Hartwig Henkel – “Grundlagen des biblischen Lebensstils“, Teil 7 – Gottes Gerechtigkeit (40:00 bis 45:00)

 

Also viele Gläubige auf der einen Seite haben Mühe, das wirklich zu glauben, dass Gott über sie begeistert ist und dass Gott sie gerne empfängt – in Klammern: und es wird kein gesundes geistliches Wachstum geben, wenn wir diesen Punkt irgendwie versuchen zu umschiffen und sagen: Naja, ist nicht so wichtig. Wir brauchen wie ein Baby, dass das Gefühl hat, dass es da zur Familie gehört und dass es versorgt wird und dass es bejaht wird, brauchen wir für gesundes Wachstum diese Erfahrung, Gott ist für mich trotz meiner Schwäche. Klammer zu. Das brauchen wir! Unbedingt.

Und auf der anderen Seite habe ich noch nie einen Gläubigen gesehen, der zu mir in die Seelsorge kam oder irgendwo anders hin und sagt: „Pastor, ich hab ein totales Problem: Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass Jesus, als er von der Erde kam und hier eben das Werk des stellvertretenden Leidens und Sterbens für die Menschheit vollzogen hat und hier auf dieser sündigen Erde gewandelt ist – als er zurückkam zum Vater, dass er einfach so bedingungslos und vorbehaltlos von Gott angenommen wurde. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass Gott, der Vater, Jesus wirklich so total liebt“.

Ich habe noch nie jemanden gehabt, der mit solchen Problemen in die Seelsorge kommt. Alle glauben spontan, dass Gott, der Vater, Jesus total vorbehaltlos, bedingungslos liebt. Da gibt es keine Probleme. Die Probleme liegen eben auf der Seite: „Ja, wie steht Er zu mir?“ Da sind die Probleme.

Und da ist eben die Lösung: Wir, wie ich das schon gelehrt habe, wir sind verborgen in Christus. Wir sind in Christus.

Kol 3,3
Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott.

Und unsere Erlösung kann man sich in einer Weise etwas kindlich vielleicht, aber irgendwie auch so vorstellen: Wir wissen, der Himmel ist ein heiliger Ort. Und dann lesen wir manchmal so Schriftstellen, die bringen uns dann echt irgendwie leicht unter Druck, ja? Da wird dann gesagt: Kein Unreiner, kein Lüstling, kein Trunkenbold usw. werden das Himmelreich ererben.

1 Kor 6
9 Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Lustknaben noch Knabenschänder
10 noch Diebe noch Habgierige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes ererben.

Gal 5
19 Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung,
20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen,
21 Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen. Von diesen sage ich euch im Voraus, so wie ich vorher sagte, dass die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden.

Und dann denken wir, naja, gut, also mit Trinken haben wir keine Probleme, aber dann lesen wir weiter und dann kommen sogar noch die Feiglinge.

Offb 21,8
Die Feiglinge aber und die Ungläubigen und mit Gräueln Befleckten und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner — ihr Teil wird in dem See sein, der von Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.

Dann werden sogar noch die Feiglinge aufgezählt – auch die werden nicht das Himmelreich ererben. Und dann denken wir, au weiha. Also wenn ich daran denke, wo ich neulich da mal jemanden was vom Herrn erzählen sollte und wo ich dann elegant gekniffen habe und mich aus der Affäre geschlichen habe – also da bin ich mir jetzt doch nicht mehr so sicher, ob nicht möglicherweise ich doch unter die Feiglinge noch einzuordnen bin.

Und dann kriegen wir echte Probleme mit solchen Schriftstellen. In Klammern: Diese Schriftstelle redet nicht von „Errettung“, sondern redet von dem Empfangen der Erbschaft hier jetzt. Aber es gibt z.B. Gemeinden, die glauben, dass wenn ein Trinker sich bekehrt und er ist noch nicht am ersten Tag seines Bekehrtseins frei von Trinken – und dann auf einmal stirbt er – dass er dann verloren geht. Das gibt es tatsächlich! Kannst dir vorstellen, dass wenig Freude in einer solchen Gemeinde ist, wo so etwas verkündigt wird. Da ist enormer Druck da. Weil es bleibt ja dann nicht beim Trinken, sondern dann kommen noch alle möglichen anderen Dinge auch hinzu und die Leute unbewusst leben unter diesem Druck, vollkommen sein zu müssen.

Okay, ich glaube, um errettet zu sein, um in den Himmel zu kommen, ist nichts anderes nötig als zu akzeptieren und das für sich in Anspruch zu nehmen: Jesus ist für meine Sünden gestorben. Punkt. Fertig. Aus.

Und Errettung hat nichts damit zu tun, wieviel diese Errettung schon sichtbar geworden ist. Natürlich kann bei einem Trinker, der einen Tag nach seiner Bekehrung verstorben ist, noch nicht viel an Frucht des Geistes gewachsen sein. Das ist ja ganz logisch. Wie will man das bemessen dann, ob der dann noch in den Himmel kommt oder nicht? Da hätte man ja sogar als Gott noch Probleme.

Also die Grundlage ist, hat er Jesus angenommen oder nicht? Punkt. Fertig. Aus. Alle, die den Namen des Herrn anrufen, werden errettet werden.

Apg 2,21
Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird gerettet werden.“ (Joel 3,5)

Das ist die Grundlage für Errettung wie ich sie verstehe.

Also jetzt nochmal zum Himmel: Offensichtlich, wahrscheinlich von Engeln, scharf bewacht, die Eingänge. Dass also die Unreinen da nicht hineinkommen, ja? Nun stell dir vor, Jesus hat seine irdische Mission beendet, Golgatha liegt hinter ihm, strahlender Ostermorgen war das große Freudenfest. Jesus kommt zurück dann zu Himmelfahrt, kommt zurück wieder zum Vater. Da stehen die Engel am Tor, die Wache halten.

Das sind seine Angestellten! Er ist der Chef, er kommt nach Hause. Die stehen da nicht und sagen: Moment mal, Chef, wir haben hier strenge Order, wir dürfen niemanden Unreinen einlassen, wir müssen jetzt erstmal eine strikte Untersuchung hier vornehmen. Er ist ihr Chef, er kennt sie mit Vornamen, er grüßt sie und sie sagen: Schön, dass du wieder da bist – und er geht durch.

Und egal wie viele Wachen da sind vor dem Thronsaal Gottes, Jesus hat freien Zugang.

Und dann, wenn er beim Vater ist, der Vater hat totales Vertrauen in ihn und er nimmt ihn an und er liebt ihn, und sie freuen sich, dass sie wieder zusammen sind.

Und dann sagt Jesus: „Ich habe dir was mitgebracht“. Und aus seinem weiten Mantel dann holt er dann dich heraus. Und stellt dich vor den Vater. Und dann mich. Und dann noch einen, und dann noch ein paar Millionen. So sind wir in den Himmel gekommen – reingeschmuggelt. „In Christus“ ist unsere Errettung.

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