Hartwig Henkel – „Gemeinde nach Gottes Plan (Lübeck)“, FAQ

Kingdom Now Theologie? Sieben Berge-/Hügel-Theorie?

Frage:
Und zwar würde ich gerne wissen, was du über die sogenannte „Sieben-Berge-/Hügel-Theorie“ von C. Peter Wagner denkst? Da geht es darum – das ist bei uns in der Gemeinde momentan ein großes Thema, dass das Reich Gottes schon da ist, schon gekommen ist. Und die Gemeinde über sieben Gesellschaftsbereiche Einfluss auf die Welt nehmen soll, das sind dann Bereiche wie Bildung, Unterhaltung, Wirtschaft, Politik und die Gemeinde nimmt Einfluss darauf und baut dann eine sogenannte Weltherrschaft auf, die dann wiederum das Reich Gottes ist und das wird Jesus dann bei seiner Wiederkunft übergeben.

Antwort:
Aha, ja, das nennt man „Kingdom now“-Theologie. Ich habe erhebliche Probleme, das in Einklang zu bringen mit dem, was ich in der Schrift sehe. Grundsätzlich glaube ich, dass wenn die Gemeinde wirklich in dem ist, was Gott für sie momentan hat, dass sie an verschiedenen Stellen großen Einfluss nehmen kann auf die Welt. Denkt an z.B. sowas wie die Abschaffung der Sklaverei, was durch William Wiberforce entstanden ist, der sein Leben dafür gegeben hat. Und es gibt viele, viele andere Sache, die ganze Waisenhausgeschichte, die dann auch in Deutschland mit (August Hermann) Francke war und verschiedenes ausging von Georg Müller in England. Also es gibt viele, viele Beispiele, wo die Gemeinde Impulse gesetzt hat und die Welt entscheidend und deutlich gesegnet und verbessert hat. Gibt’s viele viele Beispiele. Aber grundsätzlich zu denken, dass die Gemeinde solche Ausmaße annimmt, dass sie sozusagen die Welt christianisiert, das halte ich für totalen Unsinn. Weil die Bibel sagt etwas ganz ganz anderes. Und die Gemeinde wird stark werden, wird herrlich werden, wird mit großer Kraft das Evangelium verkünden und gleichzeitig sehr verfolgt werden. Und abgesehen vom biblischen Befund rate ich, dass wir da einfach ein bisschen realistischer sind. Und bevor wir da rangehen, christliche Werte in diese Welt zu tragen, ich schlage vor, lasst uns erstmal uns bemühen, christliche Werte wieder in die Gemeinde zu bringen und den Standard in der Gemeinde aufzurichten. Und ob und wieviel dann aus der Gemeinde Gott die Gemeinde benutzen kann, die Welt zu prägen – das sehen wir dann schon. Aber grundsätzlich, dass die Gemeinde sozusagen dem wiederkommenden Jesus eine christianisierte Welt zu Füßen legt, das halte ich für eine regelrechte Irrlehre. Und das läuft unter dem Label „Kingdom now“.

Bedingungslose Gnade?

Frage 1:
Und zwar geht es mir um drei Bibelstellen. Einmal: „Jesus ruft aus am Kreuz: Es ist vollbracht“. Und „so gibt es nun für die, die in Jesus Christus sind, keine Verdammnis mehr“. Und dazu im Alten Testament: „Das Volk Israel betrübte den Heiligen Geist. Daraufhin wandelte er sich ihnen zum Feind und er selbst kämpfte gegen sie.“ Und ich möchte da gerne eine Brücke zu haben.

Antwort:
Fangen wir mit dem ersten an: „Es ist vollbracht!“ – was hat Jesus gemeint? Jesus hat gemeint, den irdischen Teil seines Erlösungswerkes. Das ist vollbracht. Das Erlösungwerk umfasst ja viel viel mehr. Das Erlösungswerk war mit seinem Tod auf Golgatha nicht zuende. Zum Erlösungwerke gehörte die Auferstehung, die aber sozusagen inklusive war mit dem Sterben am Kreuz. Weil er gestorben ist ohne Sünde, deswegen konnte ihn Gott auferwecken. Aber die Erlösung geht noch weiter. Jesus hat sich gesetzt im Himmel zur Rechten des Vaters und hat den Heiligen Geist ausgegossen. Und er hat mit seinem Blut die himmlischen Heiligtümer gereinigt – Hebräerbrief. Damit erst war das Werk der Erlösung vollbracht. Heute benutzt man diese Phrase – besonders in diesen Hyper-Grace Kreisen und sagt: Jesus hat gesagt, es ist vollbracht – und das heißt, wir müssen jetzt gar nichts mehr tun, sondern wir ruhen nur noch in dem, was er getan hat und wir haben keinerlei Werke zu tun. Das ist ein schöner Traum, aber das ist nicht, was die Bibel sagt. Wenn du einmal unter „Werke“ nachschlägst, wirst du viele viele Schriftstellen finden und Werke ist extrem wichtig. Aber Werke sind nicht dazu da, um einen ungnädigen Gott gnädig zu stimmen, Werke sind nicht dazu da, um errettet zu werden. Aber weil wir errettet sind, tun wir Werke. Und wir sollen Werke tun. Und wir werden angehalten, Werke zu tun. Und wir sollen einander anreizen zu Werken. So, es ist vollbracht, bedeutet nicht, es gibt jetzt nichts mehr zu tun. Sondern weil er es getan hat, deswegen haben wir jetzt eine Menge zu tun. Das vielleicht zum ersten.

Was war das zweite? Die Jesaja-Stelle. „Das Volk Israel betrübte den Heiligen Geist. Daraufhin wandelte er sich ihnen zum Feind und er selbst kämpfte gegen sie.“ Die neutestamentliche Parallele dazu ist: Betrübt nicht den Heiligen Geist.

Wir sollen den Heiligen Geist nicht betrüben. Warum? Weil durch die Dinge, die wir tun, mit denen wir den Heiligen Geist betrüben, geben wir Raum dem Teufel. In unserem Leben und in unserer Gemeinde. Und wenn wir den Heiligen Geist betrüben, dann deswegen, weil wir uns über ihn, über seine Ordnungen stellen, sprich: Im Stolz sind – und Gott widersteht dem Stolzen. Der hört nicht mal die Gebete, der ist nicht bereit, auf die Gebete des Stolzen einzugehen. Gott widersteht dem Stolzen. Das zerschlägt total diese Idee „Gnade ist für alle“ und Gott gibt allen Gnade. Nein – Gnade kommt unter der Bedingung, dass wir uns demütigen. Wir demütigen uns, und Gott gibt uns Gnade. Und wenn wir uns nicht demütigen, Gott gibt uns keine Gnade.

So, diese Schriftstellen sehe ich als Parallele. Jesaja und dann Epheser 4. Also, wie Gott sich uns gegenüber gibt, wie Gott sich verhält, uns gegenüber – verhält(!) – nicht sein Herz! „Verhält“ hängt einzig und allein ab von unserer Herzenseinstellung. Gott ist Liebe, Gott liebt alle Menschen, der liebt dich genauso wie mich und der liebt uns genauso wie er Adolf Hitler geliebt hat. Aber zwischen dem Herz Gottes und wie Gott sich verhält zu einem Menschen, ist ein riesiger Unterschied. Und ob wir den gnädigen Gott *erleben*, ob seine Gnade in unser Leben kommt, ob wir ihn genießen können, das hängt davon ab, wie wir uns ihm gegenüber verhalten. Und wenn wir sagen: Bibel – interessiert mich nicht, die Ordnungen, das ist alles veraltet und das brauche ich nicht mehr und das ist sowieso alles nicht mehr wichtig für uns – dann sind wir im Stolz. Und dann wiedersteht uns Gott. Und wenn Gott uns widersteht, was wollen wir dann machen? Dann können wir einpacken. Wenn Gott uns widersteht – und Leute sagen: Nein, Gott ist Liebe, das kann nicht sein, dass er uns widersteht. Sorry, ich glaube an den Gott wie er sich beschreibt in der Bibel. Und da findest du zwei Mal: Gott widersteht dem Stolzen. Und deswegen – wenn ich das lese – betrübt nicht den Heiligen Geist – das ist so ein Flehen, so eine Dringlichkeit: „Bitte, bitte tut das nicht! Betrübt nicht den Heiligen Geist, ihr habt keine Ahnung, was ihr damit euch und der Gemeinde antut und was ihr Gott damit antut“. Aber wenn wir das tun, dann geben wir dem Teufel Raum und wir bekommen alle möglichen Arten von Problemen, die wir nicht bekommen würden wenn wir in der Ordnung Gottes wären. Das ist ein ganz ganz dringendes wichtiges Wort, weil wenn man das im Zusammenhang sieht: Die Dinge, die den Heiligen Geist betrüben, das sind Dinge, die in fast allen Gemeinden – nicht in allen, aber in fast allen Gemeinden – normal sind: Hinterm Rücken reden, zornig sein aufeinander, nicht vergeben wollen, lästern, verleumden und all diese Dinge. Wir denken, das sind normale menschliche Dinge und Gott sagt, die sind so gefährlich, dass sie die Tür aufmachen für den Feind und dass sie den heiligen Geist betrüben. Und was kann eine Gemeinde noch erreichen und erhoffen, wenn sie den Heiligen Geist betrübt hat? Die kann einpacken! Die können sich auflösen, die können nach Hause gehen, einen saufen und das wars. Weil ohne den Heiligen Geist – überleg einmal was der Heilige Geist alles tut und wie abhängig wir sind von ihm. Wir brauchen ihn und wir müssen alle beten: „Hilf mir zu verstehen welche Dinge in meinem Leben dich betrüben. Hilf mir, das zu verstehen.“ Weil wir unser Verhalten bewerten und bemessen nach unseren Ideen, und wir denken: Das ist doch nicht so schlimm – wieso kann Gott damit Probleme haben? Wenn die Bibel sagt, er hat mit diesen Verhaltensweisen Probleme, dann hat er damit Probleme, Punkt, Fertig, Aus.

Und das dritte war: So gibt es nun für die, die in Jesus Christus sind, keine Verdammnis mehr. Was war deine Frage zu diesem wunderbaren Vers?

Frage 2:
Ich hab so den Eindruck als wenn das kollidiert mit dem „Bertrübt nicht den Heiligen Geist“. Ich kriege da die Brücke nicht geschlagen.

Antwort:
Ich verstehe jetzt gar nicht dein Problem. Beide Verse sind gut und richtig. Wir sind frei von Verdammnis wenn wir im Licht leben. Wenn wir die Sünden, von denen der Heilige Geist uns überführt, bekennen und mit Gott übereinstimmen und uns demütigen und sagen: „Das war nicht richtig. Sorry, das tut mir leid“. Und dann vergibt er – wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er vergibt und reinigt uns von jeder Ungerechtigkeit. So. Ohne Verdammnis lebe ich wenn keine Sünde ungeklärt und unbereinigt ist. Wenn ich mir erlaube in Sünde zu bleiben ohne das in Ordnung zu bringen, da hab ich sehr wohl Verdammnis. Die kommt nicht von Gott, sondern die kommt vom Feind, aber aufgrund der Gelegenheit, die ich dem Feind gebe. Sonst gäbe es ja keine Christen unter Verdammnis wenn man das so absolut sehen würde – „es gibt keine Verdammnis für die, die in Christus sind“. Dann warum haben wir Christen, die unter chronischer Verdammnis sind? Warum? Verstehst du? So, das ist nicht eine Automatik. Sondern es ist immer gebunden an die Bedingung, auch wenn da nicht eine Bedingung steht. Die Bedingung ist ganz klar: Im Licht zu leben. Keine unbereinigte Sünde in unserem Leben zu beherbergen und zu pflegen.

Zorn Gottes oder Züchtigung?

Frage:
Was ist der Unterschied zwischen dem Zorn Gottes und Züchtigung?

Antwort:
Ich mache einen gewaltigen Unterschied zwischen dem Zorn Gottes und der Züchtigung. Wenn Gott uns züchtigt und Jesus sagt: Alle, die ich liebe – überführe ich und züchtige ich – das ist nicht aus Zorn, das ist nicht als Bestrafung für Dinge, die wir getan haben, sondern das sind pädagogische Maßnahmen um uns zu verbessern, um uns zu verändern. Wir haben durch Christus keinen zornigen Gott. Gott ist zornig über die Sünde in der Welt, aber wir als Kinder Gottes leben nicht unter dem Zorn. Wir werden bewahrt durch das Blut vor dem Zorn. So, wir haben keinen zornigen Gott zu fürchten. Aber Züchtigung, das ist Erziehung, das ist etwa ganz anderes. Das ist im Hinblick auf das, was werden soll. Nicht im Bezug auf Strafe für Dinge, die hinter uns sind. Das finde ich, ist ganz, ganz wichtig. Weil wenn wir in menschlichen Kategorien denken und Gott könnte doch zornig sein über mich, dann wird es ganz, ganz schwer, uns in seine Arme fallen zu lassen, Ihm zu glauben und Seine Nähe zu suchen. Zorn impliziert dann immer: Angst und sich flüchten und weg.

Jüngerschaft – wie?

Frage 1:
Ich hab mal eine Frage, wie du so das praktische „Jünger machen“ siehst. 1:1 Betreuung? Jüngerschaftskurse über 1/4-Jahr? Gibt es ja verschiedene Möglichkeiten …

Antwort:
Leider kann ich ja nur einige wenige Aspekte in den paar Stunden, die ich hier habe, machen. Normalerweise braucht das viel, viel länger. Und beides ist notwendig: Einmal Lehre – das können wir natürlich in der Gruppe machen. Da gibt es jetzt eine Gruppe von Leuten, die wollen jetzt Jünger werden, okay, wir können wie lehren. Wir müssen nicht jedem einzelnen die biblischen Wahrheiten erklären, wir können sozusagen lehren, einer lehrt, die anderen hören zu und stellen dann auch Fragen oder so. Aber dann ganz, ganz wichtig, dann die 1:1 Betreuung, wo wir dann unter der Führung des Heiligen Geistes unter Gebet herausfinden, wo steht diese Person jetzt, was sagt der Heilige Geist jetzt: Was sind jetzt die nächsten Gehorsamsschritte, die der Jünger, den wir da prägen, jetzt gehen soll? Ohne intensive Betreuung – d.h. also für mich: Am Anfang mindestens 14tägig. Wo wir Zeit verbringen, wo wir uns vorbereiten, wo wir ihm Hausaufgaben geben, wo wir die Hausaufgaben checken und wo wir uns intensiv mit seiner Situation beschäftigen und eben vom Heiligen Geist hören wollen: Wie sehen die praktischen Schritte, die er in der Lehre schon gehört hat, jetzt bei ihm in seiner Situation aus? Ohne diese 1:1 Betreuung gibt es keine Jüngerschaft. Also, das ist nicht ein Kurs, wo man Vorträge hört und das war’s dann. Das funktioniert nicht. Denn: wir sollen Fragen stellen, wir sollen genau hineinschauen in die Situation und müssen dann dem einen das stark betonen, und dem anderen dies, und deswegen müssen wir uns individuell mit den Leuten treffen.

Und ich weiß, da ist dann der Punkt, wo die Leiterschaft sagt: Ja, das kostet ja Zeit, wer kann denn das? Und wir müssen immer daran denken: Die Erfolge und die Segnungen davon sind so gewaltig und sind so wunderbar, dass alle Mühe sich lohnt. Pastoren jaulen mir die Ohren voll, sie haben so viel zu tun und ich erzähle ihnen, sie brauchen Jüngerschaft und dann denken sie, sie haben dann ja noch mehr zu tun. Ich sage: Nach ein paar Jahren hast du einen Stamm von vier, fünf, sechs Leuten in der Gemeinde, denen du total vertrauen kannst, die laufen in deiner Spur, die haben verstanden, worum es geht und du kannst ihnen Aufgaben anvertrauen. Und aus Jüngerschaft wird Mitarbeiterschaft und das sind die Leute, auf die du dich verlassen kannst. Die kannst du als Hauskreisleiter einsetzen oder für irgendwelche anderen Dienste und die werden wiederum Jünger machen. Und so wird das dann die ganze Gemeinde durchsetzen. Ich sage immer den Pastoren: Pass auf, was du tust: du baust eine Gemeinde in der Gemeinde. Eine echte Gemeinde besteht aus Jüngern und du fängst jetzt an mit drei, vier Leuten, mehr müssen das gar nicht sein. Und mit denen fängst du an, und dann gehst du mit denen durch, drei Jahre begleitest die, oder vier, und dann am Ende sind die stabile Mitarbeiter geworden und sie wissen, wie sie andere zu Jüngern machen. Wenn ein Jünger nicht Jünger macht, dann hast du das Ziel verfehlt. Und so multipliziert sich das dann. Und in der Zwischenzeit wird die Atmosphäre des Heiligen Geistes immer mehr zunehmen, verborgene Sünde wird offenbar und viele Leute werden umkehren und Buße tun. Und die es nicht wollen, werden gehen. Die Atmosphäre wird sich massiv verändern. Das Licht Gottes scheint in die Gemeinde. Und mit jeder Sünde, die ausgeräumt wird, die ans Licht kommt, wird es leichter und es geht durch. Und die Ältestenschaft betet und ein offener Himmel ist da und der Heilige Geist arbeitet an den Herzen der Menschen Tag und Nacht. Und das transformiert die Gemeinde. Sehr gute Frage!

Frage 2:
Ich hab eine Frage. Es war sehr einleuchtend, zu Jüngern zu machen. Was ich immer so ein bisschen komisch finde. Wenn man sagt: Jüngerschaftsschulung. Das ist ein völlig deutsches Wort. Und ich finde davon nichts in der Bibel. Also dass man sagt, wir halten Seminare. Alleine schon das Wort „Jüngerschaft“. Sagt man das, weil man sagt: Wir machen auch natürlich Frauen zu Jüngern? Diese zwei Problematiken sehe ich: Wollen wir jetzt nur Männer zu Jüngern machen oder auch Frauen? Und müssen wir wirklich dem Zeitgeist gemäß so Seminare abhalten, wo wir Jüngerschaftsschulung machen? Das 1:1, was du eben gesagt hattest, finde ich ganz, ganz wichtig. Und es ist ja auch biblisch, aber das andere sehe ich eben nicht so biblisch.

Antwort:
Okay, also ob wir sagen, wir machen Jünger oder ob wir sagen, wir machen Jüngerschaft ist jetzt für mich irgendwie ein Wort und wer dieses Wort nicht mag, ja, der lässt es halt sein. Aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist: Was wird gemacht? Und wenn ich rede von „Jünger machen“, dann rede ich nicht von: Wir beschäftigen uns mit den Brüdern und die Schwestern ignorieren wir. Die Schwestern brauchen genauso Jüngerschaft wie die Brüder auch. Weil die sollen ja auch Jesus nachfolgen. Und die haben dieselbe Bibel, die haben dieselben Verheißungen, die haben dieselbe Ordnung Gottes und natürlich – sie brauchen das genauso wie wir. Und ich sagte schon: Es ist effektiv, allgemeine Lehrthemen in der Gruppe abzuhandeln. Warum soll ich mir die Zeit nehmen, jedem einzelnen dieselben Dinge über Vergebung, über was heißt „Eltern ehren“ und wie sieht es mit der Leiterschaft aus? Und und und. Warum soll ich mir die Mühe machen, jedem einzelnen das zu erklären? Das ist allgemeine Lehre aus dem Wort, das kann ich in der Gruppe machen. Einfach: Ich finde es wesentlich effektiver.

Und dann natürlich kommt dann dazu das 1:1. Und ich kann jetzt nicht sehen, was an einer Jüngerschaftsschulung verkehrt sein soll. Ich habe in den 80er Jahren sehr viel in der DDR in einer Untergrund-Jüngerschaftsschule gelehrt, und mir ist immer nicht so wichtig, wie nennen wir das Ding, sondern was tun wir da? Und wenn wir da das tun, was die Bibel uns vorgibt, dann ist alles gut. Mehr kann ich jetzt dazu gar nicht sagen.

Biblisches Fasten?

Frage 1:
Es geht um dieses „Fasten“. Früher als ich das erste Mal „Fasten“ gehört hab, war es für mich selbstverständlich, dass das heißt: Nichts essen und nichts trinken. Inzwischen gibt es ja so viele Sachen, wo man sagt: Ich faste vom Fernsehen, ich faste vom Internet, ich faste – irgendwas, was mir lieb ist, mach ich jetzt nichts. Wie steht das zur Bibel jetzt? Gilt das auch?

Antwort:
Zunächst mal wenn die Bibel von „Fasten“ redet, dann meint sie: „Um des Glaubens willen auf feste Nahrung verzichten“. Und dabei mehr trinken als normal. Bitte nicht: Dass Leute anfangen und aufhören zu trinken! Das ist lebensgefährlich. Also Jesus 40 Tage gefastet hat, er kommt aus der Wüste – was sagt die Schrift? Es hüngerte ihn. D.h. er hat getrunken! Wenn der 40 Tage nicht getrunken hätte, dann würde da stehen: Es hungerte ihn und es dürstete ihn. Das ist wichtig, dass wir das verstehen! Das ist, was die Bibel meint mit Fasten. Wenn jemand sagt: Ich merke, ich bin hier irgendwie in eine Abhängigkeit geraten von Gummibärchen oder Schokolade oder Internet oder so – dass der dann mal eine Zeit sagt: Okay, ich leg das mal auf Eis – ist okay! Ob man das jetzt unbedingt „Fasten“ nennen soll – „Gummibärchen fasten“ oder „Internet fasten“ weiß ich nicht, aber lass uns einfach in der Sprache klar bleiben – fasten, wenn die Bibel von Fasten redet – sie redet vom freiwilligen Verzicht auf feste Nahrung. Das ist die Definition von Fasten und um die geht es uns. Aber wir sind nicht dagegen wenn jemand solche Abhängigkeiten sieht – oder meinetwegen auf Kaffee oder keine Ahnung was – und er sagt, er will jetzt mal ne Pause machen, ja, gut, dann soll er eine Pause machen.

Frage 2:
Es geht darum, zu sagen, jemand ist krank, wir wollen alle fasten und jeder sucht sich aus wie er fastet, um den wieder gesund zu machen, um im Gebet und Fasten um ihn zu ringen. Und der eine isst nichts, der andere lässt was weiß ich dies oder das oder jenes. Ist das gleichwertig, das war meine Frage.

Antwort:
Okay, wir können niemanden zum Fasten zwingen, und es kann Situationen geben, wo die Gemeindeleitung sagt: Leute, die Sache ist ernst, und bitte, jetzt alle, wir fasten jetzt! Wenn dann jemand das nicht macht – wir kontrollieren das nicht, wir sind keine Sheriffs, die rumlaufen und sagen: Hast du jetzt gefastet oder nicht? Sondern wir vertrauen einfach darauf, hej, jeder versteht, hier ist eine ernste Situation und wir verstärken jetzt unsere Fürbitte, unser Gebet oder unseren Widerstand gegen den Feind mit Fasten. Aber es sollte schon klar sein, wenn die Leitung sagt: Wir fasten – dann fasten wir. Und dann meinen wir nicht, du verzichtest jetzt auf deine Gummibärchen, sondern wir meinen dann wirklich fasten.

Frage 3:
Ich wollt nochmal was zum Fasten sagen. Und zwar: Die Bibel sagt ja auch, ein wahres Fasten ist, wenn man nicht mit Fingern auf andere zeigt – also was dazugehört – oder mit gottloser Faust reinschlägt. Jesaja 58.

Jes 58,6
Ist nicht das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: dass ihr ungerechte Fesseln losmacht, dass ihr die Knoten des Joches löst, dass ihr die Unterdrückten freilasst und jegliches Joch zerbrecht?

Also das gehört, denke ich, auch mit dazu. Dass die Gemeinde nicht so untersetzt oder unterlaufen ist vom negativen Reden. Ich denke, das macht auch viel kaputt. Und dann hat das Fasten auch keinen Sinn.

Antwort:
Also alles, was wir mechanisch ohne Glauben und ohne Herz tun, bewirkt das Gegenteil. Diese Schriftstelle sagt nicht, dass wahre Fasten besteht darin, jedes Joch wegzunehmen und nicht mit Unterdrückung usw. zu reagieren, sondern diese Schriftstelle will sagen: Wenn wir fasten – und das kommt nicht dazu, dann ist das Fasten sinnlos, das ist ein religiöses Ritual – wie buddhistische Mönche und alle möglichen anderen auch fasten und es ist völlig sinnlos. Das ist so wie Jesus sagt: Plappern wie die Heiden.

Damit hat er nicht gesagt, wir sollen nicht viel beten! Und möglichst wenig und möglichst kurz beten. Nein! Sondern eben: Das gehört dazu. Wenn das nicht mit Herz ist, mit Glauben ist und „Herr, ich will in deine Ordnung kommen und zeig mir, wo das verborgene Dinge sind“. Wenn das nicht kombiniert ist mit dem Fasten – dann kann das ein totes Ritual werden, was schreckliche Auswirkungen hat. Und das wollen wir nicht.

Die Frau soll schweigen in der Gemeinde?

Frage:
Es heißt ja, die Frauen sollen schweigen in der Gemeinde. Ist für mich ein heißes Thema, weil ich damit nicht klar komme. Ich denke eigentlich so „alt“, dass die Frauen tatsächlich nicht predigen sollen. Liege ich da richtig?

Antwort:
Also, Bibelauslegung, wenn sie gewissenhaft und aufrichtig praktiziert wird, bedeutet immer, dass wir alle Schriftstellen zu dem betreffenden Thema betrachten und nicht eine Schriftstelle nehmen und sagen: Hier steht’s aber, und die anderen Schriftstellen, die da noch dazugehören, ignorieren wir, nur um diese eine Stelle. Das ist eine bestimmte Lieblingsstelle für bestimmte Brüder und die reiten da sehr drauf herum. Wenn es das heißen soll, so wie es zunächst mal da zu lesen ist, „die Frauen sollen schweigen“, ja, dann hast du schon mal jetzt mächtig gesündigt, ja? Paulus sagt: Alle können weissagen. „Alle“ sind alle Gläubigen, also auch Frauen. Ja, aber wie sollen die weissagen wenn die doch schweigen sollen?! Der eine Diakon, der hatte sieben Töchter, und die weissagten. Wo haben die denn geweissagt? In der Küche? Am Herd? In der Versammlung natürlich! Weil Weissagung ist zur Erbauung der Versammung.

Der Kontext ist ja in dieser Korinther-Passage: Wenn sie etwas lernen wollen, dann sollen sie zu Hause ihre Männer fragen. Das erklärt, worum es geht. Also, was haben wir für eine Situation? Es wird von vorne von der Leiterschaft, von den Ältesten, irgendwas gelehrt. Und die Frauen, die damals keine Schulbildung hatten, die waren ja auf einem Niveau fast wie Sklaven oder so. Und dann eben sind sie noch Frauen und schnattern dann rum und fragen: „Else, hast du verstanden, was der gesagt hat? Ich versteh gar nicht, worüber der redet“. Und die andere sagt: „Du, der meint das und das“. Und irgendwann hat Paulus gesagt: Jetzt seid einmal ruhig, jetzt ist mal Schluss, wenn ihr was lernen wollt, fragt zu Hause. Die Betonung ist: zu Hause. Nicht in der Versammlung rumschnattern – zu Hause die Männer.

Das ist der Kontext von dieser Passage und nicht isoliert: Die Frau darf sich niemals äußern und wehe, dass wir jemals eine Frau irgendwie hören, die etwas sagen soll. So, das ist die eine Stelle.

Dann gibt es die zweite Stelle mit dem „lehren“. Es gibt zwei kritische Stellen. Und die zweite ist: Ich gestatte nicht einer Frau zu lehren – dann kommt aber nicht ein Punkt, sondern dann geht es weiter: Und dass sie sich über den Mann überhebe.

Und ich verstehe es so – jetzt muss ich ein bisschen weiter ausholen: Wir machen einen Unterschied zwischen „Leiterschaft“ oder wir nennen das Regierungsgewalt. Das ist eindeutig vom Wort ein Kreis von Männern, die nennen sich Älteste. Die tragen die Verantwortung für die Gemeinde. Die stehen vor Gott. Die leiten die Gemeinde. Die wehren die Wölfe ab. Die sorgen für Ordnung in der Gemeinde für die Lehre und Hirtendienst und all diese Sache. Regierungsgewalt, Leitung der Gemeinde ist Männersache.

So wie du das überhaupt im Worte Gottes sehen kannst, dass Leiterschaft männlich ist. Der Mann ist das Haupt der Frau und der Familie. Die Ältesten als Männer sind verantwortlich für die Gemeinde. Der apostolische Dienst, Männer, sind verantwortlich für die Ältesten in der Gemeinde. Leiterschaft ist männlich. Da kannst du jetzt sagen, ich bin Chauvinist oder ich bin irgendwas – ist mir egal. Das ist, was ich sehe in der Bibel.

Wir machen einen Unterschied zwischen Leiterschaft und Dienst. Unter einer männlichen Leiterschaft können Frauen in jedem Dienst, nicht nur im Büro und in der Küche, sondern auch in der Seelsorge, im Befreiungsdienst, in der Lehre, in allen Diensten können sie dienen unter einer männlichen Leiterschaft. Das ist unsere Sicht und so verstehen wir das. Ich weiß, dass das von vielen nicht so gesehen wird, aber so verstehen wir es und so praktizieren wir das in den Gemeinden, wo wir eben die Verantwortung haben. Dort lehren wir sie so. Und ganz offensichtlich gibt ja der Heilige Geist auch Frauen eine Lehrgabe.

Das ist jetzt ein kein biblisches Argument, aber trotzdem: Wieso hat eine Joyce Meyer eine Lehrgabe, wenn sie die gar nicht benutzen darf? Hat schon jemand mal Joyce Meyer gehört? Sie lehrt den christlichen Lebensstil: Sei dankbar, halt deine Klappe, ordne dich unter, diene, sei treu, gib deinen Zehnten und vergib und segne und all diese Dinge. Sie lehrt die praktischen Dinge, die ein Christenleben ausmachen und ist damit ein Segen für Millionen von Menschen.

Wieso gibt der Heilige Geist ihr diese Lehrgabe, wohlwissend, dass sie das nie benutzen darf. Das macht für mich keinen Sinn. Das ist aber eine praktische Überlegung, das ist kein biblisches Argument, das weiß ich sehr wohl. Deswegen nenne ich das immer am Schluss. So, das ist meine Sicht. Der Punkt war nicht: Grundsätzlich eine Frau darf nie das Wort ergreifen und erklären, was sie verstanden hat und gelernt hat aus dem Wort Gottes, sondern es geht um den zweiten Teil, wie es sehr, sehr viele Bibelstellen gibt, hatte auch gestern schon ein Beispiel, wo zwei Dinge genannt werden, und das zweite erklärt, was mit dem ersten gemeint ist.

Gott will, dass allen Menschen geholfen wird und dass sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Das zweite erklärt das erste. Die Erkenntnis der Wahrheit ist die Hilfe.

Und wenn Paulus sagt: Ich gestatte nicht einer Frau zu lehren und dass sie sich über den Mann erhebe – er muss doch nicht extra sagen: Ich gestatte nicht einer Frau sich zu erheben – das ist doch selbstverständlich! Das ist doch schon inklusive in dem ganzen Verständnis von Unterordnung. Der muss doch nicht einen Vers beschreiben: Ich gestatte nicht einer Frau sich zu erheben. Das wär genau so wie wenn er schreibt: Ich gestatte nicht jemandem zu lügen. Ja, natürlich! Das muss er gar keinen Vers für verwenden. Das ist doch selbstverständlich.

So, es geht darum: Mann ist Leiterschaft, die große Versuchung ist Passivität und Rückzug. Frau findet ihren Schutz und ihre Entfaltung und ihre Freiheit in der Unterordnung. Ihre große Verführung ist zu manipulieren, zu herrschen, sich zu erheben. Macht das Sinn?

Und deswegen sagt er: Also wenn eine Frau lehrt, es darf nicht dazu führen, dass sie sich überhebt über den Mann. Das ist die große Gefahr. Wenn aber eine gesunde, starke, stabile Ältestenschaft da ist, dann wird sie mit Freuden Frauen in alle möglichen Dienste freisetzen. Und ich sage immer gerne: Sogar die Gemeinden, die darauf pochen, die Frau darf nicht lehren, haben den ganzen Kinderdienst unter den Frauen. Sogar die sagen: Da steht’s und die Frau darf nicht! Und den Kinderdienst machen die Frauen! Und was tun die denn da? Die lehren. – Ja, aber das sind ja nur Kinder. – Hallo? Es geht nicht darum, wer gelehrt wird, es geht darum, was getan wird. Und sie lehren. Und das ist ja nach deren Auslegung verboten.

Es ist ein heißes Thema, wird viel diskutiert und das ist meine persönliche Sicht und so handhaben wir das in den Gemeinden, wo wir also diese Verantwortung haben.

Geistestaufe und Sprachenrede?

Frage 1:
Du hattest mit einer Selbstverständlichkeit gesagt heute vormittag: „Sie werden empfangen die Gabe des Heiligen Geistes und werden in neuen Sprachen sprechen“. Steht zwar so nicht in der Bibel wie du das gesagt hast, aber aus dem Kontext können wir das wohl so erkennen. Jetzt haben wir ganz viele Christen in meiner über 40jährigen Laufbahn als Christ, als Leiter, dass viele Menschen, die sich danach ausstrecken, aber diese Gabe nicht empfangen haben, ganz große Probleme damit haben, sich zurückgesetzt finden, „ich bin nicht wert, dass ich diese Gabe empfange“ und dann versucht wird, was ich leider auch dann oft erlebt habe, irgendwie musst du das schon hinkriegen und dann babbel mir einfach mal nach: Bababa, bäbäba, buhh. Und dann versucht der krampfhaft irgendwie das Sprachengebet nachzumachen. Da wird ein Bruder unter Zugzwang gesetzt, was ich also sehr negativ empfunden habe und was ich auch leider sehr oft erlebt habe. Aber aus deiner Aussage verstehe ich jetzt, dass du sagst: Die Gabe des Heiligen Geistes ist verbunden mit der Gabe der Sprache.

Antwort:
Okay, muss ich wieder ein bisschen ausholen. Erst einmal, ich stimme dir total zu, solche Betonung – du hast mir vorhin schon ja auch erzählt wie: „Ach, du bist nicht erfüllt vom Heiligen Geist, du redest nicht in Sprachen, dann bist du ja gar nicht Christ“ – das darf nicht sein. Solche Exzesse gab es am Anfang der Pfingstbewegung. Ich kenne keine Pfingstgemeinde oder Denomination, die heute noch so etwas lehrt. In charismatischen Kreisen auch nicht. Das scheint mir irgendwie vom Tisch zu sein. Das ist auch nicht biblische Lehre. Man ist Kind Gottes wenn man von neuem geboren ist. Man bekehrt sich, wird von neuem geboren – und stirbt. Ja, und dann was? Dann ist man beim Herrn! Sogar ohne Taufe. Obwohl das Wort sagt: Wer glaubt und getauft wird, wird errettet werden. Der Schächer am Kreuz – ist der jetzt im Himmel oder nicht? Natürlich! – Aber der ist ja nicht getauft!

Jesus sagt: Wer glaubt und getauft wird, wird errettet werden. Wer nicht glaubt, wird verdammt werden. Also die Betonung ist nicht auf die Taufe, sondern auf Glauben.

So, jetzt zu dem, was du sagst: Ich bin total gegen solche Praktiken, die du beschrieben hast, die ich auch kenne. Da gibt es noch viel, viel schlimmere Dinge. Blblblblb – und dann sollen die dann irgendwas brabbeln und dann so und dann soll das dann Sprachengebet sein. Das finde ich abscheulich, das finde ich ekelhaft. Das geht überhaupt nicht. Oder auch was vorbrabbeln und dann sollen die nachsprechen oder irgendso nen Zungenbrecher-Satz, den man ohne Stolpern kaum hinkriegt, und den immer schneller, immer schneller, und dann fangen sie an irgendwelchen Blödsinn zu brabbeln und das soll dann Sprachengebet sein. Das ist absolut daneben und verkehrt!

Paulus sagt: Wir empfangen den Heiligen Geist durch Glauben. Nicht durch Manipulation. Nicht durch Gruppendruck, nicht durch irgendwelche Zwangsmaßnahmen oder so ein albernes Zeug wie jetzt eben erwähnt. Nein! Durch Glaube. Wo kommt der Glaube her? Durch das Wort. So, es muss also aus dem Wort gelehrt werden und aus dem Wort muss der Betreffende sehen, 1) dass Gott für ihn diese Gabe des Heiligen Geistes hat, dass das ihm zusteht und 2) dass mit der Gabe des Heiligen Geistes verbunden ist, dieses wunderbare Geschenk, Gott jetzt in neuen Zungen anbeten zu können. Das muss man aus dem Wort zeigen können.

Ich habe ein einstündiges Teaching zu diesem Thema. Das kann ich jetzt aus Zeitgründen nicht bringen, wo ich aus dem Wort diese Dinge entwickle. Für die Heiden von der Straße habe ich zwei Schriftstellen, das dauert 5 Minuten. Und wenn die sich gerade bekehrt haben, in 5 Minuten sind die erfüllt vom Heiligen Geist und sprechen in neuen Sprachen.

Wir waren mit meiner Frau vor vielen Jahren hier um die Ecke in Ratzeburg in einer Gemeinde und da kam ein alter Bruder und der sucht schon sein Leben lang und der kann es nicht finden, und er sucht und er möchte so gerne. Und meine Frau hat zu ihm gesagt: Wenn du tust, was ich dir jetzt sage, in 5 Minuten sprichst du in Sprachen.

Und die Pastorenfrau stand daneben und machte solche Ohren. Und meine Frau hat ihm erklärt aus dem Worte Gottes, und dann hat sie mit ihm gebetet – er hat im Glauben empfangen und hat in Sprachen gebetet. Sie war außer sich! Sie war total begeistert. Das ist normal! Das ist normal.

So, der Punkt ist nicht Hände auflegen. Der Punkt ist nicht, jemanden in irgendwas reindrängen. Der Punkt ist: Kann jemand sich so dem Wort Gottes hingeben, dass er glauben kann: Wenn ich jetzt bete, gibt Gott mir … und wenn Gott mir den Heiligen Geist gibt, dann kann ich auch mithilfe des Heiligen Geistes in Sprachen sprechen.

Und du hattest ja vorhin noch erwähnt, da will ich jetzt auch noch schnell drauf eingehen: Da gibt es ja den scheinbaren Widerspruch: 1 Kor 12 – Paulus sagt: Sind sie alle Apostel, sind sie alle Propheten, haben sie alle Gaben, gesund zu machen, reden sie alle in Zungen? Und natürlich aus dem Kontext gibt es auf jede dieser Fragen nur eine Antwort. Und die heißt nein. So, Paulus sagt: Reden sie alle in Zungen? Nein.

Ja, wie passt das zusammen mit dem, was ich jetzt sage? 1 Kor 14 – Paulus sagt, ich will, dass ihr alle in Zungen sprecht. Paulus spricht nicht die Luther-Version: „ich wollte, ihr könntet“. Sondern er hat es in Griechisch geschrieben, nicht im Konjunktiv. Sondern da steht einfach: Ich will, dass ihr es alle tut. Und dann erklärt er den Segen: Wer in Sprachen redet, erbaut sich selber. Ja, hat Gott für einige wenige oder für einen Teil der Gläubigen einen Weg, wie die sich erbauen können? Und die anderen sagen: Ja, und ich habs nicht und ich guck durch die Röhre.

Und etliche andere Schriftstellen zeigen uns, dass das der Wille Gottes ist für jedes seiner Kinder. Und wenn das in einer Gemeinde gelehrt wird vom Worte Gottes, wenn das der Standard in der Gemeinde ist – dann garantiere ich dir, und ich kann dir eine ganze Reihe von Gemeinden nennen, in denen das so praktiziert wird, und 100% der Leute sprechen in neuen Zungen. Das Problem ist Glaube. Und der Glaube kommt durch das Wort Gottes. Nicht „versuch doch mal“ oder „brabbel mir nach“ – das ist schrecklich. Oder „du musst es üben“ oder so. Wir brauchen das nicht zu üben. Das ist eine vollständig komplette Sprache, die der Heilige Geist mitbringt wenn er uns erfüllt. Und wenn wir ihm Vertrauen entgegenbringen und tun, was die Bibel sagt: Sie wurden alle voll des Heiligen Geistes und SIE FINGEN AN zu sprechen in neuen Sprachen.

Wenn das jemand versteht auf der Grundlage des Wortes Gottes, das er davor gehört hat, dann funktioniert das sehr, sehr, sehr einfach und sehr, sehr schön. Und das ist normal. Aber diese Auswüchse, die du beschreibst: Wir dulden das nicht, das gibt’s auch gar nicht bei uns sowas. Sondern die Neubekehrten verstehen, da gibt es ein weiteres Geschenk nach der Rettung und ich vertraue Gott, das erste Geschenk war super, ich bin Kind Gottes, Hallelujah, jetzt gibt’s noch mehr, jetzt gibt’s den Heiligen Geist in mir, den ich erleben kann – ja, dann will ich das auch, da ist keiner unter Druck und sagt: Muss ich das jetzt?

Die einzigen, die so reagieren, sind die Frommen, die über Jahre oder Jahrzehnte indoktriniert worden sind. Denen Angst gemacht wurde vor dem Heiligen Geist. Die richtigen Sünder, die sich bekehrt haben, die von nix eine Ahnung haben, die nichts wissen vom „Schwarmgeist“ – in 5 Minuten sprechen die in neuen Sprachen. Das ist absolut normal.

Okay, man kann dieses Teaching bekommen. Da gibt es auch ein Skript dazu mit allen Schriftstellen, die dazu gehören. Aber mehr kann ich da jetzt nicht zu ausführen.

Frage 2:
Ich wollte nochmal fragen, kannst du nochmal sagen, wie man jetzt mit dem Sprachengebet in der Gemeinde im Gottesdienst umgehen soll oder kann, weil es soll ja zur eigenen Erbauung sein – und dann ist die Frage: Soll es auch im Gottesdienst Platz haben? Und dann gibt’s irgendwie eine Stelle, ich weiß gerade nicht mehr welche, wo man ja irgendwie nicht jemanden verschrecken soll, der von außen kommt und dann blabert man da irgendwas und die können damit gar nichts anfangen.

Antwort:
Paulus sagt: Wenn ihr alle in der Versammlung durcheinander in Zungen redet – es gibt 1) keine Auferbauung für die anderen und 2) Leute werden denken, ihr seid alle irgendwie ein bisschen verrückt. So, die Auferbauung findet in deiner privaten persönlichen Zeit mit dem Herrn statt. Und da sollen wir viel in Sprachen beten. Wer in Sprachen redet, erbaut sich selbst. Dann gibt es – wir müssen verstehen, es gibt verschiedenen Funktionen des Sprachengebetes. Es gibt das Sprachengebet zur persönlichen Auferbauung. Davon redet Paulus auch in 1 Kor 14. Es gibt das Sprachengebet als Geistesgabe im engeren Sinne, wo jemand in Zungen eine Botschaft gibt an die Gemeinde. Und das macht nur Sinn wenn diese Botschaft, auch unter der Inspiration des Geistes, ausgelegt wird. Deswegen sagt Paulus: Wenn kein Ausleger da ist, also d.h., es gibt oder gab zumindestens Leute, die speziell einen Dienst haben des Auslegens. Wie auch einen Dienst des Sprachenredens. Und davon redet Paulus in 1 Kor 12. Jetzt kommen wieder zu dem. Er redet in 1 Kor 12 von den Diensten in der Gemeinde, wie sie in Funktion treten in der Versammlung. Und da gibt es Leute, die haben den Dienst des Sprachenredens. Und da gibt es Leute, die haben den Dienst der Auslegung des Sprachenredens. Genauso wie es Leute gibt, die Gaben haben der Heilungen. Und deswegen sagt er dort: Reden sie alle in Zungen? Nein! Nicht alle. Das ist der Dienst.

Aber es gibt auch das persönliche Sprachengebet. Es gibt auch Fürbitte im Heiligen Geist. Eph 6. Waffenrüstung, Kampf gegen die Mächte der Finsternis. Und dann sagt er: Betet im Heiligen Geist. Und wenn du das anschaust, die Worte, die Paulus benutzt: „Beten im Geist“ ist definiert als „Beten in Sprachen“. „Beten im Geist“ ist gleichzusetzen mit „Beten in Sprachen“. Beten im Geist ist Beten in Sprachen.

Und wenn Paulus in Eph 6 dann sagt: Betet im Heiligen Geist, dann ist da die ganze Gemeinde aufgefordert, im Heiligen Geist in Sprachen zu beten. Das ist nicht eine Botschaft, wo Gott zu uns spricht, sondern wie wir zusammen in Einmütigkeit zu Gott sprechen. Und das muss nicht ausgelegt werden. Dasselbe ist auch: Lobpreis, gemeinsamer Lobpreis in Zungen. Das ist nicht eine Botschaft, die ausgelegt wird, sondern das ist, wo wir lernen in aller Freiheit unter der Führung des Heiligen Geistes Symphonien zu singen im Heiligen Geist, die so kreativ sind, so schön sind, so wunderbar sind, wo die Gegenwart Gottes dann kommen kann. Wie wir sehen in der Schrift: Gott wohnt im Lobpreis seines Volkes.

Das wird nicht ausgelegt, das ist nicht für die Gemeinde, das ist für Gott. So, wenn wir diese verschiedenen Funktionen nicht voneinander unterscheiden, dann sind wir schon in Verwirrung. Und dann wird es ganz schwierig mit diesen Dingen.

Paulus sagt aber auch: Wenn kein Ausleger da ist, dann kannst du und darfst du für dich selber in der Versammlung zu Gott sprechen.

So, das ist ein extremer Missbrauch: Ein evangelikaler Bruder ist zu Besuch im Gottesdienst: „Und der neben mir hat in Sprachen gemurmelt und das wurde nicht ausgelegt und das ist nicht biblisch!“ Nein, Paulus sagt, der darf das. Der darf das. Das ist was anderes als: Der eine steht auf und redet in Sprachen, gibt keine Auslegung, der nächste steht auf, redet in Sprachen und alle reden durcheinander. Und Paulus sagt: Das ist kein Gottesdienst und das ist Unsinn und damit hören wir auf.

Aber daraus den Schluss zu ziehen, wie das viele Leute tun, Paulus sei gegen das Sprachenreden – das ist ja völliger Irrsinn. Paulus ist total dafür! Und er sagt: Ich rede mehr in Sprachen als ihr alle – ihr redet viel zu wenig! Bloß an der richtigen Stelle, auf die richtige Art und Weise – das war sein Anliegen, da Ordnung reinzubringen. Weil die Korinther da einfach nicht die göttliche Ordnung beachtet haben.

Frage 3:
Ich hab da auch noch eine Frage, das ist genau das Thema auch nochmal mit dem Sprachengebet. Du hattest gesagt, ein Kennzeichen beim Empfang des Heiligen Geistes ist das Sprachengebet. So. Kann man daraus jetzt quasi auch den Umkehrschluss zulassen, d.h. wenn ich jetzt nicht in Sprachen beten kann, dann hab ich den Heiligen Geist noch gar nicht empfangen?!

Antwort:
Nein, auf keinen Fall, nein! Ich kann dir einen Porsche schenken, den stelle ich dir in deine Garage, dann hast du einen Porsche. Aber über Jahre weigerst du dich einzusteigen und loszufahren. Hast du einen Porsche oder nicht? Klar hast du einen, hab ich dir geschenkt! Toll, ne von mir? Das darf man nicht! Das geht nicht.

Vielleicht erklär ich das noch schnell, warum komme ich auf die Idee, das Sprachenreden ist das sichere Kennzeichen für das Empfangen des Heiligen Geistes: Apostelgeschichte 10 – Petrus bei Kornelius, bei den Heiden. Während er predigt, fällt der Heilige Geist. Sie werden Kind Gottes. Und dann fangen sie an, in Sprachen zu reden. Und die Christen berichten dann – wie heißt es dort – sie waren außer sich als sie sahen, dass Gott ihnen die gleiche Gabe gegeben hat wie auch uns zu Pfingsten.

Das wird ja dann nochmal berichtet in Kapitel 11, weil dann Petrus und die mit ihm waren sich verantworten mussten.

Apg 10,45
45a Und die Gläubigen aus der Beschneidung, so viele ihrer mit Petrus gekommen waren, gerieten außer sich

extasis! Die einzigen, die je in Extase waren, waren die Leute von Petrus. Die Evangelikalen sagen ja, wir seien „in Extase“ und wir fallen in Ohnmacht und was sie da für Dinge erzählen! Ich weiß nicht, in welchen Versammlungen die waren. Ich war noch nie in solchen Versammlungen.

45b dass auch auf die Nationen die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen worden war;
46a *denn*

jetzt kommt die Begründung, wie kamen sie auf die, die haben den Heiligen Geist bekommen?

46b sie hörten sie in Sprachen10 reden.

Woraus haben die geschlossen, die haben den Heiligen Geist empfangen? Die haben sie in Sprachen reden hören. So ist Sprachenrede ein sicheres Kennzeichen, dass jemand den Heiligen Geist empfangen hat. Aber das ist das ausgepackte Geschenk. Das Geschenk empfängt man nicht wenn man anfängt, in Sprachen zu beten. Das Geschenk empfängt man wie Jesus das sagt in Lukas 11: Wenn ein Kind den Vater um den Heiligen Geist bittet, dann gibt der Vater eben als guter Vater nicht eine Täuschung, einen Skorpion, eine Schlange, was Bilder für dämonische Mächte sind, sondern er gibt den Heiligen Geist, denen, die ihn bitten.

So, wenn jemand das versteht, und er bittet den Vater um den Heiligen Geist, dann gibt der Vater, so sagst Jesus den Heiligen Geist. Und wenn er im Glauben gebetet hat und im Glauben empfangen hat, dann sagt er: Danke. Und dann hat er den Heiligen Geist bekommen, Punkt, fertig, aus.

Jetzt geht es darum in einem zweiten Schritt, der ist ein bisschen kniffliger, das Geschenk auszupacken. Aber das Geschenk hat er schon. Der Porsche steht schon in der Garage, hab ich dort hingestellt. Jetzt heißt es: Apg 2 – zum ersten Mal kommt das Thema Sprachengebet/Sprachenrede auf und wieder haben wir dort eine fundamentale Wahrheit – sie wurden voll des Heiligen Geist und SIE fingen an zu sprechen in neuen Sprachen wie der Geist gab auszusprechen.

Siehst du, wie die Reihenfolge ist? Nach dem Empfang des Heiligen Geistes – SIE fangen an zu sprechen, aber jetzt nicht in ihrer Muttersprache, sondern in Sprachen. Das ist das Muster. Und wenn jemand wirklich im Glauben gebetet hat, dann weiß er, Gott hat gehört, ich hab den Heiligen Geist empfangen, und mit dem Heiligen Geist kommt diese wunderbare Befähigung, Gott anzubeten in neuen Sprachen. Und weil ich das habe, und weil ich glaube, dass das bei mir auch so ist und ich dem Heiligen Geist vertraue, deswegen im Vertrauen auf die Treue des Heiligen Geistes mache ich meinen Mund auf und tue, was die Bibel sagt: Ich spreche in Sprachen.

Das ist was völlig anderes als zu versuchen irgendwie „KorianderKorianderKoriander“ oder sowas. Oder sprich mir mal nach – das ist erbärmlich, das führt zu einem seelischen Imitat, das führt nie in ein Beten, was aus dem Geist kommt. Sondern es ist aus dem Verstand ein paar Silben aufgeschnappt und die werden dann wiederholt. Und daraus wird nie ein Sprachengebet werden. Sprachengebet kommt nicht aus dem Verstand, wir konstruieren ein paar Silben. Sondern jeder, der schon länger in Sprachen betet, weiß, das kommt von hier – das kommt nicht hier oben aus dem Hirn. Das kommt von hier – aus der Mitte der Eingeweide, sagt die Bibel. Hier, der Heilige Geist sitzt hier. Und die von euch, die etwas kräftiger gebaut sind, die können das leichter glauben: Das ist er, guck hier, da drinne.

Dämonisierte Christen?

Frage:
Ich hab aber noch eine Frage: Man sagt immer, wenn jemand bekehrt ist, kann er nicht besessen sein oder Dämonen an sich haben oder wie auch immer. Und meine Frage ist nur: Meines Erachtens gibt es manchmal Menschen, die wirklich Jesus ihr Leben gegeben haben, aber wo man merkt, dass sie von einem Geist bedrückt werden. Also richtig gehend ganz große Probleme haben. Meine Frage ist: Wie gehen wir damit um? Oder wie kann ich damit umgehen für mich? Alleine sind manche Dinge da zu schwer, da bräuchte man einen Ansprechpartner und Gemeinschaft im Gebet, weil man das auch stärker ist – finde ich. Und dass man das nicht abblockt, sondern wirklich, dass man offen darüber sprechen kann. Vielleicht bedarf es auch einer Lehre oder so.

Antwort:
Das Wort „besessen“ gibt es nicht im Neuen Testament. Da steht „daimonizomai“, d.h. „dämonisiert sein“. Also unter dem Einfluss einer dämonischen Macht sein. Und dass das eine Realität ist in manchen Fällen bei Christen, ist glaub ich für jeden Seelsorger keine Frage. Das ist offenkundig, dass Leute in verschiedendsten Bereichen unter Zwängen sind, Stimmen hören, Alpträume haben, unerklärliche Angstzustände haben und viele andere Formen der dämonischen Belästigung. Das ist vielfach vorhanden. Und das Problem ist: Die Gemeinde ist so weit weg von biblischen Realitäten, dass oftmals sie darauf keine Antworten hat und alles, was sie tut: Sie schickt diese armen Menschen in die Klinik und die sagen dann: Schizophrenie oder Manisch-Depressiv oder dies oder das – kleben da ein Label drauf, aber mehr als mit Medikamente vollpumpen können die auch nicht, weil die kennen keine Dämonen, die können keine Dämonen austreiben, die können nicht helfen, die können nur die Symptome kaschieren und nach 6 Wochen kommt der Arme aus der Klinik wieder und das ganze Theater geht wieder von vorne los.

So, wenn eine Gemeinde gesund aufwächst im Wort und gelehrt wird vom Heiligen Geist, dann lernt sie vom Heiligen Geist durch das Wort wie wir mit solchen Menschen umzugehen haben. Und wenn eine Gemeinde dazu nicht in der Lage ist, dann soll sie sich Lehre holen, und die Ältesten brauchen eine Fortbildungsmaßnahme und dann üben sie diese Dinge und dann geben die Ältesten das an die Seelsorger in der Gemeinde weiter. Und dann gibt es ein Seelsorge-Team und die helfen dann solchen Menschen. Das ist normal. Aber leider – viele heute sagen: Dämonen – da will ich nichts mit zu tun haben und haben irgendwelche schrecklichen Exzesse gehört oder wie du immer wieder in der Zeitung liest – irgendwelche Leute sterben beim Befreiungsdienst oder so. Es gibt ja immer wieder solche Nachrichten, die auch gestreut sind, gezielt, um Christen einzuschüchtern, ja nicht in dieses Gebiet irgendwie vorzudringen usw. Aber unser Auftrag ist: Kranke zu heilen, Dämonen auszutreiben – das ist unser Auftrag. Und wenn eine Gemeinde sagt: Damit wollen wir nichts zu tun haben oder wie die klassische Pfingstbewegung, also was „Assembly of God“ ist aus Amerika: Christen können keine Dämonen haben – sorry, dann habt ihr keine Ahnung von Seelsorge, dann habt ihr euch nie in der Tiefe mit den Problemen von Menschen beschäftigt. Sorry, aber diese Lehre ist nicht die Lehre der Bibel. Warum sagt die Bibel: Gebt dem Teufel keinen Raum – wenn das gar nicht möglich ist, dass ein Christ dem Teufel Raum geben kann?

So, das ist ein ganz wichtiges Thema, und da muss eine Gemeinde hineinkommen. Und die Gemeinde ist doch der Ort der Heilung und der Befreiung und der Wiederherstellung. Und da schicken wir nicht die Leute in die Klinik, weil wir sind überfragt, sondern wenn wir schon nicht wissen, damit umzugehen, dann heißt es: Okay, die nächsten drei Jahre wird das ein Schwerpunkt in unserer Gemeinde – wir bemühen uns, hier jetzt zu wachsen und zu lernen. Wir übernehmen unsere Verantwortung. Und wir tun das, was Jesus sagt: Wir lernen, Dämonen auszutreiben. Das ist unsere Aufgabe.

Und was ich dazu empfehlen kann. Das ist das gesündeste, was ich kenne in all den Jahren und was wirklich funktioniert, weil es gibt eben auch leider viel, viel unseriöses und viel Missbrauch auf diesem Gebiet. Und es gibt ungesunde Christen, die sind fasziniert vom Dämonischen und die fahren darauf ab und lesen ungesundes Zeug: Rebecca Brown – und was weiß ich, was es da alles gibt. Das gesündeste und beste, was ich kenne, was auch eine herrliche Kombination ist, was du selten findest zwischen Jüngerschaft und Seelsorge. Das muss kombiniert werden. Seelsorge ohne Jüngerschaft ist verrückt! Aber auch Jüngerschaft ohne Seelsorge funktioniert nicht, das gehört zusammen. Das gesündeste, was ich kenne, sind die Lehren von Neil T. Anderson. Und da gibt es auch seine Hauptwerke auf Deutsch: „Neues Leben – Neue Identität“, und dann gibt es einen zweiten Band, „Der die Ketten sprengt“. Und das ist das Gesündeste, was ich kenne, was auf dem Markt ist, nach meiner Kenntnis zum Thema Befreiungsdienst. Und da gibt’s am Ende dann auch einen Anhang, den es nochmal als Extra Handbuch gibt: „Schritte zur Freiheit in Christus“:

https://www.freedominchrist.eu/fileadmin/user_upload/dokumente/schritte_zur_freiheit_in_christus.pdf

Gibt es auch auf Deutsch. Das ist ein Dienst, der heißt FIC – Freedom in Christ. Und die haben ihr Standbein in der Schweiz und die bieten auch dieses Material dort an, aber du kriegst es auch über Amazon. Das ist das beste, solideste und gesündeste, was ich kenne. Und zwar deswegen, weil es die Verantwortung dorthin legt, wo sie hingehört – auf den Betreffenden. Ich halte überhaupt nichts davon: „Unser lieber Bruder ist dämonisiert, lasst uns alle beten und fasten und wir müssen jetzt diesen Dämon niederringen“. Nein, die Frage ist: Mit was in seinem Leben gibt er dem Feind Raum? Er ist doch Kind Gottes – er hat doch jetzt Autorität! Er sollte doch sagen: „In Jesu Namen – du gehst!“ – und dann geht dieser Geist. Warum geht der nicht? Weil es Anrechte gibt – wie z.B. eins der Hauptdinger: Nicht vergeben haben.

Das macht eine offene Tür für den Feind und da kannst du gebieten, da kann die Gemeinde fasten und zum Schluss ist sie frustriert und sagt: Wir haben keine Vollmacht – es funktioniert nicht. Das ist nicht gut. Sondern die Verantwortung wird auf den Betreffenden gelegt und wir helfen ihm nur, zu erkennen, wo er unwissend, unbewusst, stillschweigend kooperiert hat mit dem Teufel und dem Teufel Raum gemacht hat – und diese Türen werden jetzt zu gemacht. Das ist unsere Aufgabe als Betreuer und als Begleiter und als Seelsorger. Das wird alles wunderbar erklärt in diesen Büchern. Ich weiß nicht, hat es schon mal jemand gelesen? Okay, ja dann könnt ihr das nur bestätigen, was ich sage – das ist erstklassigen Material und das gehört in jede Gemeinde. Und jede Gemeinde sollte ein Seelsorge-Team haben, die wissen, wie man Dämonen austreibt. Wenn das nicht in einer Gemeinde etabliert ist – dann ist sie weit weg vom Standard Gottes. Dann soll sie Buße tun und ihre Hausaufgaben machen!

Kann Gott z.B. Sterbende noch erreichen ohne unser Zutun?

Frage:
Mir ist eine Frage so groß geworden, weil du gesagt hast, außer über die Jünger könnte Gott nicht handeln. Kann nicht Gott auch zu Menschen, Ungläubigen sprechen im Geist und die auf irgendwas vorbereiten, also wirken ohne dass ein Jünger oder ein Kind Gottes jetzt direkt mit dem Kontakt hat, dass er ihn sozusagen vorbereitet, dass er dann – was weiß ich, an dem Missionszelt vorbeikommt oder Menschen wie damals am Kreuz, dass derjenige vielleicht ein Zwiegespräch mit Gott hat ohne laut zu sprechen jetzt. Wenn jemand im Sterben liegt im Krankenhaus und man hofft. Man hat die ganze Zeit für einen Angehörigen gebetet und der wollte nichts davon wissen und plötzlich stirbt derjenige, aber mit einem seeligen Lächeln. Kann das nicht auch sein, dass Gott dann direkt zu ihm gesprochen hat?

Antwort:
Es gibt vielfältige Berichte von Dingen, die Leute erlebt haben, die völlig außerhalb der Lehre des Wortes sind. Aber das sind sozusagen nicht planbare Zufallsereignisse, aber was wir wollen: Wir wollen ein System haben, wie Gott Raum hat, wie Gott Sein Werk tun kann. Ich kenne Leute, die haben die Sprachenrede unter der Dusche empfangen. Aber sagen wir jetzt: Fleissig duschen – dann kriegst du es vielleicht auch? Nein! Wir sagen: Hör das Wort Gottes, lass Glauben in deinem Herz kommen, und tu, was die Schrift sagt und dann bekommst du das. Das funktioniert. Das andere sind sozusagen Dinge, die passieren, und keiner kann sie erklären. Aber Gott hat Tausende von Wegen außerhalb der Lehre wie Er Dinge tut. Aber darauf zu hoffen und zu warten, das funktioniert halt nicht.