieden, Teil der „Hure“ zu werden. Am Ende gibt es nur Braut und Hure. Nichts dazwischen. Da gibt es keine Denominationen mehr, da gibt es zwei Gruppierungen – Braut und Hure. Und die Braut hängt an Jesus und liebt Jesus von ganzem Herzen und will ihn ehren, will ihn erfreuen, will in der Gesinnung Jesu leben: Ich tue allezeit, was dem Vater gefällt.

Joh 8,29
Und der, welcher mich gesandt hat, ist mit mir; der Vater lässt mich nicht allein, denn ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt.

Und die Hure hat all den christlichen Jargon von Liebe und Einheit und Friede und all diesen Dingen, aber sie tritt das Wort Gottes mit Füßen und sie hat eine menschliche, teuflische Version daraus gemacht. Und die Hure verfolgt die Braut. Das ist, was wir lesen im Worte Gottes. Sie ist trunken vom Blut der Heiligen.

Offb 17,6
Und ich sah die Frau trunken vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu. Und ich wunderte mich, als ich sie sah, mit großer Verwunderung.

Und was im Moment passiert: Der Heilige Geist geht von einer Gemeinde zur anderen, und er klopft an und sagt: Hallo. Genau zuhören, aufwachen! Jetzt werden die Entscheidungen gelegt, jetzt werden die Weichen gestellt, gehen wir Richtung Braut und werden immer klarer, immer radikaler, immer kompromissloser, immer Jesus-ähnlicher oder wählen wir den Weg der Menschen- und Teufel-gemachten Religion? Diese Entscheidung ist jetzt im Moment dran.

Und jeder einzelne Gläubige und jeder Verband und jede Organisation und jede Denomination wird von Gott konfrontiert mit dieser Frage. Das ist, was der Heilige Geist in dieser Zeit tut. Und deswegen sind wir gut beraten, zuzuhören und zu hören, was der Geist der Gemeinde HEUTE sagt.

Offb 2,7a
Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

Was er heute sagt, ist was anderes als vor 30, 40, 50 Jahren. Es sind immer dieselben Dinge, die alle in diesem Buch stehen, aber das, was jetzt aktuell ist, das müssen wir verstehen, und das müssen wir ergreifen und da mitgehen. Und mit jedem Schritt des Gehorsams machen wir Raum für mehr von Gott. Mit jedem Schritt des Gehorsams machen wir Raum, dass mehr Licht kommt und dass wir noch mehr verstehen. Und mit jeder Verweigerung, mit einer Wahrheit Schritt zu halten, verschließen wir uns und verfinstern uns und bringen uns in eine Position, wo wir nicht mehr imstande sein werden, Gottes Stimme zu hören.

Und das geht so weit – Jesus sagt, da gibt es dann Leute, die haben einen Glauben, aber sie bringen die wahren Gläubigen um und sie meinen, dass sie Gott einen Gefallen tun.

Joh 16,2
Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, dass jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu tun.

Das ist für mich die ultimative religiöse Verblendung: Man meint, man dient Gott, aber man dient dem Teufel. Man Gott und Teufel nicht mehr unterscheiden.

Ist das nicht schrecklich, dass es überhaupt so etwas gibt? Und wir leben heute in Zeiten, wo geschätzte, groß angesehene Männer Gottes, das Werk des Teufels nicht mehr unterscheiden können vom Werk des Heiligen Geistes. Die Blindheit nimmt so rasant zu, und der humanistische Geist überschwemmt die Gemeinde, die jetzt sich nicht gründet auf das ewige, unfehlbare, heilige, unveränderliche Wort Gottes. Jetzt ist die Zeit der Entscheidung.

Und nicht weil ich mir irgendwas anmaße, aber mein Besuch hier ist eine Anrede Gottes. Es ist ein Anklopfen Gottes. Und was immer ihr damit tut, ich habe keinerlei Verantwortung dafür, ich bin Gastsprecher, ich bringe das Wort, und ihr macht damit, was ihr tun wollt. Aber was immer ihr damit tut, es hat Konsequenzen. Entweder ihr verwerft das als das Wort eines Fanatikers, eines Extremisten – oder ihr lasst euch wie das im Eingangswort war „zurechtbringen“.

2Kor 13,11
Im Übrigen, ihr Brüder, freut euch, lasst euch zurechtbringen, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes, haltet Frieden; so wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein!