Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (20:00 bis 25:00)

 

Und unser Negatives hat er getragen, damit wir sein Positives haben können: Unsere Gottesferne hat er genommen, damit wir seine Gottesnähe haben können. Unsere Ungerechtigkeit oder unsere Sünde – wie es hier heißt – hat er genommen, damit wir seine Gerechtigkeit haben können.

Und wenn wir an Jesus glauben, dann wird auf wundersame Weise sein Gehorsam, das Ergebnis seines Gehorsams, mir oder dir gutgeschrieben. Und dann stehst du vor Gott nicht mit deinen Werken – und dein ganzes Vertrauen ist auch nicht mehr gegründet auf deinen Werken, sondern ist gegründet auf das, was er getan hat.

Und hier ist ein gewaltiger Unterschied. Wenn wir nämlich Menschen sind, die immer meinen mit guten Werken vor Gott stehen zu müssen und Gott sozusagen zufriedenstellen zu müssen mit guten Werken, dann wird eines mit Sicherheit eintreten: Wir werden sehr verkrampft sein.

Wir werden sehr in Stress sein, wir werden immer auf uns selber schauen und immer gucken, wo wir gerade stehen und ob alles richtig ist, ob wir alles gemacht haben – und wir werden bestimmte Merkmale des neutestamentlichen Lebens, nämlich Friede und Freude nicht haben, mit Sicherheit nicht haben. Du kannst nicht Frieden haben mit Gott wenn du das Gefühl hast, er wollte, dass ich gestern missioniere und ich hab’s nicht gemacht und ich lag am Strandbad und hab mir die Sonne auf den Pelz scheinen lassen und jetzt habe ich fürchterlich versagt.

Du kannst nicht mit diesem Gefühl „ich hätte das tun sollen, aber ich hab’s nicht gemacht“ dann die Gegenwart Gottes genießen. Das nächste Mal wenn du in die Gegenwart Gottes kommst, du wirst nicht seine Freundlichkeit genießen, sondern du wirst den Kopf einziehen und Angst haben, was jetzt für ein Donnerwetter oder Gericht oder Gewitter da runterkommt. Es ist unweigerlich dein Vertrauen an deine Werke verbunden mit Erwartung von Strafe – unweigerlich. Rechnest du mit deinen Werken, mit deinem Einsatz, mit deinem Engagement, setzt du dein Vertrauen in das, was du tust, dann wirst du unweigerlich eben in dieses Problem hineinlaufen: Angst vor Strafe, Angst vor Zurücksetzung, Angst vor Liebesentzug. Weil du einfach dieses Gefühl hast, du warst ein unartiges Kind, du hast nicht getan, was du tun solltest. Versteht ihr, wovon ich hier spreche? Leuchtet euch das ein?

Das ist einer der deutlichsten Unterschiede hier, den wir haben, zwischen dem Evangelium und irgendeiner Form von Religion. Auch von tradition christlicher Religion. Da ist es immer: Der Mensch muss sich seinen Weg machen zum Himmel. Jede Religion ist darauf angelegt: Du musst Punkte sammeln – ob du beim Wachtturm bist oder bei irgendwas anderem, du musst Punkte sammeln, du musst dich anstrengen und so steigst du langsam auf der religiösen Leiter gen Himmel Richtung Erlösung. Und das ist ein harter, steiniger, schwerer Weg. Und deswegen sind alle die, die das versuchen, so gefrustet. Und sind geknechtet. Und sie sind sich nie sicher und sie wissen nie, woran sie sind. Religion ist: Der Mensch bahnt sich einen Weg zum Himmel – und Evangelium ist: Der Himmel kommt zum Menschen. Das ist der Unterschied.

Du siehst am Ende in der Bibel: Die himmlische Stadt kommt herab.

Off 21
1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.

Nicht wir kraxeln hoch, sondern die himmlische Stadt kommt herab. Nicht wir strengen uns an, sondern Gott vom Himmel kommt zu den Menschen. Das ist der wichtigste Punkt, wo Religion, auch christliche Religion, unterschieden werden kann von der froh machenden Botschaft des Evangelium. Es kommt nicht auf unsere Werke an, was unsere Beziehung zu Gott angeht.

Du sagst: Ja, aber die Werke sind doch wichtig! Schreibt doch auch Jakobus.

Jak 2,26
Denn wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.

Ja, aber die Frage ist: Was ist das Motiv für meine Werke? Ist das Motiv, Gott gnädig zu stimmen, in Gottes Nähe zu kommen, seine Liebe zu spüren? Dann ist es Gesetz! Und dann ist es Tod und dann wird es sehr, sehr krampfig und eng werden.

Das Gesetz hab ich eben so kurz definiert: Das Gesetz ist: Tu all diese Dinge, und dann wirst du leben.

Röm 10,5
Denn Mose beschreibt die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz ist: „Der Mensch, der diese Dinge getan hat, wird durch sie leben.“ (3. Mose 18,5)

Und die Gnade ist die genaue Umkehrung. Die Gnade ist genau das Gegenteil: Lebe – und dann wirst du als Folge davon alle diese Dinge tun.

Die Taten sind nicht ein Mittel zum Zweck, Gott gnädig zu stimmen, von Gott etwas zu bekommen oder Gottes Zorn zu besänftigen, sondern sie sind ein Ausfluss unserer Liebe und unserer Dankbarkeit und dessen, was wir von Gott empfangen haben. Verstehst du den Unterschied?

Lebe – und du wirst diese Dinge tun.

Das ist, was die Gnade sagen würde, das genaue Gegenteil!

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